Indiana Tribüne, Volume 6, Number 103, Indianapolis, Marion County, 31 December 1882 — Page 3
, -T. I ' , ' v . - I ., .- . " - ' ' - '
!4 r
.1
i 4 X . y t y
1
I
y, -i
v: l
C'in Diner Lei einem indischen
Cfciivfl . fVU &n Htblg ßdt nitt . Vksttke. Drei Tage waren wir von Vatavia auz mit der Post gefahren, als wir Ban dong die Hauptstadt der .Preang. Regentschappen". erreichten. Die letzte Tagereise hatte uns wenig Anregung geboten; stundenlang geht der Weg durch endlose SawahS (Reisfelder) und Tahul (Wiesen), über ma&ig hohe, ein förnige, kahle, fast unbewohnte PlateauS oder durch dunkle Waldungen. j - Ein sehr hübsches Hotel- von einer Holländerin Mevrouw B., gehalten, die, nebenbei gesagt, ihren sechsten Mann hatte nahm uns auf, und nachdem nrir un durch Speise, Trank undSchlaf gestärkt hatten, sahen wir uns ein wenig in der Stadt um.' Bandong ist eine der reichsten und wichtigsten Binnenstädte, in welcher der medertändise Resident der Preanger, wie der indische Regent Pangeran Fürst restdiren, wodurch das gesell schastliche Leben einigermaßen Bewegung ' erhält. Unter munteren Gesprächen wanderten wir am Morgen mit mehreren Reisege fährten, einem Consul von Hongkong und einem preußischen Offizier, dielbreiten, von prächtigen Tamarindenbäumen eingefaßten Straßen entlang. Da sahen roir von Weitem einen seltsamen Zug daherkommen. " Ein Javane kam in i würdevollen, abgemessenen Schritten einher; ein zweiter hielt über seinem iHaupte einen goldenen Schirm ausge spannt; diesem folgten zwei kleine Kno den ; der eine trug eine Sirih'Büchse, der ) andere Eigarretten, hinter diesen gingen im Gänsemarsche zehn 'bis zwölf Javanen. Alle vorübergehenden Einge borenen deckten sich bis auf die Erde zum-Zeichen der Unterthänigkeit. wie ste es 'häufig auch bei hochgestellten Euro päern thun. Als der Zug an uns her ankam, konnten wir uns nicht enthalten, dieses urkomische, dabei feierlichanmu thende Bild zu belächeln. Weit entfernt, ..es übel aufzunehmen, lächelte uns der an der Spitze des Zuges einherschreitende Javane freundlich zu. . Wir hatten eine Empfehlung an den Residenten non Bandong, Mynheer S.,' mitgebracht und machten demselben am nächsten Tage einen Besuch. Er schien ein äußerst liebenswürdiger und ange nehmer Herr zu sein. Wir erzählten ihm von der eben erwähnten Begegnung und er bestätigte unsere Vermuthung, daß wir Niemand Geringeren, als den Pangeran zu sehen die Ehre gehabt hatten ; der Schirm (bajong) sei daö Zeichen seiner Würde. Bei einem Grafen sei er silbern, bei anderen vornehmen Javanen gold und rothstreisig. Unser Interesse : an solchen und ähnlichen Mittheilungen S bewog den Residenten zu dem Anerbie ) ten, unZ eine Einladung zum Pangeran ' zu verschaffen, der an einem der nächsten Tage ein Diner mit darauffolgendem ramerame (Fest) geben wolle und eS : sehr gerne sähe, wenn ihn dazu angese ' hene Europäer beebrten. Mit lebhafter j Freude gingen wir auf den Vorschlag ein, und ichon am selben Abend erhielten ' wir vom Pangeran die Einladung,welche . an den Psngeran v. Moltke und Rade naju Fürstin v. M. adressirt war. Auch unsere beiden anderen Reisegesährten, der Consul und der Lieutenant, waren mit 1 Emladunqen bcehr! worden. Zur festgesetzten Stunde, sieben Uhr Abends, suhren wir in zwei Equipagen ' des uns abholenden Residenten dem fürstlichen Palais zu, einem einfachen, steinernen, auf Pfählen gebauten Hause. - Bere.:s ,n'ver erne tonte uns eme merkroürdige Musik entgegen, di: immer lauter und deutlicher wurde, je mehr wir uns dem Hause des Pangeran näherten. Es klang, als ob Dutzende von Kirchen locken ohne Harmonie zusammenläute ten. Der Resident machte uns daraus ' aufmerksam, daß diese wunderbare Mu sik, der pogero, uns gälte; den Gästen zu Ehren werden alle Instrumente in wilder Tactart zusammengeschlagen ; in oer kerne Hingt oas regt originell, in der Rahe aber doch zu unmelodiös und geräuschvoll. Im Augenblick unserer Ankunft steigerte sich diese Musik zu wahrhaft ohrbetaubendem Getose; mal hämmerte wie wild auf die Instrumente, und da.deshalb.dte Begrüßung undBor stellung noch nicht stattsinden konnte, so hatte ich Muße, mlch im Hause umzu sehen. - i . . .
