Indiana Tribüne, Volume 6, Number 103, Indianapolis, Marion County, 31 December 1882 — Page 4

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Veüedig am Nhein l Neuwied im Rhein, l.'De'c. Eine ganze Stadt von 10.000 Ein uohnern im Wasser das ist ein Bild, elches wohl in dem Leserkreis Ihres geschähen Blattes den einen oder ande ren ausmerken läßt. Vielleicht wird eS Manchem gar so wunderbar nicht vor-kommen,-es weckt ihm " Gedanken an herrliche Tage in Venedig, underbeneidet den Schreiber dieses um solchen Genutz. Nun ja, Venedig haben wir hier, nur mit einem Unterschied : alles Angenehme, das sich dort mit dem vielen Wasser verbindet, geht uns ab, dafür haben wir ab?r einige Unannehmlichkeiten mehr. Kein italienischer Himmel, keine südliche Temperatur, keinen gere gelten Gondelverkehr, und wenn dort die Häuser höchstens im Wasser stehen, hier steht das Wasser in den Häusern. ES ging so langsam und gemüthlich an. Schon vor vierzehn Tagen schwoll der Rhein, und man ging an's User, sich die ungeheure Wassermasse zu besehen, freute sich ihrer majestätischen Gröe, ließ sich erzählen, wie schlimm es 1L76 war, als der schöne Fürstlich Wied'sche Schloßgarten, der sich eine halbe Stunde lang am Rhein hinunterzieht, und in dem man jetzt noch lustwandelte, ganz unter Wasser gestanden. Man freute sich, daß es doch so schlimm nicht leicht wieder würde. Ja, wo ist 1876 heute ? Man denkt kaum mehr an den kleinen" Wasserstand von vor sechs Jahren. Das Wasser stieg in den dem Rhein nächstgelegenen Straßen allmälig höher, dann sie! cs wieder. Dann aber der Schnee und das Thauwetter vom Anfang voriger Woche, und reißend nahm es zu. Der Kladderadatsch" ließ sich so höre ich wenigstens schon Sonntag berichten, daß die Stadt Neuwied, wohl am allerertrunkensten sei, da man dort schon mit Kähnen an die Kirchenglocken fahre, um zu läuten. Das ist nicht nur ' buchstäblich wahr, sondern auch durch die Ereignisse längst überholt. Die Glocken selbst waren schon so tief im Wasser, daß sie nicht mehr läutet wer den konnten. Es klingt das nun allerdings schlimmer, als eS wirklich ist, wenn man nämlich nicht nur vom Läuten hört, sondern auch weiß wo ste hängen" : während des Kirchenneubaues in einem kleinen provisorischen Hause auf dem Marktplätze. Aber schlimm genug ist es doch, wenn der Rhein sich aus dem Marktplatze so breit oder vielmehr so tief macht, daß man bequem die Balkons erster Etage als Landungsstelle benutzt. Nun liegt allerdings der Marktplatz verhältnißmäßig tief. Aber auch 'in den allerhöchst gelegenen Straßen gab es nur Verkehr per Kahn. Richtiger wäre allerdings : eS gab keinen Verkehr. Denn eine solche musterhaste Unordnung in der VerkehrsVermittelung kann man sich kaum denken, wie man sie hier erlebte. Anstatt daß einer Anzahl von Kähnen ossicielle Routen und Eentralvunkte anaewiesen und

