Indiana Tribüne, Volume 6, Number 70, Indianapolis, Marion County, 27 November 1882 — Page 2
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w, r TiiVf UUUiUt; gUVUiUi! v kki'Lc- u.t5 :uniaASa?s.zaö5. Äjlce: t- Ä. Delawarc ''Z'ö,Jnav?liS. J,d. 27 Novcmbcr U PiliSittt, der (?lsenba?,n.tt. Tie fyrage, in wie weit den Eisen '. barm . G.jcllZchaften di: Verpflichtung j ob!iat, Pcssaaiere, welche die Bahnen : bcr.;ihn, gegen irgend welche Jerlctzl!Nan:, speciell auch -solche, die durcö dcZ Verhalten ihrer Angestellte verursacki :sor?en, sicher zu stellen, ist soeben önrc; ' ein Gericht dcZ Staates Illinois in einer j V 0 1 O D 1 f " I X tn.V... VI. ...t..,. I Ulll,tU UTUll'Ctl, ÜIC lllltlt4. Änsicht -nach den Nagel völlig auf den 5kcpf trifft. Ein Passzgier. NanurJ J'.cx?nan, benutzte die Bahnstrecke zwi fötr. yoppeston und Milsord in dem ge nannten Staate. Unterwegs machte er von einem Vorrechte Gebrauch, das sich die Reisenden in allen Staaten der Welt anmaßen, und schlief ein. Als er in Milsord erwachte, wollte er nach der Uhr sehen und entdeckte, daß sein goldener Ehronometer abhanden gekommen war. Er machte dem Conducteur von seinem Verluste Mittheilung, und dieser empfahl ihm, bis zur nächsten Station auf dem Zuge zu bleiben und Nachsor schungen anzustellen. Flexman blieb aus dem Zuge, seine Nachforschungen nach der Uhr hatten keinen Erfolg und er äußerte gegen den Conducteur, er habe den Bremser im Verdachte, daß dieser ihkn die Uhr entwendet. Der Conducteur stellte den Bremser im Bei sein des Passagier zur Rede, und der Verdächtigte schlug den letzteren so heftig mit seiner Laterne über den Kopf, daß Flexman mehrere schmerzhaste und nicht .ungefährliche Wunden davontrug. Jlex man verklagte die Compagnie auf Scha denersah. Diese machte einredeweise geltend, : 1. der Kläger habe für seine Fahrt von Milsord bis zur nächsten Station nichts bezahlt, sei daher nicht als Passagier oder Fahrgast zu betracht ten und milhin nicht zu dem Schutze be rcchligt, wclchen die Compagnie den eigentlichen Passagieren zu gewähren habe, und 2. das Benehmen des Bremfers sei lediglich eine individuelle Hand lung desselben und nicht eine Thätigkeit oderUntclassung gewesen, welche mit den amtlichen Junctionen. -desselben zusam menhänge. Das Gericht erachtete beide Einwände für hinfällig .Jlexlnan hatte" heißt eS in den Enljqeldung'gründen seine Fahrt bis Miiford bezahlt; wäre das Fahrgeld für die Strecke von Milsord bis zur nächsten Station ihm abverlangt worden, so würde er es voraussichtlich auch bezahlt haben. Daß der Conducteur, der Re präsentant der Bahn, hiervon absah und dak Flcxman sonach für die letztere Streck: mch:s bezahlte, kann dessen Rech ten als Passagier der Compagnie gegenÜber in seiner Weise präjudiciren. Fer ner ist es unzweiselhast die Pflicht jeder Eisendahngeseüschaft, die Passagiere, die sich ihr anvertrauen, möglichst sicher zu befördern, und hierzu gehört auch, daß die Compagnie ihnen die .Ausrechter Haltung des Friedens" in den Waggons garantirt, , sie gegen Angriffe irgend welcher Personen, die mit 'dem Bahnbetriebe nichts zu thun haben, und erst , recht ihrer Ange stellten sicher stellt, hätte der Bremser den Passagier angegriffen, ohne daß das 9ßliv hierzu in der amtlichen Stellung deZ Bremsers im Entferntesten zu suchen tom, so würde dies die Compagnie von fyrer Verantwortlichkeit nicht befreien. legiere wäre vlelmeqr schon durch die Thatsache der Anstellung begründet, noch weniger aber kann im vorliegenden Falle von einer Nicht Verantwortlichkeit der Compagnie die Rede sein, da sich der Bremser offenbar in seiner Stellung als Beamter vergessen, resp, eine ungerecht fertigten Angriffs schuldig gemacht hat." D.ie volstehende Entscheidung steht in wohlthuendem