Indiana Tribüne, Volume 6, Number 147, Indianapolis, Marion County, 14 February 1883 — Page 2

NVUN6. W9 A iz FSgNHe- nud SgJnlagssusAaLe. Qfsice: V2S. DelawareStr. Indianapolis, Ind., M. Februar 1883. Zum Untergang dcr Gimüria", Eine Klarstellung der Ursachen, welche der Untergang dcr GunönV herbeiführten, wird sich, wenn überhaupt, nur von der amtlichen Verhandlung erwarten lassen. Selbst diese Verhandlung leidet unter dem Umstände, daß sich die wichtigsten Zeugen, der Kapitän, der 1. Ossicier und der Lootse, welche sich aus der Kommandobrücke befanden, umkamen, während die englische Mannschaft , ...It.sfc,:- ti:.t r-.'S-' ' I wuujuyiig üio. viairnn liuntu uoni fTT .fL ää V. . i C t M w 1 ron yai oie zruyere Annahme, oer , 4, 4 a 1 r I . rr I "nen urs oeiveyaiien, nAhtn vZJull.l !i r ""!. ' nyia wwiiuuai, er iuii z Girier, Steuerbordrudcr zurückgefallen sei. Wie sehr sich aber die Mittheilungen des Eamu viuiiiu roioerjprc aus folgenden Proben: Euttlll widersvrecben. craiebt siü ' i i 1) Die Annäherung der Schiffe. Brief des Kapitän Cuttill an feine Nheder. (.Times" vom 23. Jan.) Die Mastund Backbord- (rothe) Lichter eines Dampfers kamen etwa 2 Strich über !Steuerbordbug des Sultan" in Sicht. 'Derselbe gab Backbordruder und drehte sich rasch; Sultan stellte seine Ma. schine auf volle Kraft rückwärts. Unmittelbar darauf kam er mit einem anderen Dampfer, wie sich später herausstellte, der Cimbria". in Kollision. Auszug aus dem Journal des .Sultan". (Times", den 24. Januar.) Um 1 Uhr 15 Min. engl. Zeit - kam dqS Mast und grüne (teuerbord) Licht eines Dampfers zwei Strich über unserem Steuerbordbug in Sicht. 2) Rettungsmaßregeln. Brief des Kapitän Cuttill an feine Nheder. (Times", den 23. Januar.) Alle Böte des Sultan" wurden nach der Kollision ausgesetzt, und wenn nur irgend etwas gehört worden wäre, so würden sie zur Hülfeleistung bereit gewesen sein. Bericht des Kapitän Cuttill für die Times". (Times", den 25. Januar.) Es war nicht möglich, die Böte des .Sultan" auszusetzen, da sie sofort in dem Nebel verschwunden sein würden." Jedenfalls wird sonach die Kurs-Aen-derung beider Schiffe zum Kardinalpunkte der traurigen Frage wenden. ctm Berichte des Herrn B. Lavany in Frankfurt o. M., eines der aeretteten V"" AiUVUIIU PQIIQgiere entnehmen wir folgendes : . Ä. ' xgen 2 Uhr 1 Mi'n. wachle ich in Folg ... . : C ' v Ö : reitaa. öen 19. on.. Mn?n?n n?. ernes au meinen Obren dringenden itar ken Tumultes auf dem Verdecke auf ziehe in aller Eile Hofe, Strümpfe und v..'As. s.' . uioa an, um vor anen Gingen oie mir inzwischen durch ebenfalls aus ihrea Kabinen herbeigeeilten Passagiere mitgetheilte Situation überschauen und dann hnrnntfi rntlMrPsfipnh firnhTn , IXnnon Als ich aus das Verdeck kam bemerkte ich sofort, daß das Schiff verloren war. da es sich bereits stark senkte. Trotzdem fast alle Personen in tiefem Schlafe gelegen hatten, entstand bald ein so fürchterliches Geschrei und Gejammer auf dem Verdeck, daß Viele den Kopf verloren. Ich war nach der traurigen Lage der Dinge auf Alles gesaßt, sprach jedoch den in meiner Nähe sich befindlichen Frauen und Kindern, welche voll Verzweiflung die Hände rangen und um Hülfe schrieen, Trost und Muth zu, da ich bemerkte, daß mehrere Schisfsleute damit beschäftigt waren, das in unserer Nähe befindliche Rettungsboot flott zu machen und ins Wasser hinabzulassen. Die Zeit, in der dies geschah, benutzte ich dazu, nochmals in die Kajüte hinunter zu eilen, um mich vollends anzuklciden und meinen Schwimmgürtel zu holen. Als ich wieder heraufkam, lag der Dampfer bereits fo auf der Seite, daß ich nur noch mit Mühe heraufklettern konnte, jedoch noch gerade ankam, als das rettende Boot flott geworden war. Von den zuvor anwesenden Frauen und Kindern waren nur noch dreiFrauen da, welche gerettet worden sind. Die übrigen glaubten sich nach anderer Richtung schneller retten zu können, fanden dabei aber ihren Tod. Ich bemerkte, daß von dcr. 8 vorhan denen Rettungsbooten die Boote der linken Seite, No. 2, 4. , 8, fchon ganz dicht mit Menschen besetzt waren, bevor lmke Seite mit den 4 gefüllten Booten so in die Höhe kam, daß die Aussetzung derselben zur Unmöglichkeit wurde und die darin befindlichen Menschen ihren oo stnöen mutzten. Ntt hn a .MfMnrtSfi .. Wi. -a: uiuim.uiuilutUl DU 4CUB I . V, . . ' V - 7) verunu?le as oor o.i) ort, als es uu, aer lam, oa v'.ete en cuen :ai uui iju n iuui, vu uiuc Jltll Uittl I.llI krampfhaft daran anklammerten daß es umstürzen mußte. Boot No. I ruderte ein Stückchen n hrt r ii, uuk la flPN ' fort, ili jedoch ebenfalls gesunken. Boot No. 7 war dasjenige, welches mich mit 29 Personen rettete. Nachdem die drei Frauenzimmer, einige von der Mannschast .und ich eingestiegen waren, nah. men wir noch viele im Wasser herum schwimmende Personen mit, allein bald war dasBoot so mitMenschen besetzt,daß der bei uns befindliche 2. Offizier die Mitnahme weiterer Personen unslr.'r eigenen Sicherheit halber verweigerte. Aus dem Verdeck des untergegangenen Schiffes waren es besonders die 6 aus Berlin zurückkehrenden Indianer, welche in der schrecklichsten Weise wütheten. Ich sah noch ihre o'unkeln Gestalten durch das Gewühl stürzen, allein sie sind trotzdem umgekommen, wie denn gerade die jenigen Personen, welche sich am Ersten zu retten glaubten, ihren Tod fanden. Unser Boot war das letzte, welches in's Waffer kam und doch das Glücklichste von Allen. Wir ruderten 9 Stunden lang planloö auf der Nordsee herum, da wir keinen Kompaß. bei uns. hatten und nur

