Indiana Tribüne, Volume 6, Number 186, Indianapolis, Marion County, 25 March 1883 — Page 6
Der Photograph.
Pariser LSen,bi:, UlPhs2kuH. Da die Familie nur einen sehr kleinen Hausstand hatte und das gesdmmte Mo biliar cuf tinent Handwagen Platz.sand. so mußte die Miethe im Voraus bezahlt werden, waS bei größeren Quartieren bekanntlich richt der Fall ist. Die neuen Miether schienen überhaupt zur Gattung der Trockenwohner zu gehören, denn sie zogen in den fünften Stock , eines ganz neuen HauseS in einer neu angelegten, noch nicht völlig bebauten Straße, in welche.' Mietskasernen mitAbladestellen für Schutt abwechseln, die von Holzzäu nen eingefaßt sind, ausweichen alle mög len und unmöglichen Anschlagezettel prangen. Die ganze Wohnung besieht nur aus drei kleinen Zimmern, deren kahleWände bei dem durch die großen Fenster ein dringenden Sonnenlicht noch nackter und öder aussehen; alle Rwme sind noch vom Geruch frischer Farbe angefüllt. Da ist zuerst das Atelier ; e? sieht mit seiner Glaswand und seinem Glassache wie eine große Glccke aus. In dem großen flamin likgen kleine ttohlenstücke, die Ober erst angebrannt erden sollen, wenn Be such kommt. An der einen Längswand hästgen die Pbotographien derFamilienglieder. des Vaters, der Mutter, der drei Kinder, sitzend, stehend, in Gruppen. einzeln, in allen denkbaren Stellungen, ferner die photographischen Aufnahmen einige? Monumente und Landschaften. Sie wurden damals angefertigt, als die Familie noch reich war und der Vater die Photographie als Privatvergnügen betrieb. Jetzt haben die Leute Alles verloren, sie sind vollständig ruinirt. und da das Familienhaupt lein anderes Gewerbe v rsteht, macht man den Versuch, die ehemalige Liebhaberei als Erwerbs quelle zu vttw:rthen. Der Apparat, welchen die Kinder mit dem gemischten Gefühl von Furcht und Bewunderung betrachten, nimmt den Ehrenplatz ein ; er steht in der Mitte d:s Ateliers, und in seinen neuen Kupferhül sen, seinen Messingbeschlägen, seinen ge wölbten Gläsern konzentrirt sich der pinze Glanz und Luxus der ärmlichen Einrichtung. Die übrigen Möbcl, und wie wenig sind e, sind sämmtlich alt, verbraucht, wurmstichig und zum Theil zerbrochen Die Mutter trägt eine alte, zerknittert? Robe von schwarzer Seide und auf dem Haupte ein Spitzentuch so gleicht sie einer Comptoirdame, deren Tbätigkeii durch nicht eben viele Kunden inAnspruch genommen wird. Der Vater ist. nach Künstlerart mit einem Sammeliaque bekleidet. Da? KleidunaSklück bat imar ziemlich viel gekostet, es ist aber nothwendig, da eS aus die Kleinbürger Ein. druck mackt. Die Augen deS Mannes leuchten von Zuversicht, hinter seiner hohen Stirn bauen sich die alänlendsten Auku?ftShoff' nungen auf und er macht in seiner Ar? ei'..en ähnlichen Eindruck, wie der neue Apparat, von dem die Familie Heil und Segen erwartet. Der arme Mann! Mit welcher Aufregung er seine Anord' nungen trifft, wie er sich bemüht, ernst und würdevoll auSufeben ! Man muß es hören, wie er den Krndern zurust : .Geht nicht in die Dunkelkammer!" Die .... I.Tf k! mAi sC.Vk..4 I aiuiiiriiuiauiri iic mumi ucii kiuuiuu i einer raazenyoyle. ' ?lm Grunde seines Serien? ii! der - . N,k,,?nZvn,?tsi tA r flnnni;rf nh . besorgt, was er aber die Seiniaen nickt m V W I M I . merken lasten will. Miethe,Holz undKohlen sind bezihlt nun besindet sich auck nicht mehr ein Sou in der Kaste. Wenn die Kunden nun nicht heraufkommen, wenn der Schaukasten, der unten an der HauSthüre angebracht ist, nun keineVorübergehenden verlockt, sein werthes Kon tersei hier oben anfertigen zu lasten. . a kr, v ... . 1 . ... I was sollen dann die Kleinen beute ,u Abend essen ? Nun. Gott wird schon hel fen. Die Einrichtung ist ja vollendet, alle Vorbereitungen sind getroffen nun rann's anwnaen. ekt kanatAlles vom r . . . - m ' Publikum ab. Welche Stunden der Aufmerksamkeit und der Erwartung ! Der Voter, die Mutter, die Kinder sie alle sind auf dem Balkon versammelt und flehen gleichsam auf der Lauer. Zum Teufel auch, unter all' den Leuten, die da unten spazieren ethtn mrh fi k Qj.hfirtW n. den ! Aber nein ! Die Leute kommen. O , M. V 4 MJ 111 .VMVV. . I Hen, kreuzen einander aus dem Trat. . . I to r. aber w,mnh frtmit firnnf. AK Qhrifef n fwrr tiftfitr Rist hfm IMIMMIIV VMM W V "T I . .. - - I V ill WJ t . II MU t . r . I - " " . T ' I chaufzflen, er betrachtet sehr ausmerk' fan A, ma hm . der; er ist offenbar ,usriden und macht Cm: . v1' m 1 r. awu:nr, in vas aus zu kreien. )le RirxtT i,t ..Hh'm.L un(T.hns Feuer im Kamin anenden. .Wartet noch.? hat n.rs-.i, M..,ter. . Wie ' Z 7 7 r - zcyr yai e 'echt gehabt. Wer yerr wen! Vich unter der vauSthüre wieder um und srtzt ruhig seinen Spazicrgang tat tu v " I QU. I Das TaaeSlicöt besinnt ,u schwinden. gros.e Wolken nehcn hinauf, in dieser r2fc.. i e ,.j ' - . - . I vv0 a sunslen lollwerre, wur man aber trotzdem noch gut arbeiten kö nen wenn nämlick jemand kommen wollte. Wie oft freuten sich die Har renden veiaeblick. wi? h wurde idre 5)ofZnung getauscht, wenn man Ieman. den rnS aus treten sab. die Trevve herauskommen hörte und er dann an der Ateliersthüre vorbei in eine andere ,in? anoett Wobnung ging. Einmal wurde sogar . 4 , . . ' " . ßeiiingm man erkundigte sta) nacy der jetzigen Wohnung deö vorigen Mie tberS. Das ist ja aber gar nicht möglich." sagt der Vater; .daz kann ja gar nicht mit rechten Dingen zugehen. Man wird unsern Schaukasten abgenommen haben, . . Geh 000) einmal ymunter. Kleiner, und sieh zu !" Nach wenigen Minuten kommt i. 4. . X. -Cl r . daS Kind ganz besturtt Zurück der Schaukasten ist an seinem Platze, aber kein Mensch kümmert sich um idn. man schenkt ihm nicht die geringste Ausmerk samkeit. . . u.JClNun sang! es gar noa, zu regnen an. und man hört jeden Tropsen aus daS Glasdach dernieoerfallen. unten auf der Straße steht man Mi nur noch in nftn Reaensairmen eollo?ies ,azroarzes Dach. Man tritt inS Zimmer zurück
und schließt die Fenster. Die Kinder hast, so sprich es nicht auS; hastDu aber frieren, aber man wagt nicht die Kohlen Recht, und willst Du es augkprechen, so ! . . II. l!IV.. I.ih fili.lr I l n .rn . . '
in Brano zu leen, i vttvk ..5-
ten Rest des vorhandenen Heizmaterials.
