Indiana Tribüne, Volume 6, Number 170, Indianapolis, Marion County, 9 March 1883 — Page 2

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Zndiana Priölme., ?ögstch,' xtnd SonntagsanSüaö'. F & 1l.usir fr - Indianapolis, Ind., 9 Mär; 1883. Tie nücNfle N"drt in'S nördliche (SiSmeer. König O-kar von Schweden, der fdweoische Naturforscher Dr. Oskar lison und der Russe Sibiriakoss haben c f x. f : j. . rtn. au ycHuiiiyauiu;-. atujtui. eine tfcdition ausgerüstet, welche unter Führung des bekannten Nordpolfahrers Norden ,skjöld demnächst nach dem nördlichen Eismeere abgehen wird, um Grönland t ? ?

;so gründlich, als es die Unwirthlichkett gn derselben Grasschaft wird sehr viel dieses Erdstriches irgend gestattet, zu irländisches Perlmoos Knorpeltang, durchforschen. Grönland ist bekanntlich Oarrliagen, lucus crispus gesam das ausgedehnteste Nordpolarland und mitt getrocknet und verkaust. Dies ein durch Eismassen dicht verbundener enthält bedeutenden Nahrungsmerth, ist Archipel oder richtiger eine colosiale von gber-den armen Leute, die es einheimsen, kleineren Inseln umgebene Hauptmsel, Ju ioax0 so daß diese es verkaufen und 'deren nördliche Grenze sich über den 82. ulm Beräth besitzen, mit denen sie i Grad n. Br. hinaus erstreckt. DaS m s.ünt stillen könnten. Aus Car. Areal der Hauptlnstt wird bls zum 80. ghen wird eine Lieblingsspeise der Jr'Varallelkrelse aus 3ü,738 geographische lder bereitet und zwar in der Weise, Quadratmechn ; berechne: und entzieht bfl man e3 ia Wasser weichen läßt, dann sich über denangegebenen Brettengrad ;m mftrf amvit. mit Milck

.hinaus noch beute jeder Schätzung. Die jFKabe der Expedition ist speciell,Spu. ,res omenlaen Annevlunaen von Aor w?gnn aufzufinden, welche bereits um das Jahr S83 von Erik dem Rothen ge gründet worden sind. Spuren dieser Niederlassungen hat man bisher an der Westküpe von Grön land vielfach gefunden, namentlich Grab steine mit Runen und isländischer Schrift aus dem II. und 12. Jahrhundert, lange Reihen von Särgen mit Skeleten, sogar die Ruinen einer kleinen, und einfachen Kirche. Nordenskjöld ist jedoch durch seine frühere Reise zu der Ueberzeugung gekommen, daß das eigentliche und wich tigste Colonialgebiet sich auf der Ostküste von Grönland befunden habe. Um das Jahr 1000 zählte man in dem .grünen' Lande" bereit? 190 Niederlassungen und mehrere Klöster, die Blüthe derselben dauerte bis in das 14. Jahrhundert, zu welcher Zeit dieselben aus der Geschichte verschwinden. . Die Ursachen des Verfalls sind in dem Vordringen der Eski moS, in dem durch die politischen Vor gänge in Norwegen bedingten Aufhören der Verbindung mit diesem Lande und in den Verheerungen einer ihrem Aus gangSpunlte nach völlig unbekannten feindlichen Flotte, keineswegs aber, wie vielfach angenommen wurde, in einer plötzlichen Veränderung deS Klimas zu juchen. Die letzten Nachforschungen nach Spuren dereinstiger Cultur aus der Ostseite des .grünen Landes- wurden in den Jähren 182321 von dem Dänen Grash, jedoch völlig erfolglos, vorge nommen. Nordenskjöld hat entdeckt, daß alle Funde an der Westseite von Grönland beweisen, daß die riesige Insel dereinst vom Osten au cultivirt wurde und daß die früheste Colonisation östlich von Cape Farewell stattgesunden hat. Er ist überzeugt.daß sich nach Ueberwindung des -durch die Eismassen beinahe unnahbaren Küstenstriches im Osten imJnnern der Insel Oasen vorfinden müssen, die, von Kebiraen umsäumt, nock deute de Charakter des .grünen Landes- tragen. Die bis heute bekannten östlichenKüstenstricheGrönlands bilden ein jäh aus dem Meere aullteiaendeS Tafelland, das aus !

