Indiana Tribüne, Volume 6, Number 163, Indianapolis, Marion County, 2 March 1883 — Page 2

Indimm Hrißünö.!

Jägltlöe und SsnNtegsasgs5,. Cfffc: ttSS. DelawrStr. Indianapolis, Ind., I. März 1s:;. Dcr rktg der Zukunft. . . Das in Waffen starrende Europa sieh? !nicht darnach aus, als ob dcr Menschen 'mordende Krieg seltener zu werden cdci auszuhören bestimmt sei. Und doch wird :nicht nur die Unmöglichkeit, derartige Heere noch auf lange Zeiten hinaus zu !unterhalten, sondern mehr noch die Vervollkommnung der Waffen den Kriegen, wenigstens in ihrer bisher bekannten Gestalt, zuverlässig ein Ziel sehen. Als die Schlachten noch Mann gegen Mann mit den Schwertern in der Hand geschlagen wurde, war die Zahl der Opfer eine enorme. Die Geschichte berichtet, daß in der Schlacht bei Canng mehr als die Hälfte des römischen Hee .res vernichtet wurde. Die Elsinduno des Schießpulvers hatte zur Folge, daß in den Schlachten nur noch der vierte Theil der kämpfenden Armeen yetödtet und verwundet wurde, die Einführung der gezogenen Gewehre verminderte diesen Procentsatz auf ein Neuntel, und die Durchführung des Systems der Hinter lade? und der Repetirgewehre auf ein Zwölftel. Die Welt steht, was du Verbesserung der Waffen anlangt, sc wenig still, als wo es sich um Versal' schung der Nahrungsmittel, die zuneh wende Macht des Monopols und son stige Wohlthaten sür das Menschenge schlecht handelt. Die Elektricität dient zur Zeit noch blos als Handlanger, indem sie vernichtend Minen und Torpe dos entzündet, aber die Wissenschaft ist an dcr Arbeit, dieselbe nicht blos sür Hmnchtungen, sondern auch sur Mas scn-Hinrichtungen geschickt und anwend dar zu machen. Statt aber die Wahr Plätze hierdurch blutiger u machen, müs sen dieselben in Zukunft zu Stätten .werden, welche die relativ größte Sicher iheit für Leben und lGesundbeit aewäh Iren. Sobald eö aber so weit gekommen t, daß die ln den Krieg ziehenden Sol 'daten von den Leben-versicherungsge !scllschaften besonders gesucht und zu her abgesetzten Prämien versichert werden, .hat für die stehenden Heere die Stunde geschlagen. Wenn erst ein MassenAn 'griff die sichcreVcrnichtung aller Angrei senden bedeutet, dann werden die G: 'neräle nur noch ausschließlich durch stra tegische Bewegungen die Schicksale bex Völker entscheiden und hierzu bedarf cZ nicht mehr der Armee, sondern einzelne: Ossiciere und Bauern", welche nie im Schachspiel die strategischen Punkte bezeichnen, die früher von Hunderttauzsenden besetzt waren. Von dem deutsch' russischen Kriegsschauplatze der Zukuns! werden alsdann die Devcschen nicht mehr berichten : .Die Nüssen sind total geschlagen; durch Gottes gnadige Fü !gung haben sie über hunderttausend :Mann verloren; unser Verlust ist nicht 'ganz so bedeutend," sondern: die Russen sind matt, Moltkc hat die Königin geopfert und uns hierdurch vor einem Remis bewahrt." Das wird das Vorspiel zu dem ewigen Frieden und dann wird die Menschheit wirklich glücklich sein, wenn sie es jemals erlebt. ?luö den Zvclsengeblraktt. Am Mittwoch voriger Woche war die Frau des Besitzers einer kleinen Vieh beerde. Namens Nuger, dcr an einem Abhänge des Mount Dny unweit San Jose in Californicn wohnt, in den Wald gegangen, um womöglich einen Theil der Hcerde auszuspüren, die sich mehrere Tage nicht aus dem Futterplatze hatte eschen lassen. Die Hirten in jener Gegend Pflegen im Sommer einen Vorrath Futter aufzubewahren, dcn sie in Wintern, wieder gegenwärtige es auch inda lisornien ist, verwenden. An dem genannten Tage siel dichter Schnee ; als die Frau bis gegen Abend nicht zurückge kehrt war, begab sich ihr Mann auf die Suche und durchspähte den waldigen Abhang die ganze Nacht hindurch nach allen Richtungen. Der fallende Schnee hatte alle Spuren bedeckt und das Su,ch?n. Rufen, sowie das wiederholte VIb feuern von Schüssen blieben ohne allen Erfolg. Am nächsten Morgen alärmirte Ruger die ganze Nachbarschaft und die Nachforschung wurde systematisch