Indiana Tribüne, Volume 6, Number 90, Indianapolis, Marion County, 17 December 1882 — Page 3

Alk

e t n Cias Oeihnachttzkschlcht. on VZari ndmann. D!e alle Dienerin bob leise den fVr. Vorhang auf und blickte in das Zimmer.' 3ti h?m nrrSfn ftiiftt .::4.. c O" ' :. vjuy iiactiiiticn uno behaglich durchwärmten Gemach, in wel. che eme. Hängelampe ' ihr' helles Licht verbreitete, var-Niemand, als die Frau, engestalt in schwarzen .Kleidern, die un benieallch tim Fenster saß und in die fternsllmLzernde Winternacht hinaussah. oll ich wirklich den Weihnachts bäum mcht m hereinbringen, Fräulein Anna ? Fz lst ja -nur ein ganz kleines Baumchen. und Sie -sind - so ' sehr daran gewöhnt." - :. - i Die Angeredete hatte sich hoben, stand nun neben' der Sprechenden und legte freundlich ihre schlanke veiße Hand auf die braune runzlige d alten Frau. 3ch danke Dir. Hanne, aber eS ist besser so. Wo AlleZ so traurig verän. dert lst, mag auch der WeibnacdtZbaum fehlen. Ich könnte heut den Lichterglanz. nagen. Vu, tonst ja, roas ich Dir bestimmt habe, auch so von mir an nehmen." ' . - ' Sie nahm ein verschnürtes Packet vom Tische: .Hier, liebe Hanna. Nimm'S nur und danke nicht lange. Ich hm Dir mehr schuldiazalZ das.- Und nun geh'! Ich weiß. Deine Kinder warten mi ? ?5."i cr , r .-. n v .51.' -.-i -' , uuu Kjcingi:n3 einen WcihnachtZbaum und frohe Ge sich! sehen." , . - V , ! Die alte Dienerin stand unschlüssig da: .Es geht nicht,' Fräuleinchen. Ich wäre wohl gern einmal zu mein Toch ler gegangen, aber ich kann Sie doch ... cucin tauen. Doch. doch. -'EZ wird,m'r heute gut inun. ringe mir nur noch die Tbte Maschine herein und dann geh' in Gottes Manien, und mmm Dir auch den HaUZ schlösse! mit." Bald darauf kam die alte Hanna mit dem Theezeuge. Die 'schweren .Fallen v tfYI i ' . ' . oer Pornere neien ylnier ver lnaus gehenden nieder, noch einige Minuten, dann hörte Anna die Küchenthür in'-i öa)io& werfen und draugen den Schlus fel umdrehen. Sie war allein. ! Es durchschauerte sie bei. dem Gedanken. Allein!, Jetzt und-künftig und durch ihr ganzes Leben. D:e Mutter war ae gangen, die durch lange Jahre ihr ElnS und Alles gewesen war. Ihr blieb rnchlS als öde, trostlose Einsamkeit, Heik und brennend stieg der Schmerz wieder em por und durchbrach die. dümpse BetcZu bung',- die lange' auf 'ihr gelegen haste. Der Verlust war noch frisch,.und eS war einer von den Schlägen, die man nie ganz verwindet. 'Thränen hatte sie nicht rnehr; sie waren alle weggeweint seit dem Tode der Mutter, aber ihr Herz. v . . ' . . oas ooq gewoanr roar, zu verlieren uno zu entsagen,' zuckte in bitterem Weh. Hatte sie mit der Mutter doch eben AlleS verloren. Ste legte dle Hand über dle Augen und saß in schmerzliches Sinnen versunken, während der Zeiger der Uhr fortrückend Viertelstunde um Viertel stunde wies. Vor ihrer Seele stiegen die Bilder alier Zeiten auf, als das HauZ voll munteren Lebens war, sie selbst darin ein glückliches Rind, ein froh mm WI . I au vluyenoes MavQen. . öic lao :m Geiste den WeihnachtZbaum, der so man ches Mal in diesem Zimmer gebrannt hatte, und die lieben, heitern Gesichter der Eltern, die sich an der Lust der Kin der freuten. Sie hörte den Jubel der Bruder, und die Scherzworte des Va ters, die milde Stimme der Mutter. "All, all are gone, tlie old sarni liar facea." sprach c3 leise in ihr. Und Vied durchlebte sie in Gedanken !die traurigen Jahre, in denen eS allmälig um sie her still geworden war. . Der Vater war zuerst gestorben, dann in kurzen ZwischenräuAen beide Brüder. Aber die Mutter war ihr. geblieben, und sie hatten sich aneinander, ausgerichtet und für einander gelebt. ..Jetzt lag ihr Leben in Trümmern, und auS den Scherben ließ sich kein Ganzes mehr formen. Sie 'war in dem Alter,, wo das Glück, selbst wenn eS anpochen will, keine Pforte mehr offen findet. Und was für ' ein Glück konnte eS noch geben für die Einsame ? Sie war aufgestan den, um zu dem Schreibtisch zu treten, dem das Bild der Mutter hing, und streiste im Vorübergehen mit fläch tigern Blick den Spiegel. Ein bleiches Gesicht sah ihr daraus entgegen, in das der Schmerz seine Linien aezeichnet hatte. - Die Augen , waren rnüoe eingesunken, durch daS goldbraune Haar zogen sich weiße Streifen. Fern, fern binter ihr lag die Zeit, wo die Augen in Lebenslust geglänzt hatten und sie jung und frisch gewesen war.. Wohl auch be gehrenöwerth, denn mehr als ein vacke x Mann hatte um sie geworben. .Ich wollte, Anna, Du könntest Dich zum Heiratben entschließen." ' - ? : Die Mutter hatte cS ost mit leiser Klage gesagt, und die freundlichen Mut tttworle sielen ihr wieder ein, wie sie jetzt vor dem Schreibtisch stand und zu dem Bilde hinaus sah. ' Warum sie sich dennoch nie hatte entschließen können ? Die Mutter vußte' es, so gut, wie sie Uim und batte darum nie ernstlich in sie gedrungen, einer Bewerbung Gehök zu . r i t Lt. ßwen. Man rann nigi gcuaigin, wen man kein Herz zu vergeben hat und das ihrige, war seit früher Jugend nicht mehr ihr eigen gewesen. ES hatte, so lange sie denken konnte, dem Jugend freunde gehört, in schwesterlicher . Nei Hung zuerst und dann in heißer, nicht zu bezwingender Liebe. Sie.? waren als 'NachbarSlinder geschwisterlich aufgewach sen. und schon in ihren Kinderträumen ad eS keinen Schoneren . und Besseren -als Fritz Eckhardt. Dann war er jahrelang fern, gewesen, und.a's er heimkam, schon und gut wie ehemals und so stolz und männlich dazu, da wußte sie, daß sie ihn liebte und allezeit nur ihn lieben nürde. Ihr Herz war thöricht in seiner Treue; eS wollte nicht von ihm lassen, trotzdem diese Liebe vcn Anfang an mia war. als ein lanaer Todeskamps. Er liebte sie nicht ; 'es siel ihm nicht ein, in ihr etwa'Ande?ks zu sehen, als die Gesährtinä'us der Kindheit, und ihr Mädchenstolz behütete ihr schmerzliches (Zebeimnck so gut, daß keine Ahnung desselben ihn je erreichte. Dann war er fortgegangen in ein fernes Land und. sie hatte ihn nicht wiedergesehen. Sie setzt: sich an den Schreibtisch und

