Indiana Tribüne, Volume 6, Number 116, Indianapolis, Marion County, 14 January 1883 — Page 4

OtCt Syspep pe, verfiopstheit, bMökeSospsweb,

chronisch Siar rhe,, Gelbsucht, Unreinheit deS SUute. chüttel Nevcr, Nalaris undalledurchTtö rug der Leber, ra tttt Niere verursachtm Leide. ChAptomk tlm erkrankte Leber. Hell Zifm ; Echmerz in dnt Crtt, jtnreilf VRia kn Schultublatte und wirb dccn mit bea äS rmechseU; allgemeiner AxpetiKerlust ; ge, idslich Weriwxfcheit, zuweU Abwechsetud ml Dirnilfibiz!eU:-d oxf vo exchmetjca beUstizt, Fkbei lztrichllich Dkrlust deß (Wurrnrnjldcrak faß; mvitütu t'.n schmamer, trorfcncr spten n Hchcht ton Röche uberfl, s oft ttt Cixtefacht gefaU ttirb;.feet flleil ß8l ftw: Wuskeit und Schwach: ist Nv: CU d b,. ei Gefühl in btn RftVn, jtmeuta ewefiechende UxSLdu5g; die LebeaZzeip ergeschlaze, Bnd rz!eich ma Kberzgt ist. dsh LetbcSdsmtß JrSfcai wäre, so k-n man sich Tran dazu freien, y. via mißttzut jüdem Heilmittel, verschiede? der Eyxtttne bezlettk He Jwnl&rit: in e5 ' xt iUt tcrgeTommen, in den ur ene do Kzfyiztni mW, doch M die Untersuchung ach ics Tode ee tekächülche Störung der Leb ach jacirjca. Js Mittel sollte vsualle yetsone. Jnuz nd Nlt, gebraucht werde, sobald ych rlnzS dn obige Typtoe ,eigt. Tbex u? Neisen ist der gesunSer Ctiö wsynt, nilrd durch gelegentlich ginnet) ttrz nn:t oz.s, um die Leber la pesunder Tbatkz. It-j fi laian, aUe Tlaiarir, gallige Ansall,, Obre, C5fircUr LliederzeschZagenheii v. f. . ab. Tfn-r!. 2Zs SXUtfl wirb wie ei 0lo SDin frif ,.i,'t ni kcl berauschendes Setrank. . iZnnn'-s etwaA schwer VerdauUcheA öc elk hat, et Si'acht nicht schlafen kann, ebme jcsa itne Ccill rd tc Erleichterung rstrd eiutreie.' Z?!t K,ie DaUorrechunngen werde cart wenn ma fern KcGttlsii; stets vorrütykz i Hause halt ! c!?I3rl tstUbtt Leiden PH elufleQ, l, terini flirte, adsudrendeö, Süste derbes fcrajjc unstSrkcnÄrSMittel.dKd nie unrecyt .'kzt s.-in. ai Mittel ist ugesal,r!ich un rtra,t!gtk,cderdlevesch.siKttzättzkeit zwch dasÄkrgnügen. ?z i?t rel veeiablllsch vS If.i V-t t.'ft und Wi?k,.?,n?,ir vss La!?s?cl r.-Kiin cne trzend elac der sMl.iZcz jlsch Zknzea fcciscljea. AcuzniK vs einem ttsnirneue. ,Li.2?.:zs NrerLeegülZt?:t tinweteii Vri rinn? Fzi!:e ta Öe&rattch, ur.b iÄ tla ürtr rt dH e? eiie Berrichcruvz htr l'rint tei'ijrafftjl L-rt. ?. O t II t) ot i e r, ("rrcr tca CIs. Hsu. lll:?nder H. Ctepstet's rs 6e?rz'.a i.': Ter la!Z ron Simmvni kir LkcvlSA ist r -.hl tekcicuiea vat .y rürSljt .Z irciiiirisca. r.Ta3 einige dit iealS Linderung frrtjajjt." ;4 d.ebe riclef-'nttrt gc;ej lT3fcrii3r ilnle;tn s: Echvle gkbrauchi, ever uie eiziZ !da7.:ai a: ZAiidn vxva nc6 netter stb'ftn : oaA S5i? ich k!nli i,'kc?.de? au7alhk eS t-id kiefera Ciirfl ja ? :rfuf n, da c? da clt!2; i3 s"Z schciui, trcii l'.atfiuac terfajf. P. I a n n k v, CTinr.favcIi?, SJirta. Zt. FJ. T?aivtt s t : V)v.rüt ttjctsül'-t :Lrr.r.ij i:n Vebrsuche v?n (:,:uouS i?kk Rrr-I-.-r'ta r:?:r. ?rax?5 tu i i tcn ftin O .- ackuj Ic;iKit.it uuS ich !e ia clii tiiif .'lSti:n'j;rrft. t7T illa". r.rf rnr den e.':lctt, tcr ftcks die trtfie Z O::):ls,a?ke nie tit nasenSurtcI. . ctti-t a (5v. ccj tca U -fiI-; fciji. ei allen Äpothelernzuhadev. nicht, daö Leb'v eht schnei orüber. 5'o6 x r Woche, Luiftuttuttg tb03 unent geltlich. lein X.siks, axital nicht nothwend'. Wir l kern N?. Tiei mnthtn t3 3möqe.i. Fksuen smohl n.e Münner, Zinabr? äkche. ?n end sich an H. Hal le tt t 4 5.;c;ind, 2Raie. fdiSHAWAICA ii9Sll WJJ. lumnsy . F!i''''',:sV - "! .ÄsV A" ir WKO WfFMWff- '57 dg? ' WC i i ' - i V . ,r(.vvii-;r ; .: -1 iwSri ? r fer .-M , , Öf ; i! HM rw.: 5'"'-" U fi tvQSjtf Vs ii H ot;! 2 L rt.:3 marhiBe is epci&li7 ftUptod to tic rs es r AIOIEKS ana STOCK. FEKDIIES. It ia capaT3 c-s stf-IliEft ftni grlnding iwrnty bushIs pr iz-ar, -w-ltÄ sour to fix Lorso-powcr, and can be Tua y v?(cr, steara or kotvo-poTrer. Tho frrstiinj: pZ-itrs arc cf T7taUi2ed iron. aad oost LWaisL.