Indiana Tribüne, Volume 6, Number 151, Indianapolis, Marion County, 18 February 1883 — Page 4
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LZ!ch?r,wiKcrTelnt tard) dcn Cvt'rnuA US jnuit erlar.it. SiisZIneöer verhütet. Rv.m lü:i?.ii:n V:i t7:c? K U7.s Eu, l-en ds?Ä?ne ist tfcunüViircr:'::). Sta??tz '.utcrt unÄ reiit. Tloie qcs'el't. itn.nZ'.'.nk? ar.f der eieSler.iUr.U't. 5JarScttt::li:.ct. 6iU?jr turnt. HI? .-! raT6 cc.:!Ii. Ich bafce fc;;T$tuie tat, S?fclfcfieMt cront. dk. W. ' vaciu. gfl Tlh!Ze?le vcrlmtct. Tis Ller'te hic? gebrauchen 2rb?ZFl'.n:mit grccnl Krfblze bei TiVbtzcrie. A. Stollen erk. ErcenZScro, lz. 5?lsÄtssz?teeei. &lici:c rerlütct. Beschwürs gereinigt uud geheilt. ?eiTodcs?ä2e fcllis der Leichnam fccxübe ha-delt teerten; eS wird j:tea kidttl'h Geruch vciiten. Der auögezelHne! rzl l r. I.ZLZarioa T!:Z.Äe.?5Zor!,sz?t: IÄ tin überzeugt, bK Prof. DarbyS Prsxry laciie SI:t S ein roertb ?fccn cme:cc5Ttet. (23 iA j Jr da J r.icnn.jtstintr verläßlich. E:n. F. genJforb, Cxv.e, iä!a. JtSS iSS i Scharlach- ? ?,!st I gKjllt rolle? TeZiaficirlMiZ, I rail:cl ist." Sanserbilt UnivnKtSt, 5?sslivil?s, enn. 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Z66 pr Woche, Ausstattung $5.03 unentgeltlich, kein Risiko, Kapital nicht nothivendig. Wir Iie fern SUeS. Viele machen ti SCeracctfi:. Frauen si?o)l wie MZnner, Kna be und ÜZ:cke'. Man ende sich an H. Ha llett 6., i'crtlcnt, l'Jaine. st ein stcteZ itursittcl für Verstopfung. ?.!'-.. -n.;-c K'.-Lnkbeit errscü! hkx?u 1'r.rte ;yv:cl rr;: crj:e?r.:r.a, irr. 9 hi.i jeu 5k 5 .cci'T.ittrl tu trr-lii!; tt; ie ..-.! ;.-a:t lüdni-r Wert) nUIc'.ac t?ii:;?tcr.. ä'5 jtra"i:?:;cit oi;;M cn; -"c tcri.iaatj ii. siel cu zeiz, tUka kxii.r.iuci iv. ri jte t::;tx.i. 7:.' ro'.iOi'r-i'.ie'.-CiC'Sfiörncr? -.iäc U;.-cit't sehr ert nit SrfteDfun rer &u!t?n. :::c::n Ärcut (IIiJ:iey Worts slur:: die Ur. :i 7 bette unb turirt die kranke :n?-u-.- ,.,fribunRäratuitb2cbt;tnen '.:.! ;ct cr-c. 'Ioi rmrssi. -c .-: rf cr.b iccle tisscr .rcn!ft:i;;i: )i . ':;! 5ti t r- T' - 1 .1 uma-g i - - t 7 - , 5 ' B i'Ui '-M F l i C.2. V: ja8Jä "c- f iTTr--? liSHAWAECA iiiisaiwi ssrÄfiw JirÄ;-; Uyi 8K j'iV1- .vvcfc ia ) , Jtarfy l -fr r cKZir, I ä-p ifMas? i1 'i Ijt r ra'a a s .' i' i--f' y 'Ji.":.- I y j: i ifeiUi i'Wi V U3l tfj 1 .7 ' Mi .' ij .it?: :i.H' C'V' t.' -.i.: A WWMM mwhmi iUl-i ! v , -. 1 . . , I r -.-r-VV'! IS. - h Usi 4 1 -?r?P: x - 'H' WZkz&hrfT äA.-Xis?TSa V- s trt f3 M w IS :c 'Tisi uwasi-1 - .-c-i-- r?'-Ä'"Äj -s-rK5 ix1:Zs?? M. T:t: r-.i:':'üTj iz csrwially aiapteel to the nso r KAi:lILi,..S an-J STiXJK TEIIDEK3. ItiacapaMotrf f hoir- fi-jl grinding twenty bnshela per horti, r.iih i'm t sii tcrae-power, and can d r;:a fcy vter, sfira or horse-power. Tho jniivlliiV I-its aro r oryrtalliz! irnn, and cost ; iu;c a p Air. Sori f;r CsKlr girj xajtcs. ST. JOSEPH FilTG CO., tfs S H AV A K A, IND. s Tfr HULL VAPOR COOK STUVLA T.-Z CLCSST kJ ONLY RELIABLE, is tho only Zoß vice 01 iis Kinu that has stood fcTI r THE TEST OF YEARS, andearned uaiversal publiccocunenaation. Doos everyj description 01! Cootins. 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Einige Vkmerrungen über den . menschlichen Blick. Das Auge nennt man mit Recht den Spiegel der Seele, und wer die Regun gen eines Menschen erkennen, ihm auf den Grund seiner Seele blicken rciH, der forscht in den Augen. Von wesentlicher Bedeutung für den seelischen Ausdruck der Augen ist nach allgemeiner Ansicht schon die Farbe der Regenbogenhaut, der Iris. Welch eine reiche Skala zeigt diese haut ! Von dem hellsten Blau durch dunkles Blau, Grün oder Grau. Gelb und Hellbraun hin durch bis zu dem dunkelsten Braun, wel cheö man in gewöhnlicher Auffassung als Schwarz bezeichnet, sinket sich jede Schattirung vertreten.. Den hellen, namentlich den blauen Augen miß: man den Ausdruck des Milden, des Offenen, des Freundlichen bei, den dunklen oder schwarzen dagegen denjenigen leiden schastlicher Erregbarkeit und Verfchlagenheit; denn eines schwarzen Aug's Gesunkel, ist stets wie Gottes Wege dunkel," sagt ja auch der Dichter. Nur Jemand, der mit seiner Menfchenkenntniß noch in den Kinderschuhen steht, wird bestreiten wollen, daß in dieser Auffafsung sehr viel Richtiges liegt. Man könnte freilich die Frage auswerfen : Was hat denn die Farbe der Augen mit den Gemüthsanlagen des Menschen zu thun ? Soll die Farbe durch die Ge müthsanlage, oder umgekehrt die Gemüthsanlage durch die Farbe bestimmt werden? Eine Antwort auf diese Frage giebt uns Professor Hermann von