Indiana Tribüne, Volume 6, Number 167, Indianapolis, Marion County, 6 March 1883 — Page 2
ätnte
i AA . MtMftlttl XtÖttUC. I (VUVWMW fw FSgltche- und Souktagsausgaö,. Offlce: Z2S. DclawareStr. Indianapolis, Ind., ' G V!ärz 1883. vlrtestan und Big Tprkngö sind die beiden jüngsten Niederlassungen im westlichen Texas, denen beiden eine bedeutende Zukunft schon in nächsterZeit gesichert zu sein scheint. Sechs Meilen fudllch von Colorado befindet sich da größte Naturwunder in Texas. Hier vereinigen sich zwei nie versieaende, kry stallhelleS Master führende Wasterläufe und bilden einen tiefm Fluß, der sich nach einem Laufe von 5 Meilen durch Mitchell County in den Colorado ergießt. Die Stelle, auf der sie sich treffen, umfaßt ein Terrain von 6 Ackern, das aus einer sich wenig über den Boden erhebenden Sandstein - Formation de-. steht. Seit langen Jahren ist diese Stelle den Büsfeljägern bekannt und wird von ihnen die Sieben Quellen" genannt. Sieben starke Quellen, um geben von einer viel größeren Anzahl kleiner Quellen, dringen dort aus dem Boden, von denen sich mehrere nach Alt der artesischen Brunnen über den Boden erheben. Die Quellen springen unmittelbar aus dem Sandsteine hervor, sind kreisrund, von verschiedenem Umfange und 10 bis 0 Fuß tief. Ihr Wasser ist theils "chemisch rein, theils salpeter und schwefelhaltig, theils hochgradiges Eisen und Stahlwaster, zum Theil mit, zum Theil ohne Kohlensäure - Gehalt. Eine genaue Analyse der verschiedenen Wasierarten liegt noch nicht vor, doch berechtigen die oberflächlichen Untersu chungen, die bisher gemacht wurden, zu dem Schlüsse, daß die Natur hier Heil quellen geschaffen hat, die wahrscheinlich den kräftigsten und wohlthätigsten, die irgendwo existiren, an die Seite zu setzen sind. Die Quellen' entspringen 2,000 Fuß über dem Meere, und dieser Umstand verbürgt ein gemäßigtes Klima und reine, dünne, erfrischende Lust. Andere Vortheile und Annehmlichkeiten kommen hinzu, welche einem.dort an zulegenden Badeorte ein schnelles Gedeihen versprechen. Die erwähnten Was serläufe wimmeln von Bergforellen, die wellenförmige Prairie enthält noch Wild in Fülle, die Landschaft ist in Folge zahlreicher, wenn auch nicht ausgedehnter Waldbestände, schön und wechselvoll und eine ausgezeichnete Straße führt nach dem nur 6 Stunden entserntenColorado, dem Sitze der Countybehörden. Dr. I. SRobinfon hat beträchtliches Grund eigenthum dort erworben und eineStadt ausgelegt, deren Mittelpunkt das Qucl' lengebiet bildet. Ein Hotel und Bade Häuser sind im Bau begriffen, und vor aussichtlich wird schon der bevorstehende Sommer zahlreiche Gäste dort finden. dle Erholung und Heuung suchen. Eine intereffante Erscheinung bilden noch die Tausende von Inschriften, die sich an den Sandsteinblöcken in der Nähe der Quellen finden. Einzelne rühren von weißen Befuchern die früheste aus dem Jahre 1840, bei Weitem die meisten aber von Indianern her. Sie stellen indianische Kinder, Pferde, Speere, . WlgwamS und dergl. dar; eine andere Art besteht in Reihen senkrechter Striche, die hintereinander angebracht und jedesmal an der zwölften Stelle durch ein X unterbrochen sind ; einzelne dieser Reihen, die augenscheinlich von einer und derselben Hand herrühren, zeigen hun derte solcher Striche und sind offenbar dazu bestimmt gewesen, die Zahl irgend welcher Gegenstände zu markiren, sei dies nun der Mitglieder eines Stam meö, oder der-Hausthiere desselben, oder der auf der Jagd erlegten Thiere, oder was sonst. Big Spring wurde im vorigen Juni ausgelegt und ist als Sitz der Behörden des benachbarten HowardCounty ausersehen. Dort befinden sich die Maschinen'Werkstütten der Pacific- und TexasBahn) in denen zur Zeit 300 Arbeiter beschäftigt sind. Diese Niederlassung scheint zumVerkehrs-Mittelpunkt des westlichen Texas bestimmt zu sein. Zwei und ein halb Meilen westlich von dem..Städtchen befinden sich zwei Quel len von großem Umfange und unerschöpflicher Ausgiebigkeit ; die Quellen liegen 155 Fuß höher als das Städtchen und können daher das letztere, selbst wenn es bedeutend an Ausdehnung gewonnen hat. vermittels einer Wasserleitung ohne Maschinerie mit vortresflichem