-. Sjzito&üatfrägfcUfiösalptica. ST. JOSEPH F.TFG CO., r!SHAWAKA, 1D. Twr tfjiL Kira? cook stove, Tht CLDtST Aro) OJSLT KLLlABLE, Is Ihe OTly deice ot iu kiau that has tood THE TEST OF YEARS, ' end earned universal public couiuiendation. Doc cery Icscription of ing, Ironleg, Kruit Caoaing, j tw t.r dmrtf. j-sest jiJ5i? rtlic wort beretafofc uere bv Jhijor'jiüirT cook ftove. Bßdwilbottt its iusufWable brat. Boot, aslies, etc. i FöH tR L'SE THEY ÄüE IWJfS?E?S&Bl.E. K-j):ah!j Agent wnutcd ia unet-euj vtd tentiry. Allrci, HUlb VAIX'K älUVL 5iftca Strett, cor. ChÄruplain Clcve'ant), Otio.Jf BUH3CHÜHÖ CHÜRil Fivo filzo? rnade for F&xciij D&Irici. Fi?e 6izeB tot Fartor uh?c. Porfeci Qrvi-V tw? wrtrt Cfn CTWWA - V VWA Bai k & simple. efticMMit. con enirij tal ci tuabla Thcy conUnac to be THE STANDARD CHÜM OF THE COUNTRY. T R Y opacs. Send for füll OescriptJfC Cisw!arj to PORTER BLANCIiAttirS SONS, CONCORU, . . ,MM-MMls ha: sich pei als pcherske.'.- - - . tttirmtttkl . , , für Niere ltrankheite bewiesen. trift mfH ein Ltfjttf Rüden cbft r'.A.. rirut Sfb hr vrankkeit ein IC 1 1 faßen finb? Ziur iwtrn Cwwuljt: A.-kJ WM i w i w r W w T " - s?kebttuchen S:e Sitenn Krttuiiiuaoey vvon.; V- ? . . .M..Il.l.. . . I. f . m ii.kC I UütAvT ia f nniarirr rminruLiii isi Ktiu ii i : v : v - -w ' : : v .. z T " w v. , . " v rttea dieranryett,cyneuvoerwakgrn7ie ttrSijnent wtr9tteroernttuirocrptn. .".Cl. Vi.i-nt s3ffi Tritt 11 ilHOIC -iBWIHi l)" vj!,. -) i I ex-!..,,tw!tATi HrunrS Ww. tii I. . rr,W..?." "-.T"-;t rIomeri un oajrocor, nci7(icicn in Kadny Wort) 1 ßeilmfttct tinüdertrofien ni f tWrt fffiiijtt unS fiAr- et beiden lU V T " w- " " L-j.f-f.Afrn ,,kSelIentKktlmkeit. 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UtUt daö GnU dtt Wett" ist, wie übe? ihren .Anfang, in den letz tut Jahren vissenschasllich und unwis senschafttich viel geredet und geschrieben worden. In den letzten 15 Jahren ha den wir es zweiaal erlebt, daß der Untergang der Erde nach Zeitungsberichten mit großer Zuversicht von Astro nomen vorhergesagt worden ist. Beide Male sollten Kometen die bösen AttentS ter sein, und beide Male erwiesen sie sich als durchaus harmlos. Etwas größer vielleicht ist eine Gefahr, die uns von der Sonne selbst 'drohen könnte. Am 11. November 1572 ging Tycho Brahe Abends aus seiner chemischen Werkstätte, welche ihm sein Onkel Steen Bille bei Helsingborg eingerichtet hatte, um in der Familie seines Oheinö zur Nacht zu speisen, da blendete ihn ein ungewöhnli cher Glanz an Himmel, welcher vom Sternbild der Casfiopela ausging. Auf mehrfaches Befragen konpatirte er, daß von Keinem diese Erscheinung vorher beobachtet worden vor, und nun eilte er, den .neuen BUxn" in seiner Lage zu den andern zu bestimmen. Dieser .neue Stern" blieb big zum MSrz 1684 stcht bar und verschwand wieder, nachdem er schon im Dezember 2572 von seinem Glänze so viel eingebüßt hatte, daß er nur noch dem Jupiter vergleichbar war, und Anfangs 1574 als Stern sechster Größe erschien. Man zerbrach sich da rüber den Kopf, Manche erklärten dies Erscheinen als ein sichtbares Zeichen Gottes, wodurch er Tycho hätte zur Astronomie ausschließlich laden wollen. Als nun 1604 im Oktober Keppler wie derum einen neuen Stern entdeckte im OphiuchuS, der im Februar 1606 wieder verschwand, nachdem er eine Zeit lang als Stern erster Größe geleuchtet hatte, war an solche Erklärungen nicht mehr zu denken. ES wurden mehrere Sterne entdeckt, wie Mira, der Wunderbare am Halle des WalsischeS, welche periodisch hell leuchtend waren und wieder bis zur zehnten Größe ode? Unsichtbarkeit her absanken; deren giebt'S heutzutage mehr als hundert. Eine etwas plau sible Erklärung war, daß diese Sterne, nicht kugelförmig seien, sondern linsen artig, daß sie uns während der größten Helle ihre breite Fläche, während ihres BerschwindenS die schmale Kante zukeh ren, wenigstens plausibler, wie die frü Herr : die Sterne hätten eine dunkle und

