Indiana Tribüne, Volume 6, Number 109, Indianapolis, Marion County, 7 January 1883 — Page 4
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?lus attsornien. fCerrcspaudenj der .N. I. Staattzeiiuns'.) ' San Francisco. Dez. 1882. Während in ?l'kV ZZork und den Neuenglandstaaten bereits prächtige Schlit tenbahn, herrschte hier scueit im ganzen Monat Dezember da8 schönste, ärmpe Frühlingkwelter am Tage, bei theilweise srischcn, theilweise lauen Morgen, mit gelegentlichem Reiffrost des Nachts. Die frühen Regengüsse im Oktober und No vember gaben für den Farmer das Sig nal zu angestrengter Thätigleit, die Pflugfchaar durchfurchte den Boden, die Saat wurde ausgestreut und sproßt jetzt bereits empor, das Vieh fand willkommeneS frisches Futter auf den wieder grüngeschmückten Hügellehnen und Gip feln, die nun vor nächstem Juni sich nicht in das sommerliche Chocoladenbraun kleiden werden, und die halbtropischen Rosen stehen seht in voller Vlüthenglo rle. Vorzeitige Orangenblüthen und sich goldig färbende Orangen findet man in den Gärten der Vorstädte San FrüNcieco's zusammen aus denselben Büumen. und um Weihnachten ösfnet die Calla den üppigen Blüthenkelch. Solch früher Frühlingsanfang aus dieser Seite des Continen.lS ermöglicht es dem Far ner neben der Cetrcideaussaat, schon seine Weinreben zu beschneiden und den Boden für neue Reb und Obflbaumanlagen vorzubereiten. Die San FranciScoer Märkte bieten immer noch entzückende Stilllebenbilder mannigfachster einheimischer Ernte Abundantia, . würdige Vorwürfe für Makart's Farben und GestaltungSpoe sie. Aepfel, Birnen, Weintrauben, wie neue kalifornische Tafelrosinen, rothe japanische Dattelpflaumen (Persidmo nen), Granatäpfel, und sogar noch Erd beeren hier, das Wintergeflügel in reich licher Menge dort wilde Enten, die bei Californien's Wasierreichthum be sonders zahlreich, wilde Gänfe, QuaikS :c. Dazu kommen noch außer großen Schissssendungen mexikanischer und Pa nama-Orangen, Ananas und Bananen, bereits auch die ersten Orangen, Citro nen, Limonen tc. der die jähriger, kalifornischen Ernte in den Malkt. Der Markt ist für kalifornische Orangen nicht immer befriedigend, und, obwohl die Besitzer der älteren Orangenhaine in SüdCalisornien kolossale Erträge zu verzeichnen hatten, haben die OrangenPflanzer im Allgemeinen bisher nicht so reichlichen Lohn für ihre Mühe geerntet, als vom Weinbau und verallgemeinerter Obstzucht. Die Orangenpreise sind im Ganzen nicht hoch. Die caZisornische Orange ist eine Winterfrucht, die im Dezember Leise erlangt und bis Ende Februar oder Ansang März dauert. Sie läßt sich daher nicht nach fernen Märkten senden unter Garantie, daß sie unterwegs nicht durch Frost geschädigt werde, während sich Weintrauben, Bir nen und Pflaumen in. frostlose: JahreZ zeit ohne Risiko naü dem Osten exportiren lassen. Die Orange im Mitwin ter muß hier frisch gegessen werden. In dem die Orangenpflanze? jedoch dem Beispiele der erfolgreichen RiversideCo lonie Folge leisten und jetzt nur die seinsten Sorten durch Pfropfung kultiviren, wird es auch dem Besitzer kleinerer Orangenhaine ohne Frage gelingen, durch Erzielung höherer Marktpreise und gesteigerte Beliebtheit der Frucht in na hen Märkten, die Industrie im Allgemeinen zu einer nutzbringenderen zu ge stalten. Die hier in solcher Fülle ge deihende kleine Limone läßt sich dagegen zur Erzielung von Citronensäure indu striell verwerthen. Das beendete Erntejahr mit seinen fast allgemein reichen Ernteerträgen ist für Californien wegen des geringen Re gensalls sogar ein phänomenales gewc sen. Vor 20 Jahren wäre bei trockenem Winter, wie dem letzten, in Calisornien eine vollständige Mißernte das Ergebniß gewesen. Und zwar aus verschiedenen Gründen ist das Verhältniß jetzt ein an deres. Einmal wird nicht mehr ausschließlich Weizen gebaut, und wo der Weizen wegen zu wenig Regen zu miß rathen droht, schon vor der Kornreife als Heu für das Vieh mit großem Nutzen verwerthet. Oder der Farmer pflügt das schlechtstehende Weizenseld frühzeitig um und läßt es bis zur nächsten Beste! lung brach liegen, was als summcrsallow bekannt ist und stets im solgen den Jahre eine doppelreiche Ernte sichert. Vor Allem aber hat mannigsaltige Bodenbestellung die Einseitigkeit des frühe ren Weizenbaues ersetzt, und aus gutem m v v r r.i? , .
