Indiana Tribüne, Volume 6, Number 172, Indianapolis, Marion County, 11 March 1883 — Page 3

Tannyäuser im Hritnt.

2sn Alfred L?tiutr. Haisan Schahum, ein junger chriflli Ker Kaufmann, belud einig? Züge van Kamelen mit kostbaren Scizen- und Silberstofscn und trat mit großem Ge folge eine Neise nach Persien an. In Jspahan angekoninten, fand er für seine Waaren guten Absatz, ruhte sich 'aus und ergab sich dem Wohlleben. Er war gebildeten Geistes, ein angenehmer Ge Zellschaster, nur liebte er allzusehr den Wein und die Frauen. Eines Tages, int Kreise fröhlicher Genossen, sagte er : Ich Hede mich im schönen Jspahan nun viel herumge'ricben und Tenne die Stadt durch und durch. Aber der Um gang mit. einem schönen Weibe ist mir rodi mcht zu Theil geOorde. Ist keine igotirrann, dazu 5 &a Freund erwiderte: ch glaube Dir rathen zu können. Es f . 1 x V r . . . . . . . , . izuz in oiejcr 3iQU ein cites Ja5e;ö, tti fcettraittelii. Liebestränkn und allerlei geheimer Kunst wohlerfahren. Ich will sie dir schicken. Vertr2ve dich ihr an, nd Alles wird nach deinem Wunsche Hehen." Am andern Tage hatte der Freund 1 semes Versprechens. gedacht, und als es dämmerte, erschien, in einen grauen Mantel gehüllt,, eine Matrone an der Thür des jungen Gesellen. Hatsan Schahum schenkte ihr einStück Damast und sagte': Mütterchen, ich brenne danach, von -einer Schönheit dieses Landes Gunst zu erlangen. Mein Herz ist durstig und möchte getränkt sein. Hilf mir, ich will es dir Dank wissen' Das Mütterchen erwiderte: - .Ich glaube dir versprechen zu können, wonach dein Herz sich sehnt. Ich weijj eine Schönheit, deiner würdig. Sie wäre ein sicheres Heilmittel deines GramL. Ich hoffe, disee Gazelle, so scheu sie auch ist, in dein Netz zu führen. Ich habe Zutritt zu ihr. Sie wird mei nen Bitten nicht widerstehen." Damit humpelte die alte Hexe davon und war drei Tage nicht zu sehen. Hatsan Schahum blieb in peinlicher Er Wartung. Am vierten Tage kündigte ein Diener die Rückkehr der Alten an. Der junge Mann flog ihr entgegen und fragte, ob sie Alliö ins Reine gebracht habe ..Drei Tage und drei Nächte", erwi derte die Alte hastig, .habe ich der Schönheit in die Seele gesprochen. Ich bin noch ganz müde davon.- : Damit sehte. sie sich. Hatsan schahum sagte : Äuhkt aus und erfrischt Euch mit Sorbet." Das that die Matrone und fuhr fort: Ich hatte meiner Schönheit kaum 'dein Anliegen vorgetragen, als sie in fürchterlichem Zorn auffuhr. Ihre Locken schüttelnd, sagte sie: Muß ich von dir solche Ungeziemlichkeit erfahren ? Hast du mich je auf verbotenen Wegen angetroffen ?.... So ging es fort, bald stritten wir uns, bald verglichen wir uns wieder, endlich hat sie meinen Bitten nachgegeben, denn ich sagte ihr, wie du in der Blüthe der Jahre stündest, mit ,der Schönheit begabt, unendlich reich und freigebig seiest. Der Widerstand ist besiegt, die Gelegenheit günstig, du magst dich unter meiner Führung zur Schönen begegn." Auf diese Nachricht hin wußte der junge zcausmann na) vor reuoe gar nicht zu fassen. Er öftnele eine Truhe und gab der Alten mehrere Stücke des schönsten Stoff s als Botenlohn. Ein goldenes Armband mit Edelsteinen, das zehntausend ASpern gekostet, steckte er zu sich in den Gürtel. .Ich habe dir nur noch", sagte die Alte, das turne Stllllchneiaen zu :m pfehlen. Geheimniß ist die Bedingung deir.es Glückes. Ein Wort, das du laut werden ließest, würde Alles zerstören. Es wird Adend. Reite durch das Westtho? hinaus und folge der Straße, bis du mich triffst. 'JÄ eile voraus und werde d r den Weg zeigen." Damit ging sie fort. Der Glückliche schmückte sich, wählte die hellsten Kleider und bestieg sein edelstes Pf:rd. Drau fcen auf der einsamen Landstraße traf er die Alte. Sie wies ihn einen Garten, indessen ' Mitte ein reicher Pavillon emporragte. Ringsum standen hohe Palmen und erHoden ihre Häupter über Orangen und Gcanatbäume. Hatsan Schahum trat durch das vergoldete Gitterthor und schritt durch einen schattigen Laubgang. Sein Herz schlug heftig, er war vom Dufte der Blumen wie berauscht. Alles machte den Eindruck tiefster, seligster Abgeschiedenheit. Unter dem hufeisenförmigen Bogen des Einganosthores wurde Hatsan Schahum von einem stummen schwarzen Diener begrüßt. Er schritt weiter durch einen kurzen Eorridor und befand sich bald in einer halboffenen Halle, deren Oberbau von zierlichenSäulen getragen war. Die Wände derselben waren mit Goldschmelzmosaik überlleidet, aus der sich farbige Oriamente. heraushoben, ein Fenster war geöffnet, die Gardinen aufgezogen, und gewährte einen Ausblick auf die mondbeschicnene Heimlichkeit des Gartens. Auf brocatenen Kissen, die auf weichen Teppichen gehaust waren, ruhte die Schönheit. Der erste Willkomm, den sie dem jungen Manne bot, raubte ihm sogleich alle Besinnung. Allmälig faßte er sich und sagte: Hn! mir, daß Ihr mich mit dem Glücke, so viel Reiz zu schauen, begna digt ! Ich bin euer Sklave und will es cicig Meiden V Die Schöne lächelte ihm hold entge gen und forderte ihn auf, an ihrer Seite Platz zu nehmen. -Sie winkte, man brachte Wein von Schiras, sie goß zwei Becher vell; der Wein sunkelle geheim nißooll. Nun trat eineSchaar unvergleichlicher . Dienerinnen mit musikalischen Jnstrurnenten heran und stellte sich im Halbkreise 'auf. Die Einen spielten, die An. deren tarzten. Der Glücklich? hielt seine Geliebte im Arme, und so verlangerlen Beide bis gegen Mitternacht daö süße Gesühl der Liebessreude. Und so ging es nun von Tag zu Tag, ton Abend bis zum Morgen. Die

Liebe des jungen Kaufmanns-nahm im mer zu, die Stunden, da er sich von der !