eine helle Seite, die sie abwechselnd der Erde zukehrten. Seit 1852 hat man diese Sternerschei nungen mit Vorgängen auf der Sonne verglichen. Jene Linsentheorie mußte nämlich fordern, daß im selben Tempo wie die Rotation auch die Zu- und Ab nähme des Lichtes regelmäßig erfolge. da das nicht der Fall ist, kann man dar an nicht festhalten. Im Jahre 1866uurde nun aber von HugginS ein plötzlich auf tauchender Stern in der Krone speetro skopisch untersucht, da hat sich neben dem gewöhnlichen Sternspektrum ein äußerst stark entwickeltes Wasjerfton pektrum ae zeigt. Diese Erscheinung ist vielfach bestätigt, so daß es höchst wahrscheinlich ist, daß die größe Helligkeit ' der Sterne durch ein plötzliches Ausströmen gro artiger, glühender Wasserftoffmafsen br dingt ist, die den ganzen Stern einhül len, allmalig verbrennen und so den Stern wieder zu früherer Unscheinbar keit zurücksinken lassen. Nun ist aber an dem uns am meisten interessanten Jir stern, der Sonne, seit der Entdeckung der Protuberanzen ein ganz analoger Vorgang nachgewiesen. Schon seit lan ge hat man bei totalen Sonnenfinster nisten beobachtet, daß auö der Sonne mächtige Feuerfirahlen emporschösten. bald in Gestalt einer Wasserrose, bald in einzelnen Wolken, bald in Baumform. Bon diesen tt nun mit yulfe spektrosko bischer Beobachtungen ebenfalls nachge wiesen, daß dieselben zum großen Theil auö Wauerflon in glühendem Zustande bestehen und täglich an der Sonne be obachtet werden können, an Rande als Protuberanzen. sonst als Fackeln. Wenn wir nun die Bergronerung der veran derlichzn Fizsterne berechnen bei einem solchen Uebergang aus der Unscheinbar k'it zu einem Stern erper Größe und und darüber hinaus, so erhalten wir eine Ausdehnung dieses WafferstofffeuerS, welches sich ohne große Uebertreibung weiter ausdehnte, als der Abstand der Erde von der Sonne. Setzen wir nun voraus, daß die Wasserstofferuptionen auf der Sonne einmal eme eknucheAuL dehnung annähmen, wie die bei jenen Fixsternen, wurden die unteren Plane tcn und die Erde auch in dies Flammen meer eingehüllt. Nun ist dieWasserstosf flamme die yeintste aller uns bekannten Flammen, es würde darin die Erde und alle eingehüllten Körper schmelzen und verbrennen. Daß eine solche Katastro phe aber mit einiger Wahrscheinlichkeit als möglich hingestellt werden kann, wüsten wir vor der Hand bezweifeln, wenn auch die Protuberanzen wirklich nur Wasserstonflammen find. Die bis fccr beobachteten Auöbrüche auf der Sonne haben eine Hohe erreicht, die stets unter em Zehntel des Sonnenradiusge blieben ist, da nun der Sonnendurch inester etwa 180.000 geographische Mei cu, die Distanz der Erde von der Sonne aber etwa 20 Millionen Meilen betragt. to mußten die Ausbruche daö etwa 2000 fache der bisherigen betragen, ehe sie die lde erittchten. (W. P.) 2Sie in i5apttkt aus einer Sensa tieuA-5ioman liest sich die Schilderung eines Abenteu er, welches die schwedische Bark .Antoi' nette. Eapitän Nylen, unlängst nach den Berichten schwedischer Blätter bei Neu-Guinea zu bestehen hatte. Das genannte Schiff, ein schöner Dreimaster, war auf einer Reise von New'Eastle mit volle? Ladung Steinkohlen nach Manila bearlsfen, und weil tief beladen, kem be sonders schneller Segler, während die Besatzung. Alles in Allem, nur aus 14 Köpfen bestand, da einige Leute in Au stralien desertirt waren und nicht wieder batten ersetzt werden könnend Bald nach dem Abgänge von NewEastle hatte die .Antoinette- zunächst einen schweren Sturm -zu bestehen, durch welchen das Fahrzeug weit aus seinem KurS vertue, den wurde, so daß der Eapitän sich ge nöthigt sah, zwischen den . berüchtigten SalomonS ' Inseln und Neu Guinea durchzusteuern, während er sonst eine weit östlichere Route verfolgt h'ben