vahÄ eine .Kasten, heran, in den sie

vra.yNe, vas tyr an theuern Anoenktn au jener Zilt aevueben i war: Bilder und. kleine Geschenke, trockene' Dlumtn und ! vemge vergilbte Briefe. Zulejt zog sie aus dem Grunde des Kastens eme. An,abl Blatter mit verblaut Schrift hervor. . ES waren Verse ihre eigenen und bei ihrem Anblick flog eS wie der Schein eines Lächelns über das traurige Gesicht. Wie jung und thöricht war sie doch gewesen! , -schweiß nicht, was es ist, .j Das mich bewegt, l . Warum so unruhvoll ' Mein Herz ost schlagt. Ich weiß nicht, seh' ich je i Noch wieder Dich ? Sprach je mit einem Schlag Dein Herz für mich? ; Ich weiß nicht, was mich hält -In diesem Bann, Ich weiß nur eins daß ich Nicht anders kann ! Und so war eS ! Sie hatte nicht an derZ gekonnt, selbst dann ;noch nicht, als die spärlichen Brrese seltener und seltener wurden und endlich ganz ausblieben, während sie Tag und Nacht an ihn dachte, um ihn sorgte,- für ihn betete. Da war noch manches Blättchen, das davon Zeugniß ablegte. Dann hatte sie Jahre lang nichts mehr von ihm,gehört und endlich kam noch einmal eine Nachricht die Anzeige seiner 53 lobang, begleitet von wenigen herzlichen Worten für die liebe, alte Freundin", Da war eS ihr dann, gelungen. Nun gehörte er einer Andern, ihre Liebe zu ihm war Sünde, und in diesem Gedan ken vermochte sie eS, ihr ungestümes Herz zur Ruhe zu bringen. Aber Jahre waren darüber hingegangen, und als die hellen Flammen endlich niederbrannten und in Asche sanken, war sie alt gewor den, zu alt für ein neues Glück. Doch sie hatte die Mutter, die ihr fortan Alles in Allem war. Mi) ihr baute sie sich ein friedlich stilles Leben auf. Ueber die schmerzlichen Erinnerungen legte sich aumaollQ em. tzscylel, lyr erz war ruhig geworden, sie, wußte kaum noch, wie; heiß es einst gepocht hatte. Jahre kamen und gingen, in denen sie an daS Vergangene nicht mehr ' dachte und nur.noch begehrte, für die Mutter zu leben. .Die Mutter war todt:-Für 7 - r- l r i"wen lebte ne ekt noch? Und warum kam zu der frischen Trauer daS alte, längst vergeffene . Leid? wollte eS isie mahnen, daß auch sie einst jung gewesen war, daß auch sie einst geliebt und ge hofft hatte? Ob er noch lebte? Sie wußte eS nicht ; war er doch für sie längst gestor ben. Tod war Alles, was sie geliebt ane, lma .mp,nd si schw.. als ie, daß p. seine Seele hatte, die ihr angehörte. Sie hatte drum ihre Armenbescheerung schon am Vormittag besorgt und selbst die gute alte Hanne fortgeschickt die An hänglichkeit der alten Dienerin, die Dankbarkel! der Beschenkten dies Alles rnat kein Erkak für Das. was ibr ic 1 t.M. mnRX:r:- o't.,u Ju iriinr J 'i 1 1 i 1 1 i nr iir 1 1 i i i i I M V WM 1 V M I f,;.t s.; s la. L h,r. MM 'VUIIII tUlllliVM V M A VW-" mar denn doch nicht unnütz auf der Erde. Jedoch auch die Arbeit, daS wußte sie, wuiüc uic ctic iüiw vuiini) niuji aus iH. . (I,, i - . 0 ...a -n. ih SftfSn ebt wurde iicwi uuiuc. füllen und ihr Nicht ge sich sehnte: Eine Seele, Ui, vuu vi 1 bu.i wuut. . v. ... Wie traurig war schon das Alleinsein m . ' t (VV Y rrii atfV m der wetten .Wohnung. Dle Stille um -sie her beklemmte sie und sie schrak 011 1101m n,(U öii llusr oerelnorang. sle nng an, auf oas rr rr.t. v. cn v . v r i i yiaiicin o Nao orauszen uns au vie Tritte im Hause zu hören, obgleich sie wußte daß Hanne noch nicht zurück sein konnte und sonst Niemand sie besuchen würde' ' Ein Wagen fuhr die Straß: entlang und hielt vor dem Hause ; die Leute im Erdgeschoß mochten noch einen späten Gast zur Bescheerung bekommen. Tritte .... kamen die Treppe herauf; vielleicht wur de der Arzt, der über ihr wohnte, zu, ei nem icranren geruzen. Jeyr scvlen es. als hielten sie vor ihrer Thür. Was klopfte ihr Herz plötzlich so laut? Sie halte keinen Menschen zu 'erwarten. Oder war e3 doch Hanne? Sollte ihr etwas zuaeitoken sein, daö sie früb w zurück kam? . Ab nein, sie hatte den u l - - 1 w 1 l 1 w Küchenschlüssel, und jetzt wurde an der .z.-;,. ?s?.,.. kVlttVVttU UllUUtbif MllliU VI ll MUV batte dabei ein bittern Zlll bekämdfen. ' . . Vor der Tbür stand ein err. von dem nur ein groß Vtlz und ein schwär Zier Bart'zu sehen war und fragte nach ffräulein Anna Volker. 1 . . - - Jch'bin'es selbst." ' ' . .So kann ich mich meiner , Bestellung gleich entledigen," sgte er, ein Brief' couvert in ihre Hand legend,, und, em Kind. daS sie bis dahin nicht bemerkt hatte, vor sich herschiebend. Sie sah in tt. f . r rcln..... ..cco.:w uiacuilüicul vsiuuuj.cu uui rivr. tyui mlch?f, fragte sie befremdet. Warf lch .... fragen) Mlt wem ich dle khre bade r .Mein Name istMorriS, mein Auf trag lautet an Fräulein Anna voller. Ich habe versprochen, daö Kind und den'.Brief Ihnen persönlich 'abzulie. fern." - 7.S0 treten Sie gefälligst näher Q Jch danke, mein Fräulein, ich. reise mit dem' aqizuge wen uno ; 0 Droschke wartet' unten. Sie werden alles Nöthige. aus dem Briefe ersehen. yldi.tt. Kleine ! Ich babe die Ehre !? 'Er klopste dem Kinde freundlich auf den Kops, grume nna uno eure vle Treppe hinab. , i .'Anna stand einend Augenblick unbe :gl':ch'in halber Betäubung, dann sah sie, daß das Kind vor Frost zitterte, und tin ffiffnfii. CHS Verwunduna. Erbarmen und Freude seltsam gemischt, wall te in ihr aus .. Sie Zloadas Kind herein, scblon die Tbür und dann bob sie'es aus und trua es in die Stube.' Sie wollte nacb Namen und Herkunft fragen, aber in dem warmen Zimmer machte sich die Wirkuna der Kälte plötzlich geltend, Das kleine Geschöpf bebte und zitterte in .... M