Contraste zu einer ge richtlichen Entscheidung, d.e unlängst in Californicn gefällt worden ist; in letzte rer war von individuellen Vergehen der Beamten- die Rede, die dann vorliegen und eine Eisenbahngesellschast. von ihrer Verantwortlichkeit befreien sollen, wenn die Beamten in Verletzung der ihnen ertheilten dienstlichen Instruktionen ge handelt haben. Diese Ansicht eines weisen Richters würde zweifelsohne dahin führen, daß eine Compagnie für die durch die Nachlässigkeit eines Maschini ften herbeigeführte Entgleisung eines Zuges nicht für verantwortlich zu erachten ist, weil ja die Compagnie ihren Maschinisten die größte Vorsicht und Gewissenhaftigkeit zur Pflicht gemacht hat. - Das Vernunftwidrige der cali fornischen Entscheidung bedarf keines weiteren Wortes, wohl aber wollen wir noch darauf hinweisen, daß aus der Entscheidung des Gerichts in Illinois, aus der Verpflichtung der Bahnen, ih ren Paffagieren während der Reise ey.'.v...ot."i . . lyui, gegen tfrieocnäoruajc zu gerouy ren, llaz und logisch hervorgeht, daß die Bahnin auch bei vorkommenden Zug Beraubungen hast und ersatzpflichtig sind. Eo drancht den Bahnen diese ihre Verpfli.chlnT'g nur durch den Ausfall eines einzigen Proceffes klar und deutlich gemacht zu werden, und sie werden schnell genug ihre Äeamten bewaffnen und in Gegenden, in denen Lumpengesindel haun, wie die jetzt viel bewunderten edrüoer Jzmes, Sicherheitsmannschaften auf die Züge nehmen. Merkwürdiger Selbstmordversuch. Am 21. dies. Mon. wurde ein gewisser Manson provisorisch indem Gesang mffe zu )f m) Sound, Ont., untergebracht, um Cfrnnädjst, da er zuweilen an Eeist?-adw?jen!)?it litt, in die Jrrcnan stalt der Zrovinz eschofft $u merken. AM TJftchiI'"t Vtr-enö futjttc Der 23 5 1 lir r.üuj einer (iir ihn allein bestimmten JeLe, in welche er ihn einschloß. Der Wärter sprach hierliei mit Manson, der
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sich ur.teideß enikicibeie, und bemerkte i nichts Auffallende. Am nächsten Mor Ien bemerkte de? .Gefängniß-Aufseher! George daß im Kopfe' des Gefangenen zw:i eiserne Nägel steckten. Der Gefäng-I rnfcarz: Dr. Walton wurde gerufen, und '.hm theilte der Gefangene mit, er sei seines Lebens überdrüssig und habe um so el,?r sterben wollen, als er fühle, wie ein neuer Anfall von Tobsucht im Anzüge begriffen fei; es fei ihm gelungen, zwei eiserne Nägel, deren jeder drei Zoll lanz sei, in das Gefängniß zu schmuggeln und diese habe er am Nachmittage seiner Einliefern'ng mit einem Stücke Brennholz in den Kopf getrieben. Der eine Nagel hatte den Schädel des Hinter Hauptes durchoohrt und war so tief in das Gehirn eingedrungen, daß nur der' Kopf noch außen am Schädel zu bemer ken war. (5s gelang dem Arzte, diesen Nagel herauszuziehen. Der zweite Na gel war durch, die Stirne in den Kops getrieben und war abgebrochen, nachdem er nach Angabe des Manson bis ju zwei Zoll Länge in den Kopf eilige Grunzen war; diesen zweiten Nagel konnte Dr. Walton seither nicht entser nen. Manson's Zustand war nach den letzten Nachrichten noch völlig normal und die in das Gehirn eingedrungenen Nägel batten den Mann bis dahin nieder körperlich noch geiztig afficnt. Dr. Walton erwartet den plötzlichen Tod des Mannes jeden Augenblick und bemerkt, er habe auch nicht die mindesteErklärung sür die allen.Ersahrungen widersprechen den Thatsache, daß eine solche eminente Verletzung des Gehirns volle achtzehn Stunden hindurch ohne jede Nachroir kung geblieben sei. Ob die Unempfind lichleit des Gehirns in diesem Falle mit dem zeitweise gestörten Geisteszustande des Musen iu einem gewissen Zusam erhänge stehen mag ? Kühne Wünscht. - Durch den Wiener Congreß, der fozu sagen eine neue Erdenvertheilung vor nahm, wurden bekanntlich fünf Groß mächte