fortgesetzt. Spät am Abend kamen die Manner an dem vorher verabredeten Rendezvousplatze zusammen und beschlossen, da sie völlig erschöpst waren, die Nachforschlingen bis zum nächsten Morgen auszusetzen. Nur der älteste Ansiedler in dortiger Gegend. Bob Kincaid, ein Mann in den Siebzigern, erklärte, die Frau könne eine weitere Nacht im Walde nicht überleben, ließ sich von den Nachbarn den spärlichen Mundvorrath, den diese noch nicht aufgezehrt hatten, geben, und setzte das Suchen nach der Frau allein fort. Ruger schloß sich ihm an, mußte aber nach drei Stunden wegen völliger Erschöpfung an einem von Bob angezündeten Feuer zurückbleiben. Am nächsten Morgen gegen 5 Uhr trug das Echo drei Alarmschüsse durch dieSchlucht; Bob hatte die Frau in einer Vertiefung, in welche sie 300 Fuß hinabgcrutscht war, anscheinend leblos aufgefunden, durch Einreibungen mit Schnee in's Bewußtsein zurückgerusen und dann ein Feuer angezündet. Die Frau hatte ein Bein gebrochen und Bob war natürlich allein nicht im Stande, dieselbe auf dem unwegsamen Terrain auch nur eine kurze Strecke weit zu transportiren. Die Schüsse führten die Nachbarn zur Stelle, aus Baumästen wurde eine Tragbahre hergestellt und nach unsäglichen Anstren gungen gelang es vier starken Männern, die Frau gegen Abend in ihre Wohnung , zu bringen. Andere Nachbarn hatten inzwischen einen Arzt herbeigeholt und derselbe versichert, die Frau werde einen bleibenden Nachtheil von ihrem langen Aufenthalte im Schne? nicht davon-tragen

öwentödter.

Ende voriger Woche kam ein Paar jener seltenen Affen in Philadelphia an, welche die Natur als die geschworenen feinde des afrikanischen Löwen gcschassen zu haben scheint. Nach den vorlie genden, allerdings nicht sehr zahrcichcn Beobachtungen greisen diese Affen den Löwen an, indem sie ihm ans den Nuacn iprinp.cn und von hier ans mit wuchtigen Schlägen acqcn dcn Schädel und über d:c Nase todten; sie bedienen sich hierzu schwerer Knüppel, die sie sich aus abgebrochenen Banmästen construiren. Di zur Zeit in Philadelphia befindlichen Lioii-killiTs" bewiesen ihre angebe renc Feindschaft gegen den König der Wälder in dem Augenblicke, als sie in ihrem Käfig in das HauZ gebracht wurdcn, in dein die wilden Thiere eine? zur Zeit in Philadelphia weilenden Mena gerie überwintert werden; während der Käsig an Tigern, Panthern und Leoparden voruvergetragen wurde, verhielten sie sich ruhig, als sie sich jedoch zwei afrikanifchcn Löwen gegenüber befanden, kreischten sie wüthend aus, schüttelten die Stäbe des Käfigs und bedrohten die Löwen, die ihrerseits mit herausforderndem Gebrüll antworteten. Die Affen sind vier Fuß hoch und ähneln in ihrem Aussehen am meisten dem Gorilla, doch tritt bei ihnen die Nase schärfer aus dem Gestchte hervor und xt das Auge runder und intelligenter; Kopf, Backen, Kinn und Schultern sind mit langen, glänzen den Haaren von der Farbe des .Silberfuchs bekleidet; der übrige Körper ist mit kurzen grau-braunen Haaren bedeckt. Ihre Körperkraft ist außerordentlich groß und die Zähne, sowie die langen und scharfen Klauen an den Hinterarwen sind ihre gefährlichsten Waffen. Zitckiren u;-. L.'nen. Pädagogen, sorgsame Familienvä!?. und zärtliche Mütter beschä'ftgt sowohl hier als in Deutschland die Frage, oZ in der That unsere Kinder in den Schulcn so überanstrengt und überbürdet werden, daß sie darunter körperlich uud gei stig leiden. Ein Pädagog behandelt du Frage im Berl. Tagebl." und die Ansichten desselben haben auch hier für unsere Schulen Geltung. Zwd GrundUebel unserer ganzen Erzichungs- und Unterrichtsweise müssen gehoben werden: wir treiben unsere Lehrfächer nicht intensiv genug und wir treiben ein ungeheures Vielerlei. Dcn einzelnen Lehr fächern ist mebr Folgemäßigkeit und wenige? Gleichzeitigkeit zu wünschen. Aus jeder Stufe sollte ein Lehrfach sein, dem

sich Lehrer und Sckülcr mit innerlichsterf.gen : Gut bearbeitetes, fruchtbare? Land i z a. V ? U - OTl : - V . j- 7. . V . . V .