würde. Als die SalomonSJnsek erreicht nanu', wurde die .Antoinette" von

einer Windstille überfallen, welche daL Schlimmste dekurchten lie, da die Wind stillen in jenen Gewässern nicht nur mei stenö mehrere Tage anhalten, sondern die Wilden auch gerade solche Gelegenheit sich zu Nutzen machen, um ihre Ueberfälle auszuführen. Nicht lange dauerte es denn auch, als eine anS etwa 400 Köpfen bestehende Bande von schwarzen, nackten und lätowirten Gesellen in 12 CanoeS auf das Schiff zugerudert kam. Die BeriheidiguvgSmittel an Bord bestanden auö einem englischen Rifle und 10 Re volvern, zu denen freilich nur etwa 70 Patronen vorhanden waren, während dagegen an Atzten, Piken und keulen artigen Handspaten (zum Dreyen der Ankerwinde) kein Mangel war. Da man auf der .Antomette" wußte, daß eS hier nur .siegen oder aufgefressen werden" heißen konnte, machte man sich auf die schärfste Gegenwehr gefaßt, die Schußwaffen wurden geladen und die Mannschaft aus beiden Seiten deSSüis seö postirt, um den Angriff der Wilden abzuschlagen, welche unter gräulichem Geschrei heranrüderten. Um die Schaa ren zu icbreaen. feuerte Eavitan Nvien auf beträchtliche Entfernung ein paar Schütte aus dieselben ab, erreichte hiermit aber die entgegengesetzte Wirkung, indem die Anareifer. da die Schüsse nicht getroffen hatten, dadurch nur küh ner gemacht wurden, so daß sie um so rascher heranruderten. Die m größerer Nahe abgefeuerten Schüsse verfehlten nun zwar m At nicht, und als die schwarzen Schurken einen ihrer Käme raden nach dem anderen getroffen sahen. wuroen t denn voq stutzig uno ernten sogar, anscheinend tn Verwirrung mne. Bald aber war die geringe Munition verschossen und als die Räuber dessen gewahr wurden, gingen sie sofort wieder energisch zum Angriff über. Indeß hatten sie sich die Besteigung und Erobe rung des in der Entfernung viel niedri ger erscheinenden Schiffes doch zu leicht gedacht. Zwar durste keiner von der Mannschaft wagen, sich oberhalb deö Schiffsbord blicken zu lasten, um nicht von den Wurfspeeren der Wilden getrof fen zu werden, dagegen aber wurde auch jeder Negerkopf, welcher sich oberhalb der Berschanzung blicken ließ, sofort von dem wuchtigen Hiebe emeö Matrosen getroffen, so daß kein zweiter Hieb mehr Nöthig war, um den Getroffenen itr3 Jenseits zu ezpediren. Der Eapitän leitete von dem Halbdeck aus die Ver theidigung, indem er, selbst in geschützter Lage stehend, seine Leute aus die Heraus kletternden aufmerksam machte. Etwa eme Viertelstunde hotte der Kampf so bereits gedauert, als die Schurken, einsehend, daß sie auf diese Weise nichts ausrichten würden, eine an dere Taktik ergriffen und einige KanoeS nach dem Bug des Schiffes dirigirten, welcher schwerer zu vertheidigen war, da derselbe mit einer sog. Back, einem klei nen Deck überbaut war, so daß sich also die Vertheidiger den Wurfspeeren der aus den Schiffsseiten befindlichen Raub gesellen hätten aussetzen müssen. Indeß, diese Kriegslist sollte keinen Erfolg mehr haben, denn ganz unerwartet füllten sich die Segel der.Antoinette". erst langsam, dann schneller und schneller setzte stch das Schiff in Bewegung, die Wellen kräu selten sich bald vor dem Bug und die dort besindlichen KanoeS mußten sich jetzt schleunigst salviren, um nicht übergefahren zu werden. Ebenso wenig ver mochten sich die Kanoes auf den Seiten der Bark noch länger zu halten und bald trieb die ganze saubere Gesellschaft hin ter der .Antoinette", welche jetzt bei frischem Winde rasch wieder die Wogen durchschnitt. Eapitän Nylen, überzeugt, daß er jetzt vollständig Herr der Situa tio:, sei, ließ hieraus sein Schiff wenden. segelte mitten in die Flotille derSchwarzen hinein und bohrte noch mehrere der KanoeS in den Grund, so daß die Räu ber dieses Mal eine Lektion erhielten, welche sie wohl so bald nicht wieder vergeffen werden, während die ganzeMann schast der Bark vollkommen unversehrt geblieben war. Ohne jene plötzliche grischung aber hätte . leicht die .Antoi nette" das Schicksal so vieler anderer guter Schiffe haben können, die als ver schollen in den Schiffslisten aufgeführt werden. Dumme Verbrecher. Aus London wird geschrieben: Es verlangt lein langes Studium der Kriminalprozeffe, die sich Tag für Tag vor den Londoner Gerichten abspinnen, um zur Ueberzeugung zu gelangen, daß der gemeine Verbrecher eigentitch ein recht dummes und albernes Geschöps ist und diejenigen Kriminalisten Recht haben. welche die Spnngseder der meisten Ver brechen nicht in dem irregeleiteten Ver stand des Verbrechers, sondern in der Abwesenheit dieses Versuches suchen. Wie a-.,derö könnte man sonst in unserm neunzehnten Jahrhundert, im Zeitalter der Frauenemanzipation, des Schul zwangö und der demokratischen Kirche Vergehen erklären, die in viel . dunkleren Epochen kaum zum Alltäglichen gehör ten. In der That gibt eS nur eme Grenze für die Dummheit der Verbre cher, nur Etwas, das dieselbe naturgemäß übertrifft, und daö ist die uoch grö ßere Dummheit ihrer Opfer! Sonst käme ja der plumpe Bauernfänger nie m. . ST m m m zu ven lkichr gewonnenen Ili0fiuaen seines vertrauensdusellgen GelbschnabelS. Für dieses letztere Kapitel könnte man aus Einer Zeuuna em Dutzend Belege zusammenlesen : da ist z. B. der Auswanderer, der mit Tausend Pfund in der Brieftasche sich Mit dem zufälligen Reisebegleiter über seine Pläne und Aussichten als Schafzüchter in Texas bespricht, bis er am Morgen vor der Thüre eines ubelberüchtlgten yauses mit einem blauen Auge, aber minus seine Brieftasche wieder zum Verstand kommt; und der steggekröite Reservist von Tell-el'Khedir, der im Ostende Londons den Händen schmutziger Dirnen die 16 Pfund anvertraut, die er von der Re gierung, und die Regierung von dem britischen Steuerzahler erhallen hat. Hier jedoch haben wir es . besonders mit V cTmm ! 4 V tf) Afka j& m w 4fiifi un uc jiiuiiiyit gu tyut und als Belege dafür ' entnehmen wir dem GerichtLkalender einer Woche aus mehreren einschlagenden Fällen die zwei folgenden : Vor dem Krim'nalge

