Indiana Tribüne, Volume 6, Number 168, Indianapolis, Marion County, 7 March 1883 — Page 2
Sndiana Hrivime.
ISgkiche- und Sonntagsausga5f. Office: 2S. DlawarcStr. Indianapolis, Ind., 7. März' 183. NeueS telegrapkiifszeö System. In dem Bureau der neuen Postal Telegraph Co." in New York war Ende voriger Woche ein eigenthümlichesSun men und Brummen. Sinaen und Klin gen zu vernehmen. Das Beggo Automatic System" war zum ersten Male in Thätigkeit und mittels - desselben wurden Depeschen nach Cleveland, O., befördert. Die erwähnten Klänge wur den zum Theil durch die Tonschwingungen veranlaßt, welche das harmonische" Telegraphensystem hervorbringt, rühr ten zum anderen Theile von dem Ge rausch her, welche die von 12 Damen bedienten Schreibe- oder richtigerDruckapparate verursachten. An einer Wand des Bureaus waren sieben kupserne Cy linder aufgestellt, jeder zwei Fuß lang und von dem Durchmesser eines gewöhn lichen Ofenrohrs, vor denen eben so viele Telegraphistinnen saßen, die Hand an einem Drücker, der mit dem Taster der gewöhnlichen Telegraphen Apparate Ähnlichkeit hat. Diese Drücker stehen mit einer über dem Cylinder angebrach ten Feder in Verbindung; em Druck aus den Drücker bringt die Feder mit einem chemisch präparirten Papierstreisen in Verbindung und hierdurch erscheint in rother Schrist ein Zeichen des gewöhnli chen Morse'schen Alphabets auf dem Papiere. Jeder Cylinder kann bis zu 1,206 Worte aufnehmen. Sind die um die Cylinder gewickelten Papierstreifen be schrieben, so werden die Federn entfernt und an den Cylindern werden da, wo die rothen Schristzeichen beginnen, Grif sel angebracht, die mit dem Apparate und der Batterie in Verbindung stehen; ie Cylinder werden durch Dampfkraft in rotirende Bewegung gesetzt und in einer Minute bedecken 1.200 schriftzeichen die in Cleveland, O:, ungefähr 800 Meilen von New York den dorti gen Apparat passirenden, chemisch präparirten Papierstreisen. Sieben Cylin der können gleichzeitig denselben Apparat benutzen und hierdurch ist es möglich, bis zu 3.000 Worte in der Minute telegraphisch zu befördern. . Geht auf dem Bureau in New Z)ork eine Depesche von der angegebenen Länge em, so schne:det der Beamte dle selbe in sieben Theile und fertigt solche den Damen zu, welche an den sieben Cylindern beschäftigt und Diese über tragen mittels der Drücker und Federn die einzelnen Abschnitt: der Depesche auf die Cylinder, letztere "werden fodann gleichzeitig in Bewegung gesetzt und.in und derselbe Draht befördert die steöcn Theile der Botschaft gleichzeitig an den Bestimmungsort. Man hat sich die Operation des VertheilenS einer Depe sche genau so vorzustellen, wie der Vor mann in einer Druckerei die.Manuscripte oder Ausschnitte zerschneidet und an die einzelnen Setzer vertheilt. Daß es mög lich ist, 3,000 Warte in einer Minute 800 Meilen weit zu besörden, ist also seit Ende voriger Woche zur Thatsache geworden. Äer hlerbn benutzte Drah befördert während derselben Zeit an die Abgangsstation einlaufende Depeschen. Em weiterer Vortheil des neuen Ver fahrens ist der, daß die Depeschen aus keiner Zwischenstation gehört zu werden brauchen. . Zwischen New ?)ork und Cleveland sind zur Zeit zwei Drähte nach dem neuen Systeme in Thätigkeit. Dieselben sind aus Stahl hergestellt und von einer dicken Schicht Kupfer umgeben. Jeder Draht enthält 500 Pfund Kupfer pro Meile und hat eine Tragkrast von 2,500 Pfund. GlänzeudeS . ä,!sskenfest. Ueber das großartige Maskenscst. welches gelegentlich der silbernen Hochzeit des deutschen Thronfolger-Paares im alten Schlosse zu Berlin abgehalten .wurde, liegen SpecialKabelberichte vor, denen wir einige Einzelheiten entnehmen. Der historische Weiße Saal war.am 23. Februar von 10.000 Wachskerzen und 160 elektrischen Lichtern mehr als fcenhaft erleuchtet. Um neun Uhr trat der Kaiser ein, die Königin von Sachsen am Arm führend, während der Kronprinz, in Cürassicrunisorm gekleidet, seine jrau geleitete. Ihm solgtcn viele Könige, Prinzen, Herzöge u. f. w., und während des Zuges wurde Uz Mendelssohn'sche Hochzeitsmarsch gespielt. Als derselbe zu Ende war, näherte sich der erste MaSkenzug, dem vier Herolde voranschritten. An ihrer Spitze stand ein riesiger Jüngling. der Sohn des Generalintendanten Hülsen, der eine Ode an die Kronprinzessin vortrug. Dieselbe wurde mit einer Älume verglichen, die sich an dem hohenzollern'schen Stamme emporranke. Dann erschien der Kaiser Friedrich IV., der von 1440 bis 1493 regierte. Warum gerade diese Schlafmütze auf dem Throne- ausgesucht wurde, um eine Pe riode in der deutschen Geschichte zu veranschaulichen, ist nicht recht ersichtlich, es fei denn, daß der Gegensatz zwischen jenem unthätigen Feigling und dem thatkrästigen Zukunstskaiser gezeigt werden sollte. Der Großherzog von Hessen stellte den mittelalterlichen Kaiser und die Prinzessin Friedrich Karl dessen Ge mahlin vor. Friedrichs Sohn und Erbe, der große Mazimman, wurde vom Prm zen..und Marie von Burgund von der Prinzessin Albrecht dargestellt. Hun derte von Rittern. Damen und Pagen bildeten das glänzende Gesolae; die Cöstüme waren sämmtlich streng histo tisch, von einem Künstlercomite und den Mitgliedern der kgl. Kunstakademie ent würfen. Aus diesen Zug folgte derjenige der Minnesänger, an denen Svltze die Körn in der Liebe stand, dargestellt von der . ...)..