Vooen uno cci lorgsailiger uuur ge deiht das Obst und die Weintraube im Norden auch im trockensten Jahre, mäh rend im Süden des Staates die dort gang ' und gäbe künstliche Bewässerung den Bodenbauer fast vollständig unab hängig von dem Einfluß der Witterung erhält. Eine Dürre in Calisornien, die noch in der ersten Halste der siebziger Jahre Tausende wieder ostwärts trieb, bedeutet jetzt nicht mehr ein Crntefehlschlag, und ein trockenes Iah? wird jetz' hier gleichfalls zum fruchtbaren. Die Gesammtbodenproduktion dieses Jahres repräsentirt einen Werth von übe? 100 Millionen Dollars, oder wenn man das Minen und Bauholzergebniß hinzurech net, über 150 Millionen Dollars. Im Verein damit herrscht daher aus alten Gebieten hier ein echter Boom-. Der Arbeitkmarkt ist besser als je, keine chronischen Tramps und Faullenzer sind mehr in Sicht. In San Francisco wü thet ein wahrhaftes Baufieber ; Geschältspaläste und Privatmansions w.chsen allerorten mit fast fabelhafter Schnelle aus dem Boden. In den Städten des Inneren entfalten sich alle Verhältnisse gleichfalls erfreulich und nimmt die Bevölkerung durch stete Ein Wanderung zu. Die gute Zeit macht sich nicht nur durch reichliche Bodenproduktion, Uebersüllung der Märkte, Bil ligkeit der Lcbensmittel und gute Arbeitspreise fühlbar, sondern der Wohl stand der Einohnerschast hat durch Ersparnisse im Einzelnen und Kt'einen be deutend zuginommen. Die große Masie der Bewohner Cali sarniens ist nicht reich, aber wohlhabend ein anderes Bild als vor 10 Jahren, wo da Proletariat und der Millionärs Etat sich schroff gegtnüberstanden. Doch mit dem Aufhören des Minenaktien schwindekS hat die wilde Spekulation, die Verichwendung nachgelasien. Nuch lerne Strebsamleit ist ander Tagesord
nung. Der Handel nimmt unaufhörlich zu! Flotten eiserner Dampfer erscheinen im Hasen, und Segelschiff sinken Eigner in Calisornien. Große Fabrik Etablisse ments sind im verflossenen Jahre errichtet worden, und. neue Industrien im Entstehen begriffen Das händelsüchtige, unproduktive Element der Bevölkcrung steht aus dem AuSsterbeEtat. Die besseren Zeiten deS Staates beginnen ohne Lärm, thatsächlich in aller Stille. Neue Heimstätten bauen sich allerortcnS aus. Nicht mit fieberhafter Haft drängt sich eine Völkerwanderung hiehcr, wie zum Theil auf vst übertriebene Berichte in den .goldenen Nordwesten und die nsrdpacisischen Wüsteneien, wo Mancher der unüberlegt Ausgewanderten bitter enttäusch! wird sondern ruhig und sicher vollzieht sich die Ansiedlung neuer Regionen. Die größte Entdeckung, die je in Calisornien gemacht worden, war nicht der Goldfund Cutters sondern die Ermittlung der eigentlichen Leistungskrast und des Werthes des BodenS. Diese Entdeckung hat sich auf die schein bar wertüloscsten, wüstesten Ländereien erpreckt, künstliche Bewässerung war die Zauberformel, mit der aus Sandwüstcn paradiesische Vegetation gelockt wurde, selbst der Alkaliboden läßt sich stellenweise curiren. Und glücklicher Weise war es praktische Wissenschast, die die Sache systematisch in die Hand nahm, und deutschem Verdienst blieb es vorbehalten, die werthvollsten Forschungen über die Verwendbarkeit des cattfornischen Bodens zu Tage zu fördern. Der ausgezeichnete Fachmann und Gelehrte, Professor E. W. Hilgard, Leite? der Ackerbauschule der Staatöuniversität von Calisornien zu Bcrleley (gegenüber von San Francisco) hat durch seine Arbeiten, Forschungen, Analysen, Abhand lungen, Publikationen (die letzte ist sein werthvolle?, gründlicher, im Auftrag der Bundesregierung veröffentlichter Bericht üb die Arid Regions" der Pacific Küste) am meisten zur Ausklärung über die hiesigen Bodenbau-Verhältnisie beigetragen. In Folge jene? Entdeckung hat die Decentralisation der Bevölkerung be gönnen. AuL den Städten ziehen junge Kräste aus'L Land mit seinen Millionen Ai.res unbestellten Bodens, in die .Foothills" der Sierra Nevada, mit ih ren 3 Millionen Acres unbestedclten Re gierungölandes, dessen einst verachteter rothe? Boden (eisenhaltig, vulkanischen Ursprung?) sich als das vorzüglichste Wein- und Obstland erwiesen. Hier werden neue Hütten aufgeschlagen, neue Heimstätte gegründet. Und zwischen diesen und der Handelsmetropole am goldenen Thore besteht wieder eine rege Wechselwirkung. Die Erträge in den neVen Ansiedelungen finden ihren Markt in der Stadt, und die Bedürfnisse in erersteren werden wieder direkt oder indirekt aus dieser bezogen. Es sind ja nur zwei bis drei Jahre nöthig, um die erste Frucht von einem jungen Weinberge zu erzielen. Und Weinberge werden überall angelegt. Die Erträge sind oft fabelhaft. Aus dem herrlichen Weinthal