richtShos steht ein gewisser John No-

vlnsly, ein russischer Pole, angenagt einem Landmann NamenS NicholaS Sa visch russische und italienische Staat? rente.iTitel im Werth von 15.000 Psd. unter den folgenden außerordentlichen Umständen entwendet zu haben : Letzten August starb Savisch's Bruder und hin terließ ihm testamentarisch eine bedeu tende Summe, welche in London bei der Firma Hambro u. Co. deponirt war. NicholaS Savisch kam nach London, en gagnte in einem Bureau, das den unkla ren Namen Rusfian Osfice sübrte. den Augeklagten als Dolmetscher, da er selbst kein Wort Englisch verstand, undZbegab sich mit seinem neuen Freund aus die Bank von England, wo ihm in Gegen wart des Dolmetschers die 15,000 Psd. in Werthpapieren ausgehändigt wurden. D er Fremde sühlte für seinen sprach kundigen Landsmann ein so großes Zutrauen, daß er 'ihn ohne Anstand die Tasche mit den Titeln tragen ließ. Man hätte nun glauben sollen, der Doln etscher würde den lachenden Erben im Menschengewühl vor dem ManstonHouse wie einen Manlaffen stehen lasten wn . f m . uno ttt nakynen venen yanlom oas Weite suchen. Nicht so, er begleitete NicholaS Savisch bis in sein Logis in Dorlstreet Portmansqusre und überredete ihn, Abends mit ihm in seine eigene Wohnung in Blandsort Street zu kom me. Die Wertpapiere wandern dergestalt zwecklos von einem Logis ins andere. Während aber Savisch sich dem Vergnügen hingiebt, im fremden Lande die süßen Laute seiner Muttersprache zu' lallen, springt ihm sein Begleiter plötzlich an den Hals, würgt ihn, ergreist die Tasche mit den Tiieln und nimmt Reißaus. Savisch eilt ihm die Treppe hinunter nach, sobald er seiner Sinne wieder mächtig ist, aber da er nicht im Stande ist, sich den Polizeidienern verstündlich zu machen, ist eine sofortige Verfolgung des Verbrechers unmöglich. Ivan Novinski war in einem Fiakernach der Charingeroß-Station gefahren und hatte den Kontinent erreicht, ehe der be raubte Erbe Schritte thun konnte, ihn aufzuhalten. Von Calais begab er sich nach Wien, Berlin,Budapest und schließ lich nach Hamburg. In letzterer Stadt wurde er abgefaßt, in seinem Besitz fan den sich die Werthschristen, unversehrt, denn er hatte sie natürlich nirgends in Geld umsetzen können. So endete seine Veranüaunaötsur auf dem Continent mit 5 Jahren Zuchthaus, eine recht mä ßige Strafe, wenn man die absolute Dummheit des Raubes in Betracht zieht. Vor demselben Gericht stand den Tag vorher eine gewisse Wittwe JaneTay lor, angeklagt, eine 82zährkgeJrau durch GM ums Leben gebracht zu haben. In Plumftedt, einem Dorf unweit Wool wich im Südosten von London, lebte der 85 Jahre alte Staatspenflonär Tregellis Staatspensionäre werden immer fteinolt und feine Ehefrau, die drei Jahre junger und für ihr Alter gefund und rüstig war. Aus diesen alten Tre gellis hatte die junge Wittwe Taylor ihre Augen geworfen. Sie selbst war seiner Zeit mit einem Staatspenflonär verheiratet gewesen, und obschon dieser für seine dem Staat geleisteten Dienste blos die bescheidene Summe von lo Pfund per Jahr als Pension bezogen hatte, so schien der Wittwe daö LooS ei ner Frau Pensionärin so beneidenswerty, daß sie sich nach einem andern Gegen stand ihrer uneigennützigen Liebe umsah. Dazu schien ihr der alte TregelliS recht passend. Der war auch kem Neulmg im Hnrathsfach. Seine erste Frau, die er im Jahre 18L6 an den Altar führte, hatte , ihn. nach seiner eigenen Aussage, verrückt gemacht und ins RarrenhauS getrieben. Aus dieser Anstalt wurde er nach 7mo natlicher Behandlung von seiner . Narr heit, aber nicht von seinem Heirothöfie ber kurirt entlassen. Denn nachdem seine enerai che Ehehälfte in 1878 ge storben war. ehelichte er in 187S die Mary an, um ihm die Pension von 43 enal. Vsd. tu verzehren helfen. Ob die persönlichen Vorzüge des alten Tregel llS oder seme winzige Penston die he. rathSfähiae Wittwe vom Weg der Tu gend abführten oder ob beides, wollen wir nicht untersuchen. Kurz, sie schlug ihm vor, bei ihr sein Quartier zu neh men, und als er dieses Arrangement we aen seiner Frau nicht ausführbar fand. siedelte sie selbst zu dem Ehepaar über. daö in einem bescheidenen Cottage den ersten Stock gemiethet hatte. Das war im verganaenen August. Der Vorwano der Jane Taylor war, das ihr em Woh nungswechsel gut thun werde; daS Ziel ober, das sie im Auge hatte, war, die alte Frau möglichst bald aus dem Wege zu schaffen und selbst den alten Knochen zu dkiratben: und als die arme alle Frau bald nach der Ankunft der Kran kenwärterin Taylor wirklich ernster krankte, tröstete sie den besorgten Ehe mann mit den Worten : .sie werde bald sterben.- . DaS tras nur zu richtig ein. Aus die allerplumpste Art tramrte die Jane Taylor ihr Opfer mit starken Do sen Bleizucker,' den sie regelmäßig vom Apotheker um die Ecke bezog. Ein Arzt wurde beigezogen, aber entdeckte nichts ; nur verwunderte er sich, daß die vorerst blendend weißen Zähne der alten Pa tientin allmälig schwarz wurden und sie allen Appetit verlor. Diese Symptome zeigten sich verstärkt den ganzen Sep tember hindurch, aber erst im Oktober entdeckte der behandelnde Arzt am Zahn fleisch blaue Striche, das sichere Zeichen einer Vergiftung. Der Verdacht siel sofort aus die Jane. Taylor, welche nie von der Seite-der Patientin gewichen war ; sie wurde verhaftet und die Aerzte versuchten, dem Gift entgegenzuarbeiten. Umsonst, im Oktober starb die Frau, nachdem sie noch vor ihrem Tode' die Jane Taylor der Vergiftung angeklagt hatte. Die Vertheidigung vor Gericht konnte absolut nichts zu ihren Gunsten vorbringen, selbst nicht einmal mildernde Umstände' Bis zum letzten ' Augenblick bestand die Giftmischenn aus ihrer Un schuld und hörte das Todköurtheil mit der größten Gelassenheit an. An einer Blutwurst gestordeu Ein in seiner Art wohl einzig daste hender Unglücksfall, der durch eine Hochs! sonderbare und verhangrnßvolle Verket tung physiologischer und pathologischer

