Indiana Tribüne, Volume 6, Number 128, Indianapolis, Marion County, 26 January 1883 — Page 2
'tfcMtTf V ' f l I V :&6t 2cu V'jmt$c3$aßr. Cfffc: S. 5t?cwiirS-ir. - z Indianapolis, Ind., M Januar ' Folgen de? Ryetfkauttruna. ,t . Dem Rh. Kur." schreibt man aus dem Nheingau : Früher wurde m emem Jahrhundert ein hoher Wasserstand er ieoi, wie mir i?n im in m suBm ; zweimal cesehen haben. Aber was das . - - - 1. u. rn. ii w - - au st Schlimmste ist, die Ueberschwemmun gen folgen sich, seit einigen Jahren in erschreckender Eile. Weil ganz bestimmte Ursachen dies herbeiführen, müssen wir darauf gefaßt sein, daß das Wasser sein Verderben so weiter ausüben wird. Was können uns die reichlichen Spenden helfen, wenn unser Wohlstand fortwährend solchen Angriffen ausgesetzt werden soll? Die Ursachen der steigenden Ueber schwemmungs Gefahren liegen klar zu nn CittX si Äi(av4 hinfSsn rtTi 0v ? CUl)(; ltlV f IVillVlU f UVU V3 fehlt der rettende Helfer. Die Berge werden entwaldet, die Gcbirgsbächestürzen ohne Ausenthalt nieder, bedrohen! die Niederungen, und nun trifft jeder Staat Anstalten und errichtet Kunstbauten, um die Wasser so rasch als möglich weiter zu führen ! Flüsse werden gestreckt, durch Buhnen und Parallelen - Werke wird die Stromgeschwindigkeit beschleunigt, weite Becken, welche die Wasser aufgesammelt und langsam abgegeben haben,, werden abgedämmt, durch Verlandung beseitigt, und nun kommt die ganze Wassermasse dem Nheingau über den Hals, weil das Ge birge im Binger Loch ein natürliches Wehr bildet und ausstaut. In 43 Stunden haben wir jcht die Wasser dereinigt,welche sonst in 45 Tagen lang fam ankamen, nachdem das Hochwasser des Mains bereits abgelaufen war. Da fehlt nur noch, daß wir auch im Rhein gau die Rheincorrection ausführen, statt lediglich die kleineGieß wieder zu öffnen, daß man das Flußbett verengt und den seeartigen Charakter beseitigt ; dann wird der Aufstau und die Ueberfluthung nach beiden Seiten noch stärker. Vom Bodensee bis zum Meere müßte der Jlußlauf nach einheitlichen Grundsätzen behandelt, die Berge bewaldet, ein lang samer Abfluß der Hochwasser bewirkt werden; dann könnten wir wieder ruhiger leben. Geht es so weiter und werden uns die Hochwaffer so beschleu nigt zugeführt, so sind unsere Fluren und unsere Städte sortwährendemScha den ausgesetzt. Die Natur ist mächtiger als die Kunst, welche glaubt, die Wasser beherrschen uud bändigen zu können. Für solche ohnmächtige oder rücksichtslose Versuche müssen wir büßen und die Orte am Niederrhein, wenn die immer mäch tiger werdenden, rasch vereinigten Fluth wellen sich in der Ebene breite AuLwege schaffen müssen. Es lapt sich mcht bestreiten, daß diese rr . v . pii r c emerlungen ourcyaus vernunjlig Mo. rr jr. . r x.x. . a v . . eniion,) verzullzi man es, ocn viel maq tigeren Mississippi in derselben Weise zu verbeern" ! Die Verheerungen in n O eutschland sollten abermals die Frage anregen, ob die beliebte RegulirungsMethode. die richtige ist. o It euerland. Der britische Marine . Lieutenant! More ist kürzlich von einer Durchfor ! fchung dcr Tierra del Fuego zurückge-j ttyrr, jener von ccr aupciixcn Vuo,plxe ; des amerikanischen Festlandes durch die Magellanstraße getrennten Inselgruppe, die auch der Magellanische Archipel'ge nannt wird. Die Einwohner der drei großen und vielen kleinen Inseln, deren größte und östlichste von den Engländern lkönig Karl's Südland" genannt wird, sind Pescheräs, auch Jacanacas genannt, ein kleiner, braunsarbiger Menschen schlag mit fast mongolischer Gesichtsbil dung. Auf einer der kleineren Inseln leben ungefähr 500 Patagonier. Die Pescheräs stehen zwar af einer sehr nie drigen Stuse der Cultur, doch machen sich unter den einzelnen Stämmen der selben große . Vcrschicdenheiien bemerk bar. - Am tiefsten stehen die Jagans", welche den südwestlichen Theil derHaupt insel bewohnen und ungefähr 3,000 Köpfe stark sind. Sie sind auch körper lich am ungünstigsten unter allen Pesche ras entwickelt und noch kleiner, als ihre übrigen Raffengenossen. Die Gesichter sind rund, breit, plattgedrückt und haben vorstehende Backenknochen; die Kinn backen sind außerordentlich stark cntwickelt und mit prachtvollen Zähnen be setzt. Unter den außerordentlich' niedri