Waffer versorgen. Die weite Umgegend ist für Viehzucht außerordentlich geeignet. Big Spring? liegt 263 Meilen von Fort Worth und 347 Meilen von El Paso, hat jetzt schon nahe an 1,000 Einwohner und einige stattliche Steingebäude. Bausteine bester Qualität liefert die nächste Umgebung im Ueber fluffe. Im nächsten Monat wird mit dem Bau einer Schule begonnen werden. . r V . k , 5 i n oem luoiiazen yeil von uarvaro County befinden sich ausgedehnte, aber seichte Salzseen, deren Waffer in jedem Sommer völlig verdunstet und dann . - . m m : 2 Jou kiese VHlHlcn cyemljcy remen Chlornatrums ansetzt; diee Vorräthe versprechen Jedem, oer mit etwas Copl tal die Ausbeutung derselben unter nimmt, unermeßlichen Nutzen. Neuer Markt sür dle Ber. Staaten Nach der Ansicht eines zur Zeit in Melbourne verweilenden amerikanischen Ingenieurs ist kein Land der Welt so aeeianet. Australien mit Locomotiven und sonstiaemEisenbahnmaterial zu ver sehen, als die Ver. Staaten. Was die Ueberwindung großer Steigungen und enger Curven anbelangt, so sind die amerikanischen Locomotiven den besten Maschinen Englands überlegen und dieselben eignen sich aus diesem Grunde vortrefflich zu dem Betriebe australischer Bahnen. In diesen Colonieen wird zur Zeit dem Bau von Eisenbahnen größere
Thätigkeit zugewendet, als bisher. In Victoria sind bis jetzt erst 1,300, in Neu Ssth.TOnf 1.011. in GuMnelstnhRfM).:
in Süd-Australien 832, in, West. Australien 92, in Tasmanien 172 und in Neu-Seeland 1,287, zusammen also 5,520 Meilen in Betrieb, nicht ganz Halb so viel, als in den Ver. Staaten im vorigen Jahre gebaut wurden. 1,317 Meilen sind im Bau begriffen und für weitere 800 Meilen ist die Concession bei dem Parlament in Victoria nachgesucht worden. Die Spurweite beträgt in Victoria und in SüdAustralien 5 Fuß 3 Zoll, in Neu Süd-Wales 4 Fuß 8 Zoll, in Queensland 3 Fuß 6 Zoll. In Victona betragen die Baukosten pro Meile $15,00 bis $35,050, incl. der Kosten für Expropriation, Anschaffung des Betriebsmaterials und Errichtung der Stationen. Alle Bahnen befinden sich zur Zeit im Eigenthum und Betriebe der Colonien, die sämmtliche Privatbahnen aufgekauft haben. Dlese Vereint, gung des Betriebes hat den Vermal tungsaufwand vermindert, aber gleichzeitig alle Concurrenz lahm gelegt und wird, im Allgemeinen nicht für eine Wohlthat gehalten. Auch der Errich tung von Straßenbahnen wird jetzt von den Städten größere Aufmerksamkeit geschenkt. Die bedeutendsten Wagen sabriken befinden sich in Melbourne. Diese Stadt beabsichtigt, ein Capital auszunehmen, mir welchem 45 Meilen Straßenbahn gebaut werden sollen. Im Fiscal-Jahre 188081 haben die Ver. Staaten nach den australlschenColonieen Waaren im Betrage von $.750.000 exportirt. Die Export.Artikel bestanden namentlich in Metall-Erzeugnissen und unter solchen befanden sich 30 Loccmotiven. Nach Vorstehendem ist indessen gerade diese Ausfuhr einer bedeutenden Steigerung fähig. Revolutionäre ntdelknng Der Anwendung der Electricität als Betriebskrast haben bisher zwei Hinderniffe entgegengestanden : Durch DampfMaschinen unter Anwendung von Kohlen erzeugt, von der 90 Procent verwustet wurden, war sie zu theuer; Wasser kraft aber war nicht überall zu haben. Nunmehr hat der berühmte französische Elektriker Marcel Deprez eine Entdekkung gemacht, welo)e eine so vollständige Revolution auf wirtschaftlichem Gebiete hervorzurufen bestimmt sein dürste, wie seinerzeit die Erfindung der DampsMaschine. Er hat nämlich gefunden, daß der Verlust an Kraft durch Uebertragung der Electricität bei großen Entfernungen nicht größer zu fein braucht. alS bet kleinen. Die durch feine dyna-mo-elektrischen Maschinen erzeugte Kraft verliert beider Uebertragung stets 50 Procent, gleichviel ob die Entfernung 1 Meile oder 500 Metten beträgt. Sein System besteht darin, daß er eine mög l ich st geringe Quantität mit möglichst starker Krastäußerung erzeugt. Außerdem wendet er ganz gewöhnliche Telegraphendrähte an, während, bisher die theuren dicken Kupferdrähte für unerläßlich galten. Bor Kurzem wurden in Paris zwei Versuche gemacht, die dasselbe Ergebniß hatten. In dem einen Falle würde die Electricität