Indiana Tribüne, Volume 6, Number 150, Indianapolis, Marion County, 17 February 1883 — Page 2
Indiana Hribüne. ZögNGe- uud HsnntagsausgaLe.
Z7Z Tr , Ofssce: 62 S. Delaware Str. . Snfctanalsoltä. Stab.. 18 KcBiu DaS Anwachsen der eroken Städte. In der ganzen Welt wachsen die großen Städte schneller an, als die Bevöl kerung deZ platten Landes, welches die ersteren ernährt. Selbst in Frankreich, dessen Bevölkerung so langsam zunimmt. entfällt diese Zunahme fast auSschllellch mif tflnriS. 5 Zahlen, welche das soeben publicirte Cenfus-BuIIetin ent hält, müssen in hohem Grade unsere t ' "'71 Aufmerksamkeit erregen. Im Jahre 1790 lebte der dreißigste Theil unserer Bevölkerung in den Städten; 1800 der fünsundzwanzigste, 1810 und 1820 der zwanzigste, 1830 der sechszehnte, 18-10 der zwölfte, 1850 der achte. 1860 der sechste, 1870 der fünfte Theil, und 1880 bildeten die Bewohner der Städte 22.5 Procent oder ziemlich den vierten Theil der Bevölkerung. In England hatte sich 1881 die Einwobneabl um 3.113.170 aeaen 1871
vermehrt; von diesem Zuwachs kamen angebracht, daß der erste Apparat emauf die Städte 2,860,079. Frankreich mal aus irgend einem Grunde nicht ar Katte im 5labre 187si 34.945.004 Ein- beiten sollte, was jedoch für eine Un-
wohnerund von diesen wohnten 11,-' 960,724 in den Städten. Fünf ?ahre , später betrug die Einwohnerzahl &?,. 905,788, und die hieraus sich ergedende Vermehrung kommt zu einem noch gröfteren VrocentsaKe auf die Städte, als , in Enaland Diese Tendenz der Bevölkerungen, in Yitn k?t6dt?n nmpntltifi nrnfc.ntotäMtn V Y'f IV4MVIII vj w r j i ii!fslmmpitjiisrnmf. fislnslt mit der AkNderung in derProduktionsweise und dem Austausch der Producte zusammen. Die Preise, welche früher in tausenden von Märkten bestimmt wurden, die von einander unabhängig waren, werden jetzt von unsern riesigen Combinationen, den Börsen und 52andel3kammern der aroken Städte cictirt. An trur in Rtnht der Svmnräder. die fifc v uui, viv ihMuk w - und Land Wolle und Baumwolle spannen, sind riesiqe Spinnereien, an die ml&niu St s.'-.s in don kiui vfc iwivuuuiii vik i.muv vv i Häustrn der stdtilchm und UnM I Bewohner klapperten, mechanische We bereien mit vielen Tausenden von Spin deln getreten. Unsere Handwerker, frühe? selbstständige Meister, arbeiten in den Fabriken, da nur wenige Gewerbe noch der riesigen Maschinen entbehren können. Das in Folge dessen entstehende Zusammendrängen nicht blos in den Städten, sondern in diesen wieder um in aemelnwmen Aroeusraumen un terarübt langsam aber sicher die Gesund-,
heil und physische Krast der Menschen, ! omq siouoiaiin ?wicii. die Zahl dVr Armen wächst und eine im-! W es Hau arzte gl.bt 0 webt es bemer größere Anzahl sinkt in ein frübcs lts Famtlien-Sachwaltcr, al ob Emer Grad oder geht in ben (Sefansninen bie criptc 13 öotn 2cibc S 7 ''' ntltn FrtHMtrt nia , OVinFhiln
unter. In London kostet der Unterhalt der öffentlichen Hospitäler jährlich $3,000,M0, wird ein Viertel der Be völkerung, wenn auch zum größtenTheile nur sehr vorübergehend, auf Kosten der Stadt verpflegt. Anhäufung und Eoncentration ist der Stempel unserer Zeit; Anhäufung von Geld, Macht, Armuth und Elend. Die großen Städte sind es, welche diese Nichtung am treuesten abspiegeln und ihren unseligen Einfluß über das Land ver breiten: 'in ihnen sinken die Politiker und dre politischen Bummler die zur Energielosigkeit, Gleichgiltigkeit und Jagen nach mühelosem Erwerbe mehr und mehr herabsinkenden Massen, deren sie bedürfen; von ihnen aus hält die Eorruption in die Politik, in alle unsere staatlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse ihren Einzug. Die Eoncentration von Menschen ist ebenso wie diejenige von Capital bis zu einem gewissenGrade eine Wohlthat; hat dieselbe diesen Grad überschritten, so wirkt sie physisch und sittlich unheilvoll aus die Gesellschaft ein. Das unverhältnißmäßig schnelle Anwachsen der großen Städte ist kein erfreuliches Zeichen der Zeit. Andererseits freilich sind die großen Städte Mit-, telpunkte der Bildung, die in den letzten Jahrzehnten so schnell gewachsen ist, wie Capital und Proletariat. Vermehrte Sicherheit Im Eisen bahnverkehre. Die Züge der New Aork, New Haven und Hartford Eisenbahn haben zwischen New Pork und New haven ünf Drehbrücken zu passiren. Im Jahre 1853 fuhr bei Normal! ein Zug 'in den Fluß, da die Brücke über solchen geöffnet war, um ein Schiff durchzulassen. 