Indiana Tribüne, Volume 6, Number 101, Indianapolis, Marion County, 29 December 1882 — Page 2

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Indianapolis, Ind., 29. Dezember 1S82. Nnschttdkg vrurthei!t. Im deutschen Reichstage hat bekannt lich der Abgeordnete Dr. Phillips den Antrag eingebracht: dieEr -schcidigungZ pfticht des Staates unsch tldig Verurtheilten gegenüber durch Gesetz zu regeln. Der Antragsteller r. eist nach, daß in Deutschland in einem Sntraume von noch nicht zwei Jahren in 18 Fällen 89 Jahre Gesängniß, resp. Zuchthaus über Unschuldige verhängt wurdenvon denen 50 Jahre verbüßt worden sind. Aus diesen Fällen heben wir die folgenden hervor: Am 1. Februar 1881 kam in Essen der Fall Lembeö zur Verhandlung. L. wurde aus Grund einer falschen Denun ziation wegen MajestätSbrleidigung zu '.H Jahren Gesängniß verurtheilt, wo von er 2 Jahre verbüßt hatte, als seine Unschuld ermittelt wurde. Die falschen Zeugen, eine Frau Bergcr, erhielt 5 Jahre Zuchthaus, ihr Genosse, ein ge wisser Ziegler. der um einen Kump Kaf seeS und die Zusage freier Wohnung auf ein halbes Jahr den Meineid geschworen hatte, 2.z Jahr Zuchthaus. Am 18. kzr . 1831 kam aus Schönlanke die Meldung, daß sich im dortigen Gefängniß der Strafgefangene Hermann Möhlke, welcher wegen eines andern Vergehens gefangen saß, er hängt hatte, nachdem er sich vorher zu einem Mitgefangene der Tödtung des Försters Puhl schuldig begannt hatte. Wegen dieses Verbrechens waren etwa 4 Jahre vorher ein Gutsbesitzer und sein wohn mit lebenslänglicher, resp. 15jähriger Zuchthausstrafe belegt worden. Der Vater war im Zuchthause gcstorben. Im Juli 1S81 wurden in Ostrowo 5 Personen, welche durch falsches Zeugniß einen Invaliden, Namens Jaknbowsli, um sein Eigenthum betrogen und auf 2 Jahre in das Zuchthaus gebracht hatten, zu verschiedenen schweren Zuchthausstrafen verurtheil!. Jakubowski hatte be reits 20 Monate verbüßt, als feine Unschuld ermittelt wurde. Jnzwisch? war fein Grundstück zur Deckung der betrü gerischen Forderung subhastirt worden und die Familie ist in die bitterste Noth gerathen. Am 28. November 1881 verhandelte das Schwurgericht zu Münster in dem bekannten Falle Haarbaum. Haarbaum war wegen Kindesmordes zu 10 Jahren Zuchthaus verurtheilt worden, von denen er acht Jahre verbüßt hatte, als ein Zu fall zu der Entdeckung führte, daß daö wissenschaftliche Gutachten, welches seiner Beurtheilung zu Grunde lag, irrig war. Die Sachverständigen hatten Flecken, welche Ameisen aus der Leiche des Kindes hervorgerufen hatten, sür Wirkung von Schwefelsäure gehalten. Im Januar 1882 wurde in Posen die Strafsache wider Bose und Stellmacher verhandelt, vo denen der Erstere durch eigenes Verschulden zum Tode verur theilt war. Bose wurde, nachdem er über ein Jahrzehnt im Zuchthause ge fessen hatte, freigesprochen und Stellmacher zum Tode verurtheilt. Diese? Fall ist insofern lehrreich, als Bose aus Lebensüberdruß' seine Verurteilung selbst herbeiKsührt hatte. Am 28. Januar 1882 wurde in Breölau vor der ersten Strafkammer des dortigen Landgerichts der diätarisch bcschaftigte Hllssbriefträgcr Muäer wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit einem Jahre Gefängniß bestraft. Nachdem das Urtheil rechtskräftig geworden, beantragte der.Verurtheilte Wiederaufnahme des Verfahrens und wurde nunmehr von derselben Strafkammer freigesprochen. Er war in Folge seiner Verurtheilung sofort entlassen worden und hat nach feiner Jreisvrechung Wiederanstellung nicht gesunden, wodurch er in große Noth gerathen ist. Au? dem Februar 1882 werden allein drei Fälle gemeldet. In Königsberg wurde der Arbeiter Maletzki sreigespcochen, nachdem er in Folge eincZ falsckcn Zeugnisses nach einer längeren UntersuchungShast vom dortigen Landgericht zu neun Monaten Gesängniß verurtheilt war und einen Theil der Strafe verbüßt hatte. Der meineidige Denunziant, ein Nachtwächter, Namens Toll, ver noch . andere Zeugen zum Meineid verleitet hatte, hatte sich inzwischen erhängt. In Elberfeld war im Jahre 