Napa, das m diesem Jahre über 2,00.000 Gallonen (gegen 2 Millionen im Vorjahre) Wein erzielt hat, werden u. A. folgende Bespiele ausgezuyrt: R. M. Wheeler bei St. Helena, von 12 Acres zweijähriger Reben 47 Tonnen Trauben gleich $1015; H. M. Pond, von 5 Acres zweijährigerReben 15 Ton nen, gleich $1S0 ; L.J. Newkirk. von 30 Acres zweiiährlger Reben 10 Tonnen gleich 53000. Von älteren Wcinseldern sind 10, 12, ja 15 Tonnen per Acre ge Wonnen worden. Der Nettoprosit von einem Acre Rosinenreben . beträgt vst 5200. Halesworth Brothers in Orange, unweit Anaheim, Süd Cal., verkauften im Vorjahre von 4 Acres für $1140 Tafelrosinen. Ist nun Ueberproduchon in der Rebzucht zu befürchten? Schwerlich, falls nur die allerbesten ausländischen Sor ten, die für feinere We:ne verwendet werden können, cultivirt werden. Schon jetzt gewinnt der kalifornische Wein an Beliebtheit, und in wenigen Jahren, wenn ältere Jahrgange der besten Sorte in den östlichen Markt gebracht werden, steht ein riesiger Aufschwung bevor. Vornehmlich findet die Ronnenprodul tion fo leicht leine Schranken, denn die seinen kalifornischen Tafelrosinen, die schon mit hochgradigen Malagas conku, riren können, sind in den Oststaatcn in starker Nachfrage. Blower, der erfolgreichste Nosinenprodücent, vermag sogar die Blume" (die feine Zuckerüberkru stung der Rosine) zu erzielen. Die TnileritN. Ein 5kk.log. Vor etlichen Tagen war folgende No tiz zu lesen : Aus Paris wird berichtet : Die Abtragung der Tuilerien wurde im Licita tionSeae den Bau - Unternebmern Lapeyre und Picard gegen den Erlag von 3d,(X)0 Francs übergeben. Alles Pathos und aller Kllngllang der Svracke vermöchte die Tbatiacbe. daß das Schloß der französischen Könige . rv-. c. v . rr. wie gemeiner 3,10011 unier oem yammer gerathen, nicht eindringlicher zu vermer den, als jene trockene Notiz. Für die gegenwärtig heranwachsende Jugend sind die Tuilerien nur eine todte bifta rische Dekoration, von welcher gelegent lich in einem Lehrbuche der neueren Ge schichte geredet wird. UnS Aelteren aber waren sie lanae und nur z;u lanae lebendiaes Leben, ein Brennpunkt der Zeit- und Tagesgeschichte. Vom Au genblicke an, wo wir eine Zeitung lasen oder von einer Zeitung hörten, gewöhnte sich unser Ohr an den Laut dieses Wor tes, und wir verbanden damit den Begriff unendlichen Ruhmes und blendenden Glanzes, die Idee einer Weltherrschast. Von hier aus.hatle ja der erste Napoleon nicht blos Frankreich, sondern aam Eurova despotisch beherrscht, und wie auch das Glück wechselte, die Welt kebrte immer und immer wieder den Blick jenem hellen Punkte zu, der ie ein l bitt Stern durck die Nacht chlmmerte. An ihm hängen die früheren Erinnerungen eines Jeden von uns. Wie seltsam be rübrte es lckon den Knaben, als er die Kunde vernahm : Ludwig Philipp ist aus den Tuilerien entflohen, oder flott Prinz Präsident ist in die Tuilerien ein gezogen ! Und wie erschütterte es den
Mann, als der ewige Kreislauf deS Schicksals auch diesmal sich vollzog und die Nachricht eintraf : .Eugenie hat die Tuilerien verlassen-, als es gar dieß : Die Tuilerien stehen in Flammen !" Freilich, der stolze Bau war von der Flamme ausgehöhlt und schien nur noch ein Hausen gleichgiltiger verkalkter Stei ne zu sein. Allein für das Auge der Erinnerung hatte da bräunliche Mau erwerk noch genug Leben und reizende Bewegung; der Gedanke seiner Baumeiste? war nicht verwischt worden, in den zarten Gliedern schlummerten noch Rhythmus und Harmonie, und an den seinen, den Florentinern nachempsundc nen Ornamenten, an den Blumenschnü ren und Fruchtgehängen, die an den Gesims: hinliescn, hing eö noch wie ein hauch des einstigkn Festglanze?. Di.' Tuilerien find für das französische Kö nigthum, sür jede Macht, die darin ihr Hoflager ausgeschlagen, ein HauS fcej? Unheils geworden. Jederzeit lauerte, wenn die Lichter strahlten und das Fest durch den Saal wogte, das Schicksal hinter den Gardinen. Wir haben es nachgerechnet : der einzige König, der in drei Jahrhunderten sriedsam daselbst gestorben und ira Thronsaale mit dem Scepter in der Hand oiifgebahrt worden.tst Ludwig XVJII. Der vierzehnte und der fünfzehnte Ludwig mie den daö Schloß, als ob eine geheime Stimme sie davor warnte. Schon jener Mcicäerin, die 1564 