Indiana Tribüne, Volume 6, Number 186, Indianapolis, Marion County, 25 March 1883 — Page 3
Da? nngläubigeGelSchler verstummt als Linder eintrat und Senftel'S Angade auf dessen Befragen sofort bestätigte. Gottliedchen sagte neuen Muth, als ihm Lindner mit denilugen zuwinkte, u. beide waren bestrebt, die Unterhaltung etwas in andere Bahnen zu lenken, allein um sonst. Gottliedchen war st v der Schwii rigkeit der Lage wohl bewußt: wie sollte man unter den Augen des Gefurchtsten, der jedenfalls die Tafelrunde aufmerksam beobachtete, die Andern von dessen Anwesenheit in Kenntniß setzen? In diesem Augenblick trat Herr Keip mit einem Bogen Papier in der Hand in'3 Zimmer und bat um Gehör. .Meine Herren sagte er, morgen Abend findet ein einfaches Abendessen bei mir statt. das G.'deck zu 1 M. 50. Darf ich umJhre Unterschriften bitten ? Er qad dieListtLmdner. der sie flüchtig betrachtete iiüb sie mit den Worten : .Bravo Keip, alter Zchwerenölher !" seinem Nachbar gab. In der Llste aber fiand: 0! ! Silentium ! ! In der Ecke dort hinten sitzt GoltliebFenftel's Alter. Ruhig weiler gekneipt und gelärmt, damit er nicht kopfscheu wird. Alles Wei tere hat Lindner übernommen."' Nachdem die L'ste gekreist hatte, begann eine ftroas künstliche Heilerkeit in der Gesellschaft zu walten. Bravo Keip! Famose Idee mit dem Essen! Aeizendkr Kerl dieser Kip. Prost.Gott liedchen!- klang es durcheinander. Plötz !ich aber schlug Lindner, der inzwischen das mitgebrachte Buch vor sich hingelegt hatte, mit dem Hausschlüssel an's Glas, vorauf Todesst.lle dem Lärm Platz machte. .Gelieb'e Comilitonen," begann er mit äußerst feierlii er Stimme, genug der Lust und des Lachens ! Als Vorsitzender unseres Vereins zum Austausch der Wissenschaft eröffne ich hiermit den ossittellen Theil des Abends. Ihr wißt Alle, daß unser lieber Bruder Gottlieb Senstel uns für den heutigen Abend die Fortsetzuug seines Vortrage? über die Philosophie der Alten versprochen hat Ihr werdet ebenso betrübt sein wie ich. wenn Ihr hört, daß die Fülle sonstiger Arbeit unseren Freund verhindert, sein Versprechen einzulösen. Wir bedaueren dies umsomehr, als wir Alle mit gröfc tem Interesse dem ersten Theil seines Vortrages üderPhilosopdie gefolgt sind. Neckt ihn immerhin mit seiner Liebe zur Philosophie oder zur Sophie, wie ihr die Königin der Wissenschaften scherzhaft
n,ns, ton sind stolz auf unseren Gott lieb Hier konnte einer der Füchse das La chen nicht mehr halten, weshalb ihnLind er nach einigen Bemerkungen über Mangel an sittlichem Ernst in die Kanne steigen ließ. Viuüittm Lindner dem verblüfft da sitzenden Sensle! dieHand gedrückt hatte, fuhr er fort: .Da nun der heutige Abend nicht verloren gehen soll, mag uns unser Freund Schmidt, der wegen seiner geringen Semesterzahl dock noch leinen selbstständigen Vortrag halten kann, aus diesem Buche, das ich zu die sem Zwecke mitgebracht habe, ein sehr interessantes Capitel vorlesen. Es handelt über Guano als Dünger. Merkt auf. liebe Eommiiitonen, und beherzigt unser Motto : .Austausch der Wisienschast ist Verhütung der Einseitigkeit!Nach dieser glänzenden Rede stäille sich der Herr Präsident durch einen tiefen 3n9; Schmidt begann zu lesen und alle hörten andächtig zu. Noch war keine Seite gelesen, als ein lauUS . Kiltkn Abend. Äottlieb !" die Lectüre unterbrach, .Hurrah. mein Vater." rief Gottlieb nd nel dem Alten, der stA unbemerkt.) wie er glaubte, genähert hatte, um den I"" ' , Hals. Allgemeines Erstaunen, große Vorz ftellung, lauter Jubel! Seldstoerständ' lich wurde der ossicielle Abend zu Ehren des Gastes vertagt. Lange noch kneipte der alle Herr, völlig über sein Gottlieb chen beruhigt, mit den verschmitzten Mu sensöhnen. Beinahe wäre indeffen der ganze Schwindel entdeckt worden. Die angebliche L'ste lag noch aus dem Tisch und Valer Sensle! griff darnach : Das ist ja wohl die Liste zum Abendeffen," sagte er. Allein der gewandte Jntrlguant Lin der wandte ds drohende Verderben ab. SU dürsen sich nicht einzeichnen," rief er und nahm den Bogen weg, JbaS wäre noch schöner; Sie sind morgen Abend der Gast unsres Verein?. Nicht wahr. Commilitonen !" Jadeinv st mmten diese bei. Und so ward das imaginäre Nachteffen am an dern Tage zur Wirklichkeit, und Senstel sevior war dabei und brachte ein zün dendes Hoch aus den Verein zum AuS tausch der Wisienschaft. Uebrigens ist von weiteren ossiciellen Abenden dieses Vereins bis jetzt richts bekanntgeworden. Dr.Sc. Wie der MatlicmalikuS Dr. Wintt seine Geliebte Annalist von ' Dreieck besingt. Seit ich plötzlich bin geworden So platonischer Natur, Treib' ich selbst die Analyse An der Annallje nur. Gleiche Schenkel, gleiche Seiten, Gleiche Wurzeln in dem Mund ; Und wie kann das Aug' sich weiden An den Linus voll und rund ! . Ruh'n an ihrem makellosen Sirnis, welch' ein Hochgenuß ; Welche Lust mit ihr zu kosen AlZ ihr wahrer cosiriiis ! Ihre Tante, Frau von Kegel, redt ihr 5 ,000 mit. Diese Ausnahm' von der Regel Ist fürwahr ein Igelschnitt. AuS einem Solleg über Mechanik. Die eben gemachten AuSfüh rungen beweisen Ihnen, meine Herren, wie irrationell die Construction unserer. heinahe nie fest stehenden vierbeinigen Möbel ist. Ein Tisch, ein Stuhl u.s.w. steht fast immer nur aus drei Beinen und oaS vierte in der Lust ; daS vierte Bein ist so recht eigentlich daS fünfte Rad am