mauerähnlichen Wällen, parallelen Ter- lurlSndern der Fall ist. Ein Eorraffen, unwegsamen Schluchten, Nadeln. ! respondent der Londoner Times" macht Pyramiden und Gletschern besteht. Der lermr auf dle stets ttachfende Zahl der Eisüberzug ist so dicht, daß die ganze . Ehescheidungen m der Schweiz aus. Ostküste bisher für einen colossalenGlet-, merksam, bestreiket aber deren Zusamscher gehalten wurde. An der Ostseite menhang mlt der Zahl der Wirthschaften, in das Land vorzudringen, ist zur Win-. den em schweizerischer Statistiker vor terSzeit unmöglichen den wenigen Som. ! drer Jahren nachzuweisen versuchte, mermonaten aus dem Grunde außeror. I Er fuhrt ewige, lntereszante amtliche

dentlich beschwerlich, weil sich dann das ' Erdreich in den -Schluchten in undurch dringliche Moräste verwandelt. Nor denSkjöld will versuchen, von Osten aus in das Innere des Landes vorzudringen und ist überzeugt, daß er, falls ihm dies gelingt, nicht nur zahlreiche Spuren mittelalterlicher Cultur, fondern auch Land antreffen muß, welches noch heute günstige Bedingungen für Colonisation bietet. Die genannten drei Männer haben auch den Plan einer gründlichen Durchforschung der sibirischen Küste in den Kreis ihrer Erwägungen gezogen, jedoch neuerdings beschlossen, zunächst die Resultate der dänischen Expedition unter Lieutenant Hovgaard des unter dem Ramen .DijmphaExpedition- bekann ten Unternehmens abzuwarten. Dr. Dickson und Geführten werden Anfang Mai in einem schwedischen Kriegsschiffe nach Grönland aufbrechen. Seegraö als Nahrung. Der Telegraph hat berichtet, daß in Irland zur Zeit Tausende ihren Hunger mit Seegras zu stillen versuchen. Eine euglische Zeitung macht zu dieser Nachricht die Notiz, man dürfe sich das Ber zehren von Seegras Tang, Algen nicht so fchlimm vorstellen, als es zuZeiten von Hungersnoth noch im vorigen Jahrhundert war, wenn die armen Men schen das Gras aus den nassen Feldern rissen und in den Mund stopften, um den wahnsinnigen Hunger zu täuschen, sondern der Consum von Seegras sei in JrlanL auch in normalen Zeiten ge bräuchlich. Das ist zum Theil richtig. Allerdings wächst auf den Felsen an der Küste, d'ie nur während der Fluth kurze Zeit vom Wasser bedeckt sind, ein Tang, der zur Zeit ' der Ebbe von den Weibern und Kindern gesammelt, an den höher gelegenen Stellen des Strandes ausge breitet und an der Sonne getrocknet wird, hierbei eine dunkelrothe Farbe an nimmt und nicht nur von den Fischern, sondern auch von Besuchern jener Ge genden verzehrt wird. Die Leute 'thun dies aber nicht weil sie jenem Tang 1ihi3k irgend .welche nährende Ei genschaften zuschreiben, sondern jm Gi

ge7.thell, weil Derjelte den Appetit reizt, Es kommt auch vor, daßFrwachsene und Kinder sich daran gewöhnt haben, an dem Zeug herumzukauen, wie e bei uns die Männer mit Kautabak, Frauen und Kinder mit Candy und GumCandy thun. Nährende Eigenschaften hat je

ner Tana absolut nicht. Wahrend des l,kten Nothstandes starb in derGrafschaft Ct'are eine von ihrem Gatten verlassene ilrou im wahren Sinne des Wortes an . - .

Hunger; em Arzt wollte sich überzeugen, naymen. n tfoigc mt'cr ounr ueiob wirklich nur der Mangel die Todes serte sich die Lage der ..iiuarzeii zu ursacke gewesen sei, secirte die Frau und sehends, und der PsLn selbst ver

