Indiana Tribüne, Volume 6, Number 162, Indianapolis, Marion County, 1 March 1883 — Page 2
Zndiana Hriöi'me.,
FSglirZe und SonAlsgsauszaök. Office: 2S. DelawareStr. Jnd-.anapolis, Ind., 1. März 1883. Vlut-TranSfusion. Voriae Woche wurde in dem S . AndreHotel in New tyoxt der Kau mann Okeburg früh im Aktie scheinbar todt ausgefunden. In einem Anfalle von Tttfnnn, der durch e chäsMche eriegenheiten herbeigeführt war, hatte der
hochgeachtete Mann sich zu todten ver früheren Mitteln, mittelst des Dolches sucht und zu diesemZwecke dieGashhähnt und des Dynamits greifen." im Zimmer geöffnet. Der Dr. Va Der Kaiser soll sich bis zu seiner Krölentir.e wurde herbeigerusen,entdcckte noch nung entscheiden, ob er diese Forderuneinen kaum wahrnehmbaren Pulsfchlag, gen bewilligen will oder nicht, werden leitete die künstliche AthmungS Me bis dahin keine Reformen beschlossen, so
thode em und es gelang ihm, den Puls würde das .Exekutlv'Comlte" (Ispolaus 14 schwache Schläge in der Minute njtclniij konntet) seines Amtes mal. zu bringen. Weiter schien er durch die ten und das Todesurtheil ausfprechen.
künstliche Athmung Nicht gelangen zu Der Kaiser soll das in einer petersburkönnen. Er wandte sich daher an einen Cr aebeimen Druckerei auf dem feinsten
Hausknecht im Hotel, Banks, einen robusten und gesunden Farbigen und sragie 0tt,en, oo er em paar unzen von semem Blute hergeben wolle, um loicyes dem Kranken einspritzen zu können. Banks erklärte sich bereit, der Arzt schickte nacu e,nem A,nunien uno oegann id fort mit der Operation. Banks wurden die Arme gefesselt, damit er nicht durch eine unwillkürliche Bewegung störend eingreifen könne. Dann liet; ihm der Arzt zur Ader, entzog ihm 6 UnzcnBlut, die in ein ganz reinesGefäß liefen, schlug und quirlte das Blut, um den Faserstoss abzuscheiden und siltrirte es durch ein reines Läppchen in ein zweites Gefäß. Dann öffnete er dem Okeburg eine Ader und spritzte in diese langsam das zuvor erwärmte und mit Luft geschüttelte Blut ein. Der Erfolg war ein augenblickliazer, das Gencyt des scranren rolyeie sich, der Pulsfchlag nahm schnell zu und bald kehrte das Bewußtsein zurück. Die Zeitungen berichteten zunächst. Okeburg dabe nach wiedererlangtem Bewußtsein seine Frau, die an sein Bett geeilt war, nicht erkannt, dagegen sofort Banks als seinen Bruder aus's herzlichste begrüßt, Dr. Valentine widerspricht diesen An gaben ; der Kranke zeigte erst schwache Spuren des wiederkehrenden Bewußt scins, erkannte allerdings seine Frau ' X i r e i. V IC...:, mjyi üuii miu tjuu, nuuyucui iyui mugetheilt worden war, er habeBanks seine Rettung zu verdanken, diesem uine Dankbarkeit lebhast zu erkennen. Ueber die Rolle, welche die Blut Transfusion gegenwärtig in der Wissen schaft spielt, spricht sich Dr. Valentine wie folgt aus: Die Idee, nach starken Blutverlusten dem Kranken das Blut durch direkte Äusubr anderen Blutes zu
ersetzen, ist sehr alt, aber erst in neuerer ten Freundes Fost?r Dewky in New Zeit kommt dieselbe häusig zut Ausfüh- Aorl überreichte. In letzterem schrieb rung, und zwar nicht nur bei Neu.Ent- Dewey in feinem Comptoir 117 Wallbundenen. Verletzten, Operirten, son- strcet unter dem 10. April Vormittags dern auch bei Vergiftungen und Schein- H Uhr: Ungeheure Aufregung im Actod aus irgend welcher Veranlassung, tienmarkte; kehre sofort zurück; hunDas Verfahren ist so einfach, daß es in derte von Millionen flehen auf dem Nothfällen selbst von Laien angewendet Spiele." Der Doctor erklärte, daß ihn werden kann und es sollte daher in den Dewey ersucht habe, aus der schnellsten höheren Clasien aller Unterrichts-An- Bacht Herrn Vanderbilt zu folgen und stalten Anweisung zur Anwendung des- daß das Schiffchen zu dessen Verfügung selben ertheilt werden. Die Zufuhr fri- stehe. Vanderbilt veranlaßte seine Faschen Blutes gewährt noch Rettung, wo lnilie, die Fahrt nach London fortzukeine andere mehr möglich ist. Es ist setzen, ihn dort zu erwarten und liefr sich sehr wesentlich, daß man Blut von einem mit den beiden Fremden in deren Boote gesunden Menschen zu erlangen sucht, nach der Yacht Matador" rudern, stünde ich aber vor dir Wahl, das