den Bau begann, graute vor dem Orte. Ihre Wahrsager und Astronomen hatten ihn ihr entleidct, sie fürchtete dort sterben zu müssen ; und in der That lag ein Fluch aus dem Hause, wenn er auch erst zwei Jahrhun derte später seine Wirkung äußerte. Vom Tage an, wo Ludwig XV. von einem wild lärmenden Volkshausen aus Versailles nach Paris zurückgeführt wurde, waren die Tuilerien sür die sran zösischen Souveräne und für die mäch tigsten unter ihnen weniger ein Schloß, als ein Gefängniß, aus dem es geradewegs in den Tod ode? die Verbannung ging. Der Bau war ursprünglich zum Aus enthalt einer Fürflw bestimmt. Katha rina von Medici, die Wittwe Heinrich's II. , wollte sich draußen vor der Stadt mauer, in dem Ludurdium, wo die Töpser und Ziegelbrenner (tuiliers) hart am Rande der Seine ihr Gewerbe trieben, einen Wittwensitz begründen, ein Landhaus mit Garten, eines jener hüb schen Casini, wie sie die Umgebung ihrer Vaterstadt Florenz zierten. Philibert Delorme, Ingenieur und Baumeister, zugleich aber nach der Sitte der dama ligen Zeit auch Rath und Almosenier des Könige, Abt mehrerer Klöster, Ca nonicus von Notre-Dame und derglei chen, bekam den Austrag, den Wunsch der KöniginMutter zu verwirklichen. Delorme wußte, daß er sür eine Jtalie nerin, für die erste Frau eine genußsüchtigen Hoseö baute, und daö Palais sollte deshalb ein möglichst weidliches Gesicht bekommen.- Er wählte die jonisch: Ordnung. Nach ihm war es der rechte Styl sür die Göttinnen des Him-
mels und der Erde, der rechte Styl zumal für die Medicäerin, welche eine Art Frauen-Emancipation betrieb und ihr Geschlecht in allen Dmgen vevozugte. Das Palais wurde wegen Geldmangels 1 mitten unterm Baue im Stiche gelassen, 1 und die Tuilerien blieben lange Zeit eine Ruine. Heinrich IV. nahm die Arbeit wieder aus. Schon aus Politik war er sehr baulustig : e: brachte damit Geld unter die Leute, erhöhte den allgemeinen Wohlstand. Die Politik hatte aber auch ihre Nebenabsichten. Indem Heinrich die Tuilerien ausbauen, sie namentlich durch eine lange prächtige Galerie mit dem Louvrc verbinden ließ, sicherte er dem Königthum eme strategische Ruckzugs'.inie. Man konnte ja nicht wissen, was geschah. Hatte nicht Heinrich III. auf Nimmerwiedenehen aus Paris cntfliehen und seinen Weg durch den Tuile rienGarten nehmen müssen ? Hier war der Bearner in die Stadt hineingekommen, hier wollte er sich ein Thor sür Eingang und Ausgang sichern. Man vergesse nicht, daß der König im Louvre wohnte, daß zwischen Louvre und Tuuerien damals die Festungsmauer sich durchzog, durch die Louvre - Galerie folglich das Innere der Stadt mit ihrem Ludurdiuiu drauken direct verknüpft wurde. Heinrich IV. regierte zu gut. als daß er diese prächtig überdachte Rückzugsstraße je hätte zu benützen brau chen: doch em Lieblingsspaziergang blieb sie ihm jederzeit, und ihm ist es zu verdanken, dav die ungemem lange Ga lerie und ein Theil der Tuilerien selbst Malern und Bildhauern zum Aufent halte angewiesen wurden. Er ließ da selbst Schulen, Wohnungen, Werkstätten einrichten, Künstler und Kunstarbeiter dann unterbringen, legte den Keim zu einem Conservatorium. einer Akademie, bettete der nationalen Kunst eine Wiege, in der sie sich orächtig entwickeln ronnte. und begründete so nicht blos den Ruhm, . p rn jl tonoern aucy oen unermeizilcyen eim thum des Landes. Der Plan Philibert's war mittlerweile stark verändert, das reizende Casino ei ner Frau sür Männer umgebaut, er weitert, vergrößert worden. In der Mitte ein gekuppelter Pavillon mit zierlichen Eckthürmchen: rechts und links ein Erdgeschoß; das Dach dieser beiden Flügel mit Fenstern und FrontonS, von welchen Mansaid seine Mansarden abgeguckt haben dürste,wirkungSvoll durchbrechen ; davor ein großer, kunstvoll zu gestutzter Garten, das Urbild jener sranzösischen Gärten, welchen im vorigen Jahrhundert von den Freunden der Natur" der Garaus gemacht wurde dies etwa Plan und Schöpfung des ersten Baumeisters. Schon sein unmit' telbarer Nachfolger, Jean Bullant, dachte an zwei große Eckpavillons, die auch im Laufe der Zeit aufgeführt und den Namen Pavillon de Marjan und Pavillon de Flore erbielte. Unter Ludwig XIV. wurde der Bau anfänglich mit Eifer betrieben, auch eine neue Kunst, die dramatifche, darin un tergebracht. Hart an der kleinen Schloß capelle erbaute Vigarani sein großes. auf die verwickeltsten Ausstattungsstücke berechnetes Theater, den Maschinensaal, wie man es nannte. Jahrzehnte hm durch blieb er unbenützt, bis der Knabe Ludwig XV. persönlich seine Ballette