Kraft hingeben. Wie der Schüler durch da fortwährende .Hin- und Herzerren von einem Gegenstände zum andern die Lust und Liebe vm Lernen verliert, wie sein Geist oberflächlich wird, wie durch fortwährende Rcpetitionen das obersachlich Gelernte immer wieder befestigt werden muß, und wie zur Bewältigung eines bescheidenen Maßes von Kenntnissen eine ungeheuere Zeitverschwendung nöthig wird, das weiß jeder Lehrer aus Ersabrung. Wer hat nicht manchmal am Ende eines langen Jahres mit trüdem Blicke das Geleistete und die aufgcwendete Zeit mit einander verglichen ? Wir beschäftigen uns zweitens mit zu vielen Gegenständen, und jeden Tag wollen uns übereifrige Freunde der Bildnng zum Schaden dcr Jugend neue Lehrstoffe aufdrängen. Es giebt zwei Lehrgegcnständc, die der Deutsche besonders in's Herz geschlossen hat, und die doch, wie es scheint, einen ungebührlichen Raum in der schule einnehmen : das sind Geschichte und cö graphie. Erst mit einer gewissen Gereislheit deS Geistes erwacht das Verständniß sür diese Lehrgegenstände, und darum sollten sie in den höheren Klassen gründlich behandelt werden. Wir sehen aber gerade das Gegentheil. Schon aus den Unterstufen beginnt das Eik'pauken von Namen,. Thatsachen und vielleicht von Fabeln, und auf dcn Oberstufen wird das fortgcsctzt. So entsteht denn jene Auffassung der Geschichte, welche die Kriege für das Wichtigste im Leben dcr Völker hält, und jene Selbstgefälligkeit, die im Bewußtsein gut answendig ge lernte? Zahlcntabellen schwelgt. Wer sich aber sür Grschichte intercssirt, dcr findet dann später, daß er an dem cigent lich.WissenLwcrthen sachte vorübergeführt worden ist. Aber um dies jämmerliche Ziel zu erreichen, waren lange Jahre, sowie viele hundert UnterrichtsundVorbereitungsstunden nöthig und ein gutes Theil gesunder Nervenkrast ist da-, bei zu Grunde gegangen." Der Verfasser des Artikels bezeichnet es als den größten Vorzug des englifchen UnterrichtS-Systems vor dem deut fchen, daß das erstere viel intensiver an wenigen Lesestoffen schaffe und arbeite. Ferner hebt er es als einen großen Vorzug der englischen Schulen hervor, daß in England der weite grüne Spielplatz nach allen Seiten hin die Schule umgiebt. In den meisten Schu len Deutschlands sind Turnspiele eingeführt, aber die 'Schüler haben meist einen langen Weg durch die Stadt zurückzulegen, ehe sie auf den Rasen gelangen. In unseren amerikanischen Schulen hat man bekanntlich nur ganz vereinzelt Turn-Unterricht eingeführt und die freien Plätze, welche die meisten unserer Schulhäuzer umgeben, bieten nur einen sehr unvollkommenen Ersatz für Rasen Plätze mit einfachen Turngeräthen. Wenn dcr deutsche Pädagoge endlich darüber klagt, daß das junge Deutschland durchschnittlich weniger gut genährt werde, als das junge England, so kön nen wir wohl in dieser Beziehung beHäupten, daß unsere amerikanische Jugend hinter keiner der Welt zurücksteht. Etwas vom Kriege. In der französischen Kammer beschwerte sich vor Kurzem ein Abgeordneter über gewisse Grundsätze, die auf der KriegsHochschule gelehrt werden. Er producirte das auf der Anstalt eingeführte Lehrbuch für Militärgeschichte, w wel-

chem sich folgende Sätze sindcn : Der Krieg macht die Völker, bei denen er in Ehren fleht, groß und erhöht ihren körperlichen, geistigen und moralischen Werth; hingegen werden die Völker erniedrigt und vernichtet, die ihn zu sehr vernlässigen." Gegen dicscn thcorctischcn Satz wird sich bei einem Soldaten nicht viel einwenden lassen, wohl abcr gegen die praktischen Folgerungen, die daraus gezogen werden : Wenn dcr Krieg ein Gesetz dcr Mcl.sQ'.ichkcit, ein Gesetz des moralischen i.:.d materiellen Fortschritts ist, so ist es rjn höchster Wichtigkeit, daß alle Gc'chtcchtcr seinen krästigenden Einfluß emp-l ven und daß die Ueberlieferung des Krieges sich von dcn Vätern auf die Kinder vererbe. Man muß also wünschen, daß jcdc Gencration wenigstens einen Krieg erlebe: das Interesse dcr Armee verlangt es nicht weniger als das Interesse der Nation Das Interesse der Armee, übereinstimmend mit dcm des Landes, erfordert alfo, daß der Friedenszustand niemals länger als 20 Jahre dauert. Diese Grenze von 20 Jahren darf aber nicht nur nicht überschritten werden, sondcrn es ist vortheilhaft, wenn sie nicht einmal erreicht wird Infolge dessen kümmern sich die Herrscher, die zu einem Bruche treiben wollen, sehr wenig um Recht und Gerechtigkeit; sie erklären dcn Krieg und überlassen einem beredten Minister die Sorge, ihn zu rechtfertigen. Der Krieg hängt nicht vom Interesse des Volkes ab. Er ist weder gerecht noch ungerecht; er ist politisch oder unpolitisch." Darüber ist man nun in Deutschland sehr entrüstet, und doch hat vor noch gar nicht langer Zeit Feldmarschall Moltke erklärt, daß dcr Krieg nicht etwa ein nothwendiges Uebel, sondern eine wohlthätige Nothwendigkeit sei. in-