Die Behausungen der javanischen Würdenträger - liegen abgesondert von 1 den anderen Wohnungen auf einem freien Platze, . gewöhnlich in' der Mitte
der Stadt in der Rahe des mesjid (Moschee), da die Regenten meist liadji (Priester) zugleich sind, welche da.S Grab des Propheten besucht haben und die üblichen Gebete sprechen. Das Haus bestand gleich) den., anderen aus einem großen Gemache. im Innern, an' welches sich ringS herum -kleinere Zimmer an schließen; , dieselben sind ohne jeglichen LuxuS, .da Alles was ein solcher, Her? darin aüszsbevahren'hätte,- in der Pari doppo aufgestellt , wird. DaS ist eine große,- als Verandaan den. Vordertheil deS HaufeS angebaute Halle. Hier ste hen Schaukelstühle, Marmortische, Di vans, Spiegel und Waffen aller Art. Der Fußboden ist mit seinen Matten ttlegt, prächtige Ampeln hängen von der Decke herab. Hier hält der Besitzer Termine ab, hier empfängt er Besuche und dinirt mit ihnen, hier ist er Fürst. Im Hintergrunde der Halle dürsen die In strumente der gamelang und gärn daug nie schien. Im Innern hingegen ist der Pangeran der einfachste Javane; gleich ihnen hockt er aus dem Fußboden inmitten seines Gesindes, gleich ihnen ißt er den Reis (nassi) mit den Händen,' gleich ihnen erscheint er nur mit dem Sarong, einem viereckigen, UN die Hüs ten gebundenen und bis zu den Fußen hinabreichenden Tuche bekleidet. Nachdem der pogero auSgeklungen hatte, begrüßte uns der Pangeran Riti Nagara auf das Herzlichste. Meinem Mann und bin übrigen Herren reichte er die braune Rechte, bei meiner Begrüßung legte er graciös die linke Hand aus'S Herz. Bekleidet war er mit einem schwur zen Tuchbeinkleid, dem kurz aufgeschürz ten Sarong und einer Tuch sacke mit gol denen Knöpfen. Um den Kops , war, gleich dem Turban der Araber, ein dun-
e? Tuch aeschlunaen. das auch die bei I
oem mannuchen Geschlechte lanaen. nie avge qntttenen yaare auf dem Kopfe SB w m festzuhalten hat: Er wendete sich immer wleoer zu mir, befühlte den Stoss nrn jic iciut, irciajeiie eine meiner ian i (Am... o jt. t . : a : l .s rtt.ia n. 'i.ii. , i üni uywuicii üüUCU, IIUUUI eines uici i ner Armbänder ab und that eö um sein andaelenk. Es war mir unmöalick. bei allen diesen Vosüerlichkeiten das La chen zu unterdrücken, zu welchem mich die l . ' r t i. tr r- i ri I ocrousl orelniazauenoe.i sekiazier unie rer Herren noch mehr reizten : der aut. uiuiiv vuiii5b4UU wuk bUluy U in- l benswürdig. in mein helleS Gelächter miiinini 7t t ni n ivtn mnv i m r n i i f . .... ir r if ' sofort mlt einzustimmen. Nach und nach hatten sich die Gäste. darunter' anaelebene Kaufleute, böbere Beamte u. s. w.. einaefunden und man stritt ,ur Tafel, die in der Mittc der Vandovvo aedeckt war. ?im selben Augenblicke öffnete sich die Thür und eine Javanin im vollenPutze, mit prachtigem Sarong und gestickter Capaca angethan, . r s rr r , . . ericyien im befolge lyrer Wienerinnen, Der Panaeran führte sie mit den Wer ten; ,saja, poenjaBini" (meineFrau) zu mir und setzte sie an meine linkcSeite, während er selbst uns gegenüber Platz nahm. An meiner rechten Seite saß zu meiner großen Freude der Resident, der mich durch seine interessantenMittbeilun gen einigermaßen für die stumme ewig lächelnde Nachbarschaft zur Linken ent chädiate. Von ihm hörte ich denn, daß bei offinellen eleaenbeiten nur die erste Frau erscheint, überhaupt waren die an deren Frauen eigentlich nur Sklavinnen, welche die erste Frau zu bedienen hätten, 5.: .rk.: ? I Viuyt UVtll UUUtlUUb wiUl(ll (9 Ulii, I daß eine Anzahl indischer böberer Beam ten, die mir kurz zuvor vorgestellt waren, nicht an der Tasel Platz genommen hat . t v v -nr w x . : ien, onoern an vzz zoauo lauericn, roo ihnen aus Matten die Speisen gereicht wurden. Der indische Kastengeist erlaubt es nicht, daß ein Untergebener des Pan . r .f" rs n geran MI! lym an oinzieuen euen am gleichen Tische sitzt, obwohl er sonst äußerst patriarchalisch mit ihnen verkehrt.' Bei unserem geringen Vertrauen zu der javanischen Kochkunst hatten wir schon lm Hotel em Dlner eingenommen; so war eS unsere Absicht, uns auf das Kosten der Speisen zu beschränken. Der Lieutenant hatte sich zum Aorkoster er' r. ' rr. . ! ooien ; ourcy Jkicuen wouie er Mir mu tbkilen. was ekbar sei oder nickt, ava nen mit gekrümmtem Rücken (in Gegen wart des Pangeron dürfen sie nicht auf' recht elnhergehen) reichten aus einem Brette kleine Töpschen umher, deren In halt ich für Pomade hielt. Um nicht un höflich zu erscheinen, nahm ich eines der e kl . . r. .. v f . jciocn uno wai nun geipanni.mas oamll geschehen wurde. Vielleicht war eS em rt r j l m n w rr- ? 0(9 orans, er r oas uaar ral ffett einzusalben, ehe man zu speisen beginnt. Zu meinem großen Erstaunen
schleA iedoch das eine Töpschen nicht hin, bedeckend, gesagt. Trachte, mich zu ver- wegen da sind, nicht das Volk Jhretmezureichen, denn die Bini und dtr Pange gesien." Nie nie," versicherte Amelie gen ! Gleicher Sinn liegt in der Aeuße