darauf tanzte, woraus er dann wieder mehr als fünfzig Jahre lang außer Dienst gesetzt wurde. Die Tuilerien selbst blieben, kaum daß Versailles der Litblingsausenthalt des.Roi-Loseil gemorden, 150 Jahre lang ein durchaus unpolitischer Boden. Dem Palaste traute man nicht.- Er war unterdeß in den Bezirk der Stadt Paris einbezogen worden, und vor den Parisern, welche das Baricadenbauen schon längst gründlich erlernt hatten, bangte hin und wieder selbst der erhabenen Majestät Ludwig's XIV. Gleichwohl stand die Tradition, nach welcher ein französischer Souverän in den Tuilerien wohnen muß, damals schon so fest, daß jeder neue König seinen ersten Aufenthaltsort nirgends anders nahm. Als Herrscher galt dem Volke nur, wer einmal in den Tuilerien gewohnt hatte. Nach dem Tode des vierzehnten Ludwig war 's das Erste, daß man sür seinen sünsjährigen NachsolgerWohnung in dem verlassenen Pariser Schlosse bereitete. Ludwig XV. bewohnte es sie den Jahre, um dann seinerseits nach Versailles zu entfliehen und nie wieder in das Schloß zurückzukehren.. Mehr als ein halbes Jahrhundert lang diente es zu allen möglichen Provisorien und Jnterimszwecken. .Die französische Aka demie hielt darin ihre Sitzungen, in dem Schweizersaale wurden die berühmten Ooncert8 spirituels gegeben, in dem Maschinenfaale fand die Oper ein Obdach, als ihr das eigene HauS abgcb rannt war, und kaum hatte sie ein neues Heim bezogen, so richtete sich da selbst daö Theatre Francais häuslich ein. Hier im alten Königsschlosse, un ter der Kuppel Philibert Delorme's geschah eS, daß ein Mann, der ein König im Reiche der Geister, mit göttlichen Ehren überhäuft und seine Büste in seiner Gegenwart mit dem Lorbeer geschmückt wurde. Hier wurde 1778 Voltaire ge krönt. Das HauS der Könige war zum Schauspielhause geworden, wo dieMenge lärmend aus und einging und Jeder an der Thür das Recht lausen konnte, den Schatten der Medicäerin, deS Bear ners, deS Sonnenkönigs ein Schnipp chen zu schlagen. Erst am 6. October 1789, dem Tage der unsreiwilligcn Rückkehr Ludwigs XVI., bezog auch die Politik wieder die verödeten Räume und ließ sich nicht mehr daraus verdrängen. Traurig genug mag die erste Nacht gewesen sein, welche die königliche Familie in dem unheimlichen Schlosse verbrachte. Alle Bequcmlichkeit war daraus verschwunden; die Zimmer hatten nur ihre vier nackten Wände, die Möbel waren ausgeräumt, es fehlte am Nothwendigsten. Der König schlief in einem eiligst Hergerichte ten Gurtbett. Tag? darauf standen schon am frühen Morgen die Maulaffen unter seinem Fenster. Ein König in Pa ris das war etwas ganz Neues. Wäh rend 22 Monaten verließ Ludwig XVI. das Schloß nur sechsmal, das letztemal, um nächt!lch:rw!ile zu entfliehen. Er
wurde zurückgebracht und mußte es erleben, wie das auplportal, dessen beide Flügelthüren sonst nur vor dem Monarchen ausgingen, vom Schlckial eingeschlagen wurden wie das Volk in das Haus des Königs einbrach und sei nem gesalbten Haupte die rothe Mutze ausstülpte. Der 10. August zertrümmerte den Thron, und das Casino der Medicäerin wurde zum Schauplatze von Schreaensscenen, die sich späterhin ost genug wiederholen sollten, fast imme? in dersetbcn Weise, mit denselben Zwischen füllen. Es wurde getödttt, geplündert, zerstört ; aber es ges5)ah auch daß das Volk mitten lm ärgsten Zorne von Re gungen der Großmuth, der Ehrfurcht übermannt wurde. Im Jahre 1818 stauten sich die entfesselten Volksmassen aus der Schwelle des Zimmer, wo einst der Herzog von Orleans gelegen. Die Herzogin Helene hatte es ganz so gelassen, wie eö am Todestage ihres Gatten gewesen, und die Revolution wollte sich an diesem Heiligthume des Schmerze? nicht vergreifen. So blieb an enem fürchterlichen 10. August merkwürdigerweise daö königlicheParadebett verschont. Ich schlase ruhiger auf meinem. Stroh fack," rief einer der Aufständischen, und die Volkswulh stürmte vorüber. Bald daraus hielt em gar vielköpfiger König seinen Einzug. In jenem Saale, wo einst die Opern Gluck's und Piccini's erklangen, die Tragödien Voltaire's gespielt wurden und die sogenannten BuffonL sich angesiedelt hatten, tagte nun die Convention und verkündigte auf der geweihten Stätte des Königthumö dessen Abschaffung. Im Tuileriengarten, LeNotre's berühmterSchöp' fung, wurden für die Ernährung des Volkes" Kartoffelfelder angepflanzt, sei erte Robespierre sein