ZwogkN.-
Mchald Wagner und die ZZustK. Die Instrumentalmusik kann alles Unsagbare unzweideutig ausdrücken; sie ist die Allkünderin des Weltinhalts. Etwa in diesem Satze sehen wir die musikalisch-romantische Grundanschau ung Waqners zusammengefaßt. Und haltlos flulhete feine Phantasie wei ter. Als SonderkuNst hat die Jnstrumen. talmusik sich mit Beethoven ausgegeben. Kann darüber Zweifel herrschen nach Beethoven'ö neunter Symphonie ? Er heben wir die Instrumentalmusik, diese Allkünderin des Weltinhalts, nun zur Hauptmacht des gesungenen Bühnenwerks, und wir werden erhalten, waS wir noch nicht besitzen : das Drama. Ganz so allgemein hingestellt offen k'ari sich der Kern deS gesammten In LaltS von Wagner's Schriften. Die Summe seines KunstDenkcnS ist nichts als eine vieltausendfältige Wahrheit und Buntheit jener einzigen Idee deren Haltlosigkeit alS allgemeiner Satz nicht nachgewiesen zu werden braucht. Denn, so aufrichtig Wagner selbst an die allge meine Wahrheit seiner Ideen glaubte: er hat sie doch nur als Musiker und zwar vom musikalisch-romantischen Standpunkte auö empfunden. Die Ver wechselung zwischen eigenem Meinen und allgemeinen Gelten ist eben eines der charakteristischen Merkmale des musikallscheu Romantikers und namentlich Richard Wagner'S. Den dringlich sten Beweis dasür, daß Wagner jene Idee musikalisch romanlisch empfand u. nicht kunst'philosopblsch erkannte, sinden wir in der völlig einseitiq. musikalischen Verwerlhbarkeit der Stoff ',welche er aufsuchte, um das Drama" zu verwirkli chen. Nie ist ihm auch theoretisch ein Stoff degehrenswerlh erschienen, welche? an sich dem allgemeinen Mensch lichleilsbemußtsein licht und schlicht als Dcama aufgegangen wäre. Vielmehr entsprach es ganz seinem musikalisck-ro mantischen Glauben, Stoffe zu wählen, in denen manch' .Unsagbare (und Un gesagtes) dem vermeintlichen AUkün dungsv ratögen der Musik überlüffen werden mußte. Uno wenn er auS dem Wolfram von Eschenbach seinen .Lohen grin" und seinen 'Parsifal" zog und aus dem Gottfried von Straßburg seinen .Tristan-. so konnte das keinesfalls deshalb geschehen sein, weil er etwa in jenen mittelalterlichen Qpm den Urgründ des .Dramas" erkannte. Denn Niemand wohl hat über die Poesie des Mittelalters absprechender geurtheilt als Richard Wagner; er hat sie in seiner unvergleichlich irrgängiaen Polemik ge gen das Clristenlhum aller Jahrhunderte (.Kunst und Revolution") einfach alS total verlogen und urkrank gebrand markt. ES ist auch natürlich keineswegs die Fülle ihrer Widersprüche, noch ist es ihre bald dunkle Sprache, noch ihr ost uner
hört persönlich gehässiger Ton, was die Wagnerischen Schriften besonders werth voll machen könnte. Sie sind uns viel mehr insofern überaus nützlich geworden, wcil sie fast allenthalben die einzige ohne Widerspruch herausleuchtende Belehrung darbieten, da das Drama des Wag ner'schen Traumes, wenn auch gegen sei ne eigene Ansicht und Absicht, sich schließ lich entpuppt als ein prächtiges Wunden schloß für jede Geburtseiner musikalisch romantischen Phantasie. Es war Waaner'S besonderer Vor theil, daß er zur Errichtung dieser Echlöjler seme eigene Hand ohne frem. de Hilfe zu gebraucden wußte. Kem m ,n V- It ... auninue ionu roiuoc ivm zu uni gearbeitet haben, nicht allein deshalb, weil Keiner es mit ihm in der natürlichen Theatergewandtheit halte aufnehmen können, sondern vlelmer noch, weil vht mand im Stande gewesen wäre. Wag nerS JdealStofZe und JdealMenschen als dlejentgen Un'.versal-Typen zu tz kennen, die Wagner aus seiner musika tischen Phantasie heraus darin erkannt und heilig hielt. Eine Gemeinschaft zwischen irgend einem Textbuchdichter und Richard Wagner hätte gleich An ZangS zu undurchdringlichen Mikver ständnisien und später zur fruchtlosen Aufreibung beider jähren müsien. Man stelle sich vor, von wie vielen Seiten Wagner die ungezügelt lohenden Jlam C & cv . r m men reines Pyanraue'uilans immer wieder anfachen litß, welche Lavaströme und Heißglühbildnngen darin ausstieaen und daraus entstiömlen, allein durch