Allgemein Niedergeschlagenheit; der Aater geht, die Arme verschränkt, mit großen Schritten aus und ab, die Mutter hat sich in ibr Zimmer ,urückae,oaen damit die .Andern . nickt Uhtn. wie sie weint. Plötzlich klopft eines der Kmder, das ttä mttitr ou. hn Nkkn k nns. beaeben bat. erreat an die Sckeiben. ? " w VW, -mfm i Papa l Papa! ES kommt Jemand! Gan, atmlk. es kommt 5d. ick köre ihn auch schon auf der Treppe !" Titr 57l, n sät nrfi nt ,,sF.f . eS ist eine Dame, eine wirkliche und sehr seine Dame. Sie steht jetzt auf demTrep penabsatz, betrachtet die Photographien, zögert einen Moment, hebt .den Kopf ach, wenn alle auf sie gerichteten Augen magnetische straft hätten, wie schnell müßte sie dann die Stufen emporkommen. Jetzt hat sich die Dame entschieden, sie steigt vollends zum Ate- " w " I mmmm - , 1 lier her,uf. sie ist an der Thüre. Schnell wird daS Feuer angezündet und dieKin derlcbac:r inSNeben,immer lvedirt. Wäb rend der Vater an seinem ?laauet aufist und ,!kbt. ntht ni. M.ltt.r dinaus. um zu öffnen ne ist febr bemeat und läckelt dock dabei: ibr altes Seidenkleid rauscht. als däckte es des länast veraanaenen GlanzeSk .Jawohl, gnädige Frau, hier ist eS !" Mnn hhtn fi im uir,t,n nh N,: , nebmen. 0?3 ist tmt Südsran,Snn. eine etwas aeschwäkioe. aber im Gainen reckt liebenswürdiae und allem Anschein nach nicht geizige Dame. Die erste Aus nähme mißlingt. Na, daS schadet ja nichts, das kann ja vorkommen man sängt noch einmal an. Ohne im min besten die gute Laune zu verlieren, stützt
" ' Hand. Während der Photograph ihre Kleidersalten und Hutbänder ordnet hört man an der Tbür deS Seltenem mers Zischeln und unterdrücktes Lachen dort drängen sich die Kinder um das Schlüsselloch, um zu sehen, wie ihr Va ter seinen Kopf unter das grüne Tuch des Apparates steckt und nun regungslos siebt, wie ein märckenbasteS Tbier mit einem einzigen großen. leuchtendenAuge. O. wenn sie erst einmal arok sind, wol len sie auck sä-nmtlick Vdotoaravben werden. Jetzt wird d:e Platte mit der zweiten rvr r t . (V . l r l usniome im riumpy g?oraazr, ne lu vorlrelflick aelunaen. 3n dielen w?i. ßen und schwarzen Flecken erkennt sich die Dame; sie bestellt e,n Dutzend Ab züge, bezahlt sie im Voraus und geht fort. Sie ist gegangen, die Thür ist hinter ibr inS SckloK aefallen. Es Uht die Freude ! Die Kinder baben sick n den Händen gefaßt und tanzen um den Apparat. Der Vater ist ziemlich erregt von dieser ersten Ausnabme und trocknet sich würdevoll die St.rn ; da der Tag sich schon seinem Ende zuneigt, geht die Mutter auf du Strafe hinunter, um schnell etwas zum Diner zu kau sen denn es soll ein kleines Extra Diner werden, gewissermaßen ein Ein weibungsessen. Dann will sie auch ein großes Contobuch mit grünem Rücken mitbringen, um ordnungsmäßig das Datum der Bestellung, den Nimen der Dame und die empfangene Summe ein zutragen: fünfzehn Franc? ! k? a Ciimm nfit lmnr tiSsTJn Snrrtiif I. .?.twe..r.. ri. . u i uu.uiv uvvi . vvm.vi ourcy ore ANlauze v"n,i.r ,vonVelz Material. Zucker, dem Contobuck, den Sneisen und besonders einer Pastete, l I " ' I " welche die Festgabe bildet, aber waS will das sagen? Wenn man heute, bei Re genwetter und am EinrichtungStage fünf zehn Francs eingenommen hat, wie groß wird dann erst morgen die Einnahme sem. Der Abend vergeht unter aller Hand Gesprächen, in denen die herrlich sten Erwartungen ausgedrückt werden. Man yatt es laum sur mogilcy. oaö ln . ! t r .! ... v-.: (Dx.l.. C.n.t.. einer kleinen auS drei Räumen bestehen den, fünf Etagen hoch gelegenen Wohnung so viele stolze Pläne geschmiedet. solche Lustschlöster erbaut werden kön nen. Am Nächsten Tage war herrliches Wet ter, aber Alemano kam; aucy nicht etn einziger Kunde liefe q blicken. 5 r würde sick darüber auca wundern i :tm siiHmäitälebeii ist Das nun tnmal mebt 1. - '. . : . ..nder?. Bon der Pastete war übrigens ' 1 1 " . . noch ein Stück übrig geblieben, so da& WtP Kinder weniastenS nicbt mit leerem " v!- ' Magen zu Beit gehen brauchten. Auch . . M . e . rr I Ser daraus soigenoe ag oarie rem oee. 8 Resultat : -10 n na man vom Ba ton " - I " vr. ' hrmh slllstl lauimie Uno lDslDir. Nlcnis 7 I ' - . . m. 1 1 . . : . 0 . tt'ule nq ereignen, was ,ur du immi nnn Micktiakeit war. Nur die Dame auS Südfrankreich kam. um ihr Dutzend anci (.:.. .l....tr.H C?m VY0l0klUPUirtt uvzui,vtl... u wuu Udfr nuA Älles. Um kür diesen Tan nur Brod im Hause , zu haben, mußte eine Matratze verkau t werden. Zwei i" . . 