Indiana Tribüne, Volume 6, Number 165, Indianapolis, Marion County, 4 March 1883 — Page 6

Ein Dmma auf - dem Hriesee.

.ron Z?altt Fern. EZ ar im Jahre 1803, in dritten Jahre deZ Bestehens der Kolonie, welche der Oberst Lord Talbot, ein reicher, küh ner und unternehmungslustiger Englän der in Obercana'da am Eriesee gegründet, und die noch heute ih zu Ehren Talbotland" genannt wird. Der harte Winter nahte seinem Ende. cy x. r..:H A ...,.-. t k. n . l'iva) iiiiiuy umumc jcui ueict Vc wand die Fluren und noch überspannte eine schimmernde Eisfläche den Ericsee. Doch konnte eine Aenderung des Wet terS nicht mehr lange avf sich warten lassen. Man lebte in der Mitte des März und in diesem Monate begann ge wohnlich der scharfe Frost den Vorboten des nahenden Frühlings zu weichen. Zweimal schon hatte der Oberst von seinem Hause aus auf dem Uferhügel das grandiose Naturschauspiel beobach tet, wenn bei westlichem Sturmwind und bei plötzlich eintretendem Thauwetter die Eisdecke zersprang und der Eriesee sich im Verlaufe weniger Stunden in ein tobendes Schollenmeer verwandelte. Je desmal hatte er sich über die Schncllig Ieit des Eisgangs gewundert. In un glaublich kurzer Zeit verschwanden die Elsmassen. Am Nachmittag des 16. März befand sich Talbot ln seinem Arbeitszimmer und machte einige schriftliche Aufzeichnungen -zu allerlei neuen Entwürfen. Plötzlich wurde er aus seinen Betrachtungen auf gestört ; draußen vor der Hausthür schrie eine Frauenstimme im Tone der höchsten Verzweiflung-: ..Wo ist der gute Oberst ? Laßt mich, ich muß sofort zu ihm M Gleich darauf kam ein alter Jrländer herein, der bei dem Gebieter von Tal botland als eine Art Hausvervalter fun 'girte. .Euer Ehren, da -ist Jlsra Macgre. gor draußen und will Euch durchaus .sprechen," meldete er. Sie ist ganz außer sich und schreit, daß ihr Haus aus 'geplündert und ihr Mann todtgeschlagen fei." Ha, wie wäre drs möglich!" riefTal. bot. .Wer in meiner Kolonie sollte es .gewagt haben, ein solches schändliche Verbrechen zu verüben? Der wackere Macgregor ermordet ? Geschwind, mein -Alter, laß die unglückliche Frau herein kommen " Der Jrländer öffnete eine Thür und eine junge, hübsche, einfach gekleidete Frau mit einem kleinen Kinde aus dem Arm -stürzte herein und siel schluchzend und weinend vor dem Obersten aus die Lnie. .Nicht so, 'gute Frau!" rief Talbot gütig, indem er sie aushob und zu einem Stuhl führte." .Was bringt Ihr für schlimme Nachrichten ? Ist Euer Mann, der brave Macgregor, wirklich ermordet orden? Ach ja, Sir !" schluchzte die Frau. Er Ai von grausamen Bösewichten schändlich ermordet worden und ich Un glückliche konnte ihm nicht helfen !" Wann ist-daS geschehen V Vor kaum zwei Stunden. Sobald uch zur Besinnung kam, lief ich sogleich in meiner Angst hierher, zwei Meilen weit, um hier Schutz und Hilfe zu su chen' .Beides soll Euch im reichsten Maße zu Theil werden. Ich schwöre, daß dies schändliche Verbrechen blutig gerächt werden soll, sofern eö in meiner Macht steht! Kennt Ihr die Mörder, Frau Macgregor V , .Es sind unsere früheren bösen Nach lain." .Ja, ich begreife ! Ihr meint Atkins und Paterson, die beiden Vankee-Spitz buben, welche ich im vorigen Jahre unVeit von Eurer Farm als Ansiedler ein setzte und nach wenigen Monaten schon wegen allerlei Nichtswürdigkeiten fort jagen mußte !" . .Ja, Sir, diese Beiden waren e,und dann befand sich noch ein Dritter dabei, den ich nicht kannte !" .Wahrscheinlich irgend ein Schurke vom anderen User! Was wollten die Bostwichter Iti Euch und weshalb sin-1 gen sie mit Macgregsr Streit an .Sie kamen plötzlich in unser Haus und forderten auf unverschämte Art Es sen und Getränke. Mein Mann befahl ihnen barsche daß sie sich entfernen soö ten, und machte sie darauf aufmerksam, daß es ihnen schlecht ergehen würde, wenn ihr sieches Wiedererjcheinen in der Gegend zu Eurer Lordschaft Kenntniß tint...." .Das war recht ! Weiter !" "' .Daraus schrie Paterson, daß mein Mann ein Tyrannenknecyt sei und schlug ihn mit einem- Gewehrlauf' über den Kopf, während im selben Augenblick die Anderen mit Messern auf ihn eindran gen. Bevor er sich zur Wehr setzen konnte, hatten sie ihn getödtet. Als ich das sah, siel ich ohnmächtig nieder. Die Unholde schleppten mich in eine Ecke und ließen mich dort liegen. Dann brachen ?! Ytn ffirntif niif rnih rrtfifn unffr V ,U Af iUII V M ' V Mt V geringen Werthsachen. Hauptsachlich aber hatten sie es aus unsere beiden schö nen Pserde abgesehen, die sie auö dem Stalle holten und mitnahmen." ' ' .Sind dieSchurken aus dem Eise über den See gekommen? .Ja, denn sie hatten Schlittschuhe um . gehängt.