Indiana Tribüne, Volume 6, Number 172, Indianapolis, Marion County, 11 March 1883 — Page 2
IUA) uns Mc Siindflnl!). No?.an von (?&al) Aunst Kön'g. (12. Sortierung.) Massigen Sie sich, mein Herr l rief Gilgen entrüstet. Sie werden nicht um gen, diese Drohung auSzusühren. thun Sie cö dennoch, so vergessen Sie cZ nicht, den Artikel mit Ihrem vollen Namen zu unterzeichnen, im andern Falle werde ich ihn in der nächsten Nummer der betreffen den Zeitung verossentlichen, damit die Leser sich den richtigen Vers daraus machcn' können." JSal wollen Sie damit sagen?" sragtc Werner Blumbach scharf. Jch glaube, Sie werden meine Worte auch ohne nähere Erklärung verstehen. Im Uebrizen will ich Sie nur darauf aufmerksam machen, daß ein Advokat durch seine Klienten in manche Verhältnisse eingeweiht wird, die dem großen Publikum ein Geheimniß bleiben." Dir'Ereis blickte Eugen einige Sekundenlang starr an, dann gab er seinem Sohne durch einen Wink zu verstehen, daß er sich zu entfernen wünsche. .Dummheiten!" sagte cr-l)Zhnisch. Wir laszen unZ nicht einschüchtern. Die se Forderung besieht zu Recht, -und ich werde so lange mein Geld verlangen, bis ich es erhalten habe." Sie werden es erhalten, wenn die Echtheit des Schuldscheines bewiesen ist," erwiderte Earlsen. .Hüten Sie sich vor den Mitteln- die Ihr ehrloser und lieber lkchcr Enkel benutzt, um die Erfüllung seiner Wünsche zu erZwingcn !" ' Was berechtigt Sie meinen Sohn zu beschimpfn fragte Werner Blumbach, in dessen tückischen Augen der helle Zorn nieder aufloderte. Seine eigene Niederträchtigkeit !" ant' wortete der Amerikaner. Wie ich hore, verfolgt er Fräulein Neubcr noch imwer, die Warnung, die ich ihm durch meinen Aetter.Hcinrich Schlichter zukomn:en ließ, , scheint also keinen Eindruck auf ihn gemacht zu haben, und es sollte mich nichl wundern, wenn ich abermals einen anonymen Brief voll der gemeinsten Verläumdungen empfinge. Das aber mögen Sie ihm sagen, wenn mir die Geduld reißt, dann werde ich Mittel finden, ihn für seine.NiedertrSchtigkeit zu züchtigen." -
'Und ich hoffe, es gibt auch noch Mit V, f C? . . 4 f ' w . tel, von Ihnen Genugthuung für die Beleid:gungen zu erlangen, denen wir unter jhrem Dache ausgesetzt gewesen sind " Zagie oer yagere Mann in manloier 'Anklagen gegen meinen Sohn begründet sid. wären sie es auch, , so gäbe Ihnen dl? doch kein Recht, mir einen Vorwurf öeöbalb zumachen. Komm' Vater, wir wollen dieses Haus verlassen, das wir nie hätten betreten sollen." Engen sah mit finsterm Blickeden Beiden nach, die langsam das Zimmer verließen. Carlscn führte ihn dann in den ismieiijalon, in dem ne Ellen fanden. Die heitere und ledhafte Unterhaltung it deurschönen, liebenswürdigen MädA M l S YY A s A i Zi 1 Z Js 0su rnlt chen Suppe aufgetragen sei. Eugen bot dem Mädchen den Arm und führte sie in das Speisezimmer und Ellen bedauerte bei dieser Gclegcnh-it lebhaft, daß Hedwig nicht n.llgekommen sei und dies Bedauern Die Abreise Rudolfs ftar.d nahe bevor, Earlsen berichtete, daß er die Empseh lungsbricfe für ihn fchon geschrieben habe und fügte hinzu, daß er die Hoffnungen des Armcupflegers richt theilen iöixnc. .."3 ist nicht die schlechte Gesellschaft allein, was den jungen Mann verdorben Vi " hat, sondern auch das schlechte Beispiel, das er immer vor Augen bat, sagte Earlsen. Hat der Bankier Schlichter ' . ' . I nicht vor Kurzem noch eine prächtige Villa gekauft ? Wer will daran zwe.seln, daß d:r Rcickibum dieses Qerrn auf soll.den Grundlagen ruht, wenn er ihn mit -seinem fürstlichen Gespann durch die Strafen kutjchircn sieht 5 Geben (sie Acht, das große Gartenfest, das cr in diefer Woche in seiner neuen Villa gibt, wird großartig werden! Er soll geäußert haS . " ' - den, er wolle ocr ejiocnz einmal zeigen, ttie man Feste feiern müsse.Äelch'geschmcickloieraylerell" fpottete Ellen. .Haben Sle auch eine Einladung erhalten? ' fragte Engen. ! Ja, Indexen glaube q Nlt, Dsijj w:r ijinqchcji werden," nickte Earlsen. Mein Vater sträubt )id) ebenfalls, aber er wird sich wohl fügen müsien. Er ist seit langen Jahren Hausarzt bei Sch!:ch!er's und mau würde es sehr übel vermerken, wenn er die Einladung ablehnen sollte." Gehen Sie und Hedwig auch hin V fragte Ellen, ihn erwartungsvoll anblitod. .Wir sind noch ,:ncnt'chlossett. Wir Beide sind mit Um Bindern jenes Hauses ng vssrenndet, und eine vleynung. manne sich auch scheinbar aus intme Gründe stützen, kann immer falsch bedeutet werden. Einer solchen falschen Auslegung aber möchten wir uns au oejon v.. it;.... " Wtlil MMUJUI illviyt V4M-- - kbe nirfit hin. ineil iöi solche Reste nickt wiederacbe." saate Earlsen. Bleien runa wiro man ma i acucii ' . . ;, . ' . i . .yi. siitten.- ?cker,te (fnotn. .Kommen Sie nur ceirofi bin. irfi bin ülzcr;euat. . man erwartet keine Revanche von Ihnen, und ea mnn Xfineii dock oiiA interessant sein, den gesellschastlichen Kreis kennen zu lcr- -" i- -KJ " ' , I 1 nen, der sich um die en Börjensurjten qruppirt." Glauben Sie, daß ich Gefallen an ibm finden werde V ' . , . r.tt,ntri vütwn (v. len irrn ndct bringe ich ihr gern das Opfer." 1 m, qlnslieknma der Taiel bat Earlsen seinen Gast um die Erlaubniß, sich ein liu drnihsfen zurück'ieben i dürfen, um die aemohnte Siesta zu halten, und als er sich hierauf entfernt halte, schlug