die glückliche Neigung z der mikvertian cer.e.1 Philosopdie Schopenhauers, man denke, weiche Welt Wagner im Nibr lungenringe" (um vom Parsisal" zu lchweigen) als einen Spiegel der wak ren Welt vor den Augen unserer Zeit auspflanzte man fasse dies zusammen. und man wird erkennen k diese Phantasie brannte so völlig ihr eigenes Feuer. rührte sich von so ganz weltfremder Nahrung und hämmerte zugleich mW so dämonischer Gewalt, daß ihr die Nalur weniger Gnade als Gerechtigkeit wider. fahren ließ, wenn sie ihr eine zeugende ifrast kelesellte, welche den Mann abhängig macht van fremder SchaffensHilfe. Jede geringere Kraft als die ei nerS Giganten wäre nicht allein verzehrt worden von oem Lieber dieser Phanta r . . lie, niwr nur auigerltven woroen im hemmenden Bündniß mit Mitarbeitern, londern vor Allem wäre sie erschlafft an der Unsruchloarkelt der Idee vom tönenden Drama.' Wenn Wagner dieser nn versöhnlichen inneren Feindin seines Schaffens nicht erlegen ist. wenn seine rost lyr zum Trotze GewalttgeS voll. bracht: waS wunoern wir uns dann. dök er die heftigem aukere Fände sei' neS Schaffens zu besiegen, die Energie und die Ausoauer fand. Was wundern mir uns dann, daö er sich zum starken Herrn machen konnte über die Mitarbei ter, deren er beduifte, um seine Werke aufzuführen : zum Herrn nämlich über die bisher herrischen und verwöhnten Sänger! Was wundern wir uns dann. daß er ein Werbeheer von Zutrauen zu ersüllen wußte mit einem Opfermuth, einer Thatensreude. einer Begeisterung und endlich einem Fanatismus ganz oh ne Gleichen in der Geschichte aller Kunst! DaS war ein Großer: Wie de? unabsichtliche musikalisch-ro man tische Egoismus der Wagner'schen
Idee vom Drama auS der Wahl seiner
Stoffe zu erkennen ist. so . wird die Haltlosigkeit der Idee durch die We unoeu von aaner' !lt von Wagner'S Werken selbst bekundet. Diese Werke sind eben nicht Dramen, sondern Opern, allerdings ganz neuartige und oft hinreißend wirk same, aber doch Opern mlt allen unüber wmdltchen Sckwäcken ibreSGeschlechts. Und als die besten davon gelten nur je ne, welche vor 1849 entstanden sind, al' so ehe Wagner verbannt und verbit tert, empört und gequält, enttäuscht und verläumdet seine schriftliche Weltzer Drama. A!ö eine Art spottender Nach' that folgte auf diese Zertrümmerung später jenes Unicum unter den Wagner' schen Werken, eine Oper mit einfachen Menschenkindern bevölkert: .Die Mei stersinaer- herrlich und üvvia in der musikalischen Erfindung, anheimelnd im Stoff, aber wobl ewia verbindert wabr haft volkstümlich zu werden, weil der Abstand zwischen dem leichten Ton der morhat er sein Lebta'a keine Zübluna gesunden! Gar Manche leaen einen bo - - V t gen cctni auj oitt yaljame, UN0 NlCgi zu Wagners Gunsten. CTl . ! ff v! r t. Y . . i r . r . . r , v , , I 'jizin, uueroingz, ieln Kiemen! war das hochgespannte Pathos, ohne welches wir uns kein Geschöpf seiner Vbantasie denken tonnen, und welckes im Loben ' grin- nach meiner Ansicht eir.e völlig ideale Verwirklichung erfahren hat. Wie denn alles in dieser Offenbarung Lo ... . . . " . kenarm' aenannt. mir das Boll'om menste bedeutet, was Wagner geschaffen und n,as auf dem Gebiete der Qver in un serem 5i lbrbundert bernaraebrackt .. .w, . . . . , wo oen III ! Lelm dedres Äkak ! Welch' edle Leidensckastlickkeit ! Welme Uebereinstimmuna ,wiickea Krundton des Gesichts und ffarbe der Musik ! Welch' reiche GegknätzlichZeit im Rhhth raus, meläze breite MeioZik. welcke Ge - '. ' ' ' . I drunaenheit des scenischen Ausbaus ! . " . .J 1 I Wie lchwach erweiien sich daaeaen alle noch so berechtigtcn kritisch: Bemängelurigen der Behandlung des Fcagever bots ! Vie einlchneldende W.rkung dkr Elsa-Frage leuchtet mir ein und wirkt unmittelbar aus .mich als Berlrauensbruch von Seiten der Elsa, milhin als ihre tragische Schuld. DaS, was Lo hengrin von ihr erbeten: Liebe nur um seinetwillen ohne Nckjicht auf semen Namen, seine Art und Herkunst da eben in Elsa trotz ihres Schwures doch nicht sahig, ihm zu gewahren. Was nun kümmern w:r unS vor tolcher Wirkung um die vielleicht unbewiesene Be recdtlgung LohengrinS zum Fragever bot 4 Wer dem Srnfinter tim& inlrnn Werkes nicht zu folgen vermag an den Heerd seiner Phantasie, um von deS Schöpfers Prämiffe auS daS ganze ur theilsooll aus sich wirken zu laffen, der mein fbenfnrnnhl in htcftsll-nfcslin npfifn 11m 03, , ... ,.,,, r 1' f- " -7-..