dieses an selbigen sür Jedermann kenntlich gemacht wäre und solcher Omnibusverkehr sollte doch so schwer nicht einzurichten sein , riskirt Jeder, der sich einem Nachen anvertraut, sämmtliche 10 Mitinsassen erst nach Hause begleiten zu müssen, und alleStraßen, nur nicht seine eigene zu passiren. Aber der Rheinländer, gemüthlich wie er ist, tröstet sich nach stundenlanger Irrfahrt mit dem Seufzer Q die See", den Begleiter vermöge des Dialekts zweifelhaft lassend, ob das ein Stoßseufzer des Aergers über daZ Wasser, oder eine witzige, allerdings etwas unorthographische Anspielung auf eine ähnliche, vor Jahrtausenden besungene Wasserirrfahrt sein soll. (Odyssee.) Ueberhaupt faßte man hier die Sache zuerst sehr behaglich auf. DaZ Hauptinteresse richtete sich in der Nacht von Sonnabend zu Sonntag aus den Augenbück e war gerade um 12 Uhr in welchem das Wasser die höher gelegene Straße ziemlich in der Mitte der Stadt überstieg und nun die ganze Stadt mit seinem nassen Segen begrüßte. Neuwied liegt nämlich wohl . am tiefsten von allen Rhemfladten. Man 1 hat die Vortheile der Lage so nahe am Fluk für höher geachtet, als das die Nachtheile derartiger Ueberschwemmung in Betracht zu ziehen seien. Vielleicht mit Recht. Linksrheinisch konnte man eben nicht bauen, denn da war nicht mehr Wied'sches Gebiet. ES ist aber ein Gtück, daß daS lmke Ufer so vlel steiler ist. Sonst wären wir schon längst aller Nachrichten von auswärts bar, denn von der rechtsrheinischen Bahn sah man unterhalb Neuwled eben noch die Telegraphendrähte üb:r Wasser. DieBrieskasten nahmen sich überhaupt posstrlich auS. Noch Montag ..sah man an einzelnen oben Zettel von Seiten der Post angebracht : Wird nicht mehr geleert", dabei waren sie allerdings schon ganz voll Wasser. TagS darauf sah man in den tiefer gelegenen Straßen weder Briefkasten noch Zettel. Noch andere verschwundene und bedeckte Ge genstände führten zu lustigen Einzelsce nen. Wa nonl em ayn pionnq an und ist nahe am Umschlägen. Zornig rust der Ruderer nach dem Steuer hm: .Mußt auch nicht so weit aus die Seite fahren, da sind ja die Laternen" wohl verstanden, die Straßenlaternen ! unsichtbar unter Wasser!! So etwas allerdings nur in der Nähe des Rheins. Für daS Sllzzenbuch emesEarrikaturenZeichners Stoff in Menge. Da wird ein Frühschoppen getrunken mit den Füöen auf den Stühlen und mit dem. was man sonst mit den Stühlen in Be rührung bringt, auf dem Tische ; unten plätschert das Wasser. Dort wird einer von auten freunden abaebolt. turnt freudia vom Balkon herunter und - turnt vorbei. Aber es schadet nichts, er fährt doch mit. Und dann wieder holt sich einer aus demWeinhause derHerren buter eine Flasche vom herrlichen Kap wein, um sich daheim zu trösten. Aber ZiwiZchen Livv' und Kelchesrand gier tet der befördernde Bindfaden, und das edle Naß liegt im unedlen. Der schöne Wein! DaS hatte er sich auch nicht träumen ' lassen, nachdem, er 5 die große Reise über den Ocean so glücklich bestanden, daß er gerade vör.Ersüllung r rn n . i C - f seiner eslimmung vor nuaj xciniqilen" sollte. -Dort erwartet eine 'inselirte" Familie begierig mit Auge-und

Mund das mühsam besorgte Wurflpak- j ket und im letzten Augenblick entgleitet die schönste und größte tückisch dem Pa pier aus Nimmerwiedersehen.. DaS giebt dann belustigende physiognomische Studien. ' Und sür solches 'alles hat der Rheinländer viel Auge , und Ohr. Besonders Sonntag herrschte noch überall Jubel : man vergnügte sich amNachensahren und daran, sich gegenseitig tüchtig zu durchnässen und womöglich in voller Person dem Vater Rhein in die Arme zu werfen. Montag und Dienstag wurde das aber doch anders. DaL Hochwasser stieg auch zu rapide, in 21 Stunden von Sonntag aus Montag um 1 Meter, wenn nicht mehr, und das bei der gewaltigen Ausdehnung, welche die Wasseroberstäche hier im Neuwieder Becken" schon hatte. Montag Nachmittag stieg ich noch vom trockenen Hausflur in einen Kahn, um einen Bekannten auszusuchen. Abends, als ich heimkam, floß mir das Wasser in demselben Flur in die Stiefeln. DienStag Morgen konnte man schon nicht mehr auf Tischen trocknen Fußes zur Hauethür gelangen. Dienstag wer denn auch der Höhepunkt. Ich fuhr hinaus an den Rhein, um ihn in seiner vollenGröße zu sehen, und zugleich, um linksrheinisch, wenn es noch möglich, im Trocknen mir ein Mittagsessen zu erHaschen. Der kleine Fahrdampfer machte seine Tour noch eben und nahm mich mit. Gewal-! tig schaute er aber doch aus, der Altvater Rhein so in seinem tosenden Zorn und mit der reißenden Strömung. Er grollte auch scheinbar heftig, daß sich das Schisslein so wenig an ihn kehrte und fröhlich sich hinüberardeitete, denn gewaltig bäumte er sich -an unseren Planken in die Höhe. Und die Jahrleute wollten mir auch nicht die Garantie geben, in einer Stunde noch zu fahren. Das war denn bedenkliche Aussicht, und ich zog es vor, sogleich mit umzukehren, damit ich wenigstens wieder nach Hause kam. Den Rhein hatte ich nun gesehen, aber Mittag gegessen hatte ich nicht. Endlich fand man oben in der. Stadt eine Restauration, wo der Feuerherd nicht ganz im Wasser stand, und da gabö denn auch was Suppen und einen Braten", wie sie hier sagen. Dann aber nach Hause, denn dunkel durste es nicht werden. Kam ich doch nicht in meine Wohnung direct, dort war keine Leiter zum ersten Stock hinaus und die Communication durch den Flur war unmög lich. An einer ganz andern Straße war ein Landungsplatz, von da treppauf, treppab, über 10, 12 verschiedene fremde Speicher, durch frisch geschlagene Ver bindungslöcher in den Mauern, .und dann war man endlich bei sich im Tro ckenen. Seitdem bin ich aber noch nicht wieder hinausgegangen. Man begnügt sich eben mit dem, was man aus der hei mischen Scholle erwischt. Dienstag wurde die Situation wirklich ernst, und man sah es auch aus den