- ; .Und vermuthlich haben sie sich aus demselben Weoe auch wieder entkernt ( .Ich glaube das auch.- Unsere 5 arm liegt ja nicht weit vom User. Aus je dem andern Weae müßten sie Nachbar sannen pasnren und könnten Leuten be gegnen, denen unsere Pferde bekannt sind." Talbot nahm ein Fernrohr zur Hand und trat an's Fenster, von welchem aus er eine viele Meilenweit sich erstreckende ' V . m -e c. . r m Auslicyl uver oen Mittt yaiie. sorg . t. sr sam mu tterle er ourcy oas Vias Die un aebeure Eisfläche und suchte den ganzen Horizont ab. ' Bald hatte er gefunden, waS er suchte.' Er sah die Räuber mit den beiden Pferden auf dem Eise sich in einer Entfernung von etwa sechs engll schen Meilen munter fortbewegen.- und zwar verfolgten sie die östliche Richtung, wahrscheinlich um den See dort an einer Stelle zu überschreiten, wo ders'lbe nur fünfzig englische Meilen breit ist. Die Pferde wurden von den drei Männern

geführt, weil es ihnen wohl zu gefährlich war, auf dem glatten Eise zu reiten. .Es ist keine Zeit zu verlieren ! rief er zorneifrig. .Die Räuber und Mör der können noch eingeholt werden. Ich werde sie auf Schlittschuhen verfolgen und sicherlich nach wenigen Stunden bei ihnen sein. Einstweilen bleibt irf mei nem Hause, Frau Macgregor ! Mein Hausverwalter soll sür Euch Sorge tragen. Zuerst muß die schändliche Ermvrdüng EureöManneS gerächt werden; nachher werde ich daran Senfen, was zu Eurem Besten geschehen soll. Gott möge Euch trösten und Euren großen Schmerz lindern!" Nachdem er in solcher trösiendenW.eise zu der unglücklichen Frau gesprochen, lies er hinaus und rüstete sich zur Ver folgung. Er hüllte sich in einen dicken Rock, schulterte eine zusammengerollt Decke und hing sich eine allzeit für plötzlichen Reiseaufbruch fertig gepackte Ta sche um, welche eine kleine Korbflasche Branntwein und einige Zmiebacke ent hielt. Dann steckte er Jagdmesser und Pistole in den Gürtel und nahm seine Büchse zur Hand, sowie auch dieSchlitt schuhe. Von seinen Holzhauern und Jägern

wählte er nur zwei Leute als Begleiter, die sich auf ähnliche Weise zu dem Zuge ausrüsteten. Die Beiden waren Eana dier französischer Abkunft, rauhe, kräf tlge Manner, tüchtige Schlittschuhläufer und ausgezeichnete Schützen, wie ihr Ge bieter selbst. Der Eine hieß Leduc, der Andere x,tm. Als sie am Seeufer die Schlittschuhe anschnallten, sagte Leduc zum Oberst: ..Herr, es ist noch eine Stunde bis Sonnenuntergang, welchen Vorsprung haben die Schurken?" .Höchstens sieben Meilen", versetzte Talbot. .Ihr kennt genau die Richtung, nach welcher sie marschiren r .Ja. Ich habe ein gutes Fernglas in der Tasche, um sie damit aufzustöbern. Bis wann glaubt Ihr, daß wir sie reichen können V .Spätestens bis zehn Uhr." Sobald sie uns bemerken, werden sie alle ihre Kräfte aufbieten, um zu entwl schen..Ohne Zweifel. Sie werben gewiß versuchen, ,hr Leben zu retten. .Aus solche Weise kann die Jagd eine sehr langwierige werden, und uns fünf zehn bis zwanzig Meilen weit auf die rr:saf;i. i... .. .. . . .m .sstaaze oes rie yinaussuyren. .Wohl möglich ! Vermuthet Ihr. Le duc, daß die Eisdecke draußen nicht fest genug ist?" .In diesem Augenblicke ist sie noch fest genug, aber ver weiß, ob sie eS nach sechs stunden noch sem wird. .Glaubt Ihr, daß eine plöhliche Aen derung des Wetters und damit der Eis gang eintreten kann?" CYT . .jir oaoen oas swon mehrmals an den kanadischen Seen erlebt. " .Aber eö scheint, daß die Nacht klar und frostig sein wird. Auch haben wir Vollmond und es ist windstill..Mag sein, daß Ihr Recht habt, Herr, und daß keine Gefahr zu besorgen ist. Dort am südwestlichen Horizont steigt ein nebeliger Hauch auf, der mir nicht gefällt. Es ist ein Unwetter im An. zuge." .Pah, bis dasselbe ausbricht, haben wir längst unser Werk gethan. Oder fürchtet Ihr Euch? Dann bleibt nur zu rück!" .O nein. Herr ! Vorsicht ist noch keine Furcht! Ein Indianer würde es wohl nicht mehr wagen, zu dieser Jahreszeit noch meilenweit auf das Eis hinaus zu gehen. Doch kanadische VoyageurS, wie ich und mein Kamerad, wagen auch, was irgend ein verwegener Mann wagt. Seid unbesorgt, Oberst! Wir folgen Euch !" .Also vorwärts !" riesTalbot, und die drei Männer glitten gleich darauf auf der unermeßlichen Eisbahn, leicht, rasch und sicher dahin. Eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang hatten sie ungefähr die Stelle erreicht, wo der Oberst von seinem Jen ster aus die Räuber mit den Pferden ge seyen. In That entdeckten sie bald die Spuren der Pferdehufe, und die Ea nadier machten auf Stellen aufmerksam, wo die Pferde aus dem glatten Eise ge strauchelt. Die