-- ' Armer .Lobenarin" Durchaus wollen wv... j sie Dich Hinter das nachgeborene Dra ma" stellen! Aber Tiy wird es mit seinen unersättlichen Polypenarmen nicht erreichen können : Wenn zu Wir wird das Ävll stehen: und nun an oer uno ner Wagner v er- v v . cm i.izenvramij,e zurua zu oielem.rama", m . m .. & .. besten Idee, wie oben bemerkt, auSWag ner's eigenen Werken als haltlos erkannt weroen rnn. Ich gehöre keineswegs zu Denen, welche die Oper als ein bedenkliches llynennua lajan oevioegen ange,eyen roi en roouen, roeii oas eoen mir Aber sie kann sich auch ausschwingen bis im v ülu ijHii vtuujc, u m mm ZL m mm A m Waa Hai am Apw kii jt m T m vaK wlr'ö alS völl'g wahr empnnden, . a V ..X. H - 1. v-ot. . , roenn uns ourlq ,ir rnir vesemuilzs, oes vaios. uiz ;ciuciiiyui zum jqt gesuhrt werden. Wle gesungene Rede Pa. - O a - A m - A -. ff Ä - . luiücu zu Dtunen unu innern zu ver edeln, ist ja eine der fruchtbarsten Unler veln. iit ta eine ver trum var len lln er. .. Wagnei'S gewesen. Von einen Göttern. Riesen, Zwergen und ne f unterschdunairelche Dectamatlon m den Mund zu legen, ohne ihm Gesangs tntHiiftt.n iittii ml(i.M t irfl.nini wtw"ö1"1" jujumMi, iw ituuitt man ob dieser ungeanhntenEntwickelung der musikalisch. dramatischen Sprachweite. ' Uno welmen lsivlel bat ne naÄ- ' C X. -- v . - CT ? - W r. er nom erliommen in oer ajarue vkS Gurnemanz im .Parsifal? Nicht also die gesungene Rede an sich macht die Gattung der Oper zu einer bedenklichen Kunstgattung. DieS voll , . .-1 ' ' W k - , .-. oringi cii, was in oer jper ais unzer trennlich ailk von der aesunaenen Rede : Das Orchester nämlich. Die Theorie muß wirklich sagen wenn eö denkbar " " wäre, ein Theaterstück obne OrSesierbealeitung singen zu lasten also etwa eine A caüella Over Zlu schaffen so erbielt man ein Theaterstück Mit Musik, welches ein Kunstwerk sein könnte ! Wie ia der . ' . ' A car)6ll5i.-Gcsang alS die reinste Gat ,ung von Vocal.Musik mit recht geschätzt . t: er n j. . A s wird. Die Vrcr S wird sich vermuth, lich me dazu entzchlttßen, m der Oper au deßhalb von Kunstwerk D ideale aroken Wertb sie aucb den Wirkunaen deS Orchester und mithin seiner Bew m . . . ? CT . a L yanolUNg ccimcc oen yauproccenr m m m druckZmittel aber war ihm sein Orchester. Und bier komme ich dazu, auszuführen, warum das Orchester die Gattung der Overn bindert, eine edle Kunstaattuna zu erden. DaS gesungene Wort allein bleibt concrete Sprache, ane überaus schwungvolle, ioealistrte wohl, aber doch
rrummerung vollzog, um an vkN Piag zcugi uocc eine rouuia)?. tqmu a) oin vier iiiazi aucin cinc .oqrer, der .bestehenden Verhältnisse", oder me zung zum Zwecke eines wirklichen einigen sondern auch die Frau deSHauseS. nigstenS trotz derselben, sein Ich auszu Ausdrucks ist einfach unmöglich. Die Nun ja, gut, aber sei so freundttch und richten und seine Kunstästbetik und sein Instrumentalmusik und vier sieben lass' es aus ein anderes Mal. Ich bin
Handlung und der schweren Massivität Poejle; leine von beiden kann sich frei laazeln. der Musik am groß ist! 5ier war doch erheben; und aus einem Bündniffe von Ich danke Dir.Püpvchen,
nicht Waaner's Element! Mit dem Su Dienern wird nie eine Herrschaft. Wird gütig, in der That. Aber
sng.n.n Worten .unna.ürlich- ... Die s,ch Wt Zonali.S, in der P. XffiCm S'Wug'N' R.d. ann un,üstl.sch wer- ,ittt alS)m , ,55,. Die,. Att n " " .m ift, den, und ste wird uidermärlig wirken. Wi.kungen Ha. Wa,nr bis um Lohen. 'A" "ki hie ft,? mo ste sich rücksichislos zeig, gegen den grin noch Haushälterisch a Koalraste i'bn Ku,,e. d:e Herr Eduard sich auch Sinn der Worte s.i'Z in der g.Ichloss. elen lag??. ,s w Ue s. auck vor- W,?..''? nen 5 edkrm. fet'S im ree , renken Il.re.-.. n.:f. CTs:in. i.;n...- sie ,YN lN'S LpelsettMMer UNS WaS le
f oas rmeuer zu verzimien uno oern oen türm oer Zellen irosen ilmmenv zu.ovvln uuv ituummic.
wird nach lauteren Begriffen werden? Aha, ich Hab's errathen ! rief ver Ehef . . . 1 1 . I I . .-v . , . r
der Kunst die Oper Niemals em Erwägt man. daß sich erfahrungSma lovtol. via, was vor oenn für An
im höchsten Sinne werden, ßig nichts rascher abnützt, a's eine Oper, stand? So yelrathen Sie doch Ihre Er.
sizenige Oper aber wird sich dem erwägt man dazu, daß die nervenangrei wählte, ehe Se abreisen! Gehen Sie. .
am meinen nabern. weiche wie sende Wirkuna des Waaner'lchen Orche Ja, lcu moqle woyl, aoer melne
legt aus dlc gesungene Nebe, ruf den chen. Alles wird wohl davon abhängen, oy, oas muy ,iq 00 auf vle,e vivoll geordneten, von Zeder chaotischen wie früh oder wie svät ein neuer Meister oder jene Weise arrangiren lassen. Darf
Putzsucht befreiten Gesanq. Wagner in die Arena tritt. ich vwllncht den Namen erfahren ? Kcn. nun bat, wie gezeigt, den Gesang gewiß Aber nicht vergehen können Wagner'S ne ich ihre Familie ? - nickt vernackilSlnat. DaS SauvtauS Werke als Meilensteine der Geschichte. Ich ich fürchte,, eS wird nicht an.
, , w w w - M . mm- - - - w - " ' " w w m-w-- - - .