aus einer Maschine von sechs Pferdekrästen über eine Bogen linie von 20 Meilen, in dem anderen wurde die Kraft aus einer um vier Pferdekräste stärkeren Maschine über eine g t x a b t Linie von 35 Meilen geleitet. Am Ankunstspunkt stellte sich heraus, daß auf der kurzen Leitung 3, auf der langen 5 Kräfte verloren gegangen waren, also beidemale genau die Hälfte. Aehnliche Versuche m Deutschland haben immer dasselbe Resultat gehabt, sodaß bei allen Berechnungen der gleichmäßige Verlust von 50 Procent mit mathematischer Sicherheit angenommen werden kann. In Folge besten ist es fortan möglich. die riesige Betriebskrast auszubeuten, welche große Wasserfalle, Stromschnellen u. s. w. bieten, denn wenn es gleichgiltig ist, ob die Entfernung von diesen natürlichen Kraftcrzeuaern groß oder klern ist, so kann man ja die gewonnene Krast aus bedeutende Entfernungen lei ten. In der That soll auch die Erfindung des Herrn Deprez sofort praktisch angewendet werden. An den Rhonesällen bei Bellegarde, die 100.000 Pferdekräfte darstellen, werden Turbinen angebracht werden, um die neuen elektrodynamischen Maschinen zu treiben. Als dann wird die Krast nach Lyon geleitet und sowohl zur Beleuchtung als auch zum Treiben von Maschinen aller Art verwendet werden. Allerdings sind die Kosten der Anlage nicht gering, doch kommen sie sicherlich den außerordentlichen Vortheilen einer fast unentgelt lichen Betriebskraft gegenüber gar nicht in Betracht. Man stelle sich nun vor. daß die Nlagarafälle ausgebeutet werden, um die Fabriken in den Industriestädten New Zjorks, Pennsylvaniens und Ohio's m Betrieb zu setzen! Mit einem Schlage wäre dann der drückende Rauch verschwunden, die Arbeitsräume wären nicht mehr heiß und ungesund, die Luft wäre rein. Aehnliche, wenn auch nicht ganz so stufe Krafterzeuger finden sich in genügender Menge in allen Theilen der Crde; und da sie unerschöpflich sind, so kann die Menschheit nie in Verlegenheit gerathen, soweit .Betrieb?kroft und Beleuchtungsmittel in Betracht kommen. Eine ungeheuere Arbeitslast ist ihr von den Schultern genommen, und das Zeitalter der Electricität hat wirklich begönnen. . Englische Ernteauöstchten. Da England der bedeutendste Kaufer amerikanischer Brot- und Fleischpoffe ist, so sind die englischen Ernten, bezüglich Ernteaussichten für die Ver. Staaten von direktem Jntereffe. - Soweit nun die Nachrichten hierüber reichen, verspricht die Ernte Großbritanniens in diesem Jahre noch schlechter zu werden, als in irgend einem der vorhergegangenen sieben mageren Jahre. Bis Ende Januar waren kaum zwei Drittel des Weizens gesät worden, der bis um jene Zeit gewöhnlich gepflanzt wird, und von
da an regnete es so unablässig, daß die Aussaat vollständig unterbrochen wurde. Die Samenkörner faulten in der Erde, und die einzige Hoffnung .der Farmer bestand darin, daß es zeitig genug zu regnen aufhören würde, um wenigstens die Aussaat von Sommerweizen zu gcstatten. Gerste ist bester gediehen und war überhaupt in den letzten Jahren dc? Rettungsanker der schwergeprüften britischen Landwirthe. Selbstverständlich wirkte der unaufhörliche Regen auch sehr
nachteilig auf das Vieh ein. Unter den Rindern richtet die Maul- und Klauenseuche große Verheerungen an, und die Schafe werden in solcher Menge durch die Leberfäule vernichtet, daßHam melfleisch, das Lieblingsgcricht der Engländer, wahrscheinlich bald 0 CtS. das P.fund in London kosten wird. Angesichts diese? Nothlage verlangten einzelne Stimmen ein Verbotsgesetz gegen den Genuß von Kalb- und Lammfleisch, doch würde das natürlich gar nichts helfen. Diejenigen 'Farmer, welche viel Vieh haben und es reichlich füttern können, erzielen außerordentliche Preise, aber die meisten konnten wegen der andauernden Verluste in .den letzten Iahren ihren Viehstand niemals vollzählig erhalten und ziehen daher aus derFleischtheuerung keinen nennenswerthen Gewinn. Doch selbst die Glücklichsten, die Besitzer großer Rinder- und Schasherden, sind nicht gerade zu beneiden, da sie Tag für Tag befürchten muffen, daß die Thiere von einer oder der andern Seuche ergriffen werden. So groß ist die Furcht vor diesen Krankheiten, daß