Indiana Tribüne, Volume 6, Number 132, Indianapolis, Marion County, 30 January 1883 — Page 2

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Indianapolis, Ind.. 30 ' amiav l.Ss.'J.jden rechten Arm mit einer Tatze fest und - - ' '.führte durch die Stäbe hindurch wuchtige

iv ,,Ealal: 00 Eine kurze Depesche a s Pari? hat berichtet, das; in dem gebi -gigcn Theile der Sierra del Phedroz in Spanien Bruchstück: dcö Ballons ,eladin" und seiner Gondel ausgcsundsr worden sind. Der genannte Ballon ir .rde vor vier Jahren in dem lönigl. Ars nal zuWoolwich in England bergestel t. Während des Sommers 1881 hatte ,hn das britj sche Krieczministerium der metcorologisehen Lescllschast in London dchufs Vornähme atmosphärischer Beobachtungen überlassen ; derselbe war nicht aus Seide, sondern aus besonders stark gewebtem unb auf beiben Seiten mit Oel und einer Kautschullösung getränktem BaumWollstoffe hergestellt unb galt für einen der stärksten Ballons, welche jemals angefertigt warben sind. Er faßte 38,000 Cubilsuß Gas und seine Tragsähigkei: betrug auf jedes tausend Cubikfus; 70 Pfund. Bei halber Füllung war der Ballon im Stande, die Gondel, die üblichcn Instrumente und sonstige Ausrüstung und einen Mann 24 Stunden lang über dem Boden zu halten. Seine letzte Fahrt begann bcr Salabin" am 10. December 1 881 kurz nach Mittag von der Stadt Bath aus. In der Gondel befanden sich Capt. John Tem pler, vom britischen meteorclogischenBureau, Cap. A. Gardncr, Mitglied der meteorologischen Gesellschast und Walter Powell, Parlamentsmitglied für Malmesbury, ein enthusiastischer Aeronaut. Der letztere war wegen seiner Tollkühn heit, die er bei verschiedenen Luftfahrten bewiesen, stabtbekannt unb hat ost geäuhert, es müsse und werde ihm noch gelingen, den atlantischen Ocian in einem Luftschiffe zu kreuzen. Der Ballon er reichte kurz nach seiner Ausfahrt eine W,t von 4,000 Fuß. Templer und Gardner studirtcn bie Schwankungen ber Temperatur unb machten sonst metcorologifche Beobachtungen. Nachdem man den Ballon b'.S zu8.000 Fuß hatte steigen und sich abwechselnd in niedrige Luftschichten in schneller Aufeinandersolge hatte herabsenlen lassen, kamen die weißen Klippen am Strande des Hanois in Sicht. Templer öffnete das Ventil, um den Ballon landen zu lassen, und warf gleichzeitig den Anker, sowie bas ' Schleppseil aus. Schnell stieg ber Ballon herab, unb als bcrselbe nur noch 6 bis 8 Fuß vom Boden entsernt war, sprang Templer aus der Gondel; in Folge der plötzlichen Erleichterung schoß der Ballon wieder ein Stück in dlc Höhe und hierdurch wurde Gardner, der sich zum Sprunge fertig gemacht hatte, aus der Gondel -gefchleuocii ; er vraq ocioe Vkine. Templer hatte'bas Schleppseil erfaßt, es gelang ihm aber nicht, den Ballon zu sich herab zuziehen und er rief Powell zu, an dem Seile herabzuklettern. Dieser rief herab, er fühle sich in der Gondel ganz sicher und in demselben Augenblicke schnellte der Ballon in Folge eine Windstoßes so mächtig in die Höhe, daß Templer kbas Schleppfeil fahren lasfen mußte. Der Ballon flog über BridgePort hinweg und dem Canale zu. Nachdem Templer Beistand für seinen verkrüppelten Gefährten herbeigeholt hatte, rannte er nach Bridgeport und erfuhr dort, daß der Ballon in das Meer gefallen fei. Er miethete einen Dampfer, und dieser, sowie mehrere Boote suchten die Nach! über und am folgenden Tage vergeblich nach Powell und dem Ballon. Templer, der häusige Lustfahrten gemacht hat, glaubte von Ansang an nicht die Möglichkeit, daß der Ballon so schnell gesunken sei, um in das Wasser fallen zu können und ihm stimmten alle englischen Aerouautcn bei. Durch ganz Frankreich wurden Depeschen gc sandt und Expeditionen in wenig bcsic delte Landstriche organisirt; schließlich wurden die Nachforschungen auch über die phrenäische Halbinsel ausgedehnt. Der Zufall hat dieser Tage zur Entdeckung der Ueberreste des Ballons geführt und Templer'S Ansicht bestätigt. Von Powell ist noch keine Spnr entdeckt worden. Derselbe mag, als er sah, wie sich der Ballon dem Meere schnell näherte, an der Schleppleine herabzukletlern versucht haben und in das Wasser gestürzt fein, dieser Theorie wird jedoch aus den Grund hin widersprochen, daß bie Leiche hätte angeschwemmt werden müssen. Nur ihre Ausstoßung wird bas Raths:! lösen. Kampf mit einer Löwin. DaS Winterquartier der zu dem Doris'schen Circus gehörigen Menagerie befindet sich in Frankforb, cinerVorstabt von Philadelphia. Alle aus den Tropen stammenden Thiere sind in einem geheizten Raume von 50 Fuß Länge und Tiefe untergebracht; bie Käfige bcrselben, bie aus massivem Eichenholz beste hen unb vorn mit bcn üblichen eisernen Stäben verwahrt sind, sind an den Wänden in drei Reihen übereinander angebracht. In der untersten Reihe bcsinben sich die Raubthicre: Löwen, Ti ger, Leoparden, Panther und Hyänen. Die Löwin Juno ist fünf Jahre alt und ein ungewöhnlich schönes und starkes Thier. Dabei ist sie sehr gelehrig, legt aber für zwei junge Löwen, die sich unmittelbar neben ihrem Käsig besinden, eine große Zärtlichkeit an den Tag unb geräth in Wuth, wenn Jemand sich län?ere Zeit mit benselben beschäftigt' Der Tierbänbiger PeterMarvine fütterte am Ü3. b. M. Abcnbs bie jungenLöwen mit Rindsleber und bebiente sie wahrschcin lich nach ihrer Ansicht nicht rasch genug, I . rr: . o m ; wesualv ie ein umoimge: omiiimcu ausguen. Juno lief unruhig in ihrem Käsige auf unb ab unb peitschte bie Flanken mit dem Schweife. Marvine trat-an hreMKaLtta. m bcs

Thier, das ijjm auf das Wort parirt, zu beruhign, glitt aus und fiel mit der Schulter gegen die Stäbe des Käsigs. In AnneriMicfc hatte Juno den rechten

Vlrm mit ihren Tatz:'üder dem Elbogens ersaht und i-eruQt(yi'farmr.c noen naher an den Käsiz heranzuziehen; dieser stemmte sich mit der linken Hand gegen idcn Vcdcn des Käsig?, die Löwin hielt Hiebe nach Marvinc's Kopf und Schultcr. Der zusäLig hujukommeneeWärtcr Dorahue bearbeit:!: die Löwin mit einer et einen Stange, erregte hierdurch dieWuth de? Thieres nur noch mehr und lief endlich fort, weiteren Beistand her deiznholen. Marvine schrie um Hilfe, sämmtliche Thiere brüllten, daß es rnchrere Blocks weit gehört würbe. Enblich war es Marvine gelungen, vorder 25 win loszukommen, biese aber stürzte sich mit furchtbarem Ungestüm gegen das Gilr d: Käfigs und brach durch solches hindurch. Marvine hatte trotz seiner fürchterlichen Wunden und des Blu4ver lustcs die Geipesgegenwark richt verloren, ergriff eines ber eisernen Geräthe, welche zum Reinigen ber Käsige ge braucht werden, und trat mit diesem in ber linken5)and auf die Löwin zu, welche sich scheu 'in einen Winlel zurückzog. Jetzt folgte das Thier der Stimme seines Gcbictcrs und kehrte in seinen Käsig zurück. Nun erst wagten sich die von Donahue herbeigeholten Männer heran, welche gesehen hatten, wie die Löwin aus dem Käsige ausbrach, und der letztere wnrde so verwahrt, daß ein wiederholter Ausbruch nicht möglich war. Marvine brach ohnmächtig zusammen, erholte sich aber bald, und die Aerzte hossen, ihm den fürchterlich zerfleischten Arm erhal ten zu tonnen. Tläuacl 3cv Caualisailon. Nach der letzten Gklbsicber Epidemie im unteren Mif'sissippithale, welche bekanntlich in Mcrnphis die meisten Opfer forderte, wurde der Zustand jener Stadt einer sehr genauen Untersuchung unterworsen. Es stellte sich heraus, daß der ganze Untergrunb burch verweste orga Nische Stoffe verpestet war, denen der Abfluß mangelte, und in Folge dessen entschloß man sich, zur Eanalisation zu schreiten. Major Bennycaurd, ein hervorragender Ingenieur der Bundesarmee, der im Kriege große Geschicklichkeit in seinem Fache gezeigt hat, wurde mij der Anlage der Abzugscanale (sewers) betraut. Er begann seine Arbeit am 20. Januar 1880 und betrieb sie so energisch, daß er schon am 1. Juli 1881 die letzte Verbindungsröhre legen konnte. Im Ganzen waren Röhren in einer Länge von mehr als 30 Meilen gelegt worden, die mit mehr als 3500 Gebäu den in Verbindung gesetzt wurden. Die bewährtesten Bindeglieder, Schlöfser und Vcntilationsvorrichtungen waren ange 'bracht und die Arbeiten im Allgemeinen jfo vorzüglich gethan worden, daß sich bei dcrJnspection keineMängcl entdecken lieuen. McmphiS jubelte, benn Jedermann glaubte natürlich, bau sich nun der Gesundheitszustand der Stadt ganz wesentlich verbessern und YeUow Jack" nie wieder seinen Einzug halten würde. Aber vom 1. Juli 1881, dem Tage der Eanalisationsvollendung, bis zum 1. Juli 1882 steigerte sich das Sterblichkeitsverhältniß im Vergleiche mit bem vorhergehenden Jahre ganz bedeutend, und diese Steigerung hielt in den nach folgenden sechs Monaten an. Da weder in den dem 1. Juli 1881 vorangehenden, noch in den demselben Datum folgenden 12 Monaten irgend welche örtliche Epidemie besonders stark hervorgetreten war, so eignen sich die beiden Perioden besonders gut zu Vergleichen. Der städtische GesundheitSrath berichtet nun, baß in Bezug auf typhöse Krankheilen merkliche Veränderungen nicht stattfanden, aber die Todesfälle in Folge von Ruhr haben sich verdoppelt und die Diptheritisfälle mit tödtlichemAnSgange sogar vervierfacht. Auf die Verheerungen durch diese beiben Krankheiten, bie zu? malarischen Gruppe gerechnet werben, ist bie bebeutenbe Vermehrung ber Sterblichkeitsliste zurückzuführen, bie in Memphis währenb der letzten IS Monate zu verzeichnen war. 'Und da vielleicht eingewendet werden könnte, daß hier ein Irrthum vorliegen mag, so sei daran erinnert, daß sich auch in New 9)ork nach den Be obachtungen der letzten drei Jahre das Sterblichkeit - Verhältniß fortwährend verschlechtert hat, obwohl die Straßen reiner gehalten und die Ventilationsvorrichtungen in den Häusern verbessert worden sind. Erwiesen ist durch diese und viele andere Ersahrungen, daß die Eanalisation an und für sich die Gesundheitsverhältnisse einer Stadt noch nicht verbessert. Fraglich ist nur noch, ob die gebräuchliche Art ihrer Anwendung geradezu schädlich ist. Es hat sich durch viele Untersuchungen ergeben, daß die Leitungen, welche den Unrath abführen, auch zugleich bie giftigen Gase in bie Häuser leiten, bie man unter bem Namen Eanalgase zusammenfaßt. Das geschieht namentlich ba, wo unter ben Wasserhähnen auch ein Abguß angebracht it, ober wo im Hause selbst Elosets vorhanben sinb. Die mebicinische Akademie von New Bork hat schon vor längerer Zeit vorgeschlagen, bie Elosets in einen besonderen Anbau hinter dem Hause zu verlegen und jede directe Verbindung der Wohn- und Schlaszimmer mit der Haupt-Eanalleitung zu vermeiden. Ehe nicht dieser Rath befolgt wird, dürfte man wohl überall die Erfahrung machen, daß die Vortheile der Eanalisation ihre Nachtheile nicht auswiegen. ' Abnahme des Goldes. Während die Nachfrage nach Gold fortwährend steigt, nimmt 'die Gewin nung dieses Metalles ebenso bestündig ab. Neue Lager werden nicht entdeckt, und die alten sind in den meisten Länd ern sast,erschöst. Namentlia) gtttdM

von den Alluvial- oder Anschwernrnungslagern, die. durch Auswaschen ausgebe tet würben. Es sind deren so viele im Betrieb, daß der Gesarnrntertraq sich gegenwärtig auf jährlich $28,000.000 belauft, aber im Einzelnen bezahlen sie sich kanm In Ealifornien z. B., wo sie einst sabclhofte Reichthümer lieferten, wnden sie heute nur noch von Chinesen bearbeitet, deren Bedürfnißlosigkeit bckannt ist. ' Die Goldadern, welche theils durch Sprengung, theils durch den hydraulischcn Betrieb ausgebeutet w:rden, nehmen gleichfalls in der ganzen Welt an Reichthum ab. Noch immer bringen die Ver. Staaten das meiste Gold auf den A!arkt, die Minen in Australien. Brasilien, Peru und Merco kommen im Augenblicke kaum in Betracht. aber die Abnahme von Jahr zu Jahr ist bemerkenöwerth. So führt Professor von Briefen in der Zeitschrift Fortschritt der Zeit" an. daß Mont?.ua. welches im Jahre 1800 noch $ 15,0:0,000 cn Gold producirte, jetzt nur noch if2.G00.000 hervorbringt. Jdaho ist von ..'i.tiO OOl) bis $7,000,000 in den Jahren mi bis 1871 auf $1,500,000 im Jahre 1880 gefallen; Qregon unb WashingtonTerritorium von $4.000,000 im Jahre 1808 auf $1,275,000 in 1870. Eolorabo hält sich aus durchschnittlich drei Millionen im Jahre, und Dalota ergibt sogar etwas mehr als vor zehn Jahren. Man berechnet, daß die Vcr. Staaten in den letzten dreißig Jahren an Gold und Silber die riesige Summe von $1,200, 000,000 gewannen, wovon der größte Theil auf den Weltmarkt gelangte. Jetzt nimmt ihre Bevölkerung so stark zu unb ber Ertrag an Gold so gewaltig ab, daß sie den größten Theil der Minenausbeute wahrscheinlich selbst verbrauchen werden. Dasselbe gilt von allen Gold gewinnenden Ländern. Nur Sibirien hat noch unausgebcutete Lager, die si vom Ural bis an den Amur erstrecken, aber wegen des ungünstigen sttirnas bisher. nicht in Angriff genommen werden konnten.

Die tteverschwemmttngen in Deutsä! land. DaS Unglück, welches Deutschland heimgesucht hat, ist ein seit Menschengedenken unerhörtes. DaLganzeStromgebiet des deutschen Rheins, von den Grenzen der Schweiz bis zu den tiefliegenden Ebenen Hollands, ist in einem solchen Maße überschwemmt, daß dort, wo früher der Ackersmann mit der Pflugschar den Boden lachender Gefilde befurchte, jetzt der Ferge sein Ruder durch trübe Gewässer zieht. Die Elemerpte brechen jedem Zwang zum Trotze durch die künstlichen Schranken, die ihre Wucht eindämmen sollten. Sie schwemmten weg Tausende von glücklichen Heirnathsstättcn, stoßen hinaus Tausende von menschlichen Wesen, arme, nackte Wanderer jetzt, bie ber Hungersnoth, bem Fieber unb bem Tod in's Auge starren. Jede neue Zeitung, die aus Deutschland hier ankommt, bringt neue Nach richten, die es n'cht nur bcn Deutschen auf ber ganzen Welt an's Herz legen, baß bie Linderung ber Noth eine Ausgäbe ist, ber nur bie Liebe, bie nimmer aushört," gerecht werben kann. Die Lonbon Daily News" wenbet sich mit einem mächtigen Hilserufe an bie Herzen ber Briten unb sagt, bie Größe ber Noth mache es Englanb zur Pflicht, bas stolze Wort zu bethätigen : Wenn Englanb einmal gibt, so gibt es mit vollen Hän ben." Aus bcn uns vorlicgcnben Schilderungen Schilderungen des Elends können wir wicberum nur Einzelnes herausgreifen. Die auch von uns mitgetheilte Nachricht, laut deren Bewobncr von Larnpertheim im Lanbkreise Köln mit scharf gelabenen Böllern auf bie Arbeiter am Roxheimcr Damm geschossen haben sollen, wird widerrufen. Unter dem 10. d. M. schreibt Pfarrer Frohnhäufer zu Larnpertheim an die Kölnische Zeitung : Die berichtete Feindseligkeit ist das Märchen aus alter Zeit, das bei jeder Rheinnoth bei den Verunglückten und Gefährdeten immer auf's Neue austaucht und Glauben findet. Die Lampcrtheimer haben bei Zeiten gewarnt, gebaut, gedämmt, alarmirt, ftanberQim Sturm Tag und Nacht auf den zwei Stunden langen Dämmen, die Wellen stürmten gegen sie, alle Elemente waren ihnen entgegen, aber der Ort ist gerettet worden. Und als die Dämme im Unterseld thatsächlich brachen, haben viele Männer sich mit Todesverachtung hinausgewagt, Schreiber dieses war selbst mit einem Nachen voll Frauen und Kinder am 2. Januar im Sturm in der Todesnoth, etwa 400 Menschen wurden aus einstürzenden Häusern herausgeholt, sie sind NUN die Gäste der Lampertheimer. Diese haben, obwohl Hessen, einen babischen Damm balten müssen, wollten sie selbst gerettet sein." Zwischen LubwigShasen unb Worms waren noch am 10. bies. Mon. alle Dörser überschwemmt. Die Zahlen ber im Bezirk Frankenthal eingestürzten Häuser sinb folgenbe : in Oppau 185, in Ebigheim 100, in Bobenheim 121, in Mörsch 60, in Boxheim 140, in Stubernheim 20, in Frankenthal 0. Insgesammt im Bezirk Frankenthal 2000. Die Ob bachlosen sinb wie folgt untergebracht: in Flamersheim 182, in Eppstein 114, in Lambsheim 170, in Heßheirn 192, in Beindersheim 140, in Großnieoesheim 05, in Kleinniedesheirn 153, in Gerols heim 00, in Heuchelheim 55, in Dirm stein 64, in Großkarlbach 9, in .Grünstadt 25, in Asselheim 4, in Frankenthal 7.31 Fremde, 597 Ortsbewohner. Der Kreis Worms hat wenig gelitten. Die Stadt nahm 600 Flüchtlinge vom jenseitigen Rheinuser auf, Cornelius Heyl allein 212 auf eigene Kosten. Die Ei senbahn von'LudwkgShasen nach Iranlenthal, von Worms nach Darmstadt und von Nackenheim nach Mainz ist noch unterbrochen. Zwischen Nackenheim und Mainz fahren Dampfer. Um sich ein Bild von der Ausdehnung der Katastrophe, die die Pfalz be troffen hat, zu machen, muß man sich einen seeartigen Riesenstrom vorstellen,

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der abwechselnd zwei bis drei Stunden breit, mit meergleich vorn :sturm ausgethücmten Wogen daherstrudett. Trü'mmer. Hausrath Leichen mit sich sührt, aus dem die Kirchthurme von 100 meterhoch überschwemmten Ortschastcn auf--ragen, welches um die thcilweise zuJnscln gewordenen StädtcWorm?,Frankenthal, Oppenheim, LudwigShafcn, Mannheim und Speicr brandet, sie bis zur Hälfte meterhoch überschwemmend. Wie bei der Springfluth an der Nordsceküste, arbeitet mit ccr Macht der Verzweiflung die Bcvöllclnng, Mann und Weib,untcrstüht durch die Mannschaften der hier, cmrniionirendcn Regimenter, an der Aushöhnng und Verstärkung derDämme und Deiche, gegen welche oft der Sturm die Wasser als eine wildbrandende See wirst. Es ist eine niedrige Schätzung, dan in der Pfalz allein 15000 Menschen obdachlos und aller beweglichen Habe beraubt, nothdürftiges Unterkommen in Kirchen, Sa)ulen,Rathhüusern gesunden. Ihre Aeckcr, ihre Weinberge sind ver wüstet, versandet, abgespült, alle Eigenthurnsgrenzen verrückt, ibr hausrath treibt wer weih wo, zehnMeilen abwärts, von ihren Lieben ist Dies oder Jenes wohl ertrunken, ein Anderes liegt inFiebcrn da'', Herz bricht dem fühlenden Menschen, der hier leben und all dies Elend um sich sehen mnß. Wer je die schöne Psalz durchzogen, wer nach den KricgSstrapazen herzliche Ausnahme und Pflege gefunden, oder wer im Sommer hier als Tourist fröhliche Stunden durchlebt, mag jetzt de3 so entsetzlich heimgesuchten Strumlandes werkthälhig gedenken und ihm seinen Dank heimzahlcn. Als Mittelpunkte des Elendes sind Frankenthal und Ludwigshascn zu be zeichnen. Grauenhaft waren die Scenen, so ost Nachts die Wasser in eine Ortschaft einbrachen. Das Brausen und Gurgeln der .Wasser, das Heulen der Sturmglocken, das sich über die dunklen Wasser hin fortsetzt, die Horn- und Trommelsignale der Feuerwehren, ein zelneNothschüsse hie und da, dasSchreien. der bei Fackellicht zu Pscrd, zu Wagen, im Nachen Fliehenden, all das vereint sich zu einem grausigen Getöse. Zwischen Oppau und Friesenheim ist der Rhein dämm gebrochen, Oppau, Edigheirn und Friesenheim stehen unter Wasser, und bis Tagesanbruch ist teas Wasser an der Stadt, hieß es Anfangs d. Mts. Noch wollte Niemand an das Schreckliche glauben, allein schon folgten die lebenden Zeugen der Botschaft auf dem Fuße. Leute, die, vom Wasser imSchlafe überrascht, gerade noch so viel Zeit hatten, ihre aüernöthigste Habe in ein Bündel zu packen und mit sich zu nehmen, aber auch viele, die nur das mit sich führten, was sie auf dem Leibe trugen, flehten jammernd und händeringend umObdach und Nahrung. Sosort machte sich, was von Fuhrwerk aufzutreiben war, auf ben Weg, um zu versuchen, was noch zu retten fei; boch mußten die meisten unverrichtete? Dinge 'wieder zurückkehren, da das Wasser so schnell stieg, daß zu befürchten stand, der einzige noch benutz bare Rückweg würde abgeschnitten werden, waS fZr einzelne derselben, die sich etwas verspäteten, auch thatsächlich der Fall war. Immer grausiger wurde die Scene ; langsam aber sicher wä!Ue sich daö vcrhecrcnde Elcrnenk Schnt; ihh Schritt vorwältS. micrMlilich oiieS. ia$ ihm im Wege stand, n u fo'i: Mi: Tagesanbruch 's: der vü'mplcr, zwischen Edigheirn, Studerheim und Frankenthal ein großer See, aus dem hier und da der Wipfd eines Baumes oder das Dach eines besonders hohen Gartenhäuschens heraussieht. Immer nähe: wälzt sich die Fluth, bis ihr UNmittelbar vor der Stadt der Damm der Kanalbahn kurzen Hall gebietet. An die Stelle der Wagen sind jetzt Kähne und Flöße getreten, die unaushörlich Flüchtlinge bringen ; die Bewohner des am rieisten leidenden Edigheirn haben bereits zum größten Theil ihre Woh nungen verlassen, ihre Habe bem Elemente preisgegeben unb sich bis zu ihrer Abholung in bie wenigen hoch gelegenen und noch wasserfreien Häuser geflüchtet. Kahn auf Kahn bringt Flüchtlinge, Säuglinge und Greise, Gesunde und Kranke, Frauen und Wöchnerinnen,alles in buntem Durcheinanber, und alle sind froh, nach überstandener Todesangst das nackte Leben gerettet zu haben, werden in Schulen und öffentlichen Gebäuden untergebracht, wo die Mildthätigkeit der Einwohner für die nothwendigste Pflege sorgt. Inzwischen nimmt das Werk der Zerstörung unaufhaltsam seinen Fort gang. Haus auf Haus stürzt ein, und enn die Fluthen sich verlausen, wird man sagen, hier stand noch vor Kurzem ein Dorf, das Edigheim geheißen. Aus Groß'Gerau wird unterm 9. ds. Ms. berichtet: Das Ueberschwemmungsgebiet von Rüsselsheim bis zur Rheinbiegung bei Erfelden, Goddelau und Hard bis Großgerau steht 23 m unter Wasser. Total überschwemmt sind Wallerflädten, Astheim, Berkach, Dorn Herg ; zum größten Theil : Trebur, 'GeinSheim, Leeheim, Bischossheim und Ginsheim; diese sind zwar noch durch Ortsdämme geschützt, aber durch Quellwasser bis zu 1 in überschwemmt; ebenso Erfelden und Stockstadt. Stark bedroht ist Biebesheim. Die Dämme hal ren noch. Im Ganzen haben 5 Damm bräche stattgesunden. In Wallerstäd ten, ca. 1 Meile vom Rhein, steht bas Wasser bis 3z m, ebenso in Astheirn,bas am schwersten leidet. Bis jetzt ist in Wallerstädten ein Haus eingestürzt; einige 20 sind unbewohnbar, begleichen diele in Astheim, Trebur unbGeinsheim. Jn Wallerstäbten sinb bie Häuser größ 'tentheils geräumt, in Astheim zumTH'eil. 'Kein Menschenverlust ist zu beklagen, dagegen ist viel Vieh ertrunken; hier sind ungefähr 400 Flüchtige untergebracht. Es herrscht große Noth auf'bcn Einzelhöfen. Im Rheinfelberhof stehen 1)5 Stück Vieh auf ben Speichern. Die Hilfeleistung fanb burch vier Komman dos Mainzer Pioniere zu 25-30 Mann unb je 3 Pontons statt. Die Thätig leit berseiben, auch ber hiesigen Einwohncrschast, ist höchst ancrkennenswerth.

m Großherzogthum HessenDorm-Z o stadt beuten herumziehende Viehhäiidler den durch die 5)ochfluthen herbigefährten Nothstand 'der Viehbesitzer dadurch aus, daß sie in denselben die Besürchtung erregen oder verstärken, sie würden ihr Vieh den Winter über nicht ernäh:zv. können, und baß sie bieselben badurch veranlassen, lhnen ihr Vie zu den geringsten .Preisen zu verkaufen. Die Regierung läßt durch ösfentlicheBekanntmachungen die Bevölkrung- vor solchen Verkäufen warnen unb sichert sofortige nnd dauernde Beihilfe zur Ernährung des geretteten Viehes zu. Zuc Unterbringung der Obdachlofen sind die Mi-lttär-Baracken bei Griesheim zur Verfügung gestellt. Im Kreise Vcnsheim herrscht Noth über Noth. Die Orte Hosheim, Bobstcdt, Bürstet, -Biblis, Wattenheim, Groß-Nohrheim und Nordheim sind unter Wasser. Rührend ist die von allen Seiten bethätigte Mildthätigkeit. Von einzelnen Privatpersonen und Corpora' tionen, Zeiiungsredcctionen von nah unb fern wurden bem Kreisamt BenSheim reiche Gaben an Geld, Nahrung' Mitteln unb Kleidungsstücken zugesandt. Aber die Noth erheischt immer noch mehr Hilfe, da eZ nicht abzusehen ist, wie lange die armen Leute noch ohne Verdienst fern von de? Heimath zubringen müssen, abgesehen von dem ungeheuren Schaden, den dieUeberschwemmten durch Einstürzen oder Beschädigung ihrerHäu5er davontragen. In Gernsheim sind Hunderte von Menschen Untergebracht. Das Bild, Welches am 9. d. M. die Umgebuno bot, kann schrecklicher nicht gedacht werden. Zwei beherzte Schiffer hatten es unternommen, Lebensmittel in die überschwemmten Dörfer zu bringen. Bis in den Fugensburger Wald hinein und bis an die eine Stunde entfernte Rhön bot sich dem Auge eine schmutzige gurgelnde Waffermasse. Wie hoch da3 Wasier steht, geht wohl daraus hervor, daß wir, auf den Bahnschienen längs den Tele graphenstangen fahrend, immer noch 5 und ost auch 6 Fuß Waffer unter dem Kiel des Bootes hatten. Die Verwüstung ist grenzenlos und nicht abzusehen, wie dieser enorme Schaden auch nur schwach ersetzt werden soll. In denDör fern ist es geradezu trostlos, wenn man, noch dazu des Nachts , hie Und ba einen Kopf burch bie oberen Fenster unb Dachluken herausschauen sieht und blickt in die bekümmerten und abgehärmten Züge ber schwer heimgesuchtenBewohner. Mit großer Bereitwilligkeit werben von ben benachbarten Orten Lebensmittel dargebracht, so baß, wenn bie Noth auch groß ist, wenigstens seither nochNiemanb Hunger zu leiden brauchte. In Wer ringen, einem 2 Stunden unterhalb Köln's gelegenen Dorfe mit 507Hüufern und 3000 Einwohnern erblickt man nur Zerstörung. Der Strom hat hier die Gebäude nicht eingestürzt, denn der Wellenschlag reicht nicht bis hierhin,aber desto unheimlicher erscheint die Arbeit der Fluth. Die Häuser stehen da,Gerippcn gleich, und nur auf dem Balkenwerk er heben sich die Dächer. Das Stein und Lehmfachwerk hat das Waffer losgewa sehen und weggespült. Die auf den An höhen gestandenen Fruchtbarmen sind in' Dorf hinabgeschwemmt, und die Frucht treibt nun verfault in ben Stra ßen umher. Feldfrüchte und todtes Geflügel sieht mm überall im Wasser. Am 9. d.MtS. stanben noch 378 Hau ser mit 1900 Seelen im Wasser. Zweimal in ber Woche werben ben Vebiirftigen durch Kühne Nahrungsmittel zugeführt, und die Austheilung des Aller nothwendigsten erfordert jedes Mal bie Summe von 1000 Mark. Die Liebes gaben sind zwar reichlich nach Worringen geflossen, aber das Alles reicht nur zur Steuerung der augenblicklichen Noth, nicht aber, um dm ruinirten Orte wie der aufzuhelfen. Da die meisten Häuser des Ortes theils abgetragen werden müssen, theils wenigstens in diesem Winter nicht wieder bezogen werden können, so sind aus Regierung?- und KreiZMitteln 15,000 M. zum Bau von Ba racken bewilligt worden. Von zwei Männern, die, als sie in voriger Woche per Kahn zu den Eltern des Einen von ihnen bringen wollten, ihren .Tod in'ben Wellen sanben,'wurbe Einer, ein Famiiienvater, als Leiche aufgefischt und un ter der Theilnahme der ganzen Beuölkerung zu Grabe gebracht. Schriesheim (Baden), 5. Jan. In der' Neujahrönacht erschoß sich hier mit einem Terzerol ein hiesiger wohlhabender Bürger, Namens Sandcl, Vater von sechs Kindern, nachdem seine kurz zuvor in großer Erregung in ber Rose" ausgesprochene Absicht, den Bürgcrmeister in bessen Wohnung erschießen zu wollen, vereitelt wurde. Vom Jnlande. Die Gefahren des M e e r k ö. Derbritische Dampfer King's Groß", Capitä'n May, welcher bieser Tage von Newcastle in ben New Porker Hafen ein lies unb vom Kiel bis zur Mastspitze in einen dicken Eismantel eingehüllt war, berichtete, baß er während seiner 23 Tage dauernden Reise beständige südwestliche und nordwestliche Stürme zu bestehen gehabt. Am. 8. Januar passirte der Dampser unter dem 41. Breiten und 29. Längengrade das Wrack einer Barke, dcren Haupt und Fockmast nur noch standen. Die Masten waren weiß an gestrichen und an den Raen des Fockrnastes hingen einige Segelsetzen. Das Gallion der Barke zeigte die Figur eines Kriegers. Die an den Booten besindli chen Schriftzüge waren durch das Seewasser theilweise verwischt und ließen nur noch die Buchstaben Kirr- sehen. Daö mit Petroleum beladene Schiff war mit Wasser angefüllt, und wurden viele Fässer über Bord gewaschen. Die un ruhige See machte es den Ossicieren beö King's Croß" unmöglich, an Bord der Barke zu gelangen. Der N.B.Herald enthält folgende Anzeige : Verlangt Ausgeklärte und gebildete Damen und Herren, welche mit ben gegenwärtigen verschiebe' nen Religionsbekenntnissen nicht einver

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standen und gesonnen sind, ein rationel les Glaubenbclenntniß unter sich cinzu-. führen iino zu verbreiten." Da hauen wir also den Ansang zu einer v.:itn Reformation durch eine Zeituus-Annonce. Wir leben in einer wunderbar vorgcschrittenen Zeit. Luther mußt: seine Thesen an die Thüre einer Kloster - Kirche anschlagen, um seine Reformation in'S Leben zu. rufen, heute braucht man in einem Weltbatte" blos weibliche und männliche Narren zu derlangen und man wird schon Leute sinden, die eine ne:tt Religion starten." Auf einen so genialen Gedanken ist nicht einmal Joseph Smith vcrfallen, als er seinen Mormonismus auf die Menschheit losließ. Der Urheber des Inserats scheint übrigens,' da er sich nur an gebildete Damen und Herren wendet, nur für die Gebildeten" eine Reformation nothwendig zu halten. Ob die Gründung auf Actien vor sich gehcn foll, ist noch nicht bekannt; an Vcrwüsserung wird es der Gesellschaft zui) ohe Stock" nicht fehlen. In der EinmanderungsCommission New Yorl's herrscht wieder Noth und die Schließung des EastleGarden'" wird angedroht. Das 50 Cts.-Kopfgeld reicht für die Bedürfnisse nicht aus. Ein Comite ist nach Albany abgegangen, um gegen den beantragten Widerruf ber staatlichen Verwilligung von $200,000, wovon noch $110.000 in ber Staatskasse liegen, zu protestircn. In Montreal ist ein gewaltiger Palast aus Eisblöcken errichtet worben. Derselbe gewährt namentlich am Abend, durch electrisches Licht be leuchtet, einen märchenhaften Anblick. An einem der letzten Abende hatten UN gefähr 1.300 Mitglieder des Schneeund Schllttschuh-Clubs einen Fackclzug veranstaltet; die Theilnchmer trugen phantastische Costürne und das Bild, das die in Gruppen sorrnirten Fackelträger mit dem blendend erleuchteten Eis-Palast im Hintergrunde bildeten, erregte das Entzücken der Bewohner von Montreal und der zahlreich dahin zusarnmengeströmten Fremden. Die Aussage des NachtClerks im verbrannten Newhall-Hotel zu Milwaukee, auf bie Frage, warum er in den fünfundzwanzig Minuten Zeit zwischen dem ersten Feueralarm unb ber Zeit, ba es bazu zu spät war, nicht bie Gäste geweckt hätte: er habe es für wichtiger gehalten, die Werthsachen in seine Wohnung zu retten, ist recht charalteristisch. Der Mann hat nahe an drei viertel hundert Menschen verbrennen lassen, um Geld und Kostbarkeiten zu retten. Wozu Menschen retten? Die sind ihm ja nicht anvertraut. Der Mann spricht und handelt wie ein Eapita list, obschon er vermuthlich keiner ist. Er empsiehlt sich durch diese seine Handlungs und Denkweise allen Großcapitalisten, welche Geld und Gut anzuder trauen haben. Geld und Gut hat keine Beine, Augen und Ohren, um sich selbst zu retten; , aber Menschen können sich selbst retten, wenn sie gerettet sein wollen. Die offenbare Schuld an dem furchtbaren Eisenbahn Unglück in West-Virginfen, bei welchem alle 7 Angestellten ihren Tod fanden, lag cn der Länge des Frachtzuges. 59 schTerbeladene Kohlenkarren und 17 sog. Gondeln, ebenfalls beladen, sollten von drei Lokomotiven, einer vorn, einer in ber Mitte und einer hinten, eine stark geneigte, lange Ebene hinabgezogen werden. Die mächtige Last drückte von hinten nach vorn, daß. alles Bremsen nichts hals, wachte die vorderste Lokomotive aus dem Geleise und über eine Brücke springen, und biese zog alle Wagen mit sich n einen schauerlichen Abgrund. Warum konnten die drei Lokomotiven nicht drei Züge in Abstünden bilden ? George M. P u l l m c :i ha t den Cornfort der Eisenbahn-Reisenden durch die Constrnction von VuffetWaggons" erhöht. Zwei solcher Wagen, der Puritan" und der Pilgrirn" wurden soeben in dcr'Wagcnfabrik der Rock Island Company vollendet und 33 wcitere, für die Hauptbahnen des Landes bestimmt, sind im Bau begriffen. Diese Wagen gleichen in ihrer sonstigen .Ein richtung den sogenannten Palastcars", enthalten aber ein geschmaclvoll ausgcstattctcs Busfck, in welchem die Reisenden eine Tasse Ka.ffee, Thee oder Bouil

lon und belegte Butterbrode erhalten können. Diese Büffets sollen weder den Stationen, an welchen gespeist wird, noch den Dining-Cars Eoncurrenz machen, fordern sind nur für den Fall bestimmt, daß die Reisenden zwischen den einzelnen Mahlzeiten ein besonderer ApPetit anwandelt. I s a a c W. S p r a g u e, daö in einem Neu) ?orler Mauscum ausgestellte gebende Slelct", daö sich kürzlich verhirathet hat, diente dieser Tage dem Prof. McWilliamS in Chicago als Beispiel zu einem Vortrage über allrnälige Atrophie der Muskeln. Sprague hat an der linken KörperHälfte absolut keine Muskeln, an der rechten Seite rmr solche in merkwürdig unausgebildctcm Zustande. Der Hauptsächlichste Muskel des Oberarms, der Biceps, besteht aus wenigen dünnen Fasern. Dabei ist das .Skelet" im Allgemeinen gesund, erfreut sich eines vortrefflichen Appetits und befindet sich be reits 30 Juhre in diesem Zustande vollkommener Abmogerung. Atrophie sührt in der Regel in längstens drei Jahren den Tod herbei. Sprague behauptet, die Abmagerung habe bei ihm im 12 Jahre in Folge von Uebcranst?engung beim Schwimmen begonnen. Prof. McWilliarns constatirte, daß ihm nur noch ein Beispiel langer Lebensdauer bei einem derartig atrophischen an Dörrsucht leidenden Zustande bekannt sei, und zwar in der'Person eines gewissen Andrew Nercnd. Dieser Tage wurden ander Grenze zwischen Texas und Mexico mexikanische Hirten mit drei Apachen handgemein; bei dem sich entspinnenden Kampfe wurde ein Indianer getödtet. Die mexikanischen Truppen treiben alle in den Grenzdistricten sich aufhaltenden Indianer über die Grenze.