ran schoben mir jeder noch emes auf den Teller. Schon strich ich unwillkürlich mem Haar glatt, doch da sah ich zu meinem L- - . . - , 7 . schrecken, vatz alle Gaste die Pomaoe verzehrten. Mein Mann that es, ohne neu oen Wioerwluen anmerien zu iaen, . . k . t; k? . v r:..n t t. im ' tt er . oer otoniui rnu einer vnmanc, verölen tenant Mit emem übermüthigen Lächeln, Neugierig kostete ich endlich auch davon, rw r r t rr . ? - r ? Ablchemich : 5 lajtcn roirrnca n:mi oq m 0 ft. ier ais omaoe : Nlnoerieli uno ro en öl. Enliekt likk ich daS Töpschen wie der auf den Teller gleiten und wurde denn auch bald von ihm erlöst, nachoem ich einem Diener dazu emen Wmk ge , . t. . ' . cr oen; oie anoeren oeiven yallen vie lnl und der Pangeran wieder an sich genom men. sie begriffen wohl, daß ich nicht eine Fettkur brauchen wolle. DaS folgende Gericht bestand aus Reis, iedoch Reis mit dem scharsen, rothen Lombay so fürchterlich gepfeffert, daß mir beim ersten Biffen die Thränen in die Augen traten, Zuvorkommend reichten inic Bml und der Pangeran ihre Taschentücher, ich zog vor, das meinige zu gebrauchen und staunte nur darüber, dan die fürstlichen Herrschasten überhaupt deraieichenLuruS trieben., Jetzt kam eine fetttriefende Henne, ein mächtige, altes Thier, zum Borschem. Sie wurde dem Pangeran zuerst gereicht. und die liebenswürdige Hoheit war so gütig, mir eines der schönsten Bruststücke auszuwählen. Doch, ö Unglück lindem Augenblick, da er eS mir überreichen wollte, mußte er stark niesen; alle Java nen erhoben sich und nesen slamat! (Heil!) Man wird begreifen, warum ich iekt auf das Bruststückchen, welches er mir gütigerweile doch noch zuschieben wollte verzichtete. Prächtige, große gekochte Eier kamen nunmehr aus die Tasel; der Lieutenant kostete vor und machte mir-lenes bekannte Klemkmder zeichen, mit dem die kleine Welt andeu tet, daß ihr etwas munde. Ich steckte denn auch ein ansehnliches Stück in den Mund. ' O weh ! es waren Enteneier, in denen der gelbe Dotter fein zerhackt und dann wieder hineingesteckt war. Mit Widerwillen würgte lch den Amen hm unter, schwur dabei jedoch dem unartigen Lieutenant Nache, Nach und nach war die Gesellschaft m heitere Stimmung gerathen ; der Pan geran, der. gleich allen inlandlschenGro ßen, dem Sekt zugethan war, hatte eö aran durchaus nicht sehlen lasten. Ge gen Ende deS Mahles erhob er sich trnt vieler Würde und sprach mit etwas wein schwererZunge ungesähr folgendeWorte: . .Ich bin hochgeehrt, so viele Gäste unter mcinem Dache zu sehen; sie ver herrlichen mein Hau, mein Fest (Lei fallsknurren der Inländer). Einige darunter hier blickte er aus mich und meinen Mann Radenasu v. Moltke sind meine Busensreunde. Ich bitte 50, 100 ja 1000 Mal um Nachsicht, wenn meine Speisen nicht gut, meine Getränke schwach waren und die Tänzerinnen heute Abend nicht schon genug sein werden, Ich bin ein n-edriger Sohn Javas, Tausend Segen auf die Häuvter meiner 1 . V Gäste, deren yaare n:e auszeyen mögen, (Beisallsknurren.) Ich habe genug ge ? I a . sprachen !" (Anhaltendes Knurren.) Mynheer S., der Resident, dankte und Brachte aus den Pangeran ein Hoch aus. rr r i x - . 7 V . CVuu..r Sikich oaraus erionie ein vasrvnimez sell zerreißendes Geschrei dicht vor mei nen Ohren. Aufgeschreckt wendete ich
mich um, eS dauerte fort und fort. Eine die Photographie memeS SohneS," sagTännrin domrsrens:) hatte sich hinter te er, besten Bild auS seiner Brieftasche
meinen Stuhl gestellt und gab, ehe sie
den Tani besann, ein Lied zum Besten. I
Unertraallch war der Gesana. unertraaW W mm llcher noch der Oelaeruch, welcher der Person entströmte. Den hohen Tönen gab die rongeng noch emen besonve o-. v.w X. ? 5? . r. jl t. . ren yictz oaonrry, vag t nry oaoci uic cn r ...c:.fi . . r t : : W I yiuic AUUlcii . uu jituuiuy uu.u uur, trug aber zur Erhöhung deS OhrenschmauseS nicht aerade bet. Meinen Widerwillen aeaen die holde Dame überwindend, flüsterte ich ihr zu, . r r v f' i a. fl - I ne möge ncy ymier oen zleulknanl w i len und diesem tüchtig in daS Ohr ....... nn jt ... v r.x. k I i m rTBn iiMirr im mmi nn lnim.n tipi i luyvvikti. wiuutiuf tuvtii vuyvit -w.fall gefunden zu haben, folgte sie denn auch meinem Wunsche; die gellendsten Töne schmetterte sie dmem ,n seme Ge börmusckeln wie Tromvetenstöne binein. Meme Rachsucht war befriedigt. Räch aufaebobener, Tafel aestand mir der Lieutenant, ebenfalls etwas angeheitert durch die lucullischen Genüsse, er habe srüher mit süßem Bangen an die Basa deren und sich dieselben als die Verkör . w.... X s ' r . v . x i. perung oer yourls im iparapicje geuuemi er hätte sie foaar im Verdacht gehabt, den tugendhasten Mohamed zur Einsüh rung der Vielweiberei veranlaßt zu haben, aber so jämmerlich fei er noch nie enttäuscht worden. 1 - Der Tanz begann doch ich wollte Za beute nur vom .Diner" sprechen und sage daher mit dem Pangeran : ich habe genug gezprochen! ' ; Ei JZu,man aus oem Leben. In Wien dürste die in einigen Tagen stattfindende ofsiciclle Verlobung des ?L?s! )Tmfi m tu r tnS npr I Uuuiiut ttu'ktiv v. 4bvujfc w.itv vv i ersten Banlherren, mit dem unlängst ans dem Orient zurückgekehrten Adoptivsohne eines indischen NabobS. der als Besitzer M cmin:. uymu xriiuiuncu yui, uuiy sehen erregen. Amelie v.B. ist bereits eine voll ausgeblüthe Rose. .Man er zahlte. sich seit Jahren, daß Amelie nicht C .I.iC ..W . mu ..K.l. ff i M rnaiyen wciue, ingemeiie lüuuicn wissen, daß sie, als sie im Jahre 1870 mit ihrer Gesellschafterin (die Mutter war frühzeitig gestorben) in Baden weil te, sich sterblich in den Hauslehrer ihrer Freundin verliebt, lhm ewige Treue ge schworen, und da sie des Vaters Ein willigung nicht erlangen, ja es nicht ein mal dahin bringen konnte, daß derselbe li rr . ?Ki 1 .1 . t . 