eine concrete, emde ttge, in welcher die
Gtsangsmelodie trotz all . ihres lebenden oder abschwächenden Einflusses wirklich emgefchmolzen sem kann. Wlrd nun sckon freilich auch hier die Wirkung der Melodie zuweilen als selbflständigeMusik hervortreten und dieWirkung deSWortes aufheben, so scheidet sich die Wirkung deS Orchesters von derienigen des aesunaenen Wortes thatsächlich ganz ab als So derkunstExistenz. Eine geniale Hand führt daS Orchester so, daß die Abschei dung uns rnemalS wehe,thut und mög lichst oft ideale Erhebungen in unö er wir wieder vor dem entscheidenden Irr thum des musikalischen Romantikers ist kein AuSdruckZmittel; sie sagt uiS nicht EtwaS, sondern sie ist uns Etwa?. le rann nur herrschen, und zwar wlll sie Kraft ihres Wesens nur allein Herr schen. Wer sie zum Drenen zwingt, der muß sie erst schwächen waS wirklich in der C ptz zu geschehen bat. In ihr muß oic yjcuni Jugejlanonijje machen und die dem Orchester aber in der Oper dennoch . . . . . . I die ooerne Stellung anaewiesen so .iC.t m. V ! . CN : . ' 4 . . I cuic(üi utun uuivet nur immer idcucc von dem Grundwesen des Dramas, in M.f Vam iMiM!V..i!A. . ü i (. X . ivc,ruz uujiuciucuugc wvrüiqe Ausdruck des Gedankens den Reigen führen muß,während das Orchester oder - . m m yerrllq iu unierer toaenannten Em psindungswelt bemächtigt. Je mehr .Unsagbares- Wagner nun durch das Orchester uns sagen" will, desto weni r. . w rv-l er ,aai er uns, rnoem er un ere nerven desto mehr unte,jocht. Die Natur der Tinge ändert sich eben auch nicht einem Revolutionär zu Liebe. Zum Sprechen r:x v. r.x.n.. . s. . . m . I lupi at vuv sunucncr roeoer von er !ioz noch von Wagner bringen. Dos Wagner'iche .Drama" ist also nichts als -s v w -n w I jp. una oc 2 per wlro ein öcunu werk im döchsten Sinne nie werden. Da höchst: dramatische Kunstwerk wird immer die recitirte Tragööie, daö höchste ?;? jf. . . n munlatliaie scnnzirocrl Miro immer Sie Symphonie bleiben Das Leitmotlvweten, zu welchem Wagner von der Betrachturg t'der au ten älteren Oper angeregt worden sein mun und welches er bis Zum .Lobenarin ideal entwickelt hat, ist natürlich in sei ner Uebertreibung eine unmittelbare Folge der Theorie von der Orchester herrschast im Drama. Wer viel .redet". wird sich ost wiederholen. Uebrigens hat das Leitmotiv sein ausgebildetes Muster schon in den .zur Charakterisi rung emes Helden" bestimmten Lelttbe men des Berlioz; siehe Svinplurnw ikäQw8tiiuo'. .Harold"-Symphonie iinn nuhttr Sstanner slll'rhinn mnn dieserEi z?lheit viel rationeller zuWe.ke. alS Beriioz, indcnerds Leitmotiv (ursvrüng ich meni stens) zutrst aus de stimmie Woi,e nog-n ließ, sodaß, we n e in hr(rlhrit sWr fnnr nnrn n(fs I ! " r " ir 7,'4,r N-Z r,tn;lt rnirh in Ti. 1 ! m M . if tvi.v, iwf ik( böckens absichtlich verkennbare Andeu tun und Hiermit zuweilen eine überaus poellse Wirkung entsteht. Dle Ueder lreibung, nicht daZ Prinzip, hat Wag ners Leitmotlvsystem verdorben. Von Berlin' Qrchestersgdruna bat i " Waoner ouck onst v el trucktbare Anre o " j l" 1 r gunaen aeoaen. namentlich was die Kruvviruna der Sireim- und 5ol,blaS instiumenle anlangt. Freilich All.-s aus I s; ,k?,in (finililnnin n imntn de Wkise. NSllia sein eiaen ist di au weilen im höchsten Maße kunstfertig her gestellte Vernichtung unsererTonalitäts ff I icke knnilleriltke Dienste leift Sväter in er immer kreiaebiaer mit die tm Rautcktrunr aeworcen immer freiaebiaer. und a es sich um die Be I' s ' .' . . . Handlung menschlicher Llebeslkidenschast handelt, erhallen wir die M'zkmal'Do sig. Da bleibt Wagner freilich auch im I cm n r cn- u.rx,. wer Meister unserer Nerven, welche un. ... Strommaffe' ' umtosen Tome.e udtn und nttern und beben, um sich nker ;unar aber welck Ncrincke 5 diese macktiae Ersckei nung mit zusammenzusaffen. so erblicke I r m . m w ! CWl.. lg m yttajaro vagner oenicnigen ujiu siker, welchem eö beschieden war, rück sichtslos ausiudecken die Macht der Mu n.i ihr. fftHn snd?rn HUklll MUI IUI v , I ' ' ' v ' . uck n hrn Ylkiründen. tterrlun ist eine Musik, nelcbe mir Trauer einflökt über den Tstd des jungen Siegsciedhel. den. herrlich eine Musik, welche mich er hebt zum Mitempsi den der reinen Liebe I r.f ' c tt' . B l!. Cm - J. i oer zia aver rateaiiaj in oic a;iatj einer Musik, welche meinen Kovk unter - - - - . jochen und meine Augen blenden kann, daß ich nicht ausschreie vor Zorn und Ekel beim milden Ebebundschluö des .urmenschlichen- Geschwisterpaares. Von bier aus aibt e kür die Musik keinen an I - deren Weg, als den Rückw'g, wenn fle alS Kunsi karlsckreiten will. Da sie Alles vermag, ist ja nun bewiesen. Es wird aus der Kunstgeschichte nicht ausgelöscht werden. Wie lange wohl Wagnerischen NerS sieb verbältnikmakia rasü abnützen muß. so zaudert man. auch nur die Ver I aC m . tt... fw. I mulyung einer zermnryung uuszuiprr I - 0 mt Und bestehen muk sein alorreicher Ein' fluk auf die ernstere Erfassung unseres ganzen OpernwtsenS. Und bestehen ! wird sein Andenken leuchtend und lehr. reich als daS eines Künstlers, dem seiue Kunst das Höchste war auf Ecoen. M a r G 0 l d st e i n.
- . " . m s m i ; : . z m m. : rr. -: - u m.
fle I nihttuSitMA Mfj4t S ftt m.itislf I
nw 1 111 11 11 11 ki 11 11 11 111 nur 11 im 1 R, liiuiniiii. 1 m mm. w
MIM m v mm , ? u W aA.L.n muA - x M .