sür den Transport von Rindvieh förmliche Paßvorschristen bestehen. Ganz besondere Angst hegen die Schaszüchter um die Mutterlämmer, denen gerade jetzt der Regen großen Schaden thut. Die Pachtpreise sind allgemein um 15 bis 20 Procent heruntergegangen, doch hilft auch diese Erleichterung den Pächtern nichts. In alten Zeiten wäre unter ähnlichen Umständen eine Hungersnoth unvermeidlich gewesen. Heute steht dem heimgesuchten Lande der Ueberftuß glück licherer Erdtheile zur Verfügung. Ein. gewissenhafte? Kutscr. Am letzten Taae des voriaen Monats starb in Earson City, Nev., Hank Monk, einer der ersten Ansiedler im Westen de genannten Staates. Dieser Rosselenker hatte dereinst mit Horace Greeley eine ergötzliche Begegnung. Der große Jour mitist und Prüsidentschastscandidat hatte zugesagt, in Paccrville, Nev., eine Rede zu halten. Spät am Nachmittag enga girte er in Carson City Hank Monk, ihn nach Placervllle zu fahren und band es demselben auf die'Seele, daß er ihn unter allen Umständen rechtzeitig, d. h. Schlag 8 Uhr an den Ort seiner Bestlm mung besördere. Gecley war gewohnt, stets sein Wort zu halten ur.d ließ seine Beredsamkeit so aus den einfachen Fuhr mann einwirken, daß dieser ganz zer knirscht sagte: Schon recht, crr Greelcy, steigen Sie nur ein, ich bringe Sie rechtzeitig zur Stelle." In der Nahe der Stadt war die Straße gut und glatt, horace Grkelcy meinte, die Pserde liefen nicht rasch genug und wie verholt theilte er frank Monk seine Be fürchtung mit, daß sie sich verspaten würden. Lakonisch entgegncte dieser: .Aus dem Stalle und in den Stall langsam, Herr Grceley, ich bringe Sie rechtzeitig zur Stelle." Der gewaltige Redner meditirte ; da begann die Straße holperig zu werden, schlimmer, als über einen Knüppeldamm aina es dahin, die Kutsche wurde nach rechts und links ge schleudert, Greeley wurde mit dem Kopse gegen die Decke und die Seiten des Wagens geworfen, es schien ihm, als ob sich sem "Uo west" doch allzu gemalt sam vollzöge, es gelang ihm, den Arm des Kutschers zu berühren und verzwei felt stieß er die Worte heraus : Lang sam, langsam !" .Schon recht, Herr Greeley", lautete die Antwort, .ich bringe Sie rechtzeitig zur Stelle. Weiter über Stock und Stein ging die ra sende Fahrt, die Peitsche ersetzte den den Pferden mangelnden Ungestüm, das Gefährt krachte in allen seinen Fugen und Greeley röchelte nur noch : Lang sam, langsam." Wiederholt legte sich die Peitsche über die Rücken der dampfenden Pferde, und Hank Monk stieß in abgeriffenenWorten hervor : .Schon recht, Herr Greeley, ich brmge Sie rechtzeitig zur stelle. Greeley stand unter dem Banne der ent setzlichsten Seekrankheit, da drang Musik an sein Ohr, die Bürger von Placervllle waren mit einem Militär musikcorps dem erwarteten Gaste ent gegengekommen und wollten lyn. zwei Meilen vor derStadt festlich empfangen .top, uop" qurgeile greeley in Verzweiflung, und Hank Monk erwiderte prompt : Schon recht, Herr Greeley, ich dringe Sie rechtzeitig zur Stelle." Rechts und links flog das Empsangscomite au die Seite, die drei Mustker verloren ent setzt ihr werthvollstcS Instrument, die große Trommel, der Sattelaaul tra durch das Fell und lief mit der Tromme am Beine weiter, Gccclcy fch!o& todcs matt die Augen, da war das Städtchen erreicht, HankMonl öffnete den Kutschen schlag, hob den beinahe entseelten Jour allsten aus dem Wagen und sagte .Sehen Sie, Herr Greeley, es ist Alles recht, ich habe Sie rechtzeitig zur Stelle gebracht." E? war allerdings Punkt Uhr, über es dauerte eine stunde, di das Empsangscomite mit derMusik nach kam, und Greeliy hatte diese Zeit seh nöthig, um sich von den Strapazen de Fabrt einigermaßen zu erholen. Nun hat auch der alte. Hank Monk sein letztes Erden.ziel macht, und wenn er droben Herrn Greeley trifft, wird er sagen .habe ich Sie damals nicht rechtzeitig zur Stelle gelzracht, Herr Greeley ?" Unter Um Cyinlsn, in Cy'cago. Fü.'iszig getaufte C uiicjen hielten an einem der lefck,, ödende in dem großen Bernthungrzimn.cr mx ilznen cinläunl ten Mcl)0Mtnitiu1;i an der Wadajh-' Avenue in Chicago eine christlichchinesi'
sche Abendunterhaltung ad, an der auch j