Meyer in Zürich in einer Abhandlung über das Sehen. Er sagt nämlich dort: Um das Eindringen störenden Lichtes abzu halten, sind die einhüllenden Häute des Augapfels innen mit einer Schicht schwarzen, oder, genau genommen, tief braunen Farbenstoffes oder Pigmentes ausgekleidet. Die Jrlö, welche als eine die Menge des von vorn eindringenden Lichtes regulirende Blendung anzusehen ist, ist an ihrer dem Innern des AugeL zugewendeten Fläche ebenfalls mit solchem Pigment überkleidet. Ihre eigene Substanz ist mattweiß, und wie durch die ebenfalls mattweiße äußere Haut die dunkle Farbe des in den Hautvenen enthaltenen Blutes blau durchscheint, und um so reiner blau, je zarter die haut ist, so scheint auch durch die mattwelßeSuvstanz der Iris das dunkelbraune Pigment bläulich hindurch und giebt derJris, wenn sie eine gröbere Textur besitzt, eine lichtblaue Färbung, wenn sie dagegen eine feinere Textur besitzt, eine tiefblaue. Ist nun aber in der Substanz der Iris selbst ebenfalls Pigment abgelagert, so giebt dieses derselben eine gelbliche Far be. st diese gelbe Farbe so schwach, daß sich das Durchscheinen der Hinteren Pigmentschicht noch geltend machen kann, so entsteht aus der Mengung von Gelb mit reinem Blau das Grün und mit dem matteren Blau das Grau. Kann das Hintere Pigment aber wegen der Menge des in der Substanz der Iris selbst abgelagerten Pigmentes nicht mehr durchscheinen, bann zeigt die Iris je nach der Menge des in ihr enthaltenen Pigmentes eine gelbliche, hellbraune oder dunkel braune Färbung. Der ganze Unterschied zwischen Klauen und braunen Au gen beruht also nur in der Verschieden heit in der Menge des in der Iris befindlichen durchscheinenden Pigmentes. Die Stärke der Pigmentablagerung in irgend einem Theil des Körpers ist aber in der Regel keine vereinzelte Erscheinung, sondern es sind an derselben ge ähnlich alle Theile des Körpers, welche überhaupt Pigment zu haben pflegen. mäßig betheiligt. Es giebt deshalb pigmentarme und plgmentrelche Körper. Erstere haben weiße Haut, blonde oder röthliche Haare und blaue, graue oder grünliche Augen, letztere dunkle Haut, jchwarze Haare und braune Augen. Verbunden mit noch anderen, hier nicht naher anzugebenden Eigenheiten, namentlich in dem Knochengerüste, finden wir hier zwer extreme Typen der körperlichen Bildung ausgesprochen, verschieden in ihrer äußeren Erscheinung, verschieden rn ihren geistigen Anlagen, verschieden in der Energie ihrer körperlichen Funktionen, verschieden auch rn ihren KrankheitSanlagen. Schon im Alterthum hat man sich veranlaßt gesehen. mehrere Typen dieser Art aufzustellen. und man bezeichnet diese Typen, oder eigentl:ch deren geistige Anlagen, als Temperamente". Die vorher skizzieren beiden Typen sind in dieser Reihe die extremsten und heißen in der alten Kunstspräche das .sanguinische" und das .cholerische Temperament." Personen des .sanguinischen" Tempe raments werden geschildert als heiter. sorglos, lebenslustig und leicht beweg lich; in ihrer Körperbildung sind sie vor wiegend schlank, blond, blauäugig; Per sonen des .cholerischen" Temperaments werden dagegen als leidenschaftlich, zäh und energisch, rn ihrer körperlichen Er scheinung kräftig gebaut, meist untersetzt, schwarzhaarig und schwarzäugig bezeich net. Hier findet sich nun die Erklärung für den verschiedenen Eindruck, welchen blaue und braune Augen machen; sie machen ihn als Theilerscheinung des ganzen Wesens von Personen der geschilderten beiden Arten, und da wir aus Erfahrung wissen, welcher geistige Cha rakter mit dem einzelnen dieser beiden körperlichen Bilder, einzelne Ausnahmen abgerechnet, verbunden zu sein pflegt, so erwecke uns der Anblick der Augen schon die ganze geistige Charakteristik derselben und wir fassen dieses so aus, als ob die Augen für sich diesen Eindruck hervorbrächten." Dikse Merkmale sind es natürlich nicht allein, die auf das Gefühl und das Ge küiH des aufmerksamen Beobachters einzuwirken pflegen. Es spielen noch weit andere und wichtigere Erscheinunaen. die sozusagen den Blick dirigiren, it. Sehr viel zur Bestimmung des Ausdrucks des Auges trägt z. B. das Beihalten der Augenlider, wobei das obere am meisten functionirt, bei. Das
Heben und Senken des Lides ist hierbei von großer Bedeutung. Je mehr das Lid gehoben wird, je mehr ist auch das Auge für allfeitigen jichtzutritt frei; je mehr es gesenkt wird, um so weniger frei ist der Lichtzutritt. Der aufmerksame und interessirte Beobachter hebt deshalb