9 uraauiun eine unicrnuung üc williate. Nch feierlich aelovt bade, wenn nicht ihm, dann keinem Manne angehö ren zu wollen. Dr. Manfred B. hatte hernach noch zwei Jahre in Wien gelebt v:- m .i:.ci. 2:1.-1 c: o. unv üic vrrnoic v,iels oci lyrcr yreun din gesvrochen, doch da er sah, daß sie sich in stillem Gram verzehrte, daß nichts I v. er l n u u :c.a -..c r . : r .iwt: j. uen uiuiiiuu igica uu, cu;c ciuuac stolzen Katers brechen könne, nq schwe I - o - Ari-irr v : . . : . c ren vcrzrns eni llZtv, en, oie eimniu verlassen. Wir müsten einander meiden, Amelie," hatte er, .sie mit seinen ?üsien 'hm; wenn du auch ferne bist, werde ich nur im Gidanlen an dich leben". ... Wie schieden. Dr. B. nahm eine Stelle als Reise I . , r rtit. im oegieiler ver einem reichen znoer, n. Blanket, der am Ganges ausgedehnte I CC .71 L. . t i i . r7 OsT . Vrsungen yane. mix mann war an, l.2f!A tr.Uli- ClJt. r. : . a ra-ljt uuiuuu, luync iiuj uuii ,eines jinuj thums unendlich arm, da eine heikgclieb' te Gattin und zwei hoffnungsvolle Söh I . IfL .1 CV C . . V t v?. rr C . ne iym ein jaat guoo vurlu oie viaoI 4 ff9 . C I ' V Atf W iera-pioemie enir, en woroen. unm er wollte vergesten, und in ihrem gemeinsa men Leide schlössen sich die beiden Männer aneinander; es entstand zwchen ihnen ein inniges reundschastsoeryalt l 1 OTi l - V I x l . . niz;. ocior 'juiantzo vzmauu oem älteren Manne an, was ihn bedrückte. Jahre verginge, ohne daß er von Ame lie eine Nachricht erhalten ; derGedanke, ob sie noch frei sei oder emem Anderen angehöre, peinigte lyn Tag uno iacht. Von Algier aus erkundigteer sich darum bei einem Freunde; dieser war gewiffen los genug, ihm aus des alten B. Wunsch, m besten Hause er als Buchhalter an gestellt war, zu antworten. Amelie sei eit zwtt Jahren an einen Pariser Ban kier verheirathet. Nach Erhalt dieser Nachricht verfiel Dr. Manfred in ein hitziges Fieber i Mr. Blanket pflegte ihn Tag und Nacht; letzt, da der mnae Mann m Lebensgefahr schwebte, ward Mr. Blankek sich erst darüber klar, wie lieb er ihn hatte, und er gelobte sich, falls Manfred genesen sollte, ihn an Sohnesstatt anzunehmen. Manfred's starke Natur siegte. Er erwachte nach schwerer Krankheit zu neuem Leben, ward durch Mr. Blankers Freigebigkeit reich. unermeßlich reich, doch keine" Macht der Welt konnte ihn, seitdem er die Geliebte sich als Weib eines Anderen denken mußte, wieder fröhlich machen. Doctor Mansred suhlte sich fortan wirklich als Sohn des Mannes, besten Namen er nunmehr fühlte. Aus. seinen Reisen hatte er manche hervorragende Schönheit, manche Frau von Bedeutung, kennen ge lernt, die sich glücklich geschätzt hätte, si4 mit lhm zu verbinden; alle waren ihm gleichgiltlg. Eine stille, aber, jetzt um so hestiger auftretende Sehnsucht zog ihn nach dem Orte seiner ersten Liebe.. In der Ruckermnerung wollte er sich all die sunen Stunden noch einmal zuruckzau Bern; die er einst zwölf Jahre waren bereits verstosten mit lyr verlebt. Mr. Blanket und sein . Adoptivsohn stiegen in einem der ersten Hotels in Wien ab. Nach Verlaus wemgcr Stunden wußte Dr. Manfred, daß er mystisicirt worden. dav Amelie v. B. nicht verheirathet sei, im Gegentheil still bei ihrem Vat?r lebe nnd alle ihr gemachten Anträge znrück gewiesen habe. Währender nachsann, ob und wie er sich ihr nähern sollte, hatte Blanket sen. bereits seinen Plan ge faßt. Er selbst wollte als Brautwerber seines Sohnes zu Amelie'Z Vater gehen, und da er hoffte, daß der Glanz seiner Millionen eine verständliche Svrache spreche, glaubte er, die tzsache Ielcht ,ns rechte Gelcije zu bringen. Fast schien es. als ob der sonst praktische Mann sich diesmal getäuscht habe. Herr v. B. r w i k yorie tuzn wnirag rugig an, jagie aoer dann, daß seine Tochter nichts von Hei I T t n im U. . ralyLvorschtagen yoren woue uno er es jetzt, da sie nahezu dreißig Jahre sei. ausgegeBen habe, sie -anderer Meinung ... a X m iSTAam Vm a fT 4 . PI ( OfTim zu Utuen. vaiu wuun iuj mu. Blanket zurückziehen, da kam ihm ein rettender Gedanke. Ich laste Ihnen hervorziehend, zeigen Sie sie, ich bitte
dringend, Ihrer Tochter ; ich weiß, daß
ste die Bewerbung memeS tzsodnes an nehmen wtror ..Wunderlicher Kauz !"murmelte Herr v. B., naazoemBlanret gegangen,, .denn i.. v...i ... mL.i....a . v.a cttjzv uer vmuj guiugcuvgic uc jjiuuW cz. x x ... fiHiM " um iuuiu am uuuun uiuim. Er war noch in den Anblick des Btl deS vertiett. als Amelie das Zjlmmer ve trat. Da sie'," sagte er, wieder ein Freier." Herr des Himmels !" rief M -11 - I.V. ZI . n.".Xl! arnciic, nacyuci iz einen ,iunqen Blick auf das Blld geworfen, "Manfred! cm t . V i it jC (Y) . i . in 1 iisnnirrn ' inrini viiiirr in rr i irrt ki.vv wf..v, i War er bei dir? Wie kommst du zu dein Bllde ?"Blst du von mnen " fragte der alte Mann erstaunt. Vater!" rief-Amelie m höchster Aufreauna. das ist m Dr. Manfred B.. oerttive,oer Du irrst. Jener war ein armer Teu fel, dem ich meine Tochter nie zur Frau gegeben hätte. Dieser aber ist derSohn des reichen Plantagenbesttzerö Blanket, eines mehrfachen Millionärs,' der das cnx. c-a I .". f . ! . u (n . (. - yvctyi yai, int , einen üuy um uiv ter aus erstem :yau,e zu vean prumen. Und du würdest ihm deine Tochter geben V fragte Amelie in sichtlicher Ausregung. .Ohne Bedenken." So eile, ihn von deiner Einwilligung in Kenntniß zu setzen, bat die Tochter, und das Bild mit Küsten bedeckend, rief sie : Ich wußte ja, daß er zurückkehren, daß er ,eme Arnelie nicht vergeben werde l" feine Stunde spater war das Nalyjel zu Aller BeMediauna aelött Die beiden Bäter, die schon die Hoffnung aufgege ben ihre Kinder je so recht von Herzen glücklich zu sehen, drückten einander ftttmm P,iti?i nlR st Qntfttn ' Tu& tuuiut uit lyunvt; . v vivDv Wonnerausches waren, der die Liebenden beseligte. Der ofsiciellen Verlobung soll mit thunlichster Beschleunigung dieHoch t ci. tn 0!.