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Paares. Ein prachtvoll geschmuaicr Wagen wurde in die Mitte des Saales getragen, und vor demselben tanzten 16 Paare einen anmuthigen Neigen. Dann drängten sich die Damen um die Königin der Liebe, wurden aber von ihren Cavalieren aus dem Saale gelockt. Als beide Proccssionen verschwunden waren, kündigten Trompetenstöße und Heralde mit dem englischen und sranzösischen Wappen die Ankunft der größten aller Herrscherinnen, der jungfräulichen Königin Clisabeth an. Die Gräfin Odo zu Stolterg stellte diese gewaltige Frau in Maske und Costüm so Vorzuglich dar, daß die Anwesenden ihre Bewünoerung nicht unterdrücken konnten. Da in die Zeit Elisabeth's die Blüthe der englischen Literatur, die Glanzepoche
ausländischer Unternehmungen füllt, so war der nachfolgende Zua nach jeder Richtung hin interessant und bedeutungsvoll. Em schöneres Compliment hätte der aus England stammenden Kronprinzessin kaum gemacht werden können aber wie kam Elisabeth neben Friedrich IIII. ? Es folgte eine altenaliscke Quadrille. rn der die Musik mu 1 - I von Elisabeth selbst componirt worden sein soll. Hierauf kam eine deutsche ' ' . . ' ' I uuaonuc, oic euperiooe oes ronen fe. - . i . v . , m w i Kurfürsten darstellend. Die Berliner Künstler schlössen das Fest und erregten, durck ibre Alles übertreffenden Cottüme das arökte Erstaunen. Einer vonibnen. , , . , ... Qerr Delitsch. hielt eine kurze GlückU H I - -t r unsü-Rede an das udelvaar und . . . " überreichte dann eine kunstvolle Vase, die , , - ,. . "f. r . . vollständia aus dem Metall bestand. auS dem die Miscknävfcken aemäckt werden, Endlich versammelten sich alle Masken nnr htm thränt, und die Königin der r ' J ' - . Liebe beschloß das Fest, indem sie der Krnnin,einn ein silbernes Bououet überreichte. V, O. S. 'S, N?ts trn rtrnCn 3?nnf N? khU s.'Zl m?-ns-n,nk,n mUHtf UVlIl ilt jjh uviiv)vwyiiui zum ersten Male die Prohlvitionillen und die Wirthe mit einander vereinigt. um einem gewissen JohnO'Nell das Leben sauer zu machen. Es besteht nämlich seit alten Zeiten in jenem Staate ein Prohibltionsgesetz, das natürlick IIUIUIIIUJ niemals durchgeführt werden konnte. Da begannen vor einigen Wochen die Wasserheiligen unterFührung des srommen ZeitungsschreibersLove einenKreuzzug gegen die Schnapsverkäuser in Rut land, der! mit der Letzteren vorläufiger Niederlage endete. Aber während alle anderen geschlagenen Wirthe mit Sicherheit daraus rechneten, daß die Aufregung 3V.. w",... v. ... sich wieder legen würde, und in Folge dessen ruhig in Rutland blieben, wollte sich John O'Neil ein- für allemal von den Temperenzlern befreien. Er verlegte . . 7. . i . - Ä, JH seme Thätigkeit nach Whitehall. . welches dicht an der Grenze vonVermont liegt, und begann von dort aus, die durstiaen Rutlander mit etwas Stärkerem"' zu-versorgen. Zuerst sandte er an die ihÄ wohlbekannten Abstinenzler Rundr.zs.. ; v.w.M I,ktvt', in viuiu (V luiuu uuui 1 .Brands" angelegentlich empfahl. Sosort liefen die Bestellungen zuhunderten bei ihm ein,und da er kein halblsDutzend Buchhalter anstellen wollte, um die Un- - J . ' rnrt?l Mrtn Knni t Uihnn tt ffl in f,.