Wuth, mdem er sich hoch ausrichtete und ..Sie beleidigen mich," unterbrach Eldem Amerikaner einen haßerfüllten Blick len ihn erregt, während sie ihm hastig ihzuschlcuderte. Ich weiß nicht, ob Ihre re Hand entzog. Sie kalten mich einer
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legcnheiten vergessen. Man scherzte und gen! O, sagen Sie mir nun auch, ob plauderte über gleichgiltige Dinge, bis meine Liebe auf den Lohn hoffen darf, Bob mit der Metdung eintrat, daß die der treuer Liebe auch zu Theil werden
brachte die Rede auf das Haus des Dok- Sle waren unter eme Blutbuche stehen torS und im eitern Berlauf auf die Fa- geblieben, die ihren dunklen Schatten milic Schlichteres. über sie breitete, ihre Hand ruhte wieder
.ein, aver.oas thut a oem nicrcnc gen, unv uic lumc, uu3 M 0ub seinen Abbruch. seines Gesichts leuchtete, Iicu (5"gen soe nun, ich will es mir noch einmal gleich erkennen, daß er kein ablehnendes HO ' ' V' . . nyy..i ... C X. l . t t . 0.,..V ..S
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Ellen dem Gaste einen Spaziergang durch den Garten vor. Eugen bot ihr den Arm, freudige Ahnung durchzuckte seine Seele. Sie traten in den Garten hinaus, in dem schattigen Laubengange wanderten sie langsam auf und nieder. Darf ich hoffen, daß Sie zu dem Feste kommen werden?" fragteer. Sie blickte lächelnd zu ihm auf,' ein sch:lmiscler Zng umzuckte ihreMnndwin kel. Wünschen Sie es so sehr?- erwiderte sie. Können Sie an der Aufrichtigkeit di?ses Wunsches zweifeln?" Ich weiß es nicht. Als Freund des Hauses werden Sie sich meiner Cousine 5e?tha widmen müssen, ich aber werde außer Ihnen und Papa keinen Freund in jener Gesellschaft haben. Ich glaube, Sie müssen zugeben, das; dies für mich außerordentlich langweilig fern ' würde, Zumal ich mich außerdem auch noch auf fade Schmeicheleien gefaßt machen muß, die mir zuwider sind." Und wenn ich Ihnen nun verspreche, daß ich nur Ihnen mich widmen will ?" fragte er leise. Sie fchlug vor seinem leidenschaftlichen Blick erglühend, die Augen nieder, uud schüttelte zweifelnd das Haupt. Dieses Versprechen können Sle nicht geben," sagte sie, Sie würden sich dadurch den andern Damen gegenüber einer Undöflichkeit schuldig machen, die man Ihnen schwerlich verzeihen dürste." Dieser Gefahr würde ich mich nicht aussetzen, wenn Sie mir das Recht einräumen wollten, nur Ihnen mich widwen zu dürfen," fuhr er mit vibrirender Stimme fort, während er die kleine Hand erfaßte, die in seinem Arme ruhte. Ich weiß, daß Sie diese Bitte als eine UnVerschämtheit bezeichnen und zurückweisen können, aber ich erinnere Sie daran, daß Sie selbst mir gesagt haben, der Mann müsse wagen und hoffen. Ich habe gewagt, darf ich nun auch hoffen?" Sein Blick ruhte voll banger Erwartung auf ihrem erglühenden Antlitz, sie wandte cs hastig ab, er fühlte, wie ihre Hand in der feinigen zitterte. Ellen. Sie müssen es ja lä'igst wissen, wie tief und innig ich Sie liebe," nahm er nach einer Weile wieder das Wort. Sie müssen es erkannt haben schon in jener
stunde, in der ich Sie zum ersten Mal sah. Glauben Sie mir, ich habe lange mit dieser Liebe gekämpft, weil ich mir sagte, es sei Thorheit, glauben zu kön neu, daß die Tochter eines Millionärs sich herablassen werde, einen armen Ad volat " Berechnung fähig, die nur niedriger Denkart entspringen kann." . Mein. Gott, das lag doch nicht in meinen Worten, fuhr er betroffen fort, Wenn Sie diese Absicht herausgefunden haben, an die ich selbst imTraume nicht gedacht habe, so bitte ich Sie tausendmal um Verzeihung. Ich wollte Ihnen ja nur beweisen, wie sehr ich gerungen und gekampft habe, um einen Traum zu vergesien, dessen Erfüllung mir unmöglich schien. Ich konnte es nicht, theure Ellen, 4 fZ. A i(Tl C44a iJs S m C A fc . soll! Ich will nicht klagen, wenn Sie diefe Frage verneinen, ich will dann still von hinnen gehen und nur den einen Wunsch mitnehmen, daß Sie glücklich werden mögen.' in der feinen, und jetzt schlug sie die feelenvollen leuchtenden, Augen zu ihm auf, ans deren unergründlichen Tiefen eine Fülle von Glück ihm entgegenstrahlte. Glauben sle, daß ich glückuch werden könne, wenn Sie mich für immer verlassen wollten?" fragte sie mit bebender Stimme. Meme Ellen !' jubelte er und feine starken Arme zogen