(tai. i. jm uiijui. jüu ituctum vui lu 4U"al genug auf einander gewartet, um nicht die ost sehr relativen Freuden eines lan gen Brautstandes durchkosten zu müsten. - . Philosophische Herrscher Die Staaten-, sagt Plato, .werden vollkommen glücklich sein, wenn sie ent weder Philosophen zu Königen haben oder ihre Könige Philosophen sem wer den." Dieser Auöspruch ist in der Neuzeit durch den .Philosophen von Sanssoucr wie man Friedrich den Gronen ost ge nannt, und im Alterthum durch den rö mischen Kaiser MarcuS AureliuS (121 180 n. Ebr.) bestätiat worden. Beide Herrscher waren sich vollauf bewußt, daß I m . p- 1 . oer negeni jicu ganz seinen unierlyanen schuldig ist. Als Prinz Carl Eugen, der in der preußischen Armee diente, unver-. I . . cm , yossl zur yerzogswuroe in vurliemverg gelangte, gab lhm Friedrich den Abschied 1 , c onr , rr i p r n Mir oen vorien : .Nisernen ie aue Schmeichler von Ihrer Person und be denken Sie stets, daß Sie Ihres Volkes runa. die Marc Aurel that, als er das erste Mal einen Präfecten der Prätoua er (kaiserliche Leibgarde) ernannte .Ich gebe Dir dies Schwert, um mich zu I . . . m - , m m... verlyel0igen, so lange ich meiner PsUcht getreu bin ; Du sollst es aber auch gegen I w , . . r- ? mlcy brauchen, wenn ich ze vergebe, oav I . .:. : n i.' cexi es meine vmuioinitu 1 1, vie iivmer glücklich zu machen !" Als ebenburtl ger Dritter gesellt sich den beiden großen I irrt v . r. rs r . TW . . ncannern acaier oevy 11., von oem i mm , . ten em anoviuei nnoer, weimes er 1783 bei seiner Abreise nach Italien den Chess der Regierungsstellen hinterließ und worm er die Pflichten eines Beam ten zusammenfaßt. Es hemt dann .Ich habe die Liebe, so ich für das all gemeine Beste empfinde, und den Eifer, für besten Dienst ich jdem Staatsbeam ten einzuflößen gesucht ; ich habe gezeigt. daß, von sich selbst anzufangen, man keine andere Absicht in seinen andlun gen haben muffe, als den Nujen und daS Beste der größeren Zahl. . . . Wer dem Staate dient, soll sich selbem ganz lich widmen, kein AutorltätSstrelt, kein Ceremoniell, keine Courtoisie muß ihn von der Hauptsache entfernen. Zur Er reichung deS Ziels aus das Beste wirken der Eifrigste sein, am meisten Ordnung bei seinen Untergebenen halten, heißt der Erste und Vornehmste sem ; ob alsoJn stnuata, Noten und dergleichen Kanzlei spränge, oder die Titulaturen beobach tet, ob in Stiefeln, gekämmt und unse kämm t die Geschäfte verrichtet werden. muß für einen vernünftigen Mann, der nur auf die Ersüllung derselben sieht. ganz glelchgiltlg sein. Jeder muß sich Alles angelegen sem lassen, was nur au irgend eine Weise zum Besten der Mit bürger gereicht, zu deren Dienst wir sämmtlich bestimmt sind. Zu dem Ende ist es nothwendig, dav m allen Aemtern zwischen den ChesS und Subalternen Ordnung,-Einverständnis und Wechsel seitigeS Vertrauen herrschen. Jeder Beamte muß nothwendig einen solchen Trieb zu seinen Geschäften Haien, daß er nicht nach Stunden, nicht nach' Tagen, nicht nach Seiten, sondern nach der Wichtigkeit des Gegenstandes, seine Ar beit berechne. ... Enennutz von aller Gattung ist das unverzeihlichste Laster emeö Staatsbeamten und das Berber ben aller Geschäste ; dleS' ist nicht allein von dem Geldgewinn zu verstehen, son dern euch von allen jenen Handlungen, wodurch Pflicht und Wahrheit versäum und verhehlt- werden.... Nation und Religion muffen keinen Unterschied ma chen. als Brüder Z.i einer Monarchie müsten alle, stch gleidj verwenden, um einander nutzbar zusein. Schon vom Landessursten anzufangen, denkt Man eher, daß er das Vermögen des Staates und seiner Unterthanen als sein voll kommenes Eigenthum ansehen könne, und glaubt, daß die Vorsicht Millionen Menschen für ihn erschaffen hat. Manche glauben, die PluZmacherei zum einzigen Augenmerk machen zu müsten. . . . Ich erwäge, daß der Monarch nichts ver schwenden, die Abgaben auf die leichteste und wohlfeilste Art erheben und den Staat in allen seinen Theilen zu bedienen trachten soll, wosür er cem Allgemeinen uno zeoem Jnolviouum echenlchan zu geben schuldig ist. Semem eigenen Vor urtheil sür Personen, der Freigebigkei selbst gegen Nothleidende, wiewohl einer der vorzüglichsten Tugenden, darf er stch bei Verwaltung der lhm nicht angehöri gen Staatseinkünfte keineswegs über lasten, sondern nur mit dem ihm als Partikulier eigenthümlichen Vermögen sich dergleichen Vergnügen verschaffen
Sollte er aber etwas Ansehnliches in den Auöaaben sparen können, so ist er schul