das obere Augenlid sehr stark auf und bewirkt dadurch seine geistige Theilnahme an dem Geschehenen. Wett geöffnete Augen sind daher ein Theil des mimi schen Ausdrucks bei Aufmerksamkeit, Verwunderung und Ueberraschung. Ge senktes oberes Augenlid giebt dagegen den Eindruck der Gleichgiltigkeit gegen die Umgebung und Schlaffheit, und wir sinden dann, daß die Augen dabel einen matten und schläfrigen Ausdruck haben. Einen wie eigenthümlichen Ausdruck gefvsnnter geistige? Thätigkeit weit geöff nete Augen geben kennen, erkennt man an der Eigenart des physioanomischen Ausdruckes Schwerhöriger, welche mit weitgeöffncten Augen die Mundbewegungen Anderer beobachten, um durch deren Anschauung die mangelhasten Gchorsempfindungen zu erganzen. Viel zur Charakteristik des Blicks tragen auch die Wimperhaare am Augenlide bei. Feine lange, dicht aestellte Wimperhaare geben dem sichtbarenTheile des Augapfels eine reichere und zartere Umrahmung und befördern emen milden und freundlichen Ausdruck. Es haben sich deshalb auch die meisten Dichter für den süßen Schatten begeistert, in dem das Auge in Folge der vorgestelltenHärchen ruht. Je spärlicher das Lid mit Wimperhaaren besetzt ist, je unangenehmer, verschmitzter und weniger zum Herzen sprechend ist auch der Blick. Von großer Wichtigkeit für den Blick ist ferner die Gestaltung der nächsten Umgebung des Auges und die Lage desselben. Ein sogenanntes tiefliegendes Auge, das gedeckt und beschattet liegt und sich wegen des Vortretens der Stirn wenig öffnen kann, macht einen ganz anderen Eindruck, als em flachllegendes. Bet ersterem tritt der Zug der Leidenschaftlichkeit, bei letzterem mehr der der Milde hervor, und es ist auch wieder ein eigenthümliches Zusammentreffen, daß die meisten tiefliegenden Augen dunkel, die meisten flachliegenden Augen dagegen licht sind. Eme fast endlose Reihe von Vanaiio. nen des Ausdrucks werden erzeuat durch die verschiedenen Arten der Fixirung des Blicks, wie Jeder aus seiner taglichen Erfahrung weiß. Auch die Bedeutuna der dadurch erreichten Ausdrucksverschiedenheit ist Jedem so geläufig, daß es "f...rf'r". . ? . . 1 r uoersiuing wäre, yieroel oes Längeren zu verweilen. Nur einige Bemerkungen des Professor v. Meyer, die von bejonders scharfer Beobachtungsgabe zeugen, mögen hier zum Schluß noch Platz finden : .Es giebt eine Reihe von Arten des Blickes", heißt es in der erwähnten Schrift, .bel welchen das Fehlen der Jixirung ebenfalls charakteristisch ist, bei welchen dieselbe aber nicht fehlt, weil sie vermieden wird, sondern weil sie nicht zu Stande kommen kann. Dazu gehört u. A. der starre Blick" der 5offnunaslo sigkeit, des Schmerzes, der Furcht, des Entsetzens, aberauch der Begeisterung und der Ekstase. Bei der Öosfnunaslosigkeit, in welcher alle Encraie schwindet, hat der starre Blick mehr den Charakter der schlaffen Ruhe und nähert sich auch in der häusig damit verbundenen Senkung des oberen Augenlides dem schläfrigen Blick. Bei den anderen Zuständen aber, welche alle mit heftiger allgemeiner Ausregung verbunden find, hat dagegen die Starrheit des Blickes den Charakter einer allgemeinen krampfhaftcn Anstrengung aller das Auge dewegenden Muskeln und des durch Innervation mit ihnen verbundenen Hebens des oberen Augenlides. Das Auae erfcheint deshalb mit weit, geöffneter Lidzpalte festgestellt. Durch die Unmöglichkeit der Fixirunz ist auch der .freudige Blick" ausgezeich net, indessen ist bei dieser Art von innerer Erregung doch die Beweglichkeit der Augen erhalten, weil sie weder schlaff ruhen, noch auch krampfhaft festgestellt sind. Der freudig Erregte bewegt die Augen lebhaft und sucht einen Gezenstand der FZxirung, findet aber keinen, der bei seiner Stimmung ihm genug Interesse einflößen konnte. Er wechselt daher oft mit der Richtung seine? Augen, sa daß der Beobachter stets einen andern Reflex von denselben erhält. Deshalb pflegt man auch zu sagen, daß die Augen vor Freude glänzen". Die interessanteste Form eines stabil gewordenen mimischen Ausdruckes ist diejenige, welche durch die verschiedenen Grade der Konvergenz der ruhenden Augen gegeben wird. Dem scharfen Be obachter und demjenigen.welcher sich mit seiner Handarbeit zu beschäftigen gewohnt ist, bfcibt auch in den ruhenden Augen die größte Konvergenz als physiognomische Charakteristik. Bei solchen dagegen, welche mehr in der eigenen Ge dankenwelt lebend und weniger sich beo bachtend zu den Dingen der Außenwelt wenden, bei Träumern, Poeten, Komponisten, fehlt dagegen diese Konvergenz und ihre Augen erhalten dadurch einen eigenthümlichen Ausdruck, . welchen man als ollenen