wnd, daß der Magen derselben mit aiiusk vollgestopft war, aber sonst ab ifllU, cntviclt. 5m der Grafschaft Doneaal ist Ueberfluß an dem genann P 1 t. . ten eegrae voryanoen , oie eure verhren es, aber dort gerade herrscht der aertvvkus und bat in. jedem ein,el en öaufe eine oder mehrere Personen ,rsiriff?n - i kocht und den eingedickten Brei mit Zocker oder verschiedenen Fruchtsäften mischt. Wer den darbenden Jrlandern empfehlen wollte, Carraghen zu essen, wenn sie kein Getreide hätten, würde in die Weisheit jenes Prinzeß'.eins verfal len, da bekanntlich sagte: Ab warum essen die armenLeute keinenKuchen, wenn sie kein Brod haben 's truuk. unÄ SHesHeidungösucht. kluf die Anklage, daß die Schweizer zenwSrtig die trunksüchtigste Nation Europas seien, hat der Berner Bundmit dem Nachmeise geantwortet, daß thatsächlich Belgien diesen traurigen Vorzug hat. Nach amtlichen Zahlen hat sich der Verbrauch von Spiritussen in jenem Jndustrieländchen seit 1820 i.i.t.'!HK.At ..v.W t.i.x.t :.4, Mf o:5 M8i "i 'SSS L'L43 Ä." ITlSrV rr"Z: . rM "v: itiii inir prinriiiiipiip 'rvrri 111 .1 t i 1 mtioonn c?:,?.. ns " vr f -r r ....vv:v iü2üw 2U3irwiü)aten, aizo t eine Kneipe au 12 Seelen. Alle 5oospitalt t (n.r.n.r tr h.v msM.j.v Ultt Wfc ff UUU Wt, nnh .;n;mmu x; k cn m,. " .71.. frtn,rnV 4RXH;.n ft.WsfSn. ::ll!r" lA.lu ".. ; : r " 's:. r:..T.rMr; . direct auf die Einwirkung deS Alkohols zurückzuführen sind. Derselben Ursache ' wird die Vermehrung der Selbstmorde beigemessen, deren Zahl von 352 im Jahre 1875 auf 581 im Jahrr 1880 ge stiegen ist. Es bedarf kaum eines ein gehenden Beweises dafür, daß die An Häufung der belgischen Arbeiter in Gru ben und Fabrildiflricten, ihre kümmerliche Lebenshaltung, die Unsicherheit des Erwerbes, sowie endlich die Bewilligung des Kartoffelfusels die Schuld an diesem furchtbaren Umsichgreifen des Lasters tragen. Wäre die Bevölkerung gut ge nährt und in durchschnittlich behäbigen Verhältnissen, so würde sie sich schwerlich in solchem Umfange dem übermäßigen Alkoholgenusse ergeben. Doch der Brnid" leugnet nicht, daß auch in der Schweiz, und vermuthlich aus denselben Ursachen, die Trunksucht in besorgnißerregender Weise überHand nimmt, was, mit alleiniger Ausnahme Englands, in allen europäischen Eulan, von oenen wir ole we,enilla) sten folgen lassen: Nuch dem kürzlich ver öfsentlichten Bericht des statistischen 53c reaus wurden im Jahre 1831 nicht weNiger als 1,171 Scheidungögesuche ein gereicht, gegen 1069 im Jahre 1880,und die Zahl der bewilligten Scheidungen betrug 945 gegen 826 im Vorjahre. Im Verhältniß zu den eingegangenen Ehen beläust sich die Zahl der Scheidun gen in der ganzen Schweiz auf 5 Pro cent, ein Verhältniß, das in keinem an deren europäischen Lande und nur in ei ner einzigen nichtschweizerischen Groß stadt erreicht wird, nämlich in Berlin. In Genf steigt daö Verhältniß auf 8.79 Procent, m Thurgau gar auf 9.2 Pro cent. Selbstverständlich stellen die pro testantifchen Cantons den größten Bei trag zur Zahl derEhefcheidüngen, und in Uri, Obwalden, Nidwalden und Inner' Hoden, die ganz katholisch sind, wurde nicht ein einziges Scheidungsgesuch ge stellt. Die Ursache für diese ScheidungSge suche erblickt der Correspondent in den lockeren schweizerischen ScheidungSge setzen. Es genügt sor Gericht eine unüberwindliche Abneigung" nachzu weisen, um die Auflösung der Ehe zu er langen, und die Richter halten ein ge meinschastliches Gesuch beider Ehegatten für einen hinlänglichen Beweis dieser unüberwindlichen Abneigung. Aehnliche Erfahrungen , hat man bekanntlich auch in den Ver. Staaten gemacht. Der Staat kann und soll vielleicht das Zu sammenleben von Eheleuten nicht er zwingen, aber es ist mindestens fraglich, ob er die leichtsinnige Eheschließung ge radezu begünstigen sollte. Poetische Gerechtigkeit. ES ist sicherlich bemerkenswerth, daß gerade ein Enkel Calhoun's, des Va ters der Rebellion", den größten Eifer an den Tag legt, die Lage der Neger zu verbessern. Dieser Herr. Calhoun, ein echter südlicher .Cavalier. theilt gleich wohl nicht die Verachtung seiner Lands leute gegen den trägen, diebischen, versostenen Nigger". Er kaufte im Jahre 1ö70 eine .Pflanzung in den Nlederun

gen von ArkavsaS, miethete Neger und war von Ansang an fest entschlossen, dieselben stetig an das Land zu fesseln, Zu diesem Zwecke lieferte er den Arbci lern ihre Pcovistsnen nicht zu den iibli chen betrügerischen, sondern zu mäßigen Preisen ui.d lies es sich angelegen sein,