dig, es in der Einnahme durch Nachlas unaen zu vermindern, wen oer Burger nicht für den Ueberschuß, sondern nur ür das Bedürfniß deS Staates Beitra gen soll... . . Wer mit mir gleich denkt . t ? V . a uno na) ein roayrer wiener oes Staates selbem ganz mit Hintansetzung aller anderen Rücksichten widmen will, sür diesen werden vorstehende Sätze begreis ich sem und ln der Äusubung ebenso wenig, als mir. Beschwerlich fallen. Je ner aber, der nur das seinem Dienste anklebende utile und lionorincum zum Augenmerk hat, die Bedienung des Staates aber als em Nebending betrach tet, der soll eS lieber voraussagen und ein Amt verlassen, zu dem er weder wür dig, noch sShig ist, da selbe eine warme Seele für das Beste-des Staates uno eine vollkommene Entsagung seiner selbst und aller Gemächlichkeiten erfordert.99 Jahre ist dieses Handbillet alt, ver altet aber wird sem Inhalt wohl keinem Leser erscheinen. DaS Zepter Karls des Großen. Man schreibt der Frankfurter Zeitung aus Paris : Es ist bekannt, daß Napo leon I. sich gern mit wirklichen oder an geblichen Reliquien Karls des Großen umgab und auch äußerlich fortwährend anzudeuten suchte, 'daß er sich als den tobe und Fortsetzer der Weltyerr chast deS großen FrankenkaiserS Betrachtete. Unter Anderem figurnte auch der seiner Krönung in der Notre DameKirche das Szepter Karls des Grotzen, desten Ab Bildung sich seither im Wappen des Kai serreichS Besindet. Im Nachlaß des jüngst verstorbenen SohneS eines hohen Beamten des ersten Kaiserreichs entdeate man nun eine hairdschristliche Note, die unwiderlegllch beweist, daß das angeb liche Szepter in Wirklichkeit der Takt stock eines Kapellmeisters des vierzehnten Jahrhunderts war. Das immerhin interessante Stück hatte einen fünfeckigen spiralisch gedrehten Handgriff, der altsranzösische gereimte Inschriften trug, welche wohl etwas ver wischt waren, aber doch deutlich besag ten. daß es ' sich um emen silbernen Taktstock" handle, der .1394 von emem ehrbaren Sangmeister gehandhabt wur de, sür dessen Seele diejenigen beten mö gen, die den Stock nach ihm m ihren Händen halt:n würden". Auf dem obe ren Ende war die auf einem Thron sitzende Figur Karls des Großen Mit Szepter u. Reichsapfel inHänden und der Inschrift .8ariotu3 Carolu5 Magnus" unt-r den Füßen dargestellt. Der Takt stock befand sich im Louvre, dessen Direk tor, Denou, ihn hervorholte, die In schritt des Handgriffs wegfellen l:eß ihn Napoleon als authentisches Szepter Karls des Großen vorlegte. Napoleon mochte wohl Zweifel an der historischen Echtheit des Objekts hegen, er hatte aber kein Interesse daran, der Sache auf den Grund zu gehen,' im Gegentheil, er proklamirte die Entdeckung"Denou's Mit groner Freude semem ose, undPa riS bewunderte bei seiner Krönung die ehrwürdige Reliquie, deren Anwesenheit das Prestige der Ceremonie nicht wenig erhöhte. Zlgeuner-Humor. Die Wiener .Presse" giebt in einem Feuilleton sehr lustige Proben des Zi geunerHumors. Charakteristisch z. B. ist die Antwort jenes Zigeuners, der in strenger Wmtersläite m das Haus des Gutsherrn kam, wo er mit den folgen den Worten empfangen wurde : .Eins sei-Dir gewährt, Zigeuner, Du darsst Dich satt enen oder wärmen, wähle r Der Zigeuner erwiderte schlagfertig zur Lösung des Dilemmas: .Ich möchte mir nur ein Stückchen Speck am Feuer rösten." Ein anderer Zigeuner jammerte ein mal : .Schlecht ist die Eintheilung der Welt. Wenn der Tag lang ist, sollen wir - auf dem Felde arbeiten, und wenn die Nacht lang ist, sollen wir den Tän zern musiznen !" . Ebenso treffend, wie die philosophische Betrachtung, ist die Bemerkung, die ein Zigeuner über semen Gutsherrn machte: .Wenn er mit mir spricht, ist er un wirsch, wie der Teusel, und wenn er mit memer Frau spricht, ist er freundlich wie der Satan." Der Zigeuner ist auch ein witziger Tröster vei fremdem Leide. Spiele mir ein trauriges Lied auf," rief ihm ein Zecher im Wirthshause zu, .ich habe all' mein Geld verspielt." .Lasten wir das traurige Lied in Nuhe," erwiderte - die braune yaur, .die gnädige Frau wird das aon zu au e be oraen. Ein Zigeuner,- der. salsch geschworen hatte, wurde im Gesängnisse von dem Geistlichen Besucht, der ' ihm' vorstellte, welche Sünde er auf seine Seele gela den, indem er etwas 'gethan, was man unter keinen Umständen thun dürfe, und einen Eid aus etwas abgelegt hatte,' was er nicht . gesehen. .Habe ich denn eine Seele?" fragte derPsiffikus. .Natürlich, mem Sohn," erwiderte der Priester. .Du hast doch eine Seele wie jeder Mensch." .Könnten och würden daraus schwören, daß ich eine Seele habe?" .Ohne Zweisel." .Hoch würden sehen also, daß man doch auf etwas schwören kann, was man nicht ge sehen hat." Solche : Delinquenten sind schwer xu überzeugen. Freilich verläßt den Zigeuner sekne Laune selbst unter dem Galgen nicht. der spezifische .Galgenhumor" wird ihm von allen Zeugen nachgerühmt. So verabichredete sich m 'NaghKörös ein mal ein Galgencandidat von der Menge, die zur Hinrichtung herbeigeströmt war, mit den Worten : .Ich danke schön, daß Ihr Euch die Mühe genommen habt, mir zu Ehren hierherzukommen ; wollte Gott, ich könnte Euch die Freundlichkeit vergelten !" Gr oßherzig. Wame;.Z,st mir lem, oav lch zur Linderung Ihrer Lage nichts thun kann: aber beten Sie recht mnigllch zum dem gen Joseph, daß er mich das große LooS gewinnen läßt, dann Bekommen Sie auch Etwas
Schrstre Prüfung.