geschaffen, zu denen nact) seiner nationalen Einigung und Erstarkung noch Italien hinzutrat. Diese Mächte kämpfen mit abwechselndem Glück um den Vorrang, obwohl sich jede noch beute so stellt, als ob sie an die dumme Theorie vom europäischen Gleichgewicht glaube und letzteres um jeden Preis aufrecht erhalten wolle. Nach jener Theo rie würde England sehr wenig zu bcdeu ten haben, Nußland dagegen sehr ge fährlich sein. Deutschland und Frank reich würden sich ungefähr die Waage halten, Italien mit feiner großen Armee spielte eine bedeutende Nolle, u. Oester reich, das zwischen Rußland, Frankreich und Deutschland steht, den SchiedZrich ter. Thatsächlich aber ist gerade dieje nige Macht die gebietende, die zwischen den anderen eingekeilt ist und nach deren Gebiet seit Jahrhunderten alle Nachbarn lüstern waren.. Deutschland hat Oester reich vollständig im Schlepptau, reißt Italien mit sich und hat sowohl Ruß land als auch Frankreich nahezu ohn mächtig gemacht. Wo ist da das euro päischc Gleichgewicht, oder wo war es, als alle Nationen vor Napoleon 111. zitterten? Gegenwärtig also geben die deut schen Mächte- den Ton in Europa an, und da sie gar keinen Grund haben, den Engländern entgegenzutreten, so lassen sie diese gewähren. Sie haben den Franzosen großmüthigst gestattet, sich Tunis zu holen nnd erlaubten den Briten, sich in Aegypten festzusetzen. Nicht einmal die übrigen drei Großmächte durften in die ägyptische Angelegenheit ein Wort ymernreden, und da war eS doch zum Mindesten etwas kühn von den kleinen Staaten, sich mit Berufung auf ihre Handels und Colonialinteressen in die "Sache einmischen zu wollen., Spanien und Portugal wagten eö zum. ersten Male, bei den Großmächten anznfragen, ob man ihnen denn gar keine Theilnahme an derErledigung derSuezcanal'Frage einräumen wolle. Nur Italien antwortete daß es nichts dage gen haben würde ; aber es handelte da ungefähr so wohlwollend, wie derMann, der auf eines Anderen Kosten die Armen beschenkt. Es hatte selbst nichts zu sa gen und brauchte also auf seinen Einfluß nicht besonders eifersüchtig zu sein. Die anderen Mächte schwiegen sich aus, und man hätte von der Anfrage überhaupt nichts erfahren, wenn nicht Italien ge-; antwortet und die englische Regierung ihr Blauchbuch vorgelegt hätte. j Durch dieAgitation sür internationale Schiedsgerichte ist jedoch die Angelegen heit in den Vordergrund geschoben warden. Die Niederlande wegen ihrer Colonien, Spanien, Portugal, Schweden und Dänemark wegen ihrer Seefahrt sind eigentlich doch bedeutende Möchte, und ihre Jntereffen am Suezcanale zu sammengenommen sind mindestens eben so groß als diejenigen Deutschlands und Nußlands. Warum also sollten sie gar keine Stimme haben, warum sollten sie' nicht vielmehr ihre Stimmen zu Gunsten der Erhaltung des Friedens geltend machen ? Sie haben gar kein anderes In tereffc als den Frieden und sind in Folge deffen viel beffere Theilnehmer an einem Rathe der Nationen, als die beutegieri gen und habsüchtigen Mächte, die fort während über einander herfallen möch ten. ES ist nicht unwahrscheinlich, daß England sich diese Kleinen zu Freunden machen wird, und dann sähen ihreWün fche nicht mehr so kühn aus. Französische Finanzen. Frankreich 'galt seit lange als das reichste Land dös europäischen Conti nentö und befestigte diese gute'Meinung durch die beispiellos rasche Abtragung seiner Kriegsschuld anDeutschland. Dessenungeachtet ist auch dort nicht Alles Gold. DaS Kabel berichtete kürzlich, daß die AoranWage des Ministers sür öffentliche Werke vom BudgetauSschusse gebilligt worden seiend obwohl sie einen Fehlbetrag verursachte. Letzterer sollte nnfad) dnrH BlMhrung der .Weben.'
den- Schuld gedeckt werden, welche ohn? die? schon e'.n äußerst dunkler Punkt ist.