Gesichtern, daß d:e .Gemüthlichkeit" all mälig sich verzog. Und in der That vergeht der Scherz, wenn man an die Noth und das Elend denkt, die nun solgen werden. Wie armen Leute, die tief am Rheinufer wohnen, und in kleinen Häusern, sind ganz schlimm daran. Für sie wurde aber auch Montag und Dienstag viel gesorgt. Allen voran war der Fürst v. Wied selbst, entweder Lebensmittcl umhecsahrend oder' den Armen, die auszlehen mußten, helfend, daß sie und ihre Habe in Sicherheit, kamen. Dazu war von Koblenz eine halbe Compagnie Pioniere gekommen, und sie tha ten freudig und ausopfernd ihre guten Dienste. Die armen Kerle ! Seit über 24 Stunden, so erzählte mir einer, hatten sie nichts gegessen. Abgesehen von der großen Noth bei den Allerärmsten wie leiden die Geschäfte durch die Unterbrechung vor Weihnachten, und positiv durch das Wasser da, wo man nicht zeitig oder nicht hoch genug ausgekramt hatte, immer in der Hoffnung, es werde das Wasser nicht höher steigen. Und wie wird es werden, wenn der Winter die Menschen in den nassen Wohnungen heimsucht ! Bisher war das Hochwasser immer un Frühung gekommen, auch 1845, das letzte Mal, das es ähnlich so groß war wie gestern. Dann folgte doch wenigstens warme Zeit und nicht solcher Uebelstano hinterdrein. Rasch, 13 rascher als es gekommen. verzieht sich aber seit letzte Nacht das Wasser. Eben begrüßt" die Schwelle meiner Hausthür wieder das himmlische Licht". Und sofort athmet die Bevölkerung wieder aus: draußen ist daS lustige Treiben wieder in den Kähnen und allen rn möglichen und unmöglichen Fahrzeugen, die sür die Erfindungsgabe des Volkes beredtes Zeugniv ableben. Ob die Post nun wieder außer Wasser ist und ihren Dienst voll aufnehmen r ix. i . er : v iann, roelp ,q niqr. asucyr gav es natürlich die letzten Nächte auch nicht mehr. Jeder HauSwirth mußte eine Laterne zumFensterhinaüShängen. Doch dergleichen llnannehmiichkeiten find ja bald überwunden. Wenn die Schäden nicht tiefer säßen ! Morgen wird man heffentlich wieder seiner gewohnten Arbeit nachgehen kön nen. Natürlich war Alles unterbrochen. Auch Sonntag der Gottesdienst fiel aus. da die Kirche im Wasser stand, und noch dazu am Todtenseste, an dem so mancher gern zur Kirche gegangen. Nur die Brüdergemeinde hatte Sonntag ihr Gotteshaus noch frei. Aber Montag .und Dienstag war auch deren ganzes Viertel unter Wasser. Geschäst, abae sehen vom Verkauf der nothwendigsten Victualien, der zu Kahn und aus dem ersten Stock besorgt wurde, ruhte völlig. Die Schulen haben Wasserferien". Das Wort hat mich als eine gute Neu bildung überrascht, und ich will es Jh nen nicht vorenthalten. Es wird auch den hannoverschen Philologen eine yox nova, nach Form und Inhalt, aber in beider Beziehung vermuthlich keine vox aliena sein. Dagegen will ich Sie verschonen mit den Umbildungen, welche die Warnung vor dem Rhein" zu erdul den hat. Ich möchte Simrock im Grabe nicht das Leid anthun, sein schönes Lied in travestirter Form weiter bekannt zu machen. ' Aber allerdings die Annehm lichkeiten, die es aufzählt, vergißt man. rnd jedenfalls ist ; man. versucht, toimloa's Begründung seiner Warnung fort zulassen und hinter dem