Fest des höchsten Wesens. Auf dem Carousselplatze, wo einst Ludwig XIV. als römischer Kai set verkleidet dem Ringelspiel gehuldigt, erhob sich ein Denkmal Marat's. Unglaublicher Lärm tobte jeglichen Tag durch Me heiligen Räume. Allein auch die Convention theilte daö Schicksal der Könige, auch ihres' Bleibens war nicht in den Tuilerien. Das Direktorium kam, und ganz am Ansang deS neun zehnten Jahrhunderts zog der Erste Consul in das königliche Schloß. Die anderen Consuln folgten ihm nicht nach. CambacereS hatte dieZukunft längst vor auSgefehen. Bald", meinte er, wird der General allein dort wohnen wollen, und dann müssen wir heraus; besser, wir gehen gar nicht hinein." Dies war auch Bonaparte'S Ansicht und Absicht. .Da wären wir alfo in den Tuilerien," sagte er zuBourienne, .nun gilt es, darin zu bleiben," und Frau v. Remusat er zählt uns das stolze freche Wort, womit er am Abende des ersten Tages Jose phine begrüßte: Komm', 'kleine Creo lin, und leg' dich in das Bett deiner Herren !" Jetzt gab eS wieder Feste über Feste in dem Hause; ein Kaiserthum wurde da rin geboren, ein Papst erschien darin als Gast, die Fürsten des Rheinbundes krümmteu darin ihre Rücken, orientali sche Pracht schimmerte durch alle Säle. Hier heiratdeten die Brüder des Kaisers, hier ließ er selber sich scheiden, hier wurde der König von Rom geboren. Hier wechseln letzt mit rasender Elle die ver schledenarligflen Bilder, die schrillsten Gegensätze. Der Kaiser wird verjagt. Gras d'Ärtois reitet in den Schloßhof
ein, ihm folgt Ludwig XV111 - Beide entfliehen abermals, der Kaiser ist wie der da und wird von den S-'inen anter begeistertem Jubel hinausgetragen; doch er folgt dem Rufe des Schicksals nach Watcrloo, die Bourboncn kehren zurück, die alliirten Souveräne tafeln in der Diana Galerie, und Frankreich zahlt die Zeche. Nur zum Schein aber steht wieder ein Thron im Thronsale, dreimal hintereinander wird er umgestürzt. Wer dies HauS bewohnt, ob er Karl X. Ludwig Philipp oder Ludwig Napoleon heißt, muß eS als Flüchtling wieder verlassen ; und wer darin geboren wird, ist
es der König von Rom oder der Herzog von Bordeaux oder der Graf von Paris oder Prinz Lulu, scheint zum Unheil, wenigstens zur Untätigkeit geboren zu werden. Die Weiber zumal haben venig Glück in dem weiblichen Schlosse. Heinrich II., der Mann jener Medicäerin, welche den Bau begonnen, wurde durch ein Turnirlanze ge.'ödtet. Zur Restaurationszeit wird der Herzogin von Berry ih? Mann, der Kronprinz auf den Tod getroffen in die Tuilerien zurückaebracht; unlecidem BürgerkSnigihume kommt der General der tterzoom Helene, der Kronprinz Herzog non Orleans, elendiglich durch cmcn Sprung aus dem Wagen um. Ja, ein Fluch lag auf dem Hause, weder die Frauen noch die Män ner fanden dauerndes Heil darin, und die Legitimisten, die Orlcanisten und die Bonapartisten, sie sollten Alle jubeln. daß nun bald kein Stein mehr auf dem andern bleibt. Wohl ist es ein spießbürgerlicher Tod. im Ausftreiche verkaust zu werden. Allem wie die Bücher und die Menschen, so ha bcn auch die Gebäude ihre Schicksale und müssen sich darem ergeben. Ohnehin ist die Herrlichkeit des HuseL längst erloschen. Die Commune hat ihr Zerstörungswerk viel gründlicher und grau samer durchgeführt, als die Leute von 1792. 1830, 1818. Als wir vor meh. reren Jahren zwischen Louvre und Tui lerien über den Carousselplatz gingen. nel unser Blia von ungefähr aus lcne Pforte, v:r welche? die Schleppträger des zweiten KaiserthumL in ihren stolzen Equipagen ab- und zuzufahren Pflegten. i.odesstllle wehte über der emst so lauten Stätte. Der Himmel blickte durch die Risse und Spalten der gewaltigen Ruine, und durch die Fensteröffnungen hindurch gewahrte man noch Spuren des früheren Prunkes, da und dort eine Ro fette, den Arm emes Wandleuch!ers,eine vom Feuer gebräunte Stuccatur. Hm ter dem Gitter aber, in dem gepflastcrten Vorhofe, aus der Stelle, wo Ludwi XV. feine Feste gegeben, wo die Revolution gewogt, wo das Kaiserthum allen Pomp eines hcsZZr tigen Emporkömmling? entfaltet, auf diesem welthistorischen Schauplatze, wo das Leben in seinen buntesten und glanzvollsten Formen sich getummelt halte, da wir trauten unseren Augen kaum da wuchs Gras. Zartes Grün lag sriedsam über den weiten Plan hingehaucht. Spater errichtete hier die Stadtpost ihre provisorischen Buden, und in dem wiederhergestellten Pavillon de Flore hauste auf einige Zeit die Seine.Präfektur, das