Blut An Bord der fetteren ließ derDoct.r ein eines nicht völlig gesunden Menschen zv Mittagsmahl scrviren und ersuchte sonehmen oder die Operation ganz zu un- dann Vanderbilt, den Kassee mit ihm in terlassen, so würde ich das erstere vorzie- seiner Privatcajüte einzunehmen. Der hen. Zahlreiche Opser von Eisenbahn- moderne Crösus nahm in einem außerUnfällen, Dampfkesselexplosionen und ordentlich umfangreichen und bequemen ahnlichen Katastrophen könnten dem Le- Lehnstuhle Platz und nach kurzer Unterben erhalten werden, wenn die Kenntniß Haltung trat der Doctor mit den Worten des einsachen Versahrens allgemeiner unmittelbar an ihn heran: .Sie sind in verbreitet wäre. Eine kleine Spritze ist meiner Gewalt, unterzeichnen Sie gegendas einzige chirurgische Instrument, des- wartiges Schriftstück, und ich gebe Ihnen sen man bedarf; alles andere ist überall ein Wort, daß Sie mit dem nächsten zur Hand. Der Vorschlag, auch inner- Dampfer, der uns auf der Fahrt nach lichen Krankheiten durch Blut.Einspri- New York begegnet, die Reise nach Lontzungen eine günstige Wendung zu ge don fortsetzen können; andernfalls haben, hat bis jetzt noch wenig Aussicht aus ben Sie Unannehmlichkeiten zu gewarErfolg. Ob man dem Menschenblute tigen. Vanderbilt versuchte aufzudasieniae eines anderen SSuaetbieres springen, vermochte dies jedoch nicht und
substituiren könne, ist ebenfalls noch eine offene Frage.' DaS nihilistische Erccutiv . Comite hat dem Kaiser Alexander vor seiner Uebersiedelung aus Gatschina nach Petersburg ein Memorandum in die Hände zu spielen gewußt, in welchem die Hauptfordcrungen des russischen Volkes und das nihilistische Programm niedergelegt sind. Nach dem Pester Lloyd" lautet das Schriftstück im Wesentlichen wie folgt: Wir Sozialisten und Volkssrcunde (nanxlnici), die wir Vertreter des vom Joche der Despotie niedergedrückten rusfischen volles pv und uns zur Ausgabe gestellt hab?n, das russische Volk von diesem semem schweren und schändlichen Joche zu befreien, werden kein noch so :chreallcyes und cyweres Mittel unversucht lasten und nicht eher ruhen, als bis . r v V. rr r t m . . oie oroerungen oes ruiazen oiies berücksichtigt und dessen Recht und Macht lm Staate anerkannt sein werden. Die Forderungen des Volkes, in dessen Namen wir sie an Dich, Herr (der Kaiser wird in den Schriftstück stets .Gosiudarj-, sHerrZ angeredet) richten und deren 'zerua,icyllgung wir von bis zu Deiner Krönungsfeier verlangen (U-ebujem), sind : .Bewilligung und it'onstitulrung einer . v , r uanolgen nvllsoerireiung, roeirne irei, nach allgemeinem Stimmrecht und mit Instruktionen ihrer Wähler gewählt werden würde und vollständige Machtm 'rv ff V. t 1 oefugnine in auen oen gejarnrnien Staat betreffenden Angelegenheiten besitzen müsse. Umfassende provinziale Autonomie, welche durch die Wahl aller Beamten, durch die Selbständigkeit der Bauerngemeinde, des .Mir-, und durch die ökonomische Unabhängigkeit des
Bolles, sicher geueur wcroen mu,ie, zuructteyren." Ver Konsul liek die UrSlMändigkeit der alurngememde,'' -
dcs Mir", ais ölonomijuje und ßDnn nistrative Einheit. Zugehörigkeit des BodenS dem Volke. Eystem von Maßnahmen, welche bezwecken, alle Fabriken und Werkstätten den Arbeitern zu über tragen. Vollständige Gewissenssreiheit, Redefreiheit, Versammlungs und 33er einssreiheit. Allgemeines Wahlrecht
ohne irgendwelche Stande oder Vermögenseinschränkungen und Umgestal tung der stehenden Armee in eine Terri torlalArmee . Das sind die Hauptforderungen deS russischen Volkes und das ist auch unser Proaramm, an dem wir unter allen Umständen so lange festhalten werden, bi? wir dasselbe durchgesetzt haben werden, Das zu erreichen, Hessen wir noch durch friedliche Mittel, sollten diele unwlrklam bleiben, dann werden wir zu unseren Velinpapier gedruckte Memorandum un tcr seiner Privatkorrespondenz liorgefunden haben. Daß die nihttiflche Verschwörung trotz aller Vrha tungen uns Volittimakreczeln nock, nickt unsckäd tich gmac?t worden ist, zeigt nicht nur das vorstehende Schrlttfluck, d :n Echt hit angefochten werden kann, sondern D0r allem die Entdeckung eines neuen Komplottes, welche, xov