Indiana Tribüne, Volume 6, Number 68, Indianapolis, Marion County, 26 November 1882 — Page 2
Ms DreiKönigkn-Haus
55 tm 0 in ZVki Abtheilungen und vier bänden Von tfin Paque. . (17. Fortsetzung.) Die beiden Alten würde ich mir schon vom Halse zu schassen oder doch unschädlieh zu machen wissen. Sehen Sie mich kommen, auf dem Klostcrhof als Herrn einziehen oder vielmehr als Herrn des eigentlichen Herrn, . meines großjährigen Jungen, dann werden sie von selbst lau fen lausen bis in ihre ehemalige Klause, dieKüfernzohnung des alten van EmbdenZchen Har.ses. Ah, schlauer Huppertz,mlt deinen eignen Waffen werde ich dich treffen! Haltest wohl nimmer gedacht, damals, als du das schöne Weingut dem Joha::neS .in aller Forn? Rechtens zu. schreiben ließest, das; dies das beste Mittel -sein würde, es seinem Vater auszuliefern. ' Und der Junge muh tanzen wie ich pseise, brauche nur. da eine Liedchen dazu : .Das Geheimniß der Julia-, und die Drohung, es dem Winand der ganzen Welt vorzuspielen ! Dabei bleibt'S ! gleich ' morgen werde ich das Spiel beginnen und dem Jungen sogleich meinen höchsten Trupps an den Kops werfen. Und jedt genug gegrübelt ! Dafür getrunken aus -Leonard's -unverwüstliches GlüZZ" Wieder knallte ein Champagncrpfropfen, die erste Flasche war geleert, und in voilenMgen stürzte der entseklicheMensch GlaS aus Glas hinunter, tzine Viertelfiunde nur und auch diese zweite Flasche war beinahe leer. .Da wurde draußen .die Stille der Nacht durch ein fernes Räderrollen unterbrochen, das immer stärker, deutlicher ertönte und näherkam. Die husschlage feuriger Pferde wurden hör. bar, und mit dem jähen Aufschrei Da , sind sie taumelte Leonard von seinem Zageempor. Den Rest der Flasche goß er in das Glas immerzu, nicht achtend, daß es überlief, dann schoß er wankend und ' stolpernd auf das noch immer offene Fenster zu, mit rothnnterlaufenen Mühenden Augen, irren Blicks auf die Gasse hinabstarrend. Da rollte derWagen an ihm und dem Hause vorüber, es war der Neisewagen des Herrn vanEmb 4 den, der diesen nnd die Seinigen wieder 'der - Stadt zuführte. Der Trunkene mußte die darinnen Sitzenden ahnen, und denAnn untrem Glase weit in die Gaffe hinaussireZend, schrie er mit grellen, lallenden Tsnen hinab und den Davonsah rcnden nach : Heidi dem närrischen Brautpaar . gilt's ! das der Satan holen wird wenn ich, sein Helfershelfer, ihm nicht in die Quere komme ich der Leonard : Ur ' ; . . '. ' Doch weiter kam der Unselige nicht. Die Macht des berauschenden Weines datte ihn ühermannt ; die Kniee knickten zusammen und von dem Fenstersims, auf das er sich haltend den Arm gelehnt, glitt er herab und zu 'Boden, wo : ti, das zerschelte Glas in der Hand, betäubt liegen blieb uud einschlief. A:n andern Nachmittage befand sich Daniel bei seinem Adoptivvater. Mit ernerc: reinen, schönen Glück im Herzen ioar er von dem Klosterhof zurückgekehrt, um hie? eus'Z. schmerzlichste berührt zu werden. .: Pietro war reisefertig ; der Mann,.. den. Daniel so ausrichtig liebte und verehrte, stand auf dem Punkte, von ihm zu scheiden. Er dürfe, nicht zaudern, - itiliid und Heil aller, für die. fein Herz schlage, hänge von seiner raschen Abreise jso sagte er,, und nur die innigsten ;ticn des jungen Mannes vermochten "? langem Kampfe Pictro zu bestimraoncä einen Tag zu warten. Dann hatte letzterer noch im Laufe des Vormiklog? ein: lange Unterredung mit Herrn va;5:nbden gehabt, und derNachmittag, i'sci fibend sollten als letzte Frist eines " Bk'samincnscins Daniel und der ganzen Kamilic gnvidmct sein, die Abreise aber '.'