Gellebten - trennen mußte, wurden ihm zu Ewigkeiten. Er zoa sich von all Ge,ell chast zurück und wanderte ieden Abend hinaus in den Garten, wo die ur.ojrgictqiiqe qoaheit seiner war tete. Täalicd braute er ihr tin neues Geschenk, eines immer prachtsouer als das andere. Nicht immer grüßte sie ihn freudig. Zuweilen war ihrGesicht bleich wie das emer Todten und von unendlich leidendem Ausdrucke. Aber Spiel, Tanz und Liebessreuen heiterte sie immer wieder auf. " So brachte H.itsan Schahum Gott weiß wie viele Monate im Dienste seiner Gcdicterin zu, bis er, nachdem er auch seine Sklaven verkaust hatte, ganz nach denklich ward. Er sah sein Verderben vor sich und sah die Ästhwendigkeit ein, in sein Vatelland zurückzureisen. Als er wieder der ihr war. sagte er : .So lange ich, oeliebte Seele, auch deines Umgangs g:nieße, kann ich dessen nicht satt werden. Dennoch zwingt mich die Lage, in meine Heimath zurückzukch ren. All mein Vermögen ist in deinem Dienste aufgegangen. Ich habe aber daheim bedeutende Güter. Diese will ich veräußern ud bei meiner Rückkehr Alles zu deinen Züßen niederlegen. Dann aber will ich mein ganzes Leben hindurch als dein treuer Blener bei dir weilen.Die Schöne war während dieser Nede erblaßt; sie erwiderte, indem sie ihre zarten Hände um den Geliebten schlang: Treuer Freund, verweile hier! Wenn es dir an Gold mangelt ich habeUeber fluß daran. Mach' dir darüber keine trüben Gedanken Aber Hatsan Schahum erwiderte: Deiner Huld stand es wohl an, das zu sagen, was du gesagt? aber so lange ich mein Borhaben nicht ausgeführt. habe ich nicht Nast noch Ruhe. Ich fage dir aus eine Zeitlang Lebewohl !" Damit stand er auf; die Schöne nahm ein Tuch vor die Augen, sie weinte. Da schmolz auch des Jünglings Herz; er umarmte sie. und ihre Thränen ftosien ineinander. Dennoch sagte er : Der Augenblick der Trennung ist gekommen." So lebe wohl." Auf eine Weile setzten sie sich noch ein ander gegenüber. DieSchön hatteScha humsrechte Hand ergrisfen. wiegte sie lange und zärtlich aus ihren Knieen und drückte sie dann, trauriz schwrigend an ihre Lipsen. Er überließ sie ihur gern. Nun glättcte sie dieselbe zwischen ihren Händen, jetzt zsg sie jeden Finger durch die ihrigen, tändelte damit wie mit einem lieben Spielzeug. Dabei küßt: sie die Hand glühend und wiederholt. Jeden Augenblick schienen die Thränen aufs ncve in ihre Augen treten zu wollen. Nun nahm sie Hatszn Schahum's lltu nen Finger zwischen ihre Zähne, biß leicht hinein, und sah ihn lächelnd an und fragte : .Darfich?" Nur zu.!- sagte der Verliebte. In diesem Augenblicke sühlte er einen jähen Schmerz und sah gleichzeitig das rothe Blut zwischen den weißen Zähnen der Geliebten hervorczuillen. Sie hatte ihm den kleinen Finger un terhalb des zweiten Gelenkes abgebissen. O, was hab' ich gethan !" rief die Schöne. Hatsan SÄahum'S Züge hatten sich verdüstert, tv sagte sehr ernst : Tröste dich, es entstellt mich nicht und heilt bald.Nun hab' ich cinen Theil deines theuren Selbst als Andenken!" sagte die Schöne und verbarg den Finger in ihrer Brust. Hatsan Schahum kam heim. Seine Augen waren eingesunken, sein Gesicht von ernstem Ausdrucke, Niemand sah ihn lächeln. Mit blutender Seele rief er sich fortwährend die verflossene glückliche Zeit in's Gedächtniß. Seme Seele war bei der Geliebten. Die Freunde, die ihn so traurig sa hen. wollten die Ursache seines Kummers wissen. Er sagte ihnen, er sei in die Hände von Ränbern gefallen, die ihm all seine Güter genommen und nur das Le ben gelassen hätten. Da magst du Gott danken," sagten die Freunde, daß du mit dem Verluste eines Jingerglieses davongekommen. Dir ist noch viel übrig gelassen !" So verweilte dann Hatsan Schahum ein Bahr und darüber in seiner Vaterstadt, ohne die Gluth seines Innern Iö schen zu können. Die Sehnsucöt nach Persien überwältigte ihn. er rasst! sein Vermögen zusammen und rüstete sich zu neuer Neise. In der Nahe von Jspahan angekommen, sendet er einen Die ner voraus, die Geliebte Aufzufordern, ihm eutgengenzukommen. Aber Nie mand erschien. DaS beunruhiate den jungen Mann, er besorgte ein Unglück oder schwere Erkrankung In der Stadt machte er nicht Halt und entsendete einen zweiten Diener mit Willkommgeschenken. Dieser kam zurück und meldete, er sei huldvoll aufgenommen morden. Grüße mir den Herrn-, hatte die Schöne gesagt. Er sei mein Gast !" Nun machte sich Hatsan Schahum auf; in der Abendstunde, wie er es gewohnt gewesen, betrat er das Gartenhaus. Er fand die Schöne an der Schwelle, in der Mitte ibrer Sklavinnen. Selbstsüchtige", rief er ihr entgegen. Hätte en dir geschadet, mir cntgegenzukommen?" Um Eurem Wunsche Genüge zu leis!en", erwiderte die Huldin, indem sie die Hände vor dem Busen kreuzte, müßten wir zuvor bekannt s;in, während mir das Vergnügen Eurer Bekanntschaft erst heute zu Theil wird!" Der junge Mann war wie vom Schlage gerührt, endlich sagte er : Zauberin,ist das Scherz oder Ernst?" Was ist da scherzhaft ' sra-gie sie entgegen. Ich bin dein Sklave." erwiderte er, der mit dir in diesen Räumen so ost die schönsten Stunden verlebt. Ich habe mich nur von dir losgerissen, um den Rest meines Vermögens zu holen und ihn zu deinen Füßen niederzulegen. Noch sind nicht zwei Jahre - verflossen, seit ich dieselben geküßt Was, du kennst mich nicht mehr? Sollte ich mich so verändert haben? Soll ich dir die