1880 der Steinbrecher Lückenhaus aus Meltrnaiin deS Todschlages, begangen an dem Po lizeisergeanten Wcylepp, schuldig bejun den und zu 12 'Jahren Zuchthaus verurtheilt worden. Seit Oktober 1880 verbüßte' er die Strafe. Nachdem in zwischen ein gewisser Matheisen verschieb denen Personen gegenüber ein umfassen des Geständniß. wonach er den Beamten, den er beim Wildern betroffen, erschossen hatte, abgelegt und sich demnäckist nach Amerika geflüchtet hatte, wurde Lücken- ' Haus aus dem Zuchthause entlassen und ist vor wenigen Wochen sreigcsprvchen vorden. Von dem Kceisgcricht in Schönlanle endlich war im Jahre 1880 der Arbeiter Holz zu zwei Jahren Zucht, haus verurtheilt wo,deu, die cr auch verbüßt halte. Anfangs dieses Jahres hat sich herausgestellt, daß die -Zeugin, die ihn belastet, eine ' Frau Wilhelmine Klotz; für eine Entschädigung, von 30 Pfg einen Meineid gefchworen hatte. Sie erhielt dafür fechs Jahre Zucht'hau. . . Wahlrosten. Die bedeutenden Unkosten, welch? eine Parlamentswahl in England verursacht, sind bekannt und werden von - jedem loyalen Engländer sür etwas Selbstver-

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stündliche- erachtet. Einige Zahlenangaben, welche die legten Wahlen gelie fert haben, dürsten denn doch besondere Aufmerksamkeit erregen. Ja dem Wahl diftricte North Kiding in der Grasschaft Z)orkshire erhielt Herr Duwnay 3,135 Stimmen und diese kosteten ihn 9,447. Sein Gegencandidat, HerrNewlandson. erhielt 7.44!) Stimmen und hatte 5.590 verausgabt. Somit kostete die Wahl beiden Candidaten über 15,000, wo durch 15,300 Stimmen gewonnen wurden, so daß jede einzelne Stimme aus ziemlich ein Pfund oder .$5.00 zu stehen kommt. 5)e?r Dawnay, welcher mit einer Majorität von G8G Stimmen er wählt wurde, gab annähernd doppelt fo viel Geld aus, als Herr Nowlandson und selbst der auf seine politischen In stitutisnen stolzeste Engländer stellt nicht in Abrede, daß Dawnay seinen Sieg einzig und allein seinem größeren Geld beute! zu verdanken hat. In dem Wahl bezirke North Durham liegen die Ver Hältnisse ganz ebenso. Dort candidirten Sir G. Elliot und Herr I. Laing,welche zusammen 14,000 ausgaben und 10, 500 Stimmen erhielten, so daß jede Stimme auf annähernd anderthalb Pfd. zu stehen kommt. In Lecds lief Her bert Gladstone ohne einen Gegen-Can didaten und kam daher mit Wahlausga ben von nur 75 davon, während Lord Algernon Perry, der in Westminster ebenfalls alleiniger Kandidat war, doch einen Aufwand von über 2.000 zu be streiten hatte. Wenn Engländer über Amerika schreiben, schildern sie die hier im -Allgemeinen und besonders beiden Wahlen herrschende Korruption in den grellsten Farben. Wir stellen die Nachtheile, die sich bei uns breit machen, nicht in Abrede, aber was die Korruption der Wahlen anlangt, könnten wir doch noch viel von den Engländern lernen. ,,?ldzc?ahmteS" tanl Professor C. S. Sargent, der sich un ablässig bemüht, das Volk über die Ge fahren der Waldvcrwüstung aufzuklären, wies kürzlich in einem Vortrage beson ders darauf hin, daß die Wälder nicht nur abgeholzt, sondern durch Feuer ihres HumuS fast gänzlich beraubt werden. Der fruchtbareBoden wird ausgebrannt, und eine Wüste bleibt zurück, die in Jahrhunderten nicht wieder ertragsfähig gemacht werden kann. So stehlen wit den nachfolgenden Geschlechtern nicht nur das Holz, sondern wir. schöpfen noch den Rahm vom Boden ab, ohne ihn selber zu verwerthen. Erst vor Kurzem meldete der Förster in dem herrlichen ?)eUow stone-Park, daß unvorsichtige Jäger und Besucher Brände anstiften, die einen nicht auszubessernden Schaden verur sachen. Noch viel schlimmer geht c in den gänzlich unbewachten Riesenforsten zu, in denen die Holzfäller hausen, oder welche von. Eisenbahnen durchschnitten werden. Meilenweit lodern dort die Brände, zehnmal mehr vernichtend als die Aer.te der rücksichtslosen Holzräuber, und in . ihrem Gefolge nichts als Wüsteneien zurücklassend. Der jüngere Theil der lebenden Generation bereits wird die traurigen Folgen dieses straf lichen