.An den Rhein, an den Rhein, zieh nicht

an den Rhein, : Metn Sohn, ich rathe dir gut" ein Punktum zu machen. Das neue Deutschland". Andrew D. White, Präsident der Cornell Universität und früherer Geandter der Ver. Staaten in Deutschand, hielt auf Ersuchen der amerikanichen geographischen Gesellschaft in New Bork einen Vortrag über das Thema: .Das neue Deutschland." Er schilderte darin mit Begeisterung die sociale und politische Entwickelung Deutschlands und stellte die deutsche Nation alö ein -Vorbild auf, von dem die Amerikaner viel ernen könnten; das deutsche Erziehungö- und Verwaltungs-Svstem empfähl er ganz besonders der Beachtung, und bezeichnete die Deutschen alö die moralischste Nation der Welt. Die wesentichsten Punkte auL dem fesselnden Vorrag sind etwa folgende : Deutschland's Ausschwung zu einer europäischen Großmacht ist eine der lehrreichsten Episoden moderner Geschichte, welche nicht durch einen glücklichen Zuall, sondern durch jahrelange Opfer und Siege, nicht über fremde Nationen, son dem durch sich selbst, . herbeigeführt wurde. Dieser Ausschwung hat sich aus dem edlen Charakter der Bevölkerung entwickelt : die moderne deutsche Civlliation, die Entwickelung deutscher Staatskunst und diplomatischer ie miltanscher Genies ist das Resultat geduldiger Anstrengungen. Andere Naionen haben sich ebenfalls den Weg zur Macht erkämpft, aber Deutschland's Kamps hat länger gedauert und war härter. Der 30jährige Krieg und die Kriege des 18. Jahrhunderts, sowie die Kosten großer stehender Heere haben Deutschland's ökonomischen Fortschritt kaum mehr gehemmt, als unsinniger Conservativismus mit seinem Restriktonssystem. Deutschland verdankt sein etzige Machtstellung nicht seiner Armee, andern seinem intellektuellen und socia en Fortschritt. Die Entwickelung ein'er Nation wird am besten durch ihre maeritllen Erfolge gekennzeichnet und ich werde versuchen, diese zu veranschauichen. Nachdem die sich beständig mit feind seligen Blicken betrachtenden und Lch beständig bekriegenden kleinen Fürsten11. r. ... r. ... n yumer zu einem großen ganzen verchmolzen waren, entstanden überall Jabriken. Eisenbahnen und DampferiNien wurden gegründet, und die In dustrie nahm einen ungeahnten Aufschwung. Als einen sür uns beachten? I , m . i. p 4 werlyen Punil uno emen oer weseniiiazten Faktoren bei dieser gedeihlichen Entwickelung möchte ich die technischen und industriellen Schulen, sowie die Provinzialausstellungen erwähnen. Die polytechnischen Schulen lnBerlm, München, Stuttgart, Karlsruhe,Aachen, Dresden, Hannover u. s. w. sind ausgezeichnete Institute, aus denen Vorzug lche Ingenieure, Architekten und Fabnkanten hervorgehen. In naher Verbindung mit diesen Schulen stehen die in allen großen Städten befindlichenKunst museen, denen kein Kunstwerk zu theuer zur Einverleibung in ihre Sammlungen st. Dle Provinzialausstellungen wer den gut beschickt, da jederFabrikant seine besten Arbeiten dorthin sendet, wo sie acht Käufer finden. Die Folgen dieses Systems beginnen sich zu zeigen : Die Kunftindustrie Nürnberg's und Augsburg's kehlt zurück, die Wollenfabrikate Sachsen's, die Bronce-, 5?upser- und Stahlarbeiten Berlin's, die Teppiche und Glaswaaren Schlesien's, die Spie gel Köln's, die. geschnitzten Möbel von München, Coburg, Mainz und Dresden verdrängen allmälig die französischen Fabrikate. Wir sollten uns dieö zur Lehre dienen lassen und ebenfalls Mufeen errichten, deren mächtiger Einfluß sich bald bimerkbar machen wurde. Das Militarsyftem in seiner ietzigen Form verdankt seinen Ursprung Friedrich Wilhelm I. und Friedrich dem Großen, und d,e Armee wurde durch Scharnhorst's Genie während der napoleonischen Kriege und hauptsächlich wöhrend des letzten halben Jahrhunderts durch die Fernsicht, den Patriotismus und die kluge Leitung des jetzigen Kaisers Wilhelm, mit Unterstützung G.-F.-M. Moltke's zu der bestorganistrten und von den sähigsten Generalen befehligten der Welt. Es ist viel über die Lasten gesagt worden, welche das große stehende Heer mit sich bringt, und es dürste daher interessant sein, auch diese Frage von einer anderen Seite zu beleuchten. Viele deutsche Patrioten beklagen die, . durch die unglückliche geographische Lage, mit Feinden auf allen Seiten, bedingte Nothwendigkeit des großen stehenden Heeres, geben aber zu, daß das Militärfyftem auch sein Gutes ha:: Jeder junge Mann, ob arm oder reich, muß dem Heere deitreten und gewöhnt sich dort an " ' f , . . V .1 . - 1 emen georonelen neoenswanoe.i; er icrni gehorchen und besehlfn. ' Die deutsche Armee oat zu leoer Zeit 700,000 Mann marschbereit, der in wenigen Stunden eine Reserve von 250, 000 folgen kann, voraus noch 360.000 Mann zur Landvertheidlgung zurück bleiben. Die Unterhaltungskosten dieser Armee betragen nur P100.000.000 jährlich. wahrend die kleine englische Armee 580.000.000 jahrlich verschlingt. Hinter dieser Ärmee steht die ganze Nation, von der jeder Mann ein geschulter Soldat ist. DieS erfordert jedoch das Opfer von drei der besten Lebensjahre und in den vier folgenden Jahren von je zwei Monaten. Die Reduktion der Armee ist oft beantragt, aber ebenso ost als unzweckmäßig zurückgewiesen worden; Von Moltke machte sogar darauf ausmerksam, daß es zur Haltung der zurücke?oberten Provinzen Elsaß und Lothrin gen eher nöthig sei, die Armee noch zu vergrößern, daß aber jedenfalls in den nächsten 50 Jahren nicht daran gedacht werden durse, dieselbe zu reduclren. D i e p o l i t i s ch e E n t w i ck l u n g. Vom Abschluß des westfälischen Frie denS im Jahre 1648 an bis zu dem 200 Jahre später ersolgten Zusammentritt des Parlaments in Frankfurt schienen die Deutschen keine Lust zu polnischem Denken zu haben. Dies hat sich aber in den letzten 30 Jahren bedeutend ge ändert. , Die im Franksurter Parlament zusammengetretenen ' Personen erwiesen