Namen deiner Sklavinnen nennen 5

Auch sie kennen mich. Frage r: ! Die Schöne erwiderte : Ich weiß mich auf Alles, was Ihr da fagt, nicht im Geringsten zu besin nen. Ich sehe Euch heute zum ersten Male!Treulose !" rief Hatsan Schahum in hellem Zorne, erinnerst du dich nicht unserer Scheidende ? Kennst du diese Hand?" Er streckte ihr den verstümmelten F!n ger seine? Rechtm entgegen. Die Schöne schwieg eine Weile, als ob sie sich besönne, dann sagte sie : ;?ann wohl sein, daß du wahr gc spro'chen !" Damit griff sie in eine Talche, die an einer goldenen Kette von ihrem Gürtel herabhing. ' Welcher ist der deine?" fragte sie, damit ich dich unter Jenen erkenne, von denen ich mir ähnliche Andenken genom men." Damit schüttelte sie den Inhalt ihrer Tasche auf einen unfern stehenden Mar mortisch. Wohl ein volles hundert dür rer, brauner, zusammengeschrumpfter znaerqllcder rollte auf die Platte ! Der junge Mann kam, als er das sah. wle von Sinnen. Buhlm!" rief er. Du hast mich schändlich betrogen ! All meme Habe habe ich verschwendet, nun erkenne ich deinen Unwerth. Böser Ge'.st. Vamvvr. weiche von mir! Wenn du nur ein Blendwerk bist, wie ich ver muthe, im Namen des allmächtigen Got tes befehle ich dir: Entweiche!" Da erfolgte ein gewaltiger Schlag, und mit Elnemmale war Alles ver schwnnden, Garten und Lusthaus. Hat san Schahum, der vom Luftdrncke zu Boden geworfen war, erhob sich langsam uud sah zu seinem Entsetzen, daß er sich aus einem wüsten, dürren Anger vor den Thoren von JSpahan desinde, der nur Disteln trug. Hatsan schahum kehrte in feine Hei math zurück und wurde noch viele Jahre in Teheran gesehen als ein verarmter, gebrochener Mann, der das Erlebnis seiner Juqend gern erzählte und dabei seinen verstümmelten Finger zeigte. Viele haben ihn für verrückt gehalten. Andere haben an die Geschichte ge glaubt." (Wiener N. Fr. Presie.) Massensiein's Schloß. Ls Paul insenberg. Sehen wir das Schloß immer noch nicht?- fragen mir gespannt unsern Neisegenossen und lassen dabei unsere Blicke auö dem Eoupösenster über die von dem Wiener Personenzuge im Flu ge durchschnittenen herrlichen Wiesen und Felder, Thäler und Wälder suchend schweifen In wenigen Minuten werden wir da sein." lautet die Antwort des freund lichen Oesterreich?, schaun's dortund er giebt uns die Richtung an. Wir beugen uns hinaus : hoch oben aus einem Basaltkegel ruht die Burg und schaut stolz auf die zu ihren Füßen lie gende romantische Gegend herab; die Zinner? blitz:n hell imFrühlicht, und gol dene Sonnenstrahlen huschen über das alte Gemäuer, das unS gleichsam einen Gruß auS alten lang vergangenen und lang verklungenen Zeiten zu bringen scheint. Der Zug fährt langsam in, die Sta tion ein. Friedland l" rufen die Schaffner, und eine Ncihe von Erin. runngen und Gedanken stciat bei diesem Namen in uns aas, b.'i b ks.m Narnen, dessen Träger cinfi eine Zelt ui Schreiten zu setzen vermochte. Wir verlassen und schlagen den Weg nach dem Stadt' chen ein ; es scheint seinen Namen nicht mit Unrecht zu führen, denn in diesem Frieden liegt e5 vor.uns, und unsagbar wohlthuend berührt uns diese Nuhe und Stille, di-nur durch das Nauschen der Wittich, deren Wellen die Stadt b.spü len, unterbrochen wird. 'Es iztSonntag, aus den wenigen Fabri:schlott:n steigt kein Nsuch in die klare Luft empor und auch die nimmermüden Wassermüh len haben für heute i;r Klarp.'r'n einge stellt; jetzt heben die G o ken rer K.rchen zu läuten an, langsam uid feierlich dringen die K.änge zu uns hrrübkr und bald sinden sie ihre Antwort auf allen Seiten, denn in 6en umliegenden bevöl kerttn Ortschaften wird eiensalls Sonn,tag eingeläutet. Die Wege und Steg? beleben sich nun, Bauern und Bäuerinnen in bunter, auffälliger Tracht schrei ten an uns vorüder,um die ttapellen und K rchen auszusuchen. Auch dietadt selbst macht auf uns ei nen stimungsvollenEindruck; mit einem gewissen Behagen durchwandern wir die kleinen und schmalen Straßen, denn Al les, was wir hier sehen, die alterthümlichen Häuser, die Christusbilder, die roh geschnitzten Marienfizuren, der Markt platz mit seinen Giebeln und verschnor ketten Dächern, erscheint uns traut und bekannt, trotzdem wir noch niemals hier waren. - Von dem Marktplatz au haben wir es nicht weit bis zum Schloß; je mehr wir uns demselben nähern, desto irnpo nirender wirkt es auf uns. Jetzt nehmen uns die selten fchönen Parkanlagen, wel che den Burgberg zieren, in ihren Schat ten auf, bald treten wir wieder ins Freie und stehen dicht vor der Burg. Die unfasienden Gebäude machen zuerst einen stillosen Eindruck; die Schutzmauer ist machtig hoch, kahl und schroff ragen dahinter die Schloßbaulichkeiten empor, die mit ihren Vorsprängen und kleinen Fenstern recht unwohnlich erschei nen; der an das alte Schloß gebaute linke Flügel ist ein im Jahre 1700 entstanden?, im Innern sehr komfortabel eiklgerichteter Neubau, der einige Monate im Jahre von der, in der ganzen Gegend hochverehrten Clam-Gallas'schen Fami lie bewohnt wird. Ueber eine an starken Ketten herabge lassene Zugbrücke gelangen wir durch ei nen schwerfälligen Wartthurm in den er sten engenÄorraum und von diesen durch einen zweiten Thurm in den eigentlichen großen Hos. Mit einkm Ausruf der Bewunderung bleiben wir stehen. Wie überraschend, wie herrlich schön ist der sich jetzt darbietende Anblick ! Das alte Schloß haben wir in. seinem trutzigen