der I. B."aus Petersburg vom 5. Februar gemeldet wird, die Polizei in den letzten Tagen auf Wasslly-Ostrom (einem Petersbur ger Stadtviertel) gemacht hat. Ein Monflcr-Vetrug. qn enaMcken Leitungen begegnen wir der naüstebenden Geschickte : es ist nicht durchaus unmöglich, daß dieselbe wahr jßj andernfalls ist sie so geschickt ersun den, daß wir nicht umhin können, dieselbe im Auszuge mitzutheilen. Am lO.April vor. I. hatte sich W. H. Vanderbilt in New $ork aus dem Dampser Eambria" von der Eunard-Linie zur Reise nach London eingeschiffr. Am zweiten Tage der Fahrt tauchte am Horizont eine Dampsyacht auf, die eine ungewöhnliche Fahrgeschwindigkeit entwickelte; dieselbe kam der Cambria" näher nnd näher und Vanderbilt sah durch sein Fernrohr, v r 5 ? v v . f oan, olkieloe oz flagge iclnes naiers, des Commodore. aufzog. Er ersuchte den Cavitän. die Geschwindigkeit der Cambria- zu vermindern, und in Folge dessen dampfte die $ad)t schnell heran. Ei von ihr ausgeletztes Boot brachte zwei Herren an Bord des Dampsers, deren einer sich Vanderbilt als Dr. Thorndyke von Montreal vorstellte und dem ersteren einen Brief seines vertrau hatte ein Gefühl, als ob er von hunderten galvanischer Drähte umfangen und seder Thätigkeit beraubt sei. Hierauf führte der Doctor seine ausgestreckten SlA( )4 sZi m s jf I A V A 9 j 1111411 iimunyuii vui ucui Viciiyic Millionärs vorüber, drückte ihm eine Feder in die Hand und er unterschrieb da ihm vorgelegte Papier. Von diesem Augmblicke an fehlt Vanderbilt jede Erinnerung, bis zu dem Augenblicke, wo er in einem Boote an Bord des Dam psers City os Paris- gebracht wurde und auf diesem feine Reise nach London fortetzte. Am 13. April vor. I. erschienen auf dem Bureau des Herrn M. M. Jackson, Eonsul der Ver. Staaten in Halifax in Neu-Schottland die diesem wohlbekann ten W. H. Vanderbilt von New York, Dr. Basil Thorndyke von Montreal und Amos Quigly daher, und Thorndyke ersuchte den Eonsul, die Namensunter schrist Vanderbilts auf einem ihm I . ... - . , . . -, oem Konsul vorgelegten vcyr,slllucr zu beglaubigen. Der Beamte las Herrn Vanderbilt das Dokument langsam und deutlich vor ; es enthielt die Thorndyke ertheilte Vollmacht, aus seinem Van derbilt's Gewölbe in der Safe-De posit-Eo. am Broadway in New Z)ork vlerprocentige Ver. Staaten-Bonds im Betrage von tz70.200.000 zu entnehmen. solche im Schatzamte in Washington aus Thorndyke's Namen umschretben zu las M i ' . - . v ' ,en und alsdann .vestmoallcvtt" zu verkaufen. Der Eonsul fragte Vanderbilt, ob er sich der Wichtigkeit dieses Austrageg vollbewußt sei und dieser antwortete rp . r , icyiasrlg und langsam, aver wie em Mann, der völlig weiß, was er thut : .Gewiß, es stehen ungeheure Summen auf dem Spiele ; ich mun weaen Intereffen von ähnlicher Bedeutung so schnell als möglich nach London reisen und kann daher nicht persönlich nach New Bork
lunoe zunächst von einem iolar und zwei Zeugen beglaubigen und legalisirte sodann die Unterschrift des Notars unter Beidrückung des Consulatssicgcls. Auf Vanderbilt s weiteres Ersuchen wurde ein Duplikat der Urkunde ausgefertigt. Vanderbilt begab sich mit dem Dr. wieder nach dem Matador" und wurde von der ihnen entgegenkommenden City oj Saris aufgenommen. Am 15. April erschien der Dr. in dem
Comptoir der Safe Depont lio. in New Aork und legte dem Direktor dieser An stalt die erwähnte Urkunde sowie einen von Vanderbilt ffm 12. April an Bord der Cambria" geschriebenen Brief vor, in der Schreiber den Dircctor ersuchte, dem Thorndike die in Vanderbilt's Gewölbe in der Anstalt verwahrten, im Briefe naher bezeichneten Bonds aus dem Gewölbe entnehmen zu lassen. Der Dircctor kennt Vanderbilt's Schrist genau, wußte, daß derselbe mit der Garnvria abgereist war und konnte gegen die Urkunde nicht den geringsten Zweifel erheben. Außerdem muß jeder Mandatar, der zu einem Gewölbe des Instituts zugelassen wird, außer ausreichender Voll macht Kenntniß von dem Paßworte, das für jedes Gewölbe verschieden ist, von der Combination, die das Schloß der Thüre bloslegt und den Schlüssel besitzen. Die Combination ist den Beam ten der Anstalt nicht