dem er die Völker vor Erschlaffung schütze und die edelsten Eigenschaften der Menschen entwickele. Dcr Verfafscr des französischen Lehrbuches mag kein Diplomat sein, abcr er spricht chrlich die Gesinnung der Machthaber aus, w-lche die Völker i d?n .z traben. Landwirtyschaftttches. Zwiebel. Die häufig von den Zeitungen gemeldeten Nachrichten, daß der oder jener GärtnerZodcr Farmer von einem einzigen Acker 700 bis 1000 Vushel Zwiebeln gcerntet habe, und zwar ohne Anwendung von künstlichem Dün ger und ohne ungewöhnlich sorgsame Bearbeitung des Bodens, haben schon Manchcn zum Anbau dieser Frucht veranlaßt, aber sehr Viele haben ihre Er Wartungen auf eine reicheErnte getäuscht gesehen. Bei dem Anbau der Zwiebel ist namkntlick fnlaenhfS in htriditit rn oen Niederungen bringt stets reute Erträge, wenn man solches mit Stall düngcr, dcr ein paar Molrate auf dem Felde verrotten muß, ehe er untergepflügt wird, nicht zu reichlich düngt, guten und. gesunden Samen wählt und jede Spur von Unkraut, die sich zeigt, augcnblicklich beseitigt. Land, aus dem im Sommer vorher Mais gebaut wurde, ist ebenfalls zu empfehlen. Ferner ist darauf zu sehen, daß das Land eine gleichmüßig ebene Fläche bildet; ist dasselbe nach irgend einer Seite hin abschüssig, so wird die Erde bei Regen leicht von dcm Samen oder dcn jungen Pflanzen hinweggewaschen und d'.es hat das Verkümmern dcr Pflanzung zur Folge. Das Land muß tief gepflügt und dann so wiederholt mit der Egg behandelt werden, daß die Erde gut zerkleinert ; unmittelbar vor der Saat empsichlt cS sich, eine nicht zu schwere Walze über das Land gehen zu lassen. Die Saat hat sofort stattzufinden, wenn dcr Frost aus der Erde ist; eine Verzögerung von wcnigcn Tagen in dieser Beziehung hat schon ost den Verlust der ganzcn Erntc zur Folge gehabt. Vier Pfund Samen sind für den Acker erforderlich. Die gewöbnlicheRillc oder dcr Drillpflug macht die Löcher, bringt dcn Samen in solche und bcdcckt diesen mit Erde. Die Reihen werden am zweckmäßigsten in Entsernungen von je einem Fuße von einander angelegt. Sind die erforderlichen Arbeitskräfte vorhanden, so ist die gcwöhnkiche Häufelhscke dem Drillpfluge vorzuziehen. Sind die erwähnten vier Pfund Samen gleichmäßig über dcn ?tkker vertheilt worden, so kommt es nicht vor, daß die aufgehenden Pflanzen zu eng aneinander stehen und es braucht daher das Ausziehen eines Theils dcrselben nicht stattzufinden. Die Hauptsache bleibt, daß jedes Unkraut sofort imEntstehen durch Ausjäten entfernt wird; dies unterbleibt häufig, weil sich in der Zeit, in welcher dies geschehen muß, verschiedene BestcllungSarbeiten zusammen drängen, abcr kein Farmer kann auf Erfolg im Zwiebel'Anbau rechnen, der das Jäten unterläßt. Papier aus Torf. Torflager kommen auch in den Ver. Staaten häu fig vor, werden aber zur Zeit noch wenig ausgebeutet. Die Erfindung eines Engländers, Papier aus Torf herzustellen, wlrd denselben einen Werth verleihen, den sie bisher nicht hatten. Der Verbrauch von Papier steigert sich bekanntlich fortwährend, während dasMaterial, aus dem das Papier hergestellt wird, nicht in gleicher Weise an Ergiebigkeit zunimmt. An Stelle der nicht ausreichend vorhandenen Lumpen hat man Stroh, weiches Holz, Blätter verwendet, aber alle diese Gegenstände sind in der Landwirtschaft von zu hoher Vedcutung, a!3 daß sie derselben entzogen werden solltkn. In dem Torfe können wir drei Schichten oder Lagerungen un terscheiden. Die oberste besteht aus Moos und sonstigen Vegctabilicn, die in einem frühen Stadium der Zersetzung begriffen ist. Die zweite Schicht besteht aus denselben Stoffen, die aber bereits ein schartiges Gewebe angenommen haben, und die dritte compacte Schicht ist diejenige, welche als Brennmaterial verwendet wird. Die mittlere Torflage, welche bisher als völlig werthlos ange sehen wurde, ist diejenige, welche sich zur Herstellung von Packpapier und als Zusetz zum Papierbrci auch von anderem Papier vortrefflich eignet. Dieser Torf enthält 70 bis 80 Proceß, seines Ge-