gen Stirnen haben sie schwarze, unstät blickende Augen. - Kopf, Brust und Leib sind im Verhältnisse zu dem übrigen Körper ungewöhnlich groß und dick und ruhen auf so dünnen Beinchen, daß eö als ein Räthsel erscheint, wie diese den plumpen Oberkörper zu tragen im Stande .sind. Ebenso auffällig dünn und jede? MuZculatur entbehrend sind die Arme. Trotzdem haben Männer und Frauen eine .Körperkraft, die man nicht bei ihnen suchen sollte, und die letz tcren haben häufig Lasten befördert, welche kräftige englische Matrosen kaum aufzuheben im Stande waren.. Klein und wirklich zierlich sind Hände und Füße der Leute, die einzige körperliche Schönheit in unsern Augen , die sie aufzuweisen haben. " Beide Geschlechter lassen daö wirre und jedes Glanzes entbehrende grav'schwarze Haar lang wach sen und über Gesicht und Schultern her abhängen, so daß sie an die Furien der alten Griechen erinnern. Die Männer haben gar keinen Bart. Die Kleidung besteht für beide Gefchlech ter aus Mänteln aus Seehunds oder Seeotter-Fellen. Männer und Frauen bemalen sich mit grellen Farben, kennen aber die Kunst des TätowircnS nicht. Ihre Zelte stellen sie aus Fellen, aber fo mangelhaft her, daß in zehn Monaten des Jahres der Schnee, in den beiden anderen der häufige Regen ungehindert
ittttoaift
Eingang findet. Den größten -Theil ;fc Ci.lL VI V o
lyrcr oeii üiinäcn tiC Oaäulli l lyren Canoes zu, in welchen die Frauen dem Fischfänge nachgehen, während die Manner nur dann und wann Ut dieser, e cyüsliaung geien. vuicg oie ago i . wird fast ausschließlich von den Frauen! ausgeudt, denen uveryaupt ,o giernlu? ; alle und iede Arbett obliegt. Die rnännnojen ugans i;rna.ycn ja;on inii 14 eis i M.t weiblichen erst mit 17 bis 18 ! Jahren; die meisten Manner haben bis zu 4 Frauen nie mchr und woh- ; 'en mit denselben m einem kleinen Zelte zusammen. Bei der Heirath haben die : waniiiz an oic mci igiii aus iwutii-. ich eine zu wwciiwuiciiüE n4uyi ycuc U . m a m i. mamammaiimamii-aiiai av.zuilelern uno iyre grauen anzuwehen, hrtt? si. mim ttslmnpnt sie hm zmintanm VM j W V W f "w W r des ManneZ bezogen haben, noch ewe Anzahl Tage, für ihre Väter zu mdeiten haben. Sonstige Ceremonieen bei der Eheschließung existiren nicht. Die Ehen sind außerordentlich fruchtbar, aber die fürchterliche Sterblichkeit unter den Km dern verhindert die Vermehrung des Stammes ; sind die Kinder entwöhnt, so lümmern sich die Mütter nicht mehr um dieselben und die Väter kümmern sich überhaupt um gar nichts. Irgend welche Stammesgemeinschast existirt unter den Jagans nicht, dieselben wohnen neben einander, aber jedes Familienhaupt ist absolut s(Ibstständig und von den übri gen unabhängig. Die Leute sind sried lich, aber so entsetzlich apathisch und in dolent, daß an eine wirkliche Civilisirung Zaun jemals zu denken fein wird. Sie legen den unter ihnen lebenden Missio nären nicht die geringsten Hindernisse in den Weg, sie lassen sich auch denselben zu Liebe taufen, das hat aber auf ihre Le densgewohnheiten nicht den entferntesten Einfluß. 3 Barbarei. Da die englische Regierung versprochen hat, ihre Aufmerksamkeit den egyptifchen Fellachen zuwenden zu wollen, so hat die Londoner Times" einen Korrespondenten damit beaufträgt, sich über ihre Le bensweise und ihre Lage genau zu unter richten. Die von diesem gelieferten Be schreibungen lassen keinenZweifek darüber aufkommen, daß der gebildete" Khedive Jsmael und der leutselige" Khedive Tewfik in einer Weise reaierten. die selbst ; die weiland persischen Satrapen noch beschämt. Vor 3000 Jahren sind die willenlosen asiatischen Horden von ihren verrückten Beherrschern nicht annähernd .. 7 . so schlimm behandelt worden, als die Bewohner des ältesten Culturlandes im Zzitalter des Dampfes und der Elec tricität. Der .Fellache oder Fellah wohnt in einer Hütte aus ungebrannten Ziegeln, deren Dach aus mit Lehm vermischten Maisstengeln gebildet wird. Trotzdem das Bauwerk nur 12 Fuß lang und 6 Fuß breit ist, beherbergt es nicht nur die ganze Familie, sondern bildet auch noch die Scheuer und Aorrathslammer. Im Wmter schläst die Familie in der söge nannten lküche, im Sommer unter freiem r kV . ir an . stimmn, yr ganzes oemcgnazes ner z k i t . n . . i a : r"ft'i Jf. ivZen uus rlnigcn scuengeru then, Kleidungsstücken, einigen Hühnern und zuwcilen noch aus emer Ziege oder einem Esel. Selbst die Angehörigen d?r untersten Steuerstuse" m allen clvillsir ten Ländern sind nicht so arm, wie diese Fellachen, und dennoch müssen letztere die Mittel zur Erhaltung eines glänzen den Hoses, einer Armee von Soldaten und Müßianänaern. und einer Schaar unersättlicher Staatsgläubiger liefern. Die Beamten der Reaieruna Nnd in ib n Machtbefugnissen unbeschränkt und haben ihre Pflicht gethan, wenn sie mög lich st große Steuerbeträge eintreiben. Sie bedienen sich daher, mit Vorliebe des Kurlasch und der Bastonade um Geld zu erpreffen. Zuweilen fordert der Omedah, wie der Beherrscher des Dor feS heißt, die Steuern auf zwei Jahre im Voraus. . Der Fellah endet sich an den griechischen Kaufmann, der ihm zu weilen 'etwas vorstreckt. Kann er aber kein Darlehen erhalten, so wird er ge prügelt. Nun verkauft er dem Griechen j die Ernte auf dem Felde für die Hälfte ihres Werthes. . Noch reicht der Erlös nicht hin, um die Forderungen der Re gierung zu decken. Wieder wird die Peitsche angewendet, und der Gequälte sieht sich gezwungen, auch seinen Esel zu verlausen. Selbstverständlich kann er jetzt sein Feld nicht mehr ordentlich be stellen, ist noch weniger im Stande, dem Steuereintreiber gerecht zu werden und wird von seinem Besitzthum vertrieben. Er baut eine neue Hütte und versucht, von der Regierung Land zu pachten, da er aber keine Sicherheit geben kann, wird er abschläglich beschicken. Ohne Geld, Land oder Vieh, bleibt ihm schließlich nichts übrig, als sich an einen reichen Wucherer zu wenden, der von der Regierung Land pachtet, das nöthige Vieh und Geräthe anschafft und das Gut" von dem Fellachen bewirthschaften läßt. Letzterer erhält für seine Arbeit nur ein Viertel des Ertrages, der Wucherer die übrigen drei Viertel. Steuerfrei ist er trotzdem noch nicht, fodaß er kaum Nahrung genug für sich und feine Familie hat. Dabei geschieht es noch häufig ge nug, daß er fortgeschleppt und zvangs weise zur.Arbeit an den öffentlichenWer ken angehalten wird. Dann erliegt er den Strapazen und hat endlich Ruhe. Seine Herren aber schwelgen im Ueber fluffe und verschreiben sich Ballets aus Paris. Schlimmer wie diesen Leuten ergeht es keiner Menschenclasse auf der ganzen Erde. Dtrgessene Ersindungen. ES ist eigenthümlich, daß häufig ge rade solche Erfindungen sehr bald in Vergessenheit gerathen, die zu Anfang die größten Hoffnungen erregten. Als die Gebrüder Montgolfier den ersten Lustballon hatten steigen laffen, träumte man in der ganzen civilistrten Welt von der Einrichtung einer Lustschiffahrt. Kein mechanischer Apparat erregte so viel Aussehen, als ein neuer Lustballon. Jetzt wird die Gondel nur noch selten bestiegen und hat höchstens im Kriege einen Zragvurdigen praktischen Werth,
Möglich, daß der Ballon eine Zukunft hat, ade? in der Gegenwart ist er so gut wie werthlos. Aehnlich nerijätt es sich mit dem Chloralhydrat. AIS im Jahre
180 L:edla seine Bcrwendbarlett als Betäubungsmittel nachwies, wurde es sofort nlnr. RAnn im r, ift7i ; en bie chenuschen Ladoratorien nickt wcTjl im Stande, den Bedarf zu decken. ! Bald darauf wurde eine ganze Anzahl B0n Fgllen bekannt, in denen die für Operationszwecke eingeschläferten Pa i nten nicht mehr aufgewacht waren. ! zzon da an ging es mit der Popularität ' 0e3 neirtn Mittels rasch abwärts aber Ieec $sltte C bereits Tausende zu sei- l einen willenlo en Sklaven aemackt und furchtbar viel Unheil angerichtet. Sal U - . - - petersaurer Amyl qalt eine Zeit lang für i ..-t.iit . u : tm umehldare ncumuiel aeaen die Wasserscheu, die Stkychninvergiftung ! und den Biß giftiger Schlangen. Heut.z zutage hält es man für werthlos in die ser Beziehung, obwohl es gegen Brustkrampf, Asthma u. f. w. noch immer angewendet wird. Am schlimmsten aber erging es dem Phonograph. Bei seiner Geburt wurden die großartigsten Pro phezeiungen hinsichtlich seines praktischen Werthes gemacht, und kein anderes In strument erregte in solchem Grade die Bewunderung der Maffeit. Heutzutage gilt es lediglich als Kuriosität, oder dient im besten Falle für wiffenfchaftliche Ex perimente. Die Liste der Erfindungen, die Anfangs großes Aussehen erregten und jetzt als nahezu werthlos betrachtet werden, ließe sich m'8 Endlose verlän gern. Dagegen sind die wichtigsten Ent dcckungen und Erfindungen, deren Nutz anwendung die Welt umgestaltet hat, wie Dampfkraft, Dampfmaschine, Telegraphie, Photographie, Schnellpresse irnd mechanischer Webstuhl, bei ihrem ersten Auftauchen belächelt oder übersehen wor den. Mit den sogenannten großen M'n nern ist eö auch nicht anders. Hyl köpfe drängen sich vor, während die fähigsten Kräfte nur allzu häusig in oer Verborgenheit bleiben. Zwischen ffeUer und Wasser. Am 3. dies. Mon. segelte die Barke .Marie Lizzie von St. John's N. F. ! mit einer Bemannung von 8 Seeleuten und einer Ladung Codfisch an Bord un ter Commando des Capitän Nichols au? genanntem Hafen nach Bahia ab. Die günstige Brise verwandelte sich in einen , Sturm, und am 5. dies. Mon. früh 8 !it - si. i. . ff '19.. r .. uyr muvie oer .aouan aue isege: oop pelt, reffen laffen. Während die Leute hiermit beschäftigt roareen, glaubte der Capitän einen Brandgeruch zu bemerken, und im nächstenAugenblicke schrie der am vordersten Mäste beschäftigte Matrofe: Feuer". Fast gleichzeitig brachen aus den an beiden Seiten des Bugspriets befindlichen Luken die Flammen hervor. Die Luken wurden verstopft, und es ge schah Alles, das Umsichgreifen resp, den weiteren Ausbruch des Feuers 'zu verhüten. Segelwerk wurde über daö Deck gebreitet und durch fortwährend ausgegoffenes Wasser naß erhalten. Da das Praffeln der Flammen das Umsichgreifen derselben im Innern des Fahrzeugs. an zeigte, so ließ der Capitän zunächst kleine Löcher in das Verdeck schlagen und un ausgesetzt Eimer mit Wasser in den Raum ausleeren. Die Flammen waren nicht mehr'sicht bar, aber Rauch und Wafferdampf wur den immer dichter und das Prasseln des Feuers nahm an Heftigkeit zu. Da drangen die Seeleute, der Capitän an der Spitze, in das Innere des Schiffes vor und schafften an Proviant undWas ser so viel an Deck, als ihnen der Rauch, der sie zu ersticken drohte, gestattete. Sodann wurde der Eingang in den Raum wiederum verschlossen und mit Segeltuch überdeckt. Die See ging so hoch, daß der Kapitän die Mannschaft den beiden kleinen Booten erst im äußersten Moment anvertrauen wollte. Die Masten waren nutzlos, da man alle Se gel verwenden mußte, um durch eine möglichst dicke und immer naß gehaltene Schicht das Feuer am Durchbrechen des Verdecks zu verhindern ; sie wurden daher gekappt und das Schiff war steuer los, ein Spielball der Wogen. Die Leute waren durchnäßt, mit Eis über- , MM M M ft. . W . zogen, oas :wa er mopsen ourne rnrni ausgegeben werden und außerdem würde die kürzeste Rast augenblickliche Erstar rung und den Tod gebracht haben. Nur wenig Proviant und Wasser hatte man nach oben schaffen können, und daher konnten nur kleine Nationen verabreicht werden. Die Mannschaft wurde schwä cher und schwächer, geisterhaft und blaß schwankte sie nur noch mit den Waffer . nt. ... rs . j . n ctrx .re ... . . elmern uoer xjza, oas Äzaer verwan oeite pch in oemjeiven 'ugendiiae, ,n dem es ausgegossen wurde, in Dampf, und der. Fußboden des Decks begann warm zu werden. In der Nacht vom 7. zum 8. d. M. fielen vier Matrosen erst ln Krämpfe und dann m Agonie. Am Vormittage deS letzteren Tages be fahl der Capttan, die beiden Boote m das immer noch hochgehende Waffer zu laffen. Da tauchte eine Rauchsäule am Horizonte ' auf. Der Dampfer mußte den massenhaft von dem brennenden Schiffe aussteigenden Rauch und Dampf gesehen haben, denn er steuerte rasch aus dasselbe zu. Es war der Bremer Dampfer Neckar", der zwei Boote ab schickte, welche dieBemannung derMarie Ltzne-auwahmen. Die vier besinnungs losen Matrofen mußten an Tauen in die Boote hinabgelaffen werden. Als die Boote nach dem Neckar" ruderten, .schlugen die Flammen bereits über 'dem verlaffenen Schiffe zusammen.. Der Neckar" hat die Geretteten in voriger Woche glücklich nach New Bork gebracht und dort trägt der britische Consul für dieselben Sorge. Katastrophen eit Neuiahr sind sich die entseblicb sten Unglückssölle in erschreckender Häu sigkeit auf den Fuße gefolgt.. Am 3. Januar erreichten die Ueberfchwemmun gen i Deutschland ihren Höhepunkt,
am l,. vernlmttle ein Htmi rn odoes.
N. V.. Eigenthum im Wcrtbe von ca.. 5500,000; am 3. verloren Asti nrt. o .r. ..c rrn. "rx ! jcyn geniale r. ihr Leben; ! von der Cito öf Brüssels am 9. 'todtete eme Grubenexplssion in Illinois zehn Menschen; am 10. verbrannten das NewhaUHouse und GOPcr sonen; am 15. ein russischer Circus und 275 Personen; am 19. kamen in den Flammen des Planters House in St. Louis 3 Personen um; am 19. kostete eine Dampskesselexplosion in Louisiana fünf und am 20. eine Pulverexplosion! in 5lland 40 Menschen das Leben. ! 2Y. Januar fanden Hunderte von Menschenleben in den Gewässern der Nord see ihren Tod, wurden in Kalifornien einundzwanzig Pussagiere zu Tode geröstet, vernichtete die Explosion in Oakland, ka., vierzig, der Unteraana des Vor?rartd" acht Leben. Sonach haben die " Unglückssülle in drel Wochen 870 Menschenleben gefordert. In den Ka ! tastrophen der Cimbria" und auf der Bahn in Kalifornien treten uns Erfchei nungen entgegen, die beiden gemeinsam sind. Die Cimbria" war ein eisernes Schiff, hatte .sechs wasserdichte Abtheilungenund sank 15 Minuten nach der Collision, will Fahrlässigkeit die Mit. tel vernachlässigte, welche Wissenschaft, Erfahrung und Technik zur Sicherheit der Schiffe erdacht und ausgeführt haben. Das ist !wahrkich Nickt das erste Mal, daß ein Schiff mit Luftkammern versunken ist, weil letztere nicht geschlos sen waren, nicht das erste Mal, daß die Rettungsboote nicht verwendet werden konnten, daß SäM'e in einem Meere untergingen, das zu den meist besahrenen der Welt gehört. Folgt hieraus, daß wir Menschen der artigen, sich mit fürchterlicher Regelmä ßigkeit wiederholenden Calamitäten machtlos gegenüberstehen? Lehren alle diese Unglücksfälle nichts anderes, als daß Warnungen nutz- und werthlos sind k Muffen wir mit der Entsagung des Dulders die Hände falten urkd ein Fatum walten laffen, dem wir nicht ent gehen können? In der That scheint es so, scheint die. Gier zu erwerben und Fahrlässigkeit die Gefahren der Schifffahrt zu Natur-Ereigniffen vergrößert zu haben, denen gegenüber ieder Kampf erfolglos ist. Die Cimbria war .ein Schiff, das schon vor zehn Jahren als seeuntüchtig von der öffentlichen Meinung bezeichnet worden und das so lange auögeflickt, repacirt, angestrichen und ausgeputzt worden ist, vlö ein Zusam menstoß den alten und lm Nebel Mit offenen Luftkammern seinen Weg steuernden Kasten in die Wogen versenkte. Eme Untersuchung über die Ursache des Unglücks wird angestellt werden, und darnach wird es hoffentlich diesmal aus nahmöweise nicht beim Alten-bleiben. Bor einigen Tagen wurde von dem Schwurgericht in Aix einMann Namens Jugy wegen schweren Diebstahlö zu achtjähriger Zwangsarbeit verurtheilt. Ergrimmt über diese Strafe, riv Jugy einen Vtlefel vom üufc und schleuderte ihn dem Präsidenten an den Kops. Der Gerichtshof aber, vicht gewillt, sich diesen Angriff auf feinen Vor sitzenden gefallen zu laffen, trat .sofort in Berathung über dicfes neue Vergehen und verurtheilte noch in dersclbenSitzung den Jzy zu einer Zusatzstrase von 5 Jahren Zwangsarbeit und zehnjähriger Stellung unier Polizeiaussichl. Bom Inland. D i'c alten 'berüchtigten blauen Gesetze von Conncct'cut haben ihren Namen davon, .daß sie auf blaues Papier gedruckt waren. Dieselben verboten unter Anderem, daß eine Trauung in der Kircbe vorgenommen werde, weil dieser Act für die Stätte der Gottesverehrung zu weltlich sei. Sie bestraften den Ehebruch mit dem Tode, legten je der Person, die Schmuck trug, eine jähr liQe Steuer von $10 aus. verboten, am Sabbath einen Fluß zu kreuzen, zu rei sen, zu kochen, die Betten zu machen, auszukehren, sich das Haar schneiden zu laffen oder auszukämmen, sowie sich ra siren zu laffen oder selbst zu rasiren, dem Manne, seine Frau, . der Frau, ihren Mann, Beiden die Kinder zu küffen. Der Sabbath begann mit dem SonnenUn tergang am Samstage Abends. Du Glocke auf dem Haupt gebäude des Wallcstey College in Ma sachusetts stammt von einem, alten Buddhisten-Tempcl in Japan und ist em Geschenk des I. L.Graves inBoston. Ein Arzt in Philadelphia sandte ein an den Masern erkrankteö Mädchen in Folge seiner falschen Diag nose nachdem Blattern-Hospilal 5 das Mädchen ist dort wirklich an 'den Blat lern erkrankt. I n den Schaufenstern der Restaurants in New Orleans sind z. Z. Blöcke crystallhelhen Eises, in deffen Mitte sich Blätter, Blumen und. kleine Thiere besinden, ausgestellt. Diese Blöcke stammen aus den dortigen Eis fabriken. Die Pastoren in GloverS 's. CW stA . , olue,-n. 5,., veruriyeiien m einem gemeinschasttichen Erlaffe an ihre resv. Gemeinden den .Besuch, irgend welcher Theatcr.Vorstellungen; sie scheinen auch Lu den irchenllchtern zu gehören, die da l. " . n TOcwen vle eure tnu)cn durch die xiang welle in die Kirchen getrieben werden. Capitän AmeS auS' Cedar Ravine, Cal., hat dieser Tage in dem Green Mountam Bezirke einen außeror dentlich schönen, gänzlich fehlerfreien Diamanten, der etwas über eine Erbse groß ist, gesunden. In einer SonntagSschule in Salt Lake City, Utah. singen die Km der: - ; A lovine: band of cliildren, we'ro all to Zion bound, ; For our satlier loves our inothers, every one and all around. Der L0jSHrigeBliß in WiS consin hatte sich sterblich in die 18jährige Miß Runnlon verliebt und machte dieser den Vorschlag, daß sie sich m'dembe nachbarten Byron, WiS., träum laffen
wollten. Ma Madien w. ll t nt-r.
der Bedinauna ein dak iör iekkQber.crti lange, bis die Menge aus der Kirche
' VI. , I zuvor in yron eme Auspanuug lauie. Der Alte war dies zufrieden und das !
Mädcken ks fi drri nffpri;rß)e orcnne, etroirs es is, oan es nur
voll Stoff, einen Sckmuck- und adreiürte i die Sachen nicht nach ihrer Hc math, sondern nach Chicego; dann schügte eö einen nothwendigen Besuch in Byron vor und war verschwunden. Eine Werkzeug.Fabrik in Concord, N.'H., hat kürzlich von China & aus eine bededtense Bestellung a::f Lie vii Vk n vviij fxi er u ' j yviUUll werden. Dies ist die erste Bestellung dieser Art aus dem Reiche der Mitte. Der neuerfundene Leggo'sche Apparat ermöglichtes einer Person, :1000 Worte per Minute über einen ein zigen Draht zu telegraphiren. Gestützt auf diese Erfindung hat sich in New 'Bork die Postal"-Telegraphen Com pagrne gebildet, deren Ausgabe nichts Geringeres fem wird, als die telegraphr sche Beförderung von Briefen in Ver bindung mit dem Postdepartement. Angenommen, ein Geschäftshaus oder eine Privatperson wünscht einen Brief rascher zu befördern als der reguläre Postverkehr -es vermag, so wird die neugegrundete Compagnie denselben entweder die Hälfte des Weges oder mehr nach einer ihrer Zweigosficen telegraphiren und ihn von dort aus per Post weiter befördern je nach Belieben oder Bestellung. Die Uebermittelung langer Depeschen wird durch den Leggo'schen Apparat so vereinsacht und die Ersparnis; an Ar beitskraft ist fo groß, daß die Raten sehr niedrig gestellt werden können. Fach leute erblicken in dem neuen System eine kommende Umwälzung des ganzen TelearaphenwesenS, denn der neue.Appa rat leistet mindestens das Zehnfache der Arbeit eines Telegraphisten mit dem ge wohnlichen Morfe'schen Apparat. Betreffs der Einwände rung in Wisconsin enthält die JahresBotschaft des dortigen Gouverneurs Rusk Folgendes : Aus dem Berichte der kEinwanderungsbehörde des StaateL ergibt sich, daß von den 57,952 Einwan oerern, welche int Kalenderjahre 1882 tn Milwaukee ankamen, 31,758 eme ver math gefunden haben. Und dreist darf man sagen, daß vollauf 10,000 wettere Einwanderer unmittelbar von Chicago, ohne Milwaukee zu berühren, nach Wis consin gekommen sind. Die große Mehrheit dieser Ankömmlinge hat sich in den nördlichen Theilen des Staates nie Äergelaffen. Es waren meistentheils kleine Bauern und Feldarbeiter von Deutschland und von Norwegen und Schweden." Der. Rumpf des Dampfers Meteyr" liegt zur Zeit im EastRiver in New Jork, woselbst er mit doppelten Schrauben, Maschinen und Dampskessein armirt wird. Derselbe ist 156 Fuß lang. 26 Fuß 6 Zoll breit, vom Kiel bis Deck 17 Fuß 4 Zoll Uef und faßt 554 Tonnen. Das Schiff erhält keine Ma sten und hat auf dem wie das Schild emer Schildkröte geformten Deck nur das besonders stark befestigteSteuerhauS und eine Art Bastion, welche als Com mandobrucke dient. Das Schiff kann bei hohem Seegange fo versichert werden, daß die Wogen über dasselbe binweaschlaaen können, ohne ihm den geringsten Schaden zu thun. Bei gutem Wetter kann das Deck in kürzester Frist so eingerichtet werden, daß es den Paffagieren zum angenehmen Aufenthalte dient. Der Constructeur des Schiffes glaubt, daß der Meteordie Reise nach Europa in kürzerer Zeit zurücklegen wird, als irgend ein Schiff seither und versichert, daß ern Schiff von der Größe der Alaska", nach denselben Grundsätzen gebaut, zu einer solchen Reise. höchstens 5 Tage gebrauchen wird. Die Gefahr der Seereise soll durch diese Constructlon bedeutend vermindert sem. s r sv v ! & uoi. 3orjn B. B at cy e l o er macht der Phil. Times" eine Mitthei lung über den Tod des Gen. Farns worth bei Gittysburg, von der er glaubt, daß sie dem. Publikum neu sei. .Gen. Farnsworth war am dritten Tage der Schlacht von seinem Oberbesehlshaber Kllpatrick indirekt der Feigheit be zichtiat worden. Aufaereat wandte er' sich" zu seiner ' aus unfähr zwei hundert Reitern bestehenden Truppe und führte diese zu einem verzweifelten Angriffe gegen die nach Tausenden zah lenden. Bajonette der feindlichen Armee. Bald faßen nur wenige Tapfere in ihren Sätteln, aber Farnsworth. der an der Spitze kämpfte, blieb wunderbarer Weise unverwundet. Als er endlich von allen Seiten umringt war und zur Uebergabe aufgefordert wurde, zog er eine Pistole und -scöoß sich eine ikugel durch den Kopf."'. Vom Auslande. D er Christt ag-n a r ein Schreckens und Trauertag für die Ein wohner des finnländifchen Stadtchens Kumo. An diesem Tage waren nämlich in der Ortskirche von Kumo mehr als 2000 Personen bei der Frühmeffe ver sammelt,- als plötzlich Jemand daö schreckliche Wort .Feuer rief. Kaum war dieses Wort gefallen, als sich das gesammte Publikum in der Kirche nach den. Auögängen stürzte. Zum Unglück wurden die sich nach Innen öffnenden Thüren von der andrängenden Menge zugeschlagen, und ln Folge deffen entstand ein fürchterliches Gedrunge, Jam mern und Hilferufen. In der Verwir rung stürzten sich Hunderte von Perfo nen, welche sich im ersten und zweiten Stockwerke.' der Kirche befanden, durch die Fenster auf den Kirchhof, wobei meh rere entweder mit zerschmetterten Köpfen todt liegen blieben oder Einbrüche und ander' Nerlekunan trViHen. ?Lm un "Z" " T" VJ fprpn fl?nitmi hr iJtrAi Snitr4 tnfcnn WG f V 4 ft V IIVt daS Drängen nach den Ausgängen fort und als endlich die Thüren von der Wucht der Massen erbrochen wurden, konnte sich nur, ein Theil derselben hin auöflüchten. Viele blieben mit einge drückten Rippen oder vor Schrecken ohn mächtig liegen und wurden von der hin aussturmenden Masse verletzt. ES dau
ir.'ä ffrrpt? st?Tnnnt !I2 m,fn stA S.Ttrtt
" u,v überzeugen wollte, wo cs eizentlich m der "n falscher Feuerlärm gewesen sei. Lei der wurden zwei erwachsene Männer und em Kmd auf der Stelle zu Tode ge drückt, eine Frau und fünf Männer fchlu g?n sich beim Niederfallen aus den Fen stern todt und meh? als 200 Personen, meist Frauen, Mädchen und Kinder, erlitten mehr oder weniger ernste Ver letzungen. In C a l c u t t a, I n d i e n, wird im December 1883 eine internationale Ausstellung abgehalten werden. Die selbe wird aus 9 Hauptabtheilungen be stehen, und zwar : 1) schöne Künste; 2) Apparate und Anwendung der liberalen Künste ; 3) Möbel und Gegenstände, die in Wohnungen benutzt werden; 4) Klei dungsstücke einschließlich Stoffe; 5) Er zeugniffe der Bergbauindustrie u. f. w. ; G) Apparate und Prozesse in den gemel nen -Künsten : 7) Nabrunasstoffe : 8) . Handwerker Erzeugnisse ; 9) Kinder Arbeiten. Es wird auch ein Versuch ge. macht werden, eine Ausstellung vonVleh, Erzeugniffen der Landwirthschast und des Gartenbaues, sowie eine LeihAus tellung von Gemälden, Skulpturen und Kunstwerken im Allgemeinen zu veran stalten. Die herkömmlichen goldenen. silbernen uud Bronzemedaillen werden von tzspeclalMles von- saqvernanoi gen zuerkannt werden. Die Ausstellung wird am 4 December 1883 eröffnet und am 29. Februar 1884 geschloffen wer den. Der unter dem Protec torate des Großherzogs Alexander von Sachsen und des Punzen Georg von Preußen stehende Verein für deutsche Literatur schreibt drei Preise von 4000, 3000 und 2000 Mark auS für drei Mo nographien aus der deutschen Geschichte oder Culturaeschlckte, die anziehenden Stoff mit Tiefe des Gedankens und fes felnder, in höherem Sinne des Wortes populärer Darstellung verbinden. Dem Zwecke würden unter Anderem Themata entsprechen, die eine bedeutsame Ent Wicklungsperiode unseres Volkes oder eines deutlchen Stammes, .das Leben einer deutschen Reichsstadt in der Epoche ihrer Blüthe und Macht, das Wirken bahnbrechender Geister auf politischem. socialem, llteranschem oder künstleri schem Gebiete behandeln. Der Termin der Einsendung an den geschäftlichen Leiter deö Vereins, Verlagsbuchhändler R. Hofman in Berlin, endet am 1. Ok tober 1883. Die Veröffentlichung der Preiszuerkenntniffe erfolgt am 15. De zember 1883. DaS Preisrichtcramt haden die Berliner Universitäts-Professo ren Rudolph Gneist, Wilhelm Scherer und Julius Weizsäcker, unter Zuziehung des SchristführerS des Vereins, Dr. L. Lenz, übernommen. Das neueste P o st z e , tungLverzeichniß pro 1883 zählt nicht weniger als 8423 Zeitungen auf, welche durch die kaiserlichen Postanstalten des deutschen Reichspostgebiets bezogen werden können. Diese Zeitunaen. Zeitschriftcn u. f. w. sind in 32 verschiedenen Sprachen geschrieben und zwar sind deutsch 5550, französisch 1022. englisch 821, dänisch 108, schwedisch 102, italie nisch 150, holländisch 148, polnisch 77, norwegisch 68, ruszisch 53, spanisch 44, rumänisch 30, ungarisch 20, czechisch 18, griechisch 11, vlämisch 9, portugiesisch 8, wendisch, L, hebräisch, litthauisch und slo venisch je 5, sinnisch und serbisch je 4, bulgarisch, kroatisch und ruthenisch je 3, armenisch, persisch, romanisch und tur lisch je 2, lateinisch und flovakisch endlich je eine. Das letzte Heft der Sta tistifchen Monatsschrift bringt die neue sten Angaben über die nachweisbare, be willigte oder ohne Bewilligung stattge fundene, aber zur Kenntniß derBehörden gelangte Auswanderung auS den öster reichifchen Ländern im Jahre 1881. Es wanderten aus 13,341 Personen, 7201 Männer (54 Prozent) und 140 (4G Prozent) Weiber. Aus den einzelnen Ländern : lus Böhmen 8517, auöMäh ren 1934, aus Galizien 1193, aus Tirol 902, aus Niederöstcrrcich 328, aus Schlesien 200, aus Oberösterreich 75, Küstenland 05, Voralberg 41, Salz, bürg 35, Dalmatien 29, Steiermark 12, Bukowina 2. Krain 2, Körnten 1 Per son. Wie gewöhnlich zeigen wieder cinzelne czechisch-agricole Bezirke Böhmens eine besonders hohe Auswanderer'Frequenz, so der Pilsener Kreis 1071, der Ludweißer 1361, der Taborer 1189, der Czaslauer 1122, der Chrudimer 901 und der Piftker 980 Auswanderer. Zur Warnung schreibt man aus Italien: Für Ordensschwär mer und ähnliche Illusionäre möge so! aende Meldung als Lehre dienen : In Neapel bestehen nun schon seit Jahren mehrere Schwindelcomitcs, welche sür Geld angebliche Ritterkreuze, akademische Grade, Preismedaillen und ahnliche Ornamente verhandeln. Kürzlich erlaubte sich eins davon sogar, den König von Baiern mit einem diesbezüglichen Decordtionsanerbieten zu beglücken, indem es ihm versprach, seinen erlauchten Namen in das lidro ü'oro von Neapel (das thatsächlich gar nicht existirt) ein tragen zu wollen. Dadurch ersolgte aber die Entlarvung der Schwindlerbande. Zwischen ihrer ausgedehnten Correspondenz fand man 700 gefälschte Diplome und viele -Anträge, die von hochbekann ten Persönlichkeiten herrührten. Falls die neapolitanische Quästur nicht ver schwiegen wäre, müßte jetzt manch ein ordenssüchtiges Genie jenseit der Alpen erröthen. Denn der hauptverschleiß richtete sich nach Deutschland!! Der Chef des saubern ConsortiumS heiß! Daniel!. Wer also einS von feinen Fabrikaten- für schweres Geld verlieh' erhielt, der kann es jetzt als corpns delicti an die Procurn del Re (Staatsanwaltschaft) in Neapel schicken. D e t m 0 l d, 5. Jan.. Der Land tag des FürstenthumS Lippe hat beschlos fen, das Schulgeld von 5 Mark aus 3 Mark herabzusetzen. Er hielt es für un erläßlich, die Sleuerlast der kleinenLeute, welche am meisten unter den indirekten Steuern litlen, wenigstens einigermaßen ja verringern.