mögend genug, um sorglos zu leben und .M .' ' i ' mit ihrem Ueberfluß Anderen wohlzu i. thun, ab sie mußte einen Beruf, einen ln1 nbe" "b sie da n..L.w'. Couvert ab, sie überflog den Bnef und S X!? ffi ließ ihn wieder sinken. Die Kleine, die rm. oder Krankenpflegerm werden, sie iZir. '..n....,.-

ihren Armen und das Mitleid unter drückte jede andere Regung. . ! i lES war ein Mädchen 'von 3 bis.'4 Jahren in hübschem Straßenanzuge, der nur für die draußen herrschende Tempe ratur nicht warm genug schien. Anna schlug den Schleier zurück; ein frostge röthetes Gesichtchen kam zum Vorschein und zwei große dunkelblaueAugen bllcktin sie fragend und ängstlich an.Dann nahm sie dem Kinde die Kapuze ab, unter der ihr goldenes Lockenhaac entgegenquoll, entfernte eilig den. Mantel und zog die Stiefel'von den kalten kleinen Füßen. Die. kleine Gestalt war frosterstarrt und sie nahm sie auf den Schooß und vergaß alles andere in dem Bemühen, sie in ihren Armen zu erwärmen. ES war ihr seltsam dabei zu Muthe; sie dachte nicht mehr daran, daS dies Kind ihr fremd war, wie die Tausende draußen ; daß sie nicht wüßte, auf welche Weise, ' durch welchen Irrthum vermuthlich eS, in ihr Haus gekommen war, und daß der nächste Tag es wieder davon führen könnte. Sie fühlte nur, wie allmälig warmes Leben sich durch die zarten Glieder ergoß, . und' eine große, nie empfundene Freude regte sich in ihr, als das Kind unter dem Tuche, mit dem sie es zugedeckt hatte, sich behaglich streckte und sich dabei dicht an sie schmiegte. Sie drückte daS Engelölöpschen sest an ihre Brust, küßte und streichelte die kleinen. Hände und sprach liebkosende Worte, die ihr