ne von uöercmcn kniausen ai'.znmai) nen. Stets freundlich m:t den Negern verkehrend, gewann er deren Verträum, sodaß sie seine .N.itly..; willig an Cv . t . M F diente mehr Geld als aU. srlne Nach. barn. .'Bon 200 Acres lx?gröserte sich die Pflanzung aus ICtX) '.'lcrcö. oie aus gezeichnet bestellt sind und große ErNcze I : tn : . r. " . 7 . r. ! oitlien. saunier oer '.'leger uno reinlich und von wohlgepfl?gt?n Gärt chen umgeben, (alhoun besmältiat die .ungeheure Zahl von 1700 Negern,' die so )eyr mll lyrer age zufrieden sind, daß die Anwerber von anderen Pflanzungen bei ihnen nicht das geringste Gehör sin den. Sie wissen, daß'jkde Abmachung mit dem Pflanzer auf daö Gewisfenhafteste eingehalten wird und arbeiten mit Lust und Liebe. Um ihnen mehr Interesse einzuflößen, vermiethet ihnen Herr Calhoun Land gegen einen gewis sen Antheil an der BaumwollErnte. Bei ihm bewährt sich dieses System, während bekanntlich andere Pflanzer be Häupten, daß die Schwarzen rncht arbeiten, solange sie gefüttert werden. Meh rere Neger haben 00 bis 70 Acres gepachtet, die sie mit ihren eigenen Maul tyieren und mit Hilfe von ihnen selbst gemietheter Neger bestellen. Alles das, schließt der Correspondent, der die Pflanzung besucht hat, ist der Politik des "fair play" zu verdanken, erklart sich daraus, daß die Neger als Menschen behandelt werden und ihre Lage zu ver bessern im Stande sind. Der Enkel des ursprünglichen Secessionisten hat das Problem gelöst, die Prosperität der ehe malizen Sklaven zu heben und sie mit te!s dieser Prosperität zu intelligenten St'.lv.mgebern heranzubilden. 6 in amerikanischer Türke. r . , s , . Ende voriger Woche nabmen zwei Bundes Marschälle Stephen P. Mirzan I V 4 Sl $ A f A M A X A MU Vlin uv" vli -cmiii luuium.uui Kriegsschiffe .N.psic' in Empfang und - . - be örderten den elbe! ?rva )i iUni i ..um jua.. wo er f in v,eb : ncktdanse a be ,AfivfeMI nf" . v "W;; 7 7,7 : TZnz IV. ow i i""M luyic uW up.., oi o.(..mc : r. cnriMv lebte hier von 1856 bis 1863 und wurde amerikanischer Bürger. 1SC1 . : ' . J"iHC4 Hd. als Bankier und gab gleichzeitia in fran zösischer. Sprache eine Zeitung heraus, welche namentlich die eoyptischen Finanzen zum Gegenstände ihrer durch Sachkennmiß und Klarheit ausgezeichneten Besprechungen machte un) auch in den Londoner Blättern und Finarzkreisen Aussehen erregte. Die Hcrabsekung dcS Zinsfußes der egvptisch-britischenSchuld 5!te die egypti; Regierung Mir'27Z Vcmühunzcn in hhem Grade zu rc? danken. Der 5khedive zeichnete Mirzan durch Verleihung eines Ordens und im Jabre 1877 einer PenjlOi: auS. Die lehtere wurde bis 1L79 befahlt, dann aber aus dem Grunde znrückzezo gen, weil Mirzan sich weigerte, die damals von dem egyptischen Finanzmini sterium eingeschlagene Finanzpolitik in seinem Blatte zu verthe-.dizen Mirzan wandte sich unmittelbar an den Vice könig, und dieser beauftragte d?n Fi nanzbeamten Dahan, mit Mirzan wegen dessen Anforderungen an die Regierung ein Abkommen zu treffen. Die VerHandlungen führten zu einem Vergleich dahin, daß Mirzan gegen die ihm zugesicherte Zahlung von 1400 auf alle feine Ansprüche verzichtete. Monate vergingen, ohne daß Mirzan trotz wiederholter Mahnungen Zahlung erhielt. Am 17. Juli 1879 begab er sich daher wiederum zu Dahan und stellte diesem vor, daß er in geschäftlichen Verlegenheiten sich befinde und der. $1400 dringend bedürfe. Der Beamte antwortete grob, Mirzan nannte das Verfahren der Reaieruna gegen ihn. eine Schande, und' Dahan schlug ihn heftig in'S Gesicht. Vor Wuth außer sich, zog Mirzan einen Re volver und fchoß seinen Angreifer nieder. Dann stellte er sich der Behörde, wurde, nachdem er 11 Monate in verschiedenen Gesängnissen zugebracht hatte, vor dem amerikanischen. Gesandten in Alexandria processirt ..und von diesem am 14. Juni 1880 zum Tode ve'rurtheilt. Präsident Hayes wandelte die Todesstrafe in le benslänglicheS Zuchthaus um. Mirzan äußerte aus dem-Transporte nach Al bäny, er werde um einen neuen Proceß nachsuchen und hoffe, einen solchen aus dem Grunde bewilligt zu erhalten, weil seine wichtigsten Entlastungszeugen in Alexandria trotz der desfalls von ihm gestellten Anträge gar nicht vernommen worden feien. Meteor und Erdbeben. Am Dienstage voriger Woche Abends 10, Uhr 20 Min. wurden in )!ewport kurz nach einander zwei Erdstöße ver spürt. Dieselben waren so bestig, daß die Fenstertafeln und die Glasglocken über den Gasflammen laut klirrten und dauerten ungefähr je acht Sekunden ; sie verliefen in der Richtung von Nordwest nach Südwest und waren im Norden der Stadt mehr bemerkbar als im südlichen m 4. ä Xi . iT , . &iaoiiDciie. An oer umgeoung o:r Stadt waren die Stöße so bedeutend,' daß die Häuser in eme zitternde Bewe gung geriethen, und daß es an allen Orten und Enden krachte und klirrte. Viele Farmer sprangen aus ihren Bet ten, well sie glaubten, die Häuser stürz ten ihnen über dem Kopse zusammen. Ueberall war gleichzeitig mit den Stößen ein ungewöhnliches Sausen undBrausen in der Lust und eine schnell vorübergehende Aufhellung desFirmamentS wahr nehmbar. Jonathan Kenney war an jenem Abend auf der Fahrt nach seiner Farm, eine Meile östlich von Brcnton's Point, begriffen. Plötzlich vernahm er nach dem Meere zu ein Geräusch, wie es die Schaufelräder eines großen Dam

pfers verursachen. Er blickie in derl Richtung nach Point Judith, in dessen -Nähe die New Yorker Schisse vorüber.

