Indiana Tribüne, Volume 6, Number 103, Indianapolis, Marion County, 31 December 1882 — Page 7

K a zn's Nmcrikanilche Tkizze. Von 2? Huy'c?. Nun war sie Braut, und Tags vorher, da rannte sie noch voll kindischen Uebermutkes die schmalen Treppen des sranzosischen Instituts hinauf und sann auf Plane, ihrer Schulpflicht zu entkörn rnen. Sie war sei! zwei Monaten Pcnsionä rin des berühmten New Dorker Erzie hungLinstitutes für junge Damen aus besseren Ständen. Sie roar gegen ihren Willen j- und bei Rhoda spielte der ei gene T'Ä: eine nicht unbedeutende Rolle in As wegen feiner Tistinction bekanntcJnstitut getreten; gegen ihren Wille fügte sie sich dem Zwange des steten parlez srancais, Aladernoi seile y .Wie lange werde ich in dieser Hollenbude,oes Anstands bleiben müssen?" vatt) sie zwei Tage nach ihrem Eintritt die vornehme, ob der Ausdrucksweise ihre.' Tochter chrquirte Mama gefragt, und' diese hatte kühl erwidert, daß bei gutem und fügsamen Verhalten ein Haitis Jahr genügen würde" .Und wen.: ich unmanierlich bin und Widerspenstig", hatte sie die Kleine un verbrochen. .Dann," gab rnadaine la mere mit ,hochgezogener Lippe streng zur Antwort, fcann legen wir ein Jahr hinzu, das Du ' benutzen magst, verlorene Stunden nach' lzuholen. .So rechnen wir nur yleich auf dieses zugelegte Jahr,- seufzt Fräulein Nhoda resignirt, und auf dem Weg zur Schule sinnt sie ganz ernsthaft über die Bedeu tunz eine; .unverstandenen Lebens" nach. ' Nhoda ist sechszehn Jahre geworden. .Manche Mädchen meines Alters," phi losophirte sie, sind längst verlobt, ja, zwei waren sogar verheirat .1 gewesen durchgegangen, um sich zu vcrheirathe.'l, und waren dann nach kurzer Zeit zu den Eltern zurückgeholt worden. Das war unangenehm!" Rhoda bälte das nicht aemacht, 'aber .das steise Pensionat lüt seinenwohlerzogenen Damen mochte sie entschieden auch nicht, stets on good hehaviour" sein, könnte einen Enge! langweilen," endete das junge Mädchen ihr Selbstqespräch, .und öeshalb " ? Lautes Geschrei weckt sie aus ihrem binnen. Sie wendet sich der Seite zu, rV-ft der aus das Gelärme kommt, und ssht mit einem Gemisch von Mitleid und Interesse aus einen kleinen Knaben, d-n eine keifende Alte gewaltsam aus der Thüre ihres Bäckerladens schleudert. iDcr Junge wehrt sich heftig, doch kcinm ist die erregte Frau ins Haus zu. rslckgegangen, die Thüre des Ladens hm . ie: sich verschließend, so erhebt sich der gnäuschvolle Knabe und zieht mit höchst Stfriedigter Miene von bannen. .Wollte nicht Bäcker werden erklärte ' er auf Rhoda's neugierig gestellte Frage iihtr di Redentuna seines Kebabrens. .Vater wollte es, und ich wollt 's nicht. 'Weglausen ging nicht da gab's hui !" Der Knabe machte die kräftig be zeichnende Geberde des Prügelns, und .so hab' ich die Alte gehörig geärgert. , Jesus ! hab' ich die geärgert, bis sie paltzen wollte, und dann hat sie mich 'rausgeschmissen. Endlich! Aber jetzt pn ich doch die Bäckerei los, und wenn w v w w w -p " O I w der Vater Jemanden hauen wlll. mu& 'er die Alte hauen, ich hab' siillgehalten !" y Rhoda ging nachdenklicher denn sonst '.ur Scbule. Nachdenklich nahm sie ihten Platz in der Klasse ein, nachdenklich .blieb sie bis zu? Frühstücksstunde ; dann plötzlich wurde sie sehr heiter. Der Bä verjünge hatte ihr den Weg gezeigt, den sie zu gehen hatte. ..Ich halte still und lasse mich umgehe.d hinauswerfen," lautet- ihr triumprender Entschluß, und sie begann das Sachen nach dem rechten Stoss zum Acraernik. , Mademoiselle Vinrinie", redete !sie in der Konversationsstunde ihre Nach .darin, die hochgewachsene Französin an. Jaaen Sie mir. Mademoiselle .welche von den Lehrerinnen ist hier im Institute die Beliebteste?" Favorite de Monsieur c'est 1' Anglaise, Miss Mitchell! ße Monsieur?" tust Nhoda über ralür. .auiest Monsieur?" .Monsieur Prevost, le rnari de Madame." Nboda ccilano, das st: den Gatten von Madame nicht kannte, vcraufFräu lein Virainie, stolz auf ihre überlegenen .Kenntnisse, erläuterte, daß Monsieur .Chemiker sei und im oberen Geschoß in kleines Laboratorium habe, woselbst :r sich mit Experimenten aller Art und dem Studium von bestaubten alten Supern befasse, et il est beau, ce Mon sieur, plus jeune que Madame schloß sie ihre ausführliche Erklärung. .Kommt er nie herunter?" fragt Rhoa voll kindlichen Interesses. Non, jarnais. Aber bisweilen man kommt zu lbm heraus ! -Wir? Wir Mädchen V .Nicht alle antwortet Virgin'e be auerlich, .tinulnt junge Demoiselle elche siien sehr unartig, mechants, necliants, welche verdrießen rnel Lehre innen so dan Lehrennnen verlieren Äeduld und dann schicken junae Darnvs lecnanies a Monsieur rrevost. .Ah, was !" staunt Rhoda begierig. uchtend, .und was thut Monsieur V .Zweimal er ?raft, punit severe uieiit ; Dritten um er entlaßt aus I dem Institute janrais retourner, ' jarnais ! v i Jarnais, jarnais, jariais!" jubelt h Vi)Oto auf, und ein schal5zafter Blick t ihrer braunen Augen streif:, die obere Stufe der Wendeltreppe, an deren Ende Monsieur, 1s rnaride Madaae, über staubbedeckten Büchern sitzt und unter seiner blauen Brille fort-da5 Urtheil über filles mechantes" verhängt; .und Rhoda lacht hell auf und kichert . !. V . " iciic weuer, als oie Vlunoe der Ancaife beginnt, und Miß Mitchell zur Ordning CXUgNI. ' Tlvnritf st 1sn-ncioni. CTOC - w a ii a, Mitchell ! Aergern wir also la favoriti de Monsieur ! .Miss Rhoda, will you open you iaoi1aii 2