ie an tm yerz und seine Lippen. Trunken von CqIucI t . , . , v c uno reuoe gaoen ue na) ganz oem jw sche hin, der beseligend sie durchströmte, und es währte lange, ehe sie aus ihm zur Wirklichkeit wieder erwachten. .Du böser Mann !" flüsterte Ellen. Was sprachst Du vorhm von der Tochtcr des Millionärs? Hast Dn nur sie in mir gesehen ?" !un beleidigst dn mich !" scherte cr, - A t abermals sie lu!,eno. Weil ich Dich strafen will für deine Zweisel, Du bo,er, h:ll)gellebter Mann!" Und wlllzt Du mir nun auch verzeihen?" Ich mun es wohl," seufzte ne ichcrzcnd, aber verge,lcn weroe ich es lz nie, daß ich diese Zweifel, die so häßlich waren, fortkujsen mnte. vaxn tan es genng sein wel rte sie lachend, als er ihr ronges Antlitz wiederum mit Zkuzzen bedeckte. bedenke doch, wenn ein fremdes Auge uns laue : Die ganz: Welt mag Z-uge meines Glückes sein!" jubelteer. Ich habe Dick, was will ich mehr ! aus meinen Handen will ich Dich Durch Das lcdcii tränen. Dn mein iänes Lieb, 'dem ich mein c - Erdcnglück verdanke ! Wirst Du auch Wort halten ?" fragte sie heiter. Wirst Du nie dieses Ver sprechen vergeben V Wie konnte ich eZ vergessen, da meine ilicyc un uuiuui wiiw viy uva-j vyiuv Cll -t. Vtw t( AfA V X t it it A P l I Y 3 lV ylnau . Jch glaube Dir, aber nun sei vernünf i i! tiii',AUir t f., stosi ki. n .w1111 iublt vs,uui,.ihüu in der ihre Hand in feinen Arm legte. laß ur.s noch eine Weile wandern, dann gehen wir zu Papa-, 'um ihn zu überra schen. I 1 ' . . . t o m John Earljen yalte vas giuclliche Paar zchon vom zensier ,eincs avlneis aus gesehen, ihre glückstrahlenden Mienen verriethcn ihm das Vorgefallene, cr ging in den Gartenfalon, um sie vort zu emplan weinend zugleich eilte Ellen in die Arme ihres Vaters, der fein Kmd lange lnmg umschlungen hielt und dann auch Eugen umarmte.' Jch vertraue darauf, daß Sie Ellen glücklich machen werden sagte er ,n tie
allen Daran orr m iiira neu ijuuc. uuuiu uuu
fer Bewegung, und mit diesem Vertrauen segne ich den Herzensbund." Eugen hatte kaum Zeit gesunden, seinen Dank auszusprechen, als Hedwig eintrat. Die übermüthige Heiterkeit Ellen's und der glückstrahlende Blick des Bruders liehen auch Hedwig sogleich erkennen, daß das entscheidende Wort gesprochen und der Bund geschlossen war. Und in demselben Augenblick, in dem sie dies erkannte, erinnerte sie sich auch der dnnklen Anklage, die ihr Vater gegen Earlsen erhoben hatte. Daß er diese Verlobung billigen werde, konnte sie nicht glauben, und ra.'um war es ihr auch nicht möglich, mit heiterer, unbefangener Miene den Liebenden Glück zu wünschen, die nach ihrer Ueberzeugung nur schweren Stürmen und Kämpfen entgegengingen. - ' Ellen achtete wenig auf den sorgenvollen Erilst der Freundin, um so schärfer beobachtete Earlsen, der den halb vorwurfsvollen halb ängstlichen .Blick bcmerkte, den Hedwig dem Bruder zuwarf. . , , , . Ihm sagte dicscr.Blick, daß im Familienkreise des Doktors über diese Verbin duuz schon gesprochen war, und daß man Einwendungen gegen sie gemacht hatte, deren Wiederholung Hedwig nun bcsürchtete. t..'.. Er erinnerte sich jetzt auch, daß der Doktor seinen Besuch noch nicht erwidert hatte, und cr fand herein nun eine Abficht, an die er bisher noch nicht gedacht hatte. Er wollte darüber sich sofort Gewißheit verschaffen. Das Brantpaar saß Hand in Hand auf dem Divan und fcherzte mit Hedwig, deren Lippen ein gezwungenes Lächeln umspielte. John Carlsen, der beobachtend in einer Fensternische gestanden hatte, trat zu ihnen. Ich zweifle nicht daran, daß Sie nun auch wünschen, Ihr Glück aller Welt bekanut zu machen," wandte er sich zu Eugen, und da ich gegen die Erfüllung dieses Wunsches nichts einzuwenden sinde, so werde ich mir, erlauben,' morgen früh die Karten drucken zn lassen und die VerlobunZanzeige an die Zeitungöexpeditio nen zu schicken." ; " Hedwig warf dem Bruder einen bedeutungsvollen, warnendenBlick zu, sie schien einen Einwand machen zu wollen, aber Eugen kam ihr zuvor. . Sie haben meinen Wunsch errathen, und ich danke Ihnen herzlich für . Ihre freundliche Bereitwilligkeit," erwiderte er, aber Sie werden mir gestatten, mit der Veröffentlichung zu warten, bis ich meinen