unbewußt über die Llppen kamen. Auch als das Kind sich aus ihren Armen auf richtete, siel ihr nicht ein zu fragen, wo her es sei und wie es heiße. Sie fragte nur: .Hast Du Hunger, -mein Lieb ling?" und brachte ihr eigenes Abend brok, das noch unberührt stand, zündete geschäftig die Theemaschine an und höl te aus dem Büffet, was sie an Kuchen, Obst und Naschwerk im Hause' hatte. Dann nahm sie das Kind wieder auf hen Schooß, schnitt ihm jeden Biffen ud ,sah zu, wie eö mit Behagen den warmen Thee trank und die Speisen mit gesu'n dem Appetit, verschwinden ließ. ! .Nun bin ich satt." erklärte die Klezne endlich, indem sie sich rings im Zimmer umsah. Es ist hübsch bei Dir," setzte sie hinzu. .Werde ich jetzt bei Dir blei ben und bist Du meine Tante .Annci?" Sie sprach, ein fremdartig klingendes Deutsch, mit einzelnen englischen und spanischen Worten untermengt.. . .Woher welkt Du . memen Namen? fragte Anna erstaunt. .DaS Räthsel . r ' i . r . v 9! li rnc lm'cuguuma 101:0 ouuig zum wußtsein. Mein Papa hat lhn nur gesagt antwortete die. Kleine. .Ich' heiße! ja auch Anna und ich habe' meinen Namen von Dir. sagt der Papa." - - l-T.-Tn or rrt....r. u .Wer !ii ein Papa, nncuen k ' . . .Kennst Du ihn denn nicht?" fragte das Kind verwundert. Meinen Pava ml uen er ,,t n d n Hmcl zu memer ?.., u v S ' lv I w k. vihtl Brief von thm bringen. Anna hatte indessen das Kind auf daS Sopha gesedt und vergeblich den Vkies gesucht, den ihr der Fremde gegeben und den sie unbeachtet bet Seite gelegt hatte. c kCA -. '" "ul ur.D als uc idu au 00U, cnx uur nn - - - - . , (TZ.Xs.mmAl !(.,,.,. C I V V - Schrel lhren Lippen. Sie sah die un unverwandt zu ihr aussah, fühlte sich plötzlich emporgehoben und an ein stur misch klopfendes. Herz gedrückt. Anna elt sie fest in den Armen, als wollte sie niemals mehr von sich lassen ; isie 1 . t.v.. ..uv .:.v. f.i. - - mUhpr iitih tn?r hn fUinpn m rons ttns Zne-n' s,n M v tv haltsam auf das goldene LockenkSpfch'en. . .Warum weinst Du?"' fragte . daS ind. Bist Du traurig?" Sie konnte nickt antworten. dieTbrä -. -, ncn nickten ibre Stimme, wäbrend sie den Brief entfaltete und noch einmal las .Anna, gellebte Anna! . i i Ich darf Dich noch so nennen, obgleich ich Dir längst einFremde? geworden und , . -. . . . , vielleicht elnemedachtnilse ganz ent stunden bm. Doch nem, Du treiles Herz hältst fest, was Du einmal liebtest. und mich hast Du lieb gehabt, daS weiß ich, als'wir Kinder waren vielleicht auch noch spät. Ich habe' eS damals nicht gewußt und m der Ferne gesucht, was ich daheim schöner und besser hätte finden können. Sie, die mein Weib t ft. T m 9 T V mT ml mf w m wuroe, oar mm) aucy woyt llev geyavl 1 m 9m w-ft 9 m. . us lyre W,e, vle mcyt vte. WkMlge ""w uu, "1 " venug davon! Sle ltt dabln aeaanaen.'wo . r t t ! Vorwurf und Reue schwelgt' und äuch 1 in . . . o:n. c.rjc:. i ut w i ynn oiu oen. - ! , ; Ich war mahl immer eln 'wilder Ge selle, und daS Grübeln war meineSäche nicht. Nun bin ich hilflos an daS Läg gebannt allein mit den Erinnun'gen vergangener Zeiten, und letzt die Nähe des Todes, sagt man ja, macht' hellse hend jetzt erst ist es mir wie eine Of fenbarung aufgegangen, daß Du dem I ,!s. Q:!. o:. f. i wuuiu wvtui uuuui cuic iiutivt 1 . . . . . . . 1 vayr: yafl, vle er nlcht verdlente. . Ich .gehe bald, Anna, und. ich lasse Dir mein tbeuersteS Erdenaut. mein Kind. . Du wirst ihm eine treue Mutter seia, und ich' stttde zufrieden,' wen ich meine kleine. Anna an Deinem Herzen geborgen, weiß Du lebst und bist un vmäblt : beides wein ick au? d Ätt. tung, in der ich . die Nachricht vom Tode Dem Mutter las, und so hindert Dich nichts. Dich meines Kindes anzunehmen, Ich. weiß, daß, Du es thun .wirst, und hnh 5si üt lithtn tnirft. m im liebt hast. Ich kann mich, solange ich lebe, nicht von dem Kinde trennen. Sobald ich todt bin, nimmt ein besreun deter Kapltän es mit nach Hamburg. von wo der amerikanisch: Konsul es sich zu Dir befördern wird. - Watz ich an irdischem Gut hinterlasie, gehört mei n Tochter und Dir, wie Euch beiden meine letzten' Gedanken und Segens wünsche gehören. Lebe wohl, Attna! Möge der-Segen eines Sterbenden. Dir Gluck brmgen und mem Kmd Dlr ver gelten, waö ich Dir an Dank und Liebe schuldig geblieben bm. Fritz Eckhardt."

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1 7.,. r-: ji-:ik,r. u t..r.uui.

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Anna hatte zu Ende gelesen, und wie