Blick" bezeichnet. Als Ausdruck des vorherrschenden Gemüths lebens ist darum auch der offene Blick der Blick des unbefangenen Kindes.wel cheö noch nicht mit beobachtendem Denlen seine Umglbung betrachtet, und nicht minder ist der Blick des Greises, der, gleichgiltig g?gen die Welt geworden, nur der Erinnerung oder religiöser Stimmung lebt und dessen Augen, wie Sterne so schön sich ausdrückt, vorwärts gerichtet sind, al ob sie nach Etwas jenseitZ dieser Welt hinsähen. , Höyere IugnzdspZel (TuL dem Berliner UÜ.) Eine Dame in Westfalen bat kürzlich an einen Amtsrichter, der ein eifriger Förderer körperlicher Uebungen ist, ein Schreiben gerichtet, in welchem sie ihn bittet, ourcy einen MNNUK oay'.n zu wirken, daß künftighin kcia Schüler einer höheren Lehranstalt das Abiturienten examen bestehen solle, der nicht eine ge nügende Gewandtheit im Tanzen nach gewiesen hat. Die Dame hat uns aus der Seele ge sprechen. Wir erblicken in ihrem Vor
schlage eine Anregung zu einer dringend nothwendigen Erweiterung der ministe-' riellen Verfügung betreffs der Jugendfpiele. Auch wir haben die Erfahrung gemacht, daß junge Leute, die mit dem Maturitätözeugniß zur Universität cnt lassen werden, trotz aller Wissenschaftlichen Reise oft einen erschreckenden Mangel an gesellschaftlichen Künsten und Talenten zeigen. Ganz abgesehen vom Tanzen, gegen das, wie uns Mütter heirathssähiger und tanzlustiger Töchter bezeugen werden, sich unter der jungen Herrenwelt eine immer größere Abneigung geltend macht, stützen wir uns dabei aus die ungeheure Thatsache, daß es immer noch .höhere" junge Leute giebt, die nicht einmal Skat spielen können! ! Das muß in Zukunft anders werden und zwar ist es auch hier die Schule, die Abhilfe schassen muß. Mögen die Schü ler in den unteren und mittleren Klassen immerhin Jagd, Barlauf, Sauball :c. spielen, von der Ober-Sccunda ab müssen die höheren Gesellschaftsspiele ihren Ansang nehmen. Wir rechnen solelende dazu : Das Tanzspiel. (3 Stunden wöchentlich.) Dasselbe findet in der Aula statt, deren Fußboden zu diesem Zwecke gebahnt wird. Die Leitung übernimmt der prosesseiir de danse des Gymnasiums, eine Stelle, die unverzüglich an jeder Anstalt geschaffen werden muß. Die Damen liesert obligatorisch die nächste höhereTöchterschule. Dieselben werden nach Beendigung der Stunde in geschlossenem Zuge unter Begleitung der männlichen Schüler wieder nach Hause geführt. Zu den 3 Stun den wöchentlich kann noch eine vierte
treten, in der die Conversatlon während der Tanzpausen, das Commandiren beim Contre und bei der Quadrille, sowie das Arrangement von Cotillons geübt wird. Das Kourschneiden. (2 Stunden wöchentlich.) Da es immer noch eine Menge junger Leute giebt, die in ihrer Schüchternheit nicht wissen, wie sie sich einer Dame zü nähern und sich ihr gegenüber liebenswürdig zu benehmen haben, so halten wir im Interesse der vielen unverheiratheten Töchter des Landes die Einführung diefes ganz ungejährlichen Spieles für dringend geboten. Dasselbe wird zunächst unter den jungen Leuten allein geübt. Wenn einige Sicherheit erreicht ist, werden auf Kosten der Schulkasse alle vierzehn Tage Soireen veranstaltet, zu denen auch die Damen hinzugezogen werden, natürlich unter Beobachtung von Vorsichtsmaßregeln, insofern alshinter jedem jungen Mädchen die Mutter, Tante oder sonst etwas Achnliches stehen muß, um im ge eigneten Moment mit dem Jawort bei der Hand zu sein. Di; Pfänderspiele. (2 Stunden wöchentlich.) Es werden sämmtliche Spiele dieser Art gelehrt, die zu? Erheiterung kleinerer Gesellschaften bei Geburtstagsfeiern, auf Landpartien ?c. dienen. Auch müssen möglichst viele Antworten auf die bekannte Frage: Was soll der thun, dem dieses Pfand gehört V eingepaukt werden. Stellt sich der junge Mann bei Lösungen, wie z. B. polnisch betteln gehen' und dergl. im Einsammeln von Küssen zu ungelenkig an, so können ihm unter Zuweisung geeignete? Objekte häusliche Nachübungen aufgegeben werden. Das Kartenspiel. (Wöchentlich 24 Stunden.) In erster Linie wird natürlich der Skat gelehrt, und zwar theoretisch und praktijch. Der Lehrer stellt Probleme, die besprochen und später praktisch ausgeführt werden. Auch ist es den SZzülern erlaubt, in den Zwischenpausen einen kleinen Lachs" zu fangen. Auf die korrekte Ausbildung in diesem Spiele ist, nächst dem Tanzen, ein ganz besonderer Werth zu legen, da Niemand als gebildeter Mensch zur Hochschule entlassen werden darf, der in Vorhand die Nenonce ausspielt. Das Billardspiel. Für die oberen Klassen wird em Saal mit sechs