Indiana Tribüne, Volume 6, Number 130, Indianapolis, Marion County, 28 January 1883 — Page 4
Ckcm Sizspep : Vrff-psthlt lMSseopsweh, Srpnlsche Dlar thoe, Veldsucht, l!?ewhlt dcS luttS, Echüttkl lieber, lNalarie dalledurchTtö ff- "l V b.?. mm ct.fi Aütttt und Sltere vrrriaqn t9tn. Symptome einer erlrankte Leber. ' Tledler Athem ; Saniert in ixt Seite, uweil nter tem Schultnblatte nd wird da mit Rbeui tUrnnS rerwkchsclt: semttntt ppktteuft ; ge. nöhulich Zkrstorfchett, abwechselvb mit Offenleibikit: er 'pV v Schmerze bcU.stigt, obei tttrichttt.'ber eriust deS ErtnerungvermS f kllZ mtreiUa eia schwacher, (rasn er Huste vd a ÄeUt ro Röthbrslogk. a3 oft für btia$-' g?bUe lrtz; Ux Patient klagt über Müdigkeit und Schwäche: ist nvöS: Stillt oder been ende Gefühl ia üben. ,uelle ewepechende SmrftndL.Z-. diekebiSgetst ledergeschlagk, nd euozlnch va twrii,t ist. daß Letbesdewegunz beUszm cire, so kaa sich kaum daz aufraffen, U. man mchtravt ledm CxUmlttrf. erschiedene bet rbizea gvapt begleite tle ftantyett; der ti Tt.tb $13 rorgkkomme, ia denen ur wenige davon oröant.-a r: doch hat lU Untersuchung nach dem Tete ei beträchtliche &törna d Leder nach -fieci:;. . . - Sasttittel ssUte vo all, yerssne. Jung Alt, gedraqt txrdctt, sobald siel) cinci der oblge Symptome ,e!gt. Ocr aus Brisen ist oder In gesder " 7 r w vy u- jfc vtHHt nica einet -Xsfii, um die edcr ia gesunder Tdtttz EFgnd wsyk, wirb drch gsleaenMche ötnnech ; um xtnt in ae unver xoaita tdt zu Bs::e, ane vsaiatle, aUlge Vnfältt, Ciye, uerrnnr, vc,rryk,claaenb,lt n. r.ei. Win Kit kl v'ias Küein nar "A -C.BaIu.K..... , ' . rr m. vi ii i . i . i , . , 4 i. k. . ab I SSet k tu?n,!,l n;t ris vrra,ozen?e eiranx. Wenn man etwas schwer Verdauliches ge Lkss.n iz,der Zttachls tcht schlafe kann, uehme km eine 2oji3 nd die Erleichterung trd eintreten.' QoxcYl Zelt wie Doltorrechnnngen werden ttipaxt, wenn wem den WtQttlatot fUW vsrrZlhlg ist 4?xut hält t vel,S Lcidcn s:S einstellt, ei durckauZ stereZ, abführendes, Säfte vcrbcf scrnSeS und ftÜr?cud?S iitlrl trv nie crccht 7.'brs5t sein. DaS Mittel ist nngefilkirtt, uns bc.'intröchiigt weder die veschaftSthütigkeit noch da Äergnügen ?s ist relu veekadttifch und !-! lt ganze ßtcjl undrlszmkeit rsn Cflmd cCi;ro;''.n:a ohne irgend clae der schädlich Nach ni::u.:z.-a derselbe. Z:ngniK von einem Vouvernenx. m2i.r.z:.ai Uter jjceguljtoc ijl s.it tta?erer Zeit l-i u:intt amllte in Gktrauö, und ich bin Üixr z?-t, dß er eine Bereichernrg der Ayne'.miisenseft K:'.5: t. I. VtllQhorter, vz?ereur von Ali. on. illcraner H. Ot?p:,enS von eorqiz z,r: er kdrauch von tiniüoiiZ Negul, tv i? tr.tr wohl 6c!ci:rato und ich uünsche iZ ueüerzusrüse. - ?aS Einzige da? nieme5S Linderung versz.zt.- Ich habe i-icle Diittcl gegkz Dypcxi, üüiinb ct)HJAe acbraucht, der r.le eiz?Z ecs' '.den daZ n,ir sowohl iekomme ist wie ,1:;: n?35 Lirer Rezulator. Ich habe vo MmeZt liöc?:z-.a danach gsiZt und raö?e einer sclchc, itlin neiea noch weiter schicken ; euch mWt ich c'J.'U a.'uü Leider, den anrathen e v.it dies:., .Ct:icI f a rsache, da eö tz9 einzige zu sei scheint, clasaa Vr.ierjn j Krsajt. V. M. Rannet), Mmnea?o:!Z irtn. Ct. 5. Mason sajl : Durch tttfid'liche Griarunj i:n Ö'cdrcue von Gtmmor.3 l'bct Kc julatct! kzeiner Praxis tU ich von seiner Lntreniunj fcfticiiit vnd ich verordne i klS eine A!srLN-.Z.-Zrei. ?an nci".ne nvr de etcn. der ftctZ die rst.le Sz.-lSmsks und iie Namer.vuntcrft.njt I. ?. '.ekiin i f0. auf dem Uia;jo ixizW Zei alte Upotytleratn haben. Rnhc nicht, das Leben eht schnell erüber. sSS v?r Woche, estttung tbOi unent geltltch. kein Risiko, Kapital nicht nothwendig. Sir lie fern lleS. Viele machen ein ZZermSqen. Frauen fiwohl w:e VZZnner, na den und Mädchen. wende sich an H. Halle tt & G o.. lottlanb, Vkaine. i machine ia erciilly ftslTtod to tb Ttaa es i'ASMEKS and STOCK TKEDEUa. 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Office : 62 Süd Delavare Straße, ZedianaxoliA. Ind. In der römischen Wildniß. Von Richard Veö. Verläßt man Rom auf der Ostiensi schen Straße, so befindet man sich nach kaum emer Stünde mitten in der Wild niß. Der Anblick dieser weiten Oede ist er haben. Ringsum dunkelt ein Urwald. Ueber undurchdringlichem Dickicht von stach lichtem Mastix und knorrigem Oelstrauch ragen gigantische Steineichen auf. Die vom Alter geschwärzten und geborstenen Riesenstämme find vom Sturme zerris sen, vom Blitz zermalmt, von der Sonne verdorrt. . Ihr verschlungenes, verwirr, tes Geäst trägt das starre, dunkle Laub, das im Frühjahr zugleich welkt und aufgrünt. Viele sind gestürzt und verdor ren.Weite Strecken bedecken Lorbeer und Myrthen. Dazwischeu steht, der- schöne Arbutus, im Winter über und über mit schneeweißen Glockenblülhen behängen. im Sommer scharlachrothe, der Erdbeere ähnliche Früchte tragend, saftlos und herbe schmeckend. I,aiini5 tinus und alänzendblättriger Kirschlorbeer, hohe Buchsbäume und prächtige Farne wach sen wirr durcheinander. Zuweilen er hebt sich einsam eine schwarze Cypresse, von wilden Rosen durchrankt ; nicht weit davon vielleicht eine vereinzelte Platane mit silberhellem Stamm und mächtiger, lichter Blätterkrone, ein heiteres Wald chen von epheuumschlungenen Edelkasta nien. Königin des Waldes jedoch ist die Pinie. Wo der herrliche Baum ei nen Hain bildet, schreitet man dahin wie zwischen Säulen von röthlichem Por phyr; über sich leise rauschende, schimmernde Schleier, durch die in tiefem Blau der südliche Himmel hernieder strahlt. Ein Gewlrr von Lianen, Ranken und Schlingpflanzen durchwuchert und umtrlckt diese hohen, düsteren Laubwände. Ost ziehen sich die Gewinde von Stamm zu Stamm, von Gipfel zu Gipfel. Das phantastische Psmenkraut klam mert sich an die starren, schwärzlichen Ranken des wilden Spargels, Epheu und Brombeere bilden wahre Bollwerke, weiße und blaue Winden, bunte Bohnen und Wlckenblüthen stürzen sich m dichten Massen von hoch herab in die Gebüsche nieder. Weinreben schlingen sich durch die Zweige. In der wollüstigen Ueppig kett die er Natur erstickt Eines das An dere. Im Frühlina gleicht die Wildnik ei nem Garten. In allen Farben durcheuchtet es die Dickichte, fiter verblühen ungesehen und ungepflückt Narcissen und Nachtviolen, Nellen und Orchideen, euerrothe Kaiserkronen und purpurfarbene Päonien. Die munteren Lacerten und prachtvollen Smaragd-Eidechsen, die zuSchaaren durch das Laub rascheln, versinken unter Tacetten, Cyklamen, Mffuerlten, Anemonen und Primeln. Der Odem dieser Wildniß ist Veilchenund Caprisoliumdust. Dle von Vogelfang ourchtönten Waldüngen durchbricht ein Labyrinth von Wildpsgden. Hier herrscht ewige Wanmerung. Diese Wege ziehen Hirsch und Eber zur Tränke, gleichen Wolf, Mar der und Wi!dkai)e auf nächtlichen Raub, kriecht da wunderliche Stachelschwein, das in diesen Gegenden heimisch ist. Selten taucht aus diesen Blatt- und Blüthenwellen die schwarze Gestalt eines Kohlenbrenners aus, die phantastische Erscheinung emeL lateinischen Jägers oder Hirten, den noch, wie vor Jahrtau senden, die gelbliche Schaföhaut und das schwarzzottige Ziegenfell kleiden. Dahin hat sich der Bandit vor seinen Versolgern geflüchtet. Der Mann ist sicher. Zuweilen führen jene Pfade aus dem tiefen Dunkel plötzlich auf eine weite Lichtung hinaus. Geblendet bleibt man stehen. Wie ein Strom von Gold, bat es das Land Überflossen: Felderblühenden Ginsters und Goldregens, wo vor leuchtenden Blüthen kein Blatt zu sehen. Dazwischen liegen, Zauberinseln gleich, große Gebüsche von Heckenrosen, in denen weiße Lilien blühen. An anderen Stellen ist der graue. glänzende Meersand ganz überwuchert von Asphodelen, diesen schönen und seltsamen, hohen, schlanken Pflanzen, welche grone Dolden brauner und röth licher hyacinthahnlicherBlüthen tragen. Sie sind die echten Blumen des lateinischen Landes. Eine ihrer Art war es, die Mercur dem göttlichen Dulder gab, um sich durch ihre Wunderkraft gegen die verderblichen Reue des Zauberuel beS zu sichern. Von jenem Hügel aus kann man ihren Felsenbera aus dem Meere aufsteigen sehen. Oder man tritt auf eine Prairie, in der verwilderte Ochsenheerden, bis zu den schimmernden Weichen in Gras und Blumen versinkend weiden. Sie zählen noch zu Hunderten. Von den liegenden Thieren schaut nur der mächtig gehörnte Kops hervor. Fast unheimlich unterbricht das Gedrüll eines wüthenden Stieres das erhabene Schw:igen der Einsamkeit. Dann wiederum ist das Bild ein Sumpf, der im Abendroth purpurn auf glüht. Regungslos liegt das öde GeWässer, von Steppe und Urwald umschlössen. Dem hohen Röhricht des Ufecs enttaucht das zottige Haupt eines Büffels; ein Zug wilder Schwäne zieht langsam und lautlos darüber hinweg. Im Schils stößt die Sumpswachtel einen schrillen, klagenden Schrei aus. Ein Adler fliegt auf. MächtigenFlügelschlags kreist er majestätisch dahin,dem Sonnenuntergange zu. In tiesen Schluchten rieseln unter Myrthen geheimnißvolle, silberhelle Quellen. Kaum hervorgebrochen, verschwinden sie wieder, sinken sie wieder in den Schoß der Erde zurück. Oder sie schleichen eine kleine Strecke durch die Sandung dahin, stauen sich, schwellen zum Teich an, versumpfen, bedecken sich mit blassen Wasserrosen und goldgelben Lilien, athmen das Würgegift des Landes aus : das römische Fieber.
Mitten in der Wildniß eine Ruine, Spuren untergegangener Geschlechter, verlorener Völkerschaften, einer gewaltigen, einer herrlichen Cultur ! Der Boden einer kostbaren MarmorMosaik, .Gänge, Gewölbe, Gemächer, Portiken, Hallen, halb vsm Sand verschüttet, halb unter Epheu begraben. Unter Brombeergerank das ungeheuerliche Gesüge einer cyklopischen Mauer; eine Säule mit abgebrochenem Capitäl, eine andere zertrümmert, hingesunken. Hier wieder und dort wieder eine ! Ein Sarkophag, in dem sich Regenwasser gesammelt; eine Aschenurne, aus der Blumen blühen. Was ist das? Der blasse Leib einer Göttin, bis zu den husten im Erdreich steckend. In einem Hausen von Trümmern eine zerschlagene Marmorplatte mit verlöschender Jschrist. Noch ist ein Name zu entziffern : Plinius. ' Welche Welt blühte hier 'auf ! Welche Welt ward hier zerstört und zu Boden gestürzt. Nicht. Rosen- und Veilchendust ist der Athem dieser Wildniß der Hauch der Weltgeschichte schwebt über diesen Ocden, der Geist vergangener Jahrtausende. Eö dunkelt. Schnell jenen Hügel empor, der eine begrabene Stadt ist,und Umschau gehalten." Welcher Anblick! Nichts als Wüste und Wald. In der Ferne, das Land fast umschließend, ein mächtiges, ein herrliches Gebirge, in dunkelblaue Schatten getaucht. Und dort, dicht vor uns das Meer ! Noch liegt vom Sonnenuntergang glühender Glanz darüber ergossen. Horch, wie die Wogen an den hellen Strand anrauschen. .Das ist eine Stimme, würdig dieser Natur. Weit liegt die Küste dem Blick offen. Dort ein zauberisches Vorgebirge, hier die Mündung eines majestätischen Stromes, dessen goldfarbene Fluth sich zwi schen schwarzen Wäldern und dunkelnden Sümpfen lautlos und feierlich in das Meer wälzt. 'Plötzlich Glockenläuten ! Ganz geisterhast hallen die Klänge durch die nächtliche Wildniß. Aber die Welt, die hier in Trümmern zerschlagen. deren Tempel und Götter hier emge scharrt liegen, kennt lene feierlichen Töne Nicht. Jetzt entdeckt man auch Ganz nahe am Seerande, an der Grenze des Waldes ein ödes, düsteres Gebäude mit einem Thurme. Es könnte eine Festung oder ein Gefängniß sein. bedeutet aber ein Schloß. Einige Hut ten sind darum zu erspähen, jammervoll genug ! Doch das Glockenläuten tönt aus weiterer Ferne, mehr aus der Tiefe des Waldes herüber. Es wird ein Kloster sein und es ist die einzige Stätte, wo der Wanderer in diesen wüsten Gegenden erne Unterkunst findet, emen Becher sau ren Weines, ein Stück harten Brotes. Hygienischt Bilder Von Dr. H Fle. .Man hat behauptet, die Welt werde durch Zahlen regiert; das aber weiß ich, daß die Zahlen nur belehren, ob sie gut oder schlecht regieret werde." Dieser AuSspruch Goethes, zu einer Zelt gethan, m welcher die Statistik noch in der Wiege lag, läßt die Zahlenbeweise zugleich als sprechende Zeugnisse über den Werth hygienischer Maßnahmen er scheinen, und nur Zahlen und wieder Zahlen sind es, die uns inungen, über das Erreichte und über das Erreichbare auf dem Gebiete der Gesundheitspflege zu Gericht zu sitzen. Wenn uns daher gezeigt wird.daß zur Zeit fast überall die durchschnittliche Zahl der vor Beendigung des fünften Lebens jahres verstorbenen Kinder 33 bis 40 Prozent aller Todesfälle zusammen be trage, daß von hundert in einem Jahre Geborenen nach 25 Jahren überhaupt nur noch kaum fünfzig am Leben sind, so sind wir berechtigt, nach der Ursache solch hoher Sterblichkeitsziffern in den ersten Lebensjahren zu forschen. Wer Gelegenheit findet, das deutsche Reich in seinen einzelnen Gebietstheilen zu durchreisen, wird in jeder Provinz desselben Menschen anderen Schlages finden. Im Allgemeinen wird er beob' achten, daß der Norddeutsche ein großer, kraftiger Menschenschlag erscheint gegenüber den ost wahrhaft verkümmerten Gestalten der mitteldeutschen Industrie bezirke. Er wird erkennen, daß der Süddeutsche sich weniger durch Gröge, als durch kräftigen Körperbau auszeich net. Diese Unterschier e machen sich aber besonders bei der weiblichen Bevölkerung geltend und übertragen sich in ihren Konsequenzen auch auf die Kinder und deren körperliche Entwickelung. Das Gefühl mitleidsvollster Theil nähme ist es daher, das unö erfüllt bei dem Eintritt in die ärmliche WohnstStte emer Arbeiterfamilie des sächsischen Erz gebirgeS. DaS niedrige, schlecht venti lirte Gemach, mit dem nothwendigsten Mobiliar dürstig ausgestattet, hat als Werkstätte, Wohnzimmer, vielfach sogar als Schlasraum der zumeist mit reichem Kindersegen bedachten Famme zu die nen. Hinter dem Webstuhle sitzt die hagere, bleichwangige Gestalt des Er nährers, mit Aufopferung seiner fchwa chen Kraft im Betriebe der mechanischen Arbeit das dürftige Einkommen für die Erhaltung des reichbevölkerten HauS standeS zu verdienen. Am Spulrad ne ben dem Webstuhl bereitet die Frau das gelieferte Garn für die Arbeit des We berS vor, während größere und kleinere Kinder, erstere zum Theil ebenfalls am Spulrad beschäftigt, zumeist hungrig welken Blickes der kommenden Mahlzeit harren ; denn die spärliche, aus Kartof feln, Brot und schlechtem Kaffee zufam mengesetzte Kost, sparsam genug bemes sen, läßt die damit Genährten zu keiner Zeit des Tages das wohlthuende Gefühl völliger Sättigung empfinden. Die alle geistige Thätigkeit in den Hintergrund drängende mechanische Berussart der Gatten tragt nicht dazu bei.den Zuwachs der Familie zu vermindern. Denn während das aufregende und aufreibende Leben des Wohlstandes, oder des geistig überbündeten Berufes Anderer die oft sehnlichst gewünschte Vermehrung deS Familienkreises hoffnungslos entbehren läst, wird daS ehelicheLeben der ärmeren und ärmstenVolkSklaffen eine häufig nur
zu reichliche Quelle ersehnten Kindersegen'S. Mit diesem aber vermehrt sich
daS darbende Elend und wird zurQueue des SiechthumS an Jung und Alt. So wächst die junge Generation, entsprungen dem Hunger und der Armuth zugleich, heran als ein schwächliches Ge schlecht, kränkelnd an Leib und Seele, und unsähig, gesteigerten Ansprüchen des Lebens sür spätere Jahre gewachsen zu bleiben. Darf eö uns nun noch wundern, wenn von hundert- solchen Verhältnissen Ent sprossenen kaum die HSlste daS sünsund zwanzigste Lebensjahr erreicht, wenn die Mehrheit derselben schon ,m erften JUgendalter zu Grunde geht ? Doch eS hätte der Zeichnung emes Bildes, wie des vorhergehenden, mcht bedurft, um die oben gegebenen statistischen Nachweife zu illufluren. Wir konnten es uns nicht ersparen, so weit m die Kreise unverdienter Armuth herab zusteigen, indem das tägliche Leben fast in allen Schichten der Bevölkerung uns das reichste Material zur Erlangung entsprechender Belege bietet, wenn es 'sich darum handelt, darzuthun, daß die Ernährungsfrage tn der Beurtheilung hy ßyenischer Zustände in den Vordergrund tritt, bei welchen nicht sowohl die Quan tität, als die Qualität der Nahrung i ren größten Einstich auf die Gesund heitsverhältniffe ausübt. Oder sollte Jemand wirklich glauben, daß der Besitz emes hinreichenden Auskommens genu gende Bürgschaft sür die Erhaltung und Befestigung der menschlichen Gesundheit bietet? Dann wurde die unverdiente Armuth eine ungerechte Strafe, die Krankheit ein trauriges Unrecht der Ar men bleiben ! Die 'sichere Möglichkeit der Beschäl". sung hinreichender und regelrechter Nahrung ist nicht allezeit an einen reichlichen Besitzstand gebunden ; denn Unkenntniß über den Nährwerth der einzelnen NährMittel, llnvertrautheit mit den einfachsten Ernährungögesetzen, Mangel an Ueberblick und Umsicht in der Wahl und Darstellung einer normalenKostmischung sind Erscheinungen, welchen wir selbst in denjenigen Kreisen begegnen, die sich sonst rühmen, aus der Höhe der Jntelli genz zu stehen. Der Barbarismus, den die Mehnahl der Menschen mit ihren Verdauungsor ganen treibt, wiederholt sich zur Zeit in allen Schichten der Gesellschaft, und die Unsuasamkeit emes großen Theils De rer, welchen die Beschaffung zusagender Mahlzeiten übertragen, gegenüber den Anforderungen einer regelrechten Ernäh rung, das starre Hängen am Alten und Schlechten, am Ueberkommenen und An gelernten läßt nur wunderbar erscheinen. daß mcht noch viel häufiger, als schon der Fall, Erkrankungsfälle sich als Con fequenzen schlechter, weil ungenügender Ernährungsweise herausstellen. Gehen wir doch selbst in medizinischen Fachkreisen, sobald es sich darum handelt, die Ernährungögesetze in das praktische Leben überzutragen, die Ansichten über die Wahl zusagender Kost für Er wachsen?, und zumal für Krnder, so weit auseinander, daß der Laie zu der An nähme Berechtigung findet, daß es Gesetze hierfür überhaupt gar nicht geben könne, odcr daß hier die persönliche Meinung über die Naturgesetze zu stellen sei; und in derThat, es erschemtmcht vonUe berflu, in dle Reihen der hier zu zeich nenden Skizzen ein kleines Genrebild mit aufzunehmen, wie es sich mit gerrn gen Abweichungen nur zu hausig rm täglichen Leben entfaltet. In dem sorglich ausgestatteten Wohn Hause der begüterten Bürgersamilie einer klemen Landstadt Thüringens, tn fast freier Lage, mit Garten und Bauman Pflanzungen umgeben, kehrten alljährlich leichte Erkcankungen der Kinder und El tern wieder, welche, oft von Flebererschei nungen begleitet, dem zu Hilfe gerufenen Arzte m Bezug aus ihre Ursachen em Räthsel waren und blleden. Wie lrüx tigende, gesunde Landlust des Wohn ortes versagte vier ihre gunmgen Wir kungen fast vollständig, und das bleiche Aussehen aller Familienglieder deutete darauf hin, daß hier ein Grundübel seine störenden Wirkungen zurGeltung bringe. Der Arzt untersuchte als geschulter Hy gisniker das Brunnenwasser, die Lust der Wohn- und Schlafzimmer, er pruste die Wände aus gesundheitsschädliche Far benüberzüge, selbst der erdige Untergrund des Hauses, der Fußboden m den Stock werren wuroe aus zcranlyeli veroreirenoe i . r fT i Spaltpilze geprü t, aber, wie dle'an gestellten Untersuchungen, so erwiesen sich selbst bauliche Veränderungen wirkungs los, das KrankhkitSübel kehrte im Frühjahr und im Herbste immer wieder. setzte sich während des Winters fort, und . ... s IJf. . m nur im ommer tucicqic es einen iui zen Stillstand. Der gleichfalls krön kelnden Hausfrau erschien die Wieder kehr dieser Erscheinungen als ein Erb übel, denn schon in ihrem Elternhause waren dieselben fast dauernd zu beobach ten gewesen, eine Beruhigung, die sich leider stets als zweischneidiges Schwert erwies, und nur dem Hausherrn war es vergönnt, daö Räth ei der Erkran kungen in der einfachsten und pcyerflen . m. Weise zu lösen. Durch das Lesen ein schlagender Lektüre, mehr noch durch ge naueö Beobachten der Lebensweise so! cber Familien, in welchen derartige Er scheinungen nicht auftraten, wurde er hinreichend belehrt. dc& der regelrecht genährte menschliche Organismus ficy der Einwirkung krankheitserzeuaenver Em drücke am widerstandSsähigflen erweise, und durch ein eingehendes Studium der Ernährungsgesetze gelangte er zu der Ueberzeugung, daß die Art, in welcher seine Gattin, auf Grund überkommener Erziehungserfahrung, die Wahl und die Zubereitung der Speisen vollführe, daß zumal der viel zu reichlich bemessene Brod-und Kartoffelgenuß, verbunden ... v ... Mil unzu.ang.iqer uno ungrnugrno zu bereiteter Fleischkost den Hauptgrund für die fortdauernde ttranhkltsdispon tion der Familienglieder bilden könne. Nicht ohne Widerstreben entschloß sich endlich die immer noch zweifelnde Gattin zur Beschaffung einer rationellen Kost; sie schmälerte den Kindern nicht mehr. wie früher, den reichlichen . Fleischgenuß und erkannte sehr bald, daß die zeitwei lige Darreichung kräftigender' Getränke auch ihrer Kmderschaar eine Quelle der Gesundheit wurde; und in dem Maße,
als diese Ansichten in der Ernährungsweise der Familienglieder zur Geltung
am, schwanden die Erscheinungen leneS chronischen SiechthumS und belehrten die beruhigten Eltern hinreichend, daß die Hauptquelle aller Erkrankungen in der Nichtbefolgung einer rationellen Ernährung zu suchen sei, und daß vorwalend m letzterer daS Geheimniß schlummere, sich und die Seinigen vor Krankheitödispositionen zu schützen und vor dem Eintritt störender LebenSerscheinungen thunllchfl sicher zu stellen. Von welcher Bedeutung für die Erzielung deS geschilderten ErsolgeS die gleichzeitige Erneuerung des Fußbodens m den Wohn- und Schlasrüumen, die Reinigung des Brunnens und em neuer An strich der Zimmerwände hierbei gewe sen wer konnte dies feststellen ? (.Berliner Tagbl.) Ueber den ttauarienvogel. Bor einigen Tagen hielt Herr C. Petermann im Rostocker Verein für Geflügelzucht einen interessanten Vortrag, welchem folgende Mittheilungen entnommen sind. Die erste Erwähnung des Kanarienvogels findet sich in dem von Conrad Gesner zu Anfang des 16. JahrHunderts herausgegebenen Buche de aviurn natura". In demselben wird berichtet, daß durch die Eroberungszüge der Spanier in den Jahren 1311 und im die ersten Kanarienvögel unter dem Namen caiiaria avicula (Zuckervögelchen nach Spanien eingeführt worden seien. Bald wurden die hübschen Thierchen trotz ihres hohen Preises so sehr die Lieblinge der vornehmen Damenwelt, daß die Frauen von Distinktiv mit dem Kanarr" auf dem Fmger an Sonn- und Festtagen die Besuche des Hauses empfingen. Im Jahre 1610 wurden alsdann in emer Schrift von Aldrovand die Nachrichten zur Naturgeschichte des Kanarienvogels hinsichtlich der Erkennungsmale beim Männchen vervollständlgt und Oiina fuhrt m einem 1622 zu Rom erschienenen ornithologischen Werke an, daß um die Mitte des 16. JahrhundertS ein von den kanarischen Inseln nach Livorno bestimmtes Schiff, besten Fracht theilweife aus Kanaris bestanden habe, an der italienischen Küste gescheitert sei. Bei diesem Schmbruch sei eine Anzahl der kleinen Vögel nach der Insel Elba gelangt. Wort hätten sich diefelben rasch vermehrt und eö sei mit ihnen von den Bewohnern der Insel ein lukrativer Handel nach dem Festlande betneben worden. Mag diese Angabe begründet sein oder nicht, ledenfalls steht fest, baß der Kanari zu der angegebenen Zeit sich von Italien aus schnell nach dem Norden verbreitete und zunächst rn Tirol mit besonderer Vorliebe und Ausmerksamkeit gehegt und gezüchtet wurde. Lange Zeit befanden sich in Folge dessen die Tiroler im Besitz eines lebhaften und einträglichen Handels Mit den schnell allgemein beliebt gewordenen kleinen Singvögeln. Nachdem die Zucht derselben beendet war und die kungen Hahne ihren Gesang erlernt hatten, was im Herbst der Fall war, trugen die Tiroler die niedlichen Vögelchen in klemen Käfigen haust rend durch Deutschland umher, ja sie dehnten ihr Absatzgebiet bis nach Ruß land, Holland und sogar nach England aus. Erst feit demBeginne des vorigen Jahrhunderts machen die Bewohner des Harzes den Tirolern im Kanarienhandel Conkurrenz und zwar mit dem besten Ersolge. Denn sie überflügelten ihre Lehrmeister alsbald, da sie vermöge ih rer musikalischen Anlagen die Dressur deS Canarienvogels wesentlich vervoll kommneten. So erschloß sich den Harzern in der Folgezeit ein unbegrenztes Absatzgebiet sür ihre vielbegehrte Waare, und binnen Kurzem fand der kleine be siederte AllerweltSfreund als deutscher Kanarienvogel selbst in den fernsten Ländern Eingang.' Jetzt tragen Jahr auS Jahr ein deutsche Dampser Tausende und Zehntausende der sangeslustigen Vögel über alle Meere. Die jährtiche Ausfuhr kann wenigstens auf 150,000 Stück angeschlagen werden, repräsentirt also einen sehr bedeutenden Geldeswerth, 'so daß der Kanarienvö gelzucht und dem Kanarienhandel eine nicht unerhebliche Bedeutung für die deutsche. VolkSvirthschast beigelegt werden kann. Die einzelnen Racen der KanarienVögel, welche heutigen Tages gezüchtet werden, zerfallen in drei Hauptgruppen, in die englische, holländische und deutsche. Die deutsche Race setzt sich aus der Land- und Harzrace zusammen. Die letztgenannte Kategorie ist durch einen besonders schönen Gesang ausge zeichnet. : Namentlich hat der kleine im Harz gelegene Ort Andreasberg die Zucht deS niedlichen gelben HauSsreun deS, obwohl die genannte Ortschaft nur 4000 Einwohner zählt, zu einer solchen Höhe gebracht, daß nur in vereinzelten Fällen die immer wachsende Konkurrenz die gleichen Resultate, nirgends aber bessere Ergebnisse zu erreichen vermochte. Die . AndreaSberg'sche Gesangschule ist eben ganz vortrefflich, ja so vortrefflich, daß selbst olle gegnerische Reklame ihr keinen Abbruch thut. ES ist dieses hohe Niveau der Harzer Kanarienzucht nun fürwahr keine geringe Leistung. Zur Zucht und Ablichtung des edlen Sängers ist nämlich ein äußerst feines mustkalischeS Gehör und ein guter musikalischer Geschmack erforderlich. Bei irgendwie mangelhaftem Gehör deS Züchters werden selbst die kostbarsten und reinsten Kanarienstämme schon nach kurzer Zeit entwertbet. Der umsichtige und beanlitgte Züchter erkennt dagegen die leisesten musikalischen Fehler und Unebenheilen im Gesänge der Vögel sofort und entfernt rechtzeitig, ehe durch den drohenden Un-schlag" die Entwerthung der übrigen Thiere eintritt, den schlechten Sänger aus der abzurichtenden Schaar. Verwetchliciung und LldySrtüng. Sage der Mama", bemerkte der Herr Lehrer zu einem Zöglinge, der sich beim Verlassen deS Schulhauses ein wollenes Halstuch um den Hals schlingen wollte, welches ihm die Mütter in Rücksicht aus'daö naßkalte Wetter octroirt hatte, .daß sie Dich nicht so verwöhnen und verweichlichen möchte: viele
Deiner Mitschüler ' haben kein solche? Umschlagetuch, und koumen euch nicht um, trojfdieseS Wetters." .Ja, Mama hat Angst, weil ich so viel huste und leicht heiser werde bei bloßem Halse, entgegnete der Knabe. Eben deshalb", unterbrach ihn der Lehrer, .weil Du den Schnupfen nicht loö wirst, soll sie Dich frei um den Hals gehen l äffen, damit Du an Kälte und Wind Dich gewöhnst, weniger frierst und nicht so ost heiser wirst." Man wird dieser Warnung nicht bedingungSloö auf alle Fälle zustimmen, indeß zeigt sie, wie man im Publikum
den Begriff der Verweichlichung auffaßt. Was erwartet man von der Abhär tung und wie soll sie erreicht werden? Man hofft, zunächst die Haut gegen die Empfindung deS Temperaturwechsels der Luft und. Bodenfeuchtigkeit abzu stumpfen und glaubt damit die Folgen einer Erkältung leichter verhüten zu kön nen. Nach meiner Ansicht läßt sich der meist allzu hoch gedachte Werth der AbHärtung am besten aus den GesundheitSVerhältnissen derZLandbevölkerung und in den unteren Volksschichten der Städte beurtheilen. Das Wachsthum wie die fernere EntWickelung der Kinder wird auf dem Lande wie in den armen Familien der Stadt rfon der frühesten Periode an allein der Natur und dem Zufall überlassen und die Erwachsenen fragen erst recht nicht nach Gesundheitslehren. Wohl muß man zugeben, daß bei ihnen die Enipsin dung oder Empfindlichkeit der Haut gegen Kälte oder Nässe ode? Hitze und vermöge der Gewöhnung an die mangelhaste Bekleidung des Körpers und an die Einflüsse einer rauhen häuslichen Erziehung von Kindesbeinen an der Art abgestumpft wird, daß die Lands,'eute, auch wenn sie frieren, nicht klagen, sich auch nicht wärmer kleiden ; aber bleiben etwa die Folgen dieser Erkältung aus ? Nein ! Die Abhärtung der Haut schützt nicht vor den Wirkungen des Frostes im Winter, vor Er frieren des Gesichts, der Hände oder Füße; zahlreich erliegen dle Landleute den Erkältungskrankheiten, den Entzündungen; dem Rheumatismus besonders .häufig. Ihr Korper wird ebenso leicht von akuten ansteckenden Krankheiten ergriffen, wie der deS verweichlichteren Städters. Oder läßt sich etwa an denjenigen Personen, welche durch ihren Beruf, ihre Erwerbsart gezwungen waren, 2030 Jahre hindurch ohne alle Rücksicht auf ihren Körper und ihre Gesundheit zu leben, allen Witterungöverhältnissen sich preiszugeben, erkennen; daß durch diese Lebensweise die Gesundheit oder Krast deS Körpers erhöht, gestärkt und befestigt wurde? Nein. Die Mehrzahl, dieser Personen wird früher al es unter anderen VerHältnissen möglich geworden wäre, gezwungen, in Folge dieser Lebensweise, welche ihnen in der Regel ein chronisches Leiden zuzieht, Dienstentlassung zu fordern und der Arzt'attestirt il,nen Pflichtgemäß die Dienstunsähigkeit als dieFolge .der rücksichtslosen Behandlung des KSrperS. Die Natur verlieh, unserer Haut eine hohe Empfindlichkeit auch gegen die atmosphärischen Einwirkungen und wohl auch zu dem Zweck, daß der verständige Mensch sich je nach dem besonderen Fall behandeln und schützen könne; er soll sie wärmen, wenn sie friere, abkühlen, wenn sie h.iß, trocknen, wenn sie naß ist. DaS liegt doch nahe, solche unangenehme Empfindungen, so ost sie uns beschwerlich werden, beseitigen zu wollen durch die entsprechende Kleidung. Ist das Verneichlichung ? Dann hat sie wenigstens einen wohlthu enden Erfolg und einen unschuldbaren Grund. Wir wählen unsere Bekleidung oder sollten sie wählen je nach denEigen schasten der Luft, des Wetters und je nach dem Hautgefühl; wir wollen uns in unseren Kleidern doch behaglich fühlen. Sehr viele. Menschen besitzen nun aus inneren Gründen ein höheres Bedürfniß nach Wärme und müssen eine Bekleiduug wählen, welche ihre, geringe Eigenwärme mehr zufammenhält, ihr zu rasches Ent weichen nach Außen hindert. Sind solche Gründe vorhanden, dann dürste man sich kaum an eine kühlere. Behandlung der Haut gewöhnen, ohne dabei andau ernd zu leiden. ES gibt auch Personen, welche trotz täglich kalter Waschung bei leichter Bekleidung auch in kalter Iahreszeit häusig katarrhalischen und rheumatischen Anfällen erliegen. ES ist keine Frage, daß man seine Haut durch eine allzuwärmende Bekleidung lerwöh nen könne, aber eö ist ein V?rurtheil, daß man bei dieser Gewöbnustg eher krank werden müsse, als b:! der entgegengesetzten. ES kann sein, daß Jemand, der seine Haut im Winter täglich mit Schnee oder EiS behandelt, es dahin bringen könnte, auch bei 10 bis 15 Kältegraden imSommerrock spazieren zu gehen; aber was hat er von dieser Leistung in Ertragung der Kälte? Etwa eine festere Gesundheit, die ihn sicher vor jeder Erkrankung schützt ? ES ist doch nicht möglich, die ledendige menschliche Haut durch dieses oder irgend ein anderes Verfahren xn einem nem pfindlichen Fell zu verdichten. Sie behält ihre empfindlichen Nerven, ihre mit Blut erfüllten Adern und Blutadernetze, ihr Ausdünstungs und AuöscheidungS Vermögen, sie muß eS bewahren, sonst könnte dieser so abgehärtete Mustermensch nicht existiren. Diese oder eine und die andere der genannten Funktionen der Haut dürfte doch trotz aller AbHärtung einmal durch irgend einen anderen Einfluß dergestalt verändert werden, daß der Betreffende ernstlich zu Falle kommt. Wie auf anderen Gebieten, so ist insbesondere im Gebiet der Gesundheitspflege die Vorsicht dringendst zu empfehlen. Nur die Verweichlichung im moralischen Sinne ist zu fürchten, gegen diese hat man sich abzuhärten. - In neuester Zeit ist Professor Dr. Jäger in Stuttgart für den Schutz und die gesunde Erziehung der Haut durch Warmhalten derselben eingetreten und er hat auch eine sogenannte Musterklei dung" empfohlen. Man muß seinen Vorschlägen für eins zweckmäßigere Belleidungsform beitreten. Seine Normalkleidung" hat indeß den einen großen Fehler, daß sie eben Normalkleidung für Alle sein soll und das ist zu diel verlangt. Man soll sich warm halten, aber wie? DaS muß dem individuellen Bedürfniß und Geschmack überlassen blei-
ben, denn Ein schickt sich nicht für Alle. Daß man sich warm halten soll, schließt nicht auS, daß man dennoch seine Haut, wenn man will, täglich kalt wäscht. In diesem Falle wird so da? angeblich verweichlichende schwächende Verfahren durch daS entgegengesetzte stärkende corrigirt zu einer heilsamen Gesammtwirkung. Dr. W.
Eine curiose Llebeö und HcathS geschichte erzählt man sich in den höheren Kreisen der Budapest Gesellschaft. .Er" ist em angefehener Magnat, dessen Ahnen einst unendlich arm waren. .Sie" eine hübsche Israelitin, deren Ahnen einst unendlich arm gevelen sind. Sie lernten einander kennen und sofort auch lieben. Der Grundbessk des Vaters unlereg Magnaten war in die Hände deS Vaters des MädckenS überaeaanaen. und nun sollte der Magnat das Erbe femer zater, fremch em wenig beschnitten, aus fremder Hand zurückerhalten. Vor fünf Jahren verlobten sich Beide, denn damals wurde die Vorlage des Civilehe-Gefetzentwurfes im Abgeordnetenhaufe versprochen. DaS Liebespaar wollte eine Civilehe eingehen, um bei dem Glauben der betreffenden Herren Väter bleiben zu können. DaS Pärchen wartete doch der Gesetzentwurf wurde nicht eingebracht, dafür versprach aber die Regierung alljährlich die Vorlage des Entwurfes. Zwei, drei, vier Jahre verflossen, endlich wurde der Entwurf dem Abgeordnetenhause vorgelegt. Die Liebenden athmeten erleichtert auf. Sie waren nun schon 1500 Tage verlobt und noch keinen einzigen Tag verheirathet, und dieser Zustand schien ihnen schon langweilig geworden zu sein. Nun traf man endlich die Vorbereitungen zur Hochzeit, versandte neuerdings Verlodungskarten, denn die Mitwelt hatte mittlerweile das Ereigniß vergessen. Das Brautpaar war wieder seelig... Freilich nu: wenige Minuten, denn der Gesetzentwurf wurde abermals zurückgezogen, und die Verlobten wurden nun trauriger als srüher. zumal selbst die in der Wolle rosenroth gesärbten Optimisten behaupteten, daß derselbe sür immer begraben sei. Die holde Braut hatte 5 Jahre gewartet, und die Zeit, welche sonst Wunden heilt, hatte diesmalWunden geschlagnen. Das Mädchen derzweiseZte und heirathete einen Anderen, der auch ohne parlamentarische Debatten zu haben war, und der mittlerweile auch älter gewordene Bräutigam wird den Justizminister wegen Schadenersatz belangen." Der Vater vas möglich war, das that er. Man schreibt auö Paris : .Vater-und Künstlerpflichten an ein und demselben Abend zu erfüllen das hat dieser Ta ge hie der Komiker Daubray vom Palais Royal, einer der populärsten Pariser Schauspieler, zu Wege gebracht. Mit freudeleuchtendem und weingeröthetem Antlitz erschien Daubray im Frack und weißer Cravatte in der Garderobe. Da seine Schweigsamkeit bekannt, so fragte man ihn nicht nach der Ursache dieses feierlichen Costumes. Bald jedoch be merkte der Inspizient mit Schrecken, daß Daubray, sobald seine Scene auf der Bühne zu Ende war, spurlos vom Theater verschnand und jedesmal erst im letzten Augenblick, wo fein Wiedererscheinen auf den Brettern nöthig war, in den Coulissen auftauchte. In den Zwischen akten wurden diese Absentirungen des genialen Komikers länger und dehnten sich schließlich dermaßen auS, daß vor dem letzten Akte das Publikum nii den Füßen zu scharren begann. Jedesmal aber, äenn Daubray wiederkehrte, war sein Gesicht um eine Nuance röther, sein von Natur watschelnder Gang schvan kender und in den letzten Scenen lallte tt nur noch. Nach der Vorstellung bugsirten seine Kameraden den weinseligen Komiker in die Garderobe, wo er verzweifelte Anstrengungen machte, in seinen Frack zurück zu gelangen. Wag war aber die Ursache seines eigenthümlichen Zustandes ? Daubray verhr',rathete an jenen Tage seine einzige Tochter; in einem benachbarten Restaurant fand das Hochzeitsmahl statt und der pflichteifrige Künstler, der gleichzeitig auch nicht den Brautvater vernachlässigen wollte, benützte jede Gelegenheit, von der Bühne zu defertiren und seinen Gästen zuzutrinken." Der tolle Fluß. (Ma4 River.) Henry Wadöworth Longseb low's letzte Gedicht. Utlersetzt ,on Friedrich kilbert t?chmi,t. WaS rauschest Du in lautem Groll, Du .toller Fluß", du grimmer? WaS stürzest Du der Flulh Groll Kopfüber wild und unruhevoll Vom Felsenabhang immer? WaS insgeheim trübt Dir die Brust Z Warum ein solches Hasten? Ist es Dir denn noch nicht bewußt. Daß Ruhe ist deS Daseins Lust Nach Tage Muh' und Lasten ? .Ein Bächlein, namenlos und klein, - Trat ich an'S Licht verzaget. Dem Kinde gleich, das nicht allein Der Treppe steilen Berg vsn Stein Hinabzugehen waget. .Doch später zog eS mich hinaus. Die weite Welt zu schauen ; Wohl auS des Urwalds dunklem HauSi Jn'S off'ne Feld floh mit GebrauZ Ich durch die weiten Auen. .Wohl nennet man mit Recht mich toll. Wenn ich auf grimme Weife Durchbreche, wenn ich flulhend schwoll. Den 5öamm durch meiner Wogen Groll Und Brücken niederreiße. .Nun geh' und schreib' Dein klein Ge dicht AIS ob Du'S selbst erfunden ; Du stehst, schon sinkt des Tages Licht, Ich darf die Zeit vergeuden nicht Die Mühlen warten drunten m