wichtes Wasser imfc es würde daher zu I

große Unkosten verursachen, denselben rn rohem Zustande in die Papiermühlen zu transportiren. Durch billige und leicht transportable Maschinen kann jedoch der Tors in unmittelbarer Nähe dcr Torfgruben mit geringem Koslcn-Aufwande getrocknet, gepreßt und in Ballcn verreckt werden. In den Vavicrmüli'icn wird dcr Torf sodann durch Audwaschcn ! von allen erdigen Beimengungen, durch Aufgüsse heiher Soda ' Lösungen von allen harzigen Bestandtheil: bcsreit und ist, nachdem das Soda wiederum ausgewaschen worden, fertig, um in Pavicrdrei verwandelt oder solchem zugesetzt zu werden. DaS aus diesem Materialc hirgesteötc Papier zeichnet sich durch seine große Widerstandsfähigkeit gegen Nässe noch besonders aus ; dieselbe beruht aus d.-n Tannin-Gehalte des Tor ses. Zar Herstellung von Papiermache ist dcr Torf ebenfalls vorzüglich gecignct. .Karpfenteiche. Die deutschen Karpfen kommen bekanntlich in unseren Gewässern außerordentlich gut fort und entwickeln ein ganz ungewöhnlich schnelles Wachsthum. Es dürste sehr nnige Farmen geben, auf denen sich nicht ein Gewässer befindet, das als Karpfenteich benutzt werden oder ein solcher angelegt werden kann. Zu diesem Behufe braucht man blos vor der am tiefsten gelegenen Stelle einer Vertiefung einen Damm aufzuführen, der aus irgend welchem Material das werthloseste ist das beste hergestellt und mit einem r erschließbaren Abzug oder Durchlaß am Boden versehen werden kann. Die Wände des Dammes sollten eine Neigung von 45 Grad haben. Der Damm ist so hoch herzustellen, daß das Wasser des Teiches an der tiessten Stelle mindestens 8 Fuß tief ist. Je allmäliger die Tiefe des Teiches an den übrigen drei Seiten zunimmt, desto besser ist es. Die seichten Stellen werden am leichtesten von der Sonne er wärmt und dcr Karpsen sucht nicht nur die wärmsten Plätze im Teiche auf, son dern er findet hier auch den größtenTheil seiner Nahrung, die in Insekten und solchen Stoffen besteht, welche das Tagewasser dem Teiche zuführt. Am Abend und in der Nacht zieht sich dcr Karpfen in die Tiefe, in welcher es zu dieser Zeit wärmer ist, als im seichten Wasser, zurück. Steine ode? Gcrölle sollten von dcn tiesstcn Stellen des Teiches entfernt werden, bevor man denselben sich mit Wasser füllen läßt. Dem Zuflüsse des Tagewassers, namentlich dem vonWeide gründen kommenden, kann durch kleine Gräben nachgeholfen werden, 'während der Zufluß von Quellwasser möglichst zu vermeiden ist. Um jeden Teich, in oem sich der Karpfen auf die Dauer wohl befinden soll, ist ein Graben anzulegen, welcher das durch das Schmelzen des Schnee entstehende Wasser hindert, in den Teich zu gelangen. Schnecwasser hat die Erkrankung und, wenn es in großen Massen kommt, den Tod der Fische zur Folge. Zur Winterszeit müssen ein paar Bündel Rogger.stroh an Stangen im Wasser angebracht werden ; diese verhindern, daß dcr ganze Teich zufriert und ersparen die Arbeit, die außerdem daraus verwendet werden muß. Löcher in das Eis zu backcn. Karpsen brüt ist jetzt lcich! zu erlangen und lein Farmer sollte sii!, in: ()sivmiVil mvcH'N lassen, seinem ''!'.!l'üin ri-: V;;i llfhml'chu'l und ff' i. ,. t. .? il pfcrte (N- .