bis acht Billards eingerichtet, der den Schülern täglich eine Stunde vor und eine Stunde nach dem Unterricht, sowie in den Zwischenpausen zur Benutzung srei steht. Aus Verlaufen beim Kegel' boule wird Karzerstrafe gesetzt. Wer beim Karambolage-Spiel seinen Ball hartnäckig und trotz erhaltener Warnung im wiederholten Rückfalle nach der fal schen Seite hin fchief nimmt, wird von oer Versetzung resp, vorn AbiturientenExamen ausgeschlossen. Schlechte wissenschaftliche Leistungen können durch vorzügliche Kenntnisse in den Gesellschaftsspielen comvensirt werden. Die Prüfuna bierin wird von einem neu zu ernennenden ProvinzialSpielschulrath abgehalten ; als Beisitzerinnen werden außerdem fünf bis sechs Damen hinzuaezoaen, die bei der Bera thung über die Reife des Candidaten je eme Stimme haben. Alte Liebe rostet . AuS dem irischen SerichtSlebe. Wie K)tene t t m Vuvlln vor einem irischen Geschworenengericht, der vor sitzende Richter ist Justien O'Brien. Als Ankläger erscheint Nicht, wie man in Jr land erwarten sollte, der Staatsanwalt im fcywarzen Tatar, auf welcyem oer weiße Perückeuschwanz in phantastischen Sprüngen die. sittliche Entrüstung des Gegners reflektier, wenn er dieAusschrei tungen . geheimer Gesellschaften denun cirt: der Ankläger ist ein dlSlelbigerArzt oder Chirurg aus London, zwischen 30 und 40 Jahren. Auf der Anklagebank wir dürfen es unter den Umstanden nicht das ArmeSündkrbänklem nennen sitzt nicht einer jene? typischen Mordgesellen, mit struppigem Haarwuchs über der niedrigen Stirn, platter Nase, ge wältigen Kinnbacken, Froschmaul und kleinen Schweinsaugen, die Attribute des irischen Attentäters, wenn ander die englischen Witzjournale, .Punsch" nicht ausgenommen, im Porträtiren geschickt sind. Die Angeklagte ist eine Dame, über deren persönliche Erschei nung der Reporter nichts sagt was uns genügt im Alter von doch nein, wir wollen dem Leser oder besser der Leserin das Rechenexempel nicht verderben. Die Entrüstung, welche den jugendlichen Anklüger beseelt, können wir mit dem besten Willen nicht sittlich nennen, obschon er nicht weniger als drei gewichtige Kla
gen gegen Miß Eliza Anne Pelle vor dringt, deren magere Figur ihm einst so engelhaft, so ätherisch-schön vorgekommen ist. In wenigen Worten, Miß
Eliza hatte sich geweigert, dem Kläger Thomas Kingsley an den Altar oder daS Pult des Civilstandsbeamten zu folgen, und der enttäuschte Geliebte hatte sich nun an die weltliche Gerichtsbarkeit gewandt.um für seine schmählich beleidigten Gesühlle, seine verschmähte Liebe und seine abgewiesene Hand eine ent sprechende Strafe und für sein grausam verwundetes Herz den heilenden Balsam einer substannellen Geldentschadigung 2000 enalische Pfund zu verlangen. Wie man sicht,ThomaS Kingsley ist keinWerther, der sich aus LlebeSschmerz und Lcbensüberdruß das Gehirn auLbläst. Thomas Kingsley überlädt den allgewaltigen Sixschooter in der fenianischen Bruderschaft; Thomas lebt in einem praktischen Zeitalter, wo Alles verwerthet werden kann, von der schnell dahinfliehenden Zeit bis auf den Kuß, für den ein angetrunkener Student vor , dem Richter der beleidigten Schönen fünf Pfund bezahlen muß. Was Wunder, daß auch Thomas Kingsley aus semen Gefühlen im buchstäblichen Sinne Kap!tal zu schlagen sucht ! Die alte und ewig neue Geschichte datirt in's Jahr des Heils 1864 zurück. Damals fristete der fünfzehn Jahre alte Thomas sein kummerliches Düsem rn Dublin als Pillendreher bei einem adeligen Medicus,und machte die Bekanntschaft eines anderen Studenten, der ihn in fein elterliches Haus einführte. Dort wurde er der Schwester vorgestellt, die damals jiweimat so viele Früblinae er-. lebt hatte als ihr jugendlicher Bcwunderer. Denn diese Haltung nahm Thomas an, und ein lebhaster Briefwechsel entspann sich zwischen der dreißigjährigen Eliza Anna und dem fünfzehnjährigen Thomas, als' dieser im Laufe der Zeit nach England übersiedelte. Freilich macht die Angeklagte geltend, sie habe sür den Kläger blos treue Schwesterliebe" aefüblt und stellt alle ..anderen Triebe" entschieden in Abrede. Aber die voluminöse Correspondenz,. welche de? klagerische Advokat zur unendlichen Belustigung des anwesenden Publikums verlas, strafte die Behauptung derDame Lügen. War nicht der schlimme Gott Amor daran Schuld, daß sie :n Irland ihre Stimme verlor zur selben Zeit, da Thomas in London heiser war? gerade als ob der Schalk nicht schon genug auf seinem breiten Rücken zu tragen hätte und noch für den gelegentlichen Schnupfen eines girrenden Liebespaares verantwortlich