.,sisdc?rufNch am' andern Mittag vor sich fifben. So saß denn Daniel in-trautem .'pcäch 6tt dem verehrten Manne,dessen nd'uicht aus der Zeinigen lasiend, und "ijtcjlißc Worte wurden gewechselt, welche ' die bestimmte Hoffnung aus ein baldiges und frohes Wiedersehen aussprachen. . 1 . ;".. . La bemerkte Daniel ociciiicin unwllllurlichen Aufblicken durch die offene Thür des Wohnzimmers, in dem beide sich befanbeii nnd die in das Ätelicr führte, in diesein den alten Willem, der ihm, sichtlich rregt. gchcimnißvolle Zeichen machte, zu sich hinauszuwmken versuchte. Staunend zögerte der junge Mann, doch da derAlte sich immer dringender gcbcrdetc,'so erhob er sich endlich und verließ nach einigen flüchtig hingeworfenen .Worten, daß er sogleich wiederkehren werde, den Geiger und das r ;Via:er. PUiro wartete eine fc Weile, hc.ir. schaute er in dasAtelicr,doch dieses war i'ccc Dafür bemerkte er jetzt Daniel,' dc? mit demThowächtcr redend, langsam r.dcr den Hof. schritt. . Er wird mit dem. Ianne irgend etwas zu besprechcn haben und schon wiederkehren. Ich werde ihn oben bei Andrea und der Fa milie erwarten. So sagte er sich arglos und schickte sich an, in die Wohnung des Henn van Embdcn hinauszusteigen, um t - L i ttfC.Vk G , C M a(iH1 HS pu; lcicu .tu. hu iui uiiu,i wuui uuu berf Menschen, die ihm so lieb geworden, denen er ein neues Leben zu verdanken laiie, zuzubringen. . In dem rückwärts gelegenen Theile des s?-. nn MilZem's Stube laa. batte siwährenddem Eigenthümliches . ereig. nei. - . Msrn irühnx Wnrnttl war der Waaeu j m rwQ--- -- 4J mit der. Herrschaft heimgekehrt, und der : utslye?. hatte, nacyoem er einige lunV nYuht ' hn2 dkS (ksZKrts VI li ; V I W - I begonnen und dieses alsdann in die Rc- . ' -fi.Ki - -,- m;C gcu;aji. wul .. y2 nnriiMnfi mih naV.il 9?sickunit tag vergangen. Der Abend nahte und t , t i - . ff . ?N nZed immer liann oas .Kor onen. fn'AifK ein Mann in dessen ?!äbe. vor ""'" ' - , . ihn in ftfn tn.iTvnn tinn 015 Imll wa 4 1 v 'v - - " lern, cndtidi einen Tkonlüael- nach dem ? , , A ,in,,rn',k sss!-n hpntrntn. war der nndere plötzlich zwischen Thür und Angel , l ii t rwi . 1. L "illt j wuitavii v v v . - - geireicn' uno vaitc oem Allen ein ictyi - . . . nn !rt C - C i:cies vait !" zugerufen.' iutn ag el staunt zu dem Fremden auf, doch da derselbe reckt anffändia aetteidet war. so stand er nicht an, ihm Rede und Antwort zu aeben. -Es war Leonard Urban, der, mit dem Äampsboot am frühen Nachmittag an gekommen, noch 3üt batte und Geld ae n:: in ?4::r.c: Tae fand, wenn auch nur