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,Yes, Ma'aih !" lächelt Rhooa

provozirend l.edenswürdig. ,Sie Haben nur still zu gehorchen. Miß Rhoda ; eine Antwort ist nicht er forderlich. .Nicht?" Rhoda legt intensives interessirtes Staunen in die Frage, und ihre braunen Augen bergen eine Welt von Schelmerei. .Wollen Sie lesen?" Doch plötzlich wechselt sie unmuthig ihre Farbe. Miß Rhoda hat bei ihren Worten suv pela ckelt. dann laut und gefällig .Y:s, Maim" geflötet. Min Rbooa " Die Worte de? Ena länderin erzittern vor verhaltenem Zorn, Mib Rhoda, eine Antwort ist Nicht nöthig." Verzeihen Sie, Sie hatten mich gefragt, ob.ich lesen wollte, und ich war so manierlich " Skhen Sie sich vor. Miß Was? Eine Biene V Rhoda wandte mit vorzüglich gespieltem Schrecken den feinen Kops nach oben, nach unten und rückwärts, als verstände sie aus dem Drohruf der exaspenrten Lehrerin ein freundliches Warnen vo: der Nähe eines bistigen Insektes. Die wohlerzogenen Demoiselles verhalten nur mit Mühe ihr Gekicher, als die unerschrockene Rhoda ihr Taschentuch heivorzieht und damit sorglich um sich schwenkt. Jarnais, jarnais, jamais !" ruft sie laut und übermüthig lackend,' und .Leave the roora tliis instand !" schreit heiser und am ganzen Leibe zit ternd Mtsj Mitchell. Rhoda erhebt sich. - Sie legt mit empörender Langsamkeit das Buch und ihre Hefte fort und lächelt. Dann schiebt sie sehr geräuschvoll ihren Stuhl zurück, liebt dreist und freundlich in der Lehre rin erzürntes lnaesicht und geht zur Thüre. Sie öffnet langsam, immer lächelnd. Sie hat die Schwelle über schritten, und Mm Mitchell holt einen tiefen Alhzmzug, da steckt der rolhge ockte Müdchenkops sich fragend in das Zimmer : y" .Sliall I close tlie door, Ma'ain V Das ist der guten bleichen Dame doch zu viel. Min Rhoda r donnert sie, Sie gehen augenblicklich zu Monsienr Prevost hinaus und melden sich !" .Hurrah !" Tripp, trapp, trivp, trapp ! Die hohen Hacken klappern , auf der Treppe, und Rhoda steht im obersten Geschosse vor zwei niederen Thuren und st unschlüssig, welche zum strengen Rich. ter führen mag, zum .Gatten von Ma dame!" Zwei Finger klopfen leise. Da keine Antwort kommt, wird sie verdrießlich und klopft zum zweiten Male. Noch immer kein .Herein-. Mit einiger Un. geduld, wie sie wohl herrischen Kindern eigen ist, ersaht das Mädchen rasch ent schlössen Die Thürklinke, dreht sie, öNnet und tritt em. Alles leer, und durch die dunkelblauen Fensterscheiben dringt ein mild gedämpftes Halblicht. Aus einem Seitentisch sind grove Buch er äusgethürmt, und hinter den Glasthüren ei nes Wandschrankes stehen seltsame Ge räthe : Mernngkugeln, Glocken und ein kleines Männchen, dessen Haare hoch emvorgestraubt am Kopfe stehen und aussehen, als ob ein Magnet sie zöge, dann unzählige Glasbehälter. Das Mädchen fühlt sich unbehaglich, Die enge Atmosphäre von Gelehrsam kett und Staub m ihr bedruckend, und jenes blaue Licht, verbunden mit der un r . s I bequemen, ungewoymen (öiiae, geven ihr ein Bangigkeitsgefuhl. Wo steckte denn eigentlich Monsieur? Dort neben jenem Glasschrank war noch eine Thüre, Ob er wohl drmnen saß ! Sollte sie klopfen? Sollte sie warten? Vielleicht auch that sie wohl daran, zu gehen und Mi3 Mitchell zu sagen, datz doch nein! Das that ste nicht. Miß Mitchell konnte glauben, daß sie versöhnliche Ge fühle zu dem Rückzüge trieben. und das lag Rhoda fern. Sie war gekommen, um sich bei dem Oberhaupt des Institutes auzuklagen : ste wollte nnverzugilch gleich dem kleinen schlauen VLckeijungen rausgeschmissen" mm mt . HMta m werden, und Nhoda lachte, als sie an des Knoben Worte dachte : .wenn Va ter jemand hauen will, so rnu& er die m m a Alte bauen; ich habe Nillgeyatten Rhoda vergegenwärtigte sich eine Wort lim aiiäanugiic au9i:nc ajcn 19 jr. t" l . c. . . ic rem Vater und dem .alten Monsieur- : mt.-i.r.. tr:j- an igic gur.mic civimic cincii xriumi um blauer Brille und gebücktem Nacken, der mit ihrem Vater rauste. Das Mädchen uiuiii lu wua w w ivuuu um, uiiv der Gedanke unterhielt sie so vortrefflich, daß sie es nicht gewahrte, wie sich die ver fchlossene Seitenthür des Nebenzimmers öffnete, um einen Mann hereinzulaffen, der, auf der schwelle stehend, den llei' ,14 S 'M 1 1 T i rrtm.liTi nuS nnn nen heiteren Gast erstaunt und amuzirt betrachtete. . Das verhaltene Lachen Rqoda'7, das verwunderte Betrachten des neu einge tretenen grau gelleideten Herrn hätte wohl noch eine Weile fortgedauert, denn das Prosil des Mädchens war dem Manue zugelehrt.und ihre Augen suchten auf dem Büchertisch den Stoff zur Hei. terkeit, wenn ihr nicht der feine Duft von Tabak die Nähe eines Mannes an gekündigt hätte. ' Ein leiser, kleiner, mädchenhafter Aus ruf des Erschreckens kommt von den Lippen Rhoda's, als sich der jugendliche mr . . r ? V , v 'lanneriops verneigrno voroeugi, uno ein Paar graue muntere Augen halb neugierig, halb belustigt auf sie nieder blicken. Ich habe Sie gestört, mein Fräulein," fragt seine tiese Stimme, und Rhoda ist . t .1 m 1 : j . ..v . 1. & ernpori 00 jcinci ziu . unu uniwuiici trotzig : Sie haben mich erschreckt !' Wer in dianirte Strafblick ihrer Augen wirkt auf ibn komisch. Er kachelt und er widert : O, das thutmir leid !' Kamen Si die Thüre?" Rho . . V . w da hat ihren (. . der Stimme ' Ausdruck her Unterwerfung Erstaunt de oder ist der Gr. -klar? erst,' zth wieder, .und in r der ihr eigene Eigenwillens, der ,n Mann der Ton, tt Frage ihm un an und wiederholt in vager F?rm iA lraae. .Durch die T )ict 2 Qni, Mademoi rpIIa " . , yJ UK3 l , ,i i ,WqS macht 'Su denn da V Jetzt