sein müßte ! Eine Dame, die nicht an's Heirathen denkt, fragt ih ren Geliebten nicht, ob er seinen Besuch bis zur Zeit der Flitterwochen aufschieben wolle honeyrnoon, Honigmonat, heißt das im Englischen, ein Ausdruck, der in unseren Tagen all? Süßigkeit verloren hat, da selbst die Waben in billigem Syrup statt echtem Honig zu Markte kommen. Auch )hr Porträt fö&t sie malen für ihren Thomas. Und so geht eö weiter, Seite nach Seite : wir erfahren, daß Thomas fett und rund ist, denn Eliza wünscht sich etwas von seiner Dickleibigkeit; wir hören, daß Thomas seine Liebe durch ein Geschenk von Hum mer und Rahm an den Tag legt. Eliza denkt an ihn, wenn er zu Bett geht und fühlt sich .einsam und allein", wenn sie von ihm entfernt ist; sie stellt sich ihren Geliebten vor, wie er, die Cigarre im Mund, die Regentstreet hinabschlendert übrigens keine sehr respektable Pro menade, besonders wenn der Mond sem unsicheres Licht )urch den Säulengang des .Quadrant" wirst. Und was schrieb Thomas ? Die vor sichtige Eliza hat uns um das Vergnügen gebracht, in des .Herzens innerste Gesühle" des strebsamenJünglings einen Blick zu werfen : sie hat seine Briefe zer stört, lange, lange vor der Krisis im letzten Oktober. Und wir haben keinen Grund, uns über diese vorsichtige Handlung der Dame zu beklagen: man hat an der Lektüre ihrer Ergüsse gerade genug. Uebrigens macht Thomas von dem Stand seiner Liebe vor dem Gerichtshof kein Hehl. Er erzählt uns, daß seine Gesühle anfänglich sehr schlau gewesen seien ; in der That, sie er meint seine ehemalige Braut habe ihm nachgestellt nnd ihn absolut heirathen wollen. Aber er ist ausrichtig genug, uns mitzutheilen, daß im Jahre 1876 seine Liebe in hellen Flammen ausaelodert habe. Damals starb der alte Pelle und hinterließ seiner Tochter einJahrgeld von etwa 400 engl. Psd. Merkt der Leser Etwas ? Von dem Tage an scheint sich die Rolle geändert zu haben. Es war nun an Thomas, auf die Beschleuigung der Hochzeit zu dringen. Und nichts war natürlicher. Er studirte, ohne es zu einem Examen zu bringen ; er borgte von seiner Geliebten hundert Psundfür seine Prüfung, aber brachte ihr kein Diplom als Gegenwerth ; er verdiente wenig Geld und gab viel mehr aus, als er verdiente, und gerieth in Schulden. Als er nach Dublin auf Besuch kam, erschien er unter dem aristokratischen Namen .Stanley", nicht um seine Geliebte mit dem neuen Epithet zu bezaubern, sondern weil er sich unter diesem Pseudonym den Klauen eines jüdischen Wucherers, Harris, zu entziehen hoffte. So kam es, daß ihm der Besitz einer Frau mit sicherem Jahreseinkom men als ein Rettungsanker aus pekuniaren Schwierigkeiten erschien. DieHoch zeit sollte im Oktober letzten Jahr?s 1 stattfinden. Eliza Anne hatte aber nicht umsonst das Schwabenalter zurückgelegt; sie bestand auf der Errichtung eines Ehe Vertrages, und im Bureau des Notars Pme in Dubltn kam es zu cmer rlfls. Der geldbcdürstige Medlkus wollte für sich die bescheidene Summe von 60 Psd. aus dem Geld seine? künftigen ftnni ausbedingcn. Miß Pelle warrstsfig genug, dieses zu verweigern; sie sand heraus, daß ihr Geliebter es nicht ans ihre Reize, sondern aus ihre Münze ab gesehen hatte. Man zankte sich, und uks man das Burccu des Notars verl-cß. fragte Miß Pelle ihren Bräutigam ir? nisch, ob er Geld genug habe, einen Fiacre zu bezahlen. Das schnitt ihm in's Herz, denn er brsaß einehalbcKrone r v. o-: - rr - t. vt cv : JUX oeu tfiuctc. yu; yuu et uic puiuc noch nicht verloren. Am nächsten Tage erschien er abermals in der Wohnung
seiner Braut. Er hatte in London ein Haus gemiethet, sür 60 Lst. per Jahr; er hatte es möblirt, und umsonst wollte er das Nest nicht ausgestattet haben. Allein Miß Pelle hatte die zanze Geschichte satt. Sie empfing en Mr. Kingsley mit kühler Höflichkeit, gab ihm einen Kuß (ein weiblicher Judas !) und eine Zwanzig-Psund-Note mit der Bitte: Reisen Sie nach London zurück ; mit der Heirath ist es aus und vorbei!". Nach dieser schnöden Behandlung war dem bitter enttäuschten Thomas allerdings kein andtrer Weg offen als der des Gerichts, und die Jury hatte das Gerechtigkeitögefühl, anzuerkennen, daß das Recht auf seiner Seite sei. Miß Pelle hatte die Ehe versprochen. Miß Pelle hatte das Gelöbniß gebrochen, richtig und gut, und Miß Pelle bezahlt als Entschädigung einen Farthing. Dagegen ist es ebenfalls billig, daß der Kläger ihr die in 1873 gebcrgten hundert Pfund zurückerstatte ! So kam eS, daß am 14. Jan. Thomas Kingsley ohne Geld und ohne Braut noch London zurückkehren mußte. C. C. S ch a r d t.