der drückte sie daSz Kind an sich und weinte in Schmerz und Wonne. Ob tS das Kind einer Anderen gewesen i war sein Kind und nun das ihre, und sie r i v rit r! v rjli. S-i . sano !N oem ü$tu Kino?rcjcicgi üic i Züge des. geliebten ManneS, und hörte . r ,. ' . k . .fc; I mit . Nlzucien aus . va tlcoe, oeuc Stimmchen, :da3 seiner Stimme ähnlich . ... I I war. ... . ! ' DaS. Kind , vlaude'rte Zlutraulicd. als sei es immer daheim gewesen, vom Papa und der .alten Wärterin Juana. . von fremden Leuten und dem großen Waffir,bis ihm die Augen zufielen und es in AnnaS Armen ewschlies. Leise zog s:e eS auS .'und brachte es in ihrem Bejte zur Ruhe. Aber als sie es in die weißen Kissen legte und sorglich zudeckte, wachte die Kleine nochmals aus 'und schlang die runden Aermchen um ihren HalS : - j ; " .Ich bin Dir gut," flüsterte sie, dann fielen di. blauen Au?en wieder zu upd sie lallte schon halb 'im Traume: .Mama!" . ' ' - 7 Annu saß noch lange und sah m daS sige Gesicht, um das die ' göldenxn Locken .sich kräuselten. Sie. war nicht mehr allein : nun würden kleine' Fuß chen durch däS HauS trippeln und frohes Lachen durch die öden Zimmer klingen: Eine reiche Zukunft erschloß sich', öor ihrem Geiste und die Saat der Liebe, die sie verloren geglaubt hatte, sproßte in vollen Halmen. r 1 h Als Hanne spät nacb Hause kam. fand sie die Herrin noch am Bette des Kindes wachend, und am ander Morgen, mupte sie zeitig ausgehen, um ' Spieizeug und Süßigkeiten zu . kaufend Anna . konnte kaum warten, bis daS Kind erwachte, Im Hemd Gen. nur in ein warmes Trch gehüllt, trug sie es in die, Wohnstube, fto nun doch auf dem Tische derWcihnach bäum glänzte und wieder, wie . einst, der Jubel eines. Kindes tönte. ' : . ' Wle oute alte anne avc? uanv un der Thür und fuhr mit der Schürze üb das' ebrlicbe : Gesicht. . Sie - ahnh, daß! hier unendlich Köstliches bescheert wör oen war : - oem vermaljien srlnoe n i t 'i1 ' I In tosender Ikutl). t Aus meinkm Leden. csrg Llchttkst.'if. Ein Novembertag in London ! Undurchdringlicher Nebel lagert auf r TH?nft(iM htr Nttkk'kr ist fithtmmt. der Omnibus, und Droschkendlenststockt. . f . ' r die Laternen werien lyr malles :cur aus die sich flößenden Passanten und eineiAnrempelung wie. man es. ylir zu Lande nennt, aebört an solchen Taten in London zur Tagesordnung., Jeper hält sich so viel wie mSgliÄ .in seiner Bebauluna.' denn draußen . die Atmo sphäre ist .geradezu unerträglich; ünd namentllch schaollch für vle unge. . KsoliJ' ein .ag roar e aciveie. Gegend. Abend hatte es dusgchört. zu tivveln. .die Lust Ncy ckwaZ aellart und man konnte eS, ohne Gkf.ahr für seine Athmungsorgane, wagen,, in' reie-zu geyen. . f So auch iÄ. n?rrfSlrtinsr lcklenderle icb durch die Straßen, im Zweisel, wo ich den Äest des TaaeZ beschließen sollte. ' Die .Mu nc all?" waren mir n a is bleues meur. , - - . cr ' . '.. der. Skatmg Nmk" eine abgethkne " . . m m . ' r. I Sache und ich überlegte : Wohin i ! Ueber die LondonBridze gehend, war ich in Eheapside. emem der beleotesten Theile, der englischen. Metropole tragt bogen und ergötzte mich an dcm.Strcch lenmeer, welches sich auS Hunderten' von riesenhaften Schaufenstern auf dieStraße goß, als sich plötzuch eme Hand leicht auf meine Schulter legte. . ' V Ich wendete mich um und blmte tn das Antliö eines alten lieben, Schul freundes. Wir hatten uns Jahre nicht gesehen, groß war daher die Freude des unverhofften Wiedersehens und bald hatten wir unS in der traulichenEcke eines Kaffees niedergelasien, um unsere ge genseitigen Erlebnisse auszutauschen. Erst mußte ich ihm die memlaen erzah len,' wie mich daS Schicksal gleich einem Spielball erst nach Frankrelch, dann nach Amerika und England, geworfen. ttit ich gute und schlechte Zeiten durch gemacht, und daß ich nun großes Heim IW . MIVUI. weh nach meinem lieben Berlin hatte. Dann schloß ich. . Und nun erzäble auch Du mir, wie es Dir ergangen l" rie ich vergnügt, denn ich war so recht in'S Plaudern ' kommen und die zwei Glä er Punsch, ; Ä: ml.. '7. Mt Vkltlll tU, Uil V UlllltU 7WkVUUfc u öfteren Malen diett.h!e angekeuch.e.. botten auch dazu beigetragen, mein: limmung zu, einer reqi anlMlrien zu gestalten. . " ' l . ES wird Dich vielleicht interessiren, tninn tff t1t& Sni frtirr. nt 7l! ' .Jt ' v,u, bu, vu i. v,. ju mein Frau kam!" fagte er, und setzt st bemerkte ich den Trauring an seiner Hand. Nachdem wir frische. Siofi bestellt und den neugierigsten aller Kell ent erntMen. begann er: : ! Auf meinen Rei en. welche ich zu öfteren - Malen durch England machZn mußte, passirte ich unter anderen, auch . a r. 7. ein kleines Vlaoicyen IN oer Vrasscyasl Lancasbire und siiea im .roZben Löwen " dem besten GastHose des Fleckens. 'ab. ?Ti Js.V.u ix. : X " 1 t. . . , -f : x. jiuujuiM vif uiia; . u - öui: wiz . liiöguui restaurirt, begab , ich mich aus die ?der Strane zu aeleaene Veranda de5..o. tels." um! aus die Ankunft der nächsten Voll ,u warten, mit welcber ick Briefe auZ London zu , erhalten hoffte, und um . . . I w die. in der Postchaise so .lang entbehrte frische Luft, mit vollen Zügen einzu atbmen. . . ! , , ES währte' nicht lange., so gesellte sich Tommy GileS vom "red .lion", zu mir, uno üegann mu oer aantn angraeuig !i .. n keit eines englischen GastwirtheZ mir die MerlVurdlgketten dcS Fleckens. auhi zählen. Ich vergaß zu ermähnen, daß ich den Ort bereits früh einmal besucht batte, und schon damals das monotone Gefchwäh deZ. ,Wirthl:Z 'mit' anhören mußte. Es. konnte daher nicht Wunder nehmen, San q naq uno nach m.klne Art Halbschlaf vttsiel, auS .dem mich erst das Geräusch des heranrasselnden Post' wagenö erweckte. . S Der Postillon, ein Zunger, flotter S3ur sche. sprang vom Bock und öffnete den Schlag. Es waren nur zwei Pasiagier: mitgekommen.' Zuerst entstieg dem Wa' gen ein lange: Herr, in einen Plaid ge'

treues Mutterherz, der-einsamenJrauin forderung folgend, jetzt ebenfalls, in den seele eine neue Liebes ein neues Lcbenj Nahmen, der TH2 trat, schien ünanhe-