Leichtsinnes zu fühlen haben. Im Staate Maine werden die An stifter von Waldbränden nicht nur dem Buchstaben nach, sondern in der Praxis ungemein streng bestraft, und in Folge dessen haben sich die Bewohner jener ges waltigen Wälder an fo große Vorsicht gewöhnt, daß Forstfeuer äußerst selten vorkommen. Aehnliche Gesetze werden alle Staaten nnd der Bund zu erlassen und durchzuführen haben. Der Glaube, daß Wälder Regen erzeugen, ist in neuester Zeit stark erschüttert worden. wie es auch keineswegs feststeht, bau die auf der ganzen Erde beobachteten klimatischen Veränderungen mit -der Abholzung zusammenhängen, aber jedenfalls halten die Wäld:r das Wasser, und von allen klimatischen Einflüssen abgesehen, sind sie wirthschastllch unentbehrlich, weil es kein vollkommenes und billigeSErfatz Mittel für Holz giebt. Die Frage ist keine theoretische mehr, denn von dem unerschöpflichen" Holzreickthume der Ver. Staaten ist schon allzuviel abge schöpft worden. An der Erhaltung der Walder ist das ganze Volk mtereslirt. DieTheaterdrünve in 1882. Nachdem die Chronik der Theater brände im vorigen Jahre mit der Cata strophedeZ Wiener Ringtheaters einen entsetzlichen Abschluß gefunden hat, sind seitdem in dem nun ablaufenden Jahre nicht weniger als 23 Theater durch daZ Feuer zerstört worden. In diesem Jahr hundert sind bereits mehr als 500 Thea ler bis auf deren Grund niedergebrannt und mehr als 4000 Menschen zum Opser gefallen. - Es i dies ein furchtbare Ziffer, wenn man bedenk?, daß in ganz Europa gegenwärtig nur circa 1457 Theater existiren. Seit 50 Jahren ist die Zahl oer yealerbrande aus das Vierfache gestiegen, und' ist dies einzig -Wt V t-V l V -!"! i;nu auein um oeoruieno geuelgerien Decorations und Beleuchtunaö'Enec ten der modernen Bühnen, wie auch der meist schwer controllrbaren Heizung zu zufchrkiden. Seit Ansang 1871 bis Ende 1882 sind durchschnittlich im Jahre 18 Theater abgebrannt, - und sigurirtc Datei das Jahr 1881 trotz der cesteiaer ten VorsichtSmaßr.egeln seit dem ?lizzaer Tyeateroranoe mit 28 Theaterbränden. Nachstehend lassen wir die Theaterbrände des JahreS 1882 Revue Passiren, deren Zahl allerdings auch die Durchschnitts zisfer des letzten DecenniumS überfteiat. bei denen aber erwiesenermaßen nur zwei Menschenleben zu Grunde gegangen sind : 7. März. Das czechische NationalTheater in Prag. 17. März. DaS Krystallpalast.Thcater in Marseille kurz nach beendigter Vorstellung. 11). März. Das LivadiaOperetten-Theater (Holz, bau) in St. Petersburg während der Vorstellung. Ein Theater-Beamter um gekommen. 19. März. Das Grand Theater in Algier. In den oberen Räumen erlaubte sich gewöhnlich das Publi kum, ungenirt zu rauchen. . 15. April. Das Temple Opera Hvnse

in Boston. .16. April. Das Hoftheater I

in Schwcrm wahrend .der Vorstellung.' 17. April. Bürgerclub-Theater in Per nau (Livli'.nd). 25. Apr.il. Prince's Theater in Portsmouth..' . 6. Mai. Moore's neue? Opernhaus in Nevada (NeuG:anada). Wurde fcchs Tage vorher erst .eingeweiht. Mai. DasThcater zu Sibibel-Abbes in Algier. 18. Juni. Das Noval Court Theatre in Liverpool. Einziges Theater von sämmtlichen hier aufgeführten, bei dem eS gelang, den Brand auf die Bühne zu beschränken, 2. Juni. DaS Stadt theatcr in Riaa. Wahrscheinlich in Folge von Brandstiftung. Am 31.0s tober. wurde im JntcrimsTheater eine Brandstiftung glücklich vereitelt. '4. Juli.- DaZ Arcadla-Theater in Petersburg. ' G. Juli. Das Theater de log NecreoZ Martinenses' in Madrid. Holz und Fachwerkbau, wahrscheinlich Brandstiftung. . 1. Sept. Das Theater zu Navaia Rufsa .in .Nußland. Brannte, zumal einfacher Holzbau, m zehn Minuten nieder. VermuthlichBrandstiftung. 5.Sep tember. Das Philharmonie-Theater in Jslington (NordLondon) kurz nach be endeter Vorstellung. 11. Sept. Das Theater in Löwen (Belgien) in Folge einer Gasexplosion. 22. Sept. Das Theater zu Orebro in Schweden. 7. October. Melllson's Concert-. und Theaterhalle in Brighton. 30. Oktober. Abbey's Parktheater in New York. - Oktober. Das Theater Marmi in Barcelona. 