Vater benachrlchtlgt habe." DaZ könnte ja noch in diefer Stunde geschehen," sagte Ellen heiter Wir lassen anspannen und fahren hin " ' Papa ist nicht zu Hause," unterbrach Hedwig sie rasch. Er ging mit mir zu gleich aus, und ich Erinnere mich, daß er hinterließ, er werde vor Abend nicht heimkommen, da er mit einigen Kollegen eine schwierige Operation zu machen habe." Eugen hatte den Wink verstanden, so dankbar er seiner Schwester auch dafür sein mußte, zürnte er ihr dennoch, war doch nun auf ein süßcsGlück ein dunklcrSchatteil gefallen, der ihn beunruhigte. Dann werden wir warten müssen," wandte er sich zu Ellenund er schien damit ditses Thema abbrechen zu wollen. Nicht so Earlsen,. der ebenfalls die Absicht Hedwigs erkannt hatte und i?un auch Klarheit haben wollte. Sie furchken doch nicht, daß Ihrem Herrn Vater diese Verlobung nicht angenehm fein könne? fragte er, die Brauen leicht zufammcnzieheild. Eugen blickte betroffen auf, der Tsn,in dem diese Frage an ihn gerichtet' wmden war, erinnerte ihn an den. rathselh&ftcii Verdacht seines Vaters. Wie können Sie nur drrran denke!" erwiderte er mit leisem Vorwurf. Nein, gewiß nicht, :m Gegentheil, er wird sich geehrt fühlen und an meinemGlücke den nigsten Antheil nehmen. Aber Papa i$ ein Sonderling, er yat Alles, was hinter seinem Rücken geschieht,-und er würde es mir übel nehmen, wenn ich ihn nicht vor her von meiner Verlobung benachrichtigte." .... Der alte Herr schüttelte das Hsaupt und fuhr mit der Hand langsam durch den filbergraüen Bart. " Sie müssen das freilich am Besten wissen," sagte er, ich kenne ja die Gründe nicht " Ich bitte Sie recht herzlich, hegen Sie kein Mißtrauen," siel Eugen ihm in die Rede, ich gebe -Ihnen die Versicherung, daß kein Grund dnzn vorhanden ist.. Auf die kleinen Schwächen seines Vaters mu ein liebevollerSohn Rücksicht nehmenSie werden mir dies gewiß nicht verargen, ich weiß, ich mache meinem Vater eine-besondere Freude damit, wenn ich ihn zuvor um Rath frage nnd mirdenAnschein gebe, als ob meine Verlobung nur eins Frucht dieses Rathes sei. Er wird sich dann sür den Begründer meines Glückes hauen." Nun, .diese Freude können wir ihm ja bereiten," sagte Ellen, lächelnd zu ihrem Vater ausblickend,' dejienErnst ne nicht begrisf. unser Glück wird nicht dadurch getrübt, daß wir die Veröffentlichung einige Tage hinausschieben. Und was mich persöalich betrifft, so liegt mir nichts daran, ob auch dieAußenwelt mein Glück erfährt,. mir genügt es. wenn nurDiejenigenKenntniß davon haben, die es mit mir theilen." Darf - ich einen Vorschlag' ' machen? fragte Eugen. Gewiß," nickte Earlsen erwartungsvoll. Erscheinen wir Alle auf dem Gartenfest, das der Bankier Schlichter am nachstcn Donnerstag gibt und zu dem wir ja eingeladen find, dort haben wir die beste Gelegenheit, die, Gesellschaft von unserer Verlobung in Kenntniß zu setzen." ,Emv.standcn : sagte Ellen. , -Nicht doch, ich bin keinFreund von solchen Uebcrraschungen, die mich zum Mittclpunkt eines großen Kreises machen," erwiderteEarlsen, .ich liebe neugierige und lästige Fragen nicht, die sich daran knüpsen, indessen will ich mir den Vorschlag überleben." Ich glaube auch nicht, daß Papa diese Ueberraschuna lieben wurde," sagte Hed wia mit einem leisenSeuwr. .Aber wollen wir nun nicht dieses Thema fallen lassen? Ist es nicht thöricht, diese frohe Stunde durch solche Fragen zu trüben Y Ellen und Eugen waren damit cinver standen. ..,'" Als der Abend dämmerte, nahmen die Grschwlstler Atychud, selbstEugen wünsch
te 'die Trennung, er konnte sich seines
Glückes nicht mehr freuen, so lange dieser Schatten auf ihm ruhte, der seine Seele mit ernster Besorgniß erfüllte. Und sage mir du Unglücksrabe, weshalb mußtest dn mit deiner trüben Stimmung in unsere Freude hineinfallen r nahm Engen das Wort, als cr mit feiner Schwester die Villa verlassen hatte. Wir waren so glücklich " Verzeihe mir, daß ich mich nicht beherschen konnte, aber eS war mir nicht möglich," unterbrach Hedwig ihn. Eben weil ich dir und Ellen dieses Glück von ganzem Herzen wünsche, ängstigen mich die Besorgnisse, die, wie du wohl selbst weißt, nur zu sehr begründet sind. Papa sprach hcnte Mittag bei Tisch wieder von seinen N'tw -?)crker Erlebnissen, und zwar wiederum in seiner dunkeln, räthselhasten Weise, aus der man nicht klug werden kann. , Er bcharrt noch immer auf seinem Verdacht gegen Earlsen und deshalb auch kann er sich nicht entschließen, ihn zu besuchen. So wird er nun wohl sein Geheimniß nir enthüllen müssen," erwiderte Engen . ls.: Mir unmuthig. , Ich wette, die ganze Sache beruht auf einem Irrthum oder auf feiner Uebertreibung, indessen, was auch bei der Enthüllnng herauskommen mag, ich lasse nun nicht mehr von Ellen." Auch dann nicht, wenn du ihretwegen mit dem Vater brechen müßtest V Sieh nicht gleich so schwarz. Papa wird meinem Glück nicht in den Weg treten." Du kennst seinen starren Kopf, was er einmal für recht erkannt hat, davon läßt er sich nicht abbringen." Er wird mir nicht beweisen können, daß John Earlsen ein entehrendes Verbrechen begangen hat." Und wenn er es dennoch könnte?" fragte Hedwig voll ernster Besorgniß. Dann freilich aber nein, es ist unmöglich !" Ich würde das auch behaupten, wenn Papa nicht so entschieden erklärt hätte, daß er seiner Sache völlig sicher sei." Und er soll mir heute Abend nochAuskunst und Gewißheit darüber