mit Hülse eines Händlers, seinen verdächtigen Nock mit einem bessern zu vertanschen, so wie auch die nöthige Wäsche zu kaufen und sich so ein einigermaßen anständiges Aussehen zn geben. Tann hatte . er daS Drei-Königen-HauS von allen Seiten umschlichen und umspäht und war endlich mit abnehmendemTogeslicht und genau vor Thorschluß von der Hosseite eingetreten, seine Operationen ernstlich zu beginnen. Nach dem jungen .Herrn, der gestern seine Verlobung mit der Tochter des Hauses auf demKlosterhofe gefeiert.fragte er in recht höflicher Weise, und ob dieser daheim sei. Als WiÄem, der den Thorflügel noch immer in der Hand hielt, dies bejahte, da nabm der andere eine ernste, wichtige Miene an, und den Arm des
Knechts gewandt von dem Holzwerk lösend, trat er zu dessen Ueberraschung vollends in den Hof, das Thor hinter sich zuziehend und schließend. Ich muß den jungen Herrn Daniel ungesäumt und an einem ruhigen, sichern Orte sprechen, sagte er geheimnißvoll. Es ist von der allergrößten Wichtigkeit und schwere Verantwortung würdet ihr auf euch laden, wolltet ihr nicht sofort meinem Verlangen nachkommen. Immer erstaunter schaute Willem aus den ihm gänzlich unbekannten Menschen, deffen Gesicht ihm kein Vertrauen einflößen wollte, dessen Worte und Gebaren ihm jedoch einen gewaltigen Eindruck machten. Zugleich gedachte er jenes ge heimnißvollen nächtlichen Ausflugs Da niels und glaubte diesen in Verbindung mit dem Verlangen des Fremden bringen zu müffen. Dennoch antwortete er a-us-weichend: , Kommt mit mir, Herr Daniel ist in seinem Atelier. Ich will euch zu ihm sühren. Der andere zog die Brauen sinfler zusammen, schaute Willem scharf und drohend in die Augen, dann sprach er mit anderm, befehlendem Tone: Ich sagte euch schon, allein, insgeheim und in aller Sicherheit muß ich mit ihm reden. Hätte ich zu ihm ins Haus gewollt, würde ich eure? Hülse niH bedurft haben, ich kenne den Eingang des Drei Königen'Hauses wohl. Nochmals wiederhole ich euch, daß, wenn ihr nicht thut, was ich sage, ihr euch an eurem Herrn schwer versündigen werdet. Jeder Augenblick ist kostbar,denn es gilt,die größte, drohendste Gefahr von dem jungen Man ne und besonders von deffen Braut und Herrn van Embden abzuwenden. Jetzt entscheidet euch,geht ode? ich kehre um, und das Unglück, welches eintreffen muß, werdet ihr ihr ganz allein verschuldet und zu verantworten haben. Ich gehe schon, sagte Willem unter würsig und nicht wenig aufgeregt durch den geheimnißvollen Vorgang, wandte er sich, um nach dem Hause zu gehen. Doch noch hatte er nicht einen Schritt gemacht, als Leonard ihm schon wieder zuherrschte : Habt ihr vergessen, daß ich mit dem jungen Herrn' nur an' einem sichern Orte verkehren darf ? Führt mich dort hinein, die Stube scheint leer zu ftehen. . , Dabei deutete er aus die ehemalige Küferwohnung. Willem, dc? sich bereits vollständig unter dem Einfluß des Fremden befand, sagte nur : .Kmmt " Darm ging er, sich vorsichtig umschauend, nach seiner eigenen Stube, holte einigeSchlüssel hervor und schloß die bezeichnete Thür aus. Leonard schritt auf den Eingang zu, den er nur zu gut wiedererkannte und mit einem häßlichen Lächeln grüßte. In diesem Augenblick knurrte Cäsar, der sich seit gestern in seinem Zwinger befand, in drohender Weise und Leonard fuhr