Derweil sich stolz die Menschen rühmen. Beherrscher der Natur zu sem, Sie zwingend, zu dem ungestümen Betrieb der Zeit die Kraft zu leih'n. Hebt die Natur ganz anderen Zwang, Giebt, unvegristen, and're Lehre Und wüthet im Zerstörungsgang, Als ob das alte Chaos kehre. In Ländern, die weither die Pilger Gelockt durch Zauber der Natur, Erwuchs ihr Zauber sium Vertilaer Von Haus und Weinberg, Hof und Flur, Vertilgend vieler Menfchen Wohl: An uns'reö nahen RheinströmS Usern Wie fern auS KSrnten und Tyrol Erschallt'S von armen Hllferusern. Denn hier, wie in Tyrol und'Kärnten, Schuf großes Unheil die Natur. Verwüstend Aecker, Vieh und Ernten, Seit Sturmfluth durch die Lande fuhr : In ihrem Hauch zerging der Schnee Der Alpen, wie das Eis der Gletscher, uno leoes Bergthal ward zur See Mit wildausschäumendem Geplätscher. Zerstörter Häuser Trümmer schwimmen Mit Menschen aus der Hochfluth fort. Nach Hilfe jammern tausend Stimmen. Im Wellgebraus erstirbt daS Wort; Durch Wolken immer neugenährt, Stromt'S donnernd von den Felsen hängen. Und unten staut sich'3, tobt und gährt. Als wollt' es alle Felsen sprengen. Viel Menschen hat die Fluth vcrschlun gen. Noch mehr ließ sie zurück in Noth, Wie um ihr Leben schwer gerungen Und jetzt nicht haben Saus noch Brot : D'rum öffne Jeder Herz und Hand Wem Brudervolk zu Trost und Spende Die schwere Drüfuna. ibm gesandt Vom Schicksal, ist noch nicht zu Ende. Manch' Kind weint an der Eltern Grabe Und manche Mutter um ihr Kind; Verloren gmgen vauS und vabe. Denn die Natur, im Zorne blind. Fragt nicht, wen sie mit Noth und Sckmerii Auf ihrem Schreckensgang getroffen Woch jedes thellnahmsvolle Herz Weckt neuen Glauben, neues Hoffen. F. B od enst ed t. Der Wein im Alterthum. Der Wein war bei den Alten eine Art Eonsect,in welches man Blumeneffenzen, Honig, Käse, Harz und eine Menge an derer Ingredienzien und Spezereien mischte. DaS Ganze gerann zu einer festen Maffe, einer Art Seife, die man zerschnitt und deren Stücke man in ein Glas mit heißem Master schabte, um sie darin einzurühren. Aus diese Art, die der Bereitung einer Taste Chocolade ähnelt, erhielt man, wie der heilige Hie ronymus sagt, ein köstliches Getränk, .sordituQLÄs de1icata8". Dieser Brauch war sehr alt. In der JliaS giebt Nestor einigen Freunden ein Mahl, bei welchem es so hergeht: Eine schöne .göttergleiche" Gefangene, die im Zelte des guten Alten die Honneurs macht, gießt Wein von Pramnos in eineSchkile, worin sie Käse gerieben und Weizei.blülhe eingerührt hat. Catull sagt irgend wo, dieses Weins und Käses überdrüs siq : .Gebt mir doch ein wenig herben Wein !" Wenn dieser .Wein" älter war, knabberte man ihn in kleinen Tafeln. War er jung, so strich man ihn auf Brod und verzehrte ihn wie Butterbrod aus der Hand. Wenn er 0 bis 80 Jahre zählte, konnte manHäufer daraus bauen. Die Griechen und Römer hatten gewiß manches Gute, wie ihre Kunst und Lite raturdenkmäler Bezeugen, und in dieser Hinsicht stimmt unser Geschmack noch heute mit dem ihrigen überein. Ihrem sordituQenlas indeffen dürste auch der begeistertste Philolog? wohl ein GlaS Rheinwein ohne jede Zuthat von Käse vorziehen. Goethe war, als eran den Hof von Weimar kam, noch ein wenig der tolle' Student. Besonders zeichnete er sich aber im .Schießen" aus, d. h. etwas zu leihen, was wiederzugeben von vornherein nicht in der Ab sicht liegt. Gewöhnlich schoß man Bü cher; doch Goethe dehnte es. auch auf Wäsche, namentlich Taschentücher aus. Bei einer . Reitpartie wandte sich der Herzog plötzlich an den Dichterfürsten : .Goethe, gieb mir einmal Dein Taschentüch." Sogleich präsentirte dieser daö selbe. .Wunderbar !" rief Karl Au gust, .da glaubte ich das meine vergessen zu haben, und nun sehe ich, daß ich es nur auS Versehen in Deinen Rock ge stkckt .Mit Nichten, dies rührt von der letzten Jagd her." .So? dann ist das andere zu Hause und ich habe von diesem Dutzend noch zwei. Danke, lie ber Goethe, für das Aufheben." .O, hat gar nichts zu sagen," versetzte der Dichter. Besteuerte Schenkung. Fürst Filangieri, Enkel des von 1848 und 49 her bekannten neapolitanischen Generals, hatte der Stadt Neapel sein prächtigeSMuseum geschenkt. AlleBlätter priesen diese Hochherzigkeit, der fläd tische Ausschuß überbrachte dem Fürsten in corpore den Ausdruck der Dankbar keit seiner Mitbürger, und AlleS schien auf das Beste geordnet. Da mischte stch die Steuerverwaltung in die Sache und schrieb dem Fürsten sür seine Schenkung eine Besitz Uebertragungösteuer von 300,000 Lire vor. . FürstFilangieri ven' dete sich inFolge desten Persönlich an den Finanzminister mit folgender Erklärung: Der Fiskus will von mir 300.000 Lire sür das Museum, welches ich der Stadt Neapel geschenkt habe. Nun werde ich die Sache so machen : die Stadt wird, so leid es mir thut, das Museum nicht be kommen. In Paris sind mir dafür drei Säle des Louvre angeboten, und ich werde das Anerbieten annehmen. Vine Ausschrift soll aber verkünden: Dieses Museum war für die Stadt Nea pel Bestimmt, aber der italienische Fiskus hat den Eigenthümer genötigt, dasselbe in das Ausland zu schicken." Der Mi' nister Bat nun versprochen, den Kammern ein Gesetz' vorzulegen, durch welches Schenkungen dieserÄrt steuerfrei werden sollen.