0:- r-f-.:.. -t-- vc 3,atf, orer ag üian unK uuu uue Aenderung emireren mou:r. qon mar die Roth aui'S Höchste gestiegen; der - , . mc 1. u 1 i . f UNClliaucqc yoiuaiui 1 guue luuu Sammeticquet verkaukt und er dachte schon daran, auch seinen Apparat zu ' e v :.a.X .:., m.(i3Ct wagten schon gar nicht mehr, den Bal kon ,u betreten. Da plotz'ich. als sie eS gerade am al lerweniasten erwarteten, ertönte am Sonnabend Morgen die Klingel. Eine 1 i"O33itti5-viciruimuii, chic uuuuuuy , . . st - r.frrj.-tk . ! .ni!:(.l! HochzeitSgesellschast war die fünf Etagen I . ... n X. -t. - k. I yerausgelllegen, um ixeg ijoioaiayiicn zu lasten Bräutigam, Braut, Braut iunafer und Zeuge, lauter brave Leute auS dem niederen Bürgerstande, die noch niemals vorher Handschuhe aus ihren Händen gehabt hatten, und sie stch jetzt in ihrem Hochzeitsstaate zur unvergäng . . ' . " m rr lichen Erinnerung avneymen laen wouten. An diesem Tage betrug die Ein r r 1. 1. ' ' fy . a .. V nabme secksunddrelkig Francs und am folgenden gar daS Doppelte. Damit war die reaclreüte T?äligteit eröffnet. die sich nun immer mehr und mehr ent wickelte. mm ' 9 1 u. . Aas il eines ver raueno gramen auS dem kleingewerblichen Leben von Paris. Habe nie Recht, und wenn Du eS j ci mrnreuens egrerungspralioenr.
die Dame noch einmal ihren Ellenbogen 39" m oer ngianoer von oer unaus den T,sch und das Kinn auf die treue seiner Frau, nahm von dem Maler 1 I . w w
oe verlausen unu n 11" iui qam vvra'luMl .'ioioii in nglano n- eine Stelle als Commis anzunebmen; besindet sich ein sehr altes, geschnitztes
die Mutter verzmei eile, nno vle moer Monument, welches emen SÄmied dar
Sine seltsame Nacht
Sehr kostbar war die Rche eine Eng länderS.der einst längere Zeit sich in Pa riS aushielt. Er aalt für einen großen Kirnst und G:mäldekenner. Zu diesem Ruf. kam er ve onoers ourcn oie Akl.'wle er ,11 an w ' - einem Künstler rächte. Er war emer von den bedumenamgen Engländern, die in allen ersttn Hotel Europa'S zu sinken sind, wenn sie, der ÄbwecvSluna valver. man einmal in ' . - . ' . Egyplen, Indien. China oder am Cap der guten Hoffnung reifen. Er reiste stets und zwar immer mit seiner jungen, schönen Frau, die um so reizender, und liebenswürdiger erschien, da sie ihre ju gendliche Heiterkeit, Schönheit und Le benölust neben ihrem . glatten, steifen,' kaltblütigen, trockenen, gemessen vorneh men Gemahl entwickelte. In Rom wurde daS englische Paar mit einem Maler bekannt, der als seh? praktischer Künstler und Kunstkenner be rühmt war, Er erbot sich, dem Paar als Cicerone durch die reichen Künstschätze zu dienen. So verbrachten sie manche Stunden. Tage und Wochen zusammen im Mu s'um des Cipitols, im Vatican, im St. Peters'Dom und in den Umgebungen Roms, wobei sich die versönliche und geistige Ueberlegenheit deS Künfll. über den in - Vornehmheit und Etiket eingestuften Engländer so sehr heraus stellte, daß die Frau desselben unwider slthlich zu ihm hingezogen ward, zumal, da er selbst zu ziehen verstanden haben mag. Erst nach manchen Mouaten über , . . , mij oen Worten : aus Wleoer,eyen. Av schieo, kehrte nach England zurück und lieferte feine Frau höflich und galant in dem H'use ihrer Eltern ab, nachdem er ihr höflich und galant seine von ihm in Italien gemachte Entdeckung mitge theilt hatte. Sosort verreiste er wieder nach Run land, Deutschland, Italien ohne et was Anderes zu besehen, als Gemälde, eimas Anoeres zu lyun, als e mä'de zu kaufen. Nachdem er dieses Geschäft zwei J ihre lanq getrieben, begab er sich wieder mii lrt iitnifi n rtiiV.l. Vi am fti. .m X I fc .m ' " lumu-m nach Rom, suchte den Maler auf und verlangte Genugthuung von ihm. Der Engländer hatte, als der beleidigte Theil, ihn aus Pistolen gefordert. Die yerausoroerung mu?oe angenommen und der Tag und Ort deö Duells fest gesetzt. vM dem er,len Schusse zerschmetterte der Englander semem Gegner dasyand gelenk der rechte Hand, daß diese am putirt werden mußte. Nch dieser Operation erschien der Engländer wieder, ohne sich abweisen zu laen uno ,pracy : Sie denken virlleicht.daß damit meine Rache befriedigt sei. Aber dann unter schöben Sie dre entsetzlichen Qualen, die Sie mir bereitet, sehr. Mein zerstörtes Herzensglück verlangt mehr. Ich habe Sie zu einem Leben ewiger vergeblicher Reue verdammt, zu einem lebendigenTod als Kunstler, zur ewigen Qual über Jh ren ausgelöschten Ruhm.JD. nein ! antwortete der Künstler. der Ruhm