. . .. ' 1 ' ' - nehm r uderraicht. smon Jemanden - öut

hüllt, einen grauen Cylinderhut auf dein

Kopse, ? sein echt englische? .Gesicht mit den unvermeidlichen CoteletteS' geziert, daS Monocle in'S Fuge Aklemmt... jeder Zoll ein Gentleman. , . ; ! ; k C (.r i. !..'.. flN..' ..Ä . v ojoig eine jun ayuuu.üüii uii gcfähr 'achtzehn Jahren Em . blonder, .'iu'. '&. Co ' x.' : oj(.M upigci aurus, wiiüjzi ui uucu, unter einem kecken Hütchen hcrvorquel v ' 't c-, iff-jt'd'...: t tn.r leno, aus lorr scyuilrltt rluvs:, uw rahmte das reizendste Gesicht,' in daS ich je geschaut.. Lustig blickten ein paar tiefblaue Augen in die'Welt hinem; sie war wirklich em Blld der Anmuth und deS Liebreizes. Leichtfüßig wie ein Reh sprang sie heraus und einen, sreundlichen Gruß mit dem Postillon wechselnd, wo bei zwei Reihen blendend weißer Zahne sichtbar wurden, schwebte sie gleich einem Engel die Stufen deS GasthofeS hinan und war meinen Blicken entschwunden. . Tommy. iiKS, welcyer vleuelcyr nocy niemals Gäste von solch -distingulrtem Aussehen in seinemGasthofe beherbergte. war, so schnell es lym tnt plumpe 1.. . 1 . ' " A M Flgur, gestattete,, den neuen Anlomm lingen entgegengeeilt und hatte sie,- unter unzähllgen .Vucklmgen, 7 das Kappchen in .der Hand drehend, in das Innere seines Eigenthums geleitet. ' Ich war berauscht! Gedankenlos steckte ich ; die Briefe, die für mich ange kommen waren, in die Tasche -7 Briefe von äußerster Wlchtlgkett.. as tag m dem Augenblick an ihnen! : z , - Noch . hasteten meme Augen auf zen Stelle, an welcher sie vtchwundcn. noch Tiaren meme ganzen Smne gefangen, da Erschien sie schon wieder in her Thüre, welche aus die Äeranva suyrle. uns sacle mit glockenhelle Stimme: Komm, Ue ber Onkcl, laß uns in der'srischen Lust unser : MittagZbrod ' einnehmen l" Wann wendete sie ncy.um und vimte.mlr zum ersten Male in'S Auge. ' ' ! , Ich suhlte le elne flammende Notye mein Gesicht übttgoß und. vecneigt: mich stumm. . Sle that ein Gleiches. ',Der Gentleman, welchen sie mit Oß . V " . a a 1 - v - . ' e re angereoei yaile, una oer, ver sus der Veranda zu finden ; ich merkte et 'an seinem seltsam erstaunten Gesicht.' . l Hier ar. em AnlnupZungLpunktMZ. mein pressn!, l'esri hatte.mich nicht verlassen.. ' . . ' . Wenn dle Herrschaften allem. zu spei sen wünschen, bin ich gern'bereit.'väs , r. - - t M je ' Feld zu 'räumen !" begann ich. michlan I Vm sC MAfXtt4ii S ttn tr m 4 .uu'"""" wm., iwu verneigte. , 5 Durchaus nicht, mein Herr,". antvortete ,'meinen Gruß erwidernd. Sie' , stören uns nicht !" ' ' ' ' Ich beulte, mich nun, den cmngen .Tlsch, welcher auf der Veranda stand. von den Zeitungen, die ich, nachdem ich sie gelesen, dort hingelegt, frei zu machen, denn schon kam der Ganymed deS rolhen Löwen dem ich zusr die Qualificatton, die olympisch! Ambrosia zu reichen. gänzlich absprach um daZ Mittag esien aufzutragen. Bevor w:r uns fetzten, stell: lZz mich vor. denn lomtt war der Gentleman, wollte er nicht die Regeln des AnstandeS verletzzn, verpachtet dasselbe zu thun, .M Alice Franks, meme Nichte, lnM V.rna t V1M? Vrnrtisrt 1" i mw i Unsere Bekannlschaft war ?eschlosicn. Leim Essen sprachen mir wenig : Jeder war mit sich beschäftigt, doch ver schasste ich. mir eine, kleine Entschädigung für' -d!e mangelhafte Conversation, in vem-.ich meiner Angebeteten die Speisen reichte,' die sie jede? Mal mit dem cnt zückendsten Lächcln entgegennahm, l ty t.'ir t .11. : k? . c vsnoiicn yallen wir genug gciajeii eno Tommy ii3 icviate uns zum Wenerl zwei Flaschey von seinem Besten.". Nachdem wir den .Wem genügend ge tadelt und ihn in Ermangelung elneZ besieren doch tranken, kamen wir in'S Gespräch, in dessen Verlaus tch erfuhr. daß.Alsred Manson ein reicher GutZbe sitzer sei und mit seiner Nichte direkt von M?,S kni tnnfiiii pr Um .tm ntrulh yUtl4 VM mmf f f m9 f Mf j w zu zerstreuen sie hatte ihre Eltern in kurzem Zettraum verloren mtt lhr begeben, und ein Jahr ausgehalten hatte. Sie waren auf dem yeimwege nach dem etwa 30 Meilen entfernten Landsitze Mr. Manson'S begriffen und nur lm .rothen I - t . , , r , Löwen lll'lr ' . u. lUKU"1"; Vv i das Erschel '"V"""' jS'VT " f dle Ehronlk und Merkwurdlgketten seiI CV X . , - N'S Or , ucm e. Ich war . UCll, it jttui utttifcu u iu.vii, denn Mr. Manson und .Zvilfi Äl,ce lausciten seinen abgeschmackten Erzäh lungen mit wahrer Andacht. Doch ich wurde aufmerksamer, als er eine Schlucht . i.fCv CTi..-V. v.. lSlin ''7 entfernt llegind -beschrieb, dle urch 5"kglttr szonii " u W "W'iSl eigenen Lebhaftigkeit, - den Wunfch, die Schlucht zu sehen und ihr Ohttm will fnfirt nrn hftnlDfn. : l "7-' 'Für mein Leben gern wäre ich m'ttge gangen, aber ich konnte dies nicht thun, I f. ifSi.fr nTtsf in rfiJFttnn itnH VOr i um uuwu.öu vtWv..v.. ... Manson forderte mich nicht auf. von der Partie zu , em. vlkrv also zurucr und begab mich, um mich zu zerstreuen. an die Erledigung mem Briefe i Es mochte etwa zwei Stunderrgewährt m rm ; m. t CVW ' i CW ' yaven,, als sie velmleyrien. vuv Ali war entzuckt von oem Anvim. oen sie ge no en; Mlllevenolgenaroensculloerle sie dle wunderbare Naturschönhett, welche sich da vor lyren Btcken entfaltel yatte I u V r.Xvnml. iJK ' a!S v i rv iiyil'"4t w ; uu MöenDUunöt uns velm "iea- uui cer Veranda wieder zusammensanden. Die Trcnnunastunde nahte; Miß Alice und ihr Qhenn wollten tn : der Frühe deS nächsten Morgens ihre Reise fortsetzen. . Wir erhoben uns und der alte Herr gab mir entgegen seinem früheren res virten Benehmen, freundlich die Hand c,.k:.. ca n. TKh uui v.ivuiw;ji. juy mu;u Alice. . ' Einen Moment hielt ich ihre kleine. weißes zarte Hand, in der meinen und war eS Einbildung oder nicht ich glaubte einen leisen Druck' derselben zu verspüren. Ich erwiderte lhn und sah

ihr vielleicht zum letzten Male in'S Auge. , . - . -rMein Herz erstarrte; über ihre Züge flog ein leiseS Roth welche? gleich dar guf der tiefsten Blässe Platz machte. ES mußte in ihr derselbe Kamps vor sich ge hen, wie er in mir tobte.' :