a iu ; Mnddä - '0.00 Menschen durch Neberschmenen das Gewünschte .C. O. D." senden obdachlos. Viele ertrinken. Laab
würde. Bekanntlich besteht das Verfahren darin, daß die Expreßgesellschaft, L.f. k;. m,.. .x;k;, K.Lra.! viw cvuu(t viiuivtll, VIII j t I trag der Rechnung von dem Empfänger rflnriirt i.nh WvMinW iHn.n sfs collectirt und dem Absender zustellt. Es Es ist also em c:i5ii on delivery" Geschäft, oder abgekürzt c. o. d. Xol;n O'Neil machte so glänzende Geschäfte, daß der Abendzug von Whlte hall nach Rutland den Namen Jug Tram" erhielt, weil er stets so viele bauchige Krügelem über die Grenze irnXt, w.A8w, n7Cr brachte. Auch die weniger Bemittelten, die den Schnaps nicht beim Fasse kaufen konnten, brauchten sich den Genuß selbst' dann nicht mehr zu versagen, wenn sie es verschmähten, sich durch Hinterthüren an die Bar" zu schleichen. Die heim lichen Whiskyverkäufer erlitten in Folge dessen große Einbuße und verbanden sich ..,:. a,.::.::n. ' ' mir oen eyrucyen Prouivilionmen, um dem Manne in Whitehall das Handwerk zu legen. Ein sindiger Staatsanwalt entdeckte, daß O'Neil seme Waare nicht nicui im laai cem 'orr, lonoern m Vermont verkaufe, well dort erst der Contract zum Abfckhrn komme. Es mur den daher eines schönen Abend? 200 Jugs" von emem Zuge herunter mit Beschlag belegt, woraus O'Neil und die Expreßgesellschast Klage anstrengten. 300 Zeugen wurden vernommen, und der Proceß hatte bereits neun.Tye ge dauert, als die Anwälte O'Neil'S die Verlegung der Angelegenheit vor ein Bundesgericht verlangten. Sie machten dabei geltend, daß sie wegen des in Sßtt rnont herrschenden Vorurtheils ihr Recht nicht durchsetzen könnten.. Wirklich. kam die Sache vor den Bundesrichter Whee ler, aber dieser entschied, daß die Sache ihn Nichts angehe. Somit wurde der Proceß wieder zu ..-...:.r. .. r. nril,,i rw,t. w .lr "'i. ju uiuuiiy uuiuii. mj . Ulub1 ob em E. O. D.'Geschäft erst dort voll endet wird, wo der Käufer wohnt, und ob es somit dem Bürger eines Staates verboten werden kann, aewksse Waaren an Bürger emeS anderen Staates unter sVK.. . t -1 r ,. ,? o 'I ' s , ?.'Ä."K'' 3 nnrn nnrn ni tUiinXP.i4i. T.iXvt. ::7 '' "."""."U".'."'" 1 1 r 1 1 ininiirnBn vnivn . imiai i rmm muthllch das Geld für. den bestellten jr L . - m.. . vnu uu n wvschnaps v o rih e r emfenden lassen. Veryängnibvoller Baufehler. Dr. Hamilton aus New York und Dr. Keotmg aus Philadelphia haben, wie nr f.;nr.; s..!4...I v:! ort' " ," ""g"' .v.v.v.., Ul( tlonsröhren auf die Entstehung und Verbreitung ansteckender Krankkeiten ausüben. Ein Fall, der sich'.in Brooklyn, vl. V). ereignete, scheintihre Theo
S o7iXÄflV'n Ä'ÄSÄ fe desDampw
rte z'i bestätigen. Im Jahre 1878 erbautt der reiche Lederbändler Rockwell ein Haus, bei dessen Construction auf die gesundheitlichen Verhältnisse ganz besondere Rücksicht genommen wurde. Nichts wurde verabsäumt, um es nach dieser Richtung hin vollkommen zu rna chen. Kaum aber war die Familie eingezogen,so starb die kleine Enkelin Rockwell's am Scharlachfieber, und der Enkelsohn wurde nur mit Mühe vom Tode gerettet. Zwei Monate später erkrankte der alte Herr selbst an der Diphtheria in ihrer schlimmsten Form und starb. Eine Untersuchung ergab, daß die SchlußVorrichtungen im Waschbecken und im Badezimmer, mit welchen sein Schlaszimmer in directer Verbindung stand, durch Gasdruck verschoben worden wa ren, sodaß er thatsächlich während der Nacht die giftigen Gase athmete. Es wurde nun weiter geforscht, wobei sich
