Indiana Tribüne, Volume 6, Number 145, Indianapolis, Marion County, 12 February 1883 — Page 2

Indiana Hriöune. FSgliche- und Konnwgsauszaöe.

Offlce: 62 S. Dclawlirc Gtr. Indianapolis, Ind., 12 Fcbruar 18s:i. Neisecorrcspottdenz aus Dcutsä,land. Nürnberg, den 19. Jan. 1882. C dürfte für Ihre Leser ganz gewih nicht ohne Interesse sein, zu vernehmen, welchen Eindruck Deutschland und seine Bewohner auf einen D'utsch-Arnerika ner gemacht, der nach sitöenzehnjähige? Abwesenheit sein altes Vaterland wieder besuchte. Siebenzehn Jhre gehen weder an Land und Leuten, noch an dem Gedächtnisse des Einzelnen spurlos vor über und so mag mein Brief am Ende doch manches Neue entHallen und man ches Alte darin mag vielleich! den Eindruck de Neuen machen. Am 30. December verließ ich mit dem Dampscr Werra" des Norddeutschen Lloyd New York. Um 412 Uhr Mit. tags verließ das Schiff die äußere Bai und in der Nacht, vom 8. auf den !). Januar traf es vor der Wesermündung ein. Wir hatten also, den Zeitunter schied in Berechnung gezogen, die Reise von New York nach Bremerhaven in 9 Tagen gemacht. Die Veschwindigleit der Fahrt ist um so erstaunlicher, als das Wetter keineswegs günstig war. Aber die drei neuen Niesendampfer des Norddeutschen Lloyd, Werra", Elbe" und .Fulda" durchschneiden die Wetten ohne Rücksicht auf Wind und Wetter und machen ihre'370 400 Meilen per Tag. Das Erste, was mir, als lch mich deutschem Boden näherte, in die Augen .siel, war eine Uniform, und wie viele Uniformen habe' ich seitdem gesehen ! Auf Schritt und Tritt sieht man Uniformen, und Bismarck hat Deutschland nicht nur unter seinen Hut, sondern auch unter seine Pickelhaube gebracht. Schon auf der kurzen Fahrt von Bremerhaven nach Bremen bekundete sich mir der Pik kelhaubencharakter Deutschlands darin, daß jeder Frachtwagcn die Ausschrift zeigte: 30 (oder eine andere Zahl) M. otr Pf.". Das bedeutet, daß im Kriegsfalle dieser Wagen 30 Mann oder 6 Pserde aufzunehmen hat. Was mir außerdem, nachdem ich mich kaum eine Viertelstunde aus deutschem Boden, befunden hatte, entgegentrat, das war dievielgerühm'te deutsche Ehrlichkeit. Ihr Auftreten trug freilich einen etwas zweifelhaften Charakter und flößte mir durchaus keinen Respekt ein. Ich wollte an meine Mutter telegraphiren. rMan sagte mir (ich befand mich im Bahnhos zu Bremerhaven, auf den Zug nach Bremen wartend), daß ein Bote des Te legraphenamtes kommen werde, dem ich die Depesche übergeben könne. Nach einer Weile sah ich einen Mann (ohne Uniform) von verschiedenen Pas saaieren Depeschen entgegennehmen. Ich übttgab ihm meine Depesche mit der Frage, was sie koste. Er zog em kleines Notizbuch aus der Tasche, blätterte darin Heruni und. murmelte Etwas vor sich hin, das wie Baiern" und Ausland" lautete und forderte endlich 1 M. 50 Pf. Ich bezahlte. Die Sache war mir jedoch ausgefallen, ich erkundigte mich und erfuhr, daß für den telegraphischen Verkehr im ganzen deutschen Reiche eine einheitliche Rate cxistire und daß der Preis meiner Depesche nicht mehr als 70 Pf. sei. Nun hatte ich doch nicht Lust, .mich gleich bei meiner Ankunft in Deutschland übet's Ohr hauen zu lassen und ich stellte deshalb den guten Mann zur Rede. Um sich herauszulügen, be hauptete er, nicht zu wissen, daß Baiern in Deutschland liege. Was ich ihm sagte, klang nicht sehr schmeichelhaft, und ich lieft mir Depesche und Geld zurückgeben. Und als ich nachher unter meinen Mitpassagieren Nachsrage hielt, fand ich, daß sie Alle betrogen worden waren. Ach Gott ja, die deutsche Ehrlichkeit ! Nun, Spitzbuben giebt's überall, aber es macht doch einen sonderbaren Eindruck, wenn man gleich beim Betreten des Landes betrogen wird, Men Bewohner sich in Selbstüberschätzung bekreuzigen, wenn sie von einem amerika nischen Schwindler hören. Meine Depesche übergab ch nachher dem unisormirten Boten des Telegraphenamtes, der mir allerdings nicht mhr als 70 Pf. abforderte, wodurch mir aber sofort der civilisatorische Einfluß der Uniform klar wurde. Deutschland's Elvlllwtlon ist uniformirt. Sogar die Richter tragen unter ihrem Talare eine Uniform. Ob Uniform und Talar die Würde ei nes Gerichtshöfe' erhöhen oder nicht, vefmag ich nicht zu beurtheilen, aber seit ich vor einigen Tagen zum ersten Male der Sitzung eines deutschen Schwurge richts beiwohnte, bin ich von dem Wah ne, daß unsere amerikanischen Gerichts Höfe an Ordnung und Würde hinter den deutschen zurückstehen, gründlich ge heilt, " Der Redakteur der Fränkischen Tagespost" in Nürnberg. Herr G. Löwenstein, war wegen Beleidigung eines Po llzeisoldoten angellagt. Er hatte einen Bericht desselben an seine vorgesetzteBehörde als denunciatorisch und lügenhaft bezeichnet. Trotzdem die Zcugenaus sagen ergaben, daß der Bericht' wirklich denunciatorisch und lügenhast war,sprachen die Geschworenen doch ein Schuldig ausl Baiern ist meines Wissens das einzige. Land im deutschen Reiche,welches sich zum Schutze derPreßfreiheit (!) eines Gesetzes erfreut, nach welchem alle PreßProzesse vor Geschworenen verhandelt werden müssen, und eine solche Errungenschaft wird so wenig gewürdigt, daß' in ernem Falle, wie m dem erwähnten, die geschworenen ein schuldig aussprechen. Und Vorgange habe ich bct ? - r . 111 AAtflM.4AM VA.lk.A 4 14& M M I .4 j oicicn Kiyuiiuiuniiui cuuuujici,iuuujc mJt .Minifi'tti .JMSfxAnftJri n - nach amerikanischen Rechtsbegriffen ge radezu unerhört sind.

-Aier üiuuiöuuiyuii utuuui ms ; vyuuuuquu uuinyi i, Ullilkmillll i u ' lctneumunns jci i v) cnernte cn nrt. T i V . O . . ' I "Z"'-') "'""Un U fy-VMllUlt

fT . i.lPMi4f( (maM tm S. tK ii rt y n nt il ntiAiC Mfi CTl . ! u i . :rf. in

-ociiyciuigct jicuicu o'b' tTBn w ifu" ujuciiocgs uno xoixo Don pitül die nutürlidicn Öilf t V . . - A. ..U.. V ! flfnttnAvIin AiMÜlmmn. I Srttl rt rf Mtn.t.a U....S. Sv I t. . . . . ' a I -

uiuty riur vi wuiwuiuu aMh,1" t Imv7 f"113 lu. vsmuuur wtro üUCCHS kNlwlaeln.

ßen in den Mund gelegt wurden. )cr Gerichtspräsident erlaubte sich in Ge genwart der Geschworenen die Aemerkung, daß er den Aussagen eines gcis sen lcuaen leinen Glauben schenke, der

Angeklagte m-Lßte sich bei dcr Abzabe s des Wahrspruchcs entfernen und m dem Vcrböre der Zeugen war auch keine Spur von System zur Eruirung der Thatsachen. . Das Gelungenste aber was die Eonsrontirung der Zeugen. Oa 1 standen einmal vor dem Richter vier Zeugen zugleich und stritten mit cinander, als waren sie im Wirthshaus. ES war eine Scene, so häßlich, wie ich sie trotz zehnjähriger Praxis in amerikani sche:: Gerichtshöfen noch niemals erlebt habe. Nachdem der Vertheidiger seine Rede beendet hatte, erlaubte sich Einer im Zuschanerraume ein halblautes Bravo. Nur die Nächststehenden könn? tm es gehört baben. Flugs aber. hatte ihn eine unisormirte Pickelhaube am Kragen und fährte ihn, ohne Rücksicht auf die im Ciange befindliche Verhand lung. vor den Gerichtspräsidenten. Die scr ließ, weil er selbst von dem Bravo nicht gehört halte, den Mann lausen. Allgemach aber werde ich mehr und mehr von der Berichtigung der Anwendung des Seume'schen Verses überzeugt : .Seht, wir Wilde sind doch bessre Menschcn!" Das habe ich auch aus der Fahrt von Bremen nach Nürnberg gesehen. Wahrend man von Jndianapotls nach New "))ork in dem mit allem Eomsort ausgestatteten Schlafmagen ohne Wagcnwcchsel fährt, mußte ich auf der kaum halb so großen Strecke Vrcmen'Nürnberg während der Nacht sünf Mal den Zug wechseln. Was der an schnelles und bequemes Reisen gewöhnte Amerikaner dabei empfindet, läßt si) kaum schildern, man darf aber überzeugt jc:n, dejj er mehr flucht, als schläst. Iu Deutschland sammelt, singt, concertirt und musicirt jetzt Alles für die Ueberschwemmten und die Gaben fließen so reichlich, daß der schlimmsten Noth bereits abgcholsen ist. Ich muß gestehen, daß ich von der sich entfaltenden Mildthätigkeit aufs Angenehmste überrascht bin. Von politischen Ereignissen schweige ich. Was auf dem Gebiete der Politik voracht, das hören Sie ja durch den Telegraph und durch deutschländische Leitungen viel früher, als durch meine Eorrespondenzen, und ich werde aus die sem Grunde auck in meinem nächsten Briese die politischen Ereignisse möglichst wenig berühren. Philip Rappaport. Ecuador Schwerfällig und langweilig ist das Leben in den Freistaaten des spanischen Südamerika nie. Auch in Ecuador hält. rvenn gerade einmal die Erdbeben nicht gerathen sind, em Attentat aus den Pra sidenten, ein Meuchelmord, ein Staats streich die Bevölkerung in fortwährender angenehmer Aufregung. Wie neueste ! Revolution, welche sich soeben abgespielt hat, kam ein wenig zu spat und sollte eigentlich schon im Jahre 1880 in Scene gesetzt werden. Um die Tragweite die ser Revolution richtig zu verstehen, muß man ein paar Jahre in die Geschichte des Freistaats zu beiden Seiten desAcquator zurückgreifen. Seit Ecuador im Jahr? 1830 aus dem Verbände der Ver.Stasten von Columbia ausgeschieden, hat es sich 185 eine Verfassung gegeben, diese 1852 durch die Nationalversammlung nnh 1R;V hitrrft 90ni5Trttiir nhnp'äns dert, und nebenbei ist seine Geschichte eine ununterbrochene Kette von Revolu - tionen von unten und oben, welche das Land zu einer gedeihlichen Entwickelung nicht kommen lassen. 1801 wurde Garcia Moreno als Präsident erwählt, legte im 4. Sept. 18G5 die Präsidentichast nieder, stellte sich aber 1869 in Folge einer ausgebrochenen Revolution als Dictator an die Spitze des Staates und wurde 1870 wiederum als Präsident er wählt. Er suchte die katholische Hierarchie in Ecuador zu krustigen und zu stei gern und sich durch deren Einfluß an der Spitze des Staates zu erhalten, wü:de auch voraussichtlich erfolgreich gewesen sein, wenn ihn nicht drei Meuchelmörder im August 1875 in einem Corridore des Schatzamts'GebSudcs in Quito erdolcht hätten. Der nächste Präsident, Dr. Borreso, wurde ausnahmsweise legitim erwählt, respcctirte die Versassung und mußte aus diesem Grunde schon im September 1376 dem Commandanten der Truppen in Guayaquil, Jgnacio de Vaintcmilla, weichen, der am 14. Dezember 'einen Staatsstreich mit dem Geschicke eines Napoleon III. in's Werk setzte. Dieser schlaue Usurpator erwarb sich durch eine zweijährige gute Verwaltung das Vertrauen des Volkes, und berief 1878, behuss Annahme einer neuen Constitution, einen Rationalconvcnt nach Ambata. Diese würdige Versammlung beschloß, was Vaintcmilla dictirtc, erhöhte dessen Gehalt auf 24,000 Pesos $17,000, bewilligte seinem Höchstcommandirenden der Truppen eine Dotation von 7,0,000 Pesos als Belohnung sür die bei dem Staatsstreiche geleisteten Dienste, und seinem Rcsfen 100 Quadratleaua's eine LeguaZ geographische Meile I ZI ZZ ai: i. v ,.r . t vurliliiqcr auoereicn. 5vcr uzurpaior behandelte sein Volk, wie es angesichts seiner Vertreter verdiente; er verletzte die Versassung nach jeder Richtung hin und schreckte vor den größten Niederträchtig, leiten nicht zurück ; einen Zcitungsherausgebe? in Quito, der seine Regierungsweise getadelt hatte, ließ er ohne Weiteres einkerkern, und auspeitschen. Endlich hat auch ' dieses Tyrannen onwoe geschlagen; am 6. vor. bemäcktiate sick di? N?sii:n w fenstadtEsmeraldas. und damit des

,iacn Zollhauses. Der Ne7.k ds'v' m ""'JZ llf sT:"' 77" "Tr"

- i cnt. Ä,,x . ' .:I.r7I '.'.1,7"- "'""U "U'I"" iniii

j Hasen? und der Zolleinlünste entscheidet &er die Herrschast in Ecuador. Die ! & , " vem Dictator treu gebliebenen Truppen I r t nun ns - ' ungefähr 800 Mann baben sick aus i . . r - " oem Dampfer Yuacyo' vorlausig nach iKt ..... ;i . ! . r f. ! ?r i. m n

zur Zeit von einen Triumvirat : Don Elsoy Aisaro, Don Pedro ErlboS und Don Francisco Moutalvo regiert. xi!

ine lehrreiche GcsHiÄte erzählt der in Helena in Montana erscheinende Hcralb". Kürzlich wollten die in. der Viäbe von Iunctivn. einer Station der nördlichen Pccisicbahn, aus ihrer Reservation wohnenden KrähenIndianer ihre in det.Nähe vonMandan, Mor.t., hausenden Vettern besuchen. Sie wandten sich mit der Bitte um Freivässe an den Stations-Vorsteher, dieser stellte ihnen aber nach eingeholter Bewilligung einen aus Locomotive, Tender und irnci bedeckten Güterwagen bestehenden Extraug. In den letzteren nahmen einige dreiüg Jndianer-Familicn Platz; jede derselben hatte aucr rhrcn Nlndrr.l noch mindestens zehn Hund: bei sich. Die ErowS baten um einen weiteren Wagen sür ihre Hunde, dies Gesuch wurde j:doch abgeschlagen und die 000 und einige Hunde tiefen daher neben dem Zuge her. Dies ging, bis der Zug an den Big Horn Tunnel kam und in solchen einsuhr. Des große schwarze Loch, in welche? das Jeuerros; schnaubend und prasselnd hircinsnhr. kam den Hunden bedenklich vor, und sie beschlossen daher, über den Berg zu lausen und sich dem Zuge, wenn derselbe aus demBcrge herauskäme, wieder anzuschließen. Als die Hunde am Ausgange des Tunnels ankamen, war kein Zug zu sehen, sie glaub? tcn derselbe stecke noch im Berge und beschlössen, auf ihn zu warten. Der Zug hatte natürlich, während die Hunde über den Berg liefen, den Tunnel verlassen, war in einen Durchstich eingefahren und es war daher nichts von demselben zu sehen. Die Hunde warteten und war tetcn, da die Indianer aber volle acht Tage ausblieben, so starben die treuen Thiere, theils durch Hunger, theils aus Sehnsucht und an gebrochenem Herzen. Ticse Wehmuth, bemächtigte sich der Nothhäute, als diese bei ihrer Rückkehr die Leichen ihrer Hunde erblickten. In Junction angekommen, begaben sich sämmtliche Erows in das Stationsöe bände und der Häuptling redete den Stationsvorstand an : Geehrtes Bleichgesicht! Ich will keine -Rede halten, aber das muß ich sagen, daß Ihr uns niederträchtig und so behandelt habt, als ob wir Eure Sklaven wären. Wir haden einen Wagen sür unsere Hunde ver langt und Ihr habt uns keinen gegeben. Wenn die weißen hcerdenbcsitzer mit ih ren Rindern und Schafen nach dem Osten reisen, so gebt Ihr ihnen ganze lange Reihen von Wagen. Sind die Ochsen nnd Schase der Weißen besser als dir Hunde des rothen Mannes ? Ihr müßt uns Ersatz für unfere Hunde leisten, und wenn Du das Geld gleich bezahlst, so wollen wir mit $25000 zu srieden sein uer ralionsvor neuer erwiderte, er wolle die Sache der Dircction vortragen, da schrieen aber die Frauen : Der Kerl will die Sache blos hinausziehen. lafct Euch aus nichts ein, wenn es erst an's Schreiben geht, sind wir betrogen. Reißt die Schienen aus, steckt den Bahn hof in Brand !" Meine Damen," .nahm der alte Häuptling wieder das Wort, nicht so hestig; wir haben es hier mit einem Monopole zu thun und wenn wir es da nicht schlau ansangen, kommen wir zu kurz. Ich habe einen Plan, werde ihn aber Euch erst draußen mittheilen Die Indianer verließen die Station und der Häuptlina sagte : Wie Ihr fi&t, haben die Bleichgesichter eine i Zweigbahn abgesteckt, die -durch unsere Reservation sührt. Wir werden die Summe für Abtretung des Wegerechts so hoch ansetzen, daß unsere Hunde reich llch bezahlt sind." Sämmtliche Erows konnten diesem Vorschlage ihres Haupt lings ihre Bewunderung nicht versagen, und in der That ist dieser Borschlag ein erfreullches Zeichen für die Blldungssä higkeit der Indianer. Tcr s)a.tcc im Süden. Wenn ein Vorurtheil sich cinmal ein genistet hat, ist es fast unmöglich, dasleiDc wieoer auezurollen, too geyt c auch mit dem Aberglauben, daß der Vankee im Süden verhaßt sei. Diese Annahme ist grundfalsch, mit nichts kommt der Sudländer rn so häufige, in nige und zärtliche Beziehung, als mik dem Bankee. Nachstehende Schilderung von Thatsachen, m der Yankee be deutet, beweist dies unwlderleglich : Wenn der Südländer müde von sei ner mit weiser Mäßigung betriebenen Arbeit Rock, Hosen, Weste und Bein kleider auszieht, knöpft er die Y.knöpfe aus, die seme Zklelder fest und zusam menhalten, zieht er seine B.stieseln aus und schlupft m seme .babuschen. Spa ter zieht er diese und die V-strümpse aus und schlupft in .betten, deckt sich mit V-decken zu, legt das Haupt au B.Wn und ist, wenn, nicht etwa ein paar heimische Wanzen das Bett mit ihm theilen, ausschließlich von V.fabrikaten umgeben. Am andern Morgen tritt sein Fuß auf einen ?).teppich, stolpert der noch Schlaftrunkene über einen stuhl, wärmt ihn der ).ofcn mit P. kohlen, die er mit einer A kohlenschaufc! aus dem .kohlenkaflen schopst, wäscht. fi in -inern 9) rnnMbixfpn imh tiWfnf 7...v... ..........

... wiivh ivtHiii tiiv vv4iivt i0i , 'u v r . v sich mit einem Y.handtuche ab. Ein jVergcbung i zu bitten, und diese wtrd von Trunk aus dem Y.krug -in das W.clai ledem rechtgläubigen" Chinesen bereitqesüllt, ist die Vorbereitung zu dem 1 gewährt. Ecke andere und übFrühstücke, bei welchem, der Kaffee auns nachahmungswerthe Sitte unter N.tssen micMihh und dZ. Nr,,:,'-., den Chine en ist es aber auch, am Neu-

B.tellern mit Z).mcssern und Y.gabeln zu Munde gesüyrt werden. Ein Y.zahnslx. .:n... r rs:.ri. v. stocher leistet seine Dienste, der Südländas B.schloß des Hosthores öffnen und fährt in die Stadt, wo ihn wiederum Y.industrie von allen Seiten umgiebt, So geht es Tag sür Tag, und der intelligcnte Südländer freut sich, daß ?).un - I. . 1 " f und Ä.ca. iuellen des

. ion.'der n rnmt ff ncn m fiitt nnn htm n kl.:, ein ouic, eine zertangerunn ue ;ui

Ha; 'verstände, öffnet die A-thüre, legt icinem lehens für ein serneresJahr zü erlangen. ;d0?'.M,rh, hnfi W nrSirr nn fhnnn .L AN dkN folgenden TagkN splkleN RkU-

I

Sparsamkeit. Wer's Kleine nicht ehrt, ist Großes nicht werth," sagt ein halbwahres deutsches Sprichwort. Sicher ist, daß einmal ein Mann dadurch den Grund zu seinem späteren Reichthum legte, daß er eine Stecknadel vom Boden aushob vnh zu sich stccktlnd daß seit dieserZeit viele Leute Stecknadeln ausheben um zu beweisen, daß sie ebcnfalls verdienen, reich zu werden. Ob Var-derbilt und Jay Gould in ähnlicher Weise den Grund zu ihren ziemlich anständigen Vermögen gelebt haben, berichtet die Weltgeschichte sür jetzt noch nicht, wohl aber lebt, in den Ver..Staaten, und zwar in Ohio indem ! Städtchen Madljon eme Familie, deren Virtuosität im Stecknadel-Ausheben allgemein bekannt zu werden verdient. Als Herr McTariff vor 19 Jahren seme Zunge Frau heimführte, sand sich m der EinrichtAna der äußerst einfachen Wohnung, die jedoch sür ein glücklich liebend Paar gerade Raum genug hatte, auch ein Päckchen Stecknadeln vor. die McTariss noch am Morgen des Hochzeitstageö sür 2 Cents gekaust hatte, Die jungen Leute wußten daß sie den spärlichen Verdienst des Mannes zu Rathe halten mußten, wenn sie langsam vorwärts kommen und an Eventualitäten denken wollten, die Geld kosten, aber auch drö Giück der Ehe erst Dollständig machen. S:e gingen daher sparsam mit :m Gelde, mit den Butter, mit dem Kaffee und auch mit denStecknadeln um. So ost der Mann durch eine Stecknadel einen avacriiienen hmom ctiefctc. oder die Frau ein Band an die Schürze befestigte, steckten sie die Nadeln am Abend wieder in den Papierstreifen, und zwar möglichst an ihre ursprünglichen Plätze. Die Jahre ginaen und die Eventualitä ten einer glücklichen Ehe kamen. Die Binder wurden zu dem schönen Brauche der Stecknadelsparsamleit ebenfalls an gehalten, hatten ein entschiedenes Talent zur Uebung dieser Tugend von ihren braven Eltern geerbt, und so konnte das Haupt der aus. 11 Personen angemachse ne'n Familie am 10. Jahrestage mitGenugthuung constatiren und durch den alten Papierstreifen mit den Stecknadeln beweisen, daß in allen den Wechselsällen d:s Familienlebens auch nicht eine ein zige Stecknadel verloren gegangen war. Nur ein bedauerlicher Umstand störte das stolze Bewußtsein einer vielleicht noch nie mit solchem Ersolge geübten Stecknadel-Sparsamkcit. Der Papierstreiscn war so zerstochen, daß er die Na deln nicht mehr mit völliger Sicherheit festhielt. Ein neuer Streifen möglichst festen Papieres wurde ganz nach Art des alten gefaltet, und sämmtliche Stecknadeln bezogen ihr neues Quartier. De? alte Papierstreifen wurde im Gärtchen unter dem Birnbaum pietätvoll beerdigt. Kinder", sagte der Vater, es ist uns und den Stecknadeln seither gut gegan gen, mit Gottes Hilfe wird es auch weiter gut gehen". ' Und es ging auch wei tcrhln gut. Eine Stecknadel fehlt. Mit ihr hat die Mutter einem kleinen Mädchen, das vor zwei Jahren starb, einen Strauß an die Brust gesteckt. An die Stelle im Papierstreifen, welche diese Nadel einnahm, wird nie eine andercNadel gesteckt. Dieser Tage wurde dik erste Stecknadel vermißt. Die ganze Familie suchte, der Vater ging nicht zur Arbeit. Das Baby in der Wiege schrie, aber man ließ es schreien, um das Su chen nach der Nadel nicht zu unterbrechen. Das Baby brüllte aber immer lauter, und als es die Mutter aus dem Bettchen nahm, steckte ihm die vermißte Nadel im Rücken. Am Kleidchen des Kindes fehlte ein Knopf und man hatte daher dasselbe am Abend zuvor zusam mengesteckt, diese Thatsache aber vergessen. Die Nadel war dem Kinde in's Fleisch gedrungen, und sein Schreien führte zur Entdeckung. Bom Inlande. ersten neuen K a r t o s D r c e r st e n neuen ,'eln und Tomatos sind in New Z)?rk zon Bermuda eingetroffen und werden irstcre mit $S.00 sür daZ Barrel, letztere mt 50 Cents für das Quart bezahlt. , Die Chinesen seiern gegenvärtig ihr Neujahr, ein Fest, daö sich aach mehrtasendjähriger Sitte über mehrere Tage erstreckt. Während dieser Zeit feiern Waschbrett u. Bügeleisen, die täglichen Attribute der meisten in den Ler. Staaten lebenden Chinesen. Selbst der ärmste Mongole weiß sich die Mittel zur Feier dieses dem Obcrqotte Jofc" geweihten Festes zu verschaffen und sollte er zu diesem Zwecke zu anderen Zeiten es Jahres doppelt sparen und entbeh ren. Am Dienstag Abend war der Vorabend des Festes, welcher von allen gläubigen Chinesen in Gebet verbracht wird. Ein Bildniß des Gottes Joß wird zu diesem Behufe uuf einen Tisch gestellt, brennende Lichter und Blumen umgeben das Bild und die obligaten Räucherkerzen versetzen die andächtigen Anhänger des Consucius in die richtige Weihestimmung. Unter sortwährendem Aus- und Niederbewegen des bezopsten Hauvtes beten die Chinesen zu Joß um die Vergebung ihrer Sünden und drüdtn ihm ihren Dank sür das im abgelausencn Jahre genossene Gute aus. Wer Jemanden durch Wort oder That im letzten Jahre beleidigte. . . -f. r .- verp llcylei, oen eiciolgien um irZtage seine Schulden zu bezahlen nd geliehenes Geld zurückzuerstatten sther tef Infnn fffefprfS nisfn mnfllini ?er doch, wenn letzteres nicht möglich lafcrfecsiiAe bic 5SaubtroCfc tinb biefcl5 TV" ' . v - ;: ... -5. ss tt5fn '"der bei den Söhnen des .rlischen Elches sprlchwörtllch g. wordenen ceremoniösen .We.se erstattet '.und empfangen. ! Ein junger Mann ,n aneöi Ar im. ' C . js. 1 a 1 O vmc, )., halle von oer oazler emr Iwoylhadenden Farmers, in sre er nai 'verllcök yaitc, einen icorj ociornincnunü

verfiel hierüber in Trübsinn. Vablich .

veri.ua):en tmt erannlen, ryn ctncc melancholischen Stimmung zu entreißen, und überredeten ihn endlich, an den Er-weckungs-Versammlungen, die in ZaneSrille stattsinden, Theil zu nehmen. Der junge Mann bekehrte sich, verkroch sich, als er die Gewißheit erlangt hatte, daß seine Seele gerettet sei, in cmen Heuschober, setzte diesen in Brand und verbrannte mit solchem. Eine der bedeutendsten Kunflgrößen der amerikanischen Bühne, welche gegenwärtig Boston entzüöt, hat, so oft sie austritt, einen in dem Arrangcment von Bouqucts erfahrenen Gärtner zwischen den Coulissen stehen. Bei ihrem ersten Austretcn wird der Künstlerin ein aus Blumen hergestelltes Ssf darge bracht ; aus diesem bildet dr Gärtner einen. Blumenkorb, der bei Beginn des zweiten Aktes überreicht wird, und aus diesem zahlreiche einzelne Bouquets, die im dritten Akte geworfen werden. Der Künstlerin kommen hierdurch die ihr gewidmeten Blumenspenden viel weniger hoch zu stehen, als wenn sie sich jedesmal M r -x n- 'f- fT - ria)t Alumen oeolclren ließe, er Gärtner hat geplaudert. Herr Jra Ramson, Vrofessor der Chemie an der John Hopkins Universität, em Lleblmgsschuler des großen Chemikers Friedrich Wühler, weiland in Göttingen, ist mit der Ueber setzung des Lehrbuchs der Chemie duses Gelehrten beschäftigt. Aus dem Städtchen Hunnewell in Kansas und dessen nächster Umgebung wurden im vorigen Jahre 4000 Eisenbahnwagen mit Rindern verschickt. Die Wagen enthielten durchschnittlich 22 Thiere. Der durchschnittliche Werth eines Rindes ist $35, sodaß der Gesammtwerth der Thiere eine Summe von $3,000.000 repräsentirt. D re französischen An sied ler in Michigan besorgen ihre Buchhaltung noch mittels Kerbhölzer; die letzte ren bestehen aus einen Fuß langen, achteckigen Stäben und em solcher giebt durch die Einschnitte in seine acht Selten über alle Einnahmen und Ausgaben eines ganzen Jahres Auskunst. Das Wort "maiei" i st b ekanntlich ein schwer zu übersetzender Amerikanismus, der annähernd dem deutschen zudringlicher Geck" entspricht. Die N. H. Times" bemerkt, das Wort sei möglicher Weise dem franzosischen ma cliere nachgebildet, dem bekannten Ausdrucke, den die Franzosen jungen Damen gegenüber häusig anwenden. Es liegt näher, das Wort von masiV abzuleiten und maslier" würde dann ein Narr sein, der sich einbildet, daß seine Liebenswürdigkeit' die Damen zu einem Brei zerquetscht, widerstandslos macht. In Mexico wird eine csncentrirteLösung vonJod u. hydrojodsau rem Kalai als Gegengift gegen das 'Gift der Klapperschlangenbenutzt. Der'Chemiker H. H. Crost in New Vork hardas letztere mit einer derartigen Lösung, befeuchtet und gefunden, daß sich das Gift in einen hellbraunen amorphen Niederschlag verwandelte, der völlig unlöslich ist und mithin seine schädliche Einwirkung auf das Blut verloren hat. Hierdurch ist festgestellt, daß jene Lösung ein wirkliches und wirksames Antidot ist. Eine Lösung von Jodkali kann dem hydrojodsaurcn Kali substituirt werden, wenn letzteres nicht zur Hand ist, doch müffen ihr ein Paar Tropsen chlorsaure Eisentinctur beigemischt werden. DerlLjährigePeterFriesman, der in einer Fabrik in Paterson, N. I., arbeitet, wurde von dem Factor angewiesen, eme Maschine einzuölen. Der Knabe brachte die Maschine dadurch zum Stillstände, daß er den Treibriemen von dem Trcibrade ' abstellte ; .während er an der Arbeit war, glitt der Riemen aus das Triebrad zurück und die Maschine zermalmte den rechten Arm des Knaben. Der Vater des letzteren ver klagte die Firma auf $2,000 Schadcner Za, und die Geschworenen erkannten ujni 1,500 aus dem Grunde zu, weil an den Maschinen der Fabnl keine Vor richtungen angebracht sind, welche das Zuruckgleuen der Treibriemen verhm dern. Der Vater hat nicht als natürli cher Vormund des Knaben, sondern aus dem Grunde geklagt, weil der bisherige Verdienst des letzteren zum Unterhalte der Familie erforderlich war. Dem Knaben ist jetzt ein SpccialVormund bestellt worden, welcher im Jntcrcs e des selben Klage auf Schadenersatz erheben wird. Vier Erdbeben an einem Tage auf weit von einander entlegenen Stellen ist gewiß viel. Aber alle zusamm.en haben noch nicht so viel Scha den gethan, als eine einzige der Feuersbrünste, welche denselben Ta., gemeldet wurden, oder als eine der Explosionen von 5?omei:ö! in Clevelan!'. Bon, Alüölsnde. Der ehemalige russische '?ricgsminist.'r. Gras Miljutin. hat in der russischen Militärakademie einen Bortrag gehalten, welcher das Thema einer eventuellen kriegerischen Thätigkeit der russischen Armee behandelte, und in welchem er schließlich zu dem Ergebniß gelangte, daß, wenn einmal das russische Heer wieder, den Kriegspsad beschreiten müßte, dieser Weg nur derjenige sein könne, welcher direct auf Wien führe. Es ist nicht überraschend, daß eine solche Auslassung und die jüngsten Vorgange auf miiitärischem Gebiete in Rußland in österreichischen Militär-Kreisen lebhaste Erörterungen und ernste Beurtheilung erfahren. Gegenüber der Umformung der russischen Kavallerie, der Verlegung derselben inden nahen Grenzdistrilten, vornehmlich in Russisch Polen, gegenüber den ausgesührten respektive beab sichtigten FestungSbautcn und der Neu anläge von Schienenwegen muß allerdings zugegeben werden, daß die militärische Lage in den österreichischen Grenzgebieten Manches zu wünschen übrig läßt. Das Landes-Befestigungs-System Oesterreich's ist ein Verhältnißmäßig wenig ausgebildetes und befindet sich ausschließlich in den in Frage kommenden Distrikten Krakau und Oimüh, deren Befestigungen kaum auf der Höye

u I ..kt. i:cn. &t neuveicstigung Przcmysls ist zum Theil erst im Werden. Jnglcichen ist das Eisenbahnnetz wenig entwickelt. so darf wohl bei etwaigen ernsten politischen Verwicklungen die gegenseitige militärische Situation zu denken geben. - Während in Italien die gesammte liberale Presse, sowcit sie nicht geradezu republikanisch ist, in ihren Ariikeln gegen das Treiben der Irre1onta täglich hestiger wird und die Regierung mit immer größerer Entschiedenheit wider Oberdank Demonstrationen und ähnliche Dummheiten einschreitet,machcn die Jrredentisten Versuche, mit den sran zösischen Jntransigcntcn anzuknüpfen. Sie haben einige Abgesandte nach Paris geschickt, um dort für die Verbrüderung der französischen und der italienischen Republikaner zu wirken. Es scheint zedoch Nicht, als ob diese wunderliche Mif sion Ersolg haben sollte. .Rochcsort erzahlt im Jntransigeant-, daß schon vor einigen Monaten ein angesehener italienischer Patriot in Paris bei allen radicalen Zeitungs-Redactionen vorsprach, um sür die Freundschaft zwischen ihrer Partei und der irrctteiita" Propa ganda zu machen. Der Italiener suchte ihn davon zu überzeugen, das; in Italien der Sturz des Hauses Savoyen bevorstehe und die Republik nur eine Frage der 'Zeit sei. Rochefort erwiderte, das sei möglich, aber die italienische Sehnsucht nach Trieft und Trient ginge die Franzosen wenig an, U7.d er glaube, daß die Besitznahme der beiden Städte durch Italien für Frankreich lediglich das Resultat hätte, daß ihm dann Nizza und Savoyen abverlangt würden, welche von denJrredentisten ebenso laut beansprucht werden, wie Trieft und Trient. König Humbert ist weit mehr preußisch als französisch gesinnt. Wenn er mitDeutschland einen vorwiegend gegen Frankreich gerichteten Allianzvertrag schließen soll, so wäre es gar zu naiv, daß Franzosen ihm ihre Unterstützung angedeihen lie ßen, damit er sich erst aus Kosten Oesterreichs und dann aus die Frankreichs vergrößerte und stärkte. Wenn Italien eine Republik würde, dann verstände sich eine Allianz Frankreichs mit Italien von selbst. In der Gazette de Medieine et de Chirurgie erzählt der berühmte Augenarzt v. Wecker, wie er im Frühjahre 1867 dazu kam, dem damals gänzlich unbekannten Advokaten Gamdetta das rechte Auge auszunehmen. Wie der Patient selbst erklärte, war er als Knabe aus Neugier in die Werk statte eines Metalldrehe.'s getreten und von diesem unabsichtlich am rechten Auge schwer verletzt worden, woraus sich dann so bedenkliche Folgen entwickelten, daß allmälig auch das linke bedroht schien. Gambetta legte bei der Operation große Kaltblütigkeit an den Tag und war schon nach drei Tagen wieder so weit geheilt, daß er aufstehen konnte. Dr. v. Wecker händigte das Auge dem Professor Iwanow ein, damit er es ausbewahre und beschreibe. Jahre vergingen darüber, und er erhielt weder das Auge noch die Beschreibung desselben. ProsesiorJwanow starb vor zwei Jahren in Mentone, und seine höchst interessante Sammlung ging ans den Herzog Karl Theodor in Bayern, seinen Zögling, Bruder der Kaiserin Elisabeth von Oesterreich, über, und es unterliegt keinem Zweifel, daß sich in derselben auch das Auge Gam' betta's befindet. D ieFranzosensindpraktische Leute, besonders in Geldsachen. Um die neuerdings angeregte Nationalsubskription sür dir in Folge der Ueberschwemmung Nothleidenden im Elsaß zu schleunigen Resultaten zu führen, macht Arthur Meyer, der Direktor de Gaulois" seinen Kollegen von der Presse solgenden Vorschlag : Anstatt die Leser zu Beiträgen aufzufordern, was immer langwierig ist, sollen sich die 100groß?n Organe von Paris zu einem Veitrag von je 500 Francs schriftlich verpflichten, ebenso die 100 größten Provinzzeitun gen. Mit diefcn 200 mal 500 Francs Unterzeichnungen verpflichtet sich Herr Meyer zum Baron Alphonse Rothschild zu gehen und aus der Stelle hund:rt tausend Francs zu realisiren. Alsdann solle man sich zu einer großartigenWohlthätigkeitsvorstellung vereinen. Der Dircctor des.neuen Edcnthcaters habe sein prächtiges Local dem Gauin" bereits zur Verfügung gestellt undKü.istler, wie dieSarahBernhardt.dicKriuß, Fau re,Coquelin haben ihre Mitwirkung zugesagt. Auf diese Weise werde man weitere hunderttausend Francs den erstkn nach' senden können. Es bleibt abzuwarten, wie die Pariser Presse den Vorschlag Meyers ausnehmen wird, wahrscheinlich sehr gut,denn er ist außerordentlich praktisch. Das muß man zugestehen. Nur eine kleine Bemerkung : Arthur Meyer soll ein geborener Stuttgarter sein, der Director deSEden ist ein s.Z.nachAmerika ausgewanderter Frankfurter, Sarab Bernhardt ist Holländerin und die Krau Wienerin wo bleiben da die Franz? sen? Vor einigen Wochen sticß dir Czar am Petersburger Bahnhofe der Macschauer Eisenbahn, als er auf dem Wege nach Gatfchina war, aus eine Menge Bauern, welche riefen : Herr, gieb uns Brot, wir sind hungrig !" Der Czar rief seinen Finanzministcr Bunge und fragte, ob die Bauern wirklich in Hungersnoth waren. Dieser bejahte es, fügte aber hinzu, c? habe nicht Geld genug "in der Casse, daß er aller Hungerönoth abhelfen könne; auch habe ic keine Gewalt darüber, die liege bei anderen Departements. Der Czar soll gesagt haben, das hätte man ihm verheimlicht, und er müsse nach Petersburg ziehen und selbst regieren. Die in Rußland einge setzte Sachverständigen-Commlssion er klärte, daß die Festungen Polccks, Klein--rußlands und der Ostseeprovinzen den Anforderungen der modernen Krieg?;kunst nicht genügen, weil sie von keinen vorgeschobenen Werken umgeben sind. Ueber einen Antrag, die für Ncparatur Arbeiten an diesen Festungen auZgeworfenenen Summen zur Errichtung voigeschobener Werke zu verwenden, ist die Entscheidung noch nicht erfolgt.

der Zeit stcden

,

-.