Zufälle den Tod eines Menschen herbei

ührte, wird auS Wien von ärztlicher Seite berichtet. Es wurde nämlich aus der cdiruraischenUsiversttStS'Abthelluna des Wiener Allgemeinen Krankenhauses ein seiner Krankheit wegen aus Salzbürg nach Wien gereifler Patient, 36 Jahre alt, semeSZelchenS.KupserschmiedGehilfe, ausgenommen, welcher angab. eit beiläufig drei Wochen an heftigen Schlingbeschwerden , eontinuirlichem Brechreiz mit häusig sich einstellendem Erbrechen und Appetitlosigkeit zu leiden; er habe das Gcsühl,' daß sich in seiner Speiseröhre, beiläufig in der Gegend zwischen dem dritten und sünsten Brust Wirbel, ein lästiger fremder Körper befinde, den er trotz aller Anstrengungen weder nach auf- noch nach abwärts zu befördern im Stande fei. Auf eindringliches Befragen der untersuchenden Aerzte gab der Patient an, vor drei Wochen in einem Gafthaufe in Salzburg am Abend eine Blutwurst mit Heißhunger gegessey zu haben, wobei ihm das Unglück passirte, während deö Essens auch eines der walzenförmigen Hölzchen, mit denen die beiden Enden der Blutsurft in der Regel verbunden werden, zu verschlingen, und daß jene oben aeschilder ten Krankheitö-Erscheinungen sowie die c x. I v r.f.t. , qmrrzrn in ver peiieroyre ungesayr seit jenem Tage datiren. Alle bisher von den verschiedensten Aerzten an ihm vorgenommenen Versuche, den angeb lichen fremden Körper auS der Speise röhre hervorzuholen oder ihn in den Magen hinadzuftoßen, seien ohne Erfolg geblieben. Durch die hieraus mit dem Oesophagoskop angestellten sorgfältigen Untersuchungen' konnte denn auch in der oberen Hälfte der Speiseröhre eine kreisrund begrenzte kleine Oeffnung bei elekirischer Beleuchtung conttatirt werden. um welche Oeffnung herum fich eme reaktive Entzündung des Oesophagus etablirt hatte, voraus sich die heftigen schmerzen deSPatienten ableiten ließen; das verhänanißvolle öölzchen- iedock konnte trotz der sorgfältigsten und genauesten Untersuchung nicht zur Ansicht gebracht werden, so daß die Aerzte die leider durch daS weitere Fortschreiten der Krankheit in der Folge ganz gerechtse?tigte Befürchtung auSsprachen, der even tuelle fremde Körper müsse sich durch die Speiseröhre hindurch einen Weg gebohrt haben und in den inneren Brustraum getreten sein, um da sein zerstörendes Werk, an einem anderen edlen Organe zu beginuen. Leider sollte sich diese Prognose nur allzu bald bewahrheiten. Nach kaum 36 Stunden wurde der Pa Uent von einer plötzlich ausgetretenen Bewußtlosigkeit und Anämie befallen, der er trotz der sogleich von der Wärterin requirirten ärztlichen Hilfe nach Verlauf weniger Minuten erlag. Die 24 Stunden nach dem eingetretenen Tode vollzogene Obduktion des auf so eigenthümlicheArt Verstorbenen bestätigte vollends die intra vitarn von den Aerzten ge stellte Diagnose, indem das von der verhängnißvollen Blutwurst herrührende walzenförmige Hölzchen im Innern des Brustraumes gefunden und der Weg, welchen dasselbe zurückgelegt hatte, anatomisch mit Genauigkeit festgestellt werden konnte. Das Hölzchen war nämlich durch die Speiseröhre in den Thorax eingedrungen und hatte hierauf die große. direkt aus der linken Herzkammer abzweigende Körper Schlagader (Arteria Aorta) durchbohrt, wodurch naturlich eme rasche tödtende Blutung m dem Brustraum entstehen mußte. Eine ttSchin über Soethc. Im Hause des Buchhändlers Frommann zu Jena verkehrte Goethe viel.und die Köchin dieses gastfreien Hauses übernahm eö, so lange der Dichter m dem botanischen Garten zu Jena wohnte, der neben dem hause Jrommanns lag, für ihn zu kochen. Neulich wandte sich nun Karl Storch an die .Hungern" und bat sie, die rüstige Achtzigerin, über diese Thatsache Zeugniß abzulegen. Die alte Frau that dies in einem recht originellen ! und lesenSwerthen Briefe, den Erich Schmidt in der .N. Fr. Pr." verössentlicht. Jener Brief der Hunger der Name lößt uns vermuthen, daß die Frau gut kochte lautete : Geehrster Herr ! Welche Freude mein Herz empfand Nach meinem Tod vor Ihnen so verehrt zu stehn.' Ich lebe noch die alte Frau, die Sie Tod denken. Mein altes Auge hat noch . einmal aufgestrahlt, mein Wunsch war eö ja immer den leuten Wissen zu lassen was ich sür Göhte that. So nehmen Sie meinen' herzlichsten Dank für Ihre Güte. Mein Wunsch ist Erfüllt. Nun will ich Ihnen genau wissen lassen das ich nicht Aufwärterin war, ich war die Köchin bei Frommannö und Göhte war ein treuer Freund zu Jrommanns. Alle Morgen um 11 Uhr fuhr Göhte vor Und machten Seinen Morgenbesuch. Wobei ich auch dos Unglück hatte Göhte mit Einer Butte Wasser zu überfchitten. Göhte wollte mich die Thür halten auS Bescheidenheit und ich ebenfalls, ich versah daö Tembo und war in fallen und Göhte wolle mich halten und bekam die Wasserbutte auf den Halz, ich zum Tode Erschrocken. Madam und Fräulein From mann Kamen mit Tüchern und beseitigten das nasse Element. Göhte führ nach Haus um sich umzukleiden. Deshalb gab , es keine Feindschaft. . Den andern Morgen war Göthe wieder da und lachte.' Göthe war nachden in den botanischenGarten gezogen, wolle aber nicht lange mehr in Jena bleiben, weil Ihn daS Essen aus den Speisehäufern nicht Schmeckte. FrommannS wol ten Göthe gerne für sich und Jena Erhalten, der Grund war daS Essen wie anfangen, die Madam Fromman Eine sehr kluge Dame sann hin und 'hehr. Endlich kam sie auf Ihre Köchin, das war ich. Sie ließ mich in Ihr Zimmer kommen und sagte, ich habe ein großes anliegen an Dich was G. betrifft und Du die Hauptperson bist (Du dieHauptPerson ? dachte ich) willst Du sür G. Ko chen den Mittagstisch übernehmen Meine Speisekammer Steht Dir Ofen, thue Es, ich werde Dirö niemals vergeben, nach langes Zureden gah ich mein Wort. An Göthe geschriben. daS Ihre Köchin sür Ihn den Mittags Tisch übernehmen wolle, mit Freuden Nehme ich diö Anwar die Rückantwort. So kochte ich ein

halbes Jahr für den großen Maun zu danke. Göthe nahm fich gegen mich nicht als wäre ich Köchin sondern aks väre ich mehr, wenn ich mit meinen Zeitel kam, lag Schon vaö Schönes da, anzusehu für mich. Kurz, ich kam mich