Die Jnseratenkn? overz malytmö. Das ,,7t Der Privatier Alois Siechhubcr leidet am Zipperlein. E? hat alle Doktoren der Stadt consultirt und allerlei Bäder gebraucht, umsonst. Auch der Versuch, seine, Schmerzen dadurch zu lindern. da er mit dem Pfeifenrohr seine alte Haushälterin haut, ist vergeblich. Herr Siechhuber liest in der Zeitung täglich die Annoncen. Da fällt sein Blick auf die .elektrischen Einlegfohlcn unfehlbares Mittel gegen Rheumatismus, Gicht, Podagra, Chiragra und alle verwandten Krankheiten." Die alte Haushälterin muß sofort ein Paar folcher Sohlen herbeifchasfen. Der Erfolg ist wahrhaftig großartig. Siechhuber, der sonst nur mit großen Schmerzen und vieler Vorsicht auf dem Straßenpflaster gehen konnte, bewegt sich mit folcher Leichtigkeit, daß er, wenn er einem Bekannten begegnet, mit' dem er sprechen will, einen Umkreis beschreiben muß, um stehen bleiben zu können. Durch das rasche Gehen echaussirt sich aber Herr Siechhuber und zieht' sich eine Erkältung zu, welche ihn nöthigt, wegen heftigen Brustkatarrhs und Hustens im Bette liegen zu bleiben. Da liest er das Inserat: .Mensch! Huste nicht !" und läßt sich sofort von seiner Haushälterin das angepriesene Mittel holen. Schon am andern Morgen ist der Husten wie weggeblasen. Wie Herr Siechhuber aber sein Frühstück verzehrt, fühlt er lebhaften Brechreiz und heftige Magenbeschwerden. Zum Glücke findet er als ein wirksames Mittel gegen alle Magenleiden einen Kräterliqueu: angekündigt, den er sofort anwendet. Der Kräuterliqueur stillt zwar die Magenfchmerzen, aber es stellt sich hesti ges Kopfweh ein. Zu seiner Freude findet Herr Siechhuber einen Artikel, in welchem ein Wiener Doktor darlegt, daß alle Krankheiten nur vom Genusse des Kaffees mit Milch herrühren. Sosort frühstückt er statt des gewohnten Kaffees ein Maß Bier. Die Folge ist ein heftiger Magenkatarrh. Während Herr Siechhuber im Bette das Tagblatt liest, sieht er einen Artikel, in welchem ein Dr. Jinderecht mit unwiderleglichen Gründen darthut, daß nur kaltes Baden im Freien dem Körper die volle Gesundheit verschaffen kann. Trotz aller Bedenken der alten Haushälterin begibt sich Herr Siechhuber sofort aus dem Hause und nimmt ein Flußbad. Der Magenkatarrh scheint gehoben, aber Siechhuber verspürt jetzt einen derartigen Rheumatismus, daß er den rechten Arm kaum zu bewegen vermag, was die Haushälterin, welche sich das gleich gedacht haben will, vor den obligaten Hieben mit dem Pfeifenrohre schützt. Herr Siechhuber sieht ein, daß mit dem Vertreiben der Krankheit von einemOrte zum andern nichts gewonnen ist und entschließt sich in Folge einer Anzeige i Tageblatt zu einer Radikalkur, indem er sich eine Jäger'sche .Normalkleidung anschafft. DerErsolg ist der großartigste. Siech huber blüht wie eine Rose, er verzehrt riesige Mahlzeiten ohne .jede Verdauungsbeschwerde, läuft imWinter,nur mit einem Schwimmanzuge aus Gesundheitsstoff bekleidet.Schlittschuh, geht dagegen im Sommer bei 30 Grad Wärme mit dem kompletten Gesundheitsanzug in der Sonne spazieren und wundert sich, daß es Menschen giebt, die schwitzen. Aber diese unverwüstliche Gesundheit Hut ihre schlimme Seite für HerrnSiechhuber. Alle seme Freunde und Berannten, mit Einschluß seiner neuen Haushälterin, sterben, so daß er dieselben fortwährend erneuern muß. Das macht ihn melancholisch er kommt sich vor wie der ewige Jude und geht tiefsinnig umher. Eines Tages, kurz nachdem er die siebente neue Haushälterin in Dienst genommen hatte, hört man, Herr Siechhuber sei gestorben. Der Fall erregt Aufsehen, man ordnet die Sektion an. Diese ergiebt, daß Alles im normalsten Zustande sich befand und die Gesundheit SiechhuberS eine mustergilige war. Die Doktoren zerbrechen sich die Köpfe, bis einer oerfelben an dem Gesundheits Hemde des Verstorbenen eine gestoppte Stelle entdeckt. Die neue Haushälterin hatte, da sie gerade keine gleichfarbige Wolle zur Hand hatte, das Hemd, als es aus der Wäsche kam, mit Baumwolle geflickt und so den Tod ihres gutenHerrn verursacht denn mit den .ärztlichen Systemen ist eö eine eigenthümliche Sache, man muß sie entweder gar nicht anfangen, oder ganz genau befolgen. Ein Qetrttgöfall eigene? Art wurde in Berlin von der Straskammer abgeurtheilt. Im August vorigen Iah res erhielt die Polizei in Berlin einen Brief von einem gewisjcn Nantzier, in welchem derselbe angab, er sei von So-cial-Demokraten in Hamburg gedungen worden, den Kaiser zu erschießen. Er wurde dann verhaftet nnd erzählte eine lange Geschichte von unbekannten Män nern, die ihn, als er sich erwerbslos in iiambura berumaetrieben. in ein? dunklen Keller gedungen hatten, um den
Kaiser zu erschießen; sie hätten ihm dazu die Mittel und einen Revolver gegeben;