herausstellte, daß bei der Erbauung des rx r . o i n . t . - JL. au,es exn yocyn veryangnikvouer feh ler grmllcyi woroen war. iua es nam . . r r n - . - ... "cy aus emem yugel stand, so bildeten die hinemgelelteten Canalisationsröhren den Gipselpunkt des ganzen benackbarten Röhrensystems, und somit eine Art eniuallons,azacyl zur 0ie im yaupt - . i . r sr. M i rt v n i t n k . i a 1111 au a " u,r. man verluchte Abänderungen, aber sie erwiesen sich sämmtlich als erfolglos, und Ende vorigen Monats starb auch die Wittwe oaweu an Vru !seu-lnttunouna. wel w . - . , ... . che ourcy o,e vergiftete Atmosphäre des r-. r . ".nA . v v! oegunulgi moroen war. Ä)er r r . r XL . I . r Juiummenyung zroiicucn oen vier b kurz ausemanoer folgenden Erkrankungs und Todesfällen und dem erwähnten in t..- -!..V . er. . auieyirr wiro von ,aa)veruanoigcr Seite durchaus Nicht angezweifelt, und es läßt sich daher nur die Empfehlung wieoeryolen, vel ver Erbauung von yausern darauf zu sehen, daß die Ab guß- u. sonstigen in den Canal leitenden Röhren niemals in directer Verbindung mit den Wohn- und Schlafzimmern siehen. Vorsicht dürfte hier besser angebracht sein, als Zwelsel. Zwci Schreaensmonake. Furchtbar waren die beiden ersten Monate des Jahres 1883. was größere . f. . c 1t.". JfatVfY. .. jxuiuuiuvycu uiiu unyiuuüuuc uiiuc trifft. Vom Telegraphen konnte man wahrlich sagen : Und was er spricht, ist Schrecken, und was er schreibt, ist Blut." Hier nur ein kurzer Rückblick aus die wfajtrs.ri. m . : :rr . " ? ' I "f? . ll c lB M I aus diesem Gebiete : Das al Jahr verabschiedet sich-mit demode Lambetw m"V. . ' l t ""... Neulahrs 'Empfanges der hawanjche Gendte Eliha Allen todt Z Boden c; ?"ur collidiren die Dampfer Kllta rt SHriifilSM nnX1 (JihM C-,-n" ' Z 1- V? nahe Liverpool; die CUy osBrus,elsg?ht unter, zehn Menschen smdcn den 1rt o, v . . jf? ; 35S,biLQL5: ? cm 'c V 1 i mV-, leben. Wahrend man noch in Mllwau- . v v n ' r v 0 nach den Leichen sucht, gerath das lantcrS' oafc- m 6t. Louis m und es fallen drei Mcnschen zum L"', . . Il 11 7 , O V- AvnHH lltA O" u-iiüin tu vtuyun. ni -w. . H; ?0"u" u"b em Cucus nieder, bemahe 300 Menschen , r v fr a r t rT men elendiglich um s Leben Das 5" cntstslnD dadurch, daß Jemant eine brennende Cigarre in einen Strohs Haufen warf. Am 10. Januar werden in der Provinz Murcia, Spanien, zwei auf einander folaende Erdstö versvürt. In gleicher Zeit kommt die Kunde von Erd beben aus Böhmen, nachdem erst kun vorher noch Illinois, Kentucky, Canada nX',re,inx i.I.cBw. und Neu-England, die Formosa-Jnseln ?c. Erdstöße verspürt hatten. Am 17. Januar geht der Dampfer Joscphine" von Seattle, W.-T., nach dem Skagit-Flusie ab. Am nächsten SXr, r.L nm Wi SiZ Msaglere sitzen. Acht Personen werden getödtet. Tage crplodlrt der Dampfkessel, als die sitzen. Acht Personen werden getödtet Am 18. Jan. Collinon des Sultan und der Eimbria"; Untergang der letz teren, über 4c0 Menschen ertrinken. An demselben Tage: das entsetzliche Unglück aus der SüdPacisic-Bahn, wobei eine Menge Menschen m surcht barer Weise getödtet: Ervlosion der Atlantic Dynamit-Werke-, wobei 40 Chinesen umkommen; Sinken des Schis ses Vorwärts" nahe Libau an der Ost see, mit Verlust von 8 Personen ; Kata strophe aus der George's Creek Cum berland Bahn" bei Cumberland, Md., wobei 5 Menschen getödtet werden. Am .!!4. Jan. Bodensenkung in Wil kesbarre, Pa. Am 25. Jan. strandet der Dampfer Agnes Jack" nahe Swansea, England; die ganze ouZ 12 bis 15 Leuten beste hende Mannichast kommt um's Leben Vom .28. bis 31. Januar furchtbare u c " :.n.,. : rr. lc 4 vt A fft sC r f vi X o'. ,uwiiuiäl m uiu rabo, Söerluit an Menschenleben und demselben Tage strande nahe Tripoli in Afrika, der italienisch Dampfer Ansonda-,, 20 Menschen kom men um's Leben. Am 31. Januar weiden 23 Arbeite rinnen in einer Wollenspinner be Bombay, Ostindien, gelegentlich eine ausbrechindm Panik an den Ausgängen trstickt. 8 Am 1. Februar wurden bei Lamva . . Ä i lrto hi,- i hnrn nnn Ami.A IU9. JJM.B - . IVUVtUlttiV VVt WUI11IUUU lern erschossen. ' , ' 00 Der 2. Februar bringt den Beginn der furchtbaren Ukberschwemmungen im Obio-Thale. Die Zahl der Ertrunke nen wird aus fünfzig geschätzt. i fax cin 3u9 eincn Ser3 3 00. m.: Pr: -1 1t - . f i .". -. i n cm rartjf hrtn sn o.nHrt rtriMf 90 erfrieren zwei PostkutfchenPussagiere in Wyoming. Am 9. Februar fallen süns Menschen
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in Taylorville, Jlls., einer Kesselexplo-j sion zum Opser. Im Severner Tun , MAsvMAV?A 1tf)0t1 totftt (n).'lHMA a!mm