zahlreiche noch Nicht bekehrte Söhne des Reiches der Mitte Theil nahmen. Viele von ihnen waren in moderner Kleidung mit weißen Cravatten und in glänzenden Lederstieseln erschienen, andere hatten chinesische Festkleidung angelegt und trugen die bekannten Schuhe von Filz oder Holz. Die ersten musikalischen Vorträge bestanden in einem Orgelconcerte und Gesängen von Mitgliedern des 9 V amerlianiiqen zclrcyencyors, weiche indeß den chinesischen Theil der Versammlung ziemlich kalt zu lassen schienen. Hierauf spielten drei Chinesen ein Trio ; die Instrumente bestanden aus einer Art Bratsche, emem chinesischen Banjo und einer Rohrpseife. Neben diesem Orchester stand ein Chinese, der ein Banner mit der Inschrift : .Laß' Geduld ihr hohes Werk vollenden", in der Hand hielt. So versöhnend dieses Motto wnkte, so konnten doch die nicht-chinesischen Zuhörer nicht umhin, sich während des Vorträges die Frage vorzulegen, ob nicht einige junge Ferkel sich in die sehr ehrenwerthe Gesellschaft eingeschlichen hätten. Die Chinesen dagegen lauschten entzückt, und ibr Enthusiasmus steigert! sich, als Con Ao unter der Begleitung der fußesten Weisen des Ferkel-Orchesters einen chinesischen Choral nach der Melodie: Mäoel ruck', ruck', ruck'" m.-.mU. So ost der Sänger mit seinem Gekrächze aufhören wollte, wurde er mittels chine sischer Da Capi zur Fortsetzung gezwungen, und der Vortrag würde, wenn nicht die nicht-cinesischen Thcilnehmer an dem Ohrenschmause sich in's Mittel gelegt hätten, so endlos gewesen sein, wie eine chinesische Theatervorstellung. Nachdem noch Chin Chuch die Liebesklage eines .Melican-tfirl" zum Besten gegeben hatte, öffneten sich die Thüren des Sitzungszimmers des Kirchenvorstandes und appetitlich besetzte Tafeln luden zu emem Genuffe ein, in dem sich Christen, gelauste und heidnische Chinesen in größerer Uebereinstimmung des Geschmackes befanden, als in dem musikalischen Theile der Unterhaltung. Senstionklle Entyallnngen über die Zustände in der Münchener Preste beichastlgen zur Zeit alle dort! gen Redactionen. Durch mehrere Ge richtsöerhandlungen war festgestellt wor den, daß verschiedene Gerichtssaal Re Porter ein Geschäft daraus machten. gewme Falle gegen Bezahlung todtzu schweigen. Die Münchener Zeitungen verschwiegen czuch diese Thatsache, und nur die .,Genchtszeitung" veröffentlichte die Namen dreier notorisch bestechlicher Reporter und forderte die übrigen Zeltungen aus, energisch gegen den Unfug der sogenannten .Schweigegelder" vor zugehen. Die drei Reporter wurden von den betr. Redacttonen entlassen, haben aber den Spieß umgekehrt und machen öffentlich bekannt, daß die meisten Re dacteure und Reporter bisher .Schwei gegelder" angenommen haben, und. daß dies in München ganz allgemeiner Ge brauch ist. So unwahrscheinlich diese Behauptung lm ersten Augenblicke klang, so ist sie doch, besonders hinsichtlich der ultramontanen Preffe, ,n hohem Grade zutreffend, und der Münchener Journa-listen-Club läßt die ganze Angelegenheit eingehend untersuchen. Intereffante Enthüllungen werden erwartet, die auch noch das geringe Ansehen vernichten werden. in dem.München's Preffe in der ganzen lidt und im Lande steht. . Vom 3rtlti&. Eine neue Industrie h a t sich in Aiontreal entwickelt, nämlich der Han bei mit Lachen. Wäbrend des letzten Winters sind aus den Friedhöfen in der Umgegend von Montreal nicht weniger als 150 Leichen gestohlen worden und zum größeren Theil an medizinische Lehranstalten m den Ver. Staaten ver kaust worden. Die Resurrectionsmän ner sollen Studenten sein. Lieutenant Dannenhower ist der Meinung, daß der Pol nur m et ner einzigen Weise erreicht werden kann, nämlich mittels Lustballons. Er erklärte einem Berichterstatter, das Pro blem der Polarforschung. werde -niemals gelöst werden, so lange nicht eme Flug Maschine ersunden ist. Mit der Zeit werde eine solche Maschine hergestellt werden, und sie werde sich als eine wun dervolle Dienerin der Wifferschlft erwei sen. Lieutenant Dannenhower sagte, es sei über jeden Zweifel bewiesen, daß es eine Thorheit ist, em Schiff in das durch Eis verschlossene Polarmeer zu senden. Es sei deshalb nicht wahrscheinlich, daß