fahren, konnte aber keine Schisfslaterne sehen. In demselben Augenblicke fuhr in der Richtung von Nordwest nachSüd west eine große und außerordentlich hell glänzende 5t'ugel am Firmamente hin, senkte sich gegen das Meer, schien an des sen Oberfläche eine kurze Strecke weiter zu fliegen und barst dann mit einer weit hin vernehmbaren Erschütterung. Die ganze Gegend war, während das Meteor sichtbar war, . tageshell erleuchtet und gleichzeitig mit dessen Verschwinden tra ten die beiden erwähnten Erdstöße ein. In derselben Weise, wie von Kenney, wurde die Erscheinung an der ganzen Küste und ebenfalls in EastGreenwich, Block Island, Barringtown, Olneyville, Bristol, Fall River, New Bedford und Normich. Conn., beobachtet. An einzel nen dieser Pätze wurden sogar drei Erdflöße wahrgenommen. Alle Personen, welche Zeugen des interessanten Schau spiels waren, sprachen die Ansicht auS, daß die Erdstöße nicht Folge eines Erd bebens, sondern von dem Meteore ver anlaßt seien. Diese Annahme hat indeß nur einen Schein von Berechtigung da durch, daß weder in Rhode Island noch in Connecticut bisher Erdbeden beobach tet worden sind. Ein ursächlicher Zu sammenhang zwischen dem Meteor und den Erdstößen dürste äußerst schwierig zu erklären sein) und daher empfiehlt es sich jedenfalls mehr, das zufällige Zu. sammentresfen eines in jenen Landes theilen höchst seltenen Erdbebens und eines an sich höchst seltenen Phänomens anzunehmen. Einfache Jagdmethode. Westliche Blätter behaupten, daß die Pah'Utes in Nevada die Wachteln durch in billigen Whis'y getauchte Wcizenkör ner, die sie vor Tagesanbruch ausstreu en, vollständig betrunken machen und dann leicht fangen. Einer ebenso genialen Methode bedient man sich in New Mexico, um die Riesenameisen zu fangen, die daselbst in Unmassen vorkam men und ganze unterirdische Festungen mit Bogengängen, Sälen und Laufgrä den bauen. Früher versuchte man, die gefräßigen Jnsecten durch Feuer zu vertreiben, aber sie verkrochen sich nur tiefer unter die Erde und fielen den Flammen in höchst geringer Zahl zum Opfer. Da versicl ein Mitglied aus dem Stäbe des Majors Price in Fort Wingate auf den glücklichen Gedanken, mehrere große leere Flaschen im Mittelpunkte eines Ameisennestes so zu vergraben, daß nur die Oeffnung sichtbar blieb. Die auf gescheuchten Jnsecten setzten zwar dem Eindringling in wenig liebenswürdiger Weise zu, beruhigten sich aber sehr bald und begannen eine Jnspection der Löcher. Eine nach der anderen krochen sie in die geheimnißvollen Flaschen, und keine kam wieder. Je voller die Gefäße wurden, desto erbitterter wüthete drinnrn der Kampf, und als sie ganz voll waren, grub der Jäger höhnisch die Flaschen aus und überlieferte die Millionen von Jnsaffen dem Feuer. Auf diese Weise wurde eine ganze Ameisencolonie mit einem Schlage vernichtet, und die ein fache Methode fand bald allgemeine Anwendung. Trotzdem können Liebhaber i'gch immer einige niedlichen Thiere in Milliönchen der jener Gegend Ur.Scn. Vom Jnlauöe. i ,! jüdischer M a y o r oll' christlicher Senntagsmucker das ist! auch sine Merkwürdigkeit. EmeS se: chen OrtSvorstandes erfreut sichdieStadt' Jackjoniiille in Florida. Nicht genug damit, daß dortiae vernünftige Winter gaste aus dem Norden an Wochentagen vor Langeweile fast sterben, wird ihnen auch der Sonntag vergällt. Besagter Mayor, unter dem am Sonntag inJack fonville alle Geschälte, besonders aber die Vergnügungsplützk, geschlosien sein! müssen. ,st ein polnischer Jude Namens! DzialinSky. . In New York ist i m J ti nant.-House" wieder einmal ein Mann,,' Namens W. S. Lawrence, erstickt, weil! er da Gas in seinem Zimmer nicht ab' gedreht hatte. Die New 9) orker Tb eote; Direktoren deliten die N. J-TageS! Nachrichten" sind m großer Aufregung.! In der StaatSzesctzgebung in Albauv wird ein Gesetz berathen, welches in Be zug aus die Errichtung neuer Theater o umfangreiche Sicherheitsmaßreaeln ver fügt, daß eS zur Unmöglichkeit werden dürste, ein Theater nach solchen geletzliehen Borschristen zu erbauen. Und deshalb wollen die New Zjorker Theater directoren einen Anwalt nach Aldany schicken, der ihre Interessen vertreten soll. Nun, wenn die Staatsgesetzgebung dafür sorgt, daß die Theater dem Besucher hinlängliche Sicherheit bieten, und wenn sie nicht, unvernünftige Forderungen stellt, fo thut sie nur ihre Pflicht. Sie sollte indeß noch weiter gehm und z. B. den Fabriken, in welchen viele Menschen be schästigt sind, dieselbe liebende Sorgfalt angedeihen lassen. Oder sollten in den Augen unserer Staatsgesetzgeber die Leute, welche arbeiten, nicht ebenso des Schutzes würdig sein wie die Leute, welche sich vergnügen? (N.B.Volksztg.) Ein Professor C. A. John son aus Hamilton in Canada hält gegenwärtig in englisch protestantischen lZirchen der Ver. Staaten Vorträge über den Donner. Dieser sonderbare Don nerbold (nicht zu verwechseln mit'l'liunderl)0lt:) stellt folgende Satze aus : Der Donner richtet mehr Schaden an als der Blitz. Ich. habe mich me vor dem Blitz gefürchtet, wohl aber vordem Donner. Der Donner stellt sich nicht immer nach dem Blitze ein, noch ist er vom Blitz begleitet. In Indien hat es in einem gewissen Jahre 35 Tage lang ununterbrochen gedonnert. Ja man wein, daß es einmal 150 Tage lang ge donnert hat. Ich habe allerdings schon gehört, daß Menschen vom Blitz erschla gen worden seien, doch im Ganzen stiftet der Donner. mehr Schaden... Während