bekannt, dieselben besitzen ebenso wenig die Schlüssel zu den Gewölben. Der Dr. wurde, nachdem er das Paßwort gegeben, von dem Dircctor vor Vanderbilt' Schatzkammer geführt und össnete solche ohne den mindesten Anstand. Er entnahm die in Blechkästen verwahrten Bonds. Am folgenden Tage wurden auf des Dr. Ersuchen im Schatzamte zu Wash ington nach peinlicher Beobachtung der . r je. . o i r jr. ni oorgecqrieoenen tfuinumjieuen üunua im Betrage von !M.200.000 aufThorndyke's Namen umgeschrieben; siebenzehn Clerks arbeiteten die ganze Nacht hmdurch und erhielten pro Mann eine ExtraVergütung von $100. An den Börsenplätzen wurden nicht nur hier, sondern auch vermittels des Telegraphen Millio m v w cf 4 j nen von Bonos zu o Proceni unke Cours auf den Markt geworfen und verkauft; dies hatte vorübergehend eine Schmälerung des Credits der Vereinigten Staaten zu Folge. Vanderbilt hörte bei seiner Ankunft in London hiervon und kehrte sofort nach New Z)ork zurück., Auf den Rath der geriebensten Dctectivs wurde die ganze Angelegenheit geheim gehalten, es ist aber seither nicht gelungen,auch nur eine Spur von Thorn dyke's Ausenthalt zu ermitteln. Vanderbilt beabsichtigt nunmehr, die Sase Deposit Co. auf Schadenersatz zu ver klagen, da dieselbe trotz aller angewandter Vorsicht .doch nicht vorsichtig genug gewesen sei Die Aussicht, einen derartigen Proceß zu gewinnen, ist gering und der reichste Mann der Welt wird wahrscheinlich aus theilweise Wieder erlangung der Millionen so lange nicht rechnen können, als es nicht gelingt, Thorndyke's Aufenthalt zu ermitteln. Man sagt, daß Thorndyke ein geübter Mesmerist sei, und Vanderbilt völlig unter seiner Gewalt hatte. Ist's Wahrheit oder Dichtung? Bom Auslande. Vor einigen Tagen veranstaltete der artistische Club in Rom sür die ausstellenden Künstler ein großes antikes Frühstück, zu welchem weit über tausend Einladungen rgangen waren. Das Fest fand in den Caracalla-Ther-men statt, woselbst ein Saal ganz antik hergerichtet' worden war. Das Mcnu war lateinisch, wie folgt : Gustaüo (Assietten). Lagana (Svppe). Pisciurn patina (Fisch). Lurnbi bubuli et vitulini (Lendenund Kalbsbraten. Alülia assa cuin acetarris (Poulard mit Salat). Paiüiciitmn britannicum (Englischer Pudding). Oascus et mala (Käse und Obst). Totio ex laba arabica (Trank aus der arabischen Bohne Kaffee). Vina condita (Gewürzte Weine --Liqueure). Der erste Toast wurde auf den (wie männiglich bekannt, schon etwas sehr .todten") römischen KaiserCaracalla aus gebracht, wie man sich denn überhaupt bei den Tischreden und in der ganzen Unterhaltung zum Theile (so weit die vorhandenen Kräst? reichten") des Lateinischen bediente.' Trotz der todten Svrache war aber das Fest sehr leben dig, zumal auch der Earacalla in der Galla", ungleich dem steinernen Gaste Don Juans, so liebenswürdig war, sein Grabmal nicht zu verlaffen und auf das Gastmahl lieber zu verzichten, bei wclchem so übermüthiger Weise die Gläser auf sein Wohl aneinander klirrten. Ein englisches Wochen blatt bringt eine Nachricht, die, wenn sie sich bewahrheiten sollte, sehr geeignet wäre, der Einführung des elektrischen Lichtes in Wohnungen und öffentlichen Lokalitäten unter der schöneren Hälfte des Menschengeschlechtes bedeutende OpPosition zu erwecken. .Wenn Leute von zartem Teirt", schreibt es, sich eine Zeit lang dem elektrischem Licht aussetzen, um die Thätigkeit der Lampen zu beobachten, so werden ihre Hände und Wangen selbst im Winter alle Symptome des Sonnenbrandes zeigen, und Sommersproffen werden sich ebenso rasch entwickeln, wie wenn man sich im Hochsommer ohne Sonnenschirm der Sonne aussetzt". Am 27. Januar wurden es 100 Jahre, daß das Druckereigewerbe in Rußland freigegeben wurde, indem am 27. Januar 1783 der kaiserliche Ukas über die Zulassung .freier Typographienveröffentlicht ward. Druckereien wurden daher nur bei einigen öffentlichen Staatsanstalten angelegt, wie bei der Akademie, der Universität, dem Synod u. s. w. Aber schnell machte das Bildungsbedürfniß Fortschritte und die Nachfrage nach Büchern wuchs stetig, so daß die Krondruckereien bald den Bedarf nicht mehr
decken tonnte cc.u heirnder, als orr