- - mm - Vom Jnlande. EineZeitung in E o nn e ctimt jammert über d in diesem Staate angeblich zunehmende Trunkenhastigkeit. Sie sagt : So lange das Staatswappen drei Weinreben als Emblem trägt, wird die Trunksucht zunehmen; man setze drei Trauben Traubenrosinen an Stelle dcr Neben, und das Laster wird nachlassen." Der Stadtrath inDalton, Ga., hat einstimmig beschlossen, keine Concession zum Verkaufe geistiger Getränke irgend welcher Art zu ertheilen. Die Apotheker frohlocken. In Portla ttd,Or.,tr a mp elte dieser Tage ein Kutscher vor einem Hotel im Schnee herum, um sich zu erwärmen, da er seinen warmenUeberrock über eines seiner Pferde gedeckt hatte. Der dort erscheinedeOregonman" berichtete dieses Item mit dem Bemerken, der Mann verdiene inAnerkennung seiner menschen freundlichenGesinnung gegen seinePferde eine Medaille, dcr Kutscher erwiederte in einem Eingesandt: ..Eine Pferdedecke wäre mir lieber.Kürzlich wurde in Boston ein Mann wegen Trunkenheit verhaftet, dem Polizeirichtcr vorgeführt und mit einem Verweise entlassen. Er begab sich nach Brockton und wurde abermals wegen Trunlenheit verhastet. Vor dem Nichter machte er geltend, er sei wegen derselben Trunkenheit schon in Boston bcstrast worden und kein Mensch könne wegen eines und desselben Vergehens zweimal proccssirt werden. Der Nichter hat sich seine Entscheidung vorbehalten D i e s e r T a g e ist in San Iran cisco ein lebender Scorpion cingclroffen. dcr volle fünf Zoll lang ist. Das Tlzicr wurde n Puma in Arizona am 4. Jan. in eine Flasche gesetzt, welche alsdann sest verkorkt würd?. Als man dasselbe nach 40 Tagen aus der Flasche befreite, war es so lebhast, als ob es diese ganze Zeit unter seinen gewohnten Lebensver hältnisscn zugebracht hätte. Wie der Panamaer Star und Herald" meldet, wären kürzlich bald nach Sonnenuntergang beinahe zwei Schisse durch Meteorsteine, welche in dcr Nähe der Schiffe herabgefallen und noch . v r t .. 'i r jr.i.r:js,.. uoer oem waiicripicgei INI! jurcyicuimu.i Krach rxplodirt waren, zertrümmert worden. Derartige Erscheinungen sind übri genö schon öfters vorgekommen und es ließe sich das ost räthselhafte Verschwin den von Schiffen dadurch erklären. In nerhalb der letzten vierzig Jahre sind mehr als zwanzig Schisse völlig verschollen. Es ist nun schon das zweite Mal, daß Gouverneur Butler öffentlich

dieBemerkuna macht, daß da3 14.Amen '

dement zur Bundesverfassung denFrauen das Stimmrecht verleihe, und daß das Bundesobergericht, wenn ein Fall, der Anlaß dazu gibt, vor dasselbe kommt, ganz gewiß in diesem Sinne entscheiden werde. Dieser Tage starb in Fort Fairsield, Mo.. Frau vcrw. Baker im Alter von 98 Jahren. Vor langen Iah rcn hatte sich die Frau mit ihrem längst verstorbenen Gatten und drei kleinen Kindern in der Nähe von St. John an der Mündung des gleichnamigen Stro mes niedergelassen. Das Eigenthum an dem desfallsigen Terrain bildete damals die bekannte Streitfrage zwischen den Ver. Staaten und Großbritannien. Die Vakcr'schcn Eheleute waren mit Lcrb und Seele Amerikaner; die Frau fertigte eine amerikanische Flagge an und der Mann zog solche am 4. Juli an einem hohen Mäste aus seiner Farm auf. Vor einer Versammlung vonNachbarn hielt er eine Rede zum Ruhm der Ver. Staaten, in welcher er der britischen Krone nicht ge rade in Ehren gedachte. Er wurde verhastet und mußte in verschiedenen Ge fängnissen über ein Jahr zubringen; in dieser Zeit stand die Frau der Farm aU lein vor und bewirthschaftete dieselbe musterhast. Ein Baumeister in Eats kill, N. Z)-, hat die Erbauung einer gan zen lvtadt contraetlich übernommen. Die Hudson River Qre & Jron Co.läßt in Columbia County sür ihre Ar beiter und deren Familien eine Stadt anlegen, welche 4 parallel laufendeStra ßen enthalten soll; jedes Gebäude er hält eine Breite von 16 und eine Tiefe von 26 Fuß und besteht aus zwei Stock werken und einem Keller. Jedes Haus soll als Wohnung sür zwei Familien dienen und 102 derselben werden zu nächst in Angriff genommen. Der Mit telvunkt des Städtchens wird ein grsßes Gebäude mrt Laden und einer Restaura tion bilden, in der billige und schmack hafte Gerichte zu haben sind. DieZahl der diesjährigen Besucher der Carnevals-Festlichkeiten in New Orleans betrug 55,000 und die dortigen Zeitungen veranschlagen das Geld, welches dieselben , rn der Stadt gelassen haben, auf mindestens eine Million Dollars. W i r scheinen mit Herr gottsbanken" besser gesegnet zu sein, als dies bisher angenommen wurde, denn schon wieder hat ein derartiges Institut in Lawrence, Mass., Bankerott gemacht. Die Augustinian Society", eine von katholischen Priestern gegründete Gesell schast, bei der viele Katholiken ihr Geld deponirten, zeichnete sich auch dadurch aus, daß sie dcn Depositoren für eine Sparbank sehr hohe Zinsen, nämlich 6 Procent, zahlte, und als sie nun noch dazu