geben," erwiderte Eugen entschlossen. Fordere sie heute nicht, Papa ist wieder einmal schlechter Laune und in solchen Stunden läßt sich schlecht mit ihm reden. Er könnte in der ersten Aufwallung feine Zustimmung zu dieser Verlobung kategorisch verweigern, du würdest das voraussichtlich nicht ruhig hinnehmen, und mir bangt mit Recht vor denFolgen eines solchen Wortstreites Eugen blieb lange in Nachdenken versunken. ' Ich will deinem Rathe folgen," aber morgen muß die endgiltige Entscheidung getroffen werden, länger darf und werde ich nicht lvarten,. die Rücksichten auf meine Braut und ihren Vater verbitten es mir." Sie waren vor ihrem elterlichen Hause angelangt, Hedwig nickte zustimmend und stieg die Treppe hinauf zur Tante, während Eugen in. sein Kabinet ging, um dort seinen trüben Gedanken nachzuhängen. Fünftes Kapitel., El schlimmes Ende. xfl, .es l'itrh nnm nrnfcnrtrn tr?rhr " sagte der Bankier Hugo Schlichter, indem J3 j ) ü' n vrv er lich mit einem stolzen, tnumphlrenden Blick im Familienkreise umschaute und mit dem vergoldeten Lösselchen in seiner Kaffeetafse rührte, wir können's ja, also wellen wir auch einmal der Residenz zeigm, wie man ein Gartenfest arraugiren muj." Bis jetzt hat von den Eingeladenen noch Niemand abgelehnt," erwiderte seil Gattin, die in eleganter Morgentoilette auf den rohseidenen Polstern des Divans saß, schon der neuen Villa wegen werde:? Alle kommen. Ich will nur hoffen, daß die Dekorateure bis Donnerstag sertig. werden." Na, heute ist Montag, sie haben also noch vier volle Taae dazu," tröstete der Bankier, überdies vermag Geld Alles,. und bu weißt, ich knickte nicht. Leben und' leben lassen! Aus eine Handvoll Fünf Hundertthalerscheine kommt es ja nicht an.. Die-Salonmöbel sollen heute geliefert, werden, morgen folgt die Einrichtung desgroßen Speisesaals; dasMusikzimmerund'. oas oouooir, vie cuiaiziinmer uno mein. Kabinet erhalten ihreMöbel amMittwoch,, ich denke, Donnerstag früh ist Alles in. Ordnung." Spät genug," sagte Otto bedenklich). MMfr iOll Gaste lind auf Donnerstag Abend. achd Uhr geladen." Sie werden Alles in bester Ordnunz, finden," fuhr sein Vater mit Zelvstgcfälllgern, Lächeln fort. Der königliche Hofrcstaurateur wird mit seinen Köchen und Tcftldeckern schon Vormittags kommen, ebeuso der Pyrotcchnikcr, der mir eine feenx hafte Illumination des Gartens inAuS sicht gestellt hat. Die große Musikkapelle findet sich um sieben Uhr Abends ein. Während die Gäste kommen, wird der große Einzngsmarsch aus Tannhaujer spielt, zur Tasel begleitet der Hochzeitaus dem (ommernachtstrauM, und während der Promenade durch, den Garten derKrönungsmarlch aus demPrS' phet. - Es wird brillant werden." Nur nicht zu rnelMn vat Hertha, deren Lippen ein spZItisches Lächelm um zuckte. Und das großeeucrwerk. wurde ich vielleicht auch nicht abbrennen la.fi!. man wird nachher sagen, es fer AmS nur Großthuerei gewesen." Pah, dem Neid können teur nicht Schweigen gebieten," erwiderte.decBankkier, indeß cr den Blick zu der reich vergoldeten und mit Stuckverzicruug überladencn Zimmerdecke emporsandte. Besser Neider, als Mltlelöer, wtrn, unjer Fejt nicht gefällt, der mag verfiAhcn, es besser zu machen." Sie werden uch Huten." spottete Otto, es" kann nicht Jeder drei bis viertausend . . Thaler für emen solchem veno ausge ben." Wen es dabei noch bleibt !" fuhr der. Bankier mit einem geiiugschatzenden Ach selzucken fort. Die neuen Livreen für die Dienerschaft kosten auch ein hübsches J V C ummchen. Jcy lzave oa eine orgirzeue Idee, Hermine, wollte ich eigentlich tmit überraschen, aber ich werde dir wol die Aussuhrung überlasien müssen, wenn die Veicyicyle gescymaavou arrangrct werden soll. Den großen Speisesaal und die beiden angrenzenden Räume möchte ich in einen Patmengarten umwandeln, ,ch babe mich bereits umgehört, die. Palmen und
die übrigen Gewächse will der Hofgär.wer mir liefern. Der Scherz wird etwa fünftausend Thaler kosten, eineBagatelle,nach dem Fest lasse ich neben der Villa und mit diesi'r verbunden ein großes Gewächshaus bauen, so daß wir auch im Winter unter Palmen wandeln können." Ein solcherWintergarten wäre köstlich," sagte Hertha, aber wenn ich das viele Geld bedenke " Na, laß das .Gewächshaus ebenfalls fünftausend Thaler kosten uud die weiteren Anschaffungen zur Eomplctirung auch Noch zweitausend. Was will das heißen ! Am vergangenen Samstage habe ich mit einem einzigen Federznge sünfzigtausend Thalcrgewonnen, soll ich da noch kni-ckern?-Gewiß nicht," erwiderte seine Gattin. Wann können die Palmen gebracht werden?" J Ich werde heute noch dem Hofgärtner Auftrag geben. Ich denke, amMittwoch, das Arrangement muß er natürlich über-