die
Auf sewen Räty. (Hu,reLke von Maxi Tisch er.;
Ach, Du lieber Papa ! Hum, hum. WaS willst Du. Pupp chen. Ich hab' memen Kopf voll. Gar ntchtS wm rch. Aber wenn Du den ganzen Tag m der Stadt im Ge schäft bist und dann Abends nach Hause kommst, soll ich mich nicht einmal freuen, daß du da bist? Geh du garstigerPava! vkun gerade nehme lch , Dich noch einmal beim Kopfe! DaS ist'mein Recht, denn sehr beschäftigt und habe meine Schwie rigkeiten. Ach Du armer Papa! Wenn ich ein Mann wäre, könnte ich Dir helfen, die yalfte von allen VelchaltSsorgen-von Deinen Schultern nehmen. Sag', kann ich drch nicht wenigstens em bischen trö sten? Der alte Groß.Kaufmann mußte.trotz a ,emes mnlles, uver Dies Anervlklen Du bist sehr waS gibt'S da zu trösten? Soeben habe ich aus Ja v - . . . maua Die Viarnncnt erhalten, oaft oer V . 1 2 . ITC -C tT, ..x:i t, i a t1 IJ uuuim uumci viuumiuuuuc iuuu mit Tode abgegangen ist. Na, und das K iSü XX ff , . m vp üuuu wui u uiuup ncher Mann, gerade der der jetzkg-n yan delsbewegung konnte ich ihn schwer ent Itf? rf" ? . . w 4. oeyren. r mun ra cy er el weroen, ooer ich verliere in Zeit von vierzehn Tagen hunderttausend Mark. Ich kann mir den Kopf zerbrechen wie ich will, eö bleibt mir .-. A. a .! I .19 -1 l e tl rna?i3 unozizs uorig, ais eine ra i yin zujenden, die, ch hier am Orte allerdings ebenfalls dringend gebrauche: meinen Correspondenten Freiburg ct : 4. 2 . .. f v . : . i . Aia V. luvne VU'U, einzige vuici. vl Chefs von Meier Co., sagte nichts dar auf. sondern blickte starrauf den Boden. n. er. v je r ras yanc ne oenn aurq tagen ,ouen. Sie verstand ja nichts von Geschäften, Ja, wenn sie .ein Mann gewesen wäre!" ES handelt sich darum, fuhrMeier fort, U. I CV V ... f.-ni om jungen jjeann Uju zu venimmen namentlich auch, daß er sogleich abreist. . Ob sogleich auf ernt so weile Entsernung! wendete Hulda schüchtern ein. Nun ja, das helkt binnen acht Tagen. Ich kann durchaus nicht w ssen, welche Prwatverblndungen Freiburg aus dem Continente hat und ob er sich, gewiffer maßen für's Leben, loszureißen geneigt ist. Es muffen schon starke Triebfedern sein, die lhn dzu bewegen können. Ob Geld an und sur sich ausreicht, steht da hin. Der junge Mann hat viel Talent und Geschäfistakt, ist ader auch sehr ehrgeizig. Ich habe ihn herausbestellt, er wird nachher kommen. Thue mir den Gefallen, Püppchen, und sei em bisch Zuvorkommend gegen ibn.lasi' es ihn nicht so merken,daS ermem Commls unddoch cu"clt unzergeoroner llegr mr ,eyr oaran, ryn zu flfwinneit. Sorge Übrigens sur eine , rr vr . r n , w Ci C Vt!. 10NU l l NlMIS N0llllg. UNO . . - - ' . ' . v Vi lv mia, auan, ca yao einen orin genden Brief zu schreiben. Herr Meier küßte sein TSchterlein leicht auf die Stirn, dann fetzte er sich an fein Bureau und sie ging leise hinaus. Eine merkwürdig gehorsame Tochter war Hulda Meier, sie setzte. deS Vaters Anweisung, gegen seinen jungen Carres' pondenlen E)uard Fcetdurg .ein bischen zuvorkommend" zu sein, ,n einer für em junges, wohlerzogenes Mädchen etwaS ausfallenden Weise aus, denn kaum war der junge Mann eingetreten urv hatte dasFräulein.welcheS anStelle der verstor benen Mutter Gebieterin des Meier'jchen ihm da noch aus purer Zuvorkommen h'.it LiebeS undGutes erzeigt haben mag. muffen wir einfach dahingestellt fein las sen. Als darauf yerrMerer, de? gebietende Chef deS Hauses Meier & Co., mit seinem Korrespondenten bei einer Taste I nn viii;vviivitkii WH vtiiv. k ,uiV xl jum (, ..uu ,M , ?iÄ . Ä biete. Nun, waS sagen Sie dazu, mein Lieber? Eduard Freiburg erklärte, daer sich durch diesen Antrag auf da? Schmei chelhasteste geehrt suhle und daß er das n ihn gesetzte Vertrauen mit vollem Ei - (... . w , Ii uiudftiiiH ttt4.M ImK jKi m I - uihuihui brachte auch diese Erklärung so verlegen yerauS, m ; c mqt ausjay, als OD er i vouem erzen oao wäre. Vruclt &t noch etwas ? fragte ver I 7 C . C itilfliilal C. 1 wtsf.M IM. kf. , ,yc lycuucyuitnu. win, m große Stücke auf Sie, ich möchte Ihnen - . - n.r auf alle Art entgegenkommen. mo schenken Sie m?r getrost reinen Wein ein. Vaben Sie Schulden hier? Die mußten Sie natürlich vor Ihrem Fortgange decken. I . . AM f V nem, yerr 'ttler, scymoen oaoe rcy nicht: aber...... Nun, aber. ... ? Sie sind doch nicht etwa verliebt? Ein zärtliches Verhältniß t cg I Eduard Freiburg schlug den Blick zu Geiiebte iU reich und ich bin ohne Ver mögen. Ihr Vater wird mu seine I m 1 IfTa AMI f $ i.ViM t A 4 m m mm I ii'ivitttu,,', i uft. I . m ? gehen, Herr Meier, Ihnen die Familie zu nennen, stotterte Freiburg. Hum, hum. Na, sagen Sle mal, kenne ich bey Vater? Ich denke, ja. . Auch Kaufmann?. Schlägt in mein Fach, wie?
. r .