meiner Madonna ist in Pe tersburg. meines Luther in Berlin, mei er Flucht nach Egypten in Paris, mei ner Genug", unterbrach ihn der Enalän der, .ich habe bier eine Liste oller Ihrer Gemälden Ist sie vollständig V Ja sagte der Maler nach Ueberbli ckung der L'ste, .selbst bis zu dem letzten Gemälde, das ich kurz vor dem Duell vollendete. So dachte ich selbst. Ick war sehr gewistenbast," antwortete der Engländer. Jyre tÄemaide sind alle mem. Ich habe sie sämmtlich angekauft, um über Ihren Ruhm alZ über mein rechtmäßiges Etgentdum nach Belleben zu verfügen. Es beliebt mir nun, alle Ihre Gemälde sofort w verbrennen, damit leine Svur von ürer Wirk amkert als Künstler übrig bleibe, damit Sie auf ewig auö v.- cn.:c. v. t..:c 1. rn n vtn -t.. v. t. -....i. m' " . 0 jv-ige 011 oeruamren namen a iI j r tv rv r . n. zen oleroen. on qrer unuleryano soll eben so wem übrig bleiben wie von der fleischlichen and. Die ich Ihnen . t , . m . ... . scamelierie, ,0 oag ne ampulirt werden er un,llkr oar ganz vergebens um I jm- rf . m iUmaX CTm am fr! CaUmm fci! "k. '"i ücici IV 1 Ti , , m r m r t I niuM l . Ia iikiSku(!X .f e mj - ' "1 m hatte er die Entdeckung von dem Liebes verbältnik eben jetzt erst gemacht. MsrtfTl IMM 6ititTihti hrnA I ? Tih . ' . eme grotze Urne voll Asche mtt emem kurzen Brief, we'cher meldete, daß die urne uur eniqaiie, was von femen Ge. mslihn uhrin mälden übrig sei. , M Isdtt Chapman. Eine Legend, rsn ft. O, In der Kirche des Stadtchens Swaff. stellt, ihm zur Sette sein Hund und das Handwerkszeug seine? Gewerbes um ihn herum. An dieses Monument knüpft st 01c folgende i&slge : Bor mehr als 200 Jahren lebte ein I . rr . t rr . . . v 1 acroiiiec fcuun uapinan aici im noron chen Theile der Stadt und verdiente sein I r- v 1 t . r. r- rr , - -oroa nirnrncriiaj in jpauuen. K()tini' cken, Schmiede-Arbeit und was sonst in sein Fach schlug. In seinem Gärtchen stand ein großerApfelbaum,destenFrüchte ihm jeden Herbst eine willkommene Ernte lieferten. Meister Chapman war aber nicht recht zufrieden; er hätte denken . . . . . . . sollen : er zufrieden ist reichaber der gute Mann wollte gern wirklich I r .' i. v f vr r r - . xzia) icin, uno oitjcr ounja) ti weoer originell, noch neu. Da geschah eS, daß er eines Morgens zu seine? Frau sagte, er haöe geträumt, eine Stimme riese ihn und sage : John SW rk l f m. yapman, reize nacy onoon, stelle Bich aus die Londoner Brücke und warte, bis Jemand kommt und Dir sagt, wie Du Dem Gluck machen und em reicher Mann werden kannst !" Die Frau lacht ihn auS und schickt ihn an seine Arbeit ; ihm aber geht die Sache sehr im Kopse herum'; und als er in der nächsten Nacht ganz dasselbe noch einmal
I tj-crx . ti. tr . . e . 1 1 ,
träumt, meint er, eS sei doch rathsam
dle Relle zu unternebmen. Träumerei ! Unsinn ! schalt seine Frau, .wirst Dir doch nicht Kosten ma. . w v : . op . r i m I ajen uno 01c wutu veriaumen i Zvom Träumen lst.noch Niemand reich gemorden !" Meister Chapman kämpfte den ganzen Tag mit seinen Gedanken : Soll ich? oder soll ich 'nicht? und als er in der I dritten Nachts denselben Traum wieder ganz deutlich hatte, ließ er sich durch n chtS mehr zurückhalten, nicht durch das Schelten der Frau, noch durch daöLachen und Necken der Nachbarn, steckte ein paar Schillinge ein und machte sich zu Fuk auf den Weg. Bet der groben Entfernung erreichte tt London eist am.dritten Abend und suchte r. j . : u . cv. t . v - . . I liaj eine qerorrgr ur ole ?cacy!. AM I Nächsten Morgen eilte er mit einigen Le (.. o.!ii.f ! v. (v r. . r v - I uciiauiiucui in ozt JLQa)t auf OIC JiOtl doner. Brücke, stand da erwartungsvoll. rechts und links umschauend, von jedem . -w I zoruoergeyenoen ore verzprocuene Aus kunft hoffend, aber Stunde aufStunde verging. Niemand redete ihn an, nichts ereignete sich. endlich schlich er Abends müse und kleinlaut in seine Herberge zu' ruck. Noch etnmal wollte er sein Glück versuchen, allem der zweite Tag verlies genau lo, wie oer erste. Drei Nachte hab' ich's aeträumt. will doch auch drei Tage warten, wer weik V dachte er. Als aber auch der dritteTag erfolglos verlief und die DZmmerung hereinbrach, sagte er zu sich selbst: .Bin doch wohl ein Esel gewesen; meine Giduld und mein Glaube an den Traum sind jetzt zu Ende ! Will morgen heim' kehren und den Spott binnebmen. was kann's helfen l" . Mit diesem Entschluß wendet er sich zum Gehen; da tritt ein Mann an ihn Heran und fragt höflich: .Woraus warten Sie denn hier so lange? Ich habe Sie t j. r - . Ilvon ich gellern veovachtet, und meine Neugier ist rege geworden." J?kt wurde unser Schmied reds lig und erzählte im Weiterschlendern die ganze Geschichte, v 4. 