zu rück. Was ist's mit dem Hunde ? fragte er. Brauch! keine' Sorge zuhaben, Herr, entgegnete Willem. So lange ich in der Nähe bin, thut der Hund keiner Seele etwas zu Leide. Gut, so geht und sorgt dafür, daß sonst Niemand crsährt, wer euch geschickt und wesüalb ihr Herrn Daniel aus demHause holt.' Während Willem in der Richtung nach dem Hause davonging, trat Leonard vcllends in die Stube, deren Thür er hinter sich zuzoa. ' . .. . . Alles noch in demselben Zrmande, wie es gewesen, rief er mit einem höhnischen Staunen, als ob ich diesesNest erst gestern verlaffen hätte ! Na, wer weiß, ob ich es nicht wieder bewohnen werde nur unter anderen Umständen wie damals! ioch die schwarze Bestie müßte mir aus dem Hofe fort, sagte er plötzlich mit eine? Grimane und unbeyaaucyem one, oenn der Hund hatte sein Knurren wieder be gönnen. Wm's nicht vergeben unv jur sein Fortkommen haha ! schon sor gen. Nun pflanzte er sich hinter den Gardincn des Fensters auf, dem Nahenden cntgegenzuspahcn.' Das Herz begann dem verlotterten Menschen doch in ungewohnter Weise zu r ' Magen, es war ja in eigener Vvyn, den er bald vor sich sehen sollte. Diese Regung eines beffern Gefühls hielt jedoch w Ji. iL nur wenige AUgenvllae an ; mu einem eklcnJluch versuchte er sie zu verscheuchen. Da erschienen Willem und Daniel im Hofe, und sich nach dem andern Ende der Stube zurückziehend, murmelte er nun mit einem -höhnischen Lächeln; Jetzt gilt'S zu zeigen, ob etwas von dem'Comödianrenvolke an mir kleben ge blieben ist. Muß vorerst den zärtlichen Vater spielen, wobei als erste Scene eine Überrumpelung am effectvollstcn wirken wird ! ' . '', Wenige Augenblicke spater betrat Da niel die Stube, deren Thür hinter ihm in'ö Schloß siel. Mit einer unbeyag lichen Neugierde sah er sich in dem mit , . r . . o .. r i zr.fr i cci einer oumpjen ui ciiuuicu jiuuinc um. Da traf sein Blick auf eine ihm fremde Gestalt, die sich aus dem dämmernden Hintergrunde der Stube loslöste und mit ausgebreiteten Armen einen Schritt aus ihn zutrat. Zugleich vernahm Daniel Worte, die kein öerz mit Eiseskälte trafen, um ihn dann mit jähem Entsetzen zu erfüllen, die ihm zugleich den Athem, die Besinnung zu rauven oroyien. wzx n dere hatte nur mit einem schlecht gelunge nen rübrenden Ausdruck gesagt : Mein Sohn, mein lieber Johannes ! So komm doch in die Arme deines Va ters ! , Mit weit aufgerissenen Augen starrte 3nnifl hie fremde Erscheinung an, die ihm widerlich voommcn,ibn mit Abscheu
ersüllen .mußte, nachdem er erfahren, wer und was sie ihn sei. Das Unerwartete und doch Gefürchtete war mit einer so jähen, brutalen Schnelle ersolgt, daß kein Widerstand möglich gewesen, kein Entrinnen mehr möglich war. Nur eins empfand der Aermste : er, der entsetzliche Mensch, der nun einmal sein Vater sei, war heimgekehrt, und vor seinem verabscheuungsvollen Bilde ftoh alles Glück aus Nimmerwiederkehr. Daniels Blicke irrten unstäl rmher und sein Körper schwankte, als ob er im nächsten Auenblick in sich zusammenbrechen wollte. Doch schon war Leonard an seiner Seile, ven einer triumphirenden Freude erfüllt, ge dachte er den Wankenden zu Pützen, ihm