einer Schlacht sieht man den Feuerschein früher als das Geschoß. ES ist nicht dieser Feuerschein, der tödtet, sondern das Geschoß. Mit anderen Worten: es ist der Donner, und nicht der Blitz, -der :2dm." Im Schlepptau eines Walsischeö befanden sich dieser Tage einige Fischer von Bridgehampton auf Long Island bei New Aork. Sie waren von da aus aus die Walsischsahrt gefahren und bekamen schon etwa zwei Meilen von der Küste entfernt einen Wallsisch zu Gesicht. Nach fast dreistündiger Ver folgung gelang es ihnen, eine Harpune in den breiten Rücken des WalsischeS zu schleudern. Er tauchte sofort unter, kam wieder in die Höhe, warf mächtige Wasserstrahlen in die Luft und schoß pfeilgeschwind, das Boot hinter sich her ziehend, durch das Waffer. Nachdem er das Boot etwa fünf Meilen weit ge schleppt hatte, riß die Leine, und der Ge jagte verschwand in der Tiefe.

Ein seltsamer La ndstreit. der ein Menschenleben zum Opfer forderte, spielte sich kürzlich am Goose Ri ver m Tram Couty (Nord-Dakota) ab. Zwei Norweger, Namens Svelt Bjomden und Knudson Venderson,stritten sich um em Stuck Regurungsland, auf dem sich ein Häuschen aus behaue nen Baumstämmen befand, das beide Parteien als ihr ausschließliches Eigenthum beanspruchten. Da man sich auf keine andere Wette einigen konnte, so schloffen die Gegner einen Pakt, daß beide ihre Pferde an verschiedenen Enden des HäuSchenS befestigen sollten,und daß der, dem e gelingen würde, daS Häuschen zu sich herüberzuziehen, als unbestrittener Eigenthümer von HauS und Land gelten sollte. Gesagt,gethan. Am nächsten Morgen fanden sich Bjom den und Venderson pünktlich zur Stelle. Bjomden brachte 8 Pferde, Venderson aber 6 Pferde und em Joch Ochsen. Die Zugthiere wurden an entgegengesetzten Seiten der Schami" angespannt, und aus ein gegebenes Zeichen zogen sie an ; aber nur eines einzigen Ruckes bedürfte es, um die Wände des sehr leicht gebau ten Hauses auseinander zu reißen. Kra chend stürzte das Dach auf die 'erschreck ten Pferde, die wie auf ein Kommando ausrissen, bei welcher Gelegenheit ein werthvolles Pferd von den Hörnern des einen der beiden Ochsen so schlimm zu gerichtet wurde, daß man es tödten muß te. Darüber entstand unter den beiden Norwegern und deren Freunden ein heftiger Streit, der schließlich in eine allge meine Prügelei ausartete, bei der eö schlimme Verletzungen absetzte. Am schlimmsten kam ein gewisser Oleson weg, der einen Hieb mit dem dicken Ende eines Peitschenstieles erhielt, so daß sein Schädel gespalten und das Gehirn blosgelegt wurde. Oleson liegt hossnungslos darnieder, und wird die abscheuliche Geschichte wohl ihren Abschluß vor dem Schwurgericht finden. . Nachdem der Reichthumde? Silberminen in Nevada fast erschöpft ist, hat die Legislatur beschlossen, den Staat zum Ackerbau zu befähigen. Obwohl nämlich fast der gesammte Boden eine Wüste ist, welche höchstens Salbeibüsche, Kaktus und Zwergholz erzeugt, so lehrt doch die Erfahrung, daß er großentheilS durch Bewäffttung ertragfähig gemacht werden kann. Das soll nun von Staats wegen im großen Maßstabe geschehen, und es sind Commiffäre ernannt wor den, welche das Wo und Wie begutach ten sollen. O. Gorman. Tomn - Clerk von Newtown, N, Y.. ist dieser Tage in den Besitz einer Kaffeemühle gelangt, welche angeblich von Richard Betts, dem Gründer von Newtown, herrührt. Bettö brachte die Kaffeemühle von England mit. Dieselbe wird der Long Island Historical Society übergeben werden. Ueber die Resultate dkö seit dem Jahre 1869 in Wyoming gesetzlich eingeführten Frauen Stimmrechts sagt der .Laramie Sentinel" : Ein geringerer Procentsatz von