sich als politische Träumer, während das heutige deutsche Parlament einer der besten gesetzgebenden Körper ist. Die dort gehaltenen Reden zeichnen sich durch Würde, Präciston. und mäßige Länge aus und sind stets tief durchdacht.- BiS marck ist nicht gerade ein ausgezeichneter Redner, aber im Lause seiner Reden kommen zündende . Schlagmörter und treffende Argumente zum Vorschein, die den ganzen Reichstag in Bewegung bringen. Er, hat sich daran gewöhnt, die Majorität gegen sich zu haben, kehrt sich aber nicht daran und geht ruhig sei nen Weg. Er behält sein Amt bei, nicht aus Despotismus, sondern weil er die in England gebrauchliche Methode, daß das Ministerium vom Willen des Volkes abhängt, nicht anerkennt. Die häufigen Ministerwechsel in England und Frankreich find der allgemeinen Wohlfahrt durchaus nicht zuträglich, und das deutsche System wäre daher wohl vorzuziehen. Kaiser Wilhelm versteht es, sähige Ossiciere und Staatsmänner zu den höchsten Würden auszusuchen und dieselben mit Zähigkeit gegen alle Proteste festzuhalten.. Civil-Administration. Christian Tomasiuö begann auf der Universitüt zu Halle junge Leute sür den Staatsdienst .vorzubereiten, und heute findet man aus jeder Universität in Deutschland sein Beispiel nachgeahmt, indem daselbst Vorlesungen, über politi sche Geschichte u. s. w. gehalten werden. Dieses System wäre hier sehr angebracht und würde vielleicht dazu führen, daß, wie in Deutschland, jeder Beamte vom Reichskanzler an bis zum geringsten Bediensteten des Postamts im Interesse des Staates und nicht seiner speciellen Parter handelte, daß das Beutesystem aushören und statt dessen nur fähigeBeamte angestellt und nach Verdienst befördert würden. Das Fundamentalprincip des deutschen Civildienstes ist, wie sich hierauS ergiebt, demokratisch und republikanisch, während unser eigenes aristokratisch und despotisch im schlimmstenSinne des Wortes ist. Der deutsche Civildienst ist geschäftsmäßig und ökonomisch, unser eigener ungeschästsmäßig und kostspielig, das deutsche System veranlaßt junge Leute höherem Streben, unseres nicht. Um ein ähnliches System wie hier zu finden, muß man unter uncivilisirten Völkern Umschau halten. Die Justizpflege ist ebenfalls beachtenswert da dieselbe dem Verbrech:r Gerechtigkeit angedeihen, ihn ab:r nicht durch die Maschen des Gesetzes entschlüpfen läßt. Er bekommt einen unparteiischen Proceß und muß, wenn verurtheilt, seine Strafe verbüßen. Die Municipalverwaltungen in Deutschland bestehen nicht darin, daß Nichtsteuerzahler den Steuer zählern noch größere Lasten auferlegen, sondern dort die Städte von Steuerzahlern verwaltet werden. Die Folge hiervon ist, daß z. B. die Straßen Berlin'S rein gehalten werden, daß eS prachtvolle