zärtliche Worte neueLugen mit väterlichem Tone zuzurufen. Doch Daniel schauderte bei der ersten Berührnng. zn rück, als ob ein gistigesJnsect ihn berührt habe, und abwehrend, sich gewaltsam zu fassen suchend, rief er nun mit einemAus druck der Stimme, der Schrecken und Ab scheu kündete : Sührt mich nicht an ! Ich ich kenne euch nicht ! :A - .: f ; . : ' Leonard ließ ven ihm ab und. trat unter höhnischem Achselzucken einen Schritt zurück. Dann sagte er, leichthin : 1 ; s f ' Will dir gern Zeit gönnen, dich zu sammeln, die Ueberraschung hat dich,. wie ich sehe, recht angegriffen. Es konnte aber auch nicht anders möglich sein ein Wiedersehen nach zroanzigJahren zwischen Vater und Sohn.' ' ' ' ;' ' Ich kenne euch nicht ! wiederholte Daniel in steigender Ausregung. Zugleich richtete er sich empor: und begann den Blick voll und unbehindert aus den Mann zu heften, der keine Verlegenheit 'zu. cmpsinden schien, dafür eine immer dreistere Zuversicht entwickelte 'Und jetzt ihm' sogar mit einem Lächeln antwortete : . " Glaub's wohl,daß du mich nicht, kennst! Woher sollte auch unsere persönliche Bc kanntschast kommen ? r Warst ' leine zwei Jahre alt, elö ich dich verlassen oder vielmehr dich in der Obhut meines Bruders in Florenz zurücklassen mußte. Doch bist du ja zu den Deinigen zurückgekehrt und ich freue mich dcssc ! Brauche :ch doch die große italienischeRcise nicht mehr zu machend um .dich zu holen,' kann jetzt schon die Sehnsucht nach meinem Kinde befriedigen: Schweigt! Ihr lästert! klang es cmpört dem Manne entgegen, in demDanicl gegen feinen Willen, den Vater erkennen mußte, ' den er mit 'stammenden Blicken anschaute. Nie habt ihr Liebe zu den Eu rigen gezeigt und eine Wiederkehr hättet ihr ihnen ersparen sollen. Wir haben nichts mehr mit euch gemein. . Geht eure Wege und laßt mich die meinigcn gehen. Ich sehe wohl, daß man mich stark bei dir verleumdet hat, entgegnete Leonard mit cier .verächtlichen Gleichgültigkeit, ohne sich im 'mindesten um den edclnZorn Daniels zu kümmern.' Doch ehe wir voneinander gehen, wirst du deinen Irrthum erkennen ur.d zugleich auch,welchen großen Dank du mir schuldest, l daß ich nun. gerade jetzt im entscheidenden Augenblick zu dir zurückgekehrt bin. Höre mich nur ruhig an. V V ; Ich will Nichts ran euch' höttN. tntt Worte sind Lügen !' Nochmals, laßt mich und geht! rief Daniel und trat dabei auf die Thür der Stube zu, diese zu rer' lasten. ' ' Meinetwegen denn ! Wenn du Starr köpf es nicht anders haben willst, so mag es sein ! Gehe nur zu, ich folge dir auf
dem Fuc, um Herrn van imvoen, oer ganzen Stadt zu sagen, was ich in meiner Liebe zu meinem Sohne nur dir allein anvertrauen wollte. - ' y Daniel, der jetzt erst cn Andrea und Herr van Embden dachte, , und welche entsetzliche Folgen - dieses -plötzliche Erscheinen seines verbrecherischen Vaters vor jenen haben mußte, sank mit einem schwe ren Seufzer wie vernichtet auf einen Si Die Augen bedmte er, als ob er dadurch die Bilder von Weh und Elend, die vor ihm aufstiegen, unsichtbar machen könne. Xn dem Auaenblick höchster Freude aus all meinenhimmeln herabaestürzt,inNacht und Schande ! stöhnte er verzweiflungs voll hinter den vorgehaltenen Händen hervor,wäh?cnd der andere ihn mit einem triumphirenden Lächeln betrachtete unv dann sagte : ' . . . w Ich sehe mit Vergnügen, vak ou scyon wieder vernünftiger geworden bist. 