Jawohl, Herr Meier. Der Chef schaute einige Augenblicke sinnend vor sich hin, und dann slug er plötzlich mit der flachen Hand auf den Tisch. Ich denke, ich hab's errathen! rief er: Sie brauchen gar Nichts weiter zu sagen Lieber ich weiß AlleS. ES ist die Tochter Brüggemanns, meines größten FeindeS. Darum sind Sie auch besän gen. Haben'S nicht nöthig, L:ede? ha ben'S nicht nöthig. Ich werde Ihnen bei. stehen, mag das Mädchen sein, wer sie will. Verlosten Sie sichdarauf.Sie sollen nur als glücklicher Gatte auf die Commandlte gehen. Aber wie soll ich das anfangen, Herr Meier ? Wie Sie'S anfangen sollen? Wie Sie'S anfangen sollen ? Hum, wenn der
alte Schakal seine Zustimmung nicht ge den will, so muß eS ohne ihn gehen. Wie wäre es, wenn Sie das Mädchen entführten und sich in Frankreich mit ihr trauen ließen? Freiburg wurde in einem Augenblicke rolh und blaß. Er glaubte seinen Ohren nicht trauen zu dürsen. Rathen Sie mir daS wirklich, bester Herr Chef? Na, warum nicht ? WaS schadet's, daß er reich ist, der lte Schakal, und Sie ein armer Teufel ? Ihre Talente sind auch ein Vermögen werlh. Sehr schmeichelhast für mich.verehrter Herr Meier. Ich werde Ihnen zeitlebens dankbar dafür sein. Der Chf redete sich in Eiser. Ja gewiv. ich werde Ihnen aus alle Weise behilft ch sein, daß Sie Ihr Glück erreichen, mein lieber Freiburg. Ich wer de die Kosten der Reise und der Ver mählung decken, ich werde Ihnen eine Legitimation geben. Aus alten Tagen kenne ich einen Geistlichen ander belgi schen Grenze, der mir gewissermaßen verpflichtet ist. Zu dem sollen Sie mit Ihrer Geliebten daß heißt, wenn Sie deren einmal sicher sind in meinen: eigenen Wagen fahren und ich werde Ihnen einen Brief an ibn mitgeben und meinen Segen extra. Bah, - ich bin ge rade j ht tn's helralhs'Procunren ge ommen, hab' lch doch erst gestern meine Tochter einem alten Geschäftsfreunde in Petersburg in Aussicht gestellt, also, warum sollten denn Sie nicht auch glück ich werden? ?hr Gluck schlagt oben drein in mein Interesse. Ich kann nicht einsehen, lieber Freiburg, wer sich Ihrer als eines Schmiegersohns zu schämen haben sollte ; der alte Schakal doch ge wm nicht. Sie sind ja Gold gegen Den, vessen kaufmännische Maximen unter die Hottentotten, aber nicht unter deut sche Culturmenschen gehLrlN. Eduard Freiburg verbeugte nch tief und ein glühendes Rot wilder Ausre gung drang immer von Neuem stürmisch aus seine Slirn und Wangen. Der alte Kaufmann trat an ihn heran und legte die Hand vertraulich auf seine Schuller. Besorechen Sie sich getrost mit Ihrer Svonsada. lieber Freiburg, und wenn ln der Richtung Alles geordnet ist.dann las sen Sie mich den Tag wisten, damit auch meinerseits Alles bereit sei, Wagen, Brief. Geld zc. Aus mich können Sie rechnen besondels, da es den allen Schakal betrifft, fugte er, m sicd hmem murmelnd, hinzu, als Frelburg ich zu rückgezogen hatte. Dem gönne ich's. Was wird der Alte für Augen machen wie Wagenlaternen, wenn ihm die Ge schichte als vollendete Thatsache entgegen tritt hihihi! Und der würdige Chef des Hauses Meier & Ho. lachte ganz ungkziem?nd schadensroh vor sich hin. Der runge Eommand,tlst und he mann in spc vane fern aues . r Ti tf jm Schon am folgenden Tage konnte er seinem vergnügten Chef mittheilen, daß eS ihm ohne viele Muhe gelungen fei, seine treue Dame zur Entführung und zum Mitgehen nach Jamaica zu be wegen. Herr Meier rieb sich die vande und brummte sein freundliches : hum. hum! Der Tag der Ausführung wurde fest gesetzt. Am Abend vorher nahm der Handelsherr ferne Tochter zur Seite. Wemt duPuppchen, sagte er,Vu könn test mir einen Gefallen thun. Er betrifft den Freldurg, dem ich gern em junges Weibchen mit nach feinem neuen Vomiert aeben möchte. Daran muk Dr? alS ae horfame und liebende Tochter ja auch liegen. Ich stelle ihm dazu meinen Wagen. Thu' mir den Gefallen und begleite sie. Willst du? ES wird ge miß auch eine Ueberrafchung und Gau dium sein. Huldchen machte seltsamer Weise nicht die geringste Einwendung gegen die ihr zugemutheteTheunahme an derBerfchwö rung. sondern wünschte nur a.n diesem Abend ihrem alten lieben Papa' in auf fallend warmer Manier gute Nacht. Prachtmädel, daS ! murmelte er.indem er sich mit dem Rücken der Hand den Mund wischte, den Hulda immer und immer wieder geküßt hatte. Ob sie wohl auch 'mal m der Ehe glücklich wird? El gentlich wünsche ich ihr einen Gatten wie der Freiburg ist. Ehe Herr Meier selbst zur Ruhe ging. ließ er erst seinen alten eisdarttgen Kut scher kommen. Hör' mal, Johann, sagte er, morgen früh Punkt sechs Uhr bist Du mit un ferm geschlossenen Wagen fertig zur Ab fahrt am Hinterthor. Dort wird meine Tochter einsteigen. DaS Weitere üb:r Ziel der Fahrt :c. wirst du erfahren. Also pünktlich! Zu Besehl, Herr Meier, knurrte der getreue Rossel'Nker des Meler'schen Hau seö. ES ging Alles ohne Anstoß von Stat ten. Eduard Freiburg hatte mit seinem Chef verabredet, daß er mit seiner tun gen Neuvermählten bis zur Stunde der Abreise nach Jamaica in einem näher bezeichneten Hotel wohnen wollte, und der aefälllge Chef erklärte uq verett. ihm und seiner Gattin dort einen Besuch machen und dieser seinen Glückwunsch bringen zu wollen. - . m. m mm mW . m m m Zur bestimmten Zerr stellte ver würd, ge Herr, ausnahmsweise in Handschuhen und weiter Halsbinde, mit einem Blu menstrauß in den Rock angeknöpft, in dem Holet sich em und fragte nach einem Herrn Freiburg nebst Gemahlin. Dieser Herr hat Wohnung bestellt, ist aber noch nicht eingetroffen, ward ihm