so bald wieder eine Ersorschungö-vpe dition ausgerüstet werden wird ; auöge nommen. eS werde eine vollkommene Flugmaschine erfunden. Geheime Arb ei ts kr a ft. Die in der Steinkohle aufgestapelte latente Arbeitskrast hat Professor Rogers cmachenden Untersuchungen unterzogen. Der dynamische Werth eines Psundes guter Steinkohle ist danach äquivalent der Tagesarbeit emes Mannes (k), .! Tonnen demnach einer 20jährigen har ten Tagesarbeit, wobei das Jahr zu 300 Arbeitstagen angesetzt ist. Nach ublt cher Schätzung liefert nun eine .viersüßiae" Kohlenader auf jeden Morgen Landes ungefähr 5000. Tonnen guter Kohle. Jede Quadratmeile erzielte so nach an 3.00.000 sonnen, nelcye ln ihrer totalen Leiflungsfähigknl! für die Production von Arbeitskraft einer zwan zigjährigen Tagesarbeit von einer Mil lion krästigerArbeiter entsprechen würde. Wer hätte gedacht, daß ein übermäßiger Schneesall auch sein Gutes haben könnte? Und doch ist es so. Im nördlichen Wisconsin hat alle Waldver wüstung eingestellt werden müffen, weil der Schnee 3 Fuß hoch liegt. 40 pEt. weniger Stämme können dieses Jahr zu Markte kommen. Aus anderen Weiß sichten-Gegenden lauten die Nachrichten ähnlich. Besonders aber im nördlichen Wisconsin, wo aus oem mageren Sand boden gar Nichts wachsen kann, wenn der Wald entfernt ist, wird dies zur Wohlthat. Es in immer gut. wenn man
etwas gelernt hat. Die Professoren ics Vale College waren seit längerer Zeit empört darüber, daß zur Abendzeit im Universitätögebäude und in deffen unmittelbarer Umgebung häusig - geschossen wurde. Der Direktor, die Decane, die Prosessoren und die Calefactoren hatten
sich wiederholt aus die Lauer gelegt, aber nie einen der Missethäter erwischt. Da flog in das Speisezimmer des Professors der Mathematik, während dieser mitseiner Familie bei dem Abendbrote saß.eine Kugel durch das Fenster, über den Tisch hmweg und drang nahe uder demBoden in die Wand. W?r Professor beschloß, seine Wissenschaft als Detectiv zu . benutzen, maß die Entfernung zwischen dem Loche im Fenster und demjenigen in der Wand, berechnete die Curve, welche die Flugbahn der Kugel beschrieben hatte, calculirte hieraus die nothwendige Fortsetzung der Bahn und fand, daß die Kugel aus einem Zimmer des gegenüberliegenden Gebäudes gekommen fein mußte. Dieses Zimmer war von zwei Studenten derTheologie bewohnt; erncr derselben war, wie der Professor ermit telte, an jenem Abend nicht einheimisch gewesen, und dem Anderen sagte der Professor am anderen Tage in' Gesicht, daß er am Abend zuvor geschossen habe. Der Student leugnete Stem und Bern, mußte sich aber der wissenschaftlichen Beweissübrung des Professors gegeiküber zu einem Geständnisse herbeilassen und versprach : es m seinem ganzen Leben nicht wieder thun zu wollen." Die Farmer von Green ville im County Bond im südwestlichen Illinois versammelten sich kürzlich in einer Anzahl von 400 zum dritten Male in diesem Winter, um Jagd auf die Wölfe zu machen, welche ihren Herden im vergangenen Jahre so großen Schaden zugefügt haben. Es wurde diesmal ein Wolf ausgetneben, der durch dicjrste Linie der Farmer dringen konnte, ohne getroffen zu werden, dann aber von ei nem weiter rückwärts stehenden Schützen zusammengeschossen ward. Im Ganzen wurden im abgelausenen Jahre in der Gegend von Greenville neun Wölfe er legt und man glaubt, die Gegend sei nun von diesen Raubthieren ganzlich aesäu bert. Die Prämie für einen getödteten Wolf beträgt $15 vom County und $50 von den vereinigten Farmern.In Oöeeola, Wh ite Pine Co., Nevada, ist kürzlich wiederum ein Goldklumpen gefunden worden, welcher G34: Unzen wog und einen Werth von $1012 besaß. Dieses ist der vierte Gold klumpen, der in jenem MinenCamp seit dem ersten December entdeckt wor den ist. Die drei vorhergesundencn hatten einen Werth von resp. $5000, $1080 und $980. Thee muß unter allen Um ständen dem Verzeichnisse verbotener Ge tränke einverleibt werden. Ein altes Weib in Connecticut schreibt an den Woodbury Reporter": GeliebteSchwe stern! Seit 14 Jahren befleißige ich mich gänzlicher Enthaltsamkeit, aber ich habe gesunden, daß der Teufel auch in dem angeblich harmlosen Getränke steckt, so