Einfluß der tfrajtuäDiiten sich auch auf die löhere russisch: ''s?Lschaft bemerkbar zu machen begann. So sah sich die Kaiserin Katharina 11. bereits im Jahre 1771 veranlaßt, mittels Ukas vom 1. März Johann Michael Härtung zu gestatten, in Petersburg eine Privattppzgraphie und Schriftgießerei anzulegen, doch durfte er nur ausländische Schriften drucken. Ein Ukas vom 22. August 1770 gestattete dann den BuchHändlern Weinbrecht und Schnor. auch russische Bücher zu drucken. Das Zeit' alter Katharinas sah aber viele Schriststeller erstehen ; es wurde immer mehr geschrieben und gelesen und so erfolgte denn im Jahre 1783 der Ukas, der die Anlage von Typographien, ohne besondere jedesmalige Erlaubniß, im ganzen Reiche anzulegen gestattete, aber gleichzeitig eine Censur bei den Polizeibehörden organisirte. In der Guildhall in Winchester wurde dieftrTage für einen wohlthätigen Zweck eine Partie Schach mit lebenden Figuren, wie in der Operette D See-Cadet", gespielt. EinFlächen räum von 570 Fuß auf dem Fußboden der großen Halle, bedeckt mit Feldern aus schwarzem und weißem Tuche,bildete das Schachbrett, und aus beiden Seiten desselben waren Sitzplätze sür die Zuschauer errichtet. Zur anberaumten Stunde marschirten die Figuren in den Saal und nahmen die ihnen angewiesenen Plätze ein. Die Bauern wircn nach Art der Pagen im Mittelaltcr gekleidet. Eine Hälfte trug weiße, die andere schwarze Schuhe. Die 5ttnige trugen lange Sammtmäntcl. Die Ritter erschienen in Sturmhauben und Brustschildern. Die Bischöse auf der einen Seite des Brettes trugen Ehorröcke und Mützen aus weißer, reich mit Gold geflickter Seide, und die auf der andern Röcke und Barrette aus cardinalrothem Sammt. Die Rochen trugen als Kopfbedcckung Burgen aus Pappendeckel. Die Spieler, welche die Bewegungen der Figuren leiteten, saß?n an einem kleinen Tische aus einer Estrade an einem Ende der .Halle, und die Züge, welche sie aus dem gewöhnlichenSchachbrette vor ihnen machten, wurden von Herolden ausgerufen. Die Figuren waren so wohl gedrillt worden, daß sie während der langen Pausen zwischen den Zügen wie seflgcmauert dastanden. D er französische Admiral Bourgeois bestreiket in einem Aufsatze der Zeitschrift La Nature",doß das Ausglkßen von Ocl jemals die ngentll chen Wellen, d. h. das regelmäßige He ben und Senken der Meeresobei flache unter der Einwirkung des Windes, be scitigen'könne. Dies fei auch nicht ge rade von Nöthen, indem diese Wellen Schiffen selten gefährlich werden und nur feste Hindernisse, wie Hafendämme', beschädigen können, wenn sie sich gegen dieselben brechen. Wohl aber dürfte man vom Okl eine wesentliche Benmn derung des Brechens der Wellenkämme unter der Einwirkung eines heftigen Windes, der sogenannten Brandung, erwarten, eines Vorganges, welcher be kanntlich hauptsächlich kleineren Fahr zeugen leicht verhängnisvoll wird. Dies gehe schon daraus hervor, daß die Bran dung, wenn das Meer leuchtet, d. h. mit unzähligen Mengen winziger organischer Wesen bedeckt ist, niemals vorkommt. I n Folge ihrer qedrück ten Stellung in Rußland undRumänien beabsichtigten zahlreiche jüdische Eln wohner, von dort nach Palästina auszu wandern, um sich eine neue Heimath zu gründen. Diesem Vorhaben wird indessen von dcr türkischenRegierung ener gischer Widerstand entgegengesetzt. Das ehemalige Unterhausmttghed sür Stlr lina, Mr. Laurence QlipHant, l Ori. Greifender rühmlichst bekannt, hat aus Haifa in Palästina an die Times ein Schreiben gerichtet, in welchem der selbe zur allgemeinen Kenntnißnahme darauf aufmerksam macht, 'daß dle tur kischen Consularagenten in Rußland.zu folge einer gedruckten Bekanntmachung die jüdischeAuswanderung nachPaläflina untersagen. Ein von den türkischen Be hörden in Haifa an alle ausländischen Consularaaenten gerichtetes Rundschrei ben dehnt das Verbot der Niederlassung in Palästina, den bestehenden Verträgen zuwlder, auch aus dle britischen Unter thancn aus, welche jüdischen Glaubens sind. Es wird gleichzeitig dann ange droht, daß man eventuelle LandungZver suche mit Gewalt hindern wirde. Ein botlapartistische Blatt in Paris, der .Petit Corpora! L wild