begann, die ihr anvertrauten Gel der in Kirchen und Kirchenschulen anzulegen, hatte das Vergnügen bald ein Ende. Die Depositen sind verschwunden, an Zinsenzahlen ist auf Jahre hin aus nicht zu denken und der einzige, al lerdings sehr schlechte Trost ist, daß keine Beweise für irgend welche Unregelmäßig leiten, sondern nur für eine total falsche Jlnanzverwaltung vorliegen. Eine theure Flo tte! Die De batte der letzten Tae im Senate über den Flotten-Etat hat einmal wieder den erbärmlichen Zustand der amerikanischen Kriegsflotte in's Sonnenlicht gestellt. Der Flottensecretar Chandler schrieb am 11. Februar an den Senator Rollins von New Hampshire, daß diese Flotte aus 31 altmodischen Schissen, 264 5ka nonen geringer Sorte und 8000 See leuten bestehe. Der Secretär unterlaßt, anzugeben, welche Summe es gekostet hat, dieses glanzende Resultat zu erzielen. Von 1861 bis 1883 sind für die Marine N24,890,400 bewilligt worden ! Oregon und Washington Territorium am Stillen Meere werden als der gedeihlichste Bezirk der Union geschildert. Die Naturschätze sind eben noch wenig ausgebeutet, und die Raub wirthschaft ist deshalb in vollster Blüthe. Die Sägemühlen arbeiten des Tages bei natürlichem und des Nachts bei elektrifchem Lichte, um die dem Onkel Sam abgestohlenen Welldbcstände kurz und klein zu machen. Der Ertrag war 1882 volle 300 Millionen Fuß. Die Lachs sischerei bat hier und da schon mit der Beute fast ganz aufgeräumt. Die Ausfuhr der einen Stadt Portland betrug 1882 schon 23, und die Einsuhr 17 Mill. Dollars. Seehunde und andere Pelz thiere giebt es kaum mehr. .Das Eisen dahn'Mon'ozol hat sich das beste Land annreignet und dcn Großgrundbesitz inS i! gi-rusen. welcher Viehwirthschaft ,li.-.iiir inn Rindern nach Jdaho ; ".,..-,:., !'!'! kilN. Auch die poli j i,' t'1 I lük.k Vom AuSlanve. Dekan und Professoren kollegium der medicinischen Fakultät an der Universität München haben sich mit einer Petition an die Regierung ge wandt, in welcher sie sich für VerlSnge rung des medizinischen Studiums um ein Jahr aussprechen, da ihnen die bis herige Studienzeit von vier Jahren zur Erlangung der berufsmäßigen Kenntnisse nicht genügend erscheint. I n der russischen Stadt Velgorod des Gouvernements Charkow starb neulich ein Millionär, Namens N. I. Tschumitscheff, welcher beiläufig eine halbe Million Rubel für heirathsfühige Mädchen, Töchter armer Eltern aus dem Gouvernement Charkow, mit der Be stimmung vermachte, daß die Procente von dem ganzen Capital im Betrage von 1000 Rubeln alljährlich durch eine Lot terie an zehn verschiedene heirathslustige, solide, arme Mädchen zu 100 Rubel unter der Bedingung vertheilt werden, daß die glücklichen Gewinnerinnen sich verpflichten, sofort zu heirathcn. Diese Lotterie fand Heuer am 19. v. M. zum ersten Male statt. Zu der Ziehung erschienen 25 Mädchen, welche sich an der Ziehung der Loose betheiligten. Die

zehn glücklichen Gcwinnerinnen von je 100Rubeln waren meist Baucrnmädchen, welche zu der Ziehung zugleich ihre Bräutigame mitbrachten. Die Gewinnst? erhielten sie abcr trotzdem nicht sofort ausbezahlt, sondern wurden aufgefor dert, vorher zu heirathcn r.nd die Trau ungsdokumente mitzubringen, woraus sie auch die Gewinnst? erhalten werden. Die nächste Ziehung findet im Scptcm ber dieses Jahres statt. Im Strafgcsetz-Aus schusse des österreichischen Abgeordneten Hauses wurden die Prinzipien des vom Minister Prazzk vorgelegten neuen Strafgesetzes besprochen. Eine lebhaste Debatte ricf die Frage der Beibehaltung der Todesstrafe hervor, welche conform

der Regierungsvorlage mit 8 gegen 1 Stimmen beschlossen wurde. I n dem belgischen Oertchen Moorseele an d-r französischen Grenze hat am 28. Januar ein originelles Fest stattgefunden, nämlich die Apotheose-, eines alten Soldaten aus dem ersten Kaiserreich, Louis Penet, der, 1792 geboren, um das Jahr 1810 in die Armee Napoleon's I. eintrat und im 27. Regiment der berittenen Jäger bis zur Abtrennung Belgiens von seinem proßen Nachbarlande diente. Penet erhielt die Helena Medaille und eine kleine Pension von der französischen Regie rung. Die Munizipalität und die Be wohncr von Moorseele wollten dieje Auszeichnung festlich begehen und dekre tirten dem Veteranen