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u'.igcjai;: inen konnten, wo wir uns usanlcn. Außer Trinkwasser hatten wir nicht bei ur.s und schwebten beständig zwischen Leben und Tod... Gegen Mittag, nach beinahe lOstün diger Fahrt aus dem Wasser, bemerkten wir dos englische Segelschiff Theta", dessen Kapitän C!ar! uns in der liebenswürdigster Weise aufnahm und ver sorgte. Der Name dieses edlen Mannes verdient in den weitesten Kreisen b:kannt zu werden. Kaum 15 Minuten waren wir an Vord des englischen Segelschiffes, als das Voot No. I mit noch 9 Personen ankam. Die übrigen Insassen desselben waren unterwegs ertrunken, einige auch in dem mit Wasser gefüllten Boot an Entrüstung gestorben. Die beiden Boote No. 7 und 1 mit

zusammen 39 Personen (17 Passagiere und 22 UiiU von der Mannschaft) sind die einnaen, weise ccrcttei wurden. xct Uxe i7 Personen wurden durch eine Brer Barke aus dem Mast des unterge . I nanaencn Sckmes aeretter. Die Affaire der noch in lekter Stunde hn "Wi iirf t rp?;fsirhrtpn ?ffti?n t.tr 'irt,tFfirtoirit s r fjuuiijuw-uvitu'ii; iviiuyv. uuu; vu i Bekanntwerden der Unglücksnachrtcht zu den Tagespreisen an den Mann gebracht j wurden, erklärt sich, wie man aus Hambürg schreibt, nach den Angaben der Ge sellschast daraus, daß ein Beamter der Dircction, Namens Engel, die Depesche ' gemißbraucht und sofort einem Hamburgcr Geldwechsler bcaustragt habe, einen Posten Blanko-Aktien der Gesellschaft zu verkaufen. Engel ist natürlich sofort aus dem Dienste dcr Gesellschaft , entlassen worden. Die Schiffbrüchigen i beschweren sich sämmtlich über das Be nehmen, welch: die Dircction ihnen gegenüber beodachtet hat. )!-Ucöttl 'Kl.' . u ,.(?!,::vr!a' n Er,de voricer Woche langte d?r tsJLx Hamburger Lin.e c.-cbörige Dampfer V Wesiphalla" an seinem Dok m Hoboken an. Er brachte acht Männer, eine Frau ! und ein Kind, die von der Cimbria" ge rettet worden sind. Albert Altendorf und dessen Schwester Emilie, sowie Jofhf (Titrtfi vnnron STinHnntr her jrnotfp Cajüte, Frank Plesca. Robert Schutt, v utlw ivutkii "yj u 1 1 u i. w vvukkt John Rentz, Peter Kisijoski. Joseph Kortßa, John Mehul und Chaje Schmuhl waren Zwischendeckspasiagicre. Die letztere ist ein hübsches, 6 Jahre al tes Mädchen, welches mit seiner Tante w v vi v i v v vj v w viv 4v dieReise vonDeutfchland nach New York 1 1 ' . ' s i angetreten hatte, um zu seinemBater da r . n ... rrs.- o . i . n .... Y11 P l0.mmn ljl ""V"s -ÜkU44Wifc i y A M H A rt A fifMrt nflcl AI nft ÄfftT b-"'" r .VUSi"' tt. Die .Weslphalm' hatte kaum ihre Nerblndun rntt htm Panot veraestellt. O " " ' " 7" i) I r ? cVT; eA Uanke stürmte und dasselbe th AnnfS und keine 5nrte8 r des Kindes über dieLaust und dasselbe thränenden Auges und keines Wortes mächtig, in seine Arme schloß. Drei der Angekom menen suchten Freunde in New 9)ork auf, die übrigen verließen noch an demselben Abend die Stadt, um nach dem Westen und Nordsesten seit zu reisen. OU( viiuuuu uci yiuuiia)icji, uic iuii über die Katastrophe bereits veröjsent- . licht haben, theilen wir aus den Erzählungen der Geretteten Folgendes mit: Ich schlief im Zwischendecke, sagte . Frank Plisca, ein junger Böhme aus Frischau, als der Zusammenstoß mit dem englischen Schisse erfolgte. Der , Stoß warf uns von unsern Lagerstätten. : Wir fühlten das Wasser auf uns eindringen. Die Verwirrung, die in diesem Augenblicke herrschte, und noch durch die völlige Finsterniß vermehrt wurde, ist nicht zu beschreiben. Es gelang mir, an Deck zu kommen u. ich hielt mich