nehmen, aber es wäre mir lieb, wenn du die lehte Hand anlegen wolltest." .Das soll geschehen," nickte sie und ein fmim i si S 4 - f . r jr 1 . imiuiynniuii ?tviz lencgicic oaöei au ihren kalten Augen, ich werde nachher beim Hofgärtner vorfahren. Erinnere mich daran, Hertha, ich habe noch so Vieles zu besorgen, daß ich manchmal- nicht weiß,, wo mir der Kopf steht." Na, na, sorg nur," scherzte der Bankier, ich kann's nicht übernehmen, mir macht die Börse übrig genug zu schaffen. Schade,das man nicht andereLeute sür sich denken lassen kann, ich wollte es gern be zahlen." Es würde nicht viel Gutes dabei heraus kommen spottete Otto. Hast du auch daran gedacht,' dem Restaurateur ;u befehlen, daß nur echter Champagner fervirt werden darf? Die deutschenSchaumweine dürfen nicht auf unsere Tafel kommen " Beruhige dich, es sind fünfhundertFlaschen neuer Cliquot, die Flasche zu drei Thaler und einige Groschen, bestellt." Gut, daß ist eine passable Sorte." Ich bin neugierig auf die Augen, die mein Bruder Heinrich machen wird," lachte der Bankier. Du hättest ihn nicht einladen sollen," grollte seine Gattin, er paßt nicht in unsere Kreise, mit seinem altmodischen Rock wird er durch den Garten siolziren, wie ein Storch auf der Wicfe." Hm, ja, aber ich konnte ihn allein doch nicht zurücklassen, das würde ihn beleidigt haben ! Ich freue mich schon über den Spaß, wenn er über die Verschwendung jammern und in seiner gewohnten Weise berechnen wird, wie manche Familie mit dem Gelde hätte unterstützt werden können ! Als ob wir nur deshalb leben und arbeiten dürsten, um den Proletariat unter die Arme zu greifein!" Wenn er seine Klagen an mich richtete, wollte ich ihm eine Antwort geben, die ihm nicht gefallen sollte," sagte Madame Schlichter, das stolze Haupt trotzig erhebend und ihrer Tochter, die den menschenfreundlichen Onkel stets in Schutz nahm, einen herausfordernden Blick zuwerfend. Ich glaube faurn, daß er unserer Einladung folgen wird," erwiderte Hertha ruhig, cr ist über Rudolf sehr niedergeschlagen, und irrech nicht, so will er auch am Freitag oder Samstag mit der Tante nach Karlsbad reisen" Rudolf reist am Mittwoch ab," fügte Otto hinzu, das wird ihn ja auch verstimmen." Die beiden Herren' gingen nun ins Ka binet, um ihre Tage'arbeit zn beginnen. Die mit der Post eingetroffenenBriefe la gen schon aus dem Schreibtifch, die beiden ersten Stunden verstrichen rasch mit dem Durchlescn der Briefe- und den Notizen für ihre BeantwortunF. Dann folgte eine Conferenz mit dcnr Buchhalter und dem Korrespondenten, nnd als diese kaum beendet war, wurde Herr Werner Blumbach angemeldet. Der Bankier bot dem' hagern Herrn einen Seffel an und entfaltete das Papier, daß diefer ihm überreicht?, es enthielt ein Vercichniß mehrerer Börsenpapiere. Ich möchte mir die Frage erlauben, was Sie von diefcn Effekten halten, .die augenblicklich an der Börs wenig beachtet sind," sagte Blumbach.' WennSie glauden, daß diese Papiere ewe Zukunst haden, wollte ich Sie bitten mir von jeder Sorte für sünfzigtausend. Thaler zn kausen." Gegen baare Zahlung?" fragte der Bankier, nachdem daS. Verzeichn iß flüchtig gelesen hatte. Nein, aufSpekulatimL. Soviel baares Geld besitze ich nicht. Ich möchte dieses Geschäft nicht unter meinem eigenen Namen machen, auch wünsche ich, daß mein Vater nichts davon ersährt, er bat sür die Börse wenig übrig,. it m)tn ja, alte Leute wagen nicht! gerue sie haben den Muth und die Spannkraft verloren. Auf meine Discretuzn durfenSle oauen. ,Wir könnten 'vicWcht noch ein ande res Geschäft mit; der hagere Ma zer. Sie sind Earlsen, der kürzlich, aus- Am:rtta zurück.gckebrt ist, verivand'i" Allerdings Und hatte ich recht gehört, so zahtett Sie in seinem Auftrage dieSchulden aus die fein Vater hinterlassen hat ? Auch das ist richtig." Nuz denn, meinVater hat an denVcrstorberen noch den Botrag dieser vier. Accepte zu fordern;." fuhr Blnr.rbach fort, während er sem Portefeuille öffnete und die vergilbtem Papiereauf drciSchrnbnich legte. Daß. die Forderung berechtigt ist, werden Sie ans oem bellleaendenchuld schn leyeii, der Gesamtbetrag macht rrut Zins wo Zinjeszins hundertnnddrel Mausend Thaler aus. Sie werden zuI aaUm 4. am 4 t a a X T m. rr . u. u grvcii, yu iiiuii uu cuic iiuttje V3uuiiuc nicht gerne verzichtet. Der Bankier schüttelte das kahle Haupt uud pruste die Papiere, auch Otto warf über die Schulter des Vaters emen Blick auf die Wechsel. sr , ... wewin man. erwiderte er. .aber l habe nicht die Berechtigung, Ihnen dies Summe auszuzahlen, so lanae HerrEarl sen mich nicht daz'a autorisirt. GehenSie mit den Papieren zum Rechtsanwalt La dcnburg, er ist beauftragt, die Forderun gen zu prüseu." .Ich roar nickt nur bei ibm. sondern auch bei Herrn Earlsen selbst." sagte der
einander machen," sagte Pach kurzer Ärujung. Tn wußtezr. das
nn mrd ernrm lenen Seus- szund hast lh.oennocy elngelozt.!"