Hotel de Ville in den Tuilerien ! In wenigen Monaten, wenigen Wochen vielleicht wird Hammer und Spitzhaue den Platz vor den Tui lerien gesäubert, dem Blicke ein weites, breites Fenster ins Freie eröffnet haben. Sollten gegen alle Wahrscheinlichkeit die Bourboncn je wieder nach Paris zurückkehren, so bleibt es ihnen unbenommen. das Schloß wieder auszubauen. Aber die Weltgeschichte ist das Weltgericht : wird darin regiert, wie ehedem regiert worden, so wird das Haus abermals zusammenstürzen. (Wiener N. Fr. Pr.) Daö indische Coutingettt ist aus London abgereist und bereits hat sich eine Blumenleje Anecdoten um die braunen Kriegsgurgeln gesammelt, wel che den militärischen Pomp in London während vier Wochen Mitgemacht haben. Bekanntlich hat man diese Leute nicht nur an allen Revüen und Parade umbergeschleppt, sondern sie auch zu allen Sehenswurdigleiten kutschirt, wobei sie natürlich mit dem englischen Publikum aller Classen in Berührung kamen. Wenig erbaut waren sie von der Aufführung des schönen Geschlechts in London. Exemplare desselben, die sich Ladies nennen, entblödeten sich nicht, die indischen Krieger von hinten und vorn zu beschauen, ihre Kleider und Medaillen zu betasten und ihre weißen Zähne zu bewundern. In ihrem Heimathlande werden die Weiber hinter Schloß und Rie gel gehalten, und die Jndier konnten das 6ans-g6ne englischer Ladies (?) nicht begreisen. Als sie den Tower besuchte. setzten sich einige Damen an denselben Tisch, an dem man den Gästen Luncheon servirte. Das war selbst sür die an viel - - - . v . . r Seltsames gewsynken Jnoier zuviel, sie erhoben sich und marschirten gravitätisch zu dem nächsten Tisch, um dort sich aus , v . .! jt ... 1 c... cw..x. : 1 v. lyre Arr gUüllU zu iyun. um ve! Händedrücken, dem sie an jeder Straßen . r t p mr r tat von geswwamgen, eniyuiiai.liicyen Gentlemen ausgesetzt waren, konnten sie sich nicht besreunden, obschsn sie mit an geborener Gutmüthigkeit das Menschen mögliche leisteten. Sind das die Indier, die soeben aus Egvpten eingetros sen sind ?" fragte ein schäbiger Herr einen der Ojsiziere, welche sie zur Eisen bahnstation begleiteten. Glaube Sie, es würde ihnen Vergnüzen machen, wenn ich ihnen einen Händedruck gebe," fügte der selbstbewußte Genleman herablassend bei. Nein, das nicht," war die Ant wort, .aber wenn Sie eö absolut thun wollen, so werden sie wohl keine Ein Wendung machen." Eine nicht geringe Schwierigkeit erhob sich im CircuS des Mr. Hengler, wohin man sie geführt hatte. Zu den Merkwürdigkeiten dieses Cir cus gehört auch ein abgerichtetes Schwem. Nun ist aber dieses Thier in den Augen'der Hindu ein Gräuel und in ihrer Heimath würden sie mit Abscheu die Augen abgewendet oder ausgespuckt haben. Der Herr, welchem die Ausgabe zugewiesen war, die indischen Soldaten zu unterhalten, war sich diese VorurlheitK wohl bewußt und flüsterte schleu nigst seinen Gästen zn, daß daö Thier ir.CX f- v f.! ir . r ein Ilunzvsliiuer suno ja. 5vieie sr klärung pellte die Jndier insofern zu
frieden, als sie in tavelloser Hkflichkeit der Aufführung bis ans Ende berniohilen, ohne ihrem Ekel Ausdruck zs verleihen. Den GemäldegaLerieen jedoch konnten sie keinen Geschmack abgewinnen, und diese Eigenthümlichkeit theilen sie übrigens mit gar vielen ihrer weißen Bezwinger". Von welchem Schlage jedoch diese Leute find, beweist Felgen des : Unter den Ossizicren, welche von der Königin ausgezeichnet wurden, le findet fich einer, dessen Wohnstätte jenseitL des KhyberpasseS liegt, wo Mord und Todtschlaz als Zeichen dc: Mannlichkeit und des Muthe's angesehen werden. In der That freut sich ein Papa dort Lbrr den ersten Mord seines Sohnes ebensosehr, als bei uns, wenn üliu das Doktorexamen mit Glanz bestanden hat. Diese? indische Ossizier traf bei der Revue einen englischen Ossizier cn, mit dem er in Indien im gleichen Regiment gedient hatte, und man sprach über Familien, ie'S unter ölten Kriegsgur geln zuweilen Gebrauch fein soll. Well, sagte der Engländer, und wie geht es mit Ihren Söhnen?" Oh, vortrcsflich", war die Antwort des JndierS ; der älteste ist fünfzehn Jahre alt, ein wahre? Prachtkerl: er !LZ.t sich auSgc zeichnet an, er hat schon zwei Männc? umgebracht !" Ob dos schmucke Dienst Mädchen, daS mit thränendem Auge dro den beim Sutherland'House in Wimblc don den scheidenden Jndicrn mit ihrem Taschentuche ein letztes Lebewohl nach winkte, eine Ahnung hatte, waö sür Mordskerle ihr Herz gerührt hatten?