Verfolger brauchten also nur die sen Spuren zu folgen, was ihnen um so leichter wurde, als, jetzt der Vollmond leuchtend und glanzvoll ausging. Eme Stunde später, etwa um 8 Uhr, schaute Talbot durch sein Fernglas und ries sogleich, daß er die Verbrecher sehen könne. Mit verdoppelter Hast flogen darauf die drei rüstigen Schlittschuhläu fer vorwärts und kamen bald den Spitz buben so nahe, daß sie dieselben deutlich im Mondlicht erblickten. . Wenige Minuten nachher wurde es osfenbar, daß die Pferdediebe ihre Ver folger gewittert hatten, und au ihre Rettung bedacht waren. Die Verbre chr trennten sich nämlich von den Pfer den. Sie hatten Schlittschuhe anae schnallt und suchten sich durch eiligeFlucht zü retten. Die gestohle.ien Pserde ließen sie zurück, die nun ein Werchen Herren los auf dem Eise umherliefen. .Leroi ! rief der Oberst, ohne seinen Laus zu hemmen. .Herr, was soll ich!" fragte der Ca nadier. reist die Pserde auf und bringt sie nach Port Talbot. Leduc und ich setzen die Verfolgung fort. .Zwei gegen Drei? .Warum nicht? Zur Noth würde ich es allem mit den drer Schurken aufneh men Leroi verlor kein Wort weiter, son dern solgte der erhaltenen Weisung. Er arisf zuerst das eine, dann das andere Pserd auf und machte sich mit ihnen auf den Rückweg. Sein Kamerad glitt dicht zum Ober sten heran, der eifrig vorwärts strebte. Mehrmals batte Leduc sich mit besorgter Miene umgesehen. .Herr !" rief er, .der weiße Nebel am westlichen Horizont wird dichter und dich ter. In drei Stunden wird er den gan ,en 5iimmel überneben und den Mond verhüllen. ' DaS beunruhigt mich !" Nur noch zehn Minuten Geduld, Le duc !" versetzte darauf der Oberst. .Wir sind den Elenden bedeutend nayerge

kommen. Da ist Einer unter ihnen, der sich auf das Schlittschuhlaufen nicht so r T. erf

gut vertikal, r vleivi yinler otn m deren zurück." Wirtlich war dies der Fall. ONen bar vermutbeten die Flüchtigen, daß der gesürchtete Oberst Talbot hmter - ihnen her sei, und sie wagten nicht, ihm und semem Begleiter Stand zu halten, ob gleich sie zu Dreien waren. : AtkinZ und Paterson, treffliche Schllttschuhläuser, ließen ihren weniger gewandten Gevos sen feige im Stich, welcher Letztere bald eingeholt wurde. Steh !" rief der Oberst, sobald er in Nuknaue war. Der Räuber begriff, daß er verloren sei. Er mußte sich gefangen geben, Weit von sich warf er seine Flinte und knieete zum Zeichen der Ergebung auf htm Gif nieder Eimn Augenblick später glitten Tal bot und der Canadier zu ihm heran. .Ich bin unschuldig!" beulte der Elende. .Tödtet mich nicht ! AtkinS und Vaterlon baben den Mann ermordet: ich that es nickt! Ick babe n-ur bei der Entführung der beiden Pferde gehol sen!" .DaS wird sich Alles finden!" ver setzte der Oberst kaltblütig. .Die Frau sagt uns, daß Du mit dem Messer ge arbeitet hast; das zeugt gegen Dich. uebrigenS fleht a nach den Gesetzen der Wildniß auf Pferderaub ebenfalls von Rechtswegen Todesstrafe; das weißt Du wohl." - Der Räuber stöhnte und bedeckte sein verstörtes Antlitz mit den Händen. Er wußte, daß er kein anderes Schicksal zu erwarten hatte, als ausgehängt oder er schössen zu werden. Bindet dem Schurken dre Hände zu sammen, Leduc !" sagte Talbot, und der Besehl wurde vermittelst eines festen dünnen Strickes in einem Nu ausae sührt. .So ! Nun bringt den Gesänge uen nach der Annidlung !" .Und Ihr, Herr V 5& will die beiden anderen Räuber einsangen! Ich habe hier zwei Minuten verloren und die Schurken haben wäh reniddem zweihundert SchritteVorsprung gewonnen. Sorgt nicht um mich, wenn ich bis morgen früh nicht zurückkehre! Adieu, Leduc !" Der Oberst hatte bei diesen Worten semen Anlauf genommen und war U reitS dreißig Schritte weiter geglitten. .Herr ! Herr !" ries derCanadler. Be denket wohl, was Ihr thut ! Seht, der weiße Nebel ballt sich immer mebr zu sammen ! Ein Sturm aus Westen ist im An,ua und brinat Tbauwetter mit! Laßt doch die Schurken laufen ; sie ren nen in den sicheren Tod; denn in wem gen Stunden bricht das Eis ! Der Eisgang, Herr, wird Euer Verderben sein, wenn Ihr nicht rechtzeitig an'S User flieht : Ach, er bört mich nicht! Der Oberst warn der That schon zu tnflft nlfrnl nS QaVfie'S Hinfrtim ! I ivii viti, utiv ahvuw wvyijjimiiiitb warnende Worte verhallten nutzlos in der Nachtluft. .Ich habe das Möglichste gethan, um hn zu warnen," murmelte der Canadier, . . . ,Es ist nicht meine Schuld, wenn er nun lm Eiögang zu Grunde gehen muß !" Dann wandte er sich an den lRkfanae nen: .Nun höre. Du Böfewicht,waS ich Dir saae! Wir - befinden unS unaefäbr - ' . I zehn Meilen von der nächsten Landspitze des NorduserS und müsien versuchen, dieselbe so rasch wie möglich zu erreichen. wenn wir nicht vom Eisgange übcrrum pelt werden wollen. Also vorwärts, T . . ' Bursche! Immer mir zur Seite ! Jede Minute Ausenthalt kann uns Verderben . . ... bringen !" Der Verbrecher schien sich vor dem drobenden Schrecken des Eisaanas nach mebr ,u fürchten, als vor dem STob dnrck Strick oder Kuoel. Kr desolate -,.