? Ein letztes Lvoll niFlit, SiV." und sie war meinen Blicken entschwunden.. Da stand ich allein ! Noch eben, vor .wenigen. Augenblicken hatte ich dem Klänge - lhrer llebllchen Stimme ge lauscht, noch eben hatte sie vor mir ge standen mit der Anmuth und Holdselig keit, welche mich so begeistert hatte, noch eben hielt ich ihre Hand in der meinen o hatte ich sie ewig halten können und nun war sie fort. . ES. war ein schöner Traum? .Unruhig, wie im Fieber, warf ich mich auf mein Lager der Schlaf floh meine Lider c3 hielt mich nicht ich mußte hinaus !...' Hinaus in' Freie. Wohin? , ; .In die Schlucht!" ruf Stimme, dort fiidest Du Dein gefoltertes Herz !". rine lr.::ere Nuhe für Ich stürmte fort! .Silbern glänzte der Mond am Firma ment und beleuchtete den einsamen Pfad, den ich wandelte. . Schon hörte ich en!s:rnte5 Nauschcn und in wenigen Minuten hatte ich mein Ziel erreicht. Eine Biegung des Weges und ich besand mich in der Schlucht, wel che das Volk ihrer romantischen Wildheit wegen die Hcx.'nschlucht- getaust hatte. Einen Moment, überwältigt von dem großen gealtigen Schauspiel, wel cheZ sich jetzt meinen Aug:n bct trat der Gedanke an . Alice n den Hinter gründ. Ein gigantisch Wajserfall, welche? sich am . äußersten - Ende der Schlucht besand, stürzte seine gewaltigen Waliermanen,' mtt tausendfachem donnerndem Widerhall in die Tiefe und zu beiden Seiten desielben reckten hundert jährige Eichen ihre ehrwürdlJcn Häupter gen Himmel. -,NuhcloS wanderte ich weiter, um mich AN i " ' ? vem icaiarall zu nayern ; ln seiner gan zen ? Majestät und Wildheit wollte sich ihn ' schauen, und postirte mich , an dic Stelle, än de: die Wasier am gewaltig sn und. mit grausigsten Gttöse über Felsenstück und Stcinriesen dann in ihr siett stürzten. , . k ' -. Meine Umgebung paßte so ganz' zu dem. Seelenzustand, in dem ich mich be sand. Ich wollte allein sein und'ich war es.'. , - ' . - Jetzt trat der Mond, der sich sür kurze Zeit hinter d'n Wolken verborge-, hatte, hervor, und beleuchtete, die ganz: See nerie. ... : Ein schrecklich schöner Anblick. ; ES durchschauderte mich. JH wendete mich um und wollte fli':hen ich wollte wieder Gunter den Menschen sein. ' .Ab Entsetzen saute mich, als' ich mich umwendend, plötzlich in das dlen dendst: Weik gehüLle Formen 'eines weiblichen Wesens, gewahrte, welches sich mit geisttthast ruhig Schritten der Stelle näherte, auf der ich stand. Wi: fest gewurzclt blieb ich stkh'n. Meine Augen richteten sich dorthiu, von wo jcneZ überirdische Wesen denn als ein solches erschien eS mir gleich einem Phantom, durch die Bäume al.f mich zu schwebtö., Jfcl hatt: sie die Anhöhe erreicht; si: trat hinter den Bäumen her vor, und , der Mond marf sein vollks Licht auf ihre geisterhaft schonen Züge ich war erstarrt auf. die Züge AÜcenS. . ' . . i Was wollte sie hier und im Nachlgewände ? " Eine Secunde, lang war ich im D! lemma dann war cZ mir klar entsetzlich klar sie war mondsüchtig. Sie wandelte im Schlaf. . i Schneller und schneller wurden ihre Schritte und mit Grausen gmafctt ich, wie sie sich einen schmalen Volsvrung näherte, welchen die Natur gebildet und der über dem Aett des WasierfalleZ schwebte. Noch einen Schritt und sie mußte in die Tiefe stürzen. - Ein entsetzlich gellender . Schrecken? schrei entrang sich meinen Lippen, ich fliege aus sie zu, um ste zu erreichen sie wacht, - faßt sich wie im Traum an an die Stirn, sieht nicht den Abgrund, welcher vor. ihr gähnt, und thut nun einen Schritt vorwärts . DaS Schreckliche geschah ! Ich sah sie in' dcr tosenden Fluth verschwinden. In der nächsten Sekunde schwebte auch ich zwischen Himmel und Wasier ent weder sie retten oder mit ihr sterben, das war der . einzige Gedanke, der meine Seele durchzuckte. Brausend schlugen die Wasier über meinem Kopfe zusammen! Mit Niesenanstrengung kämpste ich, da sah ich die EnaelSaleiche. in kurzer r-it. a. in wie tobenden Element drang sie mtt dem Drei krästige Stöße brachten mich ihr zur Seite und mit nervigcr Faust erfaßte ich sie, a!S sie eben untersinken woule untersinken für ewig ! . Nach kurzem ab heftigem Kampfe legte ich meine leblose Bürde ans Land ! Er holte tief Athem, starrte einige Augenblicke vor sich hin, indem ein glück liches Lächeln feine Lippen, umspielte, dann fagte er: Ein Jahr später stand ich an derselben Stelle und blickte träumerisch in die to sende Fluth. Meine innere Stimme hatte mich damals nicht getäuscht, als sie mir zurief : 'In der Schlucht dort sin dest Du Ruhe!" Ich hatte sie gefunden neben mir stand Alice.... sie war mein Weib l" ' i . i ' Obkrhofmeisi :' Johann, ich hatte ihm gesagt, daß er Schlag 3Uhr, zu mir kommen, sollte; fetzt ist eS 3 Minu tcn üb 2 Uhr Ich muß mir diese auf fallende Unachtsamkeit allen Ernstes ver tditten !" Bediente Johann: Wenn Ew. Er, cellenz sich allergnadigst überzeugen wol len, eS schlägt erst in diesem Augenblicke drei."' - - Oberhofmeist (verächtlich) : Ganz richtig, allein daS ist die Stadtuhr. In meincmhause richtet man sich aber schul digermaßen mir na r Schloßnhr, wonach zu achtens

Lore. Eme altschottische Ballade.