IltliUtiiv VW)lll viu jjtviUitiitl Vli llUllil Unfall das Leben ein. Am 10. Februar ertrinken beiSeattle, W.-T., 5 Passagiere eines brennenden Schisses, von dem sie ins Wasser ge sprungen waren. Vier Bürger werden am gleichen Tage von mexikanischen Banditen im Kampfe getödtet und fpäter fünf der Räuber gelyncht. Am 11. Februar bmen zwischen So nora und Ehihuahua über 600 Apachen m's Gras nach vorhergehendem Kamvse mit mexikanischem Militär. Am 12. Februar beginnen die Mord' Prozesse der Phönix.Park-Mörder und erreichen die Fluthen des Ohio ihren Höhepunkt. Der 15. Februar ist von einer Ueber schwemmung in einer Kohlenmine in Braidwood, Jll., begleitet. 74 Bergleute verunglückt. Am 20. werden bei emer Panik in der deutsch-katholischen Parochialschule zu New Jork siebenzehn Schulkinder er druckt. Am 24. Februar ertrinken im Bospo rus 22 Dampferpas agiere in Zolae Sinkens, des Schisses. Die Svarbank der Augustiner-Pater in Lawrenceburg, Mass., fallirt. 700 größtentheilS arme Gläubiger. Am 23. Februar verbrennen in Montague. Mich., auf Staten Island fünf Kinder und zwei Erwachsene beimBrande zweier Wohnhäuser. Jeder und Schwert. Der Versasser des auf der franösi schen Krieasickule einaelübrten Ge schichtswerkes sagt, der Krieg mache ein Volk groß und erhöhe semen körperlichen, geistigen und moralischen Werth. Der große ÄZoltke nennt den Krieg nicht ein nothwendiges Uebel, sondern eine wohlthätige Nothwendigkeit. Da ist es ganz in der Ordnung, wenn auch ein amerikanischer Heersührer seiner Ansicht über die guten Seiten des Krieges Ausdruck verleiht. Edward W. Bok in Brook lyn, ein passionirter AutographenJäger, hatte den Herrn Gen. Sherman ersucht, unter die Devise: Die Feder ist mächtiger als das Schwert" seinen Namen zu setzen, und erhielt dieser Tage folgende Antwort: Mein lieber Herr Bok. Ihrem Wun sche kann ich nicht willfahren. Das in Frage kommende Motto ist nicht immer und Nicht unter allen Umständen richtig. Lord Lytton würde den Satz in dieser apodiktischen Form gar Nicht ausgestellt haben, sondern sagt vielmehr m .Rlchelieu nur: Unter wahrhast Großen ist die Feder mächtiger als das Schwert." Nach der Weltordnung hat zedes Dmg seine Zeit. Selbst ein Washington, der nach meiner Ansicht den höchsten Gipfel menschlicher Größe erstieg und der nicht nur das Schwert, sondern auch die Feder vortrefflich führte, hätte Mit der Feder allein unsere Republik nicht zu gründen vermocht. Was würde es Lincoln genützt haben, wenn er sich auf seine mäch tige Feder verlassen hatte ? Er ließ eine Million zum Schwerte greifen. So gab es von jeher und wird es immer Lagen geben, in denen das Schwert den Gordifchen Knoten zerhauen muß, den keine Feder zu lösen im Stande ist, in denen das Schwert den unterdrückten Grund' sähen des Recht? und der Gerechtigkeit uir errschas: vl,e:kcn miß." Vom Anlande. SenatorTaüor v o n E o ! orado hat Aeltberühmtheit erlangt, obgleich er nur vom 1. Februar bis zum 4.März Senator aewescn ist. Nicht durch seine JungsernRede, denn die be stand blos barm, bau er sich mit Scnator W. öamvton von SüdEarolina avgepaart habe, sondern durch seine Nachthemden, die $250 pro Stück kosten. Amerika ist doch ein großesLand. Künst lerinnen, sowohl solche, die dies wirklich sind, als auch solche, die dies nicht sind, giebt eS überall, die durch den Glanz ihrer Diamanten und Toiletten imponiren. Wo aber in der weiten Welt giebt es eine Versammlung erleuchteter Staatsmänner, die, wenn auch nur sür 32 Tage, einenMann zu den Ihrigen ge zählt hat, dessen Nachthemden $250 pro Stück kosten? Der Werth der in Philadelphia alljährlich fabricirten Regenschirme wird aus $20,000,000 veranschlagt. Keine Stadt der Welt liesert dieses Fabrikat in ähnlicher Massenhaf tiglcit. Der abgefahrene 47. Eongreß gehört zu den seltenen Todten, durch welche auch nicht ein einziger Mensch nur entfernt an das Wort erinnert wird: (le rnortuis ml iiisi bene. Ver yolelveilker M c A d o o in Grecnboro, N. C.', brauchte eine Glasplatte von 32 Länge Zoll und 22 Zoll Höhe und bestellte