städtische Bauten auszuweisen hat, und daß seine Vewaltungskosten trotzdem nur eme Klelnigkelt mehr kosten, als dlcZmsen der öffentlichen Schuld New York's ausmachen. Die in teile k tu elle Entwicke lung der Deutschen ist eine Folge des dort bestehenden ErziehungS - Systems. Lehrer ist dort eine Lebensstellung, nicht eine vorübergehende Beschäftigung, und daher sind alle Schüler von den Elementarfchulen bis zu den Universitäten Mit guten Lehrern versehen, welche erst nach einer eingehenden Prüfung angestellt werden. Die höheren Schulen haben dabei den Vortheil, daß sie konfessionslos sind und bei Anstellung der. Lebrer weder nach politischem noch religiösem Bekenntniß gefragt wird. Die sociale Entwickelung hat seit Gründung desKaiserreichs eben falls einen bedeutenden Ausschwung erhalten. So scheint es z. B. dem Engländer, als ob er nicht mehr mit solcher Demuth behandelt werde wie früher,und daß der Deutsche viel größeres Selbstvertrauen hat. Der Amerikaner entsetzt sich darüber, daß er Männer, Frauen und Kinder Bier trinken sieht, ohne daß sie berauscht werden, und daß sie sich un Freien erholen, statt Gelage in Tennementhausern zu veranstalten. Akroba tische Leistungen ziehen keine Kirchengänger an, die deutschen Zeitungen bemuhen sich, nur Wahres zu berichten, thun eine Hinrichtung mit wenigen Zeilen ab und erwähnen Scandalgeschichten überhaupt Nicht. Religiöse undmoralische Entwickelung. Es wird verschiedeutlich behauptet, die Deutschen seien Skeptiker oder Orthodoxe, aber mit Un recht. ES herrscht dort eine wohlthätige Toleranz und doch ist kem Volk ehrfurchtsvoller und moralischer, wie dieS sich schon aus der Reinheit seiner Literatur giebt. Ich habe in den vier Iahren meiner Anwesenheit in Deutschland nicht so diel Betrunkene gesehen, wie hier an ernem Tage bet Gelegenheit einer .oouQtrv5air". Wenn die Temperenzbewegung gründlich studirt werden soll, so muß dieS rn Deutschland oder Italien geschehen. Möge die in vielen Beziehungen zwischen den Amerikanern und Deutschen bestehende Sehnlichkeit dazu fuhren, daß sich die beidenNationen besser verstehen lernen und sich mehr einander nähern. (N. Y. Stsztg.) Personen.Porto im Eisenbahn Oerkehr. Wiener Zeitungen verlangen, daß im Gebiete der ganzen Monarchie em gleich mäßiges Personenporto von 25 Kreuzern (etwa 12 Cents) eingeführt werde ; sie betrachten die Ausführung dieses Vor schlages als eine theilweise Lösung der Eisenbahnsrage ; ihre Argumente lassen sich in Folgendem zusammenfassen : . .So viel die Eisenbahnen auch schon dazu beigetragen, die Menschen und na mentlich die ärmeren Schichten der Be völkerung von der Scholle loszulösen und die gesetzlich gewährte Freizügigkeit in das praktische Leben einzusühren, so lasse sich doch nicht verkennen, daß gerade jene Menschenklasse, für welche die leich tere und sreiere Beweglichkeit von 'der größten ökonomischen Bedeutung wäre. der Arbeiterstand, diesbezüglich noch im mer mit ganz außerordentlichen Schwie rigkeiten zu kämpfen habe. Die Reife gebühr auf größere Distanzen sei dem

Arbeiter in der Regel unerschwinglich.