Ausbau nun vor uns; hierund d

wuazern eiNiaePuanzen au oem flauer r . cv sr v V i werk, die Sonne sp:eaelt nch in den er blindeten, runden, mit Blei eingefaßten Fenstern, und über diesen sehen wlr ost das Wavven des allaewaltiaen Feldt. v oa : zi' yerrn aus nein o j jaigcu ucijc w buu,. V .,rf fithi-f in kr ff firtf. prlger veg e:rpsr, oen man) Krieger m blinkenderNustung und Edelfräulein hoch zu Noz; Hera sprengt sein mag. In der Mitte vsuuu eine uu yuyn uuu aufgebaut, zu dem von beiden Seiten ?r.n:. . c. ,s l schon längst ausgetretene Treppen hinausführen, deren Sandsteingelänoec die deutlichen Spuren der Witterung tragen. Wilder Epheu wuchert in üppiz. sten M lassen überall herunter und rankt si d ein Ungemein malerisch und romantisch ist der ganze Anblick, und wenn die Phan taste das Ihrige dazu beiträgt, kann man i e.c..Ms..r. W tviuyi uuiyi 0v 8uiaj" ' ,.r; Krul ss f?,stsf2 YrtH ilUUtlUk. W4 V if CtUtlUUII9 tUkUt I 1.N5 ;?dlil?, unseren I-ränmkrkien. und 7nV &Mn nfien fTnnnfn fr nnrWs -r - - - - jjw.-.jj.. " - Hos, dann knarrt der Schlüssel, Ärrt??AnfsiftrRffntriA. mir in einen und ein starkes ersteigen eine breite, ausgetretene Treppe und gelangen in den ersten ?aal. 3liie nige Schritte vorwärts und unwillkür lich, wie in einem geheimen Bann, blei ben wir vor dem lebensgroßen Portraitbilde Wallenstelns, Herzogs von Fried land, stehen. Die ernsten Züge des ge nialen. Feldherrn fesseln in seltsamer Weise; Entschlossenheit und Kühnheit thronen in ihnen und man sieht der hoch aufgerichteten sehnigen Figur an, daß der, welcher emst zu diesem Bilde stand gewohnt war. loste es, was es wollte, seinen Willen auszusühren. Das Ge mälde. weiches als getreustes aller Wal lenstein-Porträls gilt, stammt aus htm ft.i;. inosi nn ! rtfrtriH vrttrH juyit xuiu,.unw i.a wu(;u)uyiwv wu 4. rr m cm eigenyanolger sacjegi oes Herzogs gezeigt, m welchem er die Ausstellung des Bildes im Friedländer Schloße an ordnet. . Rechts davon, zum Fenster hm. hangt CDsniau in ganzer tfiaur, oas no. , o.! i- m .:.- eines jungen schlanken Mädchens ; dieses sinnige Gericht Mit seinen treuherzigen lugen und der von schlichten blonden Haaren umrahmten weißen Stirn, es kommt uns altbekannt und besttundet vor; es tu Die rochier fallen ICIN'S, Schiller's Thkkla, die allerdings nie diefenSBarnen gesuhrt hat, fonbetn Ularie httlZ.sich spater Mit dem Gralen Kaumtz vermählte und von der die Besitzung auf Die Klamalli1.ye amule vzreror wurde. Auch emen anderen Bekannten se ben wir noch in diesem Gemach: das ausdrucksvolle Kaiebild eines veißköpfigen, grübelnden Sterndeuters, dessen linker Arm sich aus eine Sternkugel stützt. Seni- rufen wir, und unser Fübrer ber, , . . . v . r. - d v err .1 - ri .1. r . - 19 uns, oup uci Aiuiiuiii ovcypict, der geteeueBeglttterWallknnelN'S ist,oem derDichter derPiceolomini" den erwan ten Namen beilegte. An den Wänden entlang finden wlr :n Glaskasten ver schiedene . Handschriften Wallenstein's ausbewahrt: ein Befehl an die Armee, einige Schreiben an die Generale und auch ein Brief des Kaisers an seinenFeldobersten. Die nächsten Säle enthalten eine lange Reihe von Ahnenbildern aus dem oi: quiiern wauenueu uvu'cr. r i . n v cm fi cn. rucken mit den varnlichen um Die Ärust V aaIm'am sct4itmvttvH uhu tc uuyc"U' Seite wirken aus den Beschauer ebenso steif und langweilig, wie die Damen mit ihren hohen Halskrausen und den glatt herunterhängenden, geschmacklosen Kleidern oder ihren umfangreichen Reis rücken. Ji der sich anschlleßen?en langen Flucht von Sälen, Zimmern und Cabinetten stnd zahllose Merkwürdigkeiten und Raritäten ausgestapelt. In einem Glasjchrank z.-B. hängt die Uniform, welche Feldmarschall Nadchki im italie Nischen Kriege getragen, und daneben sein Pauasch, ferner ervilclzn wir mancherlei SächelÄen und Geräthe, welche hochedle Nitterfräulein in ihren Muße. itunden gearbeitet, einzelne Andenken an Wallenstein, seidene Gewaader, zierliche Schube, seine Stickereien, kurz, eiu bun tes Durcheinander der verschiedensten