28. Nov. Das Westend-Theater in South'Shields in England. 7. Dez.. Morgens 1 Uhr. Das Al hambraTheater in London. Der höchste Gerichtshof von London hat die Frage bejaht, ob eine Eisenbahnkutsche ein offener und öffentlicher Platz" sei-wo also da 5 Ver bot des Glücksspiels wirksam ist. Vom Anlande. Der seitherige Methodis-ten-Prediger Obensheim hat Weib und Z?ind verlassen und treibt sich in Brown County, Jll., als predigender undWunderthaten verrichtender Vagabund um her. Natürlich hat auch er seine AnHänger gefunden. Neulichlhielt er inErain . ty . r ' . " IN azurner tzoilllly eine ttiner verrua ten Predigten: unter den Zuhörern erblickte rr einen angesehenen Vcann, der seit. Jahren lahm ist und nur an Krücken gehen kann. Er winkte denselben zu sich heran und sagte ihm, er solle glauben, und er der Vagabund werde ihn hei len. Der Krüppel kniete mit vieler Mühe was tyut nicht ein Kranker, de? Hülse erwartet neben seinem Helfer nie der und betete; der letztere zog einFläsch? chen mit Petroleum oder Ganietett aus dem zerrissenen Rocke, schmierte dem Lahmen den Kopf ein, legte ihm die Hände aus und befahl ihm, die Krücken wegzuwerfen und zu wandeln. Nur mit Hülse Anderer konnte der Krüppel sich wieder aufrichten, man steckte ihm die Krücken unter die Arme und hinkend ver liefe er den Platz. ' Der Narr hat an sei nem Ansehen unter den Bauern nur we nig eingebüvt'. Die .letzteren bilden denjenigen Theil unserer bürgerlichen Gesellschaft, der aus Ueberzeugung für Temperenzmaßregeln und Sonntagsge setze stimmt. JnNewAorkisteine Ent scheidung zu Gunsten einer Loge erfolgt. Philippine Pfeiffer hatte als Wittwe des Peter Pfeiffer' gegen die Deutsche Eichen-Loge.No. 82" vom Orden der QddFellows einen Prozeh angestrengt behufs Erlangung von, ca. $920 Kran kenunterstutzungsgelder sür einen zwer-' jährigen Zeitraum, welche dem Gatten der Klägerin angeblich zugekommen wären. Der Fall wurde im vergangenen Aprii vor Richter Nehrbas verhandelt, und die Loge wies nach, daß der Ver storbene drei Jahre vor seinem Ableben wegen Uebertretung der Logenstatuten ausgestoßen worden war, und daß die Wittwe daher keine Ansprüche ausKran kenunterstutzungsgelder habe. Die Kla gepartei unterbreitete dagegen ärztliche Zeugenaussagen, aus welchen hervorging, daß Pfeiffer zur Zeit seiner AuZ stoßung irrsinnig, letzteee daher unge setzlich war. Dre Jury gab ein Verdict zu Gunsten der Klägerin ab. 'Die Loge. appelllrte an den Generaltermln, wel cher Dienstag das Urtheil der unteren Instanz umgestoßen hat und .somit die Gesetzmäßigkeit der Ausstoßung b.estä tigte. Einen .j a-mm eVvo l l e n Tod starb neulich' als Opfer grimmiger Kälte eine Frau ', Selmae)r mit ' ihrem' einige Monate alten Sauglina auf dem Arm. Sie gehörte -zu. jener Colonie' russischer Juden, welche auf den beiden Eolonien Adler und.. Mendelssohn, bei - Grand ForkS, Dakotä, ' untergebracht wurdm. Etwa zwanzig' dieser. Leute, welche die Unmöglichkeit . einsahen, in. ih ren nothdürftig hergerichteten Hüt ten in der Adler-Colönie langer zu ver bleiben, ent colo tten n nacv oem nur eeine halbe Meile entfernten Mendel j söhn überzusiedeln. Auf dem Wege da hin überraschte sie ein Schnecstürm (blizzard), sie verloren den, Weg und die arme Frau sank, vor Kälte erstarrt Mit ihrem Säugllna nieder. - Uebel zu gerichtet - gelangten die Anderen nach Mendelssohn. , . Selbst die heilige Bibel wird zum Schmuggeln, mißbraucht. Im New Yorker Postamte' traf diefcr Tage eme an Frau .Georg Moore zu Calais im Staate Maine adnssirte Bibel ein. welche, wie sich bei näherer Besichtigung herausstellte, einen gehnmen schan cnt hielt. Mitten in der Bibel war nämlich ein Viereck lrausneZcknitten und mit Schmuckiachen zum Werthe von ausaesüllt. Die Bibel- wurde mit Be schlag belegt und ins Zollamt gefchickt. 'Richter Brown entschied Mittwoch in New ork, daß Jüffer, welche mit Spiritussen gesüllt sind, auch nach vorgrnommencr Stempelung mit Wasser aufgefüllt werden können, ohne Bnndessteuer.Geseke zu verletzen.