-. m 'V CW-t-ttf oyne Jogern oen eseyl. Unterdessen verfolgte der verwegene Dberst unermüdlich die anderen Nerbre. cher. Seine MuSteln und Glieder schie n,n unn 5?tanl ,1, Um und seZn .s?rst, ' " . . . . nicht erschöpft durch den langandauern VWVII den meilenweiten Schlittschuhlaus. Aber Diejenigen, welche er verfolgte und de nen die Angst vor dem Rächer Flügel zu geben schien, waren ebenfalls Meister in der Kunst des Eislaufs. Zu wner un angenehmen Ueberrafchung brauchte der Oberst fast eine volle Stunde, bevor er ihnen den Vorsprung abgewann, den vorhin der kleine Zeitverlust veranlaßt hniit. : Shnmer noch mnrh hnn hn Flüchtlingen die südöstliche Richtung e naeba ten. Noch e ne Stund' dies, wilkschnellen Lauseö und sie mußten sich nach Talbot'S Meinung ziemlich genau aus der Mitte deS Eriesees befinden. Er staute, otjnc seinen fjaftigen Saus ju hemmen, auf seine Uhr. Es war jetzt eine Stunde vor. Mitternacht. Fünf Stunden bereits dauerte diese seltsame Menschenjagd. , : Aber näher und näher .rückte er jetzt den Flüchtlingen, . deren . Kräfte jetzt wahrscheinlich abnahmen. 'Dabei war es so sonderbar, daß ihre Gestalten, die vorvin im. Mondlickt sich deutlich .n der Eisfläche abhoben, jetzt mehr und mehr in der Nachtluft verschwamme. Es breitete sich ein feiner Nebel aus über den gefrorenen Eriesee. Und dämme riger und .dunkler wurde es, der weike Nebel umflorte die Mondscheibe und mußte sie bald ganz verhüllen. Ein feuchter, naßkalter Lustma aus Westen fächelte über den See und trieb die Ne belmassen vor sich her. Schon einmal war es Talbot so vorgekommen, als ver spüre er ein leises, unheimliches Beben unter seinen Füßen. Doch in der Aus regung und dem übergroßen Eiser der Verfolgung hatte er kaum daraus ge achtet. Dasür aber gelangten jetzt die beiden Verbrecher, die wie schwarze Schatten vor ihm herhuschten, zur Erkenntniß der schrecklichen Lebensgefahr, in welcher sie schwebten. Bei der drohenden Gefahr des Eisganges hielten sie es in ihrer verzweiflunasvollen Situation sür aebo ten, einen Versuch zu machen, sich des furchtbaren Verfolgers zu entledigen. Dir Oberst sah, wie sie auf dem Eise niederkmeeten, ihre Gewehre anlegten und auf ihn zielten. Sogleich machteer eine leichte Schwenkung nach recht, Zwei Schüsse krachten, doch keiner traf, Im selben Augenblick aber stand Talbot wie festaewurzelt aus dem Eise. Er hob seine Büchse und zielte einen Moment,

Der Schuß donnerte über die Eisebene und mit durchschossener Brust brach der Räuber Paterson todt zusammen. Sein Genosse Atkins stieß einen Schreckens schrei aus. Er warf seine Flinte, sort und floh wie ein Verdammter von der Stätte. - .Steh, Du Hund!" brüllte Talbot mit heiserer Stimme und raste wild hin-

ter ihm, drein. Da erbebte w:eder das El unter sei nen .ffunen und aus weiter erne cr tönte ein seltsames Klingen und Rau schen. Und fort raste die tolle Menschenzagd. Der Verfolgte floh, wie von Furien der Hölle gejagt, und der Verfolgte achtete in wilder Aufregung nicht auf dieSchrek ken der Natur, welche sich zu entfesseln anfingen. Immer kleiner wurde der Raum zw: schen den Beiden und immer dunkler und nebelerfüllter wurde auch die Luft. Von der Mvndscheibe war kein Schimmer mehr zu sehen. Plötzlich erbebte wieder das Eis ml nutenlang und ein hohles donnerndes Rollen begleitete dies Zittern. Atkins taumelte und fiel. Er rosste sich auf und wollte daS TodeSrennen von Neuem beginnen, da lau uc ver Oberst heran und packte ihn rauh mit der yand bei der Schulter. .Habe ich Dich endlich. Du Schurke !" rief er triumphirend. .Ja, Ihr habt mich erwacht, yerr Oberst Talbot !" stöhnte der Verbrecher. .Bringt mich an'sUfer, wenn Ihr könnt, und hängt mich auf oder schießt mich todt, wenn Ihr wollt! Ich furchte mun mehr vor demEisgang als vor Euch. Ha, da ist es wieder!" Ein furchtbares Krachen erscholl ganz nahe. In einer Entfernung von zwanzig Schritten etwa war ein sußbreiter Spalt entstanden, der sich so weit ausoeyrne. daß sem Ende nicht avzuseyen war. .Jbr seid ein verlorener Mann, Herr Oberst!" stöhnte AtkinS geisterbleich. .Ihr habt mich in den Tod gejagt und Ihr werdet selber auch des Todes sein! DaS Eis bricht aus ! Da und da und überall! Hört Ihr dies