iiit hrtr.rSM 5L,l?,n5N ftnftim irnS fcrnn irtw hitfH hmsll ww" """"

ui. i'iiv.i yiuii,vuiuui uuiuujrtva, i Li'iy.t uuu viuuuuiiiii V. I c, t e i S tt sj.tz,

. 4 -i"."."" ""..""5. Ol' storrsnntPt nn h im Ans

r,: 5, , ;rf, wn . n.., x.p c....;,s ?,?-n l" .v.

,i.vttuu uuuuktiu vuiiiii luiivnt i iiuy tittivv tuuuu viv uuwuuiniv!'" i

irMfi rtstirwip" iMiiiii eitV)t i 1 --1 1 1 f v va7 Ai hnmrtntrfnnpn i - 1

th?rt nh her 5n?,ten xnt mit den 51 rrmirnt iinh hrslitf hie zmitlim nahtn. vc

V Vp lt V W- V i W V VtS MM Vy V -W w W m w m ? ' I . f Vst euren her Ritter und tfnnhnen. her K. ren krnstNklare Wellen im Sckeine . der ax$ ti0n "wa ZeyN s

h.lSnmnt.iih ültt fif, Gst itt 55nn, tniiCtihf ,-rh stillern itnh KlZKen llkN, ÜUs dkM sie, Dtl

VVIUUUtlll UIIV J UUVil VVtVVVil. .Ofc 0 I "'v HUVMu; utH.

gräflichen Miqzlrcqie ozux uon mmh, I' w an atM, arms VMölk, t . arbeitet werden können und dahcr schnell denen das Schloß vor Wallenstttn. zum Ekel führen. Ein erwachsener Mensch borte, und aus der Clam'Gallaslchen I' bi' an arm, arms Madle, müßte gegen zwei Kilogramm Fleisch Familie. Die Herren mit ihren, über Und was ist Schuld alloi' ? ,rftr h,n ssn?-.,.

jti rif.r.i. v... i .... - - . . . . i

Gegenstände. Hochinteressant ist die Drum Mädle,Mädle seid m'rg'scheidt,- dauungsstörungen die Behandlung ausreichhaltige Wfsensammlung, d:e ihie Ihr sind von Fleisch und Boi', - sty.. verlorenen 23 Pfund Halle I .. r... Tl.. mm . mUm,mmmm (TZ. I . t ltifllhin . ."! A.t ? - T . . '

uicumiy in iticyict.(a wiuiti yvum.'iu hat. Da sehe wir gewaltige verrost;!: Ritterschmerter, wie sie die decken des vierzehnten und sünfzehntenJahrhunderts geführt, sodann Ossizierdegen auL dem 30jährigen Kriege, Speere und Hellebarden. gewaltige Donnerbüchsen und kleineHaudiken. Morgensterne und eisengespickte Dreschflegel aus den Husstten- -kriegen, Fahnen und Waffen aus den Turkenfetdzügen und sranzönzche Adle? aus den Jahren 1813 und 15. Nachdem wir daö Kaiserzimmer" durchschritten, in dem einst Joseph II. mehrere Tage gewohnt, betreten wir .Wallenstein's - Geldstübchen", welches vom Herzog von Friedland zur Aufbe Wahrung seiner unermäßlichen Schah: benutzt worden war. - Ein festeres Ge mach hätte er sich nicht wählen können, denn die Mauerstärke des vergitterten Gewölbes beträgt zwei Wiener Klafter. Wie ungemein groß unter Wallenstein die Herrschast Friedland war, geht darauZ hervor, daß zu derselben damals nicht weniger als neun Städte sowie sänfundsikvzig Dörfer und Städtchen gehörten. Durch schmale Gange kommen wir zu dem untcrirdifchen Verließ.' Eine enge und steile Treppe führt uns hinunter, eiskalte Lust weht uns an, und fast angst lich richtet sich der Blick nach der schweren eisernen Doppelthür, ob sie nicht zufällt und uns in dem runden kleinen feuchten Raum, in dessen Wänden wir noch die starken Ringe erblicken, an denen die Opfer der Willkür und Tyrannei anae schmiedet waren, gefangen hält. Ein zweites Verließ, ehemals für die vorneh meren Geißeln bestimmt, ist etwas wen!