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Der Nedacte u r d e r Houston I Post", der durch fein klassisches Deutsch seit MonateN so vlei Heiterkeit erregt hat, scheint sich jetzt in Herrmann, Mo., als Mehger niedergelassen- zu haben. I Wenigstens, ist dort dieser Tage folgende Bekanntmachung angeschlagen worden : Betand mzchgcn dr.s ick nich mehr aus geh zu Schlachten das Jeder Mann Es weis. Ich schlachte wieder für meine Kunden Friesche Kunden werden auch Geschlachtet." V o n W h e e l i n g. West.V., wird eine entsetzliche Rohheit gemeldet. In der Eentral-Glassabril balgten sich mehrere, dort angestellte Knaben w?bci ein gewisser Meyer von einem der Beteiligten gehörig geworfen wurde. Jzh. Nabcr, ein 15jähriger Burfchc und Sohn des Hrn. Geo. B. Naber, saß ruhig dabei, konnte aber nicht umhin, über'die Art, wie Meyer geworfen wurde, tüchtig zu lachen, was Letzteren so in Harnisch versetzte, daß er aussprang, eine glühende Zange ' ergriff und sie Naber mit solcher Gewalt in den Hals stieß, daß sie ihm an der Seite heraus kam. Der Getroffene wurde sofort nach seines Vaters Wohnung gebracht, wo Aerzte ihn verbanden und die entsetz lichen Schmerzen zu lindern versuchten. Es ist wenig' Aussicht vorhanden,' den Unglücklichen am Leben zu erhalten. Ein Insasse des ZuchtHauses in Baltimore, der sich 525 durch Arbeiten über die vorgeschriebene Zeit verdient und erspart hatte, hat dieser Tage diese Summe einem anderen Ge sangenen . geschenkt, damit dieser, dessen Frau sür zwei Kinder zu sorgen hat und welche erkrankt ist, seiner Familie, ein fröhliches Weihnachten bereiten kann. E i n P h o t o g r a p h in New Dork hat mehrere Damenjacken aus Scehundsfell und verschiedene elegante Hüte in seinem Atelier, die er seinen lkundinnen zur Benutzung während der photographischen Aufnahme leiht. ' Er macht dabei gute Geschäfte, da er sür das Verleihen eines Sealskin Saque" $1.50 und eines Hutes 50 Cents erhält. und nch namentlich viele lunge Mädchen bei ihm Photographiren lassen, die durch Benutzung der eleganten Pelzjacke ihr Bild verschönern wollen. D e m S ch a tz k ä st l e i n der deut schen" Houston Post" zu Houston. in Texas sind folgende Perlen entnommen: Die Fcuer-Glocke wurde heute 2 Uhr Geleitet, und sogleich waren unsere bra ven Feuermänner an die Beine, welches sich herausstellte daß an die Flat - Ears, die Baumwolle von fliegenden Funken des Feuers angerathen wurde. Es war doch noch zur Zeit qelöscht, vor ein bedeutende Schaden habe entrichten können." Herr Frank Rottenstein, ist wieder von Galveston, retur gekommen von wo er h'ngebracht wurde vor dem Verein. Staaten Glaubwürdigkeit (wahrscheinlich ti'ULI)iII) der Federal Court an erne Angriff des UebertretenS des Ver. Staaten Wahlacrichts in die fache des Unregelmäßigkeit und Nach läjsigkeit der Dritten Ward Ballot-Box. Die Strafe ist 3Jahren Gesängniß, und 5500. Geldbuße. Herr Nottenstein gab $1000. Bürgschaft sür seine Erscheinung und wurdeErlassen." In der ii.Ward, sollten gegen dem Wunsche des Eltern im jnngrs Par entlausen fein und enn möglich sich eiligst Kopuliren zu asscn." Vom Auslande. Statistisch wurde be rech net, daß im Zeitraum 182878 auf den 18 deutschen Hochschulen (ausschließlich Straßburg i. E.) 180M0- Mensuren vorgekommen sind; davon hatten 25 emen tödtllchen Ausgang, grotentherls aber auch diese nur wegen unvorsichtiger oder nachlässiger Behandlung der Ver lekunaen. Zur Judikatur sind seit dem Jahre 1878 durchschnittlich m 1 Jahre 200 studentische Zwelkampse gekommen. In Ungarn explodiren die Cigarren, in Böhmen der Tabak. Prager Blätter erzählen nämlich, daß f . f. i . cv.!n Uly vor zcurzem in zpocno ein tficijaj Hauermeister ein Vierkreuzer - Päckchen ordinär geschnittenen Taback kaufte, den er in seine Pfeife stopfte. . Erschmauchte aber nicht lange, so erfolgte eine Explosion, welche die Pfeife in Stücke riß, den brennenden Tabak dem Naucher 'ur ogs Gciicht trieb und ihm die Alutze vom Kopfe schleuderte. Als Ursache dieser kleinen Ueberraschung fand man dieMe tallhülse eines Feuerwerkskörpers, ahn lich einer kleinen Revolverpatrone. Das Merkwürdigste an der Geschichte scheint aber daß der Raucher die Metallhülse beim Einstopfen