Der musizirendc Wluterrsck Verschiedene Leute wollen schon Spatzen aus dem Dache Nur sür Natur" pfeifen gehört haben; daß aber auch ein Winterrock, ein simple? wattirter Win terrock förmlich aus seinem Futter hin aus jene Melodie, und weit besser als die Spatzen auf dem Dache, erschallen lassen kann, davon sollten sich die Gaste eines Wiener Kasseehauses überzeugen. E3 war wirklich eine originell drollige Ueberraschung. Da wurde Tarok gespielt, dort Schach, in den Fensternischen wurde gelesen, kein einziger der in jenem Kaffeehause anwesenden Gafte erwartete etwas wie einen musikalischen Genuß, und da mit einem Male hüpften und schwirrten die lustigen Töne deö Walzers Nur für Natur" durch den Raum. In der Mitte des Lokals stand ein junger Mann, der tief erschrocken sein Haupt nach auf und abwärts, nach rechts und links blitzschnell unherwars. Und dann drehte er sich um seine eigene Achse wie ein Kreisel, aber die rcrdammte Musik drang ihm immersort aus seinem Rücken heraus, immerfort in leicht hüpfenden Tönen Nur sür Natur". Mit dem Ausdrucke eines plötzlich von Wohnsinn Erfaßten wollte dann der junge Mensch auö dem Lokale hinausflür,en, in diesem Augenblicke jedoch wurde h von einem starlbcleibten Herrn, einem rcichenBäcker mcistcr, am Arme ersaßt und genöthigt zu bleiben. Der Bäckermeister wand sich vor Lachen, der junge Mann stand da bleich und zitternd, indessen aus seinem Rücken unauLgeskt.t ?iur sür NatUr" hervordrang, und die Gaste hielten Augen und Ohren offen und erwarteten mit Spannung die Lösung diese musikalischen Räthsels. Endlich gebot der Bäckermeister dem jungen Manne, den Rock abzulegen. SS Schlanke! Sö, also mein' neuchen Winterrcck Haben'S mir siipitzen woll'n? Wo Haben's denn den Ihrigen her?" Ja, du lieber Him mel, der junge Mann hatte eben gar keinen Winterrock, daher er auch den deS reichen Bäcker mitgehen" lassen wollte. Diesem wurde schon einige Jahre hinter einander, imme? wenn e? in seinem Stamm'Kasstthause in das Tarotspiel vertieft war, der Wintcrrock gestohlen. De? Backermeister konnte nun nicht mehr in Ruhe sein alltäglich Spielchen machen, und daS erbitterte ihn so sehr, daß er auf ein Mittel sann, um bei einem abermaligen Griff" nach seinem Win terrocke den Dieb in flagranti ertappen zu können. Zu diese n Zwecke hatte er sich um schweres Geld ein Spielwerk angeschafft, einen halben Schuh hoch und ebenso breit und einen Zoll stark. Dieses Werk hatte vorstehende Federn, wurden diese nur ganz leise berührt, so fing das Werk augenblicklich zu spielen an und zwar fast ebenso laut, wie eine kleine Drehorgel. Dieses Spielwerk steckte der Bäcker jedesmal, wenn er im Kaffeehaus seinen Winterrock ablegte, in eine an der Innenseite des RockeS auf dem Rücken angebrachte Tasche. So war er sicher, daß wenn Jemand seinen Rock anzog, das Werk durch den Druck des Rückens auf die vorstehenden Federn sofort mit Nur für Natur" daö Alarmfignal gab und der Dieb mit dem Rocke nicht weit kommen konnte. Zerstreutheit. Wenn Molere einneurSStück imKopf trug, machte ihn der beständige Gedanke an die Arbeit oft grenzenlos zeiftreut in fein übrigen Thun. Eines Tages saß er und schrieb, bis de? Diener ihn dringend erinnerte, eS sei Zeit, aufzubrechen, da er Komödie spielen müsse. Mokiere ließ sich einen Wagen holen, um noch zurecht zukommen. Da daS Pserd ihm aber zu langsam trottete.sprang er un!erwegS au5 dem Fuhrwerk, lief hinter dasselbe und ha'.f eS aus allenKrästen fortschieben, um sein Ziel rascher zu erreichen. Erst daS schallendeLachcn deSKutschers brachte ihn zur Besinnung über die Thorheit, die er beging, und als er sich besah, war er von oben diS unten mit Koth bespritzt. Doch. Vorsitzender ; .Der Angeklagte ist also, wie nunmehr feststeht, am Bormittag, gerade als die Magd zu Markt geschickt war, um Einkäuse zu machen, in die Wohnung des Klägers eingedrungen, bat dort dessen Frou'üderfallen und geknebelt, dann in aller GemüthSruhe allen nur irgendwie einen Werth habende Sachen znsammenpackt und ist damit sortgegangen. Daö Ganze ist mit ei ner solchen Frechheit und Unverschämt hcit vollführt, daß von MilderungsgrÜL den hier wohl keine Rede sein kann." Vertheidiger ; .O doch! Hätt' e? nicht ebenso ut auch noch die Frau Qitnehmen können?"