ger düster. Nicht Mit entfernt hiervon

r r"1 v r w t. sr j, i t- i oennoer um oie z oem neueren uun andern gehörende kleine ikapeue: ein waa res Juwel an geschmackvoller Aiisjtat tunq und reichster Zierde. Gern treten wir nach dem längeren m..e..5.,l : w,.,. auicniyau in ucn luucu, ijuyui ft;. :S. i X5 frt! itft hin '"V""" r. (,,r.:... orr. i (ArA.wqriAJ sin. uc uiijui. 4 : uiic ju u;. ua - ten wir nie vermuthet! Wie geht einem das Herz auf bei diesem herrlich schönen Anblick, wie tief athmet man die bal amische Lust ein und wie bewundernd schweift der Blick über die grüne Teilten und Felder, die Thäler und Hügel, dt Kegel s ..s 17.,.. s,fi.n m! raifhimnn aus, bevölkerte Dörfer reihen sich aneinLMw ...s ... ..r. '"" viijuitt t, wuu ii v..v..D... , u;,u"' "I . 0 lj MMW 1 7?,., n.kk-. " 1 Kaum war ich genesen vom Phuse des fn Kurz vor den Tagesferien des Hundes, Fuhr ich schnell nach dem herrlichen Tat:. Q il.il U19 Mit dem Neisebillete des Rundes. 2. Im Pee des Cou nickt' mir freundlichen Grus Ein Jüngling, doch würd' er bald küh ... , . . , T . . (h;il Und trat Mich zuletzt Mit der Spitze des w . V. rUt" V, . &o tarn ich gar bald nach dem Lande I SS fllnt I r mm v 9 . rv . i2ini erooett vom 'jiona ves Barves. Wort sing ich am Morgen em yyorn' chen des El, I rv r . 'm Aveno aq aver cyon uarv es. 4. I . r b räStiaen Stenu . Ö 1 vl. c7s - u v mmm nhtn bc Arno. , ich im 5tel Siiöaae bc Beern . Näbieua. Äwirn. Nadel und .et Ä i r ' . In Roma besah ich die Liqun des Re, In der mächtigen Kirche des Peter uau ,yr mu ozx nu naaj m, Sanft ruhend auf Kissen des Leder. 6. Als dort ich beim trefflichen Arzte des Zahn $WrtiWt hi ntn te& V(mff& i ' a - - i jchj ich weiter, taut le end im Häuser sa Nach dem classischen EU des Pompes. , , 7 Hier sitz' ich auf fhinet 3 M Ru, Doch Ml an faß täglich daeldk : Weit schöner ist's doch in den Seen deö Mu Im sächsischen Florenz der Elbe. l k a d 0. I . . v ex anoer. o nex anoers azs Doos oi'zlg Wörlle nol !" I Manch' liaber Bua, manch' braver Bua Hat zua m'r g'satt, er moi', I' wär' ganz für en g'macht und i' soll net ssge: noi! Und aber i' hau's änderst g'macht. I' bi' gwea wie aus Stoi', Und wenn se r.o' so bittet hant, Bei miar hat's g'hoißn : noi ! Und so ist's komme, liaber Gott, Der and:r' und der oi' Ausbliebe stnd se Mltenand, Vertriebe von mei'm: .not! Und so stand i ' auf deare Welt Allen' do, ganz alloi'. Und dees durch aar nex anders als Doos oi'zig' Wörtle : noi! U hüatet ui nor nex eio. Als vor dem WSrlle: noi! Denn d' Nltkjungftrfreudeu dia Sind kloi', o herzlich kloi'. Drum saget liaber dreimol : ja ! Als no' an oi'zigs noi! Die Gattin deö MassenMörders Thomas in Bremerhaven ist 37 Jahre alt in einem Irrenhaus in Lon don gestorben; sie war seiner Zeit wahn sinnig geworden über das Verbrechen Urpft ?finrnfä nTniififi nl nn 'fn U.W W uHMVi mm Tod ihres Mannes und bildete sich ein, w nnt, d,r ßimfcrin s.; .:,.., mtrbrtfan isi8 Manne. Sie mar die Tochter des amerikanischen Missionärs V Vy -v w Ostsield, semgebildet und Schriftflelle rin. M m m Sächsische Lyrik. Der Gasthof zur goldenen Bärschte Js Sie ä gar stadoliches HauS ; Dort hängen zwe riesige Wärfchte Zum Kammerfenster heraus. - Die Wärschte sein stets mir ä Gleichniß Sinst liebt' ich Mlt gllhendem Durscht, Doch seit enem freio'gen Ereignißri w . . r . . HZ oes Var Qlenwlrlys womit mir Wurscht. Ein scherzhafter Pfarrer. i rslUJnQi I5"8Ir auf dreckend): So; letzt hab' ich Ihnen den kvi u u ""U.U. uuumuiyi, yvu) nnrnkn l m-lm.m. 1 . t t - Xm luutucn; mr crn-TT ai. :.rT.:x4 v :i r r . c c , -t -zlAAtn i tat tritniv It. Ahtn 'Jt AiaLm.lX. m UUUtll Lt U1CUC11U1 ULlllllI Mavi, vi uy iv ünvfcn ?

iNaturwisstNsQaftliÄePlaudtrtien.