vor, als gehörte ich der gelehrten Weit mit an. Gelegenheit hatte ich ja genug. große Männer zu sehn, ich sagte oft das Frommannsche HauS ist der Sitz der gelehrten Wißenschaft. Den alle großen Männer schienen sich in den Hause wohlzusühlen. Nach dem verheurathete ich mich aber onle den Tisch für Völlze nicht mehr besorgen. Weil die gefüllte Speisekammer nicht mit ging. Göthe ging nach Dornburg und FrommannS gingen ins Bad Noch schule ich Ihnen geehrter Herr mein Bild mit welches mein Enkel Karl . Braun lich, Altenburgcr . Hogohtigrag verfertigt hat. Sehen Sie es an ob Sie die alte Frau noch' kennen. So danke ich Ihnen nochmals fürdieFreude, die Sie mir bereitet haben, denn nun werde ich wohl bald zu meiner Ruhe gehen. Meine Kinder haben mich so lieb, daß sie mich möchten unsterblich machen. So leben Sie gesund glücklich und zufrieden bis an Ihr Ende Welches WünschtJhre dankbare Henriette Hunger Wittwe. ' ' Qin ..VSmieren" - Mime vor Gericht. Der ehemalige Schauspieler Carl Au guft Just, der sich dieser Tage vor dem Berliner Schöffengericht wegen Diebstahl zu ' verantworten hatte, will ein Künstler sein, ein Künstler vom Scheitel bis zur Sohle. Den Scheitel siebt man allerdings, aber die Sohle fehlt ihm offenbar an seinen Stiefeln nämlich. Seine künstlerische Lausbahn hat der Tragöde Just in Steiermark bei einer sog. .Schmiere begonnen und .schmierig" sieht er in der That auch aus. Lange, sehr lange ist es schon her, daß er die Kuni an den Nagel gehängt und sich vagabondirend in der Welt umherge trieben. Zumeist waren es BerusSgeoffen, denen der Angeklagte eine ganz besondere Aufmerksamkeit widmete und die unter. Künstlern übliche Kollekte sür einen armen Kollegen hatte nicht selten ein recht ansehnliches Resultat, da? natürlicherweije sehr bald eine sehr profane Verwendung erfuhr. Seh? erklärlich ist es, daß eS den wandernden Mimen mit magischer Gewalt nach Berlin zog aber nicht die Kunst, sondern die Künstler mit ihren allezeit hilfsbereiten Herzen hatte er dabei im Auge. War Just aus seinen ahaöverusgleichen Wanderungen sehr ost mit den Polizei-Vorschriften in Conflilt gerathen, so fügte er hier zu diesem problematischen Ruhm noch denjenigen, auch mit dem Strafcodex aus den KriegSsuß zu gerathen. Als er cineS TageL gele gentlich einer Bettelei einen Ueberzieher hängen sah, trat plötzlich seine lange schlummernde HamletNatur zu Tage. .Sein oder Nichtsein ?" war allerdings sür ihn nicht die Frage, nicht aber .Mein oder nicht mein?" Just entschied sich na türlich für .mein", und ließ den Ueberzieher spurlos verschwinden. ' Für diese schauspielerische Extravaganz begann sich die Polizei zu interessiren, und so mußte er denn vor dem Schöffengericht crscheinen. Vorsitzender: Sie sind der ehe malige Schauspieler Just, Angeklagter 7 Angeklagter (Die Hände in dieSeiten stemmend, den Köpf hoch auflichtend) : Das bin ich, hohes Tribunal ! Vorsitzender: Wenn Sie das begangen ha den, wessen Sie die Anklage beschuldigt, dann werden Sie gut thun, eö offen einzugestehen, Sie erfahren dann eine mildere Beurtheilung. Angeklagter (pathetisch mit erhobener Rechten) : Die Milde ziemt dem strengen Richter nicht ich will das Recht und weiter will ich nichts! Vorsitzender : Ich frage Sie, ob Sie sich des Ihnen zur Last gelegten Diebftahls für schuldig bekennen ? Angellagter : Ich bin unschuldig wie deS TageS Licht und wie das Kind im keuschen Mutterleie ! Vorsitzender : Drücken Sie sich etwas weniger poetisch, dafür aber desto deutlicher auS; wir sind hier nicht auf der Bühne, sondern iiGerichtösaale. In so poesie-mürchenhastem Lichte er scheint denn Ihre Unschuld doch nicht. Ihr Vorleben kann uns eher zu dem Glauben an Ihre Schuld verleiten. Wollen Sie also nicht lieber gestehen und uns die Beweisausnahme ersparen ? Die Zeugen haben bereits in der VorUntersuchung so präcise Anlagen gemacht, daß an Ihrer. Schuld kaum zu zweifeln ist. Angeklagter : Schächer find e, feile Schacher ! Vor keiner Un that sckrcckt dies Volk zurück! Vorsitzen der : Na, na, na. na ! Verdächtigen Sie nicht und legen Sie vor Allem Ihr salbungLvolles Pathos ab; wir müssen also zur Vernehmung der Zeugen schrei ten. Es werden zwei Zeugen vernom men, auS deren Deposikionen mit zwei selloser Evidenz die Schuld des Ange klagten hervorgeht und Just'Hamlet wird demnach zu 14 Tagen Gesängmß verurtheilt. Mit tragi-komischer Geste verläßt der Angeklagte den Saal, nach dem er an den Gerichtshof die folgenden Worte gerichtet: Hab't Dank, Ihr Richter, habet Dank ein Mann wie Just weiß unschuldig zu leidend ' Wie der Oaüse dupirt wurde. (Jerner Gerichtiscene.) .Sähn Se, meine kuten Herrchen, ich war Sie nämlich aus der Durchrese nach Drüsen, wie ich Sie uf den AnHalter Bahnhof hier ankomme. Nu hat ich Sie bloß so ä kleenes Refttäschchen, wo mer ganz kut mit losen kann ; aber weil mer doch nicht so Bescheed weeß wie derheeme un mer denn och ' paar Kroschen nich ansieht, will ich Sie denn per Droschke fahren. Nu standen Sie ooch 'ne schwere Menge ul'n Blatze; aber weeß Kneppchen, keen Kutscher wollt Sie fahren. Ich wußte Sie nämlich nich, daß mer sich son blechernes Zeichen geben lassen muß; bei uns derhemer is Sie das kene Mode deponirte der als Zeuge erschienene Ren tier Hert Dornftedt vor dem 19. Schös fengericht in Berlin. .Vors.: .Es.interessirt zunächst die Art und Weise, wie sich der Angeklagte bei Ihnen einsührte." Zeuge : .Na, wie mer doch keener ufnehmen will, un eenWagen na'a andern

egsührt, schüttele ich Sie nadlerllch mit dem Kopp, odruf Sie denn (nach dem Angeklagten zeigend) der Mukjöh mit S recht frewdlicheS Keflcht uf mich zu kesprungen kommt - Bei diesen Worten schnellte der Angeklagte, der 26 Jahre alte Tischler LouiS Ferdinand Ziemer, von seinem

empor uns enrgegnele mit Ent rüftung : .Wat, ick bin MoLjöh ? Sie lind selber n Mosiöb. verstebn Sie mir!