So kühl und schaurig war die Nacht Hörst du die Glocken von drüöen ant See? Jn's dunkle Gärtchen schritt ich facht, Lore, du Süße, du Holde ! Die Blätter lagen welk in Beet, Vom Regen' matt, vom Sturm derweht Lore, du Süße, du Holde, . Ich sterbe vor Liebttveh! Am Sims der Mauer blieb ich steb'n Hörst du die Glocken von drüben am See? In ihre Kammer konnt' ich seh' Lore, du Süße, du Holde ! Die Lampe glomm so mild und klar 5 Du strähltest just dein gold'ne Haar, Lore, du Süße, du Holde, Ich sterbe vor Liebesweh ! ' Wie schnob derWind so gell und schrill Hörst du die Glocken von drüben aci See?' Wie war's im Stübchen traut und still, Lore, du Süße, du Holde ! O, laß mich ein! so rief ich'sacht. Verschwiegen ist die dunkle Nacht." Lore, du Süße, du Holde, Ich sterbe vor Liebesweh ! Da kam, den Stab in starker Hand Hörst du die Glocken von drüben am - See? Mae Lean, ihr Vater, heraerannt, Lore, du Süß, du Holoe .' O weh, der bied're Eutgesill Zerbläut barbarisch mir das Fell. Lore, du Süße, du Holde, Ich sterbe vor Liebesnh! m - Verschnappt. m Herr Leihen Sie mir fünf Mark, yerr Nachbar, ich habe meine Briesta sche vergksieu -Nachbar : Sie vergessen Ihre Brieftasche ab fefcr k,z,.fZ'.. Das macht nichts; es ist so wie' so nie 7maZ hnr 1 Abgeführt. Der Herr Rath macht in der Umge. bung einen Spaziergang. Ein armer Reljender" kommt deS Wegs und bittet um eine kleine Gabe. Der Herr Nath, lm Vollgefühl feiner Würde, herrscht dem armenNeisenden' zu: Wie können Sle sich untilsiehen, mich anzubetteln? Wenn ie wüszien, wer ich bin - Der arme Rchende' wendet sich und '"2!' jedenfalls Einer, der nichts geb'n wlll." ? Aus kunf'ts Mittel. lHistorlsch.) ' In einem Kreisblatt erschien die Be kanntmechung eines Bürgermeisters, wonoch'in sein Gemeinde hundertSlück alte Ki.schbSume zu Erkaufen seien. AlZ einige Kauflustige hingingen, um dieses ben zu eistehkn, fanden str, daß es keine Kirsch, sondern Zmclschenbäume waren. Der Bürgermeister erklärn jedoch mit Hartnäckigkeit, es seien Kirschoaume. Da die Kauflustigen durch diefen Irrthum viel Zeit verloren hatten, beschwerten sie sich bei dem vorgesehen Lar.drath. Die ser stellte den Bürgermeister zur 5ttde, woraus derselbe entgegnen : .El jo Herr Landrath, Jbne will ich'Z sah'n, elch mußt's doch aussch:eiwe loffe im Kreisblatt, un do wuß ich nii, wie mer Quelschebaam schreibt. i . G r o b ' ' o. Frau : Du aebsi i'ckon 'wieder in Wirthshaus, Mann? Da kommst Du 5 a i . ! . Cn TT r yniib iuivuci um einem Assen hklM. - Mann : ' Aber Frau ! , Du aehst nicht mit ! V 1 Lu wörtlich befolgt. ' 'Helene (kömmt die. Tante' besuchen):' Die Mama hat mir gesagt, ich sollte ja nicht, wie daS letzte Mal. Honigkucken und Aepfel fordern. Was, giebst Du mir nun ?.....,.' Der Ordnungsliebende. Vater (zu seinem Sohn Studio) : Gestern Abend hast Du wieder einmal einen ordentlichen Rausch gehabt l Sohn : Ja. Gott sei Dank, bei mir ist immer Alles in der Ordnung !" Der kluge Agent. HeirathZEandidat: Nun, wo haben Sie denn die junge, schöne, reiche un! liebenswürdige Braut, von der Sie mir so viel geschrieben ? Agent : Wo ich ste habe? Bei mir zu Hause. Ich bab' sie selbst geheirather. Hier istZJhre Proviston zurück. Aus einem j uri st i sche n Ex amen. Professor : WaS ist N'eßbrauch ? Student : Nießbrauch ist. ; vak man Pros't" sagt, wenn, Einer niest.' Kasernhof blüthen. Unterossizier zu einem Rekruten mit aufsallerid dick Nase) : . Kl. blw. Sie die Nase niüt so auf. oder wollen Sie etwa junge Kartoffel schnupfen? Vom Regen in die Traufe. Kunstkritiker: Dn8 rn fe rnes gemalt : Zeichnung vortrefflich. (iX 4 fTn M r mV f 7 f . ! i. v. c . s-fcuuiH ii, iu, iuiuill uno JCfIfUCÖ tung prachtvoll aber warum haben Sie sich solch ein häßliches Modell ge. nomMen?- i Mal: ES ist meine Mutter." Kunstkritiker ? itf f.,c..v " . .Z. "7 4uuctu' mal um Entschuldigung.... eö ist ja nnfir i k f. it. . a t r . ; jr r ' Uiciaj ccincricn sollen-... Sie gleichen ihr ja aussal. UHU . Auch eine Judith. . Daß Einem du daö Haupt schon hättest n- o, r e abgeschlagen, 23ie Judlth Holofernes. hört' licb nie . . ' malö sagen? Allem wett Schlimmnes kam mir von Es hätten Viele f chon d'u ? ch dich'den Kopf verloren! GegenseitigeUeberraschung. trS ß'' m die Mcncc 5 '.achtn. die ich Dir mitge. 4 ! orbl .cin, bn5 hatt ich Nimm Jlglauot? daßich rin so llebe? braver Bub' bin .