Sn Juttu Stinde. D i ck e L,e u t e. aiuiiiirnnj it Die Korpulenz ist ein zweifelhaftes fu;n fi d?n, ttnknnsnn st "a. vv. ........ö.. g ÖQg blendende Ai Aushängeschild des - . nenebcn bat Der ET TL, yi,t u wuij iu;un Z 'W wu'd. um da lästig werd nde e . tX ".75 VVllllUtlViltWtl 4lj)lV KIUJ und ebenfalls ange des vori alil o"yiv"llu"l3J t" vybMyMs rv , , v. a : cn.: c.x..rx:i. hen Sängerin Desmartill. daß sie, nach- . . . rz.tr: . v oer zmy a . Wirkung als kineEntkraftunaderStimme (t. R S..,A i .kZ.. rX: UUIt, IIU1 UUiUI Ultlll UltUiU4(4l und Fett befreien Galanterie ihrer oi JiyuU uuuiu, uuu uuiji A 4 A j M 4 ( A V W A A r , . . V i V f Wurstchen zubereiten anordnete, Sie sie ihren Anbetern verehrte. Die Gründ lichkeit dieser Behandlungsart hatte zur Wj'Ä Sängerin durch den Tod von den Bel j rpulenz für immer erBernunstlger gma lsyalespeare zu Werke, der dem dicken Falstafs von sei nem ehemaligen Zechgenossen, dem jun gen Heinrich V., zurufen laßt : Den Körper mind're. mehre Deinen Werth ; Laß ab vom Schlemmen, wisse, daß das Grab Dir dreimal weiter gähnt, als an'dren ' ' J Um wohlmeinenden Rathe, die Ursache der Korpulenz das Schlemmen aufzuaeben. erweist sick der Sckwan von Avon auch als Hygieniker, jedoch I . v - iu v:.r.u cu . . : . c. ' . I IUUIUC st III UIUU 0ClCUUUU CUUUC I 1 - ' . Jahrhunderte später. von seinem Lands mann Banting weit überholt. Die Sbakelvearomanen werden mir deebalb I ' ' verze ben. wenn hier nicht dem Universal William, sondern Serrn Bantina einiae i. '. w 3Icn gewidmet werden. Die neuere Physioloaie lehrte, daß bei hinreichender Anlage zur Kon ulenz die ienigen arungSinittes, n?ele ber Gije mtker Kohlenhydrate nennt Stärke mehl, Zucker, Fette u. f. w.-bei ruhigem hnn htn nnnntfimita n sif. statt von Fett im Körper abgelagert werden, wogegen die Eiweißstoffe das Frisch an der Spitze zur Erhaltung M stoffwechselnden Mechanismus des Menschen dienten, ohne überflüssiaesett zu bilden. Banting entwickelte aus Grund elner ihm von seinem Arzte Har dky mit Erfolg angeordneten Kurme thode daö nach ihm benannte, berühmte und auch woht berüchtigte Verfahren der ! Nini,nnkr VnflAp hPtn ffr.rhitTf rA en I ' o r ' - - ""t- "" eine rigorö e Fleischdiät und gänzlich Abstinen, von Brod und namentliü von , - , - Fetten vorschreibt. Die Uebertreibungen der Bantmgkur ! ca -1 1 . X i -f. - eyi r' Z, 1" , " " T; tnuivii ttui viv. fjvtu ju vvii, u tyu ben doch neuere Forschungen nachgewie sen, daß ein Organismus, um sich nur von Fleisch zu nähren, so enorme Quan titäten genießen muß, daß dieselben nicht mehr von den Veroauungsorganen ver zu decken, und da dies weder dem Gesden noch dem Fettleibigen möglich ist, II ' 1 so aeniekt der einer Baniinokur Unter worfene weniger Nahrung, als seine Er Haltung erfordert. Es finden die ein Haltung erfordert. Es ft greisenden Gesundheitsstörungen, wie sie als Folge von B'antingkuren beobachtet wurden, hierin eine ausreichende Erklä rung. Jmmermann, ein Verehrer der Baniinokur, sagt, daß nicht wenige Patienten sich schon binnen Kurzem, während allerdings ihr Körpergewicht abge nommen hat, so krastlos und elend be finden, daß sie dringend um Unterbre chung der Kur petilioniren. Ein Arzt, der als Hospitalarzt dick wurde und mit 28 Jahren bereits 214, einige Jahre später 232 Pfund wog, fing an, früh Morgens Marienbader zu trinken und gebratenes Fleisch zu essen, aber kein Brod oder Stärkemehl. Obgleich er in kurzer Zeit 23 Pfund verlor, mußte er weqen schwäche, Herzklopfen und Ver fr in 14 Tagen wieder ersetzt und war so dick wie vorher. Da auch lölperliche und anstrengende Exerzitien nicht zum' Ziele sührcn, wird durch mannigfache Ekfahrungen dargcthan. Dieselben vermehren den Appe tit und verleiten den Korpulenten nach Einstellung der körperlichen Anslrengugen zu einer reichlicheren Nahrungszu fuhr ans Gewohnheit, welche dem Fett anfatz nur Vorschub leistet und die zeit weilige Abmagcrung illusorisch macht. Ein hervorragender Kliniker, Professor Dr. Wilhelm Ebstein in Göttingen, rf , fmm m ... . . , 5?"?"" bigkelt und ihre Behandlung Wiksba. den. Verlag von I. F. Bergmann, eine Diätetik für Korpulentemitgetheilt. die, dem Veriiändniß der naturwissenschast lich gebildeter Kreise angepaßt, den Zweck hat, an die Stelle der sogenann ten Banting- und ' Fettziehungskuren etwas Besieres, den natürlichen Ver hältnisfen Entsprechenderes zu setzen. Es ist diese Schrist ein wahre? Trost für Alle, denen das Grab dreifach weiter gähnt, als ihren mageren Mitmenschen, es sei ihnen deshalb warm empfohlen. Wir übergehen hier die Ursachen der Fettleibigkeit, die Blutarmuth, die an geerbte Anlage u. s. v., sondern pflichten dem Verfaster bei, wenn er die Fettsucht des.Menschen nichts weiter als das Analoga der Mast bei Thiereu nennt und sie auf zu reichliche und unzweckmäßige Ernährung zurückführt. Eine zu reich, r:, rnflfminn ist hn m l'lT . ' "0 ' A 1 " Schlemmen entfernt, da fchon bei einem lO-.v!;. .. .. . rvnkZnZ,.,,, : :s r va I Imimm F m. mm 1 . D f..! .'. V ... tiu xuiui, rau uci einem anucin zu wc I ' . ' jniQ in i