leUern führte er bei sich. Darauf reisten zwei Polizeicommissäre mit Pantzier nach Hamburg, um die betreffenden Mordanstifter zu suchen. Pantzier wußte jedoch nicht im entferntesten, in welchem Kellerlocal er die erwähnte Einladung erhalten hat. Kreuz und quer durchlie fen die Polizeibeamten mit Pantzier die große Hafenstadt, es gab sau rein ei lerlokal in Hamburg mehr, in dem sie nicht gewesen waren. Eines Tages lieV . CV i V . Cn i,lm f. &cn oie Potizeioeamien oen vi",,!" ulein in einem Kellerlokale sitzen, und als sie ihn wieder trafen, erzählte er ihnen, es habe ein Mann plötzlich seinen Kopf durch das Kellerfenster gesteckt und ihm eiligst einen Brief zugeworfen. Dieser Brief war folgenden Inhalts : .Lassen Sie sich von uns nicht kriegen, Sie Ver räther, sonst geht es Ihnen schlecht. Sie vollen uns mit Hilse der Polizei wiederfinden, nun, wir haben dafür gesorgt, daß Sie uns nicht wiedererkennen. Hal ten Sie uns nicht sür Dummköpfe." Trotz alledem, und obwohl die Polizeibeamten unter Zuhilfenahme derHamburger Polizei zwölf volle Tage lang sich alle erdenkliche Mühe gaben, so vermochten sie auch nicht das Mindeste zu erspähen. Sie reisten mit Pantzier, der selbstverständlich aus Staatskosten reiste und lebte, wieder nach Berlin zurück nnd nun nahm Criminalcommissär v. Haak ein sehr scharfes Verhör mit Pantzier vor. Dabei verwickelte sich letzterer derartig in Widersprüche, daß der Beamte einsah, einen Schwindler vor sich zü ha ben. Pantzier wurde deshalb in Hast genommen und wegen Betruges gegen die Staatskasse und unbefugten WaffentragenS unter Anklage gestellt. Im Audienztermine hielt Pantzier feine der Polizei gemachten Erzählungen vollstän dig ausrecht; nach Vernehmung derer wähnten Polizeibeamten war jedoch der Gerichtshof von seiner Schuld überzeugt und verurtheilte ihn wegen Betrugs zu 6 Monaten Gesängniß und wegen unbefugte? Waffentragung zu einer Woche Polizeihaft. Aus Schalks Citatenschal:. .Was rennt das Volk, was wälzt sich dort?" sagte der Blaustrumpf. Da wälzte sich zum Gaudium der Volksmenge ein Betrunkener im Straßengraben. .Das ist der Lindwurm, kommt und schaut," sagte der Kalauer. Da sah er auf einem Lindenblatt einen Wurm. .Ist nur der Saracen es werth, daß ihn bekämpft des Christen Schwert?" sagte der Levi. Da hatte ihn ein christlicher Student nicht für satisfactionsfähig gehalten. .Gleich ließ ich durch des Künstlers Hand getreu den wohlbemerkten Zügen, ein Drachenbild zusammenfügen", sagte der Ehemann. Da hatte ihm derMaler ein Bild seiner bösen Schwiegermutter gemalt. .Zwischen Geßler und mir ist eine Spannung eingetreten", sagte Tell. Da spannte er die Armbrust zum tödtlichen Schusse. .Du hast's erreicht, Octavio", sagte der Klavierspieler. Da war es ihm end lich gelungen, mit einer Hand eine Octave zu umspannen. .'Walle zur Wiege, walle zur Woge", sagte der Wagnerianer bei einer Ueberschwemmung. Da forderte er die am User Stehenden aus, eine im Wasser tretbende Wiege zu retten. Der lekte Stich gehört immer mir. sagte das Schwein zum Kartenspieler. Da wurde es abgestochen. .RoiMob. rie der Karten vieler. Da war ein rother Husar in's Zimmer getreten. .5ledt trag' ich Dich, ipater trägst Du mich", sagte das Hasensell. Da wurde es von den Gummlradern des Commer zienrathes überfahren. .lieaen der vollander !" sagte Rtcbard Wagner. Da fand er mehrere Fliegen im Limburger Kose. I m i t i r t. .Nicht wahr, liebe Anna, dieser Parketboden ist schön !" .Gewiß, gewiß ! Man meint fast, er sei aus Wachstuch, so täuschend ist er nachgemacht!" Die Aehn lichkeit bringt's an den Tag. Bei einem Pfar.re? meloen sich die Consirmanden an. .Also Du heißt Anna Bcrg ?" versetzt er zu einer Gutsbesitzcrstochter. .Und der da. (auf einen Knaben zeigend) ist wohl Dein Bruder ? Die Aehnlichkeit ist ja frappant." .Ach nein, Herr Pfarrer, mein Bruder ist er nicht, aber der Sohn von unserer Wirthschaften." Große Dankbarkeit. .Wenn Sie mir ?lbren Nrack ausbeute Abend leihen wollten, so wäre ich Ihnen sehr dankbar und würdeJhnen denselben mit Zinsen zurückgeben !" Der einfachste Weg. (Bei'm Manöver.) 3Vr SStrr PJitffrtt fiMl cn r W... UI4b VltUI Jm ziehen der Feldwache seine Mannschaften nochmals bestens über deren Mi,. I " " " vtibvil heiten im Vorpostendienst instruirt und f)s aiiA fii.hrt.Aid a1.i. vc . ? - m. u. . uuuy yuvuiyiuucn, uuß ClNC iüC k .11. 1 j. ry. rt r . . oeile uacaien ouie, i:oung und Feldgeschrei des Gegners zu erlauschen. Als nach einiger Zeit der Herr Lieutenant seine Vedetten revidirt, kommt von der Vedette Nr. 2 der Chevauleger Weichselsberger ganz vertraulich an ihn herangeritten und meldet: .Gehorsamscht, Herr Lieutenant, Losung u-.ld Feldg'schrei vun drübe is : Passau und Paulus !" .Sie Teufelskerl, wie haben Sie denn das so schnell herausgebracht?! .Ei. Herr Lieutenant, ich bin 'nüber g'ritte' un' hob' g'frogt!" Viel verlangt. Malen Sie mich, wie ich laut in ei nem Buche lese, und meinen Johann auch dazu, aber so, daß er mich zwar nicht sieht, jedoch mich hören kannwena ich ihn rufe !