1 . k r 1. wo) uyuc zu zagen, mer er tl uno 2)0 her er komme. Oh l" rief jener auS, .hätt' ich doch nicht gedacht. daß eS solche Narren gäbe ! Mein guter Mann,' gehen Sie ruhig heim und lasten Sie in Zu kunst Träume Träume sein! Ja, wollte ich an solchen Unsinn glauben, so müßte ich jetzt auch an die hundert Meilen weit ins Land lausen, denn mir träumte erst vor wenigen Tagen, ich solle nach einem Ort in Norfolk reisen, 'der Smassham heißt; dort im Norden der Stadt in ei' nem gewissen Garten stunde ein Apfel bäum, unter welchem eine Gelöstste ver graben sei. Ich ließ mich nicht so leicht sangen, wie St?, sondern blieb der mei ner Arbeit. Denken Sie nicht mehr daran ; verdoppln Sie Ihren Fleiß zu Hause, da wlrd schon eine Art Reich thum kommen !" Danke, danke ! sagte der Schmied, will Ihrem Rathe folgen und morgen heimreisen. . tm Wamll rrennien ue n. wit ganze Nacht beschäftigte ihn derGedanke: Das war eS. was ich hören sollte!" und mit WMi l, wua vfctt vuiv miiu ut it TageSgrauen reiste er ab. Am dritten Tag kam er spat und müde zu Yau e a... gab seiner Frau unbestimmten Be k,! itnS rtitSmiifnh ItntmArl nn uii; uiiv uuivviuifciivv itiitwvtttii uiiw ig u Bt. Am nächst. Wra.n qcinz früh fing er an unter seinem Apfel bäume zu graben. Brauchen wir noch zusagen, daß er die K sie fand? Eine alte eiserne, schwere K.ste, bis an den 5ffX m ftlrtTh. ftiK (tlhrtnitnitt WtUllU II UIW UIIV VIIVIIUIi4llVII UV - füllt, Me et rnfitfarn herauSgrub d KAir tirmnfrt Aber die Geschichte' ist noch nicht zu vt. w ? . . 1 lnoe. Aus oem vermlllerien eael eni m . m m m . m. vi-Tf f in lr.ttntirn -Tnltirttt nt r . r. ttti vll'giltl llllllil. Hilf IIUWlJll I Uirnsllt T7 ;m n T rt fi,(nn r Ulll lifVUlt jlivmww. sich, daß eine höhere Knabenschule in der Nähe war, deren Schuler täglich an sei ner Schmiede vorbeigingen. Er stellte alto den Deckel unter allerhand alte Eisen gegen die äußere Mauer und paßte aus. Nichtig, die Jungen entdeckten bald die Jntqritt und vertucyten eme Uebersetzung; sie' verstanden auch hier und da ein Wort, aber zogen immer rtIfnHTnS mihtr nfc KZ Mnrnrtl Ili.r.r k.,m hr makl m.bk aklernt h". Er machte Ernst, er kratz,. Rast . . ' - 0 und Schmutz von den undeutlichenBuch staben fort und überfetzte endlich etwa wie folgt: Wa diese gestanden, Ist eine doppelt so gute vorhanden. aus Englisch : Vlioro tk! stoo!. ihcio ia another twice as geod. Glückselig über diesen VerS ging der Schmied wieder frisch on'S Graben und sand einige Fuß tiefer die zweite Kiste, die doppelt so groß und ebenso gut ge tuul war. Nun war Melüer Chapman einreiche? Mann; und auS Dankbarkeit für die ! r-üjr.i l!.f. g'.uallwe uenoung ltlnrs Vlqill,ats ilkß er den nördlichen Flügel derKirche bauen. Einige saaen. eS war der Thurm, Andre: eine neue Kanzel; was eS auch gewesen rt 1 r- r n 0.lU, oer Vau aus ouen rinrs zvyn Chapman, eine ge chmtzte Abblioung ,n oer öliraze uno ole von enerauvn aui s v r 1: r 1 vscneraiion aufvemayrre egenue in uns vom jetzlgen Prediger worden dort bestätigt Gtisttge Reife unv Größe. In welchem Alter erlangt der Mann seine volle geistigeReife und höchsteVoll kommenheit? Henry R. Elliot versuchte diese Tranen in beantworten : er mnfcrt. itntr h. fh.tnbstn Männern der Wtuith m Namen und stellte fest. in w,lm mur t-h-r Kinttlne die be munderungSwürdigsten GeisteSproducte ... . 0 ? - - r .1 gel eiert bat. durü . welcoe ' er oeruyml würbe. W W V . DaS Durchschnittsalter der 500 be rnfimtn Männer in Nl,ka auk den SS hepunkt ihrer geistigen Größe beträgt 34 ? - . v . . - ,r . Jahr 7 Monat. Die Namen sino oen sckZstlaunaen nsck in MuNker. Künst l,r. Sckrif.siellk?. Staatsmänner. Rei sende, wistenschastliche Größen und Feld Herren gruppier., und der Zeitpunkt, in tTAm hi. fn. Nnllkammknbeit er. langt wird, steigt in der angegebenen Reihenfolge, die .Mnstker gewinne ihreLorbeern am frühest n.die Feldherren am spatesten. Das Alter, ln dem vle 35
Eomponisten von der Welt' anerkannt