d& Tabaks in die Pfeife Nicht gefpurt haben follte. Ein amüsantes Bild eines bäuerlichen Krawalls m Rupland ent rollte jüngst eine Verhandlung vor ei nem Bezirksgerichte im Gouvernement Twer. ' Ein ganzes Dorf stand unter der Anklage, die öffentliche Ruhe gestört und Gewaltthätigkeiten begangen zu haben. Gleich nach' dem '5kaifermorde hatte sich im Twer'fchen Gouvernement unter den Bauern das Gerücht verbrei tet. es sei in Folge der Landestrauer verboten.mitGlocken zu läuten. Vorüber fahrende Reifende, deren Pferde Glocken trugen, wurden von oen Bauern angehalten und mißhandelt, die Glocken ge fchnitten. Nun kommt der Jsprawnik selbst (Vorsteher der örtlichen Landpoli,ei mit Glcckenaeläute nach einem Städtchen im Twerschen zum Jahrmarkt. Sofort umringen ihn die Bauern mit wüthenden Rufen : Wer heißt E,lch,mit Glocken fahren V Ich bmöer IZvrawnik". herrscht sie ein Mann au5 dem Wagen an. Rieder mit dem Js prawnlk die Herren sind eL ia doch allesammt, die den Kaiser umgebracht haben, tönt ihm auS der Mege entge aen. Ihr habt unseren Czaren umge bracht und fahrt nun mit Glocken, amüVitt Eucb ! ' Die NäckNNebenden begannen den Pferden ds Geschirr a r c i . " . zureiten unp yrevcn mi ocnup pcin naaj den Pserden, dem Wagen, den Glocken und dem Jsprawnik, dem es mit Noth und Mühe gelang sich loszureißen und zu entstlehen. ' Jetzt standen die Bau

ern vor Gericht und wurdener StöI

rung der öffentlichen Ruhe, de Wider . V w m i v . Vjr. Itanoes gegen vie'Veyoroe-unonoc vie ler anderer Vergehen schuldig befunden und bestraft. Vor dem CivilTribunal in Paris ist gegenwärtig ein Prozeß in der Schwebe, der großes historiHes Interesie bietet. Die Nachfolger eines Herrn Mannerau, der zu den Gefetzge dern der ersten Revolution gehörte, ver langen von sämmtlichen Mitgliedern der Familie Orleans .die Zurückelstattung eines Betrages von', 00,000 Francs, den der Vater Louis Philippe'S, d:r im Jahre 1794 hingerichtete Bürger Ega lite für einen feiner Freunde, H. v. Gou ton Biron, garantirt hatte. Die Or leanS behaupten, daß diese Schuld vom französischen Staat nach der Consisca tion der Güter der Familie übernommen wurde. Man ist aus den Ansg2Ng die seS Prozesses selbstverständlich c.cspannt. Aus Lgndon kommt so l gende artige 'Schnurre: Eine große Nusregung herrscht gegenwärtig in der Welt der Wäscher und Wäscherinnen ; hervorgebracht wurde- dieselbe durch die Erfindung des Edison-Hemdes, welche mit Rech: oder Unrecht dem Zauberer von Menlo-Park zugeschrieben wird. Durch diese Erfindung scheinen die Wäfcherinnen auf demAussterbe-Etat geseht u, sein, und vermuthlich wird man in kurzer Zeit die letzte Waschsrau mit ih rem Waschtrog nur mehr als Rarität in den mit ähnlichen Ueberflumgleiten über füllten Räumen de Britijh Museum bewundern können. DaS Geheimniß dieses Hemdes soll in dem Material liegen, aus dem es desteht, und welches der Leinwand vollkommen gleicht. Jedes Hemd besteht nämlich aus 3Go seinen Lagen, welche nach einander abgezogen werden können, fo daß man sur zeden Tag des Jahres em neues Hemd erhalt; sur das Schaltiahr sollen tpecielle Hem den anaefertiat werden, welche aus 366 Lagen bestehen. Wahrscheinlich ist mit dieser Erfindung nur der äußeren einllchkett Rechnung getragen, denn das Blatt betont als emen der Hauptvor theile sür den Besitzer eines solchenHem des, daß er am Morgen Kohlen graben und am Abend in demselben Hemd einen Ball besuchen könne.. Wie a u S S ch e m n i k ge meldet wird,haben sich jüngst zwei Berg leute. Namens Johann Drexler und Franz Balazsy, auf eine entsetzlicheWeise aetödtet. Beide nahmen zu glercher Zelt Ounamltvatronen in den Mund und steckten dieselben in Brand. Die Pa tronen erplodlrten unter heftigem Ge töse und zerschmetterten Beiden den Schädel. Drexler war 29, Balazsy 52 Jahte'alt. Bei dem Letzteren wurde ein Schreiben vorgefunden ; es heit dann, er wisse nicht, was zu beginnen auf dieser Zigeunerwelt ; das Betteln sei nicht gestattet, das Stehlen verboten, die Pflastersteine könne er nicht esien und da er von den Herren keine Arbeit erhalte, so wolle er sich tödten ; die Herren mögen auS feinem Lerbe Haienbraten" machen. Ein eigenthümliches Streiflicht aus die GesellschastS