Frauer. übt daS Stimmrecht nicht aus, als von Männern. Die Frauen laffen sich durch die Jagd nach Aemtern weniger beein ffuffen, als die Männer. Als Beamte erwählt, haben die Frauen seither je der Zeit ihre Amtspflichten gewissenhaft und geschickt: erfüllt. Die Frauen haben in dielen Fällen, selbst ihren Männern gegenüber ihre Selbstständigkeit bewiesen und anders ge stimmt, als die letzteren, ohne, daß hier durch Zerwürfnisse im Familienleben entstanden wären. , An den Stimmvtöt-' zen geht eö seit Einführung des FrauenstimmrechtS so anständig zn, wie in den Kirchen. Die Stimme der Frauen haben den Einfluß des .besseren Ele-menteS-unter den Stimmgebern gekröf tigt. Vom Nuslanve. Wie aus Kairo geschrie den wird, scheint Arabi doch nicht der musterhafte Familienvater zu sein, für welchen ihn Blum und Sir William Gregory ausgegeben haben. EineDame, die in Haremökreifen verkehrt, will aus einer mündlichen Aeußerung der zurück gebliebenen Madame Arabi den Grund erfahren haben. Arabi, als er noch' auf dem besten Wege war, den Thron von Egypten zu besteigen (Madame soll bereits einige Palais besichtigen gegangen sein), äußerte einmal zu seiner Frau : Wenn ich den Khedive stürze, dann nehme ich nicht nur sein Land, auch seine Frau muß dann mein sein Die einzige Gemahlin des Khedive, eine, türkische Prinzessin,.ist, nach denDhotographien, die sie an einige Dameir verschenkt hat, zu urtheilen, eine Schönheit, ersten Ran ges und dabei, eine wahrhast blendende, königliche Erscheinung.. Madame Arabi, wohl wiffend, wie leicht eS'Mohamedaner mit der Ehescheidung nehmen, war von der Stunde an ' im Herzen ihrem Manne abgewandt, wenigstens soll sie dies als den Grund ihres Bleibens in Kairo selbst angegeben haben. Ein, fürchterliches Verbrechen ist in Konstantinovel verübt worden. Jeden .Freitag dem türkischen

Sabbath werden Gebete für den Sultan in allen Moscheen verrichtet. Während des Gottesdienstes am Freitag den 17. Februar in der SultanAchmed Moschee bestieg der Jmann oder Priester die Kanzel, um dieser Pflicht zu genü gen, in einem Augenblicke, wo das heilige Gebäude mit Gläubigen gefüllt war. Der Priester war auf dem Punkte, das in Rede stehende Gebet herzusagen, als plötzlich ein Softa, der ihm bis zu den Stufen der Kanzel gefolgt war, einen Yatagan, den er in den Falten seines Gewandes verborgen hatte, zog und mit lauter Stimme ausrufend : .Was ! Du killst sür einen Mann beten, der dieses Land ins Verderben stürzte " ihm den Kopf spaltete. Die Gemeinde schien vor Entsetzen starr zu sein, während der Mörder gemächlich von der Kanzel herabstieg und, ohne an schleunige Flucht zu denken, bemerkte, Abdul Hamid hätte kein Recht, das Haupt der Gläubigen zu sein, da er nicht irgend eine seiner Pflichten erfüllt habe. Seitens der Anwefenden ward kein Versuch gemacht, den Mörder festzunehmen, ja, einige versuch ten sogar, sein Entkommen zu begünstigen. Er wurde erst später von der Polizei verhaftet und auf Befehl des SultanS nach Yildiz Kiosk gebracht. Die Frage der Verrneh rung der Artillerie, welche für Deutschland durch die bestimmte Erklärung deS KriegS'MinisterS v. Kameke in derBudget'Commifsion des Reichstages von der Tagesordnung abgesetzt worden, bleibt sür Oesterreich dauernd eine brennende. DaS hauptsächlichste Bestreben, welches sich bei der Reorganisation der österrei chischen Wehrkräfte kundgiebt, geht darauf aus,dieselbe möglichst der Verfassung des deutschen Heeres nahe zu bringen und die Cavallerie wie die reitenden Batterien schon im Frieden auf Kriegsfuß zu stellen. Eine Mobilisirung der 10 reitendenBatterien zu je L Geschützen.