LlvsiJied.
So wiffe, Geliebte, eö ist vorbei. Ich singe die schaurigste Melodei, Wie du so grausamlich und hart. Zerraufen möcht' ich meinen Bart Ach, wenn ich nur emen hatte : Ich lö-c da! Band, ade, ade! Ich löse das Band, ich geh', ich geh' ! 3 tr, memer Seele da tobt der Schmer,. fj sprich, mein Liebchen, klopst .nicht dein . Herz?Ach, wenn du nur eines hättest! Der Sturmwind Brüllet das Abschieds- . .. ' . lied, ' Wie deine Hand in' der meinen doch glüht! Doch horch ! E5 klinget ein gellender Ruf . DrauS stampfet lm Sande des Rostes Huf . . Ach wenn ich nur eines hätte! Der Wanderstab in der schwieligenHand, So will ich nun 'ziehen von Land zu . Land. Nur eine Frage sei noch gestellt : Sprich, hast du sür mich nicht ein Reise geld? Ach, wenn du nur eines hättest ! Nieken'S ethische SlnsHanung über die Pflichtwidrigkeiten deutscher Studtrender. Höchst gemein, höchst gemein -Find ich's, wenn beim Abendschein So'n Student, so'n Student Mädchen küßt, die er nicht kennt. . Aeußerst roh, äußerst roh Wenn in dulcijubilo Kurzer Hand, kurzer Hand .Er die Taille ihr umspannt. Sehr Brntal, sehr Brutal, Wenn Schakett und Sommershawl Er ihr schenkt,' er ihr schenkt. Und der Kosten nicht gedenkt. . Doch zumeist, doch zumeist Wühlt's mir Seele aus und Geist, Treibt er flott, treibt er flott Mit dem Profestor Spott. Ach Herr Je, ach Herr Je, Wenn ich so'n Studenten seh!.' Um so mehr, um so mehr Schwärm' ich dann sür'S Militär. - WieMahometstarB.Der Begründer der muhamedanischen Lehre hatte es durch Lug , Und Trug dahin ge Bracht, daß er vom Volk für einen Ge sandten Gottes und sür einen Propheten gehalten wurde, fühlte aber sehr wohl, wie nöthig ihm stets daS Schwert in der Hand war, um sein Ansehen zu behaup ten. Daher verbot er auch seinen Schülern, über seine Lehre zu disputiren, nnd forderte vielmehr, sie sollten alle Einwände, die ihnen gemacht würden,' mit dem Schwert beantworten. Jeder Prophet", sagte er, hat seinen eigen ' thümlichen Charakter: Jesus Christus war sanstmüthig,ich bin streng !" Die Strenge rächte sich indeß; denn er starb an Eist, das ihm ein Judenmädchen in seiner Lieblingsspeise, einer Hammel keule, beibrachte.' Als die Thäterin zur Rechenschaft gezogen ward, erklärte sie: Ich habe gedacht, wenn Mahomet ein Prophet ist, so wird es ihm nichts scha den; ist er es'aber nicht, so befreie ich mein Vaterland von einem Tyrannen, . der es unterdrückt. DerBettler in ber Oberlausitz. x Bettler. Ach, lieber Herr, schenken Sie mir eine Kleinigkeit. Ich habe seit dem letzten Male nichts gegesten, so daß ich vor Kälte fast verdurste. Haben Sie Mitleid mit einem kinderlosen Jungge sellen!. Der Herr (will vorüber). Bettler. Geben Sie mir zehn Pfen mg zu einem Sechserbrod, und ich lasse Ihnen dann für weitere 50 Pfennig ein Mittel ab, durch das Sie sicher 9 Mark öO Pfennig verdienen. Der Herr. Da bin ich doch neugie rig. Hier hat er einen Sechser. Und das Mittel, 9 Mark 50 Pfennig zu ver dienen? ; ' Bettler. Sehen Sie, ich gehe jetzt zum Gemeinderath und zeige an, daß Sie mir ein Almosen gegeben Äaben. Das ist bei Strafe bis zu 10 Mark ver boten. Wenn Sie., mir nun noch 50 Pfennig geben, amnestire ich Sie und unterlaste die Anzeige.' Also hätten Sie 9 Mark 50 Pfennig verdient. Der Herr. Das stimmt ! (Giebt den Bettler daö Verlangte und freut sich, so Billig davonzukommen.) - A n G a m B e t t a. WaS Dir neulich konnt' passiren. Sei Dir eine ernste Lehr, Bis Du einst kommst 'an's Regieren: Spiele nicht mit Schießgewehr! UeB errasch end. ' ' " Geck : Woher sind Sie, z mein Fräu lein, wenn ich fragen darf Z ' -" Fräulein: AuS Brünn. , Geck : Ich hab' mir'S gleich gedacht, weil Sie gar fo brünett sind ! Aus der Schule. Lehrer: Mit welchen Conjunktio nen werden einräumende Adverbialsätze eingeleitet?" Schüler : Mit obgleich, obschon, ob wohl, wenn auch, wenn schon, wiewohl, obwohl." ' " Lehrer: .So gieb mir' ein' Beispiel mit der Conjunktion wiewohl". Schüler: O, wie wohl ist mir am Abend!" - ; . Lucus a non lucenlo. ' . ; i; Die tscherkessische Leibwache des eine Verschwörung gegen sein Leben fürchten, den Sultans hat Knall und Fall Con Pantinopel verlassen müsten. Eine merkwürdige Leibwache, die mair sich so weit als möglich-von Leibe zu halten sucht! Kurze UnterBre chung. BarBier (zugleich, Feuerwehrmann, als Feuerlärm ertönt): .Sie entschuld!. gen ich muß fort; wenn der rand gelöscht ist, rasn' ich Sie sertig !"
L
i 4 . v i ' i . ' c ' O ' X
rr
! l':U Vg:
'j- ,