nur von Seherinnen fertig gestellt. XcuiUU 55e-K6Ärich,en. Budapest, 7. Febr. Gestern urden sechs Opfer der Salgo-Tarjaner Katastrophe begraben. Die Verunglück ten stammen alle aus der Zips. Der schwerverwundete 11jährige Josevh Pa erlag noch gestern untec großen Qualen den Verletzungen. Im Ganzen saßer 26 Personen in dem verunglückten Zuge. Ein 13jähriges Mädchen, Anna Lipi, sprang herzhast gerade aus jenem Wag gon, in welchem alle Verunglückten sa ken. Wer Zugführer wollte noch emen Bremsversuch machen, und die Bremse tbat auch ihre Schuldigkeit, war aber nicht im Stande, den colossalen Dru der Dampfmaschine zu puralysiren. Die Insassen des Bremswageus konnten sich durch einen glücklichen Sprung retten. Die Steigung der Bahn beträgt 20 Centimetcr per Meter. Das Kohlenlager im Salgoberge, zu welchem die Zahnradbahn emporführt, befindet sich in einer Höbe von 200 Metern. Es brachen die Zähne des Doppelrades an der Treibwalze aus, und zwar auf einmal, wie wenn dle Zähne eines Kammes ausgebrochen wären; man fand alle neben einander. Die Locomotive) welche ein Gewicht von 120 Meter-Centnern besitzt, ist bei einer Biegung im buchstäblichsten Sinne des Wortes von den Schienen geflogen, so daß weder aus den Schienen, noch aus dem Bahnwege die geringste Spur einer Reibung zu finden ist. Man sand dieMaschine auf einem srcien Platze in gleicher Höhe mit der Bahn 5 sie hatte sich seitwärts in den Sand eingebohrt.
In einer Entfernung von 10 'Metern
legt der Absturz, ,n welchen dle Waagons gefallen sind : sie wurden gänzlich zertrümmert. Stuttgart, 5. Februar. Adele Spitzeder, welche kürzlich auch am biestgen Schützenhos-Theater unter dem Namen Adele Vio gastirte, ist auf Requisition der Karlsruher Gerichte in einem hiesigen Gasthose wegen Betrugs verhafet worden. , D ü s s e l d 0 r f, 6. Febr. Das hiesige Schwurgericht hat den 33 Jahre alten Adolf Muntz aus Sombers bei Haan zum Tode verurtheilt, als schuldig, am 2. Januar 1882 auf dem Wege zwischen Haan und Hilden eine Wittwe ausRichrath gewaltsam beraubt und ermordet zu haben. Der Mörder hat das Verbrechen verübt, um 70 Pfennige und em Körbchen mit Aepfeln zu erbeuten ! Würzen, 3. Febr. Heute Mittag wurde unsere Stadt durch einen Raubmord in größten Schrecken versetzt. In der hiesigen Kartonnage-Fabrik von Zimmermann und Breiter wurde der während der Mittagszeit die leeren Ar beitsräume überwachende Hauöwächter Zaspel ermordet und daS im verschloffenen Bureau eines der Herren EhefS bereit liegende Lohngeld im Betrage von pp. 1500 Mark geraubt. Der Ermordete ist ein Mann von 39 Jahren und Vater von fünf lebenden Kindern. Der Schlag des Mörders, welcher mit einem Beile geführt fein foll. war so heftig,düß der Schädel des p. Zaspel förmlich eingeschlagen und dasGehirn herausgespritzt war. Der muthmaßliche Mörder, ein noch junger Arbeiter aus derselben Fabrik, ist sofort verhaftet und wird die eingeleitete Untersuchung bald Licht in diese Mordaffaire bringen. P e st, 3. Febr. Man wird sich erinnern, daß im Nov. v. I. im Hause eines gewissen Horvath in Kleinpest, eines . . , w . ztrlegspyroremnilers, Bomven, Torpe dos u. s. w. gesunden wurden. Es stellte sich bald heraus, daß Horvath durchaus keine verbrecherischen Absichten gehabt, seine Erfindungen vielmehr mehrfach der Militärbehörde angeboten hatte. Heute wurde derselbe von der Uebertretung gegen den Staat" steigesprachen. Aus Bade, 7. Febr. In Hei dellxrg wurde heute Moritz Gvoßberger aus Oponno wegen Blganue verhaftet. Derselbe verheirathete sich vor ca. 10 Jahren mit Rosalie Scholem aus Kra kau, ließ dieselbe aber sitzen und verhei rathete sich ,m Jahre yrer zum zweiten Male mit der 17jahrigenÄma!ie Mark. W i e n, 3. Febr. Die Wienermedicinische Facultä't hat wieder ein Mitglied verloren, das durch seine Studien neue Bahnen der wiffenschastlichenErsorschung eröffnet und zugleich auf dem Gebiete der praktischen Medicin bahnbrechende Reformen geschaffen hatte, so daß es mit Recht jenen Mannern beiZezahlt werden muß. denen die Wiener medicinische Schule ihren Ruhm und'ihre Bedeutung zu danken hat. Es ist dies Professor Dr. Zarl Ludwig Sigmumd