wurden, , st 23 Jahr 7 Monat; einige (YSndel, LlS,t, Mozart und Mendel lohn) waren schon in der frühesten Ju . .k ..i . AI i c N i geno oeruymr ; viounoo crji mii 41, Amb. Thomas mit 4S Jahren. Wtt nächstiüngsten in der Reife sind die Künstler ; sie erreichen dieselbe durch schnittlich mit 29 Jahren 6 Monaten, Von den 37 in Betracht gezoaenen er langten 33 ihre Berühmtheit vor dem 35. Jahre. Die Liste der Schriftsteller weist 107 auf, welche in der sogenannten schönen Literatur.ercellttten. 68, welche sich materielle Themata wählten. Die ersteren reisten mit 33 Jahren 6 Monaten (Poeten mit 32 Jahren), während Geschtchtsschrelber, National Ökonomen st mit dem 37. Jahre ihr nt . m cm.iit.. . o . v . i t. 11 . geilliaes uaajiqum vymnuci gaiicn. Die 73 Staatsmänner, welche erwähnt v ... . v v ...X tXltiiix v. rociocn, lomucu uuiuiuuuuiu tun ucui 3 t. Jahre schon berühmt, und nur we nige waren über 35. ehe sie volle Aner . .n;n M 1 n rv . t - rennung sanorn lsmaru aqrr). Eines der merkmürdiglten Beispiele ist Fox. der durch feine Reden die Vewun derung deS Parlaments -gewann, ehe er in Amerika hätte Bürgerreckte erlangen können, ebenso der jüngere Ptt, welcher die Geschicke Englands rn einem Alter leitete, in der die meisten jungen Leute noch auf der Universität sind. Reisende erlangen ihre Neife mit 39, Wissenschaft llche Größen mit 36 Jabren, und die 45 Feldherren waren durchschnittlich erst mit 38 Jabren als solche anerkannt. Im Allgemeinen zeigen diese Wahlen: dab die Wahrscheinlichkeit be sond'rer Auszeichnung sich nach dem 40. Äahre schnell verringert, und unter jenen 500 großen Männern befanden sich so äußerst wenige, die erst mit 45. Jahren berühmt wurden, daß derartige Fälle a!S große Ausnahmen angesehen werden können. Es ist nicht nur merkwürdig.daß Irn n 1 - r jr - . - ;rx. aue großen Scanner lcyon ziorlazen dem 25. und 35. Jahre ihre intellectuel le Höhe erreichten, sondern auch, daß der größte Theil wirklich großer Errungen - t. tL ... : l.il w:.;.. ..l.. oi.l.. - rr nraaiicn inncrymu uicjcc jcyii uj(c vvu bracht wird. DaS ewig Wayre. Von OSear II. König von Schweden und Nolwegkn. Deutsch von milJonS. Sahst du empor von Ostens Purpur' saum In Majestät des Tages Herold schwe' den Aus Strahlenbahnen durch den Welten K - . ' fcrt Sahst du vor femem JlammenbllS daS Leben Erwachen und die lächelnde Natr Voll stillen Dankes, daß die Nacht ver slosten Und FrühlingSkeime aus dem Eise spros sen. Den Blick erhöh'n zum leuchtenden Azu? Wenn auf dem Haupt des Felsens schmilzt derSchnee, 1 x .V Mkf... o- t Wnn j:de Pflanze neuen Trleb gemon. 0:f ms.....,. r, Der Lllle Blumenhauvt sich hebt wC, am 1. 1 c r v v rs " r t r Und .send sich d.e goldnm Fruchte sn v cm ti r- , -t m Dann pmft des Menschen l Seele ihr Ge ... mnnn,n J?" Und seme Wangen netzen Freudenthrä NtN , Y -t . n Pl L. sT W "W r ' m Doch ach, wZ ,st der Erde ffmhl.ngS. ' 3 Wolkennacht ein kurzer Dltsll Sonnen ES gibt ein schöneres L'cht. ein edles I . I sStlu, I fT - , DaS rne vergeht und niemals kann ver glühen. Das alle Nacht, erhellt, mit Gnaden chein Und uns als Stern der Hoffnung soll erglühen : Das ist die Wahrheit, dieser Erde fern; Doch wer sich ihrer Leitung mag der iruuen. Der darf zu ihr als bester Freundin 1 rx .u ... ....... nx k j"" ' uuu yctuuci jiuy uu yui. Zu deuten suche nur ihr Bilderwort Und flieh daS Irrlicht, das dich ln der Wüste Verlocken möcht', wo ohne Vaterhort Schon Mancher schwer den Schritt vom Wege bunte. Wie mühevoll deS Menschen Pfad auch war. Wie arm an ffreude. Ebr' und iedem Lobne. Um deine Stirne doch die Lorbeerkrone, Sie tragt meist Rofenblüthen wunder bar. Und selig dann, wie in der heil'gen ' 0 7 Nacvt. Sieht seinen Leitstern über sich den Na n Der Wanderer, der sein Tagwerk treu I , ' vollbramt Und liebend diente nur d e m e v i a W a d r en ! Wann über Bethlehem auch wird eS hell. ES eint der Riß sich, und die Schleier fallen. Und auö des Tempels Tiefe hörst du schallen: .Sieh, treuer Wanderer, hier der Wahr heit Quell." AusAnlaß deSTodeSRi $d Wagner'S.hat einMusikireund fol sende Daten über das Lebensalter ein! lr Tonkünstler zusammengestellt : Franz ....:i,t. Md.. 1.... nt C -1 iic im vvu 01 ag n. Bellini 33, Mozart 35,MendelfoHn I M . . . Ä . tTk - Barlyoioy ö. 3ticoiai38, i. M. von Weber 39. Herold 41, Schumann 46, Lortzing 47, Donizetti 49, Adam 52, 1 an.i...f r , ca..ic r n rv . . - .- vvrn yaiivy Back 65. Marschner 66, Eonradin ttreu 67. Richard Wagner 69. Fkotow 70. SpontlNi 72, Meyerbeer 72. Gluck 73. Händel 74, Spohr 75, Rossine .7. öavdn 77. Cherubin! 81. Auber 37 Jahre., ! Hüte Dich, auf den Hund zu kom l men, seine Treue könnte Dir lästig er ! den.
DaS Vkävchen.