und Sitten.Zustände in Deutschland wirft es, wenn der Relor der Universität Leipzig, Dr. Zarncke, bei Eröffnung des Winterhalbjahrs mittheilt, daß von den elf wahrend seines AmtsjahreS verstordenen Studirenden nur 4 eines natürlichen Todes gestorben sind, 6 dagegen Selbstmord begangen haben und 1 im Duell gefallen ist. Erst vor drei Wochen haben fchon wieder zwei Leipziger Studenten ihrem Leben durch Erschießen ein Ende gemacht. DiejüngsteLuftschisferin ist unzweifelhaft das Baby" der Frau Godard in Wien. Diese hat bei ihrer letzten Ballonfahrt ihr kleines Töchter chen, welches sie noch stillt, mit in die Höhe genommen, damit das Kind nicht in die Lage gerathen möge, vergebens nach der Amme zu schreien. Die Kleine hat die Reise, wohl eingehüllt, ohne den geringsten Schaden an ihrer Gesundheit zu erleiden, überstanden. M ü n ch e n, 2. Dezb Dem Justiz Ministerium liegen zur Zei sieben To desurtbeile zur Prüfung vor und zwar $ aus Ober und 4 auS Niederbayern. Von den 3 in der Angerfrohnveste in haftirten Mördern ist I. Oberbaüer,der feine Geliebte getödtet hat,, ganz gebro chen und verlangt täglich geistlichen Beistand. Neißmann, der Mörder des Bürgermeisters Gilgenramer,. ist jetzt, nachdem ci sich ausgetobt, ganz gelassen und sieht seinem Schicksal Mit Glelchgiltigkeit entgegen ; der Letztverurtheilte Kaufmann MelU ist frech und hofft, daß die beantragte Revision, feines Prozesses beim Reichsger'cht von Erfolg begleitet sein werde. DeutsSe Loeal-NaSrichten. ' Aus der Pfa lz, 5. Dez. Wa rend in Neustadt einzelne Habgierige während der Ueberschwemmung die Noth benutzten,- um ihre Preise für nothwen dige Bedürfnissen zu erhöhen, haben die Deidesheimer noch ein anderes. Stücklein geliefert. Nach erlasfenem Aufrufe an die Bewohner. Neustadts gelangte nämlich von Deidesheim ein Transport Lebensmittel unter Nachnähme an. Selbstverständlich wies das Bürgermei steramt Neustadt ein solches Ansinnen zurück. Der Transport wird nach Dadesheim zurückgegangen sein, damit un ter den reichen Deidesheimer Herren nicht etwa noch eine HungerSnoth ausbreche. B r a u n s ch w e i g, 3. Dez. Ueber die Gemeindevorsteherwahlen im Lande liegen- folgende Nachrichten vor:. Neu gewählt wurden zu Ortsvorstehern : i Badenhausen an Stelle deS.Hrn.Heisecke der Tischlermeister W.' Mackensen, ia KleinDahlum der Kothsaß K. Müvers, in Drütte der Kothsaß H. Witte, in Eitzum an Stelle des Hrn. Sander der Ackermann Th. Schliephacke in Grave der'Vollmeie'r' H. Rose, ln Jmmendors der Kothsaß H. Wedderkop,in Lauingen der Halbspänner Grabenhorst, in Löste Witz der Halbspanner Herms, in Salder der Dachdeckermeister Schweimler, in

Thiede der Halbspänner H. Schp J yr y Uesingen der Ackermann Struänanu,m Volkmarödorf für den Anbauer Brano der Halbspänner Wildecke,in Watensteor der Ackermann Wagensühr und in der Sattlermeister Querfurty. Kelh e im, (Bayern) 7. Dez. große Holzreichthum der hiesigen gend, besonders im Hienheimer uno Paintener Staatsforst, hat in neuester Zeit eine rege Fabrikthätigkeit ms xwc gerufen. Sächsische Unternehmer kausttn das am Eanal aeleaene Gut Schnellneck, früher im Eisenhaber", und errichteten dort eme Holzstofjssbrik, welche berki 10 40 im Betriebe sich befindet. Eine noch größere derartige Fabrik wird in näch ster Nähe unserer Stadt gebaut und er hält durch .einen eigenen Schienenstrang m i. i c v t Aervlnoung m oer Bayn. ajic unternehmer der letzteren sind Aschassen burger. Beide Unternehmungen gewäh ren den Waldbesitzern und der arbeiten den Klasse großen Vortheil und lohnen den Verdienst und werden deshalb mit Freuden begrüßt. . Göttingen,.. Dez. Schon wie der ist eins von unseren sieben EorpS,die Hansea,.zu Grabe getragen. Die übri gen sechs zählen zusammen nicht mehr als 53 aktive Mitglieder. Diese ?mme rische Schwäche der hiesigen Corps muß umsomehr befremden, als die Gesammt zahl der Mitglieder der zu dem sog. Kö sener S. C. gehörigen Corps sich in den letzten Semestern um ein paar Hundert vermehrt ht, - und auf un serer Georgia sAugusta die Corps sich stets eines guten AnsehnS bei der übri gen Studentenschast zu erfreuen gehabt haben. Die Gründe davon liegen wohl in Folgendem : Die Söhne der bemit telteren Familien