man Thee nennt. Geliebte Schwestern, enthaltet Euch des Thees, er entwürdigt unser liebenswürdiges Geschlecht. Ich habe gesehen, daß der Mann, den der Herr mir zum Lebensgefährten gegeben hat, von Thee so besoffen geworden lst, als ob er Rum mit Thee, nicht Thee mit Rum genossen hätte. Geliebte Schwestern, der Thee asficirt die Nerven unseres gebenedeiten Geschlechts. Besoffen heit ist auch nichts anderes als eme Ner ven Anectlon. Trinken wir lieber Eichelkaffee, einen Ausguß von rothem Pfeffer, Milch, frisch von der Kuh, oder am allerliebsten Waffer, Was er, Waffer, nichts, als Wasser. Eine christliche Schwester." Der Staat Maine zählt 49 Käsereien, mit einer Durchschnittszahl von 107 Kühen per Käserei. Die geringste Anzahl ist 90, die größte 500. Das Gesamtprodukt betrug im abgelaufenen Jahre 586,834 Pfund Käse. Der Durchschnittspreis derselben war 12j,Centö per Pfund. . F rau Caroline NieLham mer, eine jugendliche Wittwe in Philadelphia, litt an einem Anfalle von Sumpffieber, befand sich aber in rasch fortschreitender Besserung. Dieser Tage wurde der sie behandelnde Arzt plötzlich gerufen, weil eine auffallende Berschlechterung des Zustandes eingetreten war; der Arzt fand die Kranke bewußtlos und in Krämpfen und sie starb ihm unter den Händen. Während die Mutter ' die Todte.beobachtele, entdeckte sie, daß zwei künstliche Zähne, welche dieselbe trug, 'ehlten. Bei der Post Mortem Unter'uchung wurden die Zähne' mit der sie 'a'tenden Platte in der Luflröhre der lU storde,!e nnrgesunoen ; sie ballenden tob durch lii flirt ii na, heibeigesührt. Bom Auslande. Nicht ge rin ge Heiterkeit mußte es in englischen und gewiß auch in allen literarischen Kreisen erregen, als Franz Liszt in seiner jüngst ' veröffentlichten Vertheidigung gegen den Borwurf deS Antisemitismus die Behauptung ausstellte, daß George Elliott zu den .hervorragenden JSraelitengehöre. Jeder Schulknabe, um - Macaulay's Ausdruck zu gebrauchen, weiß heutzutage,daß George Elliott der Tchriststellername von Miß Mary Ann Evans war. Dieselbe gehörte sowohl von väterlicher wie von mütterlicher Seite einer ' ganz christlichen Familie in einem "kleinen Dorfe, Griff bei Nuneaton in Warwickshire, an einer Gegend, wo Juden ebensowenig zu Hause sind, wie etwa bengalische Tiger oder Klapperschlangen. Uederdies wurde Miß EvanS sogar in dem Hause eines englischen Geistlichen erzogen, und ihr elstes Werk, wodurch sie ihren Ruhm sosort begründete, schilderte .Scenen auS dem Leben eines Geistlichen". Das'hätte Liszt doch wiffen sollen. Ueber den zwischen den Sostas von Constantinopel jüngst entstandenen Streit veröffentlicht ein dorti-
geö Blatt folgende Darstellung: In den Nebenrüumen der Moscheen werden seit alten Tagen, namentlich seit Harun-al-Raschid, verschiedene Wissenschaften vor getragen.' Die Studirenden der Theo-
ocne hören m den Moscheen Tatih,Aga Sofia. Selimie, Sultan Achmed und anderen Vorträge über Literatur.RechtSwiffenfchast, Naturwiffenschast und ani. nyi'rr !. T ! - ..t.'in..oere Zljiensgeoleie. ane zaylrriquen Hörer finden die Curse an der Medresse von Tatih, an welcher die berühmtesten Professoren lehren. Seit ewiger Zeit herrschen nun zwischen zwei Gruppen der Studirenden dieser Universitäten Miß. Helligkeiten, die wiederholt in Wortstreitigkeiten und selbst Raufereien ihren Ausdruck fanden. Dle Ursache oicicr Streitigkeiten liegt in dem Umstände, daß die schwächere Gruppe einen besseren Platz m dem Zuhörerraume besetzt halt. In den jüngstvergangenen Tagen richte ten einige Studirende der angesehensten Abtheilung an die andere Gruppe die Aufforderung, ihren Platz an die erstere abzutreten. ES ersolate eine nackte Ab . Weisung. Hierauf wurden heftige Re den getau cht, die Gemüther erhitzten sich und es kam zu Thätlichkeiten. DaS Handgemenge wird ein allgemeines und' mehr als zweihundert Sostas schlagen aufeinander mit Händen und Fußen los. Glücklicherweise hatten die Kämpsenden keine Waffen und nur. die Bücher konnten als Wurfgeschosse dienen; andernfalls wäre es wahrscheinlich zu blutigen Ereignissen gekommen, während so bloß einige Sostas Quetschungen erlitten. Dem Kampse der Studirenden