Indiana Tribüne, Volume 6, Number 137, Indianapolis, Marion County, 4 February 1883 — Page 4
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die Ä ein HaSwlrthsSast5.seftad für augfwciiim winenQtDxattai. Qeatn GctatUg ttttt typhSseSiebcr, Dihyrie, CpcU chrlfltz, HalSgt schwüre, Hocken. Vkaser nd aUe anttit tuten SttanU feiten. Wer Sraale ES merzt Malaria aus. ttWttK sollte f teiöii$ brauchen. Selbe ikb ist NwU fieVlU norde, achX VV schwarze rvreax nattgekuxv, yatte. ledernde und kranke vksrbxt kurirt VsaeerquiQ tz LSndligk Krifttet durch Bade mU,?DbyZFlmd. Unreine Lst nN;b. ttch gemacht n. gmtatat. LnschlimmOS ,h fMrti äetlmUteC. flnftefmt0dß0f ft stört. . kezennsroreneFSK, Frostdln, 4t prritoiden, fge- . cdeneHaut. keumattsmA gebkUt. Vkichtt,welKerTcln turch de üxvrauch frei fcluti? erlangt. EchiN Neber verhütet. I LZ einigen deö lthemS und Cätt bc:n dttAähne ist eS ?JJbertreffllch. Katarrh geliadert nd geheUt. Kose geheUt. Brandwunde ans der Stelle gelindert. Narben verhiUet. Liukr kurirt. LZunvc rasch eheilt. Ich babe daZ .lutt rrayrend unserer jehiae Echarl'iLfteber Heimse chnnz tt eatschledene Nutze a.iqewendet. GJ ist für das Krankenjimmer ,nerl!ß!ich. Wm. F. eadssrd, llyrie, Als. . Gin tttel qezen tSU ettche oder Pflauje gifte, Stiche K. ysken d Vkt ttarbe verhütet. Ein MUzNed meiner Familie bekam die Pocken. Ich endete fcal Fluid an ; der Vtiet erstes vicbt t Fiebsitze, be Jt keil e P?cken arten, ,nte ach erna drei Woche nieder umher ftc, no die verea lchonk. I. LZ. Parkm taue vuevr rrr zn, Vmiaderrvta. Die Aerjte hie? ge krauchen Dard, Fluid mit großem örfolze bei Diphtherie. .Stollenwerk, Greenibcro, ?lla. Mochte aulgetrock!. Lyolera rerhlliet. (Aeschwüre gereinigt und geheilt. Oei Todesfällen fcCtl der Leichnam damit be handelt werden t es ntrd tede widerlich Seruch verhiitea. Der auögezelchnei rzt Dr. I. ttario VimS, New Ferk, sa,t : Scharlachs stört geheilt. ili I vm vverzevqk, rag Bros. Darbvs Proxh? lartic Filld ein ertS ollek DeSiekickrunaZ, ituU?." rerbilt Uaitttflt&f. RaNville. TtWUt Ich desch?wize die bSckst vortrefflichen Eizenschafte ten Pros. Darbv Prohvl:ie Fluid. ls StU . illftciruuS und Scelntgungtmittel ist eZ sowohl theoretisch wie praktisch vorzäglicher clJ ndere be kannte siKtttei. vr. iö. pro, Pres. rer uotnur, K Darbyö ttlttiV wird empfohlen von: Ku. Chol. F. DeemS. Kremdlina5,Kirche, K. J.z Jos. L Eonte, Lolumb'.a, UniverfitatSpref.. S.S.Z f.'UUi HHUt ml mjm niri . lerander v. tSterdezS. üeorgia; viey. . I. arue, vr. ereer'UNlserfilal: o cii 4 e cnc frn. Qe. ff. Olnee. BlSAcf M. SviZe -Strcke ÄrmA otywenvta sur stdenausuaik. Lobeommea unjchbdllch. Ztaerltchem oder auer ,-; liche edrauQ sar iechen uns le. : SI Fluid" ist gründlich erprobt wsrden und rst, haÄS Deweise volleuf, dsh eZ alle dsZ b wirkt was hie? sn ihm behauptet wird. Zur vsllstndizeres SsSksuft lass an sich bei seinem porbek? ei, LVplar derLZroschkre geb vter r?e?.de sich Ui)tii ru uzzrzgm,r, n reuit LadrieuitStzemlklr Af 55k", pv . rcr, . voustctp ili lcht, daS Lebe gebt schnell vorüber. k6 per Woche, uSttittung tb09 unent tttiiuch, rettt lftro, xapuai nicht nothrgendiz. Wir lit kern Alles. Viele machen ein Vermögen. Frauen sowohl wie Vänner, na den nd TZädchen. Man wende sich n H. Hallktt & Sc I'ortland, Vaine. IVIISHAWAICA 19B!iBI Ttxia m.vhindl3epally artaptod to iherjfe of l AEiIEK3nd STOCK IEEDEKS. ItiscapaLlo of helliiig ted grinding Wenty troshela per hour, nrith fonr to ir Lorae-power, and csm da run by wator, steam or borso-power. Tha iTnM!.! .r-t I 1 m. i inuillj fuc1 .1 UV t I j BUUilni ll'U.f l-- m t. 1)0 a pair. Coal fcr CLxtfcr giriij fil dKCriptics. 5 ST. JOSEPH HTG CO., iVilSHAVAKA, IND. 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Andiatta Tribune.
Osfiee : 62 Süd Delavare Straße, JedlanarollA. Ind. Aus dem Reiche des Wunderbaren. (Mägnetischee Schlaf. Hvpnose. AkSmktiömuk.) Vone. irke. Hypnose entsteht, wenn man die Ver suchSperson dazu veranlaßt, ihre Auf metksamkeit ausschließlich aus einen Punkt zu richten, sich gewiZsermaßen also von der Welt völlig abzukehren. Braid führt an. daß schon zu Horoaster'S Zeit beiden Jndiem diese Methode bekannt, und zur Hervorrufung jenes seltsamen Zustandes oft benutzt worden sei. Die indischen FakirS, die persischen Magier und viele ähnliche im Gerüche der Hei lichkeit stehende Personen deö Ostens müssen sie zu ihren religiösen Zwecken verwerthet haben und gewiß verdient die Ansicht viel Beachtung, daß durch den hypnotischen Zustand eine Menge räth, selhaster Erscheinungen und Vorgänge erklärt werden können, von denen die Sage und die Culturgeschichte früherer Zeitabschnitte weiß. Am wisamsten pflegt sich zur Her vorrufung der Hypnose das starre An schauen eine? kleineren, unbedeutenden Objectes zu erweisen. Braid berichtet, daß schon der Anblick eines Flaschenran des genügt habe, um seine, wie aller dingö vermuthet werden muß, sehr empfindlichen Patienten in den nervösen Schlaf zu versetzen. Ein glänzender Knopf, ein kleines facettirtes Glasstück, ja sogar ein schwarzer unbedeutender Gegenstand reichen für diesen Zweck hin. Bei vielen Personen tritt die Hypnose auch schon dann ein, wenn sie den Ex perirnentator starr ansahen, wobei es freilich auch vorgekommen ist, daß der letztere in den nervösen Schlaf verfiel, während die Versuchsperson wach blieb; ein Beweis dasür, daß selbst gegen den Willen die Hypnose eintreten kann. Die Erregung, Spannung und nervöse Em pfindlichkeit Pflegen den Eintritt des Phänomens nicht unwesentlich zu beschleunigen und die betreffenden Pcrsonen für dasselbe zu disponiren. Mit unter übt aber auch ein eintöniges Gerausch, eine leise Musik, auf die sich die gespannte Aufmerksamkeit richtet, die nämliche Wirkung. Aber nicht alle Per sonen sind derselben zugänglich. Bei Manchen tritt die Hypnose überhaupt nicht ein, wie Klänge man sie auch zum FZxiren anhalten mag; bei anderen er folgt sie erst nach dem zweiten, dritten Versuche. Durch mehrfache Fülle ist es sestge stellt worden, daß selbst bei solchen Per sonen, die keine Ahnung davon hatten, daß sie in den nervösen Schlaf versetzt werden sollten, letzterer sich zeigte, sobald sie einige Minuten von dem Experimen tator scharf siM worden waren. Ein höchst interessantes Beispiel dafür .führt Preyer in seiner neuesten Publication an, der in einer kleinen Gesellschaft eine c. . .. ganz gesunoe zujagrigc Tiame rnrncn in der Unterhaltung so vollständig hypno tisirte, daß sie automatische Bewegungen machte. Ungemein überraschend ist auch die von Braid mitgetheilte Thatsache,daß er in einem Auditorium, in welches von einem ihm feindlich gesinnten Arzte ein baumstarkerMensch deputirt worden war, um ihn bloß zu stellen, diesen wider sei nen Willen auf's Vollständigste hypno tifirt habe, obschon er sich zähneknirschend seinen Anweisungen fügte und sicherlich alle mne Willenskraft zusammennahm. um den Gegenbeweis zu liefern. In der Regel tritt dereus nach wem gen Mmuten (3 5) sie yypnose em, mitunter auch erst nach 10 12, genügt diese Zeit zu ihrer Erzeugung nicht, so ist auch längeres Fixlren meist erfolglos. Auf die Tageszeit kommt es eben so we nig an, wie aus die Beleuchtung, wohl aber aus die vollständige Ruhe in der Umgebung, da die Ablenkung der Auf merksamkeit störcnd wirkt. Da natur gemäß Abends die Phantasie reger ist als am Tage und dies die Neigung zurHypnose verstärkt, so ist deiAbend günstiger. Viel trägt übrigens auch oel manchen Individuen der Eindruck zur vervor rufung des Bannes bei, den die Person oder das Wesen oeö ErpenmentatorS übt, denn ersahrungsmäßig wird durch die intensive Spannung der Erwartung und die Zuversicht auf die richtige Lei tung durch den Experimentator häustg die Herbeisührung erleichtert. Indessen bedarf eS durchaus nicht eine besonderen Lehrmeisters oder Leiters, da die Falle außerordentlich zahlreich sind, in denen Personen sich selber in den hypnotischen Zustand versetzten. Ja, der den indl sehen Aopies oder FakirS, Die daS un Wmitit 6$ttuipiti vuim uu. u icoenuig oeatuoen u tat cn, uai ein nara mehrwöchenüicher, nahezu hermetischer Abgeschlossenheit von der Oberwelt auS ihren strengbewachlen unterirdischen Ge fängnmen zu den Lebenden zurüazukeh ren, ist dies eine unbezweifelteThatsache, durch die öllein ein de Naturgesetzen widersprechend erscheinender Vorgang erklart werden kann. Nicht ohne Grund wird auf dieseFeststellung ein besonderes Gewicht gelegt. Beweift sie doch ganz nwiderleglich, daß es nicht etwa ein von dem Experlmentator ausgehendes Flm dum, noch auch der Einfluß seiner Wil lenöenergie ist, was den Bann er;euat. sondern die subieetwe Beeinflussung der sensiblen Nerven, die Jeder auch ohne fremde Bechulfe sich selbst bereiten kann. welcher überhaupt der Hypnose fähig ist: eine Erkenntniß, welche eben so sehr die Odlsten als die Meömerlsten um ihren Credit dringt. Die nahezu an das Fabelhaste st? ei senden Beobachtungen an Hypnotisirten geben den Physiologen noch via zu ra then. Aber sie erklären aleickwobl die zahllosen absurden Legenden, die sich im Laufe der Jahrhunderte über die Zustände der sogenannten Somnambulen geblldc! und eine neue Art desAberglau bens erzeugt haben, indem sie zu dem Wahne Veranlassung gaben, daß ge wisse Menschen in solchen Zuständen übernatürliche Geisteskläste zu beweisen vermochten. Man unterscheidet zwei, freilich nur unvoÜkornmcn von einander trennbare Stadien des uervösen SchlaseZ. Im
ersten ist das Bewußtsein zwar vorhan
den, aber der Wille gebunden ; im zwei en fehlt. Beides und es tritt ie nach der dabei angewandten Reizung der Nerven HSusig Starre und Gefühllosigkeit, mit unter sogar des ganzen Körpers ein. Ein noch nicht genugend erforschtes und zwar ohne Frage wohl von allen Merk malen dieses Stadiums das erstaun lichste, ist die bereits erwähnte Steige rung des Geruchs und Gesichtssinnes, der sich auch mitunter eine solche des Ge sublS hmzugesellt, während im Uevngen eine Art vonBann aus den Hypnotischen astet, der sie zu willenlosen Werkzeugen Anderer macht. ES muß indessen hier bei wohl beachtet werden, daß sich die Wirkungen des hypnotischen Zustandes bei den verschiedenen Individuen ver schieden äußern. Manche verfallen sogleich beim Eintritt der vvvnose ,n den tiefen Schlaf und werden dann auch häusig kataleptisch ; bei Anderen tritt in diesem Stadium die Starre erst nach ge wissen Relzungen der Muskeln em, die durch leichtes Streichen hervorgerufen werden. Ebenso verschieden Sichert sich auch die SinnesthStigkeit. Nach Hai denhain sind es besonders die blaffen, blutarmen Individuen mit gesteigerter Reizbarkeit der sensiblen Nerven, welche rasch in die Hypnose verfallen. Auch psychische Erregung, Spannung und Er Wartung von etwas Ungewöhnlichem, Mysteriösem begünstigen die Empsäng lichkeit, wie denn überhaupt alle die Phantasie in eine gewisse ahnungsvolle Erregung versetzenden Eindrucke die Sensibilität verstärken. Trotzdem wird es nicht immer gelingen, jene seltsamen von Braid zunächst, wo nicht aus schließlich an Nervenleidenden beobach teten Symptome einer verfeinerten Sinnessunktion zu constatiren. Preyer erklärt, er habe bei Gesunden evidente Beweise dieser Elgenschast Nicht erlangen können, fügt indessen hinzu, daß sich dieses negative Ergebniß nur auf die Ge ruchs- und Gesichtssinne beschränke, wo gegen allerdings bei Gesühlsemdrucken sich eine abnorme Empfindlichkeit in Be zug auf Temperaturunterschiede gezeigt habe. Umgekehrt wird bei tiefer yypnose eine so vollständige Abwesenheit aller EmpsindungS und sonstigen in nesthätigkeit als die Regel, beobachtet, daß man die Handfläche mit einer langen Nadel völlig durchstechen kann, ohne auch nur'den geringsten Eindruck hervorzuru fen. Braid fuhrt mehrere Beispiele die ser Art an und fügt hinzu, daß er selber sogar mit großer Leichtigkeit Zähne auSgezogen und chirurgische Operationen verrichtet habe, ohne daß die Patienten daS Gefühl dessen hatten, waS mit ihnen vorging. Da indessen dieses nach Be seitigung der Hypnose eintritt, also Ver wundungen, die während der letzteren entstanden, nach Eintritt deS Erwachens Schmerzempsindungen im Gefolge haben, so darf mit derlei Experimenten kein . V n uniua grirnoen iveroen. ueorigens rn die vollständige Empfindungslosigkeit bei tiefer Hypnose nicht von Braid allein nachgewiesen worden. Auch Preyer und Haidenhain bestätigen dieselbe, und Er fterer erwähnt der sehr interessanten Thatsache, daß zwei Militärzte ihm schon vor Jahren, ehe noch von HypnotismuS die Rede war, glaubwürdig erzählt höt ten, sie zögen den Soldaten ihres Bataillonö nie anders Zähne auS, als in dem sie dieselben vermittelst AnstarrenS eines glänzenden Gegenstandes unempfindlich machten. Für Zahnärzte sollte dies eine Ermunterung sein, den Hyp notismus zu ihren Zwecken in Anwen dung zu bringen. Wie vielen Leidenden würden sie die Pein bei Zahnoperationen ersparen, denn weder die Chloroform narkose, noch die durch. Einathmen von Stickstossoxydul hervorgerusene Anästhe sie können die Annehmlichkeit der Hypnose, die bei richtiger Anwendung der ErweckungSmittel keine Beschwerden zu rückläßt, ersetzen. Die Vorbedingung, daß der Patient nicht wissen dürfe, er solle zu dem Zwecke der Zahnoperation hypnotisirt werden, weil sonst die Hypnose nicht tief genug werde, läßt sich von einem gewandten Operateur wohl ohne Mühe erfüllen. Geradezu wunderbar, aber darum keineswegs weniger glaubwürdig erscheinen die Berichte, welche ein indischer Arzt englischer Nationalität, Dr. Esdaile, von seinen Erfahrungen in der Anwendung der Hypnose zur Vornähme von schweren chirurgischen Operationen an Bräid abstattete. Esdaile schrieb seine Erfolge in derHervorrufuna der Schmerzlosigkeit dem Erfolge des Mesmerlsmus zu. Er ist aber nach seiner Beschreibung nicht im mindesten zweiselhaft, daß er einen hypnotischen Zustand erzeugte. Während der letzten sechs Jahre habe ich so schreibt ESdalle über 300 verschiedenartige große und zum Theil sehr schwierige Operationen ausgeführt. ohne den Patienten vchmerz zu verur fachen, und die Unempsindlichkeit jedes mal in der folgenden Weife herbeiae führt: Wenn irgend möglich, wurde unser Vorhaben vor dem Patienten ganz geheim gehalten; am besten war eS, wenn sie von MeSmerlSmuS und von schmerzlosen Operationen überhaupt Nichts gehört hatten. Sie wurden in einen dunklen Raum geführt und ver anlaßt, sich niederzulegen und die Augen zu schlieken. Barauf fetzte sich em jun aer Muselmann oder Hindu an das Kopfende des Bettes und machte, ohne den Kranken zu berühren und während er seinen Athem über Kopf und Augen ausströmen ließ, Bewegungen vom Kopf herab zum Epigaprium und ließ auf dem letzteren oder m der Magengru be seine Hände gelegentlich eine Minute lang ruhen. Auf diese Weise wurde oft innerhalb weniger Minuten ein Schlaf erzeugt, der tief genug war, um die schwersten Operationen zu überdauern. In der Regel aber wurde erst nach Ab laus einer Stunde der Zustand des P tienten geprüft und wenn e? zur Vor nähme der Operation noch nicht geeignet erschien, das gleiche Verfahren täglich wiederbolt. In der Regel wurde dann die Operation am vierten oder fünften Tage vollführt. Eine entsprechend größere Anzahl von ranken wurde aus die alelche 'zeise in einen Zustand von Bewußtlosigkeit ver setzt, um dadurch eine geistige Rückwirkunz aus innere Leiden auszuüben, wa zur Genugthuung der ersteren wie des Arztes der Fall war. Ich habe ferner
einen blinden Mann so empsanglich für
meine Einwirkungen auf ihn gemacht. daß er jedesmal, so oft er nur zehn Mi nuten lang das Object meiner Ausmerrkeit geworden war, in mesmerischen Schlaf verfiel, gleichviel, in welcher Weise er grade beschädigt war. Fand ich ihn beim Diner, so hörte er allmäh lich aus zu essen, blieb ein päar Momente unbeweglich und siel dann mit dem Kopf vorwärts, mitten zwifche seinen Reis uns iuroy. In der Jrenanstalt von Caleutta wurde eine große Anzahl Gei steökranker in mesmerischen Schlaf versetzt und während desselben an einem Manne eine Operation vollzogen, der sich die Kehle durchschnitten hatte." Der nächste Krieg. Der Major im aroßen Generalstab, Frhr. v. d. Goltz, hat sich als militäri scher Schriftsteller wiederholt zu der An ficht bekannt, daß die Kriege der Zukunft em noch erheblich stärkeres Aufgebot an Menschen erfordern würden, als die letz ten europäischen Kämpse. Im neuesten Hefte der Deutschen Rundschau- bespricht Herr v. d. Goltz ein neues Werk des Oberst Blume: .Strateaie- ; er schließt diesen Aussatz mit Bemerkungen, welcbe auch sür weitere Kreise von Intereffe sind ; wir entnehmen denselben Folgendes : Welche Erscheinungen wird uns der nächste Krieg bringen ? Ein instinktives Gefühl sagt uns, daß' er mit einer Gewalt auftreten werde, welche uns selbst 1L70 noch unbekannt blieb. Das geHeime Bewußtsein davon, das ein ganz allgemeines ist, kann zwar als bester Bürge für die Dauer des Friedens gel ten; aber dennoch folgen wir mit einer gewissen Bangigkeit dieser Prospective und suchen ihr Räthsel zu lösen. Schon der erste Schritt macht uns auf eine merkwürdige Wandlung aufmerksam. Kriege sind nur noch um großer na tionaler Interessen willen möglich, sagen wir. Aber diese Interessen erscheinen m sonderbarer Gestalt. Leicht hätte im Jahre 1867 die Welt das Schauspiel er leben können, daß ein großer Krieg um eines ganz geringsügigenObjectes willen entbrannte. Die hohenzollernscheThroncandidatur in Madrid war vollends kein Viotiv, um dessentwillen zwei Völker, wie Franzosen und Deutsche,stch aufTod und Leben gegenübertreten mußten. Aber hinter diesen äußeren Vorwänden barg sich nur eine Animosität, die längst vor Handen war, von der Niemand sagen konnte, von wannen sie kam, und welche trotzdem die Schranken der politischen Einsicht unwiderstehlich durchbrach. Ist eS doch Mt lange her, daß wir bei un fern östlichen Nachbarn, mit denen hun dertjahrige Freundschast uns verband, die Spuren einer plötzlich auflodernden Femdsellgkelt entdeckten, sur die wir uns vergeblich nach einer stichhaltigen Erklärung umsahen. Die Entwickelung deS NauonalitätS Prinzips hat uns einem Zustande wieder genähert, in welchem Kriege nur aus Feindschast nicht mehr als unmöglich er scheinen. Gerade dies stellt uns in sichere Aussicht, daß die streitenden Völ .ser mit aller tonen zu Gebote stehenden Macht auf dem Kampsplatze erscheinen werden. Der weit schwächeren Türkei gegenüber kam Rußland, als es sie im Sommer 1877 nur mit emem Theile seiner Krast angriff, nicht zum Ziele. Wo vollends zwei oder mehrere europäi sehe Großstaaten an einander gerathen und nur ein solcher Fall vermag uns zu sesseln wird von Hause aus die ge sammte organisirte Wehrkraft eingesetzt werden. Dadurch gewinnen die künfti gen Heereszüge den Charakter von Völkerwanderungen. Die Aufmärsche be decken Grenzprovinzen und die Bewe gungen nehmen das ganze Straßennetz des Kriegsschauplatzes ein. ES handelt sich nicht mehr um Hunderttausende',, sondern um Millionen von Bewaffneten. Eine Menge von Kombinationen wird dadurch ausgeschlossen und der Krieg mutz durch die Schwierigkeit der Bewe gung solcher Masten den Charakter der Schwerfälligkeit annehmen. Frankreich hat das Bei piel ystematlscher Landesbefestigung gegeben. Der Zweck derselben liegt nicht darin, sich mit emem undurchdringlichen Panzer zu um kleiden, als darin, Straßen und Eisenbahnen der Benutzung zu entziehen und den Angreifer ,n der Freiyett der Einschheßung auf wenige mögliche Falle zu beschränken, denen man leichter entgegenwirken kann. Wir fanden 187 noch ein offenes Land mit trefflichen Straßen vor ns und traten zugleich mit bedeutender Ueberiabl aus. Auch diese ,st verschwunden. Die großmächtigen Heere kommen an numerischer Zahl einander nahe. Zwar bilden die mobilen Armeen heutzutage Gewichte, welche so park aus dem Leben der Völker lasten, daß schon dadurch daS Streben nach unaushaltsa mem Sandeln erzeugt wird, dennoch muß . . r , m ? X . ver Krieg ver Jursnsr an ewegilmlen verlieren. Wir Deutschen dürfen vor allen Din gen nicht auf einen, so reißenden Verlauf rechnen, wie er in der ersten Hälfte deö letzten Krieges stattfand. Auch der ge nialsten Oberleitung ist ein so glücklicher und schneller Gang in Zukunft ausge schloffen. Freilich mehr im Westen als im Osten würde ein neuer Krieg sich als ein mühevolles Ringen darstellen, bei dem die Heere, auch wenn sie Erfolge ha ben, auf der Karte kaum merklich vor rücken. Erneuerung blutiger PositwnS kämpfe. Heranziehung aller Reserven, Aufbietung von Hilfsmitteln der Ver schanzugSkunst auf der einen, der Bela gerungskunst auf der anderen Seite ; ein eifriges Suchen nach neuen Kräften, nachtlicher Vormarsch zum Angriff, wo bei Tageslicht nicht vorwärts zu kommen ist. Versuche von List und Ueberraschung, endlich die Entscheidung bei völliger Er schopsuna auf einer Seite, werden Merk male der künftigen Kampsweise sein. Bewegungen der großen entwickelten lassen außerhalb der Straßen raüffen vor und in den Schlachten häufiger eintreten, als bisher. Umgehungen, Um sassungen, Flankenangriffe werden, stat von Brigaden oder Divisionen, wie isc Jehre 1870, von Armeen ausgeführt werden. Bet dem längeren Verweile? au einer Stelle erschöpft das Kriegs theater sich vollständiger ; die Vemü
stung wird größer,und derNachschub von rückwärts erbält mebr Bedeutuna. An
die Führung tritt die Verantwortung mit doppeltem Ernst heran, denn es steht mehr aus dem Spiele. Auch im Osten wäre wenigstens nicht an eine so prompte Entscheidung zu den en. wie 187 und 71, ja wohl mcht einmal an die Entscheidung durch einen einzigen Feldzug, wie die Natur desLandes das ergiebt. ES ist nothwendig, sich dies klar zu machen, damit uns 'oder unsere Kinder der Krieg derZukunst nicht entmthige; damit er uns nicht we mache an den Führern, wenn der flotte Schritt der Erelgrnffe ausbleibt, an den die jüngste Vergangenheit uns gewöhnt hat. Die Macht des NationalitätSPrinzips erschwert auch die Beendigung der Kriege. Kein Franzose fürchtete, als wir an der Loire standen, wir könnten am Ende alles Land bis dorthin für uns behalten, oder gar das Volk überhaupt unterjochen. Die Besorgniß vor dem Verlust von Provinzen wird also heute nur noch da ein Mittel sein, die Nach giebigkeit des Gegners zu erzwingen, wo das innere Gefüge des Staates ein locke res, nicht aus Stammesgemeinschaft be ruhendes ist. Oesterreich dürfte aus inneren politischen Gründen nicht daran denken, Oberitalien wieder m seinen Staatenverband aufzunehmen, selbst m am mm wenn eine eere negrnch oei Neapel stünden. Wir könnten weder die Cham pagne noch Burgund an uns reißen wollen, auch wenn wir eS im Kriege erobert hätten. Den national einheitlichen Staaten erwächst daraus eine erhöhte Wid,r standsföhigkeit. Sie wird man mit Si cherheit erst zur Nachgiebigkeit zwingen können, wenn man es dahin bringt, daß im ganzen Lande das Jriedensbedürf niß die Lust zur Fortsetzung des Krieges überwiegt. Es wäre rem theoretisch wohl denkbar, daß bei einer sehr hart näckigen Nationalität hierzu eine Be setzung deö gesammten GcblktS und em dauernder Druck nothwendig wird. Dies um so mehr, als ein Friedensschluß vielfach der Zustimmung von Parlamenten bedarf, die vielleicht von einer Handvoll Fanatiker beherrscht werden. Bis zu emem solchen Aeußersten wird es freilich in der Praxis selten oder niemals kommen; doch entnehmen wir daraus die Lehre, daß die gewaltsameDurchsührung eines politischen Zweckes durch den Krieg den Nationalstaaten unserer geschicht lichen Entwickelungsperiode gegenüber, unendlich viel schwerer ist, als sie jemals war. Unstreitig werden die Kriege der Zukunst den inneren Werth der Völker auf härtere Proben stellen, alS die bisherigen. Einige Notizen aus der Statistik der Pferderennen in England sind von Interesse, um zu zeigen, wie diese nationale Institution trotz der An semdung der Puritaner unserer Tage auf die beste Gesellschaft denselben Zau ber ausübt als ehemals. Unter den Pferdebefitzern sind folgende Herren die größten Gewinner: Mr. Surlmg Crawsord streicht 26,000 Psd. ein, ein Iranzose Mr. Lesevre kommt zunächst mit 15,687 Psd., die er in vierundzwanzig Wettrennen erobert hat. Der Herzog von Westminfter ist Dritter mit 13,732 Psd. und ihm folgt auf dem Fuß Lord Falmouth mit 13.184 Pfd., ein großer Rückschlag seit 1873, in welchem Jahre dieser Herr die ungeheure Summe von 37,615 Lstrl. davontrug. 'Innerhalb sünf Jahren hat er etwa 105,000 Pfd. mit verhältnißmäßig wenigen Pferden eingestrichen. Lord Bradsord hat in 12 Rena ein Total von 12,043 Psd. gemacht, und nach ihm kommt Mr. Leo pold Rothschild, besten 11,130 Pfd. jedoch in vierzig Wettrennen zusammengebracht wurden. Der Herzog von Ha milton, Lord Roseberry und Mr. Jardine haben sämmtlich über neuntausend Pfund gewonnen. Richt minder mteres sant dülsten einige Angaben über die Jockeys sein, welche diese Wetten wirklich davon getragen haben. In erster Linie steht seit mehreren Jahren Fred Archer, ein aroizer Liebling m der sporting world, bei dessen Verheiratung kürzlich seme Verehrer ihre Achtung durch die Präsentirung einer prächtigen Taselaus rüstung von solidem Silber an den Tag legten. Dieser König der Jockeys hat von 664 Nennen nicht weniger als 210 gewonnen ; seine Siege sind seit mehre ren Jahren durchschnittlich zweihundert. Der nächstglückllche ,st C. Wood, der von 617 Rennen aber blos 182 gewonnen hat. In dritter Linie steht George Fordham mit 79 Siegen aus einem Total von 305 Versuchen. Außer dem reichen Besitzer und dem geschickten Jockey ist aber zn einem Sieg aus dem turf noch ein Pferd nöthig, unter diesen Pfer den haben sich die Nachkommen des berühmten .her mit" auch dieses Jahr wie seit längerer Zeit rühmlich hervorgethan. Seine Söhne und Töchter haben ihren Besitzern ein Total von 44,608 Psd. in 81 Wettrennen gewonnen, und während der letzten sünf Jahre haben die Hermiten" im Ganzen 125.000 Psd. an Prci Un eingetragn,. WaS Wunder, daß Nachkommen auf dem Markt fabelhafte Summen realisiren. In der letzten Saison wurden sechszehn Füllen, die ih ren Ursprung in letzter Instanz auf ihn zurückführen, für die respektable Summe von 15,690 losgeschlagen. Sir John Willoughby gab für eine Tochter des .Hermit" und der .Adelaide" 3600 Gui neen und ein Halbbruder dieser Füllen kostete Sir George Chetwynd2000 Gui neen. Ein anderes vielversprechendes Füllen realisirte 1850 Guineen und Ka pitän Machell zahlte für feine Latrine" 1250 Guineen. Im Ganzen wurde sür 510 einjahralte Füllen die Totalsumme von 102.673 Guineen bezahlt d. h. 193 per Thier im Durchschnitt. Ueber die moralische Verantwor tttttg im schlafe las der Gelehrte Bouillier in einer der letzten Sitzungen der iUadernie des Sciences inorales et politiques in Paris ein interessantes Memoire vor. Die Physiologie des Schlafes undTrau mes ist nach den Arbeiten der Alten, der Neueren und der Zeitgenossen sehr weit vorgeschritten, wenn nicht gar schon ab
geschloffen. Bouillier hat sich denn auch
zur Ausgabe gestellt, den Traum eher vom moralischen, als vom psychologischen Standpunkte aus zu betrachten. . Die ser letztere wurde auch berührt, doch verdient der erstere vom Moralisten von Neuem.in's Auge gefaßt zu werden. Zu erst untersuchte der Forscher, in welchem Maße das Leben, die Beschäftigung und die Eindrücke deö Tages während des Schlafes verringert und abgeschwächt werden, und dann, welche äußeren Ein flüffe auf den Traum einwirken können. Bouillier gelangte zu dem Schlüge, daß wir bis zu einem gewiffen Grade -,nter diesen Einflüssen stehen, daß wir mehr oder minder das Geräusch der Auzen weit wahrnehmen, aber zugleich auch die Eindrücke der Innenwelt empfinden. Diese letzteren werden sogar als wichtig genug erachtet, daß man sie in Krankheitsfällen nicht unterlasse, dem Arzte mitzutheilen, der daraus nützlicheSchlüsse auf den Sitz des körperlichen Leidens selbst ziehen kann. Vom moralischen Standpunkte aus betrachtet, sind die Träume nicht weniger bedeutungsvoll. Sie führen uns wohl bisweilen trügerische, doch keineswegs zu verachtende Bilder unserer Gedanken, Wünsche und Neigungen vor. Nachdem Bouillier Beispiele angeführt und die Ansichten anderer Forscher besprochen, die übrigens fast alle zu derfelbenSchlußfolgeruug kommen wie er, drückt er seine Ueberzeugung aus, daß die Träume in moralischer Hinsicht nicht.'gleichgiltig sind, und daß darin eine Art von Verantwortlichkeit liegt, welcher sich der TrSu mende auch sich selbst gegenüber nicht entziehen kann. Doch glaubt der ge lehrte Akademiker nicht den Versuch machen zu müssen, den Grad und die Gren zen dieser Verantwortlichkeit zu bestim men. Die Träume sind nach B. sür jeden von uns eine Warnung des vorhandenen .Gewissens. Ueberhaupt enthält der Traum für den Arzt deS Körpers sowohl als den der Seele gewisse An zeigen, die von ihm zu Nutzen gezogen werden müssen. Den Juristen müsse es überlassen bleiben, fzu untersuchen, wie weit der Traum bei Verbrechern zu be obachten ist, um daraus aus Schuldig oder Nichtschuldig Schlüsse ziehen zu dürfen. , vlennchen LieSmann. Eint sehr traurige kZeschichte. Aennchen Liesmann war ein wunder schönes Mädchen. Sie war siebzehn Jahre alt, und das Frühroth der erstm Jugend strahlte von ihren lieblich' Wangen. Ihr kleines, geizendes Köps chen war umrahmt von einerFülle präch tig blonder Locken, und auö ihren azur blauen Augen leuchteten Herzenögüte und kindliche Unschuld. Wer daS liebe Mädchen sah, der mußte ihm gut sein! AennchenS Mutter, eine verständige Frau, welche mit innigster Zärtlichkeit an dem einzigen Kinde hing, hatte weder Kosten noch Mühe gespart, um die Erziehung der geliebten Tochter nach allen Richtungen hm zu vollenden. Aennchen Liesmann hatte die höhere Töchterschule mit Auszeichnung absolvirt, aber die Fülle sprachlicher, geschichtlicher und na turwissenschastlicher Kenntnisse hatte ih rer ungebundenen jugendlichenHeiterkeit, mit der sie daS Herz ihrer Mutter zu erfreuen wußte, keinen Abbruch gethan. Wer beschreibt demnach den Schrecken der guten Mutter, als eines Morgens der Purpur von den Wangen ihres Lieblings gewichen war und einer Entsetzen erregenden Blässe Platz gemacht hatte ! Aennchens ganzes Wesen schien mit einem Male verändert; eine unbe schreibliche Melancholie war an dieStelle der gewohnten Heiterkeit getreten. Aenn chen Liesmann hatte den Grasen Arthur von Rambovski gesehen und liebte ihn, aber ihre gute Mutter hatte davon keine Ahnung. Sie ließ vielmehr einen be rühmten Arzt kommen. Dieser sühlte Aennchens Puls und schüttelte bedenklich den gelehrten Köpf. Nur die kräftigende Seelust, der erfrischende Schlag der Wellen sind im Stande, Aennchen vor schwerem Leiden zu bewahren so sprach er. ' Die Mutter, welche sür ihr geliebtes Aennchen selbst das -Leben zu opfern im Stande gewesen wäre, begleitete Aennchen Liesmann in das berühmte Nordseebad Sylt. In diesem Seebade befand sich aber zur selben Zeit auch Graf Arthur von Rambovski, der ein leidenschaftlicher Jäger war. Er hatte sich eine prächtige Jagdbarke bauen lassen und ruderte da nnt täglich eine, zwei, manchmal auch drei Meilen in die See hinaus, und kam nie nach Hanse, ohne einen, zwei, manch mal auch drei Seehunde geschossen zu habt. Auch Aennchen LieSmann hatte sich bald mit den Wogen des Meeres be freundet und fühlte sich jeden Tag woh ler. In wenigen Wochen hatte sie sich durch fortwährende Uebung zu einer der besten Schwimmerinnen ausgebildet. ES kam ihr dabei sehr zu statten, daß ste schon von frühester Jugend an in der weiblichen Zimmergymnaftik sich geütt und dabei einen solchen Grad von Beeglichkeit und Kraft sich angeeignet hatte, daß sie täglich eine, zwei, manch mal aber auch drei Meilen in die See hinaus schwemm, wag alsbald die Be wunderung aller Badegäste erregte. Wenn Gras Arthur von Rc mbovski in seiner Barke auf die Seehundjagd fuhr, und Aennchen LieSmann, die be rühmte Schwimmerin, in die offene See hinauSschwamm.da standen oft alleGaste deS Seebades aus der Insel und ergötz ten sich an dem seltenen Schauspiele und fanden nicht Worte genug, um ihre Be wunderung des kühnen Jägers und der unermüdlichen Schwimmerin auszu drücken. Eines schönen Tages, als GrafArthur von Rambovski eben wieder auf . der Jagd war, sah er von seiner Barke aus in der Ferne einen dunklen Punkt. .Haltmachte er, .das ist ein Seehund"; und da er heute erst zwei Seehunde er legt hatte, zielte er mit seinem Jagdgewehre aus den dunklen Punkt. Da tönte eine leise Stimme an seinOhr: .Schieße nicht.Graf Arthur ! Ich bin's ja ich Dein Aennchen Liesmann !" Aber Gras Arthur in seiner blinden Jagdleidenschaft achtete nicht auf Aennchens warnende Stimme!
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erwiderte er mit kaltem Blut und drückte los. Ein gewaltiger Krach folgte und we nige Secunden- später schwamm Aennchen LieömannS weißer Leichnam aus den blaugrs.nen Wogen deS Meeres ! Der unglückliche Gras sah zu spät ein, waS ihm bei einigem Nachdenken gleich hätte einsallen sollen, daß Seehunde überhaupt nicht sprechen können, und verfiel schon am anderen Tage in eine tiese Schwermuth, die ihn nicht verließ, bis er nach einigen Jahren, sei eS absicht lich, sei eS unabsichtlich, bei einer SeeHundjagd seinen Tod sand. Dies ist der Hergang jener grauenvollen Tragödie, welche ganz Sylt mit Schrecken und Entsetzen erfüllt ! (Fl. Bl. Die erfinderischen Wtiber von yomselwth. Der alte Aaron von Porn' ' 'f und zu Pomselwitz war .ein jovialer und mcnschensreundlicher Herr, der seiner Zeit selbst flott draus log .gelebt" und nun im Alter seine Freude daran hatte, wenn andere jüngere Menschen ein Gleiches thaten und ihm ihre fröhlichen und zufriedenen Gesichter zeigten. EineS aber bekümmerte das Herz des alten braven Herrn tief, das war die unumstößliche Thatsache, daß, soviel neue Säcke er auch alljährlich zur Ernte zeit anfertigen ließ, an Jahresschluß so und so viele Säcke wieder fehlten, so daß der alte Baron noleiis volens wieder eine Quantität neuer bestellen mußte. Dabei grämte er sich weniger un die verhältnißmäßig geringe Summe die er für die auf rüibselhaste Weise verschwindenden Säcke Jahr auö Jahr ein regelmäßig zum Fenster hinaus werfen mußte, als über das unbehagliche Ge fühl, daß es ihm, dem findigen Regi mentSadjutanten aus den vierziger Iah ren nicht gelang, diesen beharrlichen Spitzbübereien aus die Spur zu kommen. Mit besonders großen Lettern hatte cr aus alle ihm gehörige Säcke malen lassen : Dom Banrn von Pornsel ehoerig. Noli rne tangere ! Nr. X. Aber es hals Alles nichts ; die Säcke waren nach wie vor ein gesuchter Artikel und der alte Baron zerbrach sich vergeb lich den Kops über ihren Verbleib. Da endlich kam ihm der Zufall zu Hülfe. DaS Dominium Pomselwitz feiert wie alljährlich in solenner Weise das Erntefest und die jungen und alten Pomselwitzer Damen waren im SonntagSstaate auf dem Gutshose erschienen, um den alten Herrn in feierlichem Zuge nach dem Dorskretscham zum Erntekranze abzuholen. Eben hatte sich der Zug in Bewegung gesetzt und die roihwangige Susel und die pausbäckige Rosel hatten stolz den Gutsherrn in ihre Mitte ge-. nommen, der lächelnd daS vor ihm narschirende Amazonencorps musterte. Da verfinsterte plötzlich Frau Sonne ihr Antlitz, ein kurzer aber hestiger Platzregen siel zur Erde und wie ausEommando hoben sämmtliche Pomselwitzer Schönen ihre Sonntagslltidchen in die Höhe und zogen sie schühend über ihre Häupter. Dem Baron von Pomsel ßehoerig. Noli met angere ! Nr " daS war die Inschrift, die plötzlich auf den fechSunddreißig Stück Fronten der in gleichmäßigen Takt vor dem Baron herschreitenden Pomselwitzer Damen sichtbar wurde. DaS Gesicht des alten Herrn wurde länger und länger, er trat mit semen beiden Begleiterinnen aus Reih' und Glied, und als er sich überzeugt hatte, daß auch diese ebenso wie die an ihm vorbei kenlirenden Dorsschönen im zweiten Zuge die gleiche Inschrift auswiesen, da heiterten sich seine Züge wieder auf. Er glaubte sich in die dierzigerJahre zuruckversetzt und em donnerndes .Halt r brachte die Colonne zumStehen. .Richt't Euch!" commandlrte der Baron, der hinter die Front getreten war und staunend fem, m Folge desPlatzregenS prall ansitzendes Eigenthum in Augenschein nahm. Und als mit verschwindend lleinen Ausnahmen bei der Aufstellung Nummer für Nummer von 1 bis 50 zum Vorschein kam, trat er vor die reumüthig die Augen niederschlagenden Schönen, auö deren Reihen lautes Schluchzen ihm entgegen schallte. .Ihr seid entlasten r so begann er und daS bisherige Schluchzen artete m ein Jammergeheul aus; .Ihr seid Alle entlasten so fuhr er nach einer kurzen Pause freundlicher fort, .entlasten aus derLeib eigenschast, in der ihr kraft der Inschrift auf eurer Südseite : "Dem Banrn Ton Pornsel ge hoerig" bisher zu mir gestanden habt. Und da die Inschrift veiter lautet : Noli nie tangere, zu deutsch : .Rühr' sich nicht an," lo verbiete ich euren Männern und Vätern ein für alle Mal an der Stelle, wo ihr dieses Wahrzeichen tragt, von ihrem Strasrecht Gebrauch zu machen.Freudige Jubelruse waren die Antwort der liebreizenden Vomselwlkerinnen. welche sich im Geiste schon hinter Schloß und Riegel gesehen und innerlich gelobt hatten, dem alten Baron im Leben keine Säcke mehr zu stehlen. Ob sie diesen Vorsatz treu geblieben sind, bleibe dahingestellt; jedenfalls haben sie die gutö herrlichen Säcke weiterhin nicht mehr zur Bedeckung ihrer südlichen Hemisphäre benützt, zumal der alte Baron vorsichtshalber anStelle der früheren die inhaltöschwere Inschrift aus denselben hatte anbringen lassen : "Unbeschraenkte8 Eigenthum des Baron von Pomsel. (DreschmateriaLV C u r i o s. Excellenz (zu einem Hauplmann, der sich eben Vorstellt) : .Haben Sie Brü der ?" Hauptmann : .Einen Excellenz." Excellenz : .Curios. unlängst unterhielt ich mich mit Ihrer Frau Schwester und die sagte mir, daß sie zwei Brüder hätte!" Der Drucksehlerteusel. Der Generalgroßmeister des ritterlichen Kreuzherrenordens hat gestern am 15 Mai drei Notizen in seinen Orden ausgenommen.