Ein Mädchen, die stets hochgetragen. Ihr NäSchen, wünschte sich 'nen Mann, Jung, wohlgewachs n. schön, angenehm von Betragen, Nicht eisersüchtig und nicht kalt dies merkt euch an ! Dazu verlangt daS Mädchen dann Noch, daß Geburt er und Vermözen Und Geist, kurz Alles hab'. Doch wo ist das vereint ? DaS Schicksal hat mit ihr eS wirklich gut gemeint: ES kam ein reicher Freiersegen. Doch unsre Schöne sand sie Alle jämmerlich : W8? Ich dies Volk? E' ist wohl nur des Spaßes wegen. Daß man sie vorschlägt ! Fürwahr, sie jammern mich! Seht sie nur an. von welchem Schlage l" Der hat zu wenig Geist und Bildung ohne Frage; Die Nas' ist's, die bei dem noch viel zu wünschen ließ ! Der hatte das. er hatte dies ; Denn stolze Zungen, spitz wie die Na .deln. Finden an Jedem was zu tadeln. Nachdem die Besten ste verscheucht im Uebermuth, Kam an die Reib' daS Mittelgut. Sie spottete : Ich bin doch wahrlich gut von verzen. Sie anzunehmen ! ya ! sie meinen wohl. eS macht Die Ehelosigkeit mir Schmerzen? Gott Lob, mir ist bisber die Nacht Einsam, doch obne Harm, vergangen! Von solchen Regungen wußt' sich die Schöne srei. Das Alter i.aht', und mit den Freiern war's vorbei. Ein Jahr vergeht, auch zwei, in Hangen und in Bangen : Der Gram folgt; täglich mehr suhlt sie. w'k, krub geltlmmr. Der Jugend Lächelreiz, selbst Amor Abschied nimmt. Da sick der Wangen Rosen mindern. Greift sie zu? Schminke; doch auch diese kann'S vtcht hindern, ' Daß sie der Zeit verfällt und ihrem rau hen Bann. Die Trümmer eines Hauses kann Man neu erbau'n ; warum darf diese Hoffnung nrmmer Uns blühn für unsrer Schönheit Trüm mer? Nun führt wohl andreSprach' ihr Stolz; es predigt immer Auf'S Neu' der Svieael ihr: .Nimm schnell Dir einen Mann!" Ein Sehnen eigner Art erfüllt sie dann und wann; Sehnsucht bisweilen ist auch Stolzen sie befchieden. Dies Mädchen wählt man hatt's un glaublich fchier genannt Und fühlt' am Ende sich ganz glücklich und z'?rleden. Daß sie 'nen alten Krüppel sand. EinBeglücker der Mensch heit. Vor der neunten Kammer deö Tri bunalS de la Seine in Paris wurde vor Kurzem ein in seiner Art höchst oriqinel ler Kurpfuscher zu einer Geldstrafe von 25 Francs und einer Freiheitsstrafe von drei Tagen verunheilt. M. Allegre, welcher dem Richter unter Anderm die ernsthaste Mittheilung machte, daß die Welt in ihm eiien Beglücker der leiden den Menschheit, sehen und verehren müsse, hatte die Kurpfuscherei in ungemein schwunghaster Weise betrieben. Er lieb Prospekte aus der Straße vertheilen und kündigte sehe .Ordinationsstunden' all täglich in den gangbaren Zeitungen an. M. Alloqre gebrauchte alle nur erdenklichen Mittel, die Aufmerksamkeit der Pariser auf sein reichhaltiges Lager .ge heimnißvoller, manqnetischer Medika mente- zu lenken. Folgende merkkvür dige Ankündigungen verdienen besondere Erwähnung : 1. Geheimniß der Lang lebigkeit und der Konservirung anim' lischer Substr.zen ; sichere Wirkung b'i Menschen, Thieren, Pflanzen, Prooukten der Landwirtschaft, gewissen Eßwaaren, Malereien, Eisenmaaren :c . 2. Siche res Mittel gegen schlechte verdorbene Lust in Ställen, Parlamenten, Hörsälen :c. 3. Elixir zur Entwicklung der Verstan deökräste, deö Wi.eS, des HumorS. sowie der MuSkelkrast alter Leute, wirkt auch gegen BlähhalS und Buckel in wenigen Minuten. Und diese an Wahnsinn grenzenden blödsinnigen Ankündigungen, welche man in diesem Jahrhundert sür kaum möglich halten sollte, sanden gläu bige Leser ! Mehr sogar : eS bekräftigten einige Leute vor Gericht durch Eide, daß ihnen Allegre'S .wunderbare Dekokte außerordentlich viel genützt hätten! Un ter diesen befand sich ein halbverrückter Blaustrumpf, welcher mit großem Erfol ge mehrere Tiegel '.Dichtersalbe" ge braucht hatte. Mi ßliche? Gewin n. Die Tombola des Verein .Berliner Presto gab jüngst Frau Fortuna Anlaß zu wunderlichen Einfällen. Ein Friseur hatte sich durch seine Kunstfertigkeit den Bei fall einer daS Fest der Preste besuchenden Dame errungen und diese schenkte ihm, als er den Wunsch äußerte, ein L00S der Tombola zu besitzen, eines ihrer Loose. Die Geberin hatte achtzehn Loose bksksten und ging leer aus, der glückliche Friseur gewann aus daS geschenkte L00S jenen Studienkopf Staufer von Berns, den der Portraitmaler vor etwa. ,wei Jahren gleichzeitig mit dem Bildniß Klein's aus gestellt hatte. Als der Friseur die llunde von seinem Gewinn erhielt, strählte er vor Freude; nach einigeu Tagen kam er tiesbetrübt zu der Dame, welche ihm das L00S geschenkt hatte und sagte : .Der Gewinn hat mir wenig Freude gebracht. DaS Bild stellt einen Mann mit kupser rother Nase dar. Nun wollte ich daS Gemälde in unserer guten Stube auf hängen, wo die Photographien unserer Verwandte hängen. Dagegen prolestirte meine Frau, welche mit Reckt be fürchtete, man könne den versoffenen Kerl- sür ein Familienmitglied halten. Ich schlug alle Warnungen in den Wind und hing den Mann milder rothen Nase doch auf. ' Was war die Folge? Alle Bekannten machen sich lustig über meinen alten Onkel".vergedenS suche ich denLeu ten begreiflich zu machen, daß wir keinen Säufer in der Familie haben, der Spott hört nicht auf. Ich muß da? Bild nur rasch zu verkaufen suchen.'