dort ' an dem mittleren Mäste fest. Die Ma- ! trafen waren beschäftigt, die Boote herabzulassen, und ich drängte mich mit Anderen in eines derselben, bis dasBoot j überfüllt war. Neben mir befand sich eine dürftig gekleidete Frau, auf jedem Arme ein kleines Kind. Sie beschwor mich, ihre Kinder zu retten, sie könne allein für stch sorgen; ich kann nicht ? schwimmen und konnte, als kurz darauf ' unser Boot umschlug, nicht das Geringste sür die Frau oder ihre Kinder thun. vWir sahen den Sultan" in unserer Nähe ; ich konnte sowohl sein rothes, als sein grünes Licht deutlich erblicken. Wir hofften, derselbe werde uns zu Hilfe kommen, er fuhr aber langsam davon. Das Wasser stieg rasch im Schiffe, das letztere legte sich auf die Seite, richtete l' 7 i . ... ' vv..rf s?ck w ed?r ,'s und in d esem Momente gelang es, unser Boot in's Waffer zu ' I sich in diesem Augenblicke die meist der Paffagiere zufammengedrängt; eine überstürzende Woge riß sie fast alle in das Mr. Sie schwammen, klammerten sich an Balken fest, und ihr und unfer hilfeaeschrei erschütterte die Luft: es " - v i t - i. . V mti nur nm nr irr wnrnn r ;r Lr Z Z. Äl a n 1" r . . n r -1 - i "'ben, em Zusammenstoß iMbzerschmettern; ich sp er, das Boot wurde g. : .v "w; '-r..&V. .f.. i oulmmiIMüP lUpic vus r .r r . . : r s liujiy in uu9 . v: 3. wullu' s ouvi wuiuc ucyiii vu uvuu i AtMAVAH ff. l0mtk V. ft.f iAM (u;utcii uuv iiicu, ucii oviti uuuf uueu, weiter. Mir und einigen Anderen gelang es, uns an der darauf sank d ler, nur noch das Bramsegel ragte dem Wasser; viele Passagiere hatten sich in die Wanten gerettet. Auch mir gelang es, mich dahin durchzuarbeiten. Es mqchte um dieseZeit früh halb fünf sein; kurz nach 12 Uhr brachte uns ein kleines Segelschiff Rettung,; 17 befanden sich noch in den Wanten, dieUebrigen hatten den Halt verloren und waren nach und nach in das Waffer gestürzt." Von den in New Vork gelandeten Paffagieren hat Robert Schmitt aus Pommern seine Mutter und seinen Bruder, Peter Kist. joski seinen Stiefbruder, der Ungar Joseph Kortko drei Schwäger bei dem Schiffbruche verloren. BiömarS üver SonntagSZwang. In einem Tischgespräch that"BiLmarck folgende Aeußerungen: Ein Gast des Kanzlers wies auf die Puritaner der ! Neu'England-Staatenchin, die mit ih

ic;i uuj in u cm auucuüiiuc uu uiciuch ' Ä . u u

rer starren Intoleranz gegen Andersdenkende den ärgsten Zwang und Druck ausgeübt hätten und noch heute übten. lind die SonntagLheiligung in Erigland und Amerika," sagte Bismarck, das ist doch eine ganz erschreckliche Tyrannei. Ich erinnere mich, als ich das erste Mal nach England kam und inull landete, daß ich da auf der Straße psiss. Ein Engländer, den ich an Bord kennen gelernt hatte, bat mich, doch nicht zu pfei fen Ich fragte: Warum denn mÄt? Ist das hier verboten?" Jelzin, ccrjeljt! er. aber 's ist Sabbath." Das verdroß mich dermaßen, daß ich gleich ein Billet auf einen andcrcnDampfer nahm, der nach Edinburg fuhr, da es mir nicht gefiel, nicht pfeifen zu dürfen, wenn ich Lust hatte Ich bin sonst durchaus nicht gegen die Sonntagshcilgung." fuhr er fort, nachdem Vucher bemerkt, der Sonntag im Allgemeinen sei nicht so schlimm, ihm habe er immer sihr wohlgethan mit seiner Stille nach dem Ge-

wühl und Geräusch dcr Londoner Wer keltage, wo der Spektakel schon slüh losglnge. Im Gegentheil, ich thue als Gutsherr dafür, was ich kann. Nur will ich nicht, daß man die Leute dazu zwinge. Jeder muß wissen, wie er sich am Besten auss künftige Leben vorbereitet. Sonntags soll'.e