Es habe das zur Folge, das eS ihm unmöglich sei.lm Falle der BeschSstigungslosigkett, an einem andern, auch nur einigermaßen entfernten Orte Arbeit zu suchen. ' Es möge beispielsweise in Niederösterreich noch so große Noth an geübten Arveitern der Textil'- Branche sein, so werde daS nicht hindern, daß beispielsweife in Nordbdhmen geschulte Weber und Spinner tm Elend verkamen, denn dieselben würden, selbst wenn sie von den vorhandenen thatsächlichen Verhältnissen Kenntniß hätten, das Reisegeld nach dem Schauplatze des günstigeren Arbeitsmarktes für sich und die Ihrigen nicht erschwingen können. EL sei das nicht nur für die Arbeiter, sondern auch sür die Industriellen ein Nachtheil. Der uiedttösterreichischeFabrikant sei bei einer solchen Conjunctur außer Stande, die sur seme specielle Branche vielleicht nur vorübergehend günstigen Absatzverhältnisse rasch und vollständig auszunützen, da er in Ermangelung der erforderlichen Arbeits kräfte seine Produktion Nicht zu steigern vermöge, und auch der nordböhmifche Fabrikant habe n der Regel keinen Nutzen von den Hungerlöhnen, die er seinen Arbeitern zahle, da ja die eigentliche letzte Ursache des Druckes auf den Arbeitölohn der Mangel an Absatz sür seine Produkte sei. Er produzute allerdings billiger, als ihm dies möglich sein würde, wenn seine Arbeiter theilweise in die Fremde zögen, aber selbst das werde häusig dadurch ausgewogen, daß entweder der Fabrikant sich veranlaßt sehe. mehr zu produzlren, als dies vom egolstischen Standpunkte auL betrachtet, sür ihn empfehlenSwerth sei, oder daß die Arbeiter brodlos geworden, der Allgemeinhtlt zur Last fielen. Der Staat habe alle Veranlassung, sich der Sache anzunehmen. Er könnte mit Auswendung geringfügiger Summen die Millionen ersparen, die heute das Armen und Schubwesen (!) verschlinge. und die vorhandenen Arbeitskräfte würden allemal dort Verwendung finden, wo man ihrer am Dringendsten bedürfe. wo sie also nicht nur am besten bezahlt würden, sondern ihre Mitwirkung auch den größten Nutzen schaffe. - NeberdieS würde bei einer solchen Organisation der Arbeiter die sociale Frage von ihrer GeHSssigkeit und Bitterkeit verlieren. (?) Die Arbeitermassen würden durch die Gewohnheit, mit der wechselnden Marktconjunctur zu rechnen, zu der Erkenntniß gelangen, daß es nicht immer von dem Belleben der Unternehmer abHange, ob hohe oder niedrige Löhne bezahlt werden. Sie würden die wirtschaftliche Nothwendigkeit und Berechtigung des Lohnkampseö begreifen lernen und da gleichzeitig ihreGefammtlage sich bessere. Auffassungen entfremdet werden, -Keren Gefahr für den socialen Organismus man mit Unrecht unterschätze." Arabi vor Gericht (Originalbericht.) Kairo, 25. November 1862. Ich war heute Morgen noch im tiessten Nachthemd, als ein Gerichtskawasse bei mir eintrat und, indem er mit seiner Stirn den Staub der Mutter Erde berührte, anhub : Salem alek sei mit Euch, erhabener Gmurnng ! (giaur fremd). Ich kündige Euch an, daß um 11 Uhr präzise (pünktlich) der Oerber us (Höllenhund) Arabl vor seinen Rich tern' stehen wird." Ich beschenkte ihn reich, und nachdem er nochmals den Fußboden geküßt hatte, ging er wieder fort. Ich trank stink meine FruhCof5Znub und zog mich vollends an. Da ich mir ein Maul halte (dieses Wort ist hier der Schimpfname des V lelis.' naturel von Esel und Pserd), so bestieg ich dasselbe und trabte in da? Gerichtsgebäude. Von allen Seiten strömte das Publikum her bei, lernt Kairo war erschienen, als handle es nch um eme zum ersten Mal gegebene Premiere. Ueberall begrüßte ich Bekannte, da mich hier bereits jeder bunte Hund kennt; es war, als hätten wir Billets zu einem Fest- und nicht zu einem Trübzal. Der Raum, in welchem die Gttlch!sverhandlung stattfand, war so groß, oaß es fraglich ist, ob die Ne mesiS die Schuldigen wird erreichen kön nen. Um die festgesetzte Stunde wurde Arabi in den Saal geführt. Er ist im Gefängniß nicht jünger geworden. Ein dichter Bart bedeckt fein glattes Gesicht, dessen Nöthe von einer auffallenden Blässe übergössen ist. . Er ist em untersetzter, schlanker Mann, auS dessen fanften Augen die Flammen sprühen, welche Alexandrien verzehrt haben. Als tx den Anklagedivan betrat, eröffnete er sofort die Verhandlung. Er ermahrte die Richter, streng bei der Wahrheit zu blelden. nicht zu rauchen und die Hoffnung aus sem Gerechtigkeitsgefühl nicht sinken zu lassen.' Dann fragte er nach ihren Namen, ob sie schon bestraft, oder immer gut davongekommen seien n. s. w. Hierauf sprach er : .Sie sind beschuldigt, mir anstatt dem Sultan gegen besseres Wissen den Brand, die Plünderung, - den Mord und dc?. Ausruhr in die Schuhe geschoben und mir dadurch mehrere Monate Gefängniß verursacht zu haben. Sie wußten, daß ich Alles, was ich dem Sultan nur an den Augen absehen konnte, niederbrannte, daß ich ihm die Morde aus dem Munde nahm, aus seiner Seele heraus plünderte und ihm das Land gegen den Khedive ausrührte. Sie wußten, daß der Sultan meine Haut zu Markte trug, daß ich seinen eigenen Willen hatte und daß er meine Augen vor dem Abgrund verschloß, an den er mich seine geliebte Nation sühren ließ. Und doch! Was haben Sie daraus zu erwidern Z" A7s die Richter daZ Wort ergreifen wollten, schrieArabi: .Schweigen Sie k" Dann suhr er sort: .Sie sind daher an geklagt, sich gegen den Sultan aufgelehnt, gegen dessen Befehl den Khedive auf den Thron 'gestoßen- und mich im Stich, den ich den Engländern beibringen sollte, gelassen zu haben. Nur ein offenes Bekenntniß kann Sie retten ! Ich bekenne Sie schuldig, ich bin bereitesten einzugestehen, daß Sie die mir zur Last gelegten verbrechen begangen haben. Ich kann Ihrem. Tode nur 'entgehen,' wenn. Sie reumüthig zugeben, denselben zuverdienen.": : r N Hieraus nahm er mit den Richtern ein

Halbmondverhör vor. Be! Schluß des Blattes dauert dasselbe fort. (Wespen.) . .

Schöne 'raus." t

Jfldor Rsfenbaum war aus Berlin in das heimathliche Schermeife zurückge kehrt und erzählt seiner Sarah von den Wundern der Residenz, und wie es ihm gegangen ist auf dem Lotterie-Bureau. .Und nu geh' noh ä mol auf de Seite, ' Sarah, und lass' me? speien euö.auf de verfaulte Lotterie-GanuesS, verdammt, verdorren sollen se bei lebendigem Leite, en verdorbenem Magen sollen se liegen tausend Johr. Wie ( bin hingekommen aus'S Bureau, hob ich zum Condocteur gesogt : Herr Regierungs-Roth, hob ich gesogt, geben Se mer daS:ld, meine Nommer Hot doch gewonnen de honderttausend Mark, hier is se, Nommer finfinscrzZgtausendßweihondertun'o finfinferzig. Hot der Condocteur nochgesehen und Hot gesogt : Se erren Sich, guter Freund, de honderttausend Mark hat gewonnen de Nommer finsinser zigtausendßweihondert unddrei undferzigX Hob ich gelacht und hob gesogt : Stuß. hob ick aesoat. waik ick dock, da? meine )