Sie delief sich am 31. Dezember' 1881 aus 1200 Millionen und würde sich nach den Berechnungen der Budgctcommis sion bis zum II. Dezember 1883 aus 2300 Millionen gesteigert, lso nahezu verdoppelt haben. Thatsächlich jedoch dürfte die Zunahme noch bedeutender sein. Für das laufende und das fol gende Jahr sind O7'Millionen für We gebauten angesetzt, 153 Millionen sür neue Schulgedäude, 103 Millionen für die Vollendung der von Frcycinet geplanten öffentlichen , Arbeiten und 18 Millionen für den zweiten Theil der Liquidalionsrechnung. Dies macht zusammcn 1353 Millionen, sodaß die schwebende Schuld sich am Ende des Jahres 1883 bcreits auf 23 Millio nen belaufen würde. Nun sind aber die In Angriff genommenen Arbeiten nicht allein unproductiv, sondern sie verschlin gen auch roch von Jahr zu Jahr bedeuiende Summen und wenn keine neuen Einnahmtguellen eröffnet werden, so muß die Schuld immer mehr anwachsen. DaS Vertrauen in die sinancielle Sicherheit des Landes, wird zerstört, die papierenen Zahluugs Versprechungen schwanken beständig im Preise, und das regelmäßige Geschäft wird dadurch Bewegungen ausgesetzt, die es dem Auslande gegenüber in Nachtheil bringen. Welchen Schaden das Land von un terwerthigem und schwankendem Pa piergelde hat, das hat man in den Ver. Staaten erfahren und sieht man noch heut in Rußland und Oesterreich. Dazu kommt inFrankreich noch, daß viele große Creditinstitute sich noch immer nicht von der Erschütterung erholt haben, die der Zusammenbruch der Union Generale bewirkte. Erst vor einigen Tagen mußte wieder eine bedeutende Bank geschlossen werden. Bahnaktien und französische Rente fallen bereits derartig, daß man eine neue Krisis befürchtet. Ein' politischcr Umschwung würde duselbe sofort b-rdeisühren. Vom Inland. Das vom Congreß einge setzte Schisssahrts'Comite erhält so viel Information, daß es wenigstens um Material für seine Berichterstattung nicht verlegen sein kann. Fast sämmtliche In--sormanten stimmen darin überein, daß vor allen Dingen mehr Freiheit der Bewegung erforderlich ist. Schissseigenthümer und Schissssührer wollen beim Engagiren von Arbeitskrästen nicht beschränkte? sein, als es andere Personen in gleicher Lage sind. Freiheit von Consularspesen und übertriebenen Hasengebühren ist eine zweite Forderung. Endlich wird betont, daß unser Volk nur dann Schiffe besitzen, bauen und im Betrieb halten kann, wenn es 'dieselben kaufen darf, wo eS ihm beliebt, wenn die Einfuhr der erforderlichen . Rohmaterialien nicht mit erdrückenden Steuern be lastet ist und wenn den Matrosen nicht Rechte eingeräumt werden, welche jedes Engagement für den Rheder zu einer Sache von kaum abzusehender ZWspieligkeit machen. - . Jack Jones, der viele Jahre ein Matrose gewesen war, wurde neulich zu Fredonia, Kansas, in einem Wassereimer ertrunken gesunden. Sein Kopf stak im Eimer und war von Wasser be deckt. Man erklärt sich das seltsame Ereigniß so, daß er aus dem Eimer hatte trinken wollen durch Hineinfleckung der Lippen, und in demselben Augenblicke einen Schlaaanfall, oder eine gichtige Lähmung erlitt.- Gewiß, Wassertrinken kann unter Umständen den Tod zur Folgehaben, hat aber auch seine guten Seiten. Die V oston er Po st- beklagt sich, daß die Beförderung der Posten zwlscken vcew vlort und Boston eine wahre Affenschande . sei. ' Es wäre, meint sie, eine große Berbefferung, wenn man diese Beförderung der -Frau von Marblehead auftrüge, mit demselben Schubkarren, worin sie neulich ihre Nachbarin, einer verlorenen Wahlwette wegen, durch die Straßen jener Stadt fahren mußte. Wir berichteten kürzlich von der Erfindung eines Franzosen, die von der Sonne ausstrablende Warme direct sür Heizzwecke zu benutzen. Die ser Tage wurde Herrn William Calver . rn .st' t . Y1 - i i'.-L in 2valylNgion ein nersaarcn plliennrl, nach welchem er mittels Spiegeln eine Hitze von 700 Gr. F. erzeugen und diese für Schmelzzwecke verwenden kann. Der Erfinder hont, oak es lym in nach ster Zeit gelingen wird, mittels seines Apparates die dynamifcheKraftäußerung der Sonnenstrahlen auszubeuten. Die meisten Künstlerin nen der Bühne, die zu Ruhm und Reichthum gelangen, müssen von der, Pue aus Du nen. Eine Ausnahme ist Fräulein Mary Anderson, die. erst vor ein paar Jahren, aber sofort.m den ersten Rollen der be deutendsten Dramen debutirte und kürz lich in ihrer, Vaterstadt Louisville, von dem Äcavör Watterson durch einen Lorbeerkranz ausgezeichnet wurde. In dem homöopathischen College in Chicago werden sowohl welbllche als männliche Studenten zu gelassen; die ersteren beschweren sich jedoch darüber, daß sie von den. nun schen Vorlesungen und von denKranken Besuchen im Hospitale ausgeschloffen werden und haben in einer Eingabe an den Director aedrobt. das Colleae in coron) zu verlassen, salls ihren Be fchwerden nicht schleunige Abhülfe ge schafft würde. - Nicht uninteressant ist eine nebensachliche Folge des letzten Wahl resultates. Vor einigen Jahren stifteten einige südstaatliche Demokraten ein Banner im Werthe von $1000 für denjenigen Staat, in welchem sich die größte demokratische Majorität ergebe. Das Banner fiel im Jahre 1S7G an Georgia, wo Tilden 80,000 Stimmen Majorität erhalten hatte, und blieb dort auch fernere drei Jahre. Bei der Präsidentenwahl lN 1880 ging die Trophäe nach Texas, xoo Hancock elne Majorität von 93,000 erhalten hatte, während jeinc Majorität,
in Georgia nur iOOO betrug. Die Texaner laudte.i r.un ihrer Sache sicher ,
,;u sein und man kann nch lbren Schreck denken, als sie vor noch nicht vierzehn Tagen hörten, daß ihre Majorität in New Bork nicht nur erreicht, sondern! m r a aa.a ' r a m . ' logar um 100,000 uoericyrllien woroen sei. Das Banner, welches sich zur Zeit in Dallas befindet, wird demnächst nach 'New Z)ork geschickt werden. Ein besonderer merk würdiger Fall, der an den Jnaudi's Begabung erinnert, ist der des besann ten b l ind e n T o m", der als idio tisches Kind einer Sklavin auf einer Plantage im Süden geboren, ein musi kalisches Talent entwickelte, das von den bedeutendsten Musikern als ein uner klarliches Räthsel bezeichnet wurde. So behandelte er auch auf einer seiner Reisen einmal m London jbret Tonarten gleichzeitig; in einer Tonart spielte er mtt der rechten, m einer andern mit der linken Hand auf dem Klaviere, und in der dritten Tonart psist er. Da derselbe die schwierigsten und von ibm srü her noch nie gehörten ComposlUoncn nach einmaligem Hören völlig correct und ohne auch nur eine einzige Note auf. den Bliden fallen zu lauen, nachspielte. ist bekannt. Denver rühmt sich, das am sichersten und schönsten gebaute und das am geschmackvollsten ausgestattete Theater in den Ver. Staaten zu besitzen. ' In einer Rechtssache in Baltimore war der 13iähriqe CarlVogel derjenige Zeuge, auf deffen Aussagen' am meisten ankam. Er legte sein Zeug nis; ab und wurde von dem Richter ausgefordert, seine Angaben zu beschwören, oder mittels Anqelöbnisses an Eidesstatt zu bekrä'stigen. Der Junge meinte, seine Eltern seien noch kaum fünf Jahre im Lande und in Deutschland schreibe das Gesetz vor, daß junge Leute unter IG Jahren weder zur Eidesleistung noch zur Ablegung des Handschlags an Eldesstatt gerichtlich angehalten werden könnten; er weigere sich sonach, der Weisung des Richters nachzukommen. Der Anwalt der Partei, für deren Sacke die Angaben des Knaben günstig waren, beantragte, daß dem Zeugen die Eidesleiflung bei Strafe aufgegeben würde. Der Richter erklärte, daß ihm wo?l das Recht zustehe, die Ablegung eines Zeugnijjeö, nicht aber das Recht, die eidliche Bekräftigung eines solchen zu zwingen, und verschob endlich auf Antrag des klägerischcn Anwalts die Verhandlung der Sache auf einen anderwetten Termin. Der Anwalt glaubt, daß der Knabe inzwischen von seinen deutsch'juristischen Bedenken zurückkommen wird. MehrereKnaben in Green, Jll., spielten dieser Tage Straßenrau ?er". Der Anführer trat auf einen des Weges kommenden Wanderer zu und bat sich in chevaleresker Weise dasGeld oder das Leben" aus. Der Wanderer verstand keinen Spaß und versetzte dem Dilettanten in der Wegelagerei einen so kräftigen Schlag über den Schädel, daß derselbe jetzt auf den Tod darnieder liegt. In fc? in mit dem 31. August endigenden Jahre wurden in Texas 1641 Meilen Eisenbahn mit einem Ko ste.nauswande von 11 525.000 vollendet. Der genannte Staat d.Nte damals 3903 Weil n Eisenbah.1, die .$103,800,900 gekostet haben. . Vom Auslande. Nach 'neuesten Nachrich ten des Standard" haben die Ingenieure des Herrn von Lesieps eine Route für den Durchstich des Isthmus vonKrah auf der malayischen Halbinsel bereits festgestellt. Derselbe wird nicht über 50 Kilometer lang sein. Alle vorbereitenden Arbeiten sind von den Lesieps'schen Ingenieuren thatsächlich beendet; letztere behaupten, daß der Durchstich des Jsthmus so leicht ist, daß der Canal zwei Jahre nach Beginn der Arbeiten vollendet sein kann. In der Wiener Landes Irrenanstalt ist der älteste Pflegling eine Dame, die seit 50 Jahren sich in der Anstalt befindet. Dieselbe, ein Fräulein v. G., bezieht eine kleine Pension und kam im Alter von 32 Jahren in die Anstatt. In ihrer Jugend hatte sie auf einem Balle die Bekanntschaft eines jungen Mannes gemacht, der sie jedoch verließ. Darüber grämte sie sich derart, daß sie in Wahnsinn verfiel. An Jedermann, den sie sieht, richtet sie. seit 50 Jahren stets die Frage : .Wann ist der nächste Ball V " . In einem Provinzialblatt Deutschlands findet fich folgende Notiz: In unserem Blatte giebt es diesmal wenige Neuigkeiten; der Grund hiervon liegt theils in der Ueberfüllung unseres Blattes, theils auch darin, daß keine guten Neuigkeiten vorliegen; schlechte aber mitzutheilen, wäre wirklich schade." . Die größte Karpsenzü chterei in Deutschland ist die von , der Herrschaft Königswartha bei Baützen betriebene. Dieselbe umfaßt 215 Teiche mit 0000 preuß. Morgen Flächeninhalt. Nächst Königswartha hat die größte Karpfenzucht die Domäne Zeitz ; dieselbe befindet sich im Besitze von 72 Tetchen von zusammen 1000 preuß. Morgen. Die drittgrößte Karpfenzucht inDeutsch land wird auf der Herrschaft Trachenberg in Schlesien betrieben. In einem deutschen wisfenschastllchen Blatte wird daraus hm gewiesen, daß sorgfältige Beobachtungen ergeben haben, daß - sich Flüssigkeiten aller Arten nur in sehr dünkelfarbigen aber mattgeschlisfenen Flaschen gut er halten, und daß das Licht auf den In halt . aller farblosen, hellblauen oder violetten Gläser, einen schädlichen Einfluß ausübt. Aus dem fernen A u st r alien erschallen betrübende Klagen über die Abnahme der deutschen Schulen da selbst. An mehreren Orten, wo früher oeulicye scyuien waren, und nun eng lische oder auch gar keine. Die Ursachen j dieser beklagensVertven. Erschemung glaubt man m versoZiedenen Momenten
suchen zu muffen: in dem Mangel an ner gesunden Vaterlandsliebe, an ge eigneten Lehrern, an deutscher Einigkeit und an Ausopferungssähigkeit gegenüber den Kosten. Es, wird hervorgehoben, daß, so lange dieDeutschen nicht zusammenstehen und, ein Lehrerseminar errichten oder unterstützen, das Deutschthum dort keine Zukunft habe. Ohnedies
werde die deutsche Sprache und das Deutschthum immer mehr untergraben, und die Ergebung in das angeblich unvermeidliche Schicksal, srühe? oder später Engländer werden zu muffen, sei leider sehr weit verbreitet. Die Recrutirungen in der Schweiz sind in diesem Jahre wieder so spärlich ausgefallen, daß wie in den vorhergegangenen auch dieses Mal der alljährliche Abgang von Mannschaften ungedeckt bleibt. Der Effectivbcstand der schweizerischen Bundesarmee muß aus diese Weise natürlich von Jahr zu Jahr , schwächer werden. Jedensalls wird sich der nächste Geschäftsbericht des eidgenossischen Militärdepartements über die Ursachen dieser Erscheinung, welche eine Entartung des schweizerischen Volkes fast unzweifelhaft läßt, des näheren ergehen. . Von Bordeaux gehen Mitte December 50 jener Frauenzimmer, welche sich gegenwärtig zur Abbü ßung ihrer Strafe in dem französischen Central'Gesängniffe besinden, nach NeuCaledonien ab. Sie werden aus denjenigen ausgewählt, welche sich bereit erklärt haben, nach der französischen Strafkolonie auszuwandern, um sich dort mit solchen Sträflingen zu verheirathen, welche Landconcessionen bekommen haben. Ueber die Zunahme des Selbstmordes, insbesondere in Sachsen, bat Herr Pastor Dr. Richter eine Broschüre in Leipzig erscheinen laffen, worin derselbe statistisch nachweist, daß ein immerwährendes Steigen der Selbstmordz'.ffer stattfinde und daß Sachsen alle anderen Länder in dieser Ziffer übertreffe. Auf eine Million Einwohner kommen jährlich Selbstmordsälle in Irland 17, Rußland 30, Finn- und Schottland 35,' Italien 41, Kroatien und Slavonien 44, England und Wales 71, Norwegen 71, Belgien 89,Schweden 91, Baiern 127. Oesterreich 144, Frankreich. 171, Württemberg 180, Preußen 181.Baden 20,Schweiz 230,Dänemark 255, sächsische Herzogtümer 312, Königreich Sachsen 408. Dr. Richter giebt allerdings zu, daß d'ie Ursachen der Selbstmorde sehr complicirter Natur seien und ost gerug nur durch ein Zusammenwirken von physischen, socialen und ethischen Momenten zu erklären seien, doch meint cr.daß dieHauptursache in der Irreligiosität liege. Danach wäre das Königreich Sachsen also das irrell giöseste Land. Baden mit seiner stark katholischenBevolkerung steht aber gleich falls sehr hoch in der Selbstmordziffer. England ist religiös und hat eine niedere Ziffer, von Italien aber kann man nicht behaupten, daß dort die Religiosität eme große sei, und doch ist dort dieZlffer eine sehr niedrige. Der Italiener sieht daö Leben immer von der sonnigen Seite an und yat oeLhalo keme Velv tmorogeoan ken, die Engländer aber gehen vielfach außer Landes, rn die Bader, zum Rhein und nach der Schweiz und bringen ihre Selbstmorde aus Rechnung anderer Völ kerschaften. Metz, I.Nov. Im Bezirk Lothrin gen sind gegenwärtig 612 Steinbrüche zum Betrieb angemeldet, davon zum unterirdischen Abbau. , Von den offenen Steinbrüchen besitzt der Kreis Metz 39, Diedenhofen 125, Bolchen 94, Horbach 120, Saargemünd 113, Saarbrzrg 77 und Chateau-Salins 38; unterirdische Brüche sind im Kreise Fyrbach 5 und im Kreise Saargemünd 1, welch' letzterer augenblicklich außer Betrieb gesetzt :M. Die größte Anzahl der Steinbrüche ge hört dem Muschelkalk an, dessen obere dolomitische Schichten ein sehr hartes Material liefern, welches eine vielseitige Verwendung zum Wegebau, serner auch zur Mörtelbereitung, seltener zu Bruche und Hausteinen findet. Von hervorragender Bedeutung ist der Gryphitenkalk aus der Lisformation, wie er in Maffe in der nächsten Umgebung von Metz, sowie in den Kreisen Forbach und DiedenHosen abgeeaut wird ; seine vorzüglichen hydraulischen Eigenschasten haben ihn auch über Lothringen hinaus bekannt gemacht , nd sü? den Versandt wird die neue Bahnstrecke Diedenhofen 'Tcterchen von besonderer Wichtigkeit. A n g s b u r g, 9. Nov. DaS alt berühmte Colleginm bri St. Anna feiert jrn 3. Dezember sein 30üdhrigc Jubi liinm ; bereits rücib;n hiezu große Vor bmitungcn get offen. Deutscht Loeal-NachriSten. Aus Thüringens. Nov. Der armen Bevölkerung auf dem Thüringer Walde steht wieder ein recht harter Win ter bevor. An Kartoffeln, dem Brode, der Armen", konnte nämlich nur wenig geerntet werden, denn die meisten Knollen find in Folge der anhaltenden Näffe während dieses Sommers verfault. Zudem fleht die Bestellung der Wintersaat fast noch ganz aus, da . ein Arbeiten in dem feuchten und. kalten Boden nicht möglich ist. . Gegen Ende October hat auf dem Walde, und zwar in den Höheren Bezirken recht merklich, strengere Witterung mit Schnee und Frost begonnen. i Neustadt a. O., 6. Nov. Der hiesige- Bürgermeister, Major a. D. Laube, hat sein Amt angeblich deshalb niedergelegt, weil er mit seinem Vorganger, dem jetzigen Friedensrichter Eberh. Hofmeister, nicht mehr zusammen arbeiten könne und wolle." Hierzu fei .bemerkt, daß Hosmeister kürzlich wegen .Beleidigung Laube'S zu sechs Wochen Gesängniß verurtheilt worden ist. Der wirkliche Grund zu dem Schritte Laube'S scheint in deffen derangirten Vermögens. Verhältnissen zu liegen. Laube, ein sel teneS Pumpgcnie-, hat nämlich in der kurzen Zeit seines Hierseins seine Schul dcnlast durch Anborgen eines Jeden, den 'er nur dazu bewegen ko mte, so gestei
gett. dk er hier nicht mehr 'bleibe-, konnte. Kaum war es bekannt geworden, daß er seine Stelle nicderlegen wolle, als auch scho.r seine Gläubiger ihm in die Wohnung rückten, um sich u dem Mobiliar. waS nickt bereits Vtt-
pfändet war, bezahlt zu machen.' Auch die Stadt öat er geschädigt. - und zwar durch Entnahme von Vorschüffen aus der Kämmereikaffe. Wie ir.7. Nov. Großes Aus eben erregt in Budapest folgender Vorfall: Jgnaz Klein, der wegen der Tisza Esz larer Affane monatelang vuhaftet ge wesene und während der Untersuchung gefolterte Jude, wurde gestern in der Ofener Hofburg von dem Kaiser in Audienz empfangen. Der Kaiser, nahm Klein überaus huldvoll aus und behielt ihn eineBiertelstund im Audienzsaal,waS Sensation machte, da die Audienzen aewöhnlich nur wenige Minuten dauern. ueber die Vorgänge während der Au. dienz wurde Klein Stillschweigen auserlegt ; man hört nur, daß der Kaiser vor der Entlastung Klein aus die Schulter klopsend, aus ungarisch sagte : .Geh nur nach Hause mein Sohn, das Uebrige wird meine Sorge sein !" S t a ß f u r t, 5. Nov. ' Folgende Entscheidung. des hiesigen Amtsgerichts dürfte nicht ohne Jntereffe sein. In einem Hause sind acht Wohnungen vermiethet. Ein Miether lebt mit dem Hauswirth wie mit den meisten Mie thern auf Kriegsfuß.. Um den Wirth zu ärgern, schaffte er sich g?gen den Contraft eine Katze an. Trtz Aufforderung des Miethsherrn aus Abschaffung der Katze behält er diese, so daß derselbe schließlich wegen ContraktbrucheS klagbar wird. Jetzt ist nun der Miethsherr mit seiner Klage abgewiesen, weil der Miether, wie er angab, dieKatze nur leihweise (!) besitze. Jedenfalls ist eine solche Katze dann nicht zu den Hausthieren die der Contrakt zu halten verbietet, zu rechnen. Der Kläger ist auch in die Kosten verurtheilt. Stettin, 2. Nov. Betreffs des Züchtigungsrechts der Lehrer hat neuerdingS das hiesige OberlandeSgericht seh: bemerkenswerthe Grundsätze ouSgesprochen. Es wird in der Entscheidung gesagt, daß daS Züchtigungsrecht der Lehrer nicht sowohl Straszwecken diene, als vielmehr der Erziehung und Bildung der Jugend. Es fei ein dem elterlichen Zuchtrechte analoges und wie dieses nach der Natur der Sache überall auszuüben, mögen die Eltern und die Lehrer oder Dritte von der Unart des Kindes betrof fen werdend Ohne diese Unbeschränktheit lasse daS Erstrebte sich gar nicht wirksam erreichen; dabei unterliege der Lehrer der disziplinaren Aussicht, mit welcher etwaigen Mißgriffen entgegengetreten werden könne, und insofern er die Grenzen der Schulzucht überschreite, könne er strafrechtlich verantwortlich gemacht werden. Damit seien die Garantien zum Schutze der ihm anvertrauten Kinder erschöpfend und ausreichend gegeben. Weiter sei anzunehmen, daß die Schulzucht, wenn mehrere Lehrer an derselben Schule angestellt seien, ein ge meinschaftliches Recht des ganzen Lehrerpersonals sei, welches sich objektiv aus alle Schüler der Anstalt erstrecke, sofern nicht durch besondere ausdrückliche Dienstinstruktionen Beschränkungen vorgeschrieben seien. Andererseits sei aber die Schulzucht nicht auf die Räume der Schule und die Zeit des Unterrichts beschrankt. Endlich falle es der gewissen haften Beurtheilung desLehrers anheim, ob zur Vornahme der Züchtigung ausreichender Grund vorhanden sei, während diese Frage der. richterlichen NachPrüfung überall nicht unterliege. Bautzen, 4. Nov. Von dem Mörder Bock, welcher drei Menschen erschos sen hat und nun hier gefangen sitzt, wird jetzt, ebenso wie vor. einer Reihe von Jahren von dem Einbrecher und ehema ligen Gardcreiter Heinrich, in den sächstschen Kasernen viel erzählt. Bock diente von 1875-77 bei dem 1. Jägerbataillon in Frciburg, führte sich während dieser Zeit musterhast aus und war allgemein als guter Kerl", aber als etwas eigenartig und sehr geizig bekannt. Niemand von seinen früheren Bekannten hätte ihm indeß solche Greuelthaten zugetraut, wie er sie nun verübt. Gottleuba, (Sachsen) I. Nov. Der von seiner gcsammten Parochie hoch verehrte Psarrer Jässing starb plötzlich an einem Herzjchlag, in demselben Augenblicke, als er seine Lieblinge, dieTaul ben fütterte. Dresden, 5. Nov. I.. Folge eines vom Comite der Tiedge-Stistung veranstalteten ConkurrenZ'Ausschreidens für die Ausschmückung der Vorhallen zum neuen Annen-Friedhof bei Dresden mit Reliefs waren '16 Arbeiten einge gangen. Von diesen erhielten die Entwirfe des Bildhauers Martin Engelke ans Tilsit, nlk Zeit in Wien, den ersten fPreiö (in demselben ist der Auftrag zur Ausführung sür16,000arr enryaiien), die des Bildhauers Friedrich Helbig in Blafewitz den zweiten (800 M.) und die des Bildhauers Oscar Rassau in Dresden den dritten (500 Mark). Letztge-' nannter Künstler hat jetzt auch dasGipsmodell. zu der ihm übertragenen Colos salstatue des Technologen CarlKarmarsch für Hannover beendet, die von C. A. Bierling (Dresden) in Bronze gegossen wird. . Aus Anhalt, 7. Novbr. Einen ganz besonderen Enthusiasmus für den Helden von Schillers .Räubern- zeigte ein zu Nienburg a. d. Saale wohnhaster Einwohner. Derselbe gedachte sein ihm geborenes Söhnchen tausen zu lassen, wählte die Pathen und fetzte die Taufe sest. Kurz vor der heiligen Handlung wurde der Vater gefragt, welchen Namen der kleine Sprößling erhalten solle, und als der Vater bestimmte, sein Sohn solle den Vornamen .Karl Moor" führen, weigerte sich der Geistliche, daöKind zu taufen, da .Karl Moor" kein christ tichcr Vorname sei. Die Tausseiplichkeit fand also nicht statt. Der Vater des Kindes besieht daraus, daß scinSohn nicht qetnust werde, wenn derselbe nicht 'den Namen .Karl Moor' suhlen dürfe.