lacht er überlegen und entgegnzt amü

sant. galant : .di vous le permeücz ich woh ne da!" Es tritt nun eine Pause ein, und endlich spricht das Mädchen etwas zag hast : .Sind Sie vielleicht Monsieur reVOLt?" .Zu dienen, Mademoiselle!" Rhoda ist vor Schreck und Staunen sprachlos. Das also war er, der Mann, den sie sich mit Bücherstaub und blauer Brille voraestellt, der Mann, ven t aiZ ttrenaen Rickter anerkennen sollte, der Mann endlich, von dem sie aus dem In shtut. herausgewlesen weroen woure. und den sie angefahren hatte, als Ja er ein Eindringling hier, m feme: eigenen Behausung ! Wie sollte sie ihm sagen, daß ach was ! Sie war ja sonst nicht feige, uno ob der Gatte von Madame" ein junger Mann war, statt dls grauen älteren Herrn, den sie sich in ibm vorgestellt, und ober sehr modern gekleidet ging und lustig Zuge hatte was that das ihr, die sie ja nur sich anzuklagen hergekom men wur? Und Rhoda war entschlössen, schnell damtt zu Ende zu lovx' men. .Wenn Sie Monsieur Prevost sind, so muß ich Ihnen sagen, daß ich gekom men bin, um über mich zu rapportuen !" .Ah!" .Ich habe Miß Mitchell geärgert !' ,AH ! impossible ! .Es ist aber so !" betheuerte das Mädchen kräftig und entschlosien. trotzig. die sehr erstaunte Miene ihres Visavis nicht sehend, rmd seine Frage : Pensionärin also V mit kühlem .Oui. Monsieur r erwidernd. .Ihr Name, Fräulein? .Nboda Valentine r .Merci! Und Sie haben Miß Mit chell so sehr geärgert" .Ja wohl, mein Heer, und wurde da rum hier heraufgeschickt zu Ihnen. r v . .'u mir uno lH 10U" .Strafen !"eraän,t das Mädchen leicht erröthend und wie sich ärgernd über die Wang:nglutb, die sie verspürte. nahm sie die trotzige Haltung wieder lan. die sie zum Theil bei ihren letzten Reden ausaegeben hatte. .Strafen V wiederholte er und lachte eigenthümlich leise .wie denken Sie, dan ich das machen soll?" .Das ist mir gleich, Monsieur," ruft sie mit ungestümer Heftigkeit sem Lächeln reizt sie mehr noch, wie die Blicke lemer Auaen, die wie festgebannt an ihrem feinen Antlitz hängen .Das ist mir gleich, wenn ich nur aus dem Insu tut hinausgeworfen werde ich werde Miß Mitchell an jedem Tag von Neuem ärgern und jeden Tag 'rapportiten und endlich wird es Ihnen doch zu viel. und" .Ich glaube nicht l" Die Worte klangen ernst, und Nhoda blickte, ihre großen braunen Augen zu ihm aufgeschlagen, tn das Männeran tlitz mit dem steten amüsirten Lächeln um den Mund und fragte zaada ter als vorhin : .Waö glauben Sie mir Nicht ? Mon sieur trat näher zu ihr hm. .Ich glaube von dem Allem nichts. begann er, und Miß Rhoda wurde glü hend roth und enerte sich in ein Stadi um höchsten Zornes hinein. .Ich sage Ihnen aber, dan ich aus diesem wohlerzogenen Hause fort will, i m 9 m m m vatz q nicüi lernen will, sem still zu sitzen und mich nie zu argern. Ich will nicht wohlerzogen werden und wollte gar nicht in das Institut. Ich hasse es. ich hasse Alle, die da sind, und Blrglnte hat mir gesagt, daß man von Ihnen ausgewiesen würde, wenn man Miß Mitchell reüt grundlich ärgerte,' und da. rum that ich's und thue es wieder. So nun werden Sie mir glauben. wenn ick Ihnen saae. dak ich in das In stitut nicht passe, und daß ich alles Böse thun werde, um endlich fortzukom v. cw w . men: 05 'caoegen yaile nun zu I m m . Knde gesprochen, und ihre Augen stan den voll Zornesthranen, ihre Stimme zitterte. De? Mann sah auf sie nieder, Aus seinem Antlitz war der übermüthige I M m Ausdruck ganz geschwunden. Ein lelch teö Zuaen seines lunoes ituatt von Erregung seinerseits. Er öffnete die i Kippen, uui ya in oieiem t. jt... . vf.p Augenblicke wurde angeklopft, und auf r. v . a r. 1 . r r 1 n zogemves : ersZzien ein Diener und bestellte Rhoda hgrj!Z ganz verblüfft, entsetzt -, .dch 'M?.? I (.. IrtHnit P rt , ,, I iiut ;uvvi vvii juiibti cfcifcll Mni ü Uh: erwarten wolle." Der Bote ging Monsieur " Rhoda fand keine War te. Hoch flammten ihre Blicke ihr Lippen zuckten wer wer oh, Monsieur!" Was denn, mein Fräulein?" . Wie weich klang seine Stimme! Was denn? Sie wollen wissen, ob ich Sie ge. täuscht, nicht wahr ? Das habe ich aber nicht, men Fräulein ich bin der Brn der und Vertreter des Vorstehers des Gatten von Madame, und mit ibm tbeile ich die Arbeit und die Pflichten alle, Nur heute sühle ich mich unfähig, meiiU Pflicht zu thun weil es mir absolut unmöglich ist Sie zu bestrafen !" Rhodz steht unbeweglich da. Sie lauscht der Stimme, die ihr wonnesam und weich ins Herz dringt. Ihr ist auf einmal so bang und feierlich zu Muthe, v r . r i uno seiisam ist's, oaß sie vergessen hat, waö sie heraufzesührt. und was sie will, Sie sieht nicht auf sie regt sich nicht, und er er faßt die kleinen heißen Hände, deren Finger sich nervös ver schlingen, und beugt sich zu ihr nieder I v Bs"a..i i.:f. c . uno yiuncri icijc iqren camen, oer oessen Klang sie ausblickt. - Sie sollen fort aus diesem Institut ; Sie sollen nur versprechen, mir zu fol gen, in ein anderes. Wollen Sie ? ,Rhoda willst Du ?" t Sie sagt ihm nichts. Sie zittert nur, und seine grauen Auqen schauen in die ihren. Der dunkle Männerkopf neigt stch u ihr berob zwei Lippen kom men ihr gefährlich nahe, und und so kam's ! Zart geg eb e n. Berlinerin (zu ihrerFreundin): .Nein, wie reizend doch diese Tiro!erTracht ist. I iVVtQ uuj cwwiu dekoltirten Knieen ! roeiBt du, Emma, die achte, so um den

Sin Metynachts - Geschenk

und seine Folgen. Humoreske. Mein lieber Peter, sagte ich zu mir, Weihnachten istdie Zeit der Geschenke, hn& nH rtrrt& nX C?sin bn, und 1 ViidDir wHI wki!?kN!ch,S übrig Mtif.cn, als Deiner Tn-, di.Dich. c?.. .kn wenn Du ihr gesallst, einst z einem rei. v t i y w v chenManne machen kann, ebensalls etwas zu schenken. Ihr etwas schenken, za : Aber was . . n Tonnst ftinr R ..X x:. irtfcsr.in ibben'Kn 'mit ten Än unb Nadeln und Armbändern lagen jahraus jahrein unberührt auf derselben Stelle in der Commode. Also mit dergleichen dürfte ich ihr nicht kommen. Ein hüb fchesAuch? Sie las nie etwas anderes & . : v v W halten ihr bereits so vieleBibel geschenkt, sc . .:. I Zr Z s3t ...ii nXiiX 7...' ..'. So viel ich wußte, hatte ste nur an eicr:. .. I r,.... IIIUI llilUl ni'UU(. UHU WU3 WUl VU9 I Geldsparen. Von all' den tausenderlei ?AXfln& S n? schenke zu machen pflegt, sprach ste o weg. werfend, als wenn es Spreu wäre, gut 3 ,,rn L m. in. U lsZntRtth genug, um im Bererne mit anderenSud .7 ... mrtAn U? zu Weihnachten Nichts schenkte, er wurde in h.rCi-u. vti t vittutt uiiv ttuuiit vvti uv4nnähme an den Theegesellschasten ausge schlössen, die sie alle halbe Jahr gab und v r?j v. rr. . 0 oenen ncq oie an einem iqioa chen Aufguß von schwarzem Theestaub, mageren Butterschnitten und einigen ge.r., iw. ...c.- ... .... UlUllllCU 4.lf jlUl lUl'Ul UUllCil UHU )Ul Abwechslung in der denkbar gröbsten Weise ange'ah?e.i und gescholten wurden. Also schenken muß ich ihr was, sage mir nur Einer was? Während ich noch mein Gehirn mit die ser schwer zu beantwortenden Frage ze? marterte, sah ich einen Mann mit einem kapitalen Truthahn, bei uns genannt Pute, die Straße daherkommmen. v Ich Hab's ! rief ich. Ich kaufe der mi. . r I Tan.e Kruger ,,ne Pule dann jat Bt. nnti ititn Mltinmn rtii8iiinhn 7na I ohne einen Pfsnniq auszugeben, das prächtige Weihnachtscssen ! Wahrhaftig em solches Geschenk wird ihr schon gefa! len! Ich eilte al 0 naH dem Martte zum Federviehhandler und kaufte eine gewa! tige Pute, ein herrliches, fettes Thier, daß gewiß so zart sein mußte, wie ein zunges Hühnchen. Dann machteich Mich durch Aufwendung von zehn gültigen Groschen zum Herrn eines Korbes, legte da meinen Vogel hinein und trug ihn nach meiner Wohnung. Nuch dcm Mit tagksien wollte ich ihn zur Tante brin gen. n ' jc " V? Zu Hause angelangt, sehte ich den orv uu einen vsmyi unv oeoruie oen Inhalt srs,,.iz mit weine Papier. Kaum war ich damit fertig, so giflg die oer. t .. nr...Jv n.: ' " ? A. r "J " Lü Jtc". , V1:1 ?d r H CTÄ? S K "- t.Z. 1 . . ZaL",r ?. V " " J"t un P-pier bedeckt. Ich nickte ihm 9 eiynaazlsgezqentt, ouaro, 5? mi)l ? n .f v. Ja .Akgnet. er m emer We.se, die ungewiß ließ ob er scherz e oder im Auch Weihnachtsge chenke, Eduard, niaji roayr i . o es .,., u Ul ,,ll,v, ,v ,emc n t.-ju x c . f : je r r. r . g..Shn'...ch A,t -la. 'ch babe einenVet. ter, dkn ich von Herzen lieb habe und dem nachten schenken. iuui ivtu ii- iiui iiuuj gu v l Nun war es, das wuen wir, bei Ma dame Schnidt, unserer Wirthin, so Ge brauch, daß, wer sich zuerst unten einstellte. a$ iutrft B Wo, und s, eilten tu; rbi liStiW ümunter. :W?Z": .UI.. "-.." tiu rtfur. vii o irineile im eilig eur eine rnet m AV dp i . d m . er Visitenkarten : Es wünscht ver nügte Feiertage Ihr ergebener P. W., 1 Neckte sie mit ein'? l'iaoel an den KsJ.t s später langte ich - ' vor dem vause memer Tante an, han digte oen orv oer allen &opyie em, welche 'Köchin, Stubenmädchen und ' rw m r H 5Vluuvu Mn.uvuf wi. uiwiutuuu, tu; yvuif v. i r.' ..v r. x rr' oer ajui roeiüc ,cin uno im r in Ä SinS i lZXl ied r fort, das wir empsinden, wenn W 1 1 3 mL r c .x . . m AM oeno orgao iqniq xn ein er. onugungslokal und versuchte dort zu ver f. v i CC 'C ii , gesien,datz der Weihnachtsabend doch ein recht trauriges D.ng für mich war, der ich m einem unfreundlichenKosthause ' l l r x VV h- ? entfernt wohnte und aerade nur so viel ocioicnic, ai9 rtoioia wui, um uamu . , i e t . v en v et v c n i . . ii Nahrung undKleidung bepretten zu kön. v m . Spat m der Nacht kehrte ich in meine rfy , uyiiuna jmuu. ES nahm mich durchaus nicht Wunder, e r . . jf.L r van es memer z.an!e gar niazi einnei, mir für mein Geschenk einen Dank ab statten zu lassen, das hatte ich schon vor her gewußt. Sie war eben zu bequem. Auch war der Neujahrslag nicht fern, an vem sie oss ersaumie zeoensaus naazzu yoien geoaazir, oenn vag "9 an oiqcai Tage zu ihr hingehen mußte, verstand sich ganz von selbst; hatte ste doch einst ein für allemal erklärt, wenn Jemand ein niereije oaran yaoe, naq einer armen alten Frau zu sehen, so möge derselbe sie am euiabrötage besuchen, wobei sie mit Wohlbedacht hinzugefügt hatte, man dürfe sich aber keine Hoffnung machen, daß sie sich an einem solchen Tage damit abmühen werde, die Kommenden mit Er sriicyungen zu oevienen. r r ... w? Als nun der NeujahrStaa gekommen war, warf ich mich in meinen besten An zua, suchte zur geernnctenStunde memer Tante Haus auf und zog die Glocke.

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yUUlUJCJI CUlUClvUCII U lUJUlUUlll, iyuilfc l iÄÄÄ ,Csi.

T ff. !? . . st9Jt C Sturmschritt aus Seh. und Hör-Weite ich noch Nit allen Backen kaute Und Ge ellschast zurückzuziehen, als ich wenige Minuten nach ihm die Ich hlte mich recht unglücklich, denn Treppe hinausflog, war er schon fort und von iiner Respectsperson aus dem Hause dKorl . mi ihm mein or6 panb un- f:0 t worden zu sein und nicht einmal

Die alte Sophie öffnete starrte

mich an stieß einen Schrei aus und schien nicht übel Lust zu haben, mir die Thür vor der Nase zuzuschlagen, ich aber trat schnell ein und ging geraden Weges in das Besuchszimmer, o meine Tante XnS würdevoll i h r m LeMuh saß umgeIllUlUü.r. rnuuuiuyui " ' s IZ tL.ti pllM,!Sf . In dem Augenblick, als sie Mlc hLnnlgm;' cnnrtl oern oer iamu;t, oie um mir oer us . . X r w rat schmeichelten. ch sah. schwand der verhältnißmäßig sanfteAus druck, den ne aerade angenommen, aus ihren Gesichtszügen, mit grimmiger Ge berde erhob sie sich und schrie, während schwarzen Fächer, den Gelegenheiten stets zu lluBl VI"B" sjuym ui AM AMI C tXy MG A Ä A T Saupt i, g.ll.nb.r St, MC Peter Winter!...... Unerhört ! Werft ihn hinaus ! . . . . Wie konnte Je mand wagen ihn hineinzulassen ? O, Du Ungeheuer ! O, Du Scheu i st ihn hm, W m " M m.im fc. a a w5' 0ntt CI njt ttQ3Cn yieryerzuiommen. 3a. nbm it Peier Paul das Wort. i' kannst Du h ZHtn1 ii.rh.rzulom. MrtAN.m Tlii ITnnt Britnr h "Y ' : 77 " ""'fc l" "fc lkloigr oaii z (r ; 0- . Xl p I f.,j. So Taugenichts! sagte Onkel Gar keine Manier ! warf der Vetter Theodor hin, die Zierpupp der Familie, i.. VI- aJktzt ttschtNl SSphlt lN Ktt Thllk. X SnS rr7 ... Ja. r es sie, das ist keine Manier, zwei stehenden Frauen fo etwas anzu v, Der Vagabund, der! Was habe ich denn gethan? fragte ich ganz erstarrt. Ach, Sie werden doch nicht schon wie fc si'r0.c;fn e,aben wffi Sie Teusel Sie ' So üic Acuici, vic . was Sie kurzlich erwiderteSophie. fel, Sie ! So etwas einerDame, wir Ihrer Tante, anzüthun sie und ich, beide fielen wir in Ohnmacht, grün lich, wie sie die Beine wegstreckte und mit den Augen stierte! Meinen Sie mem Weihnachtsges,en!? fragte ich und blickte nach meiner Tante. Ja, DkinWeihnachtsgeschenk ! kreischte diese zur Antwort und sank, von derAnstrengung ermattet, rn ihren Stuhl zuruck. O, Du undankbarer Bube! Sollich , u unvu ivuiii ;uui . uu iuj Dich daran erinnern, was ich schon alles - ' I "7 sür dich gethan habe ? Ich will nur di weiße Cravatte meines theuren Seligen erwähnen. Du wirst Dich wohl noch ganz gut entnnnen, dak ich sieDir emst schenkte. Ja, und an dem Tage, als Du zum er sten Mal zur Schule gingst, gab ich Dir eine Schiefertafel und nun kannst Du es über das Herz bringen, mich so zu bele: digen! Ich war so verwirrt, daß ich Nicht mehr wußte, was ich denken sollte. Es war allerdings kem besonders werthvolles Geschenk, stotterte ich, es hat so vielw:e gar nichts gekostet, a?r lch sehe nicht em, wie ich Ihnen damit ha . eine Beleidigung anthun können. War r. u, f;fx ...... o n 4 i tt m ? .x:. ,,.. . c:,.., hob die Augen klagend gen Ulmrnel. Frisch! .rief auch Sophie mit weiner licher Stimme. Die Heiligen wissen, sie ar frisch genug ! .Aber, waran lag z denn sonst ? suhr ,x, ,fr,rtr frtrf M'mlr doch Einer! Ließ sie sich Im it n.tt 1ithn l s?rttinn titA .7 ',7.. ' ' tnf er ! Herr ! sckrie fetzt Sophie in höchster Wth. Sind wir etwa Chinesen, daß begleichen essen sollen ? I v r iwn. . !, M,.I !,, u:,,s i y,. Tante heror O ne n ich kann S auch n.: ... Die 'gingnach dem Kamin, Ich geh' ja schon, suchte ich sie zu be gütigen, wenn ich auch gestehen muß. daß mir fo etwas in meinem ganzen Leben noch nicht... . fsf tn rt tritt h t t Irftt . sftiSi denn meine Tonte flürzle mi 6 t langen Khlnschaus.I. die' sie u dem Kamin genommen, auf mich lz. und es blieb m - we ter übria. als m A im zu wissen warum, -das Kleinigkeit. Ich lenkte daher zu noch anderen Besuchen war ich unter den obwaltenden Umständen nicht im geringsten aufgelegt meine Schritte nach Hause. Kaum hatte ich mir aus meiner Stube den Schlafrock angezogen und die Pfeife m Brand gesteckt, so kam Meier m vol lem Gesellschaftsanzuge hereingestürmt. I Vi I I f l fc Hl U uiuua . Ich Sir "was .rzShlen,"Witer. i irtni er l 1"" l4 ' e..ktskr. i Du weißt, am Tag. vor Weihnachten Machte ich einen Korb nach H.use. Ich erzählte Dir, ich hätte ein Geschenk für meinen Vetter darin. Na. dieser Vetter Dir ein Subjekt, wie Dil Dir keins Mrmii&tr u sannst N ;n nvmin( vMittii wiiii4. vvii ivuvi iu er mir in derSeele zuwider gewesen. Vor smm hatte er sich vtth irathttt. mo diesen Vetter hatte ich durch einen unternehmenden Gymnasiasten eine x : kU t(Pnh frftfrtfitn nnX in tnn ftrsrU I M y v ivnvil ivU t.m ...u.j.H i.tr.n .. X.. .N I uniiuum tuiifcit uiiv uii VVIV lilUll wanderte in Begleitung meiner 5karte in sein HauS. Ich erwartete nun nJra r 7 ,! i Ms v w vp v utu uuvtviuui fordern würde oder deroleicken. Und roa aesckiiebt ? Da-vor einer Stunde I - " ' ' . . - . . . halte ich von ihm dieses Billet hier, eine Einladung zum Diner heute Abend sechs Uhr. Ich vermuthe freilich, daß er vorhat. mir einen Streich zu spielen. Vielleicht hat er die Katze gebraten und ich soll sie essen. Wer wein .' Sier untennack i Re. sten Dank sür Dein hübsches Geschenk! Wahrhaftig ein famoses Thier ! Hätte nicht geglaubt, daß ein Spaßvogel wie Du, fo praktisch sein kann ! Ich hatte aufmerksam zugehört, und das Chaos in meinem Innern begann sich zu lichten, Nein, lieber Meier, rief ich. eine Kake war es nickt, die Du ibm aelckiickt batt. I . ' . . ' T-i-r tS war em Putlzabn ! Hahahnha ! Ein schöner Puthahn ! Ich sage Wir, eS war eme richtige, strup Mge Katze mit vier langen Bemen : Das denst Du, Meier, fuhr ich betrübt

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ort, aber wir haben unsere Körbe ver auscht. Ich habe Deine Katze meiner

Tante geschenkt und dasür hat sie mich heute aus ihrem Hause hinausgeworfen. Und Du hast meinen Puthahn Deinem Vetter geschickt und dafür hat er Dich heute zum Diner eingeladen. Hlmmelelement ! rief Meier und fuhr ich mit beiden Händen in die Haare. Aber was einmal geschehen war konnte nicht mehr ungeschehen gemacht werden, und so beruhigte er sich bald und ging zu ? Of.. . i einem neuer zum viner. uno ais er pät am Abend nach Hause kam, erzählte er, der Vetter, der einen bedeutenden Ein fluß in den kaufmännische?. Kreisen der Stadt besaß, hatte ihm aus freien Stü cken versprochen, ihm binnen wenigenTa gen eine sehr angesehene Stellung in ei nem größeren Handelshause zu verschafsen. Am folgenden Tage ging er nun zu meinerTante und klärte sie über den vor gefallenen Irrthum auf. Sie war sehr huldreich gegen ihn und schickte mir in aller Form ihre Verzeihung; doch schien es, als wenn die Abneigung, die einmal gegen mich gefaßt, .gar zu tief m ihr wurzelte, und ich sah mich bald genöthigt. die Hoffnung aufzugeben, es könne das alte gute Verhältniß zwischen ihr und uuz niemals wieder hergestellt werden. Ein mal gab sie mir sogar ziemlich deutlich zu verstehen, daß ich mich serner nicht mehr zu ihr zu bemühen brauchte. Dafür aber bat ste desto häufiger mel nen Freund Meier, sie zu besuchen, und dieser folgte gehorsam jeder ihrer Emladüngen. Und es dauerte nicht lange, da erklärte sie allen, die es hören, und so oft sie es hören wollten, daß Meier der an genehmste junge Mann in der . ganzen Welt sei- und eines schönen Tages hei rathete sie ihn, obgleich sie Jkwiß alt ge' nug ar, um seine Großmutter sein zu können. Jetzt ist sie längst todt, sie war kaum ein Jahr Frau Meier, und Eduard Meier, als ihr einziger Erbe, ist Herr einer hal den Million. Ich speise zuweilen bei ihm zu Mittag. und dann macht er sich in der Regel den Scherz, mich zu fragen, ob ich Puter oder ttratzenbraten vorziehe, aber dieser Scherz erregt mir noch immer ein gewisses Unbehagen, denn es war seine Kake, die mir mein Mißgeschick, und mein Pu terhahn, der ihm sem Gluck" gebracht hatte. L u c u l l u s. Wir sprechen noch heut von lucullischen Gastmählern, wenn wir üppige Tafeln bezeichnen wo! len. Der alte Römer, gestorben 67 v. Chr., war aber auch ein Verschwender bei Tische, wie weder vor noch nach ihm einer gelebt. Eines Tages, als er allein speiste, setzte man ihm eine Mahlzeit vor, die nicht so kostbar wie gewöhnlich war. Lucullus stellte seinen Haushos meist darüber zur Rede. Dieser ent schuldigte sich, er habe ein reicheres Mahl nicht für nöthiz gehalten, da kein Gast geladen sei. Was sagst Du?" herrschte ihn der Gebieter an. Wußtest Du nicht, daß Lucullus beim Lucullus essen würde?" Er hatte verschiedene Säle, denen er die Namen verschiedener Gott heilen gegeben, und der Haushosmeister wußte stets, wie hoch der Aufwand sich belaufen sollte, wenn er hörte, in wel chem Saal gespeist werden würde. Pom pejus und Cicero beredeten sich einmal, den Schwelger zu überfallen und sich bei ihm .zu Gast zukitten, ohne ihm Zeit zu Vorbereitungen zu gönnen. Sie stellten sich unvermutbet ein und ließen ihn keinen Augenblick aus den Augen. Lucullus konnte also seinen Dienern nichts weiter sagen, als daß im Saale des Apollo angerichtet werden solle. Eben dadurch aber wurden die beiden Gaste hintergangen, denn ein Mahl in diesem Saal mute sünfzigtausend Drachmen. (18,000 Mark) kosten. Seine Schlemmerei hat dem Lucullus einen unsterblichen Namen gemacht; sein ein ziges Verdienst, das ihm auch jetzt noch anzurechnen wäre, ist ziemlich in Vergessenheit gerathen: Europa verdankt ihm die ersten Kirschbäume, deren Kerne cr aus Pontus mitgebracht. -Sehr warm! DerpolnischeFürst Nadezivil war in den Parteikämpfen, welche der ersten Theilung Polens vor angingen, aus seinem Vatcrlande ver bannt worden und kehrte erst nach drei Jahren, 1776, zurück. Der damalige Großkanzler Fürst Czartoryski machte ihm einen Höflichkeitsbesuch, war aber in Verlegenheit, wie er die Unterhaltung einleiten sollte, und half sich mit der ge wöhnlichcn, geistlosen Bemerkung : Es ist heute sehr warm !" Ungesäumt ver setzte Radezivil : Doch noch lange nicht so heiß, wie mir in den drei Jahren ge wesen, die ich habe entfernt sein müsien !- Das Gewissen. Unser deut sches Sprichwort sagt : Ein gutcS Ge wisien ist das beste Ruhekissen." Der sterbende Perikles erklärte, es gehe über jedes Verdienst, und der römische Kaiser Nerva, der 32 n. Cbr. geboren war, als Greis im Jahre 96 zur Regierung kam und nach sechszehn Monaten 98 starb, that den AuSspruch, ein gutes Gewissen sei soviel Werth, wie ein Königreich. In der kurzen Zeit seiner Herrschaft suchte Nerva daher den Römern soviel Wohlthat: zu erweisen, wie er irgend vermochte, und nicht die gerineste der selben war. daß er aeaen das Ende sei nes Lebens den ebenso milden Trajan an Kindesstatt annahm, der dadurch sein Nachfolger wurde. Sein Vorgänger Domitian hatte die Christen vertrieben, Nerva nahm sie wieder aus und zeigte sich auch gegen alle anderen Religionen duldlam. Um keinen Fehlgriff in Staatsangelegenheiten zu thun, entschied er nie eine Sache ohne Beistimmung des Senats und schwor einen feierlichen Eid, nie einen Senator am Leben zu strafen. Dies Gelöbniß, hielt er sogar, als sich zwei Senatoren verschworen hat ten, ihn umzubringen. Er nahm Beide mit sich in die Auna zum Gladiatoren spiel, ließ sie neben sich sitzen, und als die Fechter der Sitte gemäß vordem Kampf dem Kaiser ihre Schwerter zeig' ten, hielt er die Waffen den Verschwöre nen hin mit der Aufforderung : Ver suchet an mir, ob sie gut sind !" Die schuldigen erkannten, daß Nerva von ihrm Vorhaben unterrichtet sei, und gerührt durch seine Güte, bereuten sie ihren finsteren Plan.

Lluö meinem Trutz Schünkenhuch.

al Ewig'Gestlige.Wie kommen die Fliegen in das Bier?! f. - m (i.n (Ts!.. in v:ii. 7QZ Vliriiqe k JUIC5 Iji ine uiuic schier Eine iunae nebst zwei alten ! Ich hab' aus dem schäumend wilden Gischt Mit blutendem Kerzen berausaenscbt Die Leichen die starren, kalten ! Und stehst Du, Mörder, noch lächelnd da ? ! Wie solch' ein ruchloses Werk geschah. Ich will es der Welt bekunden : Seit dieser tödtlich dunkle Stoff ' Dem Hahne des Fasies frisch enttroff, Ist sicher manch' Tag entschwunden ; Nun stand es im Maßkrug hier herum. Die Fliegen umkreisten's mit Gesumm, Die lernten es gründlich kennen Durch jedes grollenden Gastes Mund, ' Dem biß des Gerinnsel die Lippen wund Und macht' ihm die Kehle brennen. Die alten Fliegen mit weiser Scheu', Die bleiben fern so wüstem Gebräu, Die meiden solch' Getränke; Die haben in bitter' Spott und Hohn Getaust Dein Wirthsbaus feit lange schon ' Dielusi'geAcsenik.Schenke:" Die junge nur. ob oft gewarnt. )le yat oer Versucher alsbald umgarnt. Trotz ihrer tausend Augen : Die ließ sich locken vom falschen Gedüft, Die thät aus Deinem verruchten Gift m x. :c rn . - v ' oio) iu ocrocrccn saugen : Und als das Elternpaar, o Noth ! Den einzigen Sprößling erblickte todt In dieser Höllen-Träuflung. Da haben ihr Dasein sie selbst verkürzt: Kopsüber sich in den Krug gestürzt Vor Jammer und Verzweiflung ! So les' ich's in Flammenzugen grell. Was hier. Du finsterer Morvgesell, Hast grausam angestiftet: Ein Fliegenhaus in Trauer versenkt Der Vaier versoffen, die Mutter ertränkt. Das zarte Kind vergiftet ! Mich aber mochtest Du mit Bedacht Verleiten, daß ich in ew'ae Nacht Die Opfer sollte bergen? ! Weh' Dir, Du meuchlerischer Cumpan,'jic weroen im leylen Stündlein Dir nab'n Des Schuldbewußtseins Schergen ! Und drunten" vor'm .veinlien MUr. aerlckt" Wie wird das Urtheil, Du arger Wicht, Dir durch die Seele zucken. Das lautet: In heißester Schwefelgluth Für Ewigkeit so schändlichen Sud Ohn' Unterlaß zu schlucken ! Ihr weidlichen Schanken Mann für Mann, Ein Beispiel mögt Ihr Euch nehmen d'ran. Die Lehre Eucb lassen nükm Ist lchaal und standig der Gerstensaft, C .(Tl 0 . ' um nimmer lunnllcye Jugendtraft Iyr heuchelnd ein ihm spritzen ! Das Bier soll rinnen vom Zapfen frisch ! Und Wer seinen Gästen beut ein ft.miM -y I " ' " " -ww-mw vM)M Von gestern und ehegestern. )e steche hier des Gewiffens Dorn, Den treffe jenseits Gamben! Zorn ?!enn dn Tvifct ifn viza.r , , 7M vtttuuiiii i Q3!X v . . . n!uroVcyml0laoanlS. Dramatische Vorstellun gen in der bayerischen Ortschaft Kiefers. feinen, an Der Tyroler Grenze, nahe der Festung Kufstein. Wie in Oberammer gau, hat auch in dem eben genannten - i f f , . t - ' ' i -iuaiia einen .empel gesunden. Die hier aufgeführten Bauerniviele stehen zwar an Berühmtheit gegen die verommcrgauer nicht unwesentlich zu rück, sind aber deswegen nicht minder beachtenswerth. Es sind nicht Darstel hingen aus der Heiligen Geschichte, um die es sich Hier Handelt, sondern aus er schulternden, an Leiden, Nöthen und Gefahren reichen, den Zuschauer aar nicht zu sich selbst kommen lassenden Rit tergeschichten, mit Kaisern und Körnen, imposanten Aufzügen von Gewappneten, Hinrichtungen, Kämpfen :c. Das dort sich versammelnde, .zuweilen meilenweit yerbeiströmende Publikum liebt eS, zu sehen, wie auch Kaiser und Könige von Leiden heimgesucht und von Leidenschaf ten gepeinigt werden, und daß den Kai ser von Griechenland z. B. ebenso gut daffelbe Schicksal treffen kann, wie den Schmiedeknecht in den Eisenwerken von Kieferssclden. Die Titel der dargestcll ten Stücke erinnern meist an den Beginn des Mittelalters; örtliche Entfernungen werden darin mit Leichtigkeit übersprun aen, und der Schluß besteht aewöbnliöi in der Bestrafung derBösewichte, die zu weilen vor den Augen des Publikums enthauptet oder guillotinirt werden, und m Wiederfinden und Erkennunassccnen lang verloren Geglaubter. Als-der Velsaffer der meisten dieser das dortiae Publikum mit packender Gewalt fesseln der Dramen gilt ein vor etwa einem Vicrteljahrhundert im Unterinntbale verstorbener Kohlenbrenner, Namens Joseph Schmalz. Menschenkenntniß. Der König Nourshivan von Persien, mit dem Beinamen der Gerechte", vermißte einst auf der Jagd Salz, das zur Zubereitung eines erlegten Wildes nöthig war. Er schickte danach in den nächsten Ort, trug aber dem Boten auf, das Sah in . r, rt ' - 0 keinem üqu unbezahlt zu nehmen. Nun", meinte einer seiner ' Hosteute. was wäre denn das für ein Unglück, wenn tut Handvoll Salz nicht be zahlt würde?" Nourshivan. der die Menschen kannte, sah ihn ernst an und vertzte: Wenn ein König in rlnem Garten seiner Unterthanen nur einen Apfel aufhebt, so werden seine Hofleute am folgenden Tage si) kein Gewissen daraus machen, den Baum umzuhauen." Schwere Ausgabe. Lehrer : Warum hast du dich nicht aekammt? 5)abt Ihr k::-.:n l)amm zu Haufe ?"-Junge (we: .O ja, aber es sind leine Zi7.' d'ran !