Norddeutschlands be ziehen mit Vorliebe süddeutsche Univer sitäten. Daher die Blüthe der dortigen Corps. Von da .zurückgekehrt, ent schließt sich der Student nur noch. selten, activ zu werden". Speciell in Göttin gen kostet ferner das Corpsleben zu viel Zeit und Geld. Zunächst sind die Men füren seit den letzten Semestern, wo die Verfolgung derPedelle die Corps zwingt, fast alle Tage auf denDörfern umherzu fahren,um nur die allernothwendigsten" Paukereien auSzusechten, ein ganz erschreckend kostspieliges und zeitraubendes Vergnügen geworden. Sodann stellt gerade das hiesige Corpsleben auch sonst außerordentliche Ansprüche an Zeit und Wechsel. Endlich existiren hier jetzt eine große Anzahl von nicht Farben tragen den Verbindungen, welche ähnlichePrin zipien haben, wie die Corps, und einen nicht geringen Bruchtheil derer abforbi ren, welche Lust und Wechsel haben, sich einer Verbindung anzuschließen. Unsere Corps kennen dlese Gefahren und sind eifrigst bedacht, denselben entgegen zu treten. Die Zahl der ossicie'llen Zusammenkünste wird eingeschränkt, das Programm für alle Festlichkeiten so ent worsen, daß auch der Minderbemittelte sich betheiligen kann, und auch in Bezug aus dasDuellwefen sind eme ganzeRelhe von Bestimmungen eingeführt, welche dahin zielen, die Auswüchse desselben zu beseitigen. Cuxhaven, 6. Dec. Helgolander Fischer berichten : Der vor etwa vierzehn Tagen begonnene' Schellsischfang ver sprach für diesmal ein recht ergiebiger zu werden, da schon mehrere Tausend schö ner Fische gefangen' worden. Der in den letzten Tagen hier wüthende Schnee stürm hat jedoch unter unseren Fahrzeu gen große Verwüstung angerichtet und unsere schönste'H'ossnung vernichtet. ' 15 Schaluppen sind mit sast sämmtlichem Inventar gesunken, nur ein kleinerTheil des letzteren ist in stark beschädigtem Zu stände an den Strand getrieben. Bis jetzt haben erst sechs der verunglückten Fahrzeuge gehoben werden können. Der Verdienst dieser Saison wird kaum die Wiederherstellungskosten der Schiffe und des sehr theuren Inventars decken. H o f (Bayern), 5. Dec. Die We berei, welche vor drei Jahren in Ober franken so schlecht ging, daß sich gegen tausend Handweber zur Auswanderung nach Amerika entschlössen, ersreut sich seit einigen Monaten eines ziemlich be friedigenden Geschäftsganges, und nes halb sind durch unternehmende Jndu strielle. in mehreren Weborten mechanifche Webstühle aufgestellt und von mehreren.. großen Webwaarenfahriken sind einzelne Faktoreien errichtet worden. Heidelberg, G. Dec. Der Bildhauer A. Scholl aus Mainz hat, wie wir bereits vor jüngerer Zeit berichteten, die Erhaltung und theilweise Wiederherslellung der künstlerisch ,brdeu!enden Theile des Heidelberger Schlosses, des, Otto Heinrich und Friedrichbaues änzeregt. Herr Scholl hatte bereits im Monate 'April 1881 dem Großherzige von Baden die- Bitte vorgetragen, unter seinem Protectorate ein Consor tium von Fach-Autoritäten zusammenzuberufen, um den Zustand der Ruine zu untersuchen-und zu berathen, in welcher Weise ndem immer weiter um sich greisenden Verfalle.vorzubeugen wäre. Zum Zwecke eingehender Verhandlung trat Scholl .fodann mit dem Finanzministerium in Beziehung, welches ihn durch die Bau-Jnspektion zuHeidelbetg auffordern ließ, eine weitereEntwicklung senrnJdcen zu geben. Der Heidelberger Schloßverein stellte zugleich zum Zwecke der Vorarbeiten eine erhebliche Surttme zur Ver fügung.. Im Frühjahre 1882 .sprach sich die Ober-Baudirektion zu Karlsruhe ebenfalls für die 'Nothwendigkeit und Dringlichkeit einer umfassenden Wieder-herstellung-auS.-Scholl beantragte auf der General-Versammlung des Verdan des deutscherArchitekten und Ingenieur vereine zu Hannover im August 1882 die Wiederherstellung des Schlosses, und in der Hauptsitzung faßte, dieselbe einstimmig den Beschluß, dem deutschen Volke die Erhaltung .und theilweise ' Wieder Herstellung -des Heidelberger Schlosses als eine Ehrenpflicht an'S Herz zu le Zen". Diesem Beschlusse schlössen . sich inzwischen die General Versammlung veutscher Geschichts und Alterthum! vereine, sowie der Hauptvorstand der allgemeinen deutscheu Kunstgenossenschaft an.

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