Tenkvürdtakeitn, eine? Wahnflanigcn. ES ist in de? leölen Zeit so oft von
willkürlichen Einsperrungen französischer Bürger in Jrrenai-stallen die Rede ge wefen,- daß man das Jnteree vegrel,!. mit welchem die Pariser Blätter gegen wärtig die Denkwürdigkeiten einer Wahnsinnigen", die von dem Advokaten Le Normal de L'aranneS herausgegeben werden, besprechen. Die Wahnsin nige', Fräulein Hernlie Rony. war im Ansang deS Kaiserreiches eine ziemlich gesuchte Persönlichkeit, welche, selbst vorzügliche Mustkerin, in ihrem übrigens sehr bescheidenen Salon Künstler, Schriftsteller politische Persönlichkeiten und AuSlander von einigem Ruf em pfing. Im Jah-e 1854 wurde sie plötz' lich als verrückt eingesper t. ihre Habe zerstreut un") ihr biöchen Vermögen in Älimentationskosten ausgezebrt. Etwa ein Jahr später stellte man sie as die Straße, weil sie nicht irrsinnig wäre, und nun meldete sie sich bei einem Pariser Polizeicommistar, damit er ihr ein Un terkommen sür die Nacht verschaffte. Als üiejer hörte, woher sie komme, ließ er sie nach Charenton bringen ; von Cbarenton lieserl: man sie an die Sal petriere aus; von hier an eine Anstalt in der Provinz und so ging es sott durch fünfzehn volle Jahre. Bald behaupte ten die Irrenärzte, ste wäre partiell wahnsinnig", bald erhielt sie Zeugnisse, denen zufolge ihr Geist sich des schönsten Glelchgewichls erfreute; manchmal hleß es von Fräulein Rony, sie wäre ein ein gefleischter Teüsej, dann wurde wieder ihre Herzensgüte gerühmt. DaS aber blieb sichimmer gle ch, daß sie jedcSMal, wenn eine Anstalt sie als vollsinnig ver abschiebet hatte, wieder Niemand wußte warum aufgegriffen und in ein anderes Tollhaus gebracht wurde. In den wenigen Wochen, da sie sich der Freiheit erfreute, suchte sie die Zei tungöredactionen aus und erzählte mit allem Schein von Wahrhaftigkeit, sie werde von einer geheimen Macht ver folgt, so daß stch schließlich die Ansicht verbreitete, die Polizei stelle ihr alsMit wisserin von StantSgeheimn,sten nach. In den Irrenhäusern las sie viel und schrien massenhaft über Alles, waS ihr b:i der Leciüre besondere Anregung gab und dabei veifiel sie wohl auch in Musti cismen, welche bei der ersten drsten Ge legenheit gegen sie ausgebeutet wurden, al ob dergleichen nur in Irrenhäusern zu finden wäre. Eines TageS machte sie sich den Spaß, ein paar Aerzte, die über ihren Fall zu einer Berathung zu sammengetreten waren, zu mystisijiren : sie überreichte ihnen ein Blatt Papier, angeblich mit den letzten Versen, die sie gedichtet hatte. Die Herren lasen und kamen übercin, Hersilie Roriy müste ganz übergeschnappt sein, denn so jämmerli ch s Zeug könne kein Mensch mit gesun den Sinnen schreiben. Da lachte ihnen die Patientin inö Gesicht und erklärte, sie hätte sich den Zeitvertreib gegönnt, die schlechlesten Verse des göttlichenCorneille zusammenzustellen. DaS Mär tyrerthum der Unglücklichen dauerte bis 1869. Seitdem lebte sie !n der Provinz bei einer befreundeten Familie und starb vor zwei Jahren. Der Herausgeber ih rer Denkwürdigkeiten ist der Advocat, welcher für sie gekämpft hatte, bis es ihm gelang, sie endgiltig aus den Händen der Irrenärzte zu befreien. Gegenwärtig ist in Südfrankreich bei den Gerichten eine Untersuchung im Gang, die sich um einen ähnlichen Fall drebt : ern gewisser Mi stral, der schon fünfzig Jahre eingesperrt und vielfacher Millionär ist, wird auf das Drängen von Seitenverwandten in einer Irrenanstalt behalten, während Aerzte und Rechtsgelehrte sich bemühen, dem Greise zu dem Genuß seiner bürger lichen Rechte zu verhelfen. Zum Bogelschutz. Ali Srzlhlung dei lern deutschen RtiHitZge rollte gknden S1tzentk1e4. Laßt die kleinen Vögel singen Und sich froh zum Hlmmel schwingen. Laßt sie Nester bau'n und brüten. Doch vertreibt sie von den Hüten ! Schwer bestraft den Vogelfänger, Der unS raubt die kleinen Sänger; Wer mit Ruthen sie und Netzen Fängt, verfalle den Gesetzen! Wer den Sängern schafft Bedrängniß, Fort mit ihm in daS Gefängniß! Alles Andre wird nichts nützen Strenge? Richter, laß ihn sitzen! Doch was soll man Denen sagen. Die aus Hüten Vögel traqen. Die, zu Lttb' der argen Mode, Schuldig sind an ihrem Tode? Was soll mit der Maid geschehen. Die mit Vogelhut wir sehen. Die. um thöricht sich zu schmücken. Uns zerstört das LenzEnlzücken ? Gegen die verkehrte S'tte Hilst nicht Mahnung oder Bitte. AlleS Andre kann Nichts r.ützen Deutfcher Jüngling, laß sie sitzen! Vor Yen AaschlagSsünlcn. Dresstrte Löwen zeigt man hier, Dressirte Schlangen dort, Dressirte Hunde finden wir An einem dritten Ort. Dressirte Pserde anerkennt Das Publikum bei Renz Und zu dressirten Ochsen rennt Berlins Intelligenz. Man liest cö staunenden Gesichts Und seufzt mit Goethe nur: Von einem Geiste seh' ich Nichts Und Alles ist. . . .Drestur !" (Ulk.) Erwecktes I nteresie. Herr: '.Mein gnädiges Fräulein. Sie baden e ne überraschende Aebnkichkeit mit einer Dame meiner Bekanntschast. Fräulein : .DaS interestict mich we nig !" Herr : Es ist auch ein auffal lend hübsches Mädchen!' Fiäuleiu (schnell): Wer ist die unge Dame V
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