I UUIVf VH1VI; 44 W V VllVViVlUU KXf

Jeder Mensch, der das in Fslge von

zu reichlicher Nahrungszusuhr angema stete Körpersett beschränken und verrin..'ft r . or -r!i.f mm gern idiu, MUß weniger tagiuiuie Einführen, als er gewohnt ist. Dabei dür fen bei den mit guten Appetit ausge stattetkn Patienten jedoch leine abnor men Hungergefühle auftreten, noch darf sich trotz der allmälig bemerkbaren Berringerung des Körpergewichts eine Ab nähme der Leistungsfähigkeit des Menfchen zeigen. Dieselbe muß sich im Ge genthcile im selben Maaße steigern, als der unnütze Fettansatz schwindet. Es ist sicher nachgewiesen, daß im Ver-" laufe des Stoffwechsels aus dem Eiweiß Fett abgespaltet und abgelagert wird, und die Kohlenhydrate einen Theil des zerfallenden Eiweiß vor vollständiger Zerstörung schützen. Was von diesem zurückbleibt ist das Fett. Die Kohlen hydraie befördern-indirekt den Fettansah in hervorragender Weise, wenn sie bei zu . reicher Eiweißzufuhr in relativ nicht zu großer Menge genossen werden. In analoger Weise können auch Fette indi relr den Feitansah aus zerfallendem Eiweiß bewirken ; aber diese Gefahr ist eine ungleich geringere, denn dieselben begünstigen die Abspaltung des Fettes auS dem Eiweiß so gut wie gar nicht. Sie vermindern gleich den Kohlenhydraten den Eiweißzerfall, aber dasjenigeEiweiß, welches beim gleichzeitigen Genusse von entsprechenden Fettmengen der Zerflörung anheimsällt, zufällt vollständig. ohne ett zu hinterlassen. Aus physiologischen Gründen, hebt Professor Ebstein die von Banting und Anderen vorgeschriebene Enthaltung der Korpulenten von Fett auf und räth ih nen den Genuß desselben an. Damit ist jedoch keineswegs gesagt, daß er die Fettleibigen mit Fett behandele, sondern Z m. fAhI.fUL V.o CV .al . vr. r sehe uujiiuj vas tjc in oie iynrais Nahrungsmittel zukommenden Rechte ein. Bewunderunaswürdia ist. dak schon Hippokrates. der Vater der Medi zin, 400 vor Christus Denjenigen, welche mager werden wollten, körperliche Bewegung und den Genuß mit Sesamöl gemischter Speisen verordnete, ohne phy siologische Studien im Vivisektorium ge macht zu haben. Die Eigenschaften des Fettes, daß es rasche Sättigung herbeisühit, das 2Jah rungsbedülfniß verringert und daS Gefühl des Durstes beschränkt, erleichtert die Einführung der veränderten Diät' außerordentlich; denn die Entsagungen, welche vom Fettleibigen gefordert wer den müssen sind bei Weilem nicht so zahlreich, wie bei den sonst üblichen Ent ziehungskuren. Im Gegentheil, die Möglichkeit, gewisse fette Ding? zu ge nießen. wenn auch nicht in ungemessenen Mengen, wie den fettschimmerndenLachs, die schmalzige Gänseleberpastete, das süße Mark, die aromatische Butter u. s. w., söhnt ihn mit anderen Entbehrungen aus. Auf d:m Index stehen : die Koh, lenhydratc, Brod und Mehlspeisen, Kartosfeln in jeder Form, Süßigkeiten aller Art, derChampagner und auch das Bier. Gestattet sind Gemüse, mit Aunabme der zuckerhaltigen Rüben, alle Fleisch sorten, alle Fette, wenig leichter Wein, Thee, Kaffee ohne Milch und von Brodtäglich nur 80-100 Gramm. Nach und nach beginnt bei dieser Diät die Verminderung des erworbenen Fettes, das Wohlbefinden mehrt sich nur lang sam, aber naturgemäß schwinden die üblen Begleitungseischkinungen derFett sucht. Wie der einzelne Patient sich ciätctisH einzurichten hat, in welcher Weise er seine Lebenmeise umgestalten muß, da? sind Fragen, deren Beantwortung nur dem Arzte zustehen, ohne dessen Leitung und Controle des Gesundheitszustandes auch dies milde Kurverfahren nicht zu unternehmen ist, damit bei etwaigen Störungen im Wohlbefinden die richti gen Maßnahme getroffen werden können. Bon besondere? Wichtigkeit ist der AusspruchEbsteins, daß die Enlfettungs kuren in Marienbad, Franzensbad, Kissingen, Karlsbad :c. an und für sich wenig nül)en, sondern häufig schaden undwegen Fettleibigkeit allein, wofern diefelde lediglich auf zu reichliche und unzweckmäßige Ernährung zurückzuführen ist, nicht verordnet werden sollten. Je ableitender diese Brunnenkuren wirkcn, mit um so größerer Vorsicht sind sie zu gebrauchen. Es eröffnet sich somit auch den dicken Leulen, welchen aus mancherlei Grün den der Besuch jen-r Bäder verwehrt ist, die angenehme Perspektive, durch die Regelung der Diät. daS ersehnte Ziel der Entfettung erreichen zu können, ohne den. Freuden der Tascl ganz zu entsagen. Das die Fetie in Verbindung mit den Eiweißflosfen und Kohlenhydraten jedes in dem richtigen Mengenverhältniß im Stande sind, der Fettleibigkeit wirksam entgegenzuarbeiten, istderKernpuntr der Edstemjchen Behandlung der Korpulenz und ein beherzigenöwerther physiologischer Fundamentalsai) für dicke Leute. (Verl. Montag! bl.) Man muß sich zu helfen wissen. c? er kleine fttife der SVmit Nl.k..: :n , VJ - VVUUl lli lange sehr waszerscheu gewesen und hat jedesmal einen Höllenspektakelangefan. gcn, wenn ihn seine Mutter hat baden wollen. Da kommt nun neulich einmal der Doktor G'scheidle dazu und der gibt der Frau Weberin ein Mittel, um ihrem Fritz seinen Abscheu vor dem Wasser Au benehmen. Von da ab konnte daö Kritzle es fast nicht erwarten, bis er im Zuber pstudern konnte. Sbcr", fragt der geneigte Leser, .was war denn ei. gentlich das für ein Mittel, dos der Doktor G'scheidle der Frau Weberin angeraihen? Vielleicht gar etwa Sym palhie ?" Sympathie wai's keine, Ver. ehrtesler, ader einfach, höchst einfach war's Der Doktor G'scheidle rielh nämlich der Frau Weberin bloß, das Bad zu zuckern, bevor sie 'das Fritzle hinein setze. Natürlich. Warum werden so viele Bücher mit lateinischen Buchstaben gedruckt? Weil die wenigsten Schriftsteller mehr deuijch schreiben können..