128 Mann und 109 Pferden wurde eme Vermehrung um 550 Mann und 1060 Pferde bedeuten, sür welche daS gemeinfame Ordinarium um 500,000 Gulden verstärkt werden müßte. Hierzu kommt noch die bereits erwähnte Errichtung des 14. Artillerie-Regiments, durch welche in Verbindung mit der Einführung der bisher in Oesterreich noch nicht vorhan-denenLandwehr-Cavallerie jedes einzelne ArmeecorpS zu selbstständigen Opera tionen befähigt werden soll. Ueber die neue Nordpolarexpedition. welche Nordenskjöld plant, hat sich der. Reisende jetzt selbst in einem Briese an den König von Schweden geäußert: .Nachdem ein Privatmann, (Dr. Oskar Dickson in Gothenburg,) mir die Mittel zur Fortsetzung der schwe bischen Forschungen in den arktischenGegenden zur Verfügung gestellt hat, habe ich die Absicht, begleitet von drei oder vier Naturforschern, während des kom menden SommersGrönland zu besuchen, um theils über die Eiswüsten längs der Küpe in das Innere des Landes vorzu bringen, welches ich im Gegensatz zu den Ansichten, ., welche gegenwärtig in fach mänmschen Kreisen herrschen, sür eisfrei halte, theils auch die Ostküste zu besu chen, um dort Untersuchungen in Betreg der wenig bekannten Geographie und Naturverhältniffe anzustellen. Die vegetarische Bewe gung gewinnt in Deutschland, Oester reich und der Schweiz immer mehr an Boden. Unter der academischenJugend befinden sich an allen Universitäten eif rige Vertreter des fleischlosen Regimes; in allen größeren Städten bestehen rüh rige Vereine, welche durch Flugschriften, durch öffentliche Vorträge, sowie durch die günstigen, praktischen Erfahrungen der Mitglieder an sich und namentlich an der vegetarisch heranwachsenden Ju gend sür den Fortschritt der Sache wir ken. Die Vegetariervereine beschränkensich darauf, für eine grundsätzliche fleisch s f . fCT. 2 Caa.M P kl . I Vv A P flD.fA. . lüc &uiuviuHty9iutic vca üiiuiyui zu kämpfen und dieses Prinzip als ein Forderung der Menschenwürde, als die Grundbedingung für körperliches und geistiges Wohl und als eine Gewähr füi sittliche Hebung der Menschheit hinzu stellen. Jedermann, der bei einsacher Pflanzenkost imWesentlichen von Cerea lien und Obst lebt, verzichtet, wie die vegetarischen Apostel behaupten, aus all die Reiz und Genußmittel, und so soll die vegetarische Lebensweise vornehmlich im Stande sein, den Spirituosengenuß wirksam zu bekämpfen. Die Anzahl der konsequenten Vegetari:r scheint sich zu vermehren ; beifpielSeise hat die Mitgliederzahl deS Berliner Vegetariers eins im Jahre 1832 sich nahezu. verdreisacht, und die in Berlin erscheinende .Vegetarische Rundschau- hat bereits eine Auflage von 2000. DerweiblicheFecht-Unfug scheint die neueste Modethorheit zu sein, welche durch die elegante Welt zieht. Die Tbatsache, daß in Paris und Wien einige Diicliesses et baronnes mit Rappier und Floret flott auf dem Fechtboden herumhantiren, ist auch von der quiritifchen Damenwelt Roms natürlich sofort sructifizirt worden, indem sich auch dort ein DamenFechtclub zusammenge than hat. Im Anschluß daran ist denn auch bereits in der Gazzetta d'Jtaliafolgendes charakteristisches Protokoll diefer Tage zu lesen gewesen : Gestern um 11. Uhr fand im Bosco Sacro, vor dem Thor San Sebastians, ein Säbelduell statt zwischen der Conteffa Emilia und dem Fräulein EloWda". Gleich beim ersten Gang empsing die Conteffa eine leichte Verwundung an der Schulter, und obwohl das Blut ihren junonischen Arm öberfluthete, wollte sie fortfahren. Beim zweiten Gang empfing Fräulein einen Hieb auf die Stirn. Die Wunde ist fchwer, doch hat der Arzt Dr. jedwede Gefahr ausgeschloffen. Beide Gegnerinnen haben ebenso viel Kaltblütigkeit wie Muth bei dieser Gelegenheit bewiesen. ' Für die Conteffa die Marchesa'5. die Baronessa A. Für Signorina Clbtilda Signora L. V. Signora Z. I.