Za vÄt dem reichen Heirm! Soll lch.dicicr Bagatelle wegcz-. .Jeu-
hagere Mann in herbemTone, es scZkint, daß man nur die kleinen Forderungen de cken will, um sich dadurch den Nuhm CintS Ehrenmannes zu verschaffen." Sie sind zurückgewiesen worden V 'Ja wohl, der Nechtsanwalt Ladenbürg, bei dem ich zuerst war, erklärte mir, daß er von dieser Forderung nicht unterrichtet sei, ich müffe mich anHern; Earlsen personlich wenden, und als ich nun zu diesem kam, war cr bereits unterrichtet. Er verschanzte sich hinter die Behauptung, die Wechsel seien Gefälligkeitsacccpte und der Schuldschein müsse gefälscht sein. Ucbrigens sei auch die Forderung verjährt, auf dem gesetzlichen Wege könne ich sie nicht mehr geltend machen. ?!enncn Sie das ehrenhast ? Prüfen Sie den Schuldchsein, wenn ich bitten darf, sagen Sie mir, ob Sie eine Fälschung entdecken können." Der Bankier kam der Aufforderung nach und schüttelte wieder das Haupt. Nein," antwortete er, ich entdecke nichts daran, die Unterschrift ist genau dieselbe, wie die auf dem Wechsel !" Wollen Sie mir die Papiere abkaufcn?" Ich ? Nein, lieber Herr, mit solchen Geschäften befaffe ich mich nicht." Dann entschnldigen Sie meineFrage," sagte Blumbach mit einer leichten Verneigung. Apropos, ich habe da noch ein kleines Wechselchen in der Tasche," fuhr er fort, während er die vergilbten Papiere wieder in das Portefeuille fchob und 'ein anderes Papier herausholte, es ist erst
in acht Tagen saülg, aver da ich einmal hier bin, lösen Sie es vielleicht heute schon ein. Zweihundert Thaler, ausgestellt vonJhremHerrn Bruder HeinrichSchlichter au die Ordre von Rudolf Schlichter auf Ihr Haus. Herr Rudolf Schlichter hat es an meinen Sohn endossirt und mein Sohn übergab es mir zum Jncasso, nachdem er es mit seiner Quittung Versehen hatte." ' ' ' ' Der Bankier hatte den Wechsel entfaltet, er preßte die Lippen fest auseinander, und aus den dunklen Augen, über denen die Brauen sich sinfter zusammenzogen, zuckte ein Zornesblitz. ' - Und wie kommt dieser Wisch in die HändeJhres Sohnes?" fragte er nach einer kurzen Pause-mit erzwungener Ruhe. Rudolf Schlichter schuldete meinem Sohne diese Summe," erwiderte der hagere Mann, deffen Blick lauernd auf dem ftarl geöthetcn Antlitz des Fragenden ruhte. ' . , Es ist Ihnen auch wohl bekannt, daß Rudolf Schlichter noch vor dem Verfalltage diefesWechfels feineNeife nachAmeri ka antreten wird ?" Ja wohl, das weiß ich " Und da wollen Sie sich für alle Fälle sicher stellen," spottete der Bankier. Sie sagen das in einem seltsamen Tone," erwiderte Blnmbach, sollte der Wechsel vielleicht falsch sein ?"' Nein, aber waL würden Sie thun, wenn er es wäre ?" Lieber Himmel, es wurde mir für den jungenMann sehr leid gethan haben, aber ich hätte in diesem Falle wohl die Verpflichtung gehabt, dem Staatsanwalt den Wechsel zu übergeben." Daß Ihr Sohn ebenfalls dadurch kompromittirt. worden wäre, hätte Ihnen wohl keine Sorge gemacht?" fragte- der Bankier, während er aus einer Schublade seines Schreibtisches zwei HundertTha" ler-Noten nahm, die er dem hagerenManne überreichte.. Nehmen'Sie gütigftdas Verzeichniß Ihrer Papiere wieder mirich bedaure, aufidiejes Geschäft verzichten. zu müssen." Werner Blumbach blickte ihn starrvor Staunen an,. diese Wendung hatte er.offenbar nicht. erwartet. Sie wollen meinen Auftrag nicht ausführen ?" fragte er, indem er mechanisch das Papier annahm. Wenn Sie vielleicht fürchten, daß ich nicht. für die nothige--5Leaung sorgen werde Keineswegs unterbrach der Bankier ihn kühl, ich weiß ja, daßSie ein v?rnd geilt er Mann sind, aber augenblicklich, bin ich schon so sehr:mit Geschäften überhäuft, daß ich keine weiteren übernehmen kann." Der hagere Msun schob das Papier.in die Brusttasche. ud erhob sich, , man sah ihm an, d& er. die Beleidigung empfand. die für ihn in diefer Ablehnung lac und daß es ihm schwer fiel, den jäh auflodern - r0M 'Srtrr jitrii(f jurvrnrtnfn v.. fl.....rJ...v)v... .Nun, wie Si? wollen!" sagte crwir. einer geringschätzeudenHandbcwegung, indem er nach seinem Hut gri, ich. finde wohl ein anderes Bankhaus, das sich zur Ehre rechnen, wird, mit wir iu, Verbindung zu treten. Gehorsamem Diener !" Der Bankier: warf einen verächtliche Blick auf Thür?;,hinter der Blumbach verschwunden wa Lnmp ! brummt er .Wer es sich zur Ehre rechnet, nnt. diesen Lump in Geschästsverbindung zu. stehen,, der muß felber eiu Schuft fein." Woraus willst du das schließen?" fragte Otto.. .Besieh dir: diesen Wechsels du kznnst doch auch die. Unterschrift deineOnW.Der Wechsel ist falsch," crroidert:Otto Zuchthaus bringen lassen ?- SKÄÄK UJ(.u;(.t vy,buiiiyt wui, vu iuiii.4. y, uw.) der Lump bereits Mit der Staatsanwalt schast drohte, drum auch mußte de.r' Wisch heute schau vorgezeigt den, ehe dermalscher abgereist war. - am ich gebe dir Abkühlung. .Nun, Herr Scharf,' wie hat Ihnen gestern mein Spiel im Theater gefal1. ;Ste haben alle meine Erurartungen 'vertrofsen, ytrr Fante r .Wie so, Herr Scharf ? Weil Sie noch schlechter gespielt ha. ben, als ich erwartet!" Verkannter Zweck. fV.V . vr - . Oeioroerei: vas yaden tote zu tyun, wenn issie vor dem Museum ste hen? Soldat: .Ich hab' Obacht zu'ge. ben " Feldwebel : un, auf was haben Sie jvaqt zu geben r Soldat : Daß ich mit meinem Ge weh? die Statuen nicht beschädige !"
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GaVi ifTcn aÜ5 ÄÄi: 72 bachwürden sich sonst uichtweigern. ihn ggawÄ mX r lassen.- A ?oir udie Sugln Aren' (oortsetzg so! -Angell.: WarteuSe man noÄ'nMo-
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Slitö der berliner (ZerilS.lalle.