'und mich hören willst. . ( ' .: ' ; 7 .;. Was wollt Ihr von tau ? Weiter nichts, als was ein Vatr von seinem Sohne verlangen dars wozu er übrigens ein Recht hat?; mir, folgen sollst du, sortan bet Mir und Mit mrr leben. : Nimmermehr ! nefDamel entrüstet und jedes Weh' vergeffend von-, seinem Sitz emporschnellend. . Du wirst anders ! denken und reden. klang es als Entgegnung kalt und über legen, wenn du mich gehört- haben wirft. Du bist aus dem Punktes - zu Heirath en, fuhr Leonard sort, als er sah, daß Daniel kernen weitern Emwurf machte, sondern ihn nur fragend enfchaute. Gestern wohnte ich incognito deiner Verlodungsfeier aus demKlosterhofe bei hätte mich wohl zu euch an die Herrentafel setzen 1 IX. 11-1 x :jf.i rönnen, oocy lyul iuj s maji' uui vt zuliebe ! Denn und . dies merke dir wohl, mein Sohn bevor ich mich zeige und laut zu allen rede, mnß ich zuerst mit dir im Reinen sein wiffen ob. du - thun willst, wie ich sage oder nicht. Ich laste dir übrigens freie Wahl. Die Sicherheit, mit welcher Leonard sprach, begann Daniel eine neue Angst einzuflößen und seinen Widerstand lang sam zn besiegen. Doch wollte auch .wieder eineHoswung in ihm austauchen,denn die Worte seines Vaters ließen zugleich eine andere Deutung zu, und hastig sagte' er: - , . So erklärt euch deutlicher, sagt, was ihr sonst noch verlangt etwa Geld ? Gefehlt ! rief Leonard lachend. Mit Geld wird das Unbeil,welches euch droht. nicht abgewandt. Ich könnte eS nur für mich derlanaen.als Preis nrnneS Schwel gens, meiner Entfernung. -Doch dann dann wäre ich wirklich der Schurke, 'als welchen man deinen Vater dir geschildert haben mag. Nein, mein Sohn, sprach er jetzt wieder mit gedämpftem Tone,andereS muß ich, so weh eS mir auch thut, von dir begehren, das größte Opfer, welches du brmgen kannst, doch zu deinem Het!e,zum aller, die du liebst, bringen mußt. Er schrecke nicht ! Deine Heirath mit der Tochter des Herrn van Embden ist eine
Unmögiichlcit und du mußt davon zurücktreten. Ihr redet im Fieber. cntgegncteDaniel, dessen Augen selbst in einer sieberhasten Gluth zu leuchten begannen. Wie könnt ihr nur wähnen, daß euerWille den längst gcschloffcncn Bund löscn daß ich eurem sinnlose:- Verlangendem gewiß ein neuer Bubenstreich zu Grunde liegt, nach kommen würde? Knabc, ricsLeonard jetzt m-it drohendem Tone, du und ihr alle 'werdet euch bcugen, doch nicht meinem Willen ! Thorheit wäre es, dies vorauszusetzen, denn was vermöchte ich, der arm und elend Heimgekehrte, gegen den millionenreichen van Embdcn ? Ihr werdet euch beugen einer Nothwendigkeit, einer zwingenden Gewalt, die keine Macht der Erde noch des Himmels im Stande sein wird, zu beseitigen. Die Heirath ist unmöglich frage mich nicht, weshalb, sondern danke Gott und deinem Vater, daß die Worte : stc ist unmöglich- vorerst nur dir allein an das Ohr, in dein Gcwiffen klingen. , Sprachlös vor Staunen