47 Men schenleben fielen dieser Katastrophe zum Opser und die Legislatur passirte, um ähnliche Unglückssälle für die Zukunft unmöglich zu machen, ein Gesetz, welches anordnet, daß jeder Zug anhalten muß, ehe er auf eine Drehbrücke einfährt. So sehr dieses Gesetz im Interesse d?r Sicherheit der Reisenden und Bahn Bediensteten geboten ist, so ist es doch für den Betrieb äußerst lästig und führt namentlich zu häufigen Verspätungen der Züge. Die verschiedensten Experimente find schon mit Erfindungen gemacht worden, die angeblich Unglücksfälle durch Drehbrücken ebenso wirksam verhindern sollten, wie die gegenwärtige Verordnung, haben aber den Werth dieser Erfindungen nicht bestätigt. Ende voriger Woche endlich ist ein mechanischer Apparat im Beisein der Eisenbahncommipre probirt worden, welcher völlige Sicherheit zu garantiren scheint. Die Eisenbahncommissäre werden zunächst noch weitere practische Versuche anstellen lassen und die Aushebung des erwähnten Gesetzes nur unter der Bedingung empfehlen, daß derartige SicherheitS Apparate an allen Drehbrücken im Staate angebracht werden. Die Hauptzüge des neuen Verfahrenö find folgende : In der Entfernung von einer und einer halben Meile von einer Drehbrücke find auf beiden Schienen des Geleises niedrige Knöpfe angebracht; ein Druck auj dieselben
bringt tmn starlen elektrischen Strom vxli einem Lctuicrjcrle in dem auf der Brücke bcsindlichtti Wärter'HäuZchen in Verbindung und dieS signalisirt, das; sich ein Zug r.ähcrt. OHcülizeilig bcwirkt der Apparat die Schließung der
Drücke und erhitzt die Hebel, vermittels lhtnn hUtlu dreht wird, so dan der 'Wärter nicht im Stande ist, die Brücke ! . i , k. . - r jutuc ju Pieqcn, cttor etc Juz dieselbe passirt hat. Achthundert Schritte vor der Brücke befindet sich eine Weich: ; diese läßt den Zug, sobald die Brücke geschlossen ist, auf dem Hüuptgeleise Passiren; ist die Brücke da gegen offen, so leitet die Weiche den Zug in ein Seitenzeleis, laßt, sobald der Zug in ein solches einfährt, ein Signal ertönen und endigt in langsam höher wer denden Saufen Sand. Würde der MaA cas loignai, oas ian ucicgn, uas ! er in das Seitengeleis eingefahren ist. '-iv .0 ic :..ci v.r. nqi oeaqien, uno cen Jug mu)i zum Stehen bringen, so würde dieser in den Sand fahren und hierbei höchstens eine unbedeutende Beschädigung der Ma schine erleiden, die Passagiere und Beamten aber nicht gefährden. Die Weiche arbeitet automatisch, so daß die Brücke nicht geöffnet werden kann, ohne daß sich gleichzeitig die Weiche so stellt, daß sie den Zug aus das Seitengeleis einfahren läßt. Diefe zweite Sicherheits'Vorrichtung ist nur für den Fall Möglichkeit erklärt wird. Außerdem ist noch für die zweckmäßigsten Signal Vorrichtungen gesorgt, die ebcnsalls unabhängig von dem Brückenwärter thätig sind. Der crstbeschricbenc, aus 1 Meile wirkend? Mechanismus, wird für Ude Brücke i-500O losten. .... -.- Af. Gelegentlich eines Processis ufäii: vor einigen Wochen der englische Kaicz ler, daß eö vor hundert Jahren in Eng' land nicht mehr als 300 thätige und un- ' thätige Nechtsgelehrte gab. Zu Anfang dieses Jahrhunderts hatte sich die Zahl auf 7CO vermehrt und jetzt beträgt sie schon 5000. Die Bevölkerung Hat sich in k.' r o r v x . e ,, v 'le em JaHrHundM nur verdre.facht, die :3al der plattn ahn m$t als ttx ! stebenfacht, und dabei ist das Spechts tu- . . y v r r r. ' 2U"LÄ Ein Richter erklärte angesichts dieser Thatsachen, daß Irland ein von Prie stern, England aber ein von Advokaten heimgesuchtes (lawycr ridden) Land sei. Wie in Irland nichts ohne Priester geschehen kann,so in Englands nicht ohne Advokaten. Die Gesetze sind derartig verzwickt, daß auch das einfachste Rechts- ! geschäst nicht mehr ohne juristischen Beistand vorgenommen werden kann. Teacn"'v ?c"n"a" ".V'l.TT stamente, Ehecontracte, Verkäufe, halten könnte, wie die Krankheiten. So ofi das Parlament sich bemühte, die Gerichtsordnung zu vereinfachen, wurde fie von den Juristen durch Präcedenzfälle und Silbcnstechereien wieder verwickelt gemacht. Der Grund für dieses Benehmen ist leicht zu errathen. Und doch ist England noch glücklich gegen die Ver. Staaten. Wir haben hier 38 Staaten mit selbstständigen Gesetzen, und außerdem noch ein Bundesgesetz. Kein Staat hat wahrscheinlich