schreckliche Kra cken? Talbot wurde jetzt inne, in welche furchtbare Gefahr er sich unbesonnener Weise begeben hatte. Doch verlor er nicht seineu entschlossenen Muth. .Hurtia, Schurke !" besah! er. .Gerade aus nach Norden ! Dort erreichen wir zuerst das Ufer ! Vorwärts !" Wir sind Bnde des Todes r schrie Atkins. .Seht Ihr den Spalt dort? das Eis verwandelt sich unter unsern Füßen in Schollen!" Um so mehr thut Eile noth. Vor wärtö, sage ich !" Und er gab dem Missethäter einen heftigen Stoß, um ihn zur Eile anzurttYt Der Spalt! Der Spalt!" schrie At uns wie un Wahnsinn. krachte, donnerte, route, knitterte und zischte unter den Füßen der Beiden. .r v . i. moor macoie einen orung uno rel te dadurch em Men. Wer Verdrechcr aber ver ank mit ei c Atf m ff w t i rw nem geuenoen Rngslgeschrer m oen ms spalt. Die ungeheuren Eisschollen scho den sich über seinem Haupte wieder zu sammen. 'Er war gerichtet!" Der Oberst befand sich jetzt ganz al lein im Eisgang mitten aus dem Eriesee, der mit Gewalt seine Winterfeffel . rf rr c r ' sprengte, vegriss. oan iym seme Schlittschuhe jetzt nichts mehr nützen . , , j r.i -"vronnien, za iym yinoerncy jein roucoen, deshalb schnallte er sie geschwind ab und wars sie sort. Der Wind aus Westen nahm an Hes tiakeit zu und fing an, die Eisschollen in (nttn.Aiinn (.(ich ttt t9T TT?iff hfi -...a fln , . grosen ees, wo oz vauf ng in, mukte ia zuerst daS brechen und t. , .. !.(... c. o..r nn.:, .11 sorigeirleoen meroen. 'u, mmm wui in der Runde batte sich im Lause von . kaum einer Stunde die Eisflache des Sees in zahllose Schollen verwandelt. In diesem Eischaos verbrachte der Oberst zwei Stunden, stets in Gefahr zu ertrinken oder erdrückt, oder zermalmt zu werden. Doch entging er wie durch em Wunder solchem grausigen Schicksal. Wenn eine Scholle unter seinen Füßen zerbröckelte, sprang er aus eine andere; seine Gewandtheit und örperstärke ka men ihm dabei zu Statten. Doch lange konnte er selbstverständlich so ungeheure An lrengungen maji ausyailen. eine Glieder fingen an zu ermatten. Bald mußte der schreckliche Augenblick kommen, hilflos zwischen den Elsmassen "f0"?- . f . . . Allem es kam nicht so. Als er wieder einen Sprung machte, um sich von einer zerbröckelnden Scholle aus eme andere zu retten, fühlte er plötzlich unter seinen Füßen festen Grund undnicht mehr das Beben und Schwanken des schwimmen den Eises. Er befand sich auf emer klel en Insel im Eriesee. Bäume und Felsen sah er durch den Nebelflor empsrragen. Sein Erstes war, daß er aus die Kniee fiel und Gott dankte sur semc Rettung. Dann hüllte er sich in seine Decke, warf sich in emer vor dem Wind geschützten Felsenecke nieder und nl bald m emen tiefen Schlaf. Als er erwachte, war eS Heller Tag und ein seiner Regen rieselte nieder. Rings um die kleine Insel schwammen und drängten sich die ungeheuren Eis masien. Es mochte woht noch einige Tage währen, bevor der See sür Boote passirbar wurde. Es war aber garnicht einmal anzunehmen, daß die Leute zu Port Talbot Boote ausschicken würden, um ihren Gebieter auszusuchen, da sie wohl keinen Zweifel hegen konnten, daß er im Eisgang zu Grunoe gegangen sem müffe. Die wenigen Zwiebacke. welche der Oberst in der Tasche hatte, konnten ihn nicht lange vor dem Hungertode schützen. Er beschloß also, durch Feuer und Rauchsignale sein RobinsonDascin kund zu thun. Glücklicherweise -war die Insel mit Holz bewachsen wovon er mit Hilfe seines Jagdmessers so viel abhieb. daß er emen gewaltigen Vchelterhausen bauen konnte, womit er in drei Tagen zu Stande kam. Ein kleineres Feuer, um seine Kleider zu trocknen und sich zu wärmen, hatte er bereits am ersten Tage anaezündet und daran auch einige Seevöge! gebraten,' die er geschossen. Als

er mit seinen Vorbereitungen fertig war, zündete er den hohen Holzstoß an, der weithin seinen rothen Schein über die Fluthen warf und eine dichte schwarze Rauchsäule nach Norden sandte. Denn ein frischer Wind blies jetzt aus Süden, das Wetter wurde heiter und angenehm und die Eisschollen verschwanden nach und nach .von der blauen Oberfläche des Sees. Das Rauchsignal wurde in der That zu Bort Talbot gesehen und man sandte einFahrzeug aus, welcheszdie kanadischen Voyageurs Leduc und Leroi sührtendie sich in jener verhängnißvollen Nacht glücklich an's User gerettet. Im Tri umph holten sie ihren Gebieter von dem Eiland, der sich bald von den Strapazen deS furchtbaren Abenteuers erholte. Der gefangene Räuber und Mörder aber wurde zur wohlverdienten Strafe aufgehängt, und sür die Wittwe des er mordeten Ansiedlers Macgregor bestens gesorgt. . Die Winterruhe der Bienen.