v. Jlanor, der in Padua, wohin. er stchizum Besuche seiner verheiratheten Tochter begeben hatte, starb und heute tort bestattet wird. Sigmund war es, der' eine' den Förde rungen der - Wiffenschast entsprechende Reorganisation der internationalen Anstalten gegen die Verbreitung ansteckender Krankheiten, wie Pest und Cholera, angebahnt und zum Theile auch selbst durchgeführt hat. Sigmund war seiner Abstammung ncich ein SrebenbÜrger Sachse ; er wurde am 28. August 181G in Schäßburg als Sohn eines protestantischen Pfarrers geboren, und als er im Jahre 1870 mit der Verleihung des Ordens der Eisernen Krone den Adel erhielt, wählte er das Prädicat Jlanoi nach dem Namen eines Gutes, das sich früher im Besitze seiner Familie befunden bat. O v p a u, 7. Febr. Die Commission Ui? Taxirung des Schadens hat festgestellt, daß 169 Wohnhäuser ganz, 91 Wohnhäuser theilwcise, 1G1 Nebenbauten ganz, G0 Nebcnbauten theilweise beschädigt, resp, eingestürzt sind. Der festgesetzte Schaden beträgt an Jmmobilien allein 232.221 M. Frankfurt a. M., 8. Febr. Hier ist in der Nacht der Mehl-Agent Leopold Halberstadt aus München mit seiner Frau und zwei Töchtern im Alter von 10 und 11 Jahren durch ausgeströmtes GaS getödtet worden; die Schraube des GaSkrahnes lag Morgens aus dem Boden. Friesenheim, .Febr. Beider jüngsten Ueberschwemmung in hiesiger Gemeinde sind zusammengestürzt: 105 Wohngebäude vollständig, 109 Wohngebüude theilwcise, 20 Scheuern vollständig, 28 Scheuern theilweise, 130 Ställe und Nebengebäude vollständig, Ställe und Nebengebäude theilweise, so daß sich eine Gesammtsumme der vollständig eingestürzten Gebüulichkeiten von 253, mit den theilweise beschädigten eine von 542 Stück an der Zahl ergibt. Unter den199als theilweise beschädigt angenommercn Wohngebäuden befindet sich der größere Theil in einem derart ruinirten Zustande, daß nach sachkundiger Aussage die Mehrzahl derselben eines vollständig neuen Aufbaues bedarf. Aus Thüringen, 8. Febr. Am 12. Juni soll in Jena die Enthüllung des Denkmals der deutschen Burschenschaft stattfinden. Dies ist der Jahrestag der Gründung der ersten Burschenschaft zu Jena. An die Feierlichkeit wird sich ein großes Fest der gesammten deutschen Burschenschaft anschließen. Die Feier selbst währt vom 11. bis 14.Juni. Görlitz (Schl.). 9. Febr. Hier ist Leopold Haupt im 8. Jahre gestorben, der in der Geschichte der deutschen Burschenschast eine wichtige Rolle gespielt bat. In Leipzig Sprecher der Burschenschast, gab er Anfangs der zwanzigcr Jahre seine Schrist über die Burschenschast heraus und dichtete eine An zahl von. damals viclgesungenen Burschcnschaftsliedcrn.' In die Demago gcnilntersuchung verwickelt, wurde er in Folge des Eindrucks, den sein offenes und ehrliches Auftreten auf den Mini
ster von Kampl) machte, außer Verfol gung gesetzt. Mit Hoffmann von Faller'leben und Karl von Holte! eng befrcu.idet, bildete er in Görlitz, wo er als Geistlicher angestellt wurde, lange Zeit den Mittelpunkt für die geistigen Be streiungcn und blieb seiner freisinnigen Richtuna. unverändert treu. Als Schriftsteller ist er bis in sein hohes Alter thätig gewesen; eine poetische Uebersetzung des Buches Hiob und des Thomas a Kemp'.s, Untersuchungen über die Musik der alten Hebräer haben ihn noch in den letzten Jahren beschäftigt. Wien, 10. Febr. Im Jahre 1882 sind hier. 181 Personen ton der jüdischen zur katholischen Religion übergetreten, und zwar 101 männliche und 80 wcibliche Personen. Unter den Convertirten sind Aerzte, 3 Professoren, 3 Advokaten, resp. Advokaturs - Kandidaten, 2 Lehrerinnen, 10 Studenten, 2 Ossiciere 3 k. k. Beamte. 1 Rechtspraktikant, 4 Journalisten, 1 akademischer Maler, 1 Bankier. 12 Kaufleute und Praktikanten, 27 Buchhalter. Kommis und Privatbeamte, 2 Schauspieler. 2 Schauspielerinnen, 1 Musiker, 7 Handwerker und Buchdrucker, 4 Arbeiter', 12 ' Arbeiterinnen, 1 Eisenbahnbediensteter, zwei Dienstboten. Die größte Zahl der weiblichen Convertirten bilden jene, welche, um eine Ehe mit Christen einzugehen, aus dem Judenthum getreten sind. Das Alter der Convertirten bewegt sich vom 14. bis zum L4. Lebensjähre. Andererseits fanden auch eine