eine solche bei einer Firma in New Nork. In dem desfallsigen Briefe hatte er aus Versehen statt Zoll Fuß, geschrieben. Das nr SV sT r .. vitro Yorker iHejqask muhte solche in Frankreich-bestellen, sie kam dieser Tage an und lagert zur Zeit auf der Werfte bei Norfolk. Die Platte lostet $3,100. Könnte der Besteller dieselbe brauchen so müßte er besondere Mittel anwenden, den Transport zu ermöglichen, denn die Platte kann weder die Einschnitte der Eisenbahnen noch dle überdeckten Brücken passiren ; sie ist emen Zall dick. Die Zuckerahorn Planta gen in Vermont und dem westlichen Massachusetts boten zur Zeit der Ernte noch vor zehn Jahren ein wesentlich an deres Bild, als jetzt. Damals wurde noch der gewonnene Sast in geräumigen Zkesjeln, die über riesigen Yolneuern hm gen, durch Kochen eingedickt. Der Rauch, die Asche und kleine Kohlenlheik, die namentlich an windigen Tagen in die Kessel flogen, schadeten dem Aussehen und der Qualität des Zuckers und konn ten selbst durch Vermischung des Saftes mit Milch oder Eiern und häufizes Ab schäumen nicht völlig beseitigt werden. Jetzt liefern die in Anwendung benndll chen Verdunstungs-Apparate einen viel besseren Zucker, derselbe wird aber da
durch absichtlich verschlechtert, daß man alten Zucker auflöst, mit jungem Saste mischt, verdu'tet und dann das Product als ueuen Zucker bester Qualität aus den Markt bringt. Die Fabrikation von M caroni's und Fadennudeln beginnt in Californien große Dimensionen anzunehmen. . Zu denselben wird eine beson dere Art von Weizen verwendet, der aus den Inseln des Sacramento wächst und zu dem der Samen aus Italien bezogen wurde. 10,000 Säcke dieses Weizens wurden im vorigen Jahre in Nudeln verwandelt. 30,000 Kisten werdkn jährlich in den Staaten und Territorien westlich von den Felsengebirgcn ver braucht, 25,000 verzehrt Francisco, 15.000 gehen nach Mexico, Australien, Mittelsmerika, den' Sandwich - Inseln und China, 10,000 nach Alaska und Sibirien. Das Prohibitions-Amen-dement wurde auch in der jetzigen Ne-
braskaer Staatsgesetzqebuna wieder ein gebracht, im Unterhause aber mit der respektablen Mehrheit von 67 gegen 29 stimmen verworfen. Damit hatte dieser Schwindel in Nebraska wieder einmal ein Ende. Ein junger Bursche. Na mens Levl Bond, von West Freehold, N. I., der durch übermäßiges Trinken seinen Verstand verloren bat. svrana unlängst in selbstmörderischer Absicht aus einem Fenster im zweiten Stocke. Er siel auf seinen Vater, der zufällig vor dem Hause stand, und entging dadurch ernstlichen Verletzungen. Vor einigen Tagen wurde derTrunkenbold mit durchschnlttenem Halse m einer Scheune lt gend gesunden. Er lebte noch, doch wird er wahrscheinlich sterben müen. In Wytheville, Scott Co.. Birg., wurde Sonntag em .Revival Meeting" gehalten, und PastorAdolphus Grler predigte .über den verlorenen Sohn", als plötzlich ein junger Mann. Namens Samvson Muraard. einen Re volver zog und ausrief: Ich lasse mir diese Insinuationen nicht langer gesal len!" Wenn ihm nicht mehrere Hand feste Farmer den Revolver fortaenom men hätten, würde er wahrscheinlich auf den Prediger geschossen haben. DerverbissensteKnownotbma im Staatssenat von Kansas m Se nator yackney von Cowley County, der neulich bei einer Debatte über die Em wanderunqsfraqe die pöbelhafte Bemer kung machte: Was derStaat gebraucht. sind nicht mehr Fremdaeborene. sondern mehr QÄ'en !" In seiner Heimathsstadt Wmneld wurde deshalb eine Ent rustungsertammlung abgehalten, an der selbst der Mayor der Stadt und so gar viele Prohibitionisten sich betheilig ten.. Sachverständige behaup ten, daß die Krankheit, welche unter den Austern an der Mundung des Shrkwsbury Rlvers ausgebrochen ist, dadurch entstanden ist, daß die StrakenreiNl-gungs-Contractoren von New Bork den Schmutz und die Abfalle bei Sandyyook in's Meer werfen, von wo sie von der Fluth an die Küste von New Jersey getrieben werden. Hunderte von Personen sind durch die Erkrankung'der Austern um ihren Verdienst gebracht wop den.' Die Bundesregierung läßt Vorbereitung