und Entsetzen starrte Daniel, seinen Vater an. Was deffen Wor'e 'ihn 'ahnen lassen wollten, durste i und wollte er sich nicht sagen, es wäre unerhört, zu furchtbar ungeheuer lich gewesen. Es trieb ihn an, den Unseligen zu stieben und doch bannte es ihn an die Stelle : die Worte : ehrloser Lügncr !" lagen auf seiner Zunge und er vcrmochte sie nicht au-zuspiechen. Und dennoch mußte er mehr erfahren und fand keine Kraft reden. Endlich entrangen sich seinen Lippen Worte, vor denen er selber sich fürchtete entsetzte, von deren Beantwortung ihm Leben oder Tod abzuhängen schien. . Redet.! keuchte er. Sprecht es aus, was ich nicht zu denken wage, nicht aus denken darf! . Jetzt, in, diesem entscheidenden Augenblick, begann es dem abgehärteten Sünder doch unbehaglich zu werden. Ein letzter Rest von scham wollte ihm die Lippen verschließen, ihm einen Abscheu vor sich selber einflößen, und unmöglich wurde cs dem sonst so Frechen, die wemgen Werte auszusprechcn : Unmöglich ist die Hcirath, weilAndrca deine Schwcsier ist ! Den Blick abgekehrt, wand er zögernd sich hin und her, da rief Daniel mit triumphircndcm Tone : ' Ihr lügt, lügt erschreckt selber vor eurer Lüge, die eine sündige Ungeheuerlichkeit ist und nur eine Einflüsterung der Hölle, ein letztes verbrecherisches Wagniß des Mannes sein kann, , der seither vor keiner Sünde zurückgeschreckt ist denn ihr wagt es nicht einmal, in Worten auszusprechen, was ihr ersonnen habt, mich zu täuschen uns alle unsagbar elend zu machen. Anstatt von diesen anklagenden Wor ten seines Sohnes empört zu werden, aufzufahren und mit einer vernichtenden Entgegnung zu antworten, zeigte Leonard nur ein leichtes Unbehagen, er hatte im Leben wohl noch ganz andere Bcleidigungen, ertragen, schwerere Beschuldigungen hören müffen. Dasür schien er nachzusinnen und sagte endlich in auffallend ruhigcr Weise : Ich begreife deine Entrüstung, dein Verlangen, deutlicher zu reden, dir alles zu sagen und dennoch zaudere ich. Weshalb? Ich begreift es kaum, da eö doch gesagt werden muß, zu deinem, zu eurem Heil. Es gibt indessen einenAus-
weg, eine andere mag zu dir reden und zugleich die Beweise dir liefern, daß ich wahr gesprochen, da ich dir sagte : die Hcirath ist unmöglich ! ' Wer ist's ? fragte Daniel athcmloö. Die Mutter Andrea'Z, tönte cs nach einer Pause mit unheimlichem Klana an Daniel's Ohr. Dieser war todtcnblelch geworden und richtete den Blick auf den Unseligen, der. sein Auge . niederschlagen mußte. Es wollte dem Armen dünken, als ob all sein Blut zu Eis erstarrt sei. Dennoch fand er die Kraft zu einer Frage er fühlte, daß es die letzte sein würde Und wie wie wollt ihr dies möglich machen? Jetzt wandte Leonard sich lanasam zu ihm hin, doch ihn nur mit einem Blicke streifend, deutete er auf das Fenster und sagte in geheimnißvoll Weise : ? u wirft das alte Haus dort wohl unten und oben zur Genüge kennen, pur ein Theil deffelben wird dir unbekannt ge dlitbcn sein: die geschlossene erste Etagen! Dort schlummern die Beweise meiner Worte dort sollst du die Wahrheit cr? fahren. . . . , ' ! - , , ; Die geschloszene Etage k ! hauchte Da niel vor