Mir Possen solche Anzüglichkeiten nu schon ich." Nach einer energischen Zu rechtweisung deö erregten Ziemer begnügte er sich, den ersichtlich eingeschüchterten Zeugen mit Ucberlegenheit anzu grinsen. ' Herr Dornfledt war purch dieftnZwischensall ganz von feinem Thema abgekommen; der gutt Mann versicherte dem Angeklagten, daß ihm jede beleidigende Absicht fern gelegen habe. Dieser Led tere glaubte aber den Eindruck seiner Worte noch verschärfen zu müssen; er erwiderte dem verwirrten Zeugen, welcher sich verlegen mit der rechten Hand in den spärlichen Bart kraute, maliziös : .Lassen Se ihr man knabbern; wat se stessen, bezahle ick." Der Zeuge hatte den Sinn dieser Worte sehr wohl verstanden, denn, nachdem der Angeklagte abermals energisch zurechtgewiesen, bemerkte Hr. Dornfledt mit einem scheuen Blick auf den Ziemer: .Des is Sie doch 'n kanz ieeser Prüder, meine kuten Herrchen; ich bin Sie nämlich sehre reenlich un Vors.: Sie haben gar keine Veran lagung, sich wegen solcher boshaften Verdächtigungen zu rechtfertigen. Erzählen Sie uns nur, wie Sie mit dem An geklagten bekannt wurden. Zeuge: Wie ich Sie nu so mutterseelen alleene uf den B14 st:he, kommtSie der jange Mann, wo ich Sle ihm denn ooch erzähle, daß ich mit dem nächsten Zug nach Drüsen resen muß un mir kee Kutscher fahren will. Nu sagt Sie der junge Mann: .Denn haben Se wol keene Marke V Un wie er Sie denn hört, doß ich Sie da karnischt von weeß, denn meent er : .Ja, lieber Mann, denn derf Ihnen ooch Keener fahren. Alles, wat mit de Bahne kommt, muß coch 'ne Marke haben von wegen den neuen Schutzzoll. Vors.: Sie mußten doch aber wissen, daß kein Zoll erhoben wurde. Zeuge : Freilich wußte ich Sie das. Aber dachte ich Sie denn, der junge Mann is hier derheme un weeß eö denn am besten. Nu weeß ich Sie doch aber keenen Bescheed uf den krohen Bahnhos un sage Sie zu dem jungen Mann, er sollte mich zurechtweisen, us'n Däppchen Bier käme eö mich nich an. Da weist er Sie aber die Straße 'unter, wo Sie denn ooch son kleener Wagen mit zwee kroße Hunde davor stand, un sagte: .Lieber Mann, ick möchte Ihnen schon jerne den Jesallen duhn ; aber ich derf mein Fuhrwerk nick obne Obaebt lasten. Hier in Berlin stehlen se ehrschtendehls Aue wie oie naven." . Wenn besann er sich Sie aber un nahm Sie mir das kleene Resetäschchen auö de Hand un meente: .Jeden Se man her; Sie finden da drinne doch nicht zurechte. Derveile ick den Krempel veraccisen lasse, jeden Sie aber uf nein Fuhrwerk Obacht. Sonst bin ick der Dumme un kann nachher Rooch schnappen!" Na, da dachte ich Sie denn, weeß Kneppchen, das is doch ü sehre vernünftiger Mensch, un kebe Sie ihm zum Zoll ü Zweemarkstück mit. Vors.: Wie konnten Sie aber einem ganz unbekannten Menschen Ihre Reiserasche anvertrauen ? Zeuge : Ja, sehnSe, mein kutekHerrchen, zu riökiren war Sie ja da eegent lich karnischt ; ich dachte Sie. den kleenen Wagen wird er nich in Stich lassen. Vors.: Was wurde nun auS demWa gen? . Zeuge : Das war Sie 'ne kanz beese Keschichte. Da kommt Sie nämlich so ä kleenes aber recht dreckiges Kerlchen un sähet Sie mit dem Wagen sort. Ich stelle mich nu kerode vor un sage Sie : .Erlobin Sie, mein kuteS Herrchen, der Wagen kehört Sie karaich !" Das war Sie nu aber ä kanz krober Mensch un haut Sie mir dadruf 'ne derbe Schelle. Nu loost Sie aber ooch kleich 'ne kroße Menschheit zusammen, un wie ich Sie ü Herrn von de Pollezei. der mich usschreibt, sage, daß ich Sie uS dem Königreich Sachsen lebertig bin. schreit d:r kanze Haufen : .Der faule Kopp is aus Dalldorf entsprungen." DaS finde ich Sie karnich scheene von die Leute. ,' Vl-rs.: Was thatm Sie nun? Zeuge : Ich habe Sie denn wohl noch ku!e zwee Stunden uf den jungen Menscheu k!auert, und wie er denn ich kam, bin ich alleene us den Bahnhos kekangen; aber da war er ooch nich. Vors.: Wie hoch' schützen Sie Ihren Verlust? Zeuge : Na, söhn Se, son Resetäschchen sooft Sie keener unter 15 Mk.: un den Anzug habe ich Sie noch nich ü eenztgeö )Dlal . us dem Leibe gehabt ; 34 preiß'scheDahler habe ich dem Schneider dafür keben müssen, denn kommen ooch noch ceuige Wäschestücke zu. Vors. : Und Sie kennen den Angeklagten mit all,r Bestimmtheit wieder? Zeuge : Weeß Kneppchen. er iö eS Sie kanz gewiß. Ich bin Sie fi iu ärrilSeS Luder ; wenn ich ämal 'n Menschen kesehen yade, kenn' ,ch ,yn ooch kanz kenau wieder. . Vors. zum Angeklagten: WaS sagen Sie zu den Angaben deö Zeugen ? Anaekl.: Der Mann ift nick reckt klar in 'n Ko?p ; ick kenne ihm Nktierlich ja-

Nick. . Im weiteren Verlaus der Beveiöausnähme konnte festgepellt merken, daß fich Ziemer zu der in Frcge kommenden Zeit seinen Behauptungen entgegen nicht nur vor dem AnHalter Bahnhof ausgehalten, sondern Herrn Dornfledl'ö Reisetasche auch sür 5 Mark verkaust hat. Durch letzteren Umstand , wurde seine Ermittelung möglich. Da dem Angeklagten nicht einmal ein offenes Geständniß zur Seite stand, der Schwindel außerdem mit großem Rasfi. nement in'S Werk gesetzt worden war, so erkannte der Gerichtshof in weiterer Berücksichtigung, daß Zieme? bereits mehrfach, auch schon mit Zuchthaus, vorbestraft worden ift, wegen Bet.'ugeZ auf eine Gesängnißstrose von 9 Monaten und aus ein Jahr EZrvttlust (Geraer Ztg.)