zur Beobachtung der am 6. Mai stattfindenden und von einem großen Theile des stillen Meeres aus sichtbaren Sonnensinsterniß treffen. Die Sonne wird 5 Mm. 40 See. lang völ' lig verdunkelt sein, länger als die Totalität einer Verfinsterung seit langen Jahren beobachtet worden ist. Die lang' ste Dauer einer totalen Verfinsterung, die überhaupt vorkommen kann, ist 7 Mmuten. Die nationale Academie der Wissenschaften wird eine Expedition nach Carolme Island absenden. Zwei MitGlieder der lön. Gesellschaft von England werden sich derselben voraussichtlich anschließen, und namentlich Photograph!sche Abbildungen der Erscheinung in ih ren verschiedenen Phasen, zu erlangen suchen. Die Expedition beglebt sich mittels eines Dampsers nach Panama und von da nach Callao in. Peru. Hier wird ein Regurungsdampser von dem Geschwader im sudlichen Pactsic die Expedition aufnehmen und nach der genannten Jnfel bringen, wo dieselbe am 28. April einzutreffen hfft. Von Atlanta, Ga., b er ichtet ein dortiges Blatt : Noch nie war unser Markt.relcher mit schönen Früch' ten versehen, als gegenwärtig. Die Bananen namentlich sind schön. Erd' beeren kommen diese Woche von Florida auf den Markt, werden aber zu $10 per Gallone verkauft werden, also per Quart zu $2.50. Bom ttuslande. Das offizielle Organ iür die internationale Eolonial- und Zrvort.Ausitelluna in Amsterdam ent hält die Bestimmungen über die Wahl der Mitalieder der internationalenVreisjury sür die Prämiirung der Aussteller. Darnach werden m ieder Abtheilung für ie 10 bis 100 Aussteller 3 Mitglieder ernannk werden,' sür 101 bis 200 sechs u. f. w. Hiervon wird die Halste durch den holländischen Minister des Innern und den Minister sur vandel und In dustrie ernannt. Die andere Hälfte der Vreisiurn ernennen die ausländischen Regierungen im Verhältniß der Zahl der Aussteller der betreffenden Länder. Die Namen werden Ende April bekannt aemackt werden. Die Vramlen nno: 1. Ehrendiplom 2. Goldene Medaille, 3. Silberne Medaille, 4. BronzeneMedallle und 5. Ebrenvolle Erwähnung. Die Mitglieder Jury, sowie die Experten stnd, falls Ne evenfallS ausgeeui yaoen, von der Concurren, ausgeschlossen. Die Zahl der deutschen Aussteller ist bereits auf 950 gestiegen. Die seit längerer Zeit schon geplante Versorgung Londons mit Seewasser dürste nun ihrer baldigen Verwirklichung entgegensehen, da, wie wir Reclam's Gesundheit- entnehmen, alle bisher gegen den betreffenden Ge-
sehcntwurf erhobenen Einwendungen zu rückgezogen worden sind. Nich diesem Entwürfe soll von der Küste von Susstx
her eine Leitung von einer Gesellschaft hergestellt werden, welche London und die zwischenlicgenden Bezirke mit Seewasscr versorgt. Vie tfmigneuung fou spätestens in 7 Jahren erfolgen, und darf der Wasserzins, welcher von den Besike.-n von Prlvathausern erhoben wird', 10 Mark sür 1000 Gallonen nicht übersteigen. Als vor zehn Jahren d,e Spielhöllen in Deutschland abgeschasst wurden, machte Virchom darauf ausmerksam, daß alle, die in Deutschland vom Spielteufel besessen waren, nacy Monaco gehen wurden. Diese Aoraussage hat sich nur zu sehr erfüllt. Das Spiel auf Monte Carlo :n Monaco, mit fürstlich verschwenderischer Pracht eingerichtet, lockt letzt d'.e Fremden aller Nationen an. Es haben sich Vereine gebildet, um jenes anerkannte Uebel we nigstens aus der Oeffenilichkeit deö Tsges zu verscheuchen. Auch im italieni schen Parlament hat sich der Unwille über den Unsug in Monaco kundgegeben; wie ja auch jungst m belgischen gegen das Spiel in Spa, das freilich unbedeutender ist, aufgetreten wur de. Der Minister Mancini hat. erklärt. daß, wenn Monaco noch unter der Protection Italiens stände, die italienische Regierung das SpielhauS wohl längst . i " i t . v . cn UNlerorUlll yaoen ivurve. -jiuu aucc lege er den höchsten Werth auf dieMacht der öffentlichen Meinung, die sich zumal in den Parlamenten äußern müsse. So haben sich denn auch neun angesehene und namhaste Personen an den deutschen Reichstag mit einer Petition gewandt, damit dieser die