Reihe von Conversionen zur jüdischen Religion statt, und zwar sind 4 Katholiken (3 männlich, 1 weiblich), 1 Protestant (weiblich). 2Consessionslos: (männlich), zum Judenthum, welches sie vor Jahren aufgegeben haben, wieder zurückgekehrt. Endlich sind zum Judenthum übergetreten : Katholiken 11 männliche, 23 weibliche, zusammen 34; Evangelische 1 männlicher, 1 weibliche, zusammen 2 Personen. München, 7.Febr. Was die Freiheit" eines deutschen Soldaten nxrth ist, das ersehen wir aus Nachfolgendem: Das hiesige Militärgericht verurtheilte den Commandanten der Militärstrafanpalt Oberhaus,Hauptmann vonLangen mantel, wegen Vergehens im Amte, begangen durch fahrlässige Gesangenhaltung. zu einer Geldstrafe von 15 Mark. Als Thatbestand lag' der Verhandlung zu Grunde, daß ein Strafgefangener, dessen Strafzeit am 22. September v. I. abgelaufen war, in Folge irrthümlicher Berechnung der Strafzeit bis zum 22. Oktober, also einen Monat länger, einbehalten wurde. Der Gefangene selbst hatte erst nach der Entlassung Anzeige gemacht,während der zugegebenenStrafzeit selbst aber sich nicht beschweren dürsen. Freiburg, 7. Febr. Heute starb dabier, wo er seit 1881 seinen Wohnsitz aufgeschlagen hatte, dcr Archivrath a.D. Dr. Bader, als einer der eifrigsten und fruchtbarsten Geschichtsforscher und Geschichtschreiber Badens auch in weiteren Kreisen rühmlichst bekannt. Zu Thiengen bei Waldshut im Jahre 1805 geboren, hatte er, infolge der Verfolgung der burschenschaftlichen Verbindungen von der Universität Freiburg relegirt und dadurch der juristischen Lausbahn, die er ergrissen, entrissen, sich schon frühzeitig mit vielem Eifer historischen Studien zugewandt und namentlich aus localgeschichtlichem Boden Arbeiten von blei bendemWerth geschaffen, von denen seine Basische Landesgcschichte und seine Zeitschrist Badenia am bekanntesten wurden. Von 1837 bis zu seiner im Jahre 1872 erfolgten Pensionirung gehörte er als Beamter- dem Landesarchiv zu Karlsruhe an. Im verflossenen Jahre begann der rüstige Greis die Herausgabe einer Geschichte der Stadt Freiburg, von welcher der erste Band erschienen ist, das Manuscript des zweiten druckfertig vorliegen soll. In Gens wird geklagt über die von der Municipalität neu eingeführte Besteuerung der Firmentafeln, Balköne, Schilder von Aerzten und Advokaten und sogar der Hausglocken. Eine große Anzahl von Händlern hat ihre Firmentaseln herabgenommen, um die Steuer dasür nicht bezahlen zu müssen. Aus d e r S ch w e i z. 8. Febr. Von Schweizern, welche durch die vorjährigen Ereignisse in Aegypten Verluste erlitten. sind den Bundtsrathe im Ganzen 42 Entschädigungsbegehren zugegangen, und zwar 28 von Schweizern (mit. Ein schluß der Familien der am 11. Juni in Alexandrien getödteten zwei Schweizer), welche durch jene Ereignisse zum Verlas sen Aegypten's gezwungen worden, und 14 von Schweizern in der Schweiz, welche nicht zur Deckung ihrer Außenstände in jenem Lande haben gelangen können. Für die letzteren hat dr -Bundesrath die Vermittlung der deutschen Regierung, sür 20 der ersteren die der französischen, für 7 die der deutschen und sür 1 d.e dcr Regierung der Ver. Staaten angerufen, je nachdem die Anspruch Erhete.iüen sich unter den Schutz dieser Regierungen gestellt hatten. Von allen diesen Rkgterungen wurde die Unterstützung der Jn teressen der schweizerischen Staalsangehörigen in der zu diesem Zwecke niederzusehenden internationalen Commission in befriedigendster Weise zugesagt. VerfänglicheFrage. Amalie. Ich weiß, theuerster Theodor, daß Du mich innig, treu und leidenschaftlich liebst; was würdest Du nun beginnen, wenn Dir Deine Amalie dur den Tod entrissen würde ?" Theodor. .Ich bitte Dich, Theuerste, mich mit solchen Bildern zu verschonen, die nur Wehmuth in mir erwecken kön nen. Amalie. Und doch muß ich bei meiner Frage stehen bleiben, sage mir, mein Liebster, was würdest Du aus Verzwciflung beginnen ?" Theodor (nach einigem Besinnen) : .Vorerst ließe ich Deine irdische Hülle fürstlich zur Erde bestatten, und dann , Amalie. Und dann? 0 sprich schnell, das entsetzliche Wort " Theodor. Würde ich eine Erholungs reise antreten