Nommer is 'raus, und im Schermeisclcr Wochenblatt hoi's aach gestanden. Herr NlVlerungö'Roty, hob ich gesogt, wohr- t scheinlich wollen Se Sich mit mir ma- S chen c bischen SchmonzeS-BkerchonzeS. Worum? Dorüm! Hot er aber gesogt:. nein, die honderitausend Mark Hot gewonnen ie Nommer sinsinser-'' zigtausendßweihondert unddrei undserzig Do hab ich S gewaltigen Lärm gemacht, ä Getöse und S Geschrai, und daß im Schermeiseler Wochenblatt gestanden hätte finfinserzZgtausendßweihondertundfinfinferzig. Hat er gemeint, ich soll mer'S aach lassen zahlen in Schermeisel. Da hob ich gelermt wie ä Wüthender, hob mit baide Faiste aus den Tisch geschlagen, aber's Geld haben sc mer nischt gegeben, de Ganness." .Und bist de werkli 'raus gekommen, Jsedor ?" frug Sarah neugierig. .Ob ich 'rausgekommen bin! Drei Mann haben mer angefaßt und haben' mer 'rausgeschmissen !" Mildernder Umstand. Referendar Dr. Veilchensaat soll seine erste Vertheidigungsrede halten. Leider ist der Verbrecher geständig, und Veilchensaat kann nicht, wie er möchte, als Desensor brilliren. Er weiß sich zu helfen; er plaidirt auf mildernde Umstände. .Meine Herren Geschworenen ! Die Staatsanwaltschaft hat die That meines Clienten mit den schwärzesten Far ben geschildert und Sie ausgefordert, ein abschreckendes Exempel an ihm zu statuiren. Die Vertheidigung lebt einer schöneren Pflicht. Zwar muß sie die Beweise sür die Schuldlofigkeit des Angeklagten, die ihr in Menge zu Gebote stehen, bei dem eigenen Geständniß des Letzteren zurückhalten, wohl aber liegt es ihr ob. die mildernden Saiten der Menschlichkeit in Ihrer Brust, meine Herren Richter aus dem Volke, zu rühren. und Sie anzuflehen: Bewilligen Sie mildernde Umstände ! .Wie aber," höre ich Sie fragen, .motivirt die Vertheidigung solchen Antrag ?" Nun, die Vertheidigung ist in der angenehmen Lage, aus einen Punkt hinweisen zu können, den natürlich der öffentliche Ankläger verschwiegen, den aber auch der Herr Präsident bei seiner unparteiischen Darstellung des Für und Wider gänzlich außer Acht gelassen hat. (Nachdem man den Angeklagten auf Wunsch des Vertheidigers ein wenig bei Seite geführt, mit leiserer Stimme) : .Meine Herret ! Der Geburtstag des Angeklagten ist heute die Akten beweisen es! Dieses Faktum überhebt mich weiterer. Motivirung meines An tragö. Seien Sie überzeugt, daß mein Client die Bewilligung mildernder Umstände als eiue ihm dargebrachte Aufmerksamkeit mit freudiger Ueberraschung entgegennehmen wird. ; Unerwartete Lösung. Herr Stadtrath Häußlein sprach einst nach dem Essen: ; .Hört, Kinder, Ihr sollt ein Räthsel mir lösen. Die erste Silbe wird sorgsam be wacht. Von treuer. Wächtern bei Tog und bei Nacht. Die Z v e i t', wenn sie gut ist, kann Dielen nützen - Und manchen vor Schaden und Nach theil schützen. Das G a n z e bin ich. Wn' kann er rathen. Erhält zum Lohn noch ein Stückchtn Braten.Es sinnen die Kinder und rathen lange. Und un den Braten wird'S ihnen bngc: Der Kleinste aber lacht alle sie aus : Schasökops ist' Ganze, ich hab's her aus." Doch was statt des Lohns an die Ohren ihm fliegt. Das schmeckte nach Brate, wahrhaftig. Ii$ nlcyr. .Stadtrath" ist'S Ganze, Du Talk, der ' Du bist. Nun merke Dir wohl, vaS Dein Vater istDoch, daß Dir die Dummheit, die heut' Du gemacht. Gehörig auch vird zum Bewußtsein ge - ' bracht. Was hat lange Ohren und Haare grau? Ist faul und dumm, trabt tröge durch'S Leben, Und wem wird sein Nam' als Titel ge geben?" Der Bub denkt : DaS könnte ein Esel sein; Doch sällt ihm sein voriger Irrthum ein ; Vorsichtig drum sagt er: .Ja, wenn ich nur wüßt' Ob Du es am Ende nicht selbst wieder bist." ' De r Mann s einer Frau. ' .Nicht wär. -Herr Meyer.' kn dieser Kirche sind Sie ' getraut worden ? ' Jch nicht, nur meine- Iran, ich bin blos so mitgegangen !"

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