deutsche Regierung er suchen möge, ihre machtvolle Stimme gegen jenen Unsug zu erheben. ' D re große Sterblichkeit der Bevölkerung von Madrid (5 vom Tausend; 18.123 unter etwa 400.000 Seelen und 3417 mehr Todes- als Geburtssälle) wird der schlechten Boden drainirung und den rauhen Winden zugeschrieben, welche von der Sierra Guadarrhama herab über eine weite ganz baumlose Ebene mit ungeschwächter Krast blasen. Das schon seit einiger Zeit umlaufende Gerücht, Kähler Pascha werde sich binnen Kurzem nach Berlin begeben, begleitet von zehn türkischen Ossizieren, welche in den deutschen Militardlenfl eintreten sollen, um da? ixercierwesen und die Ausbildung der Sol daten in der deutschen Armee kennen zu lernen, wird aus Csnstantmopel bestStigt, und zwar soll dies aus speciellen Wunsch des Sultans geschehen sein. Ueber die letzten Stun den Richard Wagner's wird berichtet : .Richard Wagner machte m Venedig regelmäßig Nachmittags Spaziergänge aus dem carkusplatz und Pflegte n der letzten Zeit öfters in dem Locale des Bankgeschastes Reitmacher unter den Procuratienhallen,auf welches seine Creditbriefe lauteten.auszuruhen. Manchmal klagte er darüber, daß ihm der Athem ausgehe, ohne daß jedoch ihm selbst oder feiner Umgebung dieferhalb eine Beun ruhigung aufgestiegen wäre. Am Vor mittage des 13. Febr. blieb er wie gewohnt in seinem Studirzimmer, wo er von Niemanden gestört werden durste. Nicht einmal Frau Cosima kam während dieser Arbeitsstunden in sein Zimmer. Plötzlich trat der Meister wankend aus seinem Zimmer in denVorsaalund klagte dem Dienstmädchen über heftiges UnWohlsein. Er wisse nicht, was ihm sei sagte er, erholte sich aber so rasch, daß sich das Mädchen beruhigte und wie sonst Anordnungen und Vorbereitungen zum Diner traf in dem Glauben, daß es nur eine momentane Ausregung gewesen sei. Die Familie setzte sich wi: gewöhnlich um drei Uhr zu Tische ; der Gondolier Luigi, der auch als Diener funktionirt, trug gerade die Suppe auf, als der Meister sich plötzlich vom Stuhle erhob und sagte: Mir ist sehr schlecht." Im selben Moniente stürzte er auch schon bewußilos zu Boden. In grenzenloser Verwirrung sprangen Frau Cosima und Tochter auf, um den Zufammengefunkenen aufzurichten. Luigi und die herbei gerufenen Diener brachten den Sterbenden nach dem Arbeitszimmer. Doktor Keppler, der Hausarzt der Familie, constatirte um halb vier Uhr den Tod in Folge eines Herzschlags. Bochum. 13. Febr. Als am 21. Dezember 1852 die Zeitungen die Kunde brachten, daß aus der Zeche Hardenberg bei Dortmund 25 Bergleute bei der Ausfahrt aus der Grube infolge eines Seilbruchs einen jähen Tod gefunden hatten, regte sich .sofort die öffentliche Mildthätigkeit, um.das Loos der Hinterbliebenen derVerunglücklen zu mildern. Es würden gewiß hohe Beträge eingegangen sein, wenn die Zechenverwaltung nicht bekannt gemacht hätte, sie verbitte sich derartige Sammlungen, da sie es sür eine Ehrenpflicht halte, selbst für die Hinterbliebenen zu forgen. In welcher Weise wird nun die Zeche ihrer .Ehren-Pflicht-gerecht ? Eine Wittwe mit sünf Kindern, wovon das jüngste zwei Mo nate alt ist, erhält pro Monat im Ganzen 42.25 M., doch zahlt hierzu die Zeche nur 14.25 M., das andere wird auS den Beiträgen der hiesigenKnappschastSsöffe bestritten. Heirathet die Wittwe wieder, dann ert.ält dieselbe eine einmalige Absindungssumme von 1000 M. Sobald daö jüngste Kind der Frau das 15. Lebensjahr erreicht, hat, erhält die lcktere pro Monat nur noch M. 12.10. Von diesen paar Groschen soll die Frau dann leben ; da dies nicht möglich, fällt sie der Armenkasse zurLast. Für du Kinder- werden, sobald sie daS 15. Lebensjahr erreicht, je 300 M. in die Sparkasse eingelegt, die mit dem Eintritt der Großjährigkeit zu erheben sind. Bemerkenswerth ist noch, daß die Zeche die Benefizien sofort einstellt, fall eine der Wittwen auf Grund des Haft-pflicht-Gefetzes klagbar wird. Großgar tach (Württ.), 13. Febr. Der hiesige St:tionsmrister Vollmer wurde wegen Unterschlagung amtlicher. Gelder in Hast genommen.