gesagt. Er mrß jeden Augenvnck kom-
fy, Gut. so werde ich in feinem Zlmmer warten, erklärte Meier. Er hatte nicht lange zu vartm. Wahrend dieser Zeit stellte er sich nochmals mit unbeschreiblichem Behagen die Verblüffung und den ohnmächtigen Zcrn des Vaters von Freiburg' Gattin vor, wenn er, zu spät, um zu verhindern, bat Factum erfahre. Immerhin ist sie doch einem armen ComptoirAnqesttllten und armen Teufel um den Hals geflogen kich:?te er in sich hinein. hatte soeben sein Notizbuch hervor gezogen, um eine gewisse Eventualität, auf oaS Geschäft in Jamaika bezüg li, nicht außer Acht zu Usien, biS plötzlicb die Tbür aufaina und Edward Frei bürg mit einer tiefoerfchleierten Dame am Arme auf der Schwelle erschien. Beide sahen zaghast auS, deshalb ging Herr Meier ihnen ermuthigend rasch entaeaen. 10a den 2 traust beroor. den er der Verschleierten darbot, und ri f : Wilkommen und beste Gratulation. Er bemerkte nicht, wie Eduard Freibura sichtlich mit sinerVerwirruna käm vsle und sich selbst zum Muthe aufzuflei fen bemüht war. eine ganze Aufmerr samkeit war der verschleierten Dame zu -gewendet, deren Gestalt doch etwaS klei ner war, als oes alten Schakal' fchlan le Tochter. Nan. meine liebe Frau Zilreibura. laate er jovial, nur Courage, nicht verzagt und lalzen vle Ihr fulches Gestchtchen seyen : Langsam wurde von zart behandschuhter Hand der dunkle Scdleier aeboben und Verr Meier schaute in daS klebend aus ihn gerichtete, blasse Gesicht seiner Toch ter. Ec war zwar AnfanaS etwas U troffen, dann aber lachte er. Haha, ein hübsches Spachen, fprach er. mir die Braut, unater als Gattin vor zustellen! Wart' nur Püppchen, Du scheimin Wem Älaut:gam fol! Dich dafür bestrafen. Aber lanen Sie. lieber greiburg, wo ist sie? Der junge Mann sale Muth. Er sührte Hulda einln Schritt vor. Dies ist ste, werther Herr Meier, sprach er: wir bitten um Dero autlast verlvrochenen Segen ! Machen Sie keine Vcsin! saate Mer er mit stakker Stimme. Bedenken Sie, da& Sie Ihren Prinzipal vor sich haben. daß dies meine Tochler ist. Jetzt meine theure, geliebte Gattin. stammelle Freiburg. Der Handelsherr starrte dasPaar mit weit geöffneten Augen an, denn im Antlitz Hulda's konnte er zur Genüge die Wahrheit lesen. Du Pupp das gewohnte Hätschelmort blieb ihm diesmal in der Keble stecken, aber ein häßliches Jluchmort drängte sich hervor. A.so ist's Wahrheit?- fragte er, seine Tockter durckbobrend anlebend. Mein lieber, guter Pava! erwiederte diese bittend und sank vor ihm in die Kniee. O Du hinterlistige Katze. Dich soll... mein Herr, wie konnten Sie sich unter- -stehen, mich so zu hintergehen? verr Meier, es geschah auf Ihren eigenen Rath, antwortete Eduard Freibürg ermuthigt. Sie selbst riethen mir ) ntsuhrung und heimliche Trauung an. Sie selbst liehen mir Ihre Hilfe und frtnMn rntr thr rtAtr 54t fttrt : verebrunaswürdiaeGemabliN. mein aan fei v ftttlf Mt III W zes Leben und Glück. Er hielt Huldas Hand fest und zog sie an sich. Herr Meier blickte lange, ohne rn sprechen, aus las rührende Bild der Zärtlichkeit, dann fühlte er nnwidersteh lich eme Anwandlung von echter Vaterliebe. Es maa out sein, sprach er bald un wirsch. Ich bin für meine Schaden freude gehörig bestrast und muß gute Miene zum bösen Soiel machen. DaS Factum ist nicht umzustoßen und Scan- -, . s o..... . vor roouen wir oen heulen inen vereitert. Meine Tochter hat ihren eigenen Willen gehabt, nun mag sie ihren Weg danach gehen. Aber daö lassen Sie sich gesagt sein. Freibura. sie iü mein einziges Kind, und wenn Sie nicht daS Acußerste aufbieten sie glücklich zu machen, breche ich Ihnen das Genick. Uad das soll dann auch auf meinen eigenen Rath geschehen. Er hielt einen .in . k. v c..t xiurniri innc, uann inyr er um einer Bewegung, die Freiburg nie an ihm gesehen hatte, fort : Ran wohl. Kinder, nehmt meinen besten Segen. Gott schütze Euch ! Im Grunde ist's ja auch so gut. Ich hoffe. Du hast einen braven Mann, Püppchen. Aber so kommst Du nicht davon. Zur Strafe gehst Du nach Ja maica. Bin ich mit euch zufrieden, so werde ich über'S Jahr für einen Ersatz, in der Commandiie sorgen und dann mag Dein Mann hier mit in die Firma treten. T?amit vasta:' ftom entzückt künte das lunaeVaar de versöhnten Vater die Hände. . m mm Doppelte Buchführung. Der.Herr Premierlieutenant borgt fidb vom Consul Stern 600 Mark. Er schreibt in sem Tagebuch : Von Herrn Consul, A. Stern geborgt 50 Mais." Nach drei Monaten zahlt er sie zurück und schreibt in sein Taqebuch : .Dein .'Zuden Stern gezahlt 500 Mark.Aus ärztlichen Narh. Dieb: .Herr Richter, ich bab' htn Diebstahl nur auf Anralhen meines Arzteö begangen I" Richter : .Wie m. nen Sie das?- Dieb: Nun. rr bat . 1. V- ' mir angeralyen, leoesmai vor dem k?cyiafengeyen eiwas zn mix zu nehmen!" DaS Huhn klüger als die Henne. Vater : .DuungerathenetBub'. rsm wieder mub ich hören, daß Dein Lehrer unzufrieden mit Dir ist. ich werde. ..." Mutter : .Aber Mann, sei i so streng mit dem Eduard komm her, Eduard!" Sohn: .Aber. Mama verzieh' mich nur nicht ganz und gar'.Doppelwährung. ' Ltvi : Hab' ich seit aestern in mein' Bankgeschäjt eingesührt die Doppelwäh rung. Cohn :- Wie haißt. wie so ? . Levi? Hab'. ich engagirt zwei jungt Männer, d:n Ooldpeia und den Silberstein.