wurde erst durch da? Einschreiten der herbeigeeilten HodschaS ein Ende gemacht. Friedfertige Unterthanen resp. Nachbarn sind die albanesischen Stämme. Beständig gährt dort ein kleiner Krieg der Familien und Stämme gegen einander oder gegen ihre Herren, die Moslims. Auch am 14. Februar hat wieder eine kleine Schlacht zwischen den Schiullas und den Türken stattgesunden. Eine Depesche aus Skutari sagt darübei: .In der verganoenen Nacht (17. Fedruar) griff der Gebirgsflamm Schiulla die türkischen Schildwachen und das Wachcorps an, um einige seiner Angehörigen zu rächen, welche von den Soldaten getödtet worden waren. Nach kurzem Kampfe zogen sich die Angreifer zurück. Die Soldaten verloren etwa zwanzig Todte und Verwundete." ES muß also doch ziemlich heiß hergegangen sein. In österreichischen S a chverstündigen - Kreisen spricht man jetzt viel -von einem Ort, der ein zweites Nizza oder Mentone werden will. Es ist -dies A.ppazia, in ungefähr einer kleinen Stunde per Wagen von Fiume zu erreichen. Die Lage in einer kleinen Mee resbucht. die von 3 Seiten durch einen dichtanschließenden Gebirgskranz gegen Ost-, Nord und Westwinde geschüdt wird, ist eine exceptionelle wohl zu nennen. Gegen Süden gewährt die Insel Veglia hinreichenden Windschutz. Das Klima ist ein trockenes zu nennen. Die Temperaturverhältnisse sind die gleichen wie an der Riviera di Levante, also wie in Nervi und Spezia. Ein andererOrt, welcher durch den berühmten medizinischen Schriftsteller Mantegazza in Ausnähme gebracht wird, ist .Rimmi in Italien. Es liegt unter dem 44 Brei tengrade, Stunde vom Meer eutsernt, und hat ein feuchtes Klima. Durch das Gebirge, welches R. fast ganz, auSgenommen die Meerseite, -umsäumt, ist eS windsrei. Der Mcerwind ist auch ich stark, da er erst eine LandflSche von 24 Kilometer Breite zu Pässiren hat. ES hat insofern einen Vorzug vor den similen Plätzen Venedig und Pisa, daß in R. die an beiden genannten Orten hirr schenken Sumps-Miasmen nicht vorhan den sind. Die große Ausdehnung der vorjährigen Typhusepidemie in Pariö über 6000 Personen waren von der Krankheit befallen worden hat die ganz besondere Aufmerksamkeit der inedicinischen Akademie auf die verschiedenen Heilverfahren gelenkt. Dr. Franz Glenard aus Lyon hat der franz. Akademie einen Aussatz vorgelesen über die Erfolge, die er in Lyon durchAnwenüung der deutschen, sogenannten Brand'schen Methode erzielt hat. Dr. Brand hatte während des Krieges französische Gesan'gene in Stettin behandelt. 'Glenard, der sünf Monate lang als Kriegöge fangener in Stettin zubrachte, wurde dem Lazaret eö Dr. Brand zugetheilt und lernte dort praktisch die Brand'sche Methode kennen. Im Allgemeinen besteht das Verfahren darin, daß man dem TyphuSkranken, sobald seineTemperatur 38,50 Celsius übersteigt, alle 3 Stunden ein 15 Minuten dauerndes Bad von 20 Wärme gibt und das so lange fortsetzt, bis die Temperatur 38.50 nicht mehr übersteigt. Glenard erzählt nun, daß nach einer gewissen Anzahl von Bädern eine vollständige Aenderung der Krankheitszeichen eintrete, daß sich dann ober auch ein besonderer, vielleicht der einzige Nachtheil deö Brand'schen VersahrenS zeige. Die Kranken bekämen nämlich ausnahmslos am 3. oder 4. Tage der Behandlung einen Appetit, der geradezu an Gefräßigkeit grenze und'' viele Nachtheile für das körperliche Befinden mit sich ' bringe. ' $ie Krankheit dauere 13 bis 20 Tage, die ReconvaleScenz 12 Taqe und die Zahl der Bäder betrage für diese Zeit 150 bis 180, in manchen Fällen selbst 200. Nach einer Statistik vom Jahre 1878 waren während eines Zeitraums von 50 Jahren 33,293 Typhuskranke (ohne Waffer) be handelt worden und betrug der Procent sah der Todesfälle bei ihnen 22 pCt.. wohingegen in d?r Periode 1868 1878 8.141 Typhuskranle durch 02 Aerzte nach der Brand'schen Methode-behandelt wurden, aber nur 7,4 Sterbesälle erga ben. Auf Glenards Ausführungen hin hat nun die Akademie einen Ausschuß ernannt, der die angeregte Behandlung der Typhuskranken einer genauen und eingehenden Untersuchung unterwersen soll und das Ergebniß haben kann, daß die Brand'sche Methode in Frankreich zu allgemeinerer Einsührung kommt.