weniger als 10,000 Paragraphen in seinen Statuten, trotzdem aber klappert die Gesetzgebungsmuhle immer lustig weiter. Da außerdem noch das coinrnonlaw" gilt, welches wirklich das gemeine Recht genannt zu werden verdient, so weiß kein Burger mehr, ob er nicht vom Aufstehen bis zum Schlafengehen und vielleicht noch im Traume fortwährend gegen das Gesetz sündigt. Er wendet sich an elnen Advokaten, aber der kommt nach Einsicht in hundert dicke Bändehöchstens zu dem Schlüsse, daß die Chancen" seinem Clienten günstig zu sein scheinen. Es ist also eine Art Lotteriespiel mit der Rechtsprechung verbunden. Die Advokaten aber drohen, jeden anderen Stand demnächst an Zahl zu übertreffen. Im Staate Jllmols allem, der Bevölkerung nach dem dritten der Union, ist die Zahl der Rechtsbeflissenen größer, als in ganz England. Es ist sogar wahrscheinlich, daß schon die Stadt New tyozl nicht weniger Advokaten auszuweisen hat als England. Wenn eine Ortschaft groß genug ist, um zwei Krämer und einen Barbier zu ernähren, so rühmt fie fich auch des Besitzes von zwei Advokaten. In den gesetzgebenden Körperschaften bilden die Advokaten stets zwei Drittel der Mitglieder. Sie machen die Gesetze und machen fie so schlecht, daß die aus ihrer Mitte gewählten Nichter fie nachträglich sür verfassungswidrig erklären. Je mehr das Gesetz von ihnen vervollständigt wird, desto unvollständiger wird es, je mehr es erläutert wird, desto' dunkler ist es. Es giebt keine wirklichen GesetzcSkenner und kann keine geben, und sast j.'der Fall von Wichtigkeit wird durch alle Instanzen geschleppt, weil die Ansicht vorherrscht, daß drei Gerichtshöfe eventuell drei grundverschiedene Entscheidungen abgeben werden. Das amerikanische Volk ist nichts weniger als proceßsüchtig. Wenn es nur von den Advokaten in Ruhe gelassen würde! Es ist eine Thatsache, daß viele Processe durchAdvokaten geradezu herausbeschwo ren werden und die meisten vermieden werden könnten, wenn die Mehrzahl der Sachwalter ehrlich genug wäre, unberechtigte Klagen gar nicht anhängig zu machen. Unter der Praxis der Ferkelstecher leiden übrigens die anständigen Advokaten nicht minder als das Publikum. Weibliche Lobbyisten. Unter den vielen neuen Lobbyisten, die in diesem Winter nach Washington schwärmten, befinden fich auchvieleFrau en. Sie müssen besondere Sendungen haben, denn während fich die Veteraninnen dieses Gewerbes über schlechten Geschüstsgang beklagen, scheinen die Neulinge sehr zusrieden.zu sein. Diese
Lobbyisten handeln keineswegs vorwie gend mit ihren Reizen, wenn es auch genug leichte Charaktere unter ihnen giebt. Für die Geschicktesten ist im Gegcntheil der RufderKcuschhcit unbedingt nothwendig, denn sonst können sie nicht in die Gesellschaft- eindringen, und ohne gesellschaftlichen Einfluß vermögen sie nicht viel auszurichten. Daß sie für Geld Gesetze durchzudrücken versuchen, nimmt man ihnen in Washington nicht !":b:l. Man hat dort in gewissen Dinganz andere Moralbcgrisse, wie irgendwo anders. Uebrigens sind gerade d: jeniz:n Lobbyistinnen höchst ungefährlich, die sich selbst so nennen und Tag um Tag das Eapitol belagern. Gerade nur solche Frauen, die sich hgSst s.'lten in den Hallen der GesetzZkb'.:ng sehen lassen, besitzen Einfluß genug, um Stimmen zu gewinnen. In den Salons wird mclzr Unheil angerichtet, als in der Vorhalle der Sitzungssäle. Leute, die sich. korrupter Mittel bedienen wollen, um ein ihnen günstiges Gesetz zu erwirken oder ein ungünstiges aus dem Wege zu schafsen, wenden sich fast niemals an gewerbsmäßige Lobbyisten. Fehlt es ihnen einmal an einigen Stimmen, die sie auf andere Weise nicht erlangen können, so wenden sie sich zuweilen an die Maitressen einzelner obstinater Gcsltzzeber, die sie mit großer Mühe auskundschaften. In manchen Fällen werden Reprüscntanten und Senatoren durch die Drohung eingeschüchtert, daß man der Welt im Allgemeinen und der Gattin im Besonderen ihre Beziehungen zu der oder jener Dame verrathen wolle. ES giebt Kerle und Frauenzimmer, die ein GeIchäst daraus machen, die Sünden einzelner Gesetzgeber aufzuspüren und letztere dann auszubeuten. Schon mancher Mann hat widerwillig seine Stimme hergegeben, der durch Geld niemals zu bestechen gewesen wäre. Und leider sind es meist Frauen, die Gesetzgeber dieses Schlages aus Gewinnsucht zu Falle dringen. Ncer-Gcvrättche i;:: Süd.n.