nirgends gearbeitet ; übertragen. Derselbe wird im Frühhr, weil es unrecht ist jähre lebendige Zäune in der Weise an-

werden, nicht so se gegen Gottes Gebot, al der Menzchen : wegen, die Erholung haben müssen. Das gilt freilich nicht vom Staatsdienste, besonder vom diplomaiischen, wo auch Sonntags Depeschen und Telegramme kommen, die erledigt sein wolIcn. Auch dagegen ist nichts zu sagen, daß unsere Bauern in der Ernte, wenn eö lange geregnet hat. und es SonnQbendZNachmittagv schön Wetter werden will, dann ihr Heu und Korn des Sonntags einbringen. Ich würde es nicht über's Herz bringen, das meinen Pächtern, etwa im Ccrttrakte, zu untersagen. Ich selber kann mir das gcstattt:z, da ich den etwaigen Schaden eines 'snatsregens mir ansehen kann. k?fc.Vcrp.!fi:u.' ! otllflll Nicht nur die Thee wird in auch New die Kafe?)ork und fälschung Chicago in colossalem Umsange und mit einem Rassinement betrieben, das Stau nen erregen muß. Abgesehen von dem Mocca- und überhaupt von dem in Arabien gebauten Kafe ist der Javakase der beste und theuerste im Markte. DerT 1 C V r m f 1 . "be wird um fo hoher geschätzt und be 4aM4 äk XfiMfiAM fM.MA V a tr zahlt, je dunkle? und brauner die Farbe der Bohne ist. und eine besonders beveroienen, nt leicht zu berechnen, wenn man bedenk, daß Kase aus Mexico, Cu ba und Central-Amerika einen Marktwerth von 12 bis 15 Cents, guter Java-' Kase einen solchen von 18 bis 25 Cents pro Pfund hat. In dem Hintergebäude eines gewissen Dr. RSsÄ in Cbicaao bat bis. vor Kurzem die Enaros 5andluna ' XS Schmidt Brothers die Fälschung des Kafe in großem Maßstabe betrieben, und es ist interessant, das hierbei eingeschlagene Verfahren kennen zu lernen. Das erwähnte Hintergebäude hat zwei Stockwerke. Im Parterre wurde der ankommende ordinäre Kase aufbewahrt, im oberen Stockwerke bearbeitet. Das letztere besteht aus zwei Abtheilungen, dem Hitz- und dem Kühlraume. Der Hitzode? Schwell Raum ist von doppelten Wänden umgeben, die 5 bis 6 Zoll von einander abstehen. Die innere Wand ist mit mehreren Lagen von Latten versehen, so daß sie die Hitze lange zurückhält und dann in der gewöhnlichen Weise geplasiert. Auf dem Fußboden befindet sich zu nächst eine Lage Backsteine und über solche ist aewöbnlicher Sand rnebrere Zoll hoch aufgeschichtet. Unter diesem Gemache befindet sich ein großer Ofen, von dem aus Heizröhre durch die Decke qesührt sind ; letztere lausen in gleichmäßigen Zmischenräumen durch den Sand, . . . ' ' .

j ' ZVti?Htn fn- I uSinN i siü , nmaliaen Java. Den ordinärsten Käsetorten ten zum Geschenke. Als man vor eml- ! (ufhrm ns niifV nfrrtitht genau das Ausseben dieses mer,hvllen g Tagen den Elephanten durch ta'S b Käses zu geben, ist die Ausgabe der FSI laiserlichen P.last sührte, rib sich der-'L ml' i3m. Kfi: f, vecins st ru.iA.HFt r,; r loi s r. f t . 1 r.:l. 't.-:t ' ' v ... ! !)aoen lyre veionoeren Speciaiilaren ,

uituius - V7kiuiiiitv Utvtt;

Ueber öem Sande befindet sich ein wci- no ma rueyr emer Almanacye vertcrer aus Blech hergestellter Boden. ! kaufen. Die Thüre, welche in denRaum fübrt. Endevor.iaerWoüewurde

ist mit Blech bcschlaaen: neben ibr hängt ein Thermometer an der Wand, . . . . ' dessen Quecksilbe? bis vor 5 Wochen, so lange der Raum gebraucht wurde, stets . p. ,Tt . (v , f . , rt - f . - . y?rnis iyen musue. (!!nf vw i a A rtX "uKul" uWÜUÜl" wuiuc uujant v k A 1 W A .X IVUI Töpse oder Kessel gesetzt, mit je 200 t D h ah.. Pfund Eaffee angefüllt und Bohnen erreichten. Das Feuer wurde bis spät rn der Nacht brennend erhalten, damit während des Restes der Nacht bis zum Morgen eine zu große Abkühlung nicht eintreten konnte. Waren die Bohnen bis zu der erforderlichenGröße ange r . v r. v r t schwollen, so wurden sie in dem anaren zenden Raume zum Abkühlen und Trock nen ausgebreitet. Bon hier , aus liesen die Bohnen durch eine hölzerne Röhre Ä' m figSS v,:,..- v- m t b 2n i 5 ? müg annahmen. Denau die eWei hergestellten Javaeaffee Inn,e nunmehr frftrtift, tirÄ ich rr... sr?;..

,.vvv v, vi n itiuiu iU (Cl. stY1.. ... . m. Händler, nimmermebr aber ein ldall, Mitglieder des amerikanilchen Ru

Händler von echtem Java unterscheiden; er wurde in Säcke verpackt, in denen echter Java importirt worden war. Diese Säcke können hier nicht nachgemach! werden; sie sind aus einer Pflanzenfaser gewebt, die nur auf 'Java heimisch ist. Auch der Zwirn, mit dem die Säcke dort zugenäht werden, besteht aus derselben Faser, solchen Zwirn hat sich abeö die genannte 5andlung kommen lassen und auch die Naht wurde genau so hergestellt, als ob die Säcke in Java zugenäht worden wären. Den Farbstoff, der zum Bräunen des Easfee verwendet wird, hat die genannte Handlung aus Belaien kommen laffen ; es muß daher aus den! wuchern des Zollamtes in New York hervorgehen, aus was dieser Farbstoff besteht und ob er der Gesundheit nach.

" Tt . -Vk ex ir fange die Easseeversällchung betrieben j wurde, geht oaraus hervor,, daß vor Kurzem Feuer in dem Nösch'schen Hinter aebäude auskam, und dan sich damals 000 Pfund angehender Old Govenijnent Java" in dem Hitzraume besänden. evendtgeZäutt?. r Die St. Paul, Minneapolis undMa-nitoba-Eisenbahn, sowie große Strecken der nördlichen Pacificbahn würden einen großen Theil des Winters hindurch durch Schnee blockirt sein, wenn nicht die am meisten dem Winde ausgesetzten Strecken durch hohe Bretter-Wande geschützt wären. Diese Schr.tzwände müssen minbestens acht Faß hoch hergestellt und durch die siärtsten Eichen-Pfosten gestützt werden ; sie kosten ?800 per Meile. Ader auch die stärksten Pfosten werden häusiz von dem Sturme umgebrocken und außerdem werden die Bretter von den benachbarten Ansiedlern mit VorHöcsCjtoolen und von Tramps al Brennmaterial verwendet. Leonard Hodgeö ist bei der Errichtung und Instsndhaltung der Schutzwände die Ober'.eitung von beiden genannten Bahnen legen iaen, Dajj er an der Nordsette der Bahnen zwei parallel lausende Reihen, an der Südsei:e eine Reihe von Weiden anpflanzen läßt. Die bisherigen Bretterrrönde werden natürlich erst beseitigt. wenn die Weiden ein solches Wachsthum mannt f . m . , ,, , haben öa ; ne Schutz gewahren. er Werde sollen au.Ä die unter Mieten cer eiöe jolien auch dcm i-imen box eider bekannte Flie-dcr-A:t,Cotlonwooo und Eschen versuchZmciie ur Verwendung' kommen. Ein Weidenun erreicht in 4. Jahren .. -, i ... 1 . . i : - . naai oem '4?ninzen oer tealinae eine Hö'.)e vo.r 12 Fuß. D:r Boden ist an vielen Stellen so arm, daß er bearbeitet und mit besserer Erde gemischt werden muß, ehe man auf eine günstige EntWickelung der Anpflanzungen rechnen kann. Im ganzen Nordwestcn, namentlich im westlichen Minnesota und in Dakota hat man begonnen, der Anpflanzung von Bäumen große Sorgfalt zuzuwenden und es ist zu hoffen, daß diese Verbesserung einen wohlthätigen Einfluß auf die

iuig iji ooer rncyr. weitem um-.

klimatischen Verhältniste dieses Landes- eingereicht haben, der Legislatur den theile äußerr. iEntwuf eines Gesetzes vorzulegen, nach 71 T- t r ' welchem nur registrirte Aerzte practiciren Den englisch, chrne lschen,,-. ' 3

' Blättern wird Folgendes aus Peking! berichtet: Vor - VI zem erhielt OCr Kaiser von China vom Könige von t I A AU AkUAU ai&UAU . U ciuc in üu5in ius UN. zcr-, trat auf der Flucht mehrere Ho bedienn . m - r j i v 01 r j des alast-(souvcrneurs ein Gerlcbtsbos zusammen, der den Elepbanten zum 5)ungertode vcrurtheilte. Bor Allem rissen nun zwei Palastdiener dem armen 5hm hl- mntn n?!a mnrnnf man d.z - , '-W W V - W.v.MI. selbe mittels Stricken in eine zu diesem Zwecke eigens hergestellte tiese Grübe - J Wnnli! fft. hnm t ? dnrt fnnnnt hfr- ! Jt I - " schmachte. Füns Tage nachher war der Elephant eine Leiche. Den Familien der getödteten Diener wies Kaiser Q'J'.'.g'su lebeiiSläng'.i . e an." '4eustoner: !5üt Jn:nde. Mit dem Dampfer Orinoc"' Woche 75 begaben sich nde voriger Cajüten.Passagiere nach Bermuda meist Shoddy-Arrstokraten, die sich rm Glänze emer geborenen Aristokrat, derPrlncez; Loulse, sonnen wollen. Der Sturm, den W ig gi n s sür das ganze Gebiet der Ver. Staaten und sür Canada auf den 0. d. M. vorausgesagt hat, ist bekanntlich nicht ein getroffen. Wiggius hat aber sehr viele der von ihm herausgegebenen Almanache verkauft. Dcr Sturm, den Wlggrn für den II.März vorausgesagt hat, mag eintreffen oder nicht, Wlggins wird t ' r r f f - . in New Bork die erste Strafe wegen . ' . versuchten Selbstmordes zuerkannt Lawrence Bullard, ein dem Trunke er-, aebenes Subiect, hatte sich in einer Zelle . .. . . . . ,-r. r - " e . r. . ces Monden esangnis ausgeyangr, . j. i. .(..(j.u:ti . , romuc ieu)Miuu uuucuyuuua uuu ju einem Jahre Gefängniß verurtheilt. In . allen früheren Fällen hatten die Ange Gelegenheit, den Maschen des gen Gesetzes zu entkommen. afellows hrawatha" ist von Prof. Pervanoglu ins Griechische übersetzt worden. In der Nähe von Grand Forks, Das., sah dieser Tage einFarmer aus einem seiner Stroh-Feimen Rauch aussteigen und goß einige Kübel Waffer über das Stroh aus. Als kein Rauch mehr erschien, wollte der Mann, größerer Sicherheit wegen. Waffer in das Inw sau e empor, der Farmer stürzte in den stch im Innern des Strohes gebildet hatte und er. e., ,, , Zu A,che. I D r. N c i o c und C a v t. ic e n nere des Feimen befördern, stieg aus jolderclubs, sind soeben nach an interessanten Bootfahrt in New Orleans angekommen. Sie bestiegen im vorigen August im See George ein Segel- und Ruderboot, fuhren durch den Ehamplain und Erie-Canal, sowie auf dem Oswego in den Qntario, gingen von hier per Bahn nach Olean, schifften sich hier aus. dem Alleghann ein und gelangten aus! dem Ohio und Mississippi nach Nen Orleans. Sie hatten, wiederholt mit' dem Eise zu kämpfen, verloren ihre S? gel und Ruder durch Feuer, versichern aber, daß sie sich noch nie so gesund und kräflig gesuhlt hätten, als - nach dieser Reise.' Zn den drei Südsta aten (Virginicn, Tenneffee und Mississippi),! welche ihre Schuld halb oder ganz repu-

I diirt Haben, scheint nun ach Arkansas l

fgmmen in wollen, d h,bt fttnhr der Ini8fat;r umXn hnh, in n ha Inn zielenden Antrag dem Volke zur Ab stimmung zu unterbreiten. Die Repudiation beträse alleEisenbahn-Garantie, Levee- und Halford-Bonds, oder etwa zwölf von den fünfzehn Millionen der Staatsschuld. I n D e t r o i t.M i ch., w u r d c dieser Tage ein Brief bestellt, welcher laut der Poststempel am 11. Juli 1879 in Manchester, Ind., aufgegeben und am 12. Juli 1870 in Detroit angekommen V?ar. Es hat nicht ermittelt werden köntun, wo sich dcr Brief in der Zwischen zeit umhergetrieben hat. Henry Hudson inMadclia, Minn., ließ sich dieser Tage im Fluffe, in dessen Eisdecke ein Loch gehauen worden war, taufen, während das Thermometer 30 Grad unter Null anzeigte. Während sich die vierzehnjährigen Knaben John Ware und Lewis Warner diefer Tage in Colsax, Ja., mit Schneebällen warfen, geriethen dieselben so hart aneinander, daß sie ihreTaschcnMesser zogen und auf einander losstachen. .Ware erhielt eine tiese und gefährliche Wunde in die Schulter, an welcher er im 'günstigsten Falle Wochen lang darnieder liegen wird. Bei Burlington,Ja., stürzte diese? Tage ein werthvolles Pferd meine wafferleere Cisterne. Man konnte dem ! Ct! ma m S 4 mVawO T.o VVm Js Ca!( -CyiClC UlUjl UUUCl IU9 UUl'Ull UCUl'ül IBVMU V V V V V mn aueinen Schacht nach der Cisterne lsr, mrs sa mk- s; mpn nrtu rrtsirt rnrt ftnem rttrtftninnrttti U4lWa y jvv IViU WV bUVJVil ans seiner Lage befreit wurde, zeigte es itroij der ungewöhnlich strengen Kälte, die wahrend dieser Zelt herrschte, mne ;(sm,r ut von Ermattung. Futter und Wasser hatte man ihm in einem Kübel, der an einem Seile in die Cisterne hinabgelassen wurde, wiederholt zukommen 'lassen. In G l e n w o o d, I a., l i e g t der iSchnee so hoch, daß man die einzelnen Häuser durch Tunnel mit einander ver funden hat. In Dakota nehmen die Quacksalber so überHand, daß die wirk lichen Aerzte, die dort wohnen, ein Ge such bei der Regierung des Territorium! ' hArrn:,K5fl4 rvs- ! rnfrt&ifun . htn nntrünhtr htbürUn. U i TV II II ! k I I K mt m i " , , ch fertigen die besten Meisel, andere fc.nL msf,n n wiv -v- v uj v v - v ivuv v Erfindung sind Hämmer aus einer Cmc--..: k; ..x k:. - ZrM U ov arbelt.n. . D er 15 j a hrig cH a rröSchrnidt ! New York,welcher wegen Selbstmord. ' ?u?!?M uroe, yar gar rem . f verschluckt,sondern nur eineKomödie j Aii(AVMhttl Hah A VAKln . r . fl .1 C I . "IbH W 5 i chen". Die Tafchen des Benqels ent hielten eine ganze Anzahl Zehn-Cent-Novellen, jener bekannten Schundliteratur, die fo.viel Unheil stiftet. Ein liebenswürdiger Schwiegervater. Ein angesehener junger Mann in London, Ont., hatte sich mit der Tochter eines reichen Farmers bei Toronto verlobt. D)r Tag der Hochz'it war festgefetzt, als der Vater dcr Braut ! hm Bräutigam eröffnete, aus der Hoch. : ,ftnnf z. werd-n. 5i. Nrnnt fcl6ft theilte dem jungen Manne mit, sie c j0 entsetzliche Dinge in überzeugen- ' der Weise über ihn erfahren, daß sie ihn verachten müffe; die Details seien so schmutzig, daß sie dieselben auch nicht einmal andeuten könne. Der junge Mann war sich nicht des leisesten Unrechts bewunt uno veaustragte mearere - Detectives, ob sie nicht die Ursache der plötzlichen Abneigung semer Braut er Mitteln könnten. Diese entdeckten bald, daß ein lüderliches Frauenzimmer von dem Vater der Braut gedungen worden war, an die letztere Briefe zu schreiben. ! in denen dem jungen Manne haarsträu i r m t benoe Vlnge zur an geiegr wuroen. Der Vater hatte den Bitten seiner Tochter um seine Genehmignng zur Verlobuna nachgegeben, dies spater bereut und suchte nunmehr die Hoch - zeit auf die angegebene We:ie zu ver - I 9 . t f ' . ? - . eiteln. Die Braut erwiderte auf die iyr gemachten Enthüllnngen, sie könne nicht glauben, daß ihr Vater fo schlecht sei. und der junge Mann hat auf Erfüllung öes HochzeitLversprechens odu: Schadenn:iU iiiajt erhoben. Vom Auslande. Das Bild in Ungarn, welches Ujvaros, Raab-Sziget und Revfalu darbieten, ist nach dem Berichte des P. L!." das furchtbar schönste, welches man sich denken kann. Wer hat eine eingefrorene Stadt jehen ? Eine nnermeßliche Eisfläa)e, in der die Häuser begraben liegen, eingepackt bis zum Giebel, dort die Fenster, hier selbst di: Wände durchschneidend, ein Spiegel, der die hellen Sonnenstrahlen in tausendfachem Glänze aus die Trümmer, die Zeugen der angerichteten surchtbarcnVcrwüstung zurückwirft ! Auf der festen Eisdecke wandern Hunderte von Menschen zu dem Grabe ihrer Habe, sie bleiben stehen vor den Trümmern ihres geliebten Heims. Sie blicken hinein, ein Eisblock ist das Ganz?, er spiegelt ihnen ihr Unglück, ihr eigenes, thränenüberströmtes Gesicht zurück. Trotz des imposanten, in seiner Art einzigen Anblicks, eilt doch Jeder rafch hinweg von dieser Trauerstätte, wo sich in so wenigen Stunden so viel des unermeßlichen Unglückes angehäust hat . Die 12 Kilometer L f ilinie von Amsterdam gelegene Pulverfabrik Knegsmarni" ist am 1!). Jan. in die Lust geflogen. Das große Etablissement liegt ungefähr zehn Minuten von dem uralten Städtchen Muiden, das.

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16: wobnt. zur Zeit als eine fürchterlich oer wüstete Stätte ersehe','.::. In dcr Früh' stückspause, während welker der größtt Theil der 60 Arbeiter die Fabrik verlasscn hatte, erfolgte ein furchtbarer Knall, dem drei schwächereSchläg? sich anschlcsscn. Die Trockenkammer war in die Lust gegangen, und alsbald wurden die übrigcn Gebäude zertrümmert. Eine mächtige Flammengarbe schoß empor. Maucrstücke, Balken, menschliche Gliedmaßen und ein Regen von Glasscherben sauste durch die Lust. Von zwanzig meist verheirateten Arbeitern weiß man genau, daß sie noch in den Gebäuden beschäsiigt waren, als die Explosion erfolgte, aufgefunden sin zwölf Todte und mehrere Verwundete, während 3 oder 4Perfonen sich durch die Flucht retten konnten. Die dicht an der Pulverfabrik belegenen Arbeiterwohnungen bilden nur ein einziges Trümmerfeld. In dem Städtchen Muiden ist keine Scheibe, kein Schornstein, kein Dach unbeschädigt geblieben. Außerdem sind sehr viele Hausermauern eingestürzt. Die Bäume in der Umgegend sind geknickt, entwurzelt und kilometerweit durch die Gewalt des Luftdrucks davon getragen. Die Einwohner entflohen entsetzt ' aus ihren Häusern in's Freie mitten unter die hageldicht rnedersallenden Fensterscheiben und Mauerstücke. In der Glanzkammer waren zur Zeit der Kata strophe 10,000 Kilo Pulver aufgestapelt. Ein wahres Glück ist es, daß der eigentliche Pulverthurm mit 150.000 Kilo Pulver unversehrt blieb. Die Ortschaf ten der Umgegend fühlten die Erplosion wie ein mächtiges Erdbeben. Ja Buf sum, Baambrugge, Wcesp, Nigtevegt zitterten und krachten die Häufer. Bis Hilvenfum (14 Kilometer weit Luftlinie) wurden die Pulverschläge stark verspürt, und in dem gerade abfahrenden Eisenbahnzuge merkte man ein heftiges Schwanken, während dcr Luftdruck allenthalben die Lichter auslöschte. In dem 12 Kilometer abseits liegenden Amsterdam dröhnten die Häuser und spran gen die Fensterscheiben, so daß die Menschen entsetzt "auf die Straße stürzten. Zuerst glaubte Alles, ein mächtiges Erdbeben sei eingetreten, bis dann die eigcntliche Schreckenspost eintraf. D i e unheilvollen Wirkungen, welche die Alluvialkatastrophe in Ober-Jtalien verursachte, beginnen sich jetzt eift recht fühlbar zu machen. Abgesehen davon, daß noch Taufende von Aeckern unter Waffer stehen, liegt in Folge des starken Schneefalles, der in den Voralpen und selbst in den Riederungen stattgefunden hat, die Besorgniß vor neuen Überschwemmungen ungemein nahe. Daß solche, wenn auch nicht gleich, so doch für' Frühjahr bevorstehen, darüber kann nicht der mindeste Zweifel obwalten. In Capo di Ponte bei Vresca stürzte unter unheimlichem Krachen die gigantische Kettenbrücke ein, die dcr Fluth so lange Wi derstand geleistet hatte. Zum Glück ist Niemand dabei zu Schaden gekommen. Die Erschütterung war aber so stark, daß man in Capo di Ponte an ein Erd beben glaubte. Im Venetianischen sind ja alleViadulte dermaßen beschädigt, daß auch dort noch ahnliche Demolirungen vorausgesehen werden. Dort existirt aber in der ?!iederung von Polesella noch ein enormer Schlammsee, dcr mit einem Flächeninhalt von 200,000 Qu.-Ruthen an die 400,000 Qu.-Ruthen große Lagune von Canalbianco grenzt. Dies enorme Becken entstand zum Theil durch den bei Foffa Polesella von dem der Regierung vorgcnommenenDurchstich,durch den man irrthümlich die Alluvialzone zu vermindern hoffte. Letztere grenzt an den Po, den Eanal Bianco und an die Foffa Polesella. In Folge der grenzenlosen Unsähigkeit, welche die Regie-rungs-Hydraulitcr bei diesem Durchstich an den Tag gelegt hatten, beanspruchen nun die betroffenen Kommunen enorme Entschädigungen. Die Pella-gra-Seuchc greift in den inundirten Gebieten derart um sich, d.ß ganze Kommunen davon befallen werden. Der Tiber bedroht Rom mit einer Ueberfchwemmung. , Ueber d ie letztjährige Weinlese, in Frankreich lauten die Angaben noch weniger befriedigend, als man erwartet hatte. Der Gefammtertrag erreicht kaum 30 Millionen Hektoliter, während die Durchschnittsernte von 1870 1878 sich auf 51 Millionen bellet. Das Jahr 1875 h.;tte das Maxnnum, j vo dem man je hörte: 83 Millionen i yek . ktoliter, geliefert. Zum Troste für die schlechte Ernte wird redoch in Enn nerung gebracht, dar " ährend dcr Verheerung durch das Oidin-n das Ertrüg niß auf 10 Millionen H itoliter h:radgesunken war und sich dann allmäliz bis zu den angedeuteten Verhältniffen erhob. Auch darf nicht übersehen werden, daß die jungen Weinberge, die an Stelle derer, welche wegen der Reblaus ausgerottet werden mußten, angepflanzt wurden, wieder nachwachsen, und daß im Jahre 1882 allein 35,000 Hektare mit Redjchößlingen neu besetzt wurden. Nach amtlichen Ermittelungen betrug die Zahl der deutscher: Colonisten im südwestlichen Rußland in den scchsziger Jahren 5000 Familien, während dieselbe jetzt 30.000 Familien ausmacht. Eine erstaunliche Thatsache ist dieser Tage in 5kiew bekannt geworden. Ein alter Jude wandte sich nämlich an einen der Beamten im Kiewcr Duma mit der Frage, ob man daselbst ein Handelszeugniß lausen könne. Der Beamte forderte die Vorzeigung derDokumente. Zur Verwunderung deffclben überreichte ihm der Jude indessen anstatt eines Dokuments eine Quittung vom Wassilkowschen Stadtamte, die wörtlich lautete : .Dieses Zeugniß berechtigt den Juden (hier folat der Name) zum Tra- , g-n eines Käppchens für das Iah? 1882. Die Gebühren hierfür sind mit 5 Rubel erhalten." So unglaublich es auch scheint, so existirt solch' ein Gesetz dennoch und zwar aus dem Jahre 181S und lautet dasselbe wörtlich : alle Juden, welche Käppchen trag:, werden mit riner jährlichen Steuer vo-r 5 Rubel zu Gunsten der Fleischpachr belegt." Die. ses Gesetz ist bisheute noch nicht aufgc. hoben worden !

von unaefähr 20L0 .Menschen b'.i