In der gesammten uns bekannten Thierwelt finden wir keine Gattung, welche in der Art und Weise, den Win ter durchzubringen, mit unserer Honig diene auch nur entfernte Aehnlichkeit auf weisen könnte. Während unsere HauS hiere WmterS über gefuttert werden müssen, andere höhere Thiergattungen hingegen in hartem Kampfe umS Dasein mühevoll der Nahrung nachjagen, zehren einzelne Thlersamrnen allerdings der Biene gleich von den im Sommer und Herbste aufgespeicherten Vorräthen; aber hr warmes Blut laßt ihnen volleFrtiheit derBewegung,und überdies hat dieMehr zahl derselben den Vortheil, daß sie in warmen oder doch mindestens (rostfreien Räumen ihr winterliches Dasein dahin brmaen. Noch mehr welchen di? nächsten Stammverwandten der Bienen, die Hummeln, Wespen, Hornissen und an oere auiuugier in igrcc ücoensrociic . i ... . r- o : r - während des Winters von unei decBie nen ab : denn alle diese halten gleich manchen Thieren höherer Ordnung einen festen Winterschlaf, rndsm sie sich n die Erde, zwischen Gebälk, &teme oder dergleichen verkriechen und keine Nahrung zu sich nehmen, biS die ver lockende Frühlingssonne sie gleichsam wiederbelebt und zu erneuerter Thätig keit ruft. Nur in einem Punkte stimmt Mit die sen letztgenannten Stammverwandten die Biene uberem : so wie bei diesen blos Weibchen den Winter durchmachen und alle Mannchen ohne Ausnahme lm Herbste den Tod finden, so ist auch im geordneten Bienenstaate wahrend des Winters blos Weibervolk zu treffen : die Männchen wurden schon im Nachsommer (von Mitte Juli bis gegen Mitte Au gust), als die Honigtracht dem Ende zu neigte, gewaltsam von den Futterkrip pen verdrängt und durch ihreSchwestern T , rr. . unbarmherzig oem yungeriooe prersge geben. Aber dieses übriggebliebene Weiber Volk der Bienen, das mit Ausnahme von je einer Königin in jedem Bienenflaate ausschließlich den AroeitSttei en ange hört, läßt fich's den Winter hindurch recht gut geschehen : sie haben Tag sür Tag, indem sie-die zur Blüthezeit der Pflanzen angehausten Aorralhe allmaug ihrer schutzenoenWachsdeck:! befreien und den in den Zellen ausgespeicherten Honig aus denselben entnehmen, so gute und anaenehm duftende Kost, als würde selbe zeden Morgen frisch auS den Blumenkel chen geholt. Trotz des vorhandenen UeberflusseS wissen sie indessen weise zu sparen und nehmen nie mehr, als eben der Zweck lh rer Selbsterhaltung nothwendig macht. Dieser sortgesetzte Honigconsum hat bei den Bienen doppelte Wirkung: emer scits schützt er sie vor dem Hungertode und erhält sie m steter Bewegung, ande rerseits aber liefert er das Material zur Erwärmung ihrer Wohnung, des Bie nenstockeö ; durch jede Verdauung ent wickelt sich bekanntlich Wärme, ja die Verdauung ist im Grunde genommen nichts Anderes, als eine Art Verbren nung des Stoffes, die an sich Wärme erzeuat. Die Biene kann bei einer Wärme von weniger als 16 Grad Eel siuö aus dieDauer nicht leben, sie erstarrt und ist nach Verlaus von circa 24stun den todt. Der Winter aber würde mit seinen häufigen Kältegraden gar bald den gan zen Wohnsitz derselben durchdrungen und hledurch sie selbst dem Tode geweiht ha ben, wenn das kleine Thierchen nich durch den fortgesetzten VerdauungSpro ceß ein Mittel hätte, sich auch während der strengsten Kalte auf gleicher Tempe ratur (20 bis 22 Grad CelsiuS) zu er halten. Je mehr die rauhe Witterung zunimmt und die Temperatur der die Bienenstöcke umgebenden Luft sinkt, desto mehr werden von Seite der Bienen die yomgvorrathe m Anspruch genommen desto rascher erfolgt die Transspiration des vielköpfigen Biencnllumpens, desto enger aber ziehen sie sich auch zusammen um der Abkühlung eine möglichst kleine Fläche zu bieten.' Die an der Peripherie Sitzenden erhalten Wärme von' Innern des Stockes, dienen aber zugleich auch als schützende Hülle der gegen da? Cen trum befindlichen Schwestern. Erstere mögen erstarren, . aber sie dienen noch geraume Zeit nach demTode zum Schutze der Anderen, indem die Häkchen ihrer zarten Füße automatisch an den Füßchen der überlebenden Schwestern, der leeren Zellen :c. hängen bleiben. Die Verproviantirung ist bei einer so zahlreichen Familie, deren Köpse ganz regelmäßig die Zahl von 20,000 über steigen, gewiß eine an sich schwierige Auf gäbe, die noch complicirter wird durch den Umstand, daß die Winterkälte ein Auflösen der geschlossenen Colonnen nicht zuläßt, andererseits aber gerade die leeren Honigzellen, die also kein Futter ent halten, die wärmsten sind und weil in jeder derselben je eine Biene Platz findet die größtmögliche Concentri rung des Volkes ermöglichen. Es sitzen daher nur die obersten Reihen- der Bie nencolonie unmittelbar an den Futter krippen, vielleicht dreiViertheile der Bie nen aber stecken zwischen leeren Waben gagen und erhalten ihre Nahrung mit teldar durch ihre Schwestern, 'die ihren vollen Honigrüssel in liebevollster Weise den unter ihnen Hangenden darreichen.

welche von dem genommenen Ueberflusse wieder an die Entfernteren abgeben.

So groß ist der Communalsinn der Bie nen auch in dieser Beziehung, daß, wenn n?Zlge von Nahrungsmangel der Hun ertcd emes Volkes eintritt, sie alle gleichzeitig absterben, so daß also die an den Vorläthen Befindlichen nicht den mindesten Nutzen aus ihrer Proviant Verwaltung gezogen ; nur die Königin allein wird noch mit dem letzten Auf wände von Krast gefüttert, wober es kommt, daß sie bei eingetretenem Hun qertode, wo schließlich die große Mehr zahl auss Bodenbrett niederfällt, regel mäßig oben zu liegen kommt, eben weil sie bei ihrem zuletzt eingetretenen Tode beziehungömeife Erstarrung sich am längsten zwischen den Waben halten konnte. Die Erfahrung hat auch ge lehrt, daß die Königin eines in Folge von Hunger und Kälte erstarrten Volkes die Lebensfähigkeit währt ungefähr 24 Stunden nach Eintritt der Erstar rung sort bei ang:stelltcn Wiederbe lebungsoersuchen, die man durch Zusüh rung von Wärme und Bestäubung mit yomgwaffer reahsirt, stets eine der Gesten ist, die aus der Betäubung erwacht. Wir, haben schon obenerwähnt, daß .ff CO : I rrij.i. . uue oiciicu cm Vlvlles lllNlers uver in einem dichtgedrängtenKlumpen neben und übereinander sitzen; diese Gruppi rung läßt, wie aus den ersten Blick ersichtlich, eine regelmäßige Vonsichgabe der Exkremente nicht zu. Wir können hiemtt em weiteres Mo ment constatiren, in welchem die Bienen sich von den meisten übrigen lebenden Wesen unterscheiden : sie sind imStande, den oty durch mehrere Monate hin I . & Y i r i m ... umtu, io unier rcmi auaulgen iiitrDali nisien selbst ein halbes Jahr lang an sich zu halten. Als solche .recht aünstlae Verhältnme'' mögen besonders erwübnt werden und dies sei dem ausübenden Praktiker vornehmlich ans Herz gelegt . i orr i " . . ö ver ais zuzmiernanruna verwendete fta nig muß gehaltvoll sein, damit die Bie nen Nicht n allzu großes Quantum ver zehren müssen, um ihren winterlichen Haushalt zu besorgen ; ferner dürfen die ienen mqr dem vollen Winterfroste r I i t t m. m I ausge,eK! sem, wett sie sonst zu viel Ho nig als Heizmaterial verwenden müssen und dadurch ihre Eingeweide vorder Zeit uverzuuen; sie dursen endlich nicht be unruhigt werden, denn jede Beunruhi gung erzeugt Aufregung im Bienen staate, bei welcher über dik Maßen viel Honig consumirt wird. Zum ersten Punkte bemerken wir noch, daß der von den Bienen auS den Blu men gesammelte Honig durchweaS den Bedingungen zu einer guten Ueberwin terung entspricht, daß aber manche Surrogate, die in honigarmen Jahren zum Beispiel im abgelausenen den Bienen als Ergänzung ihrer Vorräth: gereicht werden, in Bezug auf Nährgehalt unzu reichend sind ; 'dies gilt besonders von Syrup, Malzzucker und ähnlichen Stof sen, die unter 80 Prozent Zucker ent halten. Zum zweiten Punkte diene alSErgän zung, daß es recht gut möglich ist. selbst die am Sommerstande belassenen Bie nenstöcke vor der strengen Winterkälte zu schützen, indem man sie mit Stroh, Moos, Häcksel, Tüchern oder dergleichen schlechten Wärmeleitern allseitig umgibt und nur daS Flugloch frei läßt. Betreffs des letzten Punktes sei her vorgehoben, daß nicht nur jedes unzei tige Visitiren der Bienenstöcke von Seite des Menschen diese beunruhigt, sondern daß auch Mäuse, Vögel und derlei un gebetene Gäste den Bienen im Winter höchst nachtheilig sind, ja daß selbst Sonnenstrahlen, die direkt zum Flug loche hineinleuchten, in dem leicht erreg baren Bienenvolke höchst verderbliche Ausregung hervorrufen können. (Wiener N. Fr. Presse.) Die Vögela. Es ischt doch wahrte wunderbar, Wia au 's kloischt Vögele So nett sein Neschtle baua ka Mit seinem Schnäbele. So lang es baut, sluigt'S ob und zua. Und hat da ganza Tag koi Ruah. Bald trait'S vo Heu a Hälmle hoi Und bald a Feaderle, Bald isch'S a Roßhoor bald a MüaS, Und so woißt's Vögele A jedes Dingle zu benütza. Daß jo sei Jungs reacht guat soll schütza. Do vickt'S und flickt's und plogt se a AlS schaffet's im Akkord, B'sieht'S bald von uffa bald von in, Macht ohverdroffa fort. Und dreht se hundertmal drinn rum. Bis daß des Nescht sei Furm bekumm. Und wenn eS no.h airscht Junge bat, Wia gent sich's do a Müah, Und suacht dia Hecka ein und auS Und ruaht und raschlet nia ; Thät selber.lieber Hunger schterba. Als daß 's Junge ließ verderba. I wußt so manche Muater, dia Vom Vogel lerna könnt. Dia,' wenn nu sie wolleaba ka -Deam Kindle nix vergönnt. Und während des im Dreck vergoht Nu alleweil vor'm Putztisch schtoht. Und in Visita 'Z Geld verschpiehlt, Schratt daß sie Schtrümvfla schtrickt, . Und ganze Nächt am Ballschtaat näht, Schtatt daß se d' Lumpa flickt. Will gar des Kind vor Hunger schreia, No thuat sie'ö mit der Rutha bläua. Ja, Rabamutter, schau nur zua Deam Vogel us'm Ascht, Und wenn's der no us's Herz net söllt. Als wia a Zentnerlascht, Bifcht schleachter als des liebe Vieh, Kommscht vährle in da Himmel nie. Klassischer Trost. Aber, Herr.ZSgermaier vo? vier Jahren haben Sie mein EposZin Verlag genommen, uno noch und lerne Ansta! ten sür den Druck gemacht!" Nur lerne ucver turzung, lunger Mann! Homer mußte dritthaldtausend Jahr warten, bis er in Druck herauskam, unl eine Jlias" ist Ihr Gedicht denn doch Nichl.

Tct Aktien-Tenor.

9 int Äunfl unk Irftnflukif. Herr Direktor Pollini in Hamburg, welcher sür mehrere Jahre über den von ihm entdeckten Tenor yemricy om srer zu versügen hat, soll aus die Einnahmen, die er mit der metallenen Stimme des Künstlers zu erzielen hofft, papierne Ak tien im Betrage von sünszigtausend Mark ausgegeben und auf diese Weise Herrn Bötel .gegründet haben. Zu welchem Kurse der wanger emu tirt wird, wo man ihn zeichnen kann und bei welchen Bankinstituten er billigst ab gegeben wird, ist unS nicht bekannt. Wohl aber glauben wir in der auS dem Geist unserer Zeit herausgeborenen Er sindung des Aktien-TenorS eine neue Erscheinung begrüßen zu müsien, welche die seltsamsten ZukunstSauSsichten er össnet. Der Gang deS Bühnenkünstlers muß bekanntlich nach den Gesetzen der An muth ausgebildet und sorgfältig in's Auge gefaßt werden. Aber bei dem Ak tienTenor wird man sich niemals er kundigen, wie er geht, sondern vor Al lem, wie cr steht. Triff: man ihn auf der Straße, so sragt man ihn nicht nach seinem Wohlbefinden, sondern es entspinnt sich sol gender Dialog: Nun, wie hoch notlren Sie v Danke, 113z." Wie bekommt man Sie per Ultimo? Gestern wurde ich zu 115 begeben. aber in Folge einer soeben erschiene nen Kritik bm ich um 3 gestiegen.Weht ein scharfer Nordwind, der Heiserkeit wahrscheinlich macht, so wird Herr Bötel gesixt. und die Aktiengesellschaft in Verlegenheit, so lombardirt sie die nächsten neunzehn ManricoS bei der Diskonto.Gesellschast. Spricht man von Herrn Bötel und lobt seine höhe, so meint man selbstverständlich den Kurs zettel, und hofft man, daß er seinem Stande Ehre machen wird, so ist eö na türlich nicht der Künstlerstand, von dem man spricht. Die Kritiken aber werden sortan immer im Börsentheil erscheinen und etwa folgenden Wortlaut hkben : Die gestrige Gesangsleistung des Herrn Heinrich Bötel läßt sür die Zu kunst die erfreulichsten Dividenden er warten. Nach einem hohen 0 von sel tener Reinheit und Klangsülle ist der Sänger mit einem Schlage über -pari geschnellt, und die Eadenz am Schluß des zweiten Aktes dürste sür die nächste Semestral Bilanz von entscheidender Bedeutung sein...." Ob nicht in unserer unternehmungS lustigen Zeit die Gründung eines Kon kurrenZ'Bötel bald zu erwarten ist.laffen wir dahingestellt. Sicher aber ist, daß ein Sänger, der in vierteljährlichen Zinskupons genoffen werden kann, un sere volle Bewunderung verdient und daß man von ähnlichen Anlagen noch ! niemals gehört hat. (Ulk.) Waö sich der Excrcierplatz erzählt. Unterossizier Strambulöki (zu seinen Rekruten) : Na, Kerls, habt Ihr schonst jehört? Ihr sollt nu menschlicher be handelt werden, haben sie in die Kam mer jesagt. Na mir sollt'S recht sein. Von jetzt an soll Euch also ein heiliges Kreuzmilllonen höflichkeitsdonnerwetter 'n Magen fahren. Seht Ihr, dort drüben lungert so 'ne Civilistenseele rum und paßt uff, wie ick Euch behandle. Na der soll seine Freude haben. Also : Ent schuldigen Sie man, meine hochverehrten Herren Rekruten, det ick Ihnen vorhin habe einen Augenblick warten lasten, es soll nicht wieder vorkommen ! Wenn Sie nu die Jüte haben würden,' still zu stehen, dann wäre ick Sie äußerst ver bunden. Bitte, Herr Jrenadier Schulze, drücken Sie nich so fest die Kniee durch. Det strengt an und könnte Ihre jeehrte Jesundheit schaden. So, danke schön ! Nu muß ick Ihnen jehorsomst bitten, die äußerste Jewogenheit haben zu wollen, Jewehr aus zu nehmen. Nehmen Sie sich man jütigst in Acht, und schlagen Sie nich so mil'n Lauf an die Schulterkno chen. Könnte sonst 'n blaues Fleckchen jeben und ick habe leider meinen Opo deldok zu Hause verjeffen. War sehr jut jejriffen. lerci, .Me8S!eur3 ! Nu langsam Flinte ab, wenn Sie die unter thänigste Jewogenheit haben wollen, und rühren! Nu machen wir 'n halb Stünd ken Pause. Ick werde jleich Stühle ho len, det Sie sich sel)en können und dann spendire ick, wenn Sie's nicht übel neh men, 'n Paar Cigarren und 'n Seidel Bier. So, meine Herren, hiermit hoffe ick mir Ihre schätzbarste Äufriedenbeit erworben zu haben. Wenn Sie Eugen Richter' sehen, denn jrüßen Sie ihn janz besonders speziell von mir. Adieu, war mir sehr anjenehm ! (Ulk.) GretelsZopf. Gretel ist so schelmisch und so drollig Und hat einen zuckersüßen Mund. Gretel ist so minnig und so mollig Und dabei so jugendsrisch und rund. So verdreht dir Herrlichste von Allen Gar zu leicht der armen Männer Kopf, Doch was stits am meisten mir gefallen. Das ist Gretels colossaler Zopf. Nur in Einem kann er mich geniren : Da mein Herz hängt an dem langen Haar. Schleist sie's immer, wenn sie geht spazieren, ' Aus des Städtchens hartem Trottoir. Die Wirkungen derBildung. Unsere Stadt", äußerte sich der jun ge Herr Gerndran unlängst in einer Abendgesellschast, macht seit einigen Jahren geradezu überraschende Fort schritte in der Bildung ! Haben Sie e5 nicht bemerkt, wie uns jedes Jahr eine ganze Reihe von neuen Schriftstellerin nen bringt, deren Heimath zu sein un sere Stadt sich rühmen dari V . Gewiß habe ich das bemerkt", erwie derte sein vi a vis, der alte Herr Schmecksein, man ißt ja jeden Tag jchlcchter.Wandlung. . Herr : Gehen Sie dieses Jahr wieder als MeerNx' aus den Maskenball?" Dame : Nem, nem, Heuer Nlx mehr ! !