Ick und mein Freind: Der' Fuhrmann Karl K., welcher schon zweimal , wegen Beamtenbelcidigung bestraf ist, steht von Neuem unter derselben ?lnklage vor dem Berliner Schöffengericht. Er war vor einiger Zeit von einem' Schutzmann bei einer Fuhrkontravention betroffen worden, u. als ihn letzterer um sein Nationale befragte und auf die Fahrvorschriften aufmerksam machte, antwortete er : S:e denken woll, ick bin so dumm wie Sie? Sie sind doch ooch blos bei Pfeiffer in die Armenschule gegangen, und wat die Pfiffigkeit betrifft, da können wir uns de Hand je ben !" P:üs. : K., bekennen Sie sich schuldig ? Angekl. : Allct,wat ick Ihnen an de Oogen absehen kann, will ick ja jern: zujeben aber man blos keen Jesängniß nich ! Lassen (3- sich erweichen, denn so is der janze Rummcl nich werth ! Präs. : Erklären Sie sich, ob Sie die inkriminirtcn Worte gebraucht haben. Angekl. : Ick habe nich kriminirt, ick kriminire nie. Präs. : Ick frage Sie, ob Sie. sich so ausgedrückt haben, wie eö in der Anklage steht. Angekl. : Cs is ja nich der Rede werth. Er is ja mein Freind. Wir jrüßen uns ja immer, und ick spezial immer sehr höflich ! Prüf. : Erklären Sie sich nun endlich, welche Worte Sie gebraucht haben. Angekl. : Verlassen Se sich man janz uff mir, Herr Jerichtshof, ick sage de Wahrheit : Aber sor so'ne Kleenigkeiten man um Joltcs Willen keen Gefängniß! Es iS ja mein Freind un will ja ja? nich haben, det '.ck bkftraft werde, nee, so iS er, det will cr wirklich nich! Ihm war jewiß wat in de Quere gekommen, oder er iS mit'n linken Fuß zuerst rnfgestanden, und ick war ooch'n bisken brummelig, un da wer' ick's woll jesagt haben. Jott, wat schad't denn det unter jute Fremde, denn sehn Se, i estimire ihm noch imwer so wie früher, un wenn ick ibm sehe, denn reiße ick noch immer mcinenFlappsdcckel runter, janz wie früher. Vors. : Angeklagter, ich frage Sie jetzt zum letzten Male, welche Worte Sie gebraucht haben. Angekl,: Welche Worte? Na soll ick denn meinen Freind noch mal beleidigen? Sie baben de Worte ja schon jesagt ! Aber böse wart janz jewiß nich jemeint, blos freindschaftlich ! Unser Eener macht ja woll ooch mal kleenen Scherz. Lassen Se't man mit ,n Zopp abjchen, mein Freind will't ja jar nich. haben! Auf Grund dieses Geständnisses beantragt der Staatsanwalt vierzehn. TageGefängniß, trifft dabei aber keinesneqs die Wünsche des Angeklagten: Machen Se't man mit''ne jelinde Jeldduße ab, Herr Jerichtshof. Ick denke, so Markener zwanzig, det is for de Jerichtskaffe beffer, un wodrum sollen denn anständige Bürjer, die bezahlen können, in't Loch jeschmiffen ver'n. Laffen Se doch det olle Jefängniß Sehn Sie mir man blos an, blos wenn ick jedrun ken habe, passirt mir so wat, sonst bin ick der anständigste und jemüthlichfle Kerl." Als trotz dieser Vertheidigung auf sieben Tage Gesängniß erkannt wurde, versuchte der Angeklagte den Gerichtshof nochmals umzustimmen, indem er sagte : Nee, det können - Se doch nich über't Herz bringen ! Machen Se doch man nich solche Umstände Et iS doch mal jeschehen, un LvMark iS doch immerhin ooch en scheeneS Stück Jeld. Er tonnte natürlich nur auf das Urtheil verwiesen werden und entfernte sich in. nndergedrückter Stimmung. S ch u l tze m i H n tz. Schultze heeß ick. det stimmt. Herr Je richtshos, aber ick spreche mir mit'ii tz" Sc replizirte der Tagelöhner August: Schulde, welcher sich wegen wiederholten Betteln vor dem berliner Schöffengerichte zu verantworten hatte, auf dieFrage nach seinem Namen. Vorsitze der Geboren sind Sie? Angeklagter :. Woll", woll', Herr Jerichtshof, jojar wohleboren; indem et uff dieAdreffe von litten' Bater immer druss jestanden hat. Jck stamme nämlich auZ 'ne sehr propre l Similt mslt ip-n'ffitTsnlT 31 Ars Sie nur Ihre Familien-Angele- ... . v .... . , .. r. G-nn-iien uno anirooiicn tsic nrr auir daSsas ich Sie frage: Sind Sie ge bore X (sich korrlgrrend) : Wo zb. Sre? geboren ? Angekl.: Det steht j2.ano.ngi die Aktens in Ode?berg, so'n Stückerner rei Dage un zwee Nächte vtn Ber lin. Vors.: DaS Qderberg in derMark: meeu Sie doch das ist doc.uicht sk rot. Angekl.: Jck bin et jeloffen, ick: we,"S doch wissen natürlichHei juteS Wetter. Vors. Was fage Sie auf die Anklage, die Sie des w'derholten Bettelns bezichtig? Angekl. ::Wat ssT der Mensch dadru.sf noch wat sagen !! u! bin janz paffI Vors. Sie sollen unter dem Vorgeben, Ueberschwemmter u sein, gebettelt haben. JsidaS richtig ? Angell.: IU. Ukberschwemter? Ne. sowat lebt nrz ,ck soll uberschwo-mmen sind ! Un iedsttelt hab' ic5iniema!S nich det iS AUmS Mumpitz. Vors Ent halten Sie lch aller unpassenden. Neden, sagen Sie Ueber du Wahrheit,, Sie mafonU die Saöe WmmCcU st. ist. Wegen ButclZ sind Sie. schon zuximal bestraft, vian kann Jhnkn also Zehr wohl zutrauen.. Angell. Yen Ü5srsitzenden unterbrechend): Von wegen die paar Dmger da red't keenWensch nlch!-Vors.: nuraent, Herr JerichtöhoZ ick muß mir det Ding noch'n Bisken überlesen au überlese Ällens kann der n nift ikick erinnern. Nrk - q?. wZ.d's ? I W m wmj ' " Angekl. (m't emer energischen Bewegung der rechten Hand), : Wenn'S denn sind I j I "( ( r . . 0 . uillß la uaie mir lajuicig, yin Gerichtshof, adex verknacksen Se mir nich zu dolle, bitte um 'n bisken mildernde umstände.Der Gerichtshof faßte denn auch die Sache sehr milde aus und nahm den wortgewandten Schultze mit .fc" in eine Haftstrafe von fünf Tagen. (Bert, agkdl.) Ich wkik ganz genau, wie die ttinder meines Nachbars erzogen werden müßten, aber in Bezug auf meme elgev.en d:n ich noch nicht vSU.lg tm klaren.