einen feierlichen Empfang, der bei seinem Einzug in den Ort beritten und in die alte Uniform der großen Armee" gelleidet war und mit Kanonendonner und Glockengeläute empfangen wurde. Ein Geleit, von der Munizipalität und den Notabilitäten des Ortes gebildet, erwartete ihn bei seinem Uebertritt auf belgisches Gebiet. Der Tag ward natürlich mit einem Feste beschlössen und es hatten sich viele Bewoh ner der benachbarten Orte Courtrai, Menin, Tourcoing und Roubaix dazu einaeiunden. Bekanntlich sind im vorigen Jahre vier preußische Ossiziere auf Ersuchen der türkischen Regierung durch Vermittlung des preußischen Kriegsministeriums nach der Türkei abgegangen, um dort bei der Reorganisation der Ar mee mitzuwirken. Es waren dies die Herren: Kühler, Oberst und Commandeur des SchlesischenHusaren-Regiments No.6 inNeustadt ; Kamphövener, Hauptmann und Chef der 11. Compagnie des dritten 5)annoverschen Jnfanterie-Regi ments No. 79 in Hamcln; v. Höbe, Rittmeister im I.Schlesischen DragonerRegiment No. 4, Adjutant der 3. DiVision in Stettin ; Ristow, Hauptmann und Chef .der 6. Batterie des 2. Pommerschen Feldartillerie-Regiments No.17 in Stettin. Die genannten Ossizicre waren anfangs auf drei Monate bcur laubt worden; sie sollten sich innerhalb dieser Zeii entscheiden, ob sie in Con stantinopel bleiben und das ihnen ange tragene Commisfarium übernehmen oder ob sie in ihre früheren Stellungen in der preußischen Armee zurücktreten wollten. Sämmtliche Osfiziere sind jetzt aus dcr preußischen Armee ausgeschieden, und zwar ist Oberst Köhler als Generalmajor.Rittmeister v.Hobe und dicHauptleute Kamphövencr und Ristow als Ma jore mit Pension zur Disposition gestellt worden. Die Regelung der Angelegenheit in dieser Weise ist aus den unmittel baren Antrieb des Kaisers zurückzufüh ren, dem cs nicht passend erschien, beurkaubte preußische Offiziere in einem VerHältnisse zu sehen, in dem sie einem anderen Monarchen als obersten KriegsHerrn zu unbedingtem Gehorsam verpflichtet seien. Gegen die immer mehr um sich greifende Verfälschung dc3 Wei nes beabsichtigt die deutsche Reichsrcgicrung jetzt Front zu machen und zwar soll dies im Anschluß an das Nahrungsmittelgesetz vom 14. Mai 1879 durch Erlaß einer kaiserlichen Vcrordnung geschehen. Da der zum Verlaus gelangende ver fälschte Wein bäusig ausländischen Ursprungs ist, so werden die zu ergreifenden Maßregeln sich nicht gegen die Production eines solchen Weines, son dern gegen den Verka:.s und das Feil halten desselben wenden. Als verbotene Bestandtheile deöWeincs werde,, bezcich net : Vleisalze.G!ycerin,unreik.erStärkezucker, Salyci!süure,'ös!:che Aluminium salze, Alaun, Echweselsüure in größerer Menge, Balyumsalze und susclölhaltigcr Alkohol, der nur als Zusatz bei Schaumweinen gestattet sein wird. Auch soll in dieser Verordnung Bestimmung darübcr getroffen wcrdcn, wann cs ver boten ist, weinhaltige Getränke unter Bezeichnung Wein- . zum Verkauf zu stellen. I n Paris hat nian in neuester Zeit die Erfindung gemacht. Trüffeln zu fabriciren". Dieses neueste Product der Industrie bcstcht aus Kar tofseln, die man, um ihnen einen etwas süßlichen Geschmack zu geben, gisrieren läßt. Sie sind mit der Auflösung eines Eisensalzes gefärbt und mit einem ange nehmen, aus Steinkohlenthcer bereiteten Mittel aromatisirt. Diese neuen Trüf. feln sollen hauptfächlich zum Export vcr wendet werden. Es soll im vorigen Jahre bereits eine ganze Ladung davon nach Amerika abgegangen sein. Ein neues Mittel gegen sie Trunksucht hat man in einem Lande, wo man dessen vor anderen benöthigt, gefunden: in Schweden nämlich. Die diesbezügliche Veranstaltung, welche es rrdient, bekannt und vielleicht auch ulchgeahmt zu werden, ist jetzt in Stock h.,lm in's Werk gesetzt, indcm es dort a2en Ausschanksstellen in der Stadt ver boten worden ist, am Sonnabend Nach mittag und Abend, ferner den ganzen Sonntag und ebenso Montag Morgen Branntwein auszuschenken, wenn nicht gleichzeitig für wenigstens 10 Oere Eß Waaren gekaust werden. Es soll dieser Versuch vorläufig ganz günstig auöge--fallen sein : Am letzten Sonnabend, Sonntag und Montag. herrschte in dcr ganzen Stadt eine wohlthuende, bisher in solchem Grade nicht bekannte Ordnung und Ruhe.