sich hin. Ah, ich wußte eS langst. daß dort mein Lebenslos sich, entscheiden wurde. Nun sank er wie ein Mensch, der nicht mehr gegen sein Schicksal anzukämpfen wagt, auf einen Sitz und ließ den andern reden. Als ob er jetzt in seinem richtigenFahrwaffcr sei und sein Ziel so rasch als möglich zu erreichen trachtete, ' suh? Leonard in geläufiger Sprache fort : Seit dem Tode Julia's, der jungen Iran van Embden, ist die Etage - verschloffen, und wie es in der Sterbestunde dort gewesen, so wird es heute noch sein. So war es vordem wohl ein Jahrhundert lang, und der Winand wird cs nicht anders gemach: haben. Ich weißes, bin so fest überzeugt davon wie von allem andern. Heute Nacht meinetwegen um Mitternacht führe ich .dort dich ein, dann mögen deine Augen dich , überzeugen und du wirst igen, was du zu thun und zu lasten hast, und daß dir nur das eine übrig bleibt mir deinem Vater zu folgen. Du wirst diesen Ausweg segnen, rief er jäher, als er ine abwehNnde Bewegung Daniess bemerkte, kann er dir doch den einzigen glaubwürdigen Grund für dein Zurücktreten von der Hcirath liefern. Denn du wirst es nimmer sein wollen, der die wahre Ursache der Welt preisgibt, der da sagen wird : die Heirath ist unmöglich, wett weil sie eine Todsünde wäre! Haltet ein, kein Wort weiter ! kreischte Daniel in hellaufloderndem Zorn. Sagt nur, wie ihr mich av jenen abgeschlossenen Ort sühren wollt. Weiter will ich von euch nichts mehr hören, dann selber entscheiden. -In einem tonlosen Murmeln waren seine letzten Worte erstorben. Die Schläfe preßte er mit beiden Fäusten, als ob er ihr mächtiges, steberhasteS Schlagen fürchte und hemmen wolle. Vfrs'
Ohne eine Regung von Mitgefühl schaute Leonard den Armen an,dann fuhr er langsamer sort : Ich besaß einen Schlüffel zum Pförtchcn des Thurmes. Zuerst barg ich ihn zwischen dcn Steinen des alten Grottenwerks im Garten, dann an sicherer Stelle hier in dcrWohnung de? Schwiegervaters Textor, wo ich heimlich campirte. Da hier alles noch im selben Zustande ist wie früher, werde ich dcn Schlüffel wohl auch am alten Orte finden. Unbemerkt muß ich in der Nacht in's Haus kommen, und dazu bedarf ich zweier Schlüffel,' für die Straßen- und die Hofthür. Kannst bu mir diese verschaffen? Nehmt ! sagte Daniel willenlos, keines Widerstrebcns mehr sähig und die beiden Schlüffel aus dcn nahen Tisch legend. Ich erhielt sie vor einiger Zeit von dem Wächter des Hofcs,steckte sie heute zu mir, um sie wieder abzuliefern." " " Das trifft sich herrlich ! rief Leonard, mit einem häßlichen Lächeln die Schlüffel betrachtend. Es sind wahrhastig noch die alten die meinigen ! Nun wd ich auch den dritten finden. ' Ohne sich weiter um Daniel zu küm mern, eilte er in das Innere der Wehnung, deren Gänge und Kammern er nur zu wohl kannte, und kehrte bald daraus zurück, einen Schlüffel mit krausem Bart in der hoch erhobenen Hand. - Mit triumphirendcr Miene rief er: .'' " " Kostbar ! Er lag noch an derselben Stelle, wo ich ihn gewöhnlich und auch in jener vcrhangnißvollen Nacht barg. Nun finden wir auch drüben, was wir suchen. Jetzt merke auf, denn wir müffen zu Ende kommen, man könnