Indiana Tribüne, Volume 6, Number 144, Indianapolis, Marion County, 11 February 1883 — Page 3
Drüben.
Drüben, ja drüben ! Die Wohnung stand lange leer gerade mir gegenüber. Da kam eines TageS ein Paar, junge Leute, ein blond gelocktes, schönes Mädchen und ein statt licher junger Mann, und besahen die Wohnung. Sie schien ihnen zu gefallen, denn sie betrachteten sie mit Aufmerksam ich unv jtiicüiyuHu uiiu uu . r i e ' 1 v . p r . . fi ... r? - I i. v cq c:.v: v. I emen jghob lcy, oqb sie pruilen, wie ne einzurichten wäre. Bald darauf stellte sich aucd em Maler em und bevlnselte die Wände; dann wurde alles gereinigt und die diversen Möbelstücke und nöthigen uicnjirnn ianxen angcruai. jiconucn waren sehrhäusig zugegen, besahen Alles genau, probirten die Möbel zu stellen und thaten überhaupt sehr rührig. Da -.. -Jii. rf - . v I . bei sah man ihnen daö innigste Vergnü gen und die hellste Freude von den Augen ab. Sie bauten sich ihr Nestcher. ! Als das Nötbiaste aesckeben. Alles schon in die Wohnung gebracht war, begannen sie zu ordnen, die Möbel dtsinmv zu stellen, die Vorhänge und Bilder aufzuhängen und die kleinen Ziersachen zu placiren.. Es war sehr hübsch, wie sie daS thaten, wie sie sich gegenseitig halfen und im Zärtlichen Eifer überbieten wollten. Bald reichte sie ihm ein Bild auf den Stuhl hinauf, bald er ihr einen Vorhang an's Fenster oder einen Gegenstand zum der schliken. Sie waren auch sehr dankbar gegeneinander, jeder Dienst ward gleich durch einen Kuß belohnt ; sie reichten sich oft hilfreich die Hände, wo es gar nicht nöthig war und er püjte sie häufig, wo sie ganz sicher stand Es war sehr hudsch. Eines Morgens sah ich die Rouleaux herabqelanen. Also sie waren kingezo aen ! Es war schon spät und immer noch Koben ftck nickt die Rouleaur. Die Soömt hatte gewin lange gedauert sie aren f&Iäfria Da endlich aeaen Mittag rollten sie sachte empor, ich sah in vaar belle, sebr belle Gestalten, aber im Nu waren die Rouleaux wieder her unter Es schien die Sonne, sie mochte sie wohl geweckt haben .... Dach nach einer Stunde bemerkte ichdas Waar leise, beinabe zaabast aus dem ! Thore schleichen, recht eng aneinander aesümicat. die Gesichter nein, das läßt sich nicht wiedergeben ! tt rciM Glück und Seligkeit war bei den Beiden. O, sie sind süß - die Honigwochen ! Des Morgens, wenn er ging, da küßten sie gewiß eine halbe Stunde Abschied, he& Tfiiih8 fnU hit iurtn TZrnu fte I wiß ein Dutzend Mal aus die Uhr, bis 7. . ... r.,.., , v r- I cnoiiu) ou VDioae jcgiug uno oa lag er in ihren Armen. Oft lugte ich des Abends hinüber, wenn sie beim Super saßen. Sie aßen wenig.aber kosteten viel. Bald nahm er ihre Hand und drückte in heißer Innigkeit seine Lippen darauf, " bald schloß er ihr die Lider mit tieszart. lichtn Küssen, bald ließ er dasGold ihrer Haare durch seme Fmger spiele, dann Trrniti Tt? ihm tnieher tinn nnnuitTiinfttT I Schelmerei im Barte oder nahm sein Haupt zwi chen ihre kleinen 5ände und drückte unattädlte. stürmische, sich über. haftende Küsse uus seinen Mund. Wenn ich da oft vom Fenster zurück in mein Zimmer bllckte. kam es mir so öde vor. so leer, so einsam, so todt, ruhig nur der Uhr stetes, eintöniges, gefühlloses Tla-ack war darinnen Ich wurde Tieidisch, sehr neidisch, ich beneidete die (U ! V . . ..Ja C.Viw nX sfliiit lUit. 1 ;ciucii icui unu ctuc y(ui i icneii oegonn uq in mir zu gen. . . . k S1 s MA IMMhN k(Mlth 4 11 Atft I vziivv, ic mcyi iji"" 5" iuni, damit die garstigen Regungen nicht wci ter keimten. Der Herbst zog vorüber und auch der Winter ; de? Sommer kam und ich bet tete mich zwischen die Berge; nun ist wieder der crb',t da und ich bm zurück gekehrt. Schöne sonnige Tage gleiten noch über die Stadt hin, die Lust ist klar und Milde, aber die Blatter sind schon gelb und die Lüfte spielen mit ihnen . . . Ich habe das mir gegebene Versprechen gehalten ! Ich sah. nimmermehr zu den Beiden hinüber... Vor einigen Tagen aber kam ich spät heim; die guten Freunde hatten wieder einmal den Phi lisier" erhäscht und mitgefangen, mit gehangen. Es war weit über Mitter nacht, mein ttopf war schwer, die Nacht draußen hell und mild, ich schloß das Fenster auf, ich wollte athmen, ich meinte, das Lüftchen, das sich manchmal in den Straßen rührte, müsie den drückenden Schleier von meiner Stirne lö en. Doch ja da saß ja die junge Frau drüben, sie mochte das Fenster vergesien lzabeii zu schließen,so spät und allem? Sie saß in der Nähe des Fensters bei hrem kleinen Sekretär, auf welchem eine Kerze brannte; vor ihr lag cm Päckchen Briefe, umschlLsien von einem rosa Bande. Wo sind die Rosen hin von ihrenWangen? fragte ich mich und selbst ihre Haare schienen mir nicht mehr so goldig wie ededem. Sie stützte das Haupt in die Hand und starrte in das Licht hinein und etwas glitzerte an ihren Wangen Nach einigen Augenblicken löste sie das Band von den Briefen, fal tete einen um den anderen auseinander und las und jetzt sah ich's auch ganz genau sie weinte. Dann blickte sie in den Hintergrund des Zimmers, wo eine niedliche Wiege stand, aus welcher sich zuweilen ein kleines PStschchen hob und in der Lust krabbelte, als wollte eS die leisen, dunklen Träume haschen, die dos kleine Haupt in der Wiege träumte. Sie lauschte, aber das Kind schlief, selig, ni hig wie ein Kind. Ihr Blick flog wieder zurück, streiste ängstlich die Uhr über dem Sekretär, starrte dann die Briese wie etwas Unverständliches, Unfaßbares, RäthselhafteS an. ein Zug tiefster Küm merniß, Bitterkeit irrte um ihren Mund hin; die Blicke wurden beinahe hart, böse, aber alS sie wieder zur Wiege hin flogen, wieder milder und unsäglich zärt lich und eS war nichts Bitteres mehr um den Mund. Nach einer Weile fand sie auch eine getrocknete Blume, fle küßte sie, aber gleich daraus warf sie sie zur !rde, zertrat sie und in konvulsivisches Weinen auSbrechend, vergrub sie ihr Gesicht in ihre Hände. Da mußte das iJuid ausseufzen oder im Schlafe lallen ; hastig trocknete sie sich die Thränen, 'eitle zu der Wiege und neigte sich mit unbe chreibiich inniger Fürsorge darüber Es war so ruhig, ich glaube, ich müßte Mutter und Kind zu mir herübkr ath-
nun hören Sie neigte sich noch immer
über die Wiege aber das Kind schlief ganzruylg Da gellte die Glocke die Frau fuhr zusammen. Schnell raffte sie eine Decke auf und brmete sie über die Wiege hm, aber schon schellte es wieder, brutal und unaeduldia. . .. Sie eilte binaus und erschien wieder nach einigen Augenblicken mit dem Lichte voranteuchtend ; hinter iqr gmg. min, laumciie ein v-aaiin, iyt . .. - i . - , . . ... rrn c alte. . . .Ven yul aus oer iirne gc wischt, das Gesicht verstört und blöde. aber die Auaen nläntten. funkelten über daZ iunqe Weib hin. . .. Ich hörte ihn in scdweren. abgebrochenen Worten regen, ne oeicgiöiajngic ign, ucuieic au die Wiege, bat, flehte, er jedoch näherte sich mit sprechender Geberde, sein Gesicht verzerrte sich zu einem cynischen Lächeln ' r ... V 1.1. .e er wollte sie küssen Sie wich ihm auö, er murrte und grollte und suchte sie nur ungestümer in seme Arme zu schue ßen. Unsicher, ungelenk, wie er war. entschlüpfte sie ihm aber immer wieder tS war eine empörende Jagd! Doch endlich zog er die sich vergeblich StrSu bende an sich, sie schrie auf, daS Licht fiel aus ihren Händen es war dunkel drü ben Nur das Weinen eineS KindeS tönte durch die Nacht.... Ich . zog mich rasch zurück und schloß das Fenster. Mein Kops war nicht mehr schwer, vollkommen klar, vollkommen nüchtern. ... Die Nschtluft hatte mir gut gethan. Abermals gelobte ich mir, nie wieder hinüber zu sehen aber nicht mehr aus Scheu vor dem Neide, auö Scheu vor einem ganz anderen Gefühle, Eduard Zillinger. Graf Bliemchen auf und ,u Btttm - fCMClU Llte sächsische Ballade (frei nach Uhland). jt- n.i. Js denn im Kafseeland verklungen jedes - Lied, Wo einst so scheen in Drüsen der Bliem chengessng gebliht? Un wenn er nich verklungen in Sachsens Heller Lust, Warum vergißt er gänzlich der alten ' Blümchen Dust? Mer lisbelt Schnadahipfeln, mer schbitz manch Ebigramm, Mer hehnt manch hibsches Mädchen und wärsch das frommste Lamm ; Doch wo die alten B.iemchen in Geisten ,,s iftM Da schleicht mer schei vonber und schau. So hubb' denn aus dem Sarge,Du Held hnn ihemmenSiptn ! von Bliemchenstein ! Ich komm' der ene Halbe vom besten Meißner Wein, Du schlugst Dich mit den Bärnschen und Meißner oft herum : H00 ooy ouicj oicie eucn ins e,e n. i r - .. r r punnum. Der Ueberfall im Elbbad. 1 n hohen. Feiertagen, wenn's Wasier - , c, .. Wo'ö enz'ge Mal .m Jahre de Leite ba den geh'n. Da ritt aus DräsenS Dohren ä Ritter schmuck und sein : Ich meen' den Graf von Bliemchen aus und zu Bliemchenstein. Elbsirom will er kihlcn de heiße 1 ' " Nitterbrust Unb jj ,maI grinbIi waschen so recht ' ' ' 1 ' ack tter,enlu Zwe klene Edelknechte begleiten seinen , n - i iRitt, Se sihren Schwamm und Seefe und ooch u Handtuch mit. 3. Kaum hat er seine Beene mit Seife ein geschmiert. Da kommt a kleener Dienstmann ganz ängstlich galobbirt: Herr Graf, es kommt ä Heischen das untre Dahl herauf. Dem Haubtmann hängt ä Debbchen an seines Schwertes Knauf." 4. ,Mei Sohn, das sein de Meißner, die loosen riesig schnell Und ihre kleenen Kebde, die sein so riesig hell." Da kommt ä andrer Dienstmann im langgestreckten Trab : Herr Graf, es kommt ä Heischen daö ob're Dahl herab.5. .Der Haubtmann ißt ä Bemmchen, ge schmiert mit Gänsefett Und sihrt in seinem Schilde ä kleenes Federbetr' Mn Sohn, das sein de Bärnschen, nich weit vom Kenigstein, Der Haubtmann is ä Lumig und lahmt osf enem Bein." 6. .Komm,gieb mer gleich meiHandtuch, hier fiicht' ich blut'gen Strauß, Drum i das Allerbeste dinkt mich, mer reißen aus." Drauf steigt er aus dem Wasser, erkältet und verschnuppt Und schbringt aus's Roß behende; hei, wie der Bliemchen huppt ! 7. Kaum i er aufglstiegen. Da schbrengt er Sie, potz Blitz Off wald'gen Seitenwegen Bis nein nach Blasemitz; Dann brUgt er zum Gedächtniß Ne Minze singerdick: Drauf is ä Schwamm, Ae Handtuch und ooch & Seefenpick. ES ist geradezu un glaub lich, wie weit czechischerseits der Haß ge gen die Deutschen getrieben wird. Wie der Wiener Allg. Ztg - aus Prag be richtet wird, wird unter der Anschuldi gung (welche allen Thatsachen widerspricht), daß die deutschen Aerzte und Professoren im allgemeinen Kranken yause die czechischen Kranken lieblos und nur als bloßes Material, das einer inferioren Race entstammt, behandeln, jungczechischerseits vollständige Theilung des allgemeinen KcankendauseS nachNationalitäten verlangt. Deutsche Kranke mögen von deutschen, die czechischen Kranken nur von czechischen Aerzten U handelt werden.
Warum der Pastor nachTcxaö ging.
Humores! aus dem amerilanischcn Leben. Vsn Nichard von Plotya. Unter allen Staaten der nordameri anischen Union nimmt. Teras noch bis zum heutigen Tage eine Arsnahmestel ung em. Wenn man eines tchonen Morgens die Thür eines gestern noch lott gehenden Geschäftes ae chlosien und statt des jovialen Gesichtes des sonst sei n'.n Kunden freundlich entgegen lächelnden Besitzers nur ein große Plakat sin det, das die bedeutunqsvollenBuchstaben G T T (Gone to Texas) nur Schau trägt, so weiß man schon, was die Glocke geschlagen hat, und trauernd blickt die Schaar der in ihren schönsten Hoffnun gen betrogenen Gläubiger dem Flücht linge nach; denn Texas, die Heimath des Revolvers und BowieMesserS und das Ideal des südlichen BanditenthumS, hält sich noch stolz außerhalb desBereichs geregelter Zustände, ist aber sonst em recht gemüthliches Ländchen. Bier den höchsten Gesellschaftskreisen des Staates Texas angehörende Herren hatten emst den ganzen Tag den Freu den des edlen Waidwerks obgelegen und lagerten letzt um das lodernde Feuer, an dem der Ziemer eines feisten Hirsches briet, während die Flasche fleißig die Runde machte und lebhaste Unterhaltung beredtes Zeugniß, von der fröhlichen Stimmung ablegte, welche unter den Jagdgenossen herrschte. Man sprach von Politik, von den Tagesereignissen, von Religion, von Steigen und Fallen der Kurse, von Allem, was das Herz eines. Amerikaners bewegt, nur nicht von eigenen Erlebnissen aus früherenJahren; denn das Kapitel der Antecedentien ist im Leben des echten TexanerS ein gar heikliges und wird selten von einem Unberufenen angeschlagen, ohne daß die nie fehlende Kugel aus dem stets bereiten Revolver jeder weiteren Indiskretion ein Ziel fetzt. Schneller kreiste die Flasche, munterer flog das Sprühseuer witziger Unterhal tung im Kreile umher, und: Präsi dent," rief plötzlich sein Nachbar, was zum Kukuk hat Sie eigentlich nachTexaS gebracht ?" Der, Angeredete, ein stattlicher Herr von aristokratischem Aussehen mit engli schem Backenbart: und tadelloser Leib Wäsche, blickte den Frager einen Augen blick mißtrauisch an, als zuckten seine Finger nach der Büchse, die schußgerecht neben ihm lag. Aber schnell besann er sich eines Besseren, da er sich erinnerte, daß er ja im Freundeskreise weile, wo jede Prüderie übel angebracht sei. Er blickte deshalb lächelnd ins Feuer, zuckte t rw m r t. p w - mu oen ein uno tagte : Ah, bah, nichts, eine Bagatelle, gar Nicht oer.eoe werty. Ha, hm l" Wenn Sie es denn durchaus wissen wollen, so kam ich hierher, weil der Prä sident der Bank in Boston, bei der ich als Kommis angestellt war, sich rund weigerte, einen Wechsel von 10,000Dol lars zu bezahlen.Was? War die Bank bankerott?" Oh nein, sie florirt noch heute. Lch verstehe Sie, der Präsident war insolvent . Noch viel weniger." Ja, warum zum Teufel bezahlte er . v . . oir ? oenn oen xuecgiei mqi r .Er sagte, er habe ihn aar nicht un terschrieben und darum ging ich nach Texas." Ein homerisches Gelächter folgte die ser Erklärung, und der Richter rief ju beln'o aus : Eine Gefälligkeit ist der anderen werth; ich kam hierher, weil ich mich gern verheirathen wollte." Wetter!" Konnten Sie das nicht zu yau,e r , Nein, meine Frau war dagegen. Ihre Frau ?" Nicht die, welche Sie kennen, sondern ... i. ei rr-v M oic anoere IN vuvo Aorr. A q h!" Die Freunde sahen sich überrascht an und wandten ihre Blicke aus den Gene ral, der bis dahin ruhig an einemStück chenHolz geschnitzelt hatte und jetzt hastig in vle yoye iprang. Auch ich," hob er endlich an, bin das Opfer der Verhältnisse. Da hatte ich weit weg von hier in Ohio einen bösen Nachbar, der, wie alle Welt wußte, nie von Herzen froher war, als wenn er Mir einen- niederträchtigen Streich svie len konnte. Wir waren eben, was man so gewöhnlich Todfeinde zu nennen pflegt. Eines Abends traf ich ihn auf r --i.r r-- r . ' oer vieie viriler seinem yauze, und ehe ich mich dessen versah, riß er mir denRe volver schnell aus der Tasche und schoß sich damit todt, schoß sich mit meinem eigenen Revolver todt, ohne Zeugen, und blos, um mich zu compromittiren. Hat man je von einer solchen Bosheit geyorrzDie Jagdgenossen schüttelten . eifrig oen scops. Ich war so wüthend auf den Men schen, daß ich sofort auf und davon nach AM4 4s .4u v" U 0h, die Welt ist schlecht, die Welt ist schlecht!" i Der Pastor hatte die ganze Zeit, die Jagdtasche unter dem Kopse, aus dem Rücken gelegen und, anscheinend ohne aus die Unterhaltung ,u achten, mit Hit iUm Lächeln den Mod betrachten der langsam sich über dem fernen öor!,on I erhoben. Warum er den Beinamen des Pastors erhalten, wußte eigentlich so recht Niemand zu sagen, vielleicht, weil er immer so salbungsvoll sprechen konnte, oder weil er stets eine weiße Kravatte trug oder sem Geld nur zu ö Prozen auSlieh den Monat. Ja, die Welt ist schlecht und hochmü. td'g, begann er endlich seine Beicbt .Dahatte ich im guten alten Kentucky eme fromme Gemeinde, die zufrieden war, mit mir jeden Sonntag in einer Scheune Gottesdienst abhalten zu dür fen. Emes Tages fuhr der Hochmuths teufel in sie hinein und eS verlangte sie noch einem schönen GotteShause aus nr'X.. 0!...sn.! v .rr i. iiiniuicgcn o"Utii"incn uno geitUNlKlkM Holze, wie man sie wohl in aroken Städten, diesen Brutstätten des Liters, zu finden pflegt. Heimlich traten sie zu sammen, ammeilen Geld und brachten mir mit trlumplzlrender. Miene 30,000 Dollars, um oasur das sundhaste Kirch icin zu oaurn. , ar ganz aiftt Mir . cyjl . . p . . ,
über diesen Hochmuth, aber entschlosien, l , n ! ' t . n I
ivn im elme zu erpiaen, naym icy oas rn.rx Viuu .Und?" Ging nach Texas." Lustig prasielte daS ffeuer. fröhlich kreiste die Flasche in der Runde, und wer das Lachen der Jagdgesellen horte, der e i . n y. ... . r . niiißie lieg genesen, oay es oocy leine ge müthlicherenMenschcn gebe, als inTeras. (Deutsche Lesehalle.) Neue technische Erfindungen. Ton Dr. Gustav Liwlnsttin. Obgleich jetzt mehr als ein Jahr ve? flosien ist, seit das traurige Ereigniß im ehemaligen RingTheater zu Wien die öffentliche Aufmerksamkeit auf dieFeuer gesährlichkeit unserer Theater richtete, so hat das Interesse an allen Versuchen, welche eine Beseitigung oder doch wenig stens eme Verminderung der Gesahr be zmecken, nicht nachgelasien, und mit ein! ger Spannung sieht man dem Resultat oer Konkurrenz leuerncoerer yeoler tjonstrultlonen entgegen, welche bei Ge legenheit der HyaieneAusstelluna im Sommer 1883 in Berlin stattfinden soll, An Vorschlägen. Plänen und Modellen wird es nicht sehlen, wie ja schon im auieve ayres aueryano oeen an die Oeffentlichkett getreten sind, von de nen sich em aroker Tben mebr durch Sonderbarkeit als durch Vortrefflichkeit auszeichnete. Neuerdings ist von einem Herrn Felix Bahr in Warschau eineEin richtung angegeben worden, welche nicht nur oas euer giuaj oei oem Ausoruaz sianalisirt, sondern auch sofort die Lösch Vorrichtung selbstständig in Thätigkeit imin mu wii Clnrilylung oes pparates beruht darauf, dafc ein leicht verbrennbarer Faden eineFeder gespannt f1t I fts f X Si rt rt S r h.f.iHH m3V v iwwu mhu die Feder sich strecken, und dadurch einen ezeliri,cyen irom ,cyileiLen, weicyer nicht nur einen Laute-Apparat, sondern auch , zugleich den Krähn des Wasier Reservoirs, resp, der Wafferleitung in Bewegung tekt, so daß sich sofort em Regen übe: die ganze Bühne ergießen kann. Wir verkennen die Vorzuge die ser Idee nicht, aber wir haben bei dieser Erfindung, wie bei vielen ähnlichen, die Besorgniß. daß sie da sie natürlichJahre lang nicht in Funktion treten, schließlich cm...i k- T . c . . - : cn im aiiumun ü quyi versagen, l dem eisernen Vorhang, welcher letzt das Publikum gegen die Gesahr, lm Theater zu verbrennen, schützen soll, scheint ung ganz be anders die Vielen überflüssig scheinende Vorschrift, daß der Vorhang nay jeuw oüiixcuung yerunlergeiallen luciucu iuu, uiufiiu, uenu uc auein awi uns die Garantie, daß der Vorhang im Moment der Gefahr nicht versagt. Ob der eiserne Vorhang aber wirklich Schuk gewähren wird, ist trotz alledem noch eine offene Frage : das Feuer wird er wohl abhalten, od aber auch die schad lichen Gase, daö muß für'S Erste bezmei seit werden, und nur möchten bei der Wichtigkeit der Sache an einen Vor icklaa erinnern, welcken. wenn wir nickt irren, Carl Vogt gemacht, nämlich an den Vorschwg, die Decken des Bühnen raums so einzurichten, daß sie bei dem ' ... 1 - geringsten Jeuer ausklappen, so dab dann der ganze Raum nach oben offen ist. Gesckiebt dies, so wird der Vübnen. räum, wenn er sofort durch einen eiser- ' . . - ' -
nen Vorhang abqesperrt wird, ohne jede aus uno verieen lyn mli em werngoruGefahr für das Publikum ausbrennen, lantine. So, fo, mein lieber Buchholz
wie ein Kalkofen, und mit Recht erinnert Voat daran, dan kick Niemand scheut, an nabe an einen brennenden Kalkosen heranzugehen, obgleich demsel. ' c "V ----7- - ben neben den schädlichen Gasen der Flammen auch noch die Kohlensaure ent strömt, welche aus dem Kalkstein auSge trieben wird. Nebenbet wäre es viel leicht ganz zweckmäßig, die Vorhänge im Zuschauerraum, welche nur zur Verzie. rung dienen, nicht aus Stoffen, sondern einsack aus lackirtem Bleck ,u mack-n : das würde vielleicht etwas veniger schön aussehen, gewiß aber wesentlich .die t n rr c .... . . c .., . w -7"-, schnelle Verbreitung des Feuers von der Buhne m den Zuschauerraum erschwe ren. Einen anderen selbstthätigen Feuer meldeApparat haben sich die Herren Emil I. Panz und W. Mathiesen in Hamburg patentiren laffen. Bet dem selben wird ein Hebel durch eine Art Psropsen aus leichlslüssigem Metall sest gehalten. Wird das Metall welch, so bewegt sich der nun frei werdende Hebel und stößt eine Kugel so in ein Rohr hin ein, daß sie bei dem Herabfallen auf der anderen Seite ein Klingelwerk auslöst, Eine derartige Vorrichtung wird sich vielleicht in Räumen, die lange ohne Aussicht sind, aan, aut bewahren, aber dock auck nur dann, wenn das Rtutr gerade in der Nabe des Ortes, an dem der Apparat aufgestellt ist, ausbricht. Bei der Neigung vieler Leute, unter coujianoigcr ioenennung oer cgnun m c -. gen, welche das Prmz,p der Theilung der Arbeit mit sich bringt, möglichst viel selbst zumachen, bereiten wir vielleicht Cm X. . O- V. ... ! manmcni eine irieuuc. menn mir iam Ein Mittel angeben, wie man sich seine Ta. schenubr. wenn sie. durch Staub verunreinigt oder in Folge der Verharzung ..a r.l 'r.L .l. ..Xt ri via vuciö niayi mcyi iciyi yeyen idiu, selbst reiniaen kann. Um dies ziu tbun. legt man die ausgezogene .Uhr in ein mit Bennn gefülltes Gefak offen so binein. daß sie ganz mit dieser Flüssigkeit bedeckt iü. bindet dann das Gefäk. um die Ver. dunstung deS Benzins zu verhindern, mit i .. . ..v i-i. . v. vergamenipapier zu, uno iüri nun Oic l yr vrel Vlunoen oarm liegen. )ar. auf gießt man daö Benzin ab und reines auf. dem man ein kleines Quantum De troleum zugesetzt hat und wartet wieder x..: a : 1 v;. - . ui iunorn. ;uiiii iuuiuu man oic Uhr heraus, läßt das anhaftende Bennn an der Luft verdunsten und reibt sie ab. Nach der Pharmazeutischen Zeitung, welche dieses Rezept mittheilt, soll nun die Ubr vollständig gereinigt sein und leinen vqaoen gemlen yaoen. Wut müsien dem Blatte die Verantwortung - . ... m für die Richt akeit der Angabe überla . fen, bemerken aber, fcafe wir unseren Le fern rathen, den Versuch nicht an einem kurzen Wintertag zu machen; sie könnten dann gezwungen sein, die Uhr bei Licht aus dem Benzin berauSzunehmen, und das würde doch einiaermaken feueraefährlich sein. Während man im Allgemeinen an I . c p ( . fi.. .'i. ... i. mmml, osß ein vsleres Äozconeioen uno
somit ein Erneuern des Dochtes in nicht rt -. f ? C . ! S u CO .
auzuiangen Zwilcyenraumen oel vrn ipe' iroleumlampen nolywenolg in, oar na? jetzt Herr I. R. Meihe in London eine Lampen.Construktion Patentiren lasten. bei der von einem Abschneiden und Er neuern des Dochtes nicht die Rede ist. Der Docht besteht aus einem Gewebe , r . v.rr. t'v. r V . ureisen, oeljen ozioz vinucn ücicuuhi sind, so daß ein Docht ohne Ende ent steht. Von diesem befindet sich ein Theil an dem Brenner der Lampe und sührt der Flamme neues Petroleum zu; durch Drehen bringt man von Zeit zu Zeit eine neue Stelle nach oben und soll der Docht anhaltend in Wirksamkeit bleiben können. Sehr nützlich dürste ein dem Herrn A. Reitz: in Hannover patentirter Taschen t- p . v.Mestentaickeetraaen werden kann. munzmeMr lern, weicyer oequem in oer Er hat sür jede Art unserer deutschen Gold münzen eine Oeffnung, in welche dieselbe enau bmeinvasien muk. 5Xft sie voll wickti. sa drückt Ne eine durck einender gehaltene Platte bei Seite und sällt aus der anderen Seite heraus. J England, wo die großen Jndu ri-llen iür nüklicker balten. auf Ver besserungen in derFabrikation zu sinnen. als ach Gründen zu suchen, welche die Regierung bestimmen könnten, sie durch Zglle gegen die Konkurrenz des AuSlan K.Z m schüken. haben dieberren Aleran hr ,. n (ürttrr, i land ein Nerkabren aefunden. um in den Gehöfen ohne Störung des Schmelz vro,esseS bie sick bildenden Tbeervro dukte und Ammoniakgas, welche jetzt rch den Schornstein entweichen, zu ge winnen. ff.s lieat aus der land. d& sich dadurch die Fabrikation des EisenS we sentlich billiger stellen wird. Als eine der neuesten Fälschungen, welche unsere Damenwelt . interesstren it. . . m, r . ".. n!J.. 1 onrile, ttgnaiiiiren wir runiiiluze vraz len, welche dadurch hergestellt werden. daß zwei phosphorsaure Salze, daö phosphorsaureKupseroxyd und die phos vborsaure Thonerde feucht gemischt und dann durch einen sehr starken Druck, am besten durch eine hydraulische Presse, zusammengepreßt werden. Dieses KunstProdukt soll sich Zehr schwer von den ech ten Korallen unterscheiden lanen. Eme andere für Damen interessante . r r. . A r ' Erfindung hat sich Herr Jvar 'Hirsch in Stockholm patentirten laffen, nämlich ' . '. - . ' einen Flnge:hut, an welchem sich ein klein, Messer befindet, um. den 5?aden abzuschneiden. Ob das Meffer nicht Qut dem Faden auch marichesmal an deren Stellen, sei es in den iinaer. cci cS in ba Zeug schneidet, raffen wir dahingestellt. Der schönste Tag seines Lebens. Eine HunzoreSke von SZobert v.Haz. Ein wenig Puder gefällig?' fragte der geschmeidige Haar-und Bartkünstler den sich erst kürzlich aus Renten zurückgezogenen Herrn Meyer, als.oaS öttnn ce . - . . , (W tfial. D:.f tf.f..u itiven glatt wleem ai" oen icsioiun aen des Rasirmcffers entgangen war. Selbstverständlich," erwiderte Herr Meyer. UebrigenS können Sie memem Haar . c m r . -. . : rr . u mu oem rennei,en einen geronjcii Schwung verleihen. Es ist sehr wider, spenstia in der letztenZeit. Sodann z ie. t . . : Yen Vle mir oen Vlynurroari ein wenig Sie machen heute Ihre Sache ganz sa moS. - Sagen Sie, Buchholz. Sie rasi ren und frisiren mich nun schon gegen 7 . , es., i --. i r ! JC. !Zayre lang. Zinsen sne nicgi, oav g) mick aar. kannibalisch conservire? Das Saar ist hinten zwar etwas dünne, hm? Oh, das macht nichts, Herr Meyer, dasücistes wieder hierauf der .Unken i - F. . a. . Jf. r V C am Km Seite so lang gewachsen, daß man die dünnen Stellen damit vollkommen ve decken kann! .So. aba. ja. da haben Sie wieder i ' . .. ' ' " -, . . ... -- v!. f. recht. Äder yier, ,eyen, vz mu oiqc beiden Winkel rechts und links aus der C 9" uni yiu s t .Ob. das ist ja gerade eine Schönheit Sehen Sie sich, Göthe, Humboldt, sehen Sie sich, um von Mitlebenden zu sprechen, Bismarck an alle Genies haben . . . !.. r? . k? .. f. hohe Stirnen, uno oieie :aumi nno 0 genannte Weisheitswinkel?" .Also, lieber Buchholz, Sie meinen, es geht noch mit mir so, la la hm , Daß zum 2öciipici ein juciö an kiu nua vj fallen finden kann? Doch halt, Buchholz sperren Sie zuerst die Thüre ab sehen Sie mal hier, die linke Augenbraune hier, finden bte nicht, m sie em wenig zu hell aussieht?" Dem ist abzuhelfen ich habe alles Nöthige btt mu. so seyen toie, 5err Meu:r. eins zwei drei. Keine Menschenseele kann da m rken, daß Kunsj angewendet wurde. .Aber jetzt müffen wir der rechten '.'iugenvraune schließlich i v . je. vi.r.rt o J- ü:.... . u . u oooj auej uieiciuc ouuuiiuni ycucii so sehen viee ganz famos:Buchholz, Sie haben recht, man sieh gleich ganz anvers aus.. AverBuchyolz I v.o r ! ftAnüM ,. fit 11 Vm(Tm i uuü iuuc iui ouiiim, um vuiteg iviucii reden Sie kein Wort darüber es ist in menem Lben das erse Mal. Aber Herr Meyer, welche Zumuthung yi v... ',4s f"if tnfV rtl? rtfunr j ou wit iu juaj outvv .!5t, war doch warten Sie, Herr Meyer ein ganz klein wenig Rouge aus dieWan. aen. das harmonirt mit denAuaenbrauen so, ei, Sie sehen j?tzt um 20 Iah. re iünaer auö also ich, der ich fünf JahreTheaterfriseur war,der DSring .v v. -in -i.f r.M :&ii.t uno oas iu uyiu, jciiyuiic I . V . o 1..CL -tJL. . iz, ocrjungi, vu vui yCujuuuu yu be ich bin diSeret wie das Grab!" .Das beruhigt Mich. Sagen Sie: ha - - e. . m m den Sie Damen vom Tyealer auch schon I ..a:.n 9 1 miyuuu 1 .O gewiß.und unter andern auch ein mal die Gallmeyer im verfloffenen Wal tersdorslheater so täuschend, daß einHerr, welcher während der Vorstellung neben mir saß, empört sagte: ES ist doch him I fi .V v r. ernsvj: t mciicoicienu, oa$ zriuuucn, oic iaum aus den Kinderschuhen heraus sind, schon aus Die Buhne aeöcni" .Ei, ei, seht mal sagte Herr Meyer .unter solchen Umständen müssen Sie ja inTheaterkreisen sehr bekannt sein.. Doch bitte, schließen Sie die Thür wieder auf, sonst denkt dieS Pack von Dienerschaft am Ende gar, wir haben ToilettenGe helmnlsie, Kennen Sie denn so einiae , rn . . 0 weibliche Berliner Theatergrönen? Äum I rn .:r:.( v:. n ocijpict vie oegenerz
Die Ernestine Wegener? Na, daS ist
doch selbstverständlich Na, kennen Sie denn auch die Bar kany? Ausrichtig gesagt nun, mir als Wittwer ist ja so etwas erlaubt in diese zwei Künstlerinnen bin ich wie vernarrt. Also die kennen Sie auch. Ach es giebt doch zu reizendeWeiber. Schau. spieler brauchte eö sürmich garnicht zu geben: aber Schauspieleriuneu, sür die habe ich seit jeher geschwärmt, noto-be ne, ach, wenn sie so hübsch waren ! Sa gen Sle mir, bester Buchyoiz, weiche Künstlerinnen kennen Sie denn noch au ßer der Wegener und der Barkany V . e . . rsi t jq noco lege, nieie, leg rorn Syrien aber nur noch einige von den hübschesten nennen, z. B. die Lola Beeth, die Dell Era.dle Eugerne Erdosy.Buchholz, Sie wtffen, ich bm Wutwer,doppelterHauseigenthümer,.bin reich i. v jr r . . ? je. i v. ?. . I uno vln oocy nyll) tv ziemilll) in ven oe sten Jahren, Buchholz, sagen Sie, wäre denn keine Möglichkeit, vorhanden, eine dieser hübschen Künstlerinnen kennen zu . . - ' . rr . lernen, um lyr yerz, yano uno zermo gen anzubieten? Denn, wenn ich wieder eine Frau nehme,so dars'S nur eineKünsterln fem. Buchholz dachte ein wenig nach, nahm eine theatralische Pose an und sagte dann: .Herr Meyer, Ihnen kann ge holsen werden! Wollen Sie die sünf Künstlerinnen, die wir eben genannt ha ben, persönlich kennen lernen? Ja? cn i -rv m.xt'c. t 'jtuii gui. melneraqyi!se, icycii Sie heute, wie gesagt, um 20 Jahre ver jüngt auö. Heute also oder nie! Las' sen Sie jetzt ist es 10 Uhr Vormittag um 11 Uhr ihren Kutscher anspannen ,ch werde kurz vorher hier sem und Ihnen .gewichtige Empfehlungen an die genannten fünf Damen geben und versichere Ihnen bei meinem Ehrenwort, daß Sie von jeder einzelnen der betres senden Künstlerinnen in liebenswürdig ster Weise empfangen werden. Buchholz, und daS wären Sie ln Stande V sagte halb verklärt und halb ungläubig Herr Meyer. ffnifmir . Narale !" erwiderte der 5aarkünstler. ?ln dreiviertel Stunden bin ich mit den belresienoen RecommandationS - Schreiben wieder hier." j r . : 1 . . . . Und damit oina er ab. 5u Sause angelangt, ließ er all' seine Kunden vom Kebilken rasiren und frisiren. beaab sich an sein einsackes Süreibvult und ver fertigte fünf, wie folgt, ganz gleichlau tende Schreiben : n,rKria anT?n'f r; :u: : ö :: . UHl IU) Hlifi lll U(i -"m, li'li nen Wohlthätigkeitdsinn, wie ich es so gern möchte, durch em Scherftem per sönlicy zu bethätigen; aber ich thue es indirekt. In den Zeitungen von heut las ich, dan Sie he.it und morgen in Ihrer Wohnung Bilette zu der am 10. d. M. im Victoria-Theater stattfinden den Wohlthätigkeils-Matinee verkaufen werden. Uebcrbrmgcr dttses ist nn qro tzer Theaterenthusiast urb wird Ihnen ;.sL,na m,? m;rft its im iui. ov wie ich ihn kenne, mit Ueberzahlung "fc j-v. . abnehmen. Hochachtungsvoll Buchholz, früher Theaterfriseur." - Ausgerüstet mit diesen fünf Briefen, eilte nun Herr Buchholz hinüber zu Herrn Meyer, der bereits ungeduldig harrte, schärfte ihm ein, daß Fräulein Wegner heute von 11 bis 12z, Fräulein Beeth von 2 bis 4 und die übrigen drei Damen zwischen 3 und 5 (so hatte cr's in der Zeitung gelesen) zu sprechen mären, gab dem Kutscher die entspre chenden Adressen und olloh höh V fuhr MäcenaS Meyer zuerst nach dem Alexanderplaß 2 und so weiter und so weiter. Und wie's ihm da überall ergargen ist bei unseren geschätzten Künstlerinnen? Nun, Buchholz hatte nicht zu viel versprachen. Ueberall, wo Herr Meyer das Empfehlungsschreiben (dessen Inhalt ihm allerdings unbekannt war) abgab, wurde er mit der größten Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit empfangen, die Künstlerinnen hatten ihr reizendstes La. cheln für ihn, aber merkwürdigerweise kamen sie alle kaum nach 2 Minuten auf ein und dasselbe Thema : Die große herrschende Noth die Wittwen und Waisen, die Überschwemmung in Tirol und den RheiN'Provinzen :c. :c. und endlich auf die am 10. d. M. im Victo ria-Theater stattfindende Wohlthätig. keits'.Vorstellung, waS sofort mit der Frage verbunden war, wie viel Billete zum ersten Rang Herr Meyer wohl wünsche. Seinem WohlthätigkeitZsinn, setzten sie alle hinzu, seien natürlich keine Schranken gezogen. Herrn Meyer's heißester Wunsch, die liebenswürdigen 6 Künstlerinnen kennen zu lernen, ist ihm in Erfüllung gegan gen.- Gleichzeitig kann er sich auch rüh men, in den Besitz von 15 Billeten zum ersten Nang zur Wohlthätigkeits.Mati nee am 10. d. -M. gelangt zu fein leider aber nicht, wie beabsichtigt, die Eroberung einer oder der andcrenKunst lerin gemacht zu haben. .Na, Buchholz freue Dir!" Der Bruder des deut schen Kaisers, Prinz Friedrich Carl Alexander, soll bekanntlich unmittelbar vor seinem Tode gesagt haben : .Lang lebe der Kaiser!- Das erinnert an einen AuZspruch des deutschen Kronprinz zen, der an einem der Geburtstage des Kaisers diesem lange? Leben und noch eine lange glückliche Regierung mit den Worten wünschte: .Lang lebe derKron Prinz!" So lange der Kronprinz Kronprinz ist, ist natürlich oer Kaiser Kaiser. . Doppeltes Unglück. .Aber sag' mir, HanS, warum bist Du denn immer so traurig V .Ach geh', ich hab' ein doppeltes Un. glück !" .No, was ist's denn ? da weiß ich ja gar nichts davon!" .Erstens bin ich mit Dummheit g'schlag'n " .Geh', laß' geh'n, weißt nit, die du, men Leut' haben das größte Glück! No und das zweite Unglück ist?" No das ist eben, daß ich bei all dem kein Glück habe !"
Ein wichtiger Erfog der Himmrkö Photographie.
Dem berühmten Spektroskopiker Wil liam Huggins ist es gelungen, die Son nenCorona direkt zu photograhiren, und zwar bei vollem Sonnenschein! Bis jetzt vermochte man die Corona nur in den wenigen Minuten einer totalen Sonnensinsterniß zu sehen, wodurch na türlich gewisse Untersuchungen völlig oder nahezu ausgeschloffen waren. Trotz vem yalle pH ergeben, daß das vtusle hen der Corona innerhalb der elsjähri gen Sonnensleckperiode bedeutendenVer " V. . . . . . , c . L-..r.!iO' anverungen uniertiegr, 0ie igiticii sicherlich nich: ohne Rückwirkung auf ge wiffe Verhaltnisse unserer Erde und ilulüuue bleiben können. Man begreift hiernach leicht, welch' hohes Jnterene sich an die Möglichkeit knüpft, die Sonnen er i2.r:x. . . .. rrv ' . orvüu lllgnq zu oeovacylen. vk Aussichten hierzu erscheinen freilich von vornherein so gering, daß der von Hug gins errungene Ersola geradezu allge , rr n J " . i. meines rliaunen lzervorruten wiro. Dieser Ersolg gründet sich aus die sinn reiche Benutzung der bei der Sonnen finsternik vom 17. Mai des vorigen Jahreö in Egypten von Schuster gemachten Beobachtung, dak das Licht der Corona äußerst reich an blauen und violetten Strahlen ist, die im Spektrum den Wellenlängen zwischen G und II entsprechen. HugginS schloß hieraus, v r. . fr.:xi i f r r v. oaß c& oicuciiyi cioguc) weroe, ozi ausschließlicher Benutzung dieser blauen und violetten Strahlen die Sonnen Corona ohne Finsterniß iu Photograph! ren. Wenn man nämlich durch farbi ge Gläser oder andere absorbirende Me dien alle Strahlen des Sonnenlichtes mit Ausnahme der blauen und violetten auffängt, so wird das Coronalicht, uelches ungemem reich an diesen Strahlen ist, sich durch eine größere Helligkeit rings um die Sonne auszeichnen, d. h. die Co rona wird in ihrer Eewalt hervortreten. Eine andere Jraae ist freilich die, ob diese idelliakeitsiunabme bedeutend ae nua ist, um, besonders in unseren Kli matrn, bemerkbar zu werden, wozu noch I . n . .. v . - v st .-. oer umanv iommif oqb oas nuge im schwache HelligkeilZunterschiede im Vio. lett weit weniger empsindlich ist als sur solche beiipiclswei e in Gelb. Gluckn cherttäse ist die photozraphische Camera, gerade sür die v:o!c!t:n Strahlen über aus empfindlich und sirirt. wie Huggms gefunden, sehr gcrige, dem Auge kaum oder nicht mehr wahrnehmbar: Lichtunterschiede mit größter Deutlichkeit. lnn, ,s n ntmm keit einer vhotoaraphi chen Ausnahme der Corona bandeln. Huggins wählte seinen Versuchen einen Newton'schen Rkflektor von 6 Zoll Durchmrsier und 3z Fuß Brennweite. Eine kleine pho tographische Camera wurde in geeigne ter Weise daran befestigt und unmittelbar vor der photographischen Platte wurden die adsordirenden Medien, die aus mehreren violetten Gläsern bestanK. ...u.Af G;,.'?. ft "u w: sich CS fi flit hr MMtr mit rrnucm Vortheil einer frischen Lösung von Ska J5) ! tj lipermanganat, die sich in einem T!u;e mit sorgfältig polirten Seiten befand. Wegen der Kürze der Exposition bedurstedas Teleskop keines Uhrwerks, sondern' blieb unverrückt stehen. UebrigenS wurde die Dauer der Expoutlon bei den ver schiedenen Versuchen absichtlich sehr un gleich genommen, und zvar zwisckcn den Grenzen, bei welchen das Bild der Sonneselbst sich völlig gut darstellte, und solchen, bei denen es photographisch umgekehrt erschien und ebenso auch noch em kleiner Theil jenseit des Sonnenrandes. Nachdem Huggins aus diese Weise eine Anzahl photogaphischer Ausnahmen gemacht, überzeugte cr sich, daß auf allen ein eigenthümlicherSchein um dieSonne sichtbar war, der nach Struktur undUm . r m ! n& durchaus oer Korona gttch. ne ersten Versuche datiren von Ende Mal des vergangenen JahreS, die Photogra phien, deren Anzahl 20 beträgt, wurden in den Monaten Juni bis September erhalten. Auf allen Platten zeigt sich die Corona nicht nur einfach in de? Zu nähme der photozphischen 'Wirkung . rings m der unnu'telbaren Umgebung der Sonne, fondern eS sind auch ganz. bestimmte Formen und Strahlen sicht bar. Es ist also an eine Täusch.'ma, nicht zu denken, um so weniger, als diese' Strahlen und tÄkstalten in genau den selben Lagen auf den Photoaradbien von verschiedenen Tagen wiederkehren. Huggins hat seine Aufnahmen auch mit denienigln verglichen, welche Abney bei Gelegenheit de? Sonnensinflerniß vom 17. Zai in Egypten machte. Ob gleich die Corona zweifellos fortwähren den Veränderungen unterliegt, so kann man doch annehmen, daß die allo:mcine Gestalt derselben sich in der Znt vom Mai bis zum September nicht wesent lich verändert hat, und in dcr That fand HugginS eine sehr befriedigende Ueber einstimmung. So ,st denn wiederum em aro?.er. wisienschastlicher Erfolg errungen und ein Fortschr.tt angebahnt worden, der sicherlich zu den wichngsten (Ergebnissen führen wird. In unseren Klimaten ist oer vertcumommene Vlanz. welcher die Sonnenscheibe umaiebt, sehr hinderlich. in großenHöhen vermindert er sich jedoch beträchtlich, und es ist vorauszusehen, daß in nicht sehr langer Zeit auf geeig neten Bergböhen taglich photographische Äumaymen der Corona stattfinden werden. Dadurch wird sich dann auch mit der Zeit ergeben, was die Sonnen. Co rona lhrem Wesen nach eigentlich ist; denn bis jetzt gehen die Ansichten hier über noch so weit auseinander, daß sie schwanken zwischen den Hypothesen einer gasigen Atmosphäre und eineS ununter brachten Regens zahlloser Millionen von glühenden Meteoren, die aus allen Richtungen auf die Sonne niederstürzen. Aus der Schule. Mathematdillehrer (docirend): Also wir kommen jfct ,ur Proportionslebrte. Bevor ich das Wo't Proportion selbst dksinire. möckke ich eern lffen, ob Euch dasselbe schon irgendwo aufgestopen i ist. Hat Jemand das ÄortProportton schon irgendwo gelesen ? Sckü'er snach einer Paul?) : O za! In Emden nn der Spe seanstalt steht, . Reis pro Portion 25 Psg.