Die sogenannten Bcnd-').'egec in Ar kansas 'kommen mit den Weißen ro?nig in Berührung und halten die letzteren namentlich von dem Besuche ihrer Kirchen fern. So wenig srupulös dieselben in Ansehung der ehelichen Treue sind, so legen sie doch Werth darauf, daß alle Trauungen unter Beobachtung eines bestimmten Ceremoniels und im Beisein der ganzen Gemeinde vorgenommen werden. Vorige Woche war auZnahmSweise eine weiße Dame ans Lakaport, Chicot Co., zu einer solchen Trauung eingeladen. Die Braut war einst ihre Amme gewesen und seit diese? Zeit im Hause der Eltern geblieben ; sie ist 45 Jahre alt und bat sich ein kleines Capital erspart. Der Bräutigam ist 25 Jahre alt. Die kleine Kirche war vcn Farbi,icn und deren Kindern übcrsüllt und die Feierlichkeit begann mit dem monoZonen Gesang eine? Liedes, dos aus Zwanzig achtzei!ic;en Versen bestand. Dann trat ein Kirchenältestcr vor und gab gewissermaßen das Programm der indem er die cir.c(nen Theile der Liturgie ausjählie. Iym folgte ein cr; derer Kirchen! orfteher, der die Gemeinde aussarderte, sich ruhig und anständig zu benehmen; erschloß mit einem langen Gebete, welches von den Frauen halblaut begleitet würd;, (sr wurde vn einer bejahrten Dame abgelöst, die ihr langes Gebet mit den Worten schloß : 0 Herr, Du hast den Elias und den Daniel in einem feurigen (srprcß;uae in den Himmel fahren lassen, ich bin alt, schicke auch mir einen (xpreßzug und ein Freibittet und lasse mich in das Paradies fahren und zwar dahin, wo cö am schönsten ist und wo blas Farbige leben." Daraus trat der Prediger, der Onkel Diä", an den Altar, ein alter, tauber und halbblinde? Mann, der eine Brille auf der Nase und eine andere auf die Stirne zurückgeschoben trug. Der alte Herr hatte sür diese festliche Gelegenheit seine ganze Krast zusammengenommen. Die eigentliche Trauungs - Ceremonie machte er kurz ab ; dieselbe bestand aus einem Gemisch der Riten der ßpiscopalen, Baptisten und Methodisten und schloß mit den Worten : Ihr seid nun Mann und Frau, benehmt Euch danach, und der Herr segne Euch." Die einzige Weiße, die in der Kirche anwesend war, glaubte schon, die Feier sei vorüber, da legte sich aber Onkel Dick erst recht in's Jeug und hielt den Neuvermählten eine Nede, die über eine Stunde dauerte. Er erwähnte das Mißverhältniß des Allers, setzte aber mit Salbung hinzu, daß sich dies durch die Ersparnisse der jungen Frau ausgleiche, er sagte, sie sollten siÄ die Treue halten und es nicht etwa ma chen wie X. ?). Z. hier nannte Onkel Dick die Namen mehrerer in der Kirche anwesender Kirchenmitglieder, von denen es bekannt ist, daß sie in ehebrecherischen Verhältnissen leben. Unter ihnen befand sich ein älterer Bruder des an jenem Tage getrauten Mannes. Da lachte ein junger Kerl laut auf. Onktl Dick wandte sich an diesen und damit endlich zum Schlüsse seines oratorischen Meisterwerke. Du lachst in dir Kirche, mein irrender Bruder, diesen Frevel wird Dir der Herr am jüngsten Tage gedenken. Am jüngsten Tage wird der Erzengel'in die große Trompete blasen und dann müssen wir Alle aus unseren Gräbern auferstehen. Da wird sich keiner verstecken oder stellen können, als babe er nicht gehört. Vom Grunde des Meeres kommen sie herauf und wären eines Mannes Haupt in ArkansaS, fein Leib in Mississippi, seine Beine in Alabama begraben, das Haupt würde rufen, wo sind meine Glieder? und diese würden antworten : hier. Haupt und Glieder würden sich vereinigen und der Auferstandene würde vollständig vcr den Richterthron treten. Meine Brüder und Schwestern, die weißen Prediger behaupten, wir würden am Tage des Gerichts zu den Böcken gezählt werden ; glaubt ihnen nicht, sie lügen. Greift an Eure Köpfe, wer hat dort Wolle, wir oder die Wkißen?. Wir tragen Wolle, wir sind
die Schase und werden am Tage des I
Gerichts zur Rechten des Herrn stehen. Amen." ? cue (5iL:::aschine. Der wachende Bedarf an Nesrizeratoren H'U die fortwährende Aerb:sf.'rung bekannter und die Erfindung neuer Apparate zur Folge. Die neueste Constiuction beruht auf der bekannten und in chemischen Laboratorien durch Experimente veranschaulichten Eigenschaft der Schwefelsäure, Wasserdost 'energisch zu abirbiren. Für technische Zwccke und Im großen Maßstabe ist diese Eigenschaft früher noch nicht ausgebeutet worden. Der Apparat besteht aus mehreren ciser nen Behältern, in denen Wasser zu Eis gefriert, in einem cylindrischen Kessel aus SÄmiedc-Eiscn, dessen innere Wär. dc mit Blei überzogen sind und in einer Lustpumpe, welche in die Kuppel über dem Cylinder mündet. Die GesrierGefäße werden mit Wasser gefüllt, in dieselben münden durch di: Deckel Röh rendie mit demCylin'acr in Verbindung stehen ; der letztere ioird mit Schwefel säure gesüllt. Die Luftpumpe entleert die Kuppel über der SchweZelszure. hierdurch verwandelt sich in den GefrierGcfüßen ein Thil des Wassers in Was serdunst, dieser dringt durch die Verbindungsröhren in den Cylinder und wird hier von der Schwefelsäure rasch absordirt. Die Lustverdünnung und die Absorption des Wasserdnstes bewirken ein schnelles Fallen der Temperatur, daö Wasser in den Gefricrgefäßcn wird u Eis, und die Blöcke werden durch die wie FaUthürcil construirten Böden entfernt. Zu dieser Maschine gehört noch ein Hilfsapparat, in welchem die Schwefelsäure, die sich mit Wasserdunst gesättigt hat, wieder condensirt und hierdurch zum anderweitcn Gebrauche besähigt wird. Ein soeben in New Bork hergestellter Apparat liefert, von 2 Männern bedient und von einer Dampfmaschine von sechs Pfcrdekrast in Betrieb qesekt, stündlich 000 Pfund oder in 24 Stunden 15 Tonnen Eis. Die Schweselfäure wird immer wieder verwendet, und es kommen daher an Herstellungskosten außer denen der Anschaffung und Abnutzung des Apparates nur die Arbeitslöhne und Kohlen in Betracht. Jn dcn Vcr. Staaten wurden im vorigen Jahre in 253.852 EtablissemenlS mit $2,7W,273.G0ß angelegtem Kapitale für .5,3C9,57sJ,191 Productionöwcrtltt erzengt. Hierin sind sämmtlich industrielle Etablissements, mitAusnahme derGasanstalten begriffen. Hinsichtlich der Reihenfolge des ProductionSwertheS stellen sich die einzelnen Staaten und Territorien wie folgt : New -)otf, Pennsylvanicn. Massachusetts. Illinois, Ohio, New J:rsey,Connecticut. Missouri. Michigar, Indiana, Wisconsin, Ealifornien, ?)iaryland, Ähode Irland, Maine. Minnesota, Kentncky, New 5)ampshire, Iowa, Tennessee. Georgia, Bermoni, Kansas, Louisiana. Wcft-Airginicn. Tc,a, Delawarc. N?rd'Cars!i.".a, Sud-Earolina, (o(prabi, Alabama, Ncvrrtfikn, Mißriet Columbia, Oregon. Misjissipvi. Allun s.,5, Florida. Utah. Washington, DaIota. Nev?.da. Woana, JdaMo, Ncrn cjicft. "i'ijoni.N;!, ;'ir: io na Ta:n 3ijsf, A us Brasilien werden in nächster eit fcedeuiende Quantitäten solcher Hölzer nach tun Bcr. Staaten gebracht werfen, die s'ch wezcn ihrer Härte und sonstigen Besessenheit zu feinen Möbelarbeiten und künstlerischer Verwendung besonder? gut eignen. In Brasilien existiren noch unerschöpfliche Vorräthe solcher Hölzer. Es ist bekannt, daß Agassi; auf dem Raume einer halben Quadratmeile 117 verschiedene Sorten von Nulcholz vorgefunden hat. Zn demselben gehört das Schildpatt-Holz lorloise sliell wooil das schönste und kostbarste der Welt. Dasselbe ist an den Nebenflüssen des oberen AmazonenstromeZ in ungeheuren Quantitäten vorbanden und kann auf diefer Wasserstraße leicht bis an'S Meer gebracht werden. In Chicago wurden im vorigen Jahre über 7.000,000 Schweine und 2,000,000 Ninder geschlachtet und verarbeitet. Die Thiere wurden von 18, verschicdencnEisenbahnen nach denVichhöfei' gebracht. Da3 SchlaLtcn geschieht meist durch Schüsse, deren Kugeln den Thieren unmittelbar hinter den Qhren in den Kopf dringen. Drei bis fünf Minuten find erforderlich, ein Nind zu tödtcn und bis zum Verpacken in dem EiShause fertig zn machen. Die Versorgung der östlichen Märkte mit frischem Fleische ist bekanntlich neuen Datums ; nur die besten Fleischstücke werden frifch versandt, die übrigen werden in die bekannten Zinnkannen verpackt oder zu Wurst verarbeitet; das Blut wird getrocknet und aus ihm und den Knochen wird künstlicher Dünger gewonnen. Die Hörner werden in die Kammfabriken verkauft und so wird jetzt ziemlich jeder .Theil der Thiere ausgenützt. Diebesten Nindslenden werden in Chicago zu 11 Cents pro Pfund berechnet, die Fracht nach New Jork beträgt 1 Cent und der Detailpreis in New York ist 20 Cents. Der 15 0. Jahrestag der Gründung der Stadt Savannah und des Staates Georgia ist dieser Tage in ersterer durch einen Festzug und dieDarstellung de? Landung des ersten weißen Ansiedlers Qglethorpe und feines Empfangs durch Vamacraw-Jndianer gefeiert worden. Qglethorpe war der erste Ansiedler, aber nicht der erste Weiße, der Georgia betreten hat. De Soto, Ponca de Leon, Cabot und der Florentiner Verrazzano sind schon bis Georgia vorgedrungen. Der letztere wurde bei seiner Landung von den Wilden ergriffen, am langsamen Feuer geröstet und verzehrt. Die Darstellung dieser Begebenbeit hatte als Vorspiel .zu Qglethorpe's Landung dienen sollen, e" fand sich aber Niemand, der die Rolle übernehmen wallte.
Dr. Boyd in Lirginien hat; - r r. - . m . . . ,
Y0ll)!l lNlerenanle neriuqe uver rne Entstehung des gelben Fiebers gemacht. ir Ir stellte einen luttdichten Bebälter ber. - der 1.000Cnbiettntimeter 9nh en!s,5!t dessen Boden geossnet werden kann. W - " II t Vf M Das Innere die es Bekalters bekleidete er in der Dicke , von drei 5Zoll mit sorasältia gernigtcr Wolle. In dem Behälter befindet sich ein Apparat, in dem mitte! Aethers Kälte erzeugt wird. Dann entleerte er den Behälter mittels einer Luftpumpe so viel als möglich von allerLuft, stellte denselben in einem Krankenzimmer auf, dessen Atmosphäre mit den AuSdünstungcn der Fieberkranken und etwaigen Ficbcrkeimen geschwängert war, ließ solche in den Apparat einströmen, verschloß diesen wiederum lustdicht und erkältete die eingeschlossene Luft durch Verdunstung des Aethers bis auf eine möglichst niedrige Temperatur. In Folge dessen zieht sich jedes in der FieberAtmosphäre lebende Wesen in die wollene Umkleidung des Behälters zurück. Die Wolle wird sodann aus dem Behälter entnommen und mikroskopisch untersucht. Dr. Boyd will die Resultäte seiner Untersuchungen nicht früher veröffentlichen, als bis er definitive Resultate gewonnen hat. Bei der Gewinnung und Zerkleinerung der Steinkohlen bleibt bekanntlich ein gewisser ProzentsatzKohle in Gries- und Staubsorm zurück. Derselbe wird schon seit Jahren mit Hartpech versetzt, in Blöcke gesormt und als Brennmaterial verwendet. Herr E. S. Boileau in Philadelphia stellt jetzt durch Mischen des Kohlenstaubes mit Wasser, Thon und Pech kleine Kohlcnstücke Briquets in Eisorm her, die ein Gewicht von 2 Unzen bis zu 1 Pfund !aben. Dieselben bilden für die verschiedensten Zwecke ein ausgezeichnetes Brennmaterial. Für metallurgische Zwecke mischt Boileau den Kohlenstaub mit verschiedenen Erzen und hofft, mittels dieses Verfahrens SchmiedeEisen direct aus den Erzen gewinnen zu können. Vor vierzig Jahren verließ der junge Farmer Hanchett beiWestsield, Mass., der durch ein ausschweifendes Leben heruntergekommen war, seine Frau, Sarah, und seine Heimath. Die Frau wurde wahnsinnig und in einem für sie besonders hergerichteten Zimmer des Armenhauses untergebracht. Sie ist der ganzen Stadt bekannt und wird nur die verrückte Sarah" genannt. Vor Kurzem kehrte Hanchett nach Weflsteld zurück, zeigte bald ebenfalls Spuren von Geistesstörung und befindet sich jetzt im Armenhause neben, dem Zimmer seiner Frau. DieLeichen der bei der Pul-vcr-Explosion in Barkely, Col., umgekommenen 25 Chinesen sollten dieser Tage unter großem Pompe beerdigt werden. Als die Procession auf dem Friedhofe angekommen war, erklärte der Todtengräber, in dem die Erlaubniß zur Beerdigung ertheilenden Scheine seien nur 21 Leichen aufgeführt und es dürften daher vorläufig auch nur so viele begraben werden. Ueber die Frage, welche Leiche zurückbleiben solle, entspann sich unter den chinesischen Leidtragenden ein heftiger Streit, der in eine blutige Rauferei ausartete. ' Die Särge wurden umgeworfen, und die Polizei, von Bür gern unterstützt, mußte den Friedhos räumen. Die Erlaubniß zur Beerdigung auch der 25. Leiche wurde ertheilt und das Begräbniß ging ohne jede weitere Ceremonie vor sich. In Wash ington ist das L eben recht bunt. Eine Dame war kürzlich zu einem 12 Uhr Frühstück geladen, von da gings zu einem 2 Uhr Lunch, dann zum 4 bis G .Thee, zunächst zum 7:30 Dinner, dann zu einem Empfang und schließlich zu einem German (Cotillon). Als sie heimkehrte, war ihr Gatte gerade beschäftigt mit einer Hand das Baby zu wiegen, während er mit der anderen seine Socken zu stopfen versuchte. Ein schauerlicher Anblick würde John Nolan und seinem Sohne in Platt Township, Union County, Iowa, zu Theil, die vorige Woche ausgegangen waren, um zu jagen. Als sie nämlich in einem Walde angekommen, sagte der junge Nolan plötzlich zu seinem Vater : Papa, schieße doch die Eule von jenem Baume." Der.Vater schaute und entdeckte, daß die vermeintliche Eule ein grinsender Todtenschüdel war, der
an einem dünnen Stricke an einem Astq454) gegen die im Vorjahre beförderte
des Baumes hing, und darunter dasi klappernde Gerippe eines Mannes. Es kam heraus, daß dasselbe einem 72 Jahre alten Deutschen, Namen? Bierstand, angehört hatte, der im Juni vorigen Jahres seine Vcrniar'.dlen verlassen und seither iv'.nlfl verscb nunden wr. fökun Auslands. Eine Pariser Zeitung veröffentlicht das Ergebniß einer achtjährigen Reihe von Untersuchungen der Pariser Atmosphäre. Es wurden in der Luf5 schwimmend vorgefunden Fasern von Baumwolle, Wolle, Hans, Haar, Daunen, Samenstaub, Stärke, Schuppen von Menschenhaut. Kohle, Kieselstaub, allerlei Salze, Eisen, todte Inselten, Jnfusorien-Eier, besonders aber Sporen von niederen Pflanzen und Bakterien. Die letzteren, die Keime ansteckender Krankheiten, wechseln an Zahl von 3,000 im März bis 31,000 im Juni im gleichen Raume, un.d die Feuchtigkeit vermehrt sie. Die Quäker - Gemeinden in Großbrittannien und Irland zählen zusammen nur 17,877 Mitglieder, sind aber ihres Reichthums wegen durch zehn Mitglieder im Parlamente vertreten. In ihren gewöhnlich sehr guten Schulen zählen sie etwa 25,000 Schüler, weil viele eNichtquäker am Unterricht theilnehmen. Da die Quäker die biMischen Aussprüche wörtlich befolgen, z. B. nicht in den Kriegsdienst gehen, nicht schwören, sich nicht rächen und nicht streiten, so ist es auffällig, daß sie das biblische Wort nicht befolgen, sammelt euch nicht Schätze, welche von Motten und Rost gefreffen und von Dieben begehrt werden !"
Aus d e m Innern des ruf-
sischen Reichs kommen sehr böse Nach richten über den dort herrfchendcn Nothstand. Besonders schlimm soll es im Eherson'jchen Gouocrncmcnt ausgehen. wo olle Getreidcvorräthe erschöpst sind. In Qdcjja erscheinen täglich M,en von Hungernden vor oen Äczoroen uno sieiicn um Hilfe und Unterstützung. Die Unsicherheit, die von jeher in diefen Städten groß gewesen ist, ist dadurü natürlich noch gewachsen. Zahlreiche Selbstmorde kommen vor. Einzelnheiten klingen geradezu unglaublich. Die Viehpreise sollen wegen mangelnden FuttcrS dermaßen gefallen sein, daß ein Pferd ca. 2 Rubel,eine Kuh nicht mehr wie 3 Nbl. kostet ! Natürlich sind die Thiere ganz abgemagert. Aehnliche Meldungen trefsen aus Taurien ein. Bis jetzt ist noch nicht bekannt geworden, wie die Regie rung der Hungersnoth entgegentreten will, die umso schrecklicher ist, als der Winter an Strenge bis jetzt nicht nach gelassen hat. FürstTorlonia in Rom hatte vor einigen Tagen ein anonymes Schreiben erhalten, worin ihm unter Bedrohung seine? Lebens zuzemuthet wurde, eine Summe von einer Million Lire in cinem versiegelten Packet zur Nachtzeit an einem ebenerdigen Gitter des Palastes niederzulegen, in welchem der Cardinal Hohenlohe wohnt. Der Fürst stattete natürlich die Anzeige an die Polizei, welche einige verkleidete Agenten in Hinterhalt legte. Wie groß war aber ihr Erstaunen, als das Packet plötzlich verschwunden war, ohne daß man Jemanden gesehen, der sch diesem Orte genähert hätte. Man schloß da raus, daß es irgend Jemand im Palaste selbst weggenommen haben müsse.. Die GerichtSbehörde begab sich nun in den Palast und es wurden alle Beamte und Diener vorgerufen, welche einige Sätze mit eigener Hand niederschreiben mußt:n. Aus der Vergleichung derselben mit dem Drohbriefe schloß man. daß es der Sohn des Intendanten des Cardinal, ein neunzehnjähriger jr.nger Mensch, Namens Wilhelm Nobili, sein müsse, der erst vor Kurzem aus demCollegium getreten war und sich dem Spiel und den Weibern ergeben hatte. Auf dasPolizeibureau geführt, bekannte derselbe alsbald sein Verbrechen und wurde in Folge dessen den Gerichten übcrgeben. Eine Wissenschaft!! che Taufe vollzieht sich in diesen Tagen ohne viel Geräusch innerhalb der geraphischen Kreise. Nach einem von R. oldt in Berlin ausgegangenen Vorsuzlag, welchen bereits eine größere Anzahl von Autoritäten und gelehrten Gesellschaften gebilligt, soll in Zukunft das nördliche Eismeer an der sibirischen Küste am Cap Tfcheljuskin bis zu den neusibirifchcnJnleln nachdem tübnenPfadsinder in dieser See den Namen NordenskiödlZmeer sühicn. Dem deutschen R e ich St age ist der Bericht über die Thätigkeit deS ReichScommiffars für das Auswanderungswesen während des Jahres 1882 zugegangen. In der Einleitung wird ausgeführt, daß vom Reichscommissar ber seiner Kontrole die Seetüchtigkeit der AusmanderungZschiffe und ihre Gceignetheit zur Paffagierbeförderung, die Zweck- undVorschriftsmäßigkcit der Einrichtungen für Unterbringung der Passagiere, sür Ventilation und Erleuchtung der einzelnen Räume und der Hospitaleinrichtungen festgestellt worden ist. Vom Jahre 18C1) einschließlich ab hat die Auswanderung, wenn da? Jahr 1870 als unter Einwirkung des K'riegcs stehend nicht in Anschlag gebracht wird, bis zum Jahre 1872 stetig zugcnommcn,von 1S73 bis 1877 wieder regelmäßig abge nommen. Vom Jahre, 1878 bis 1881 ist dieselbe wieder jährlich gestiegen. Im Jahre 1882 hat die Auswanderung, ob wohl sie zu Anfang des Jahres gegen den gleichen Zeitraum des Vorjahres eine ziemlich bedeuiendc Zunahme zeigte, doch im Ganzen, entgegen den im vori' gen Jahre von verschiedenen Seiten ausgesprochenen Erwartungen, eine Steigerung nicht erfahren, vielmehr, ist sowohl die Gksammtzisscr der im verflossenen Jahre über die deutschen Hasen besörderten Auswanderer (232,210) als auch im Besondern die Zahl der deutschen (reichSangehörigen) Auswandere? (13,An,hl (217.31 insgesammt, worunter 181 3G9 Deutsche) ?;'tht ganz unerheblich zruückzebliebcn. Es darf vermuthet werden, daß im Jahre ISil der Höhepunkt der letzten steigenden Bewegung erreicht worden ist, und für die nächsten Jahre eine weitere Abnahme stattsinden wird. Die gesummte Auswandrerbesörd rung über die deutschen Häfen fand fast ausschließlich vermittelst Dampsfchisfen statt. Beknnntlich hat die rus sische Regierung die Aufhebung des Rechtes der Frauen, an dcn Universitäten Collegia zu hören, beschlossen, nach dem es sich erwiesen, daß der Nihilismus aus der Zahl dieser weiblichen Sti.denten seine rührigsten Anhänger gewinne. Neuerdings hat sich jedoch die Kaiserin für das Fortbest-chcn der mcdicinischen Curse sür Frauen ausgesprochen und in diesem Sinne auch ihren Einfluß geltend gemacht, weil der Mangel an ärztlichen Krästen zu sühlbar ist, um die Frauen in der Heilkunst zu entbehren. In Folge dessen wird nun das Institut der weid lichen Mediciner wieder in's Leben treten. Ein Statistiker, Hr. Sustschinski, hat kürzlich sehr interesiante Mittheilungen vcrösfenllicht, denen zu entnehmen ist, daß in Rußland nur ein Arzt auf je 5552 Einwohner kommt, während sich in England das Verhältniß von einem Arzt auf 1672 Einwohner, in Preußen von einem auf 3000. stellt. Ferner ergiebt es sich aus der Bcicnung des Hrn. Sustfchinski, daß der Wirkung? kreis eines Arztes in Rußland imDurchschnitt ein vcrhältaißmaßig enormer ist, ein Arzt auf 189 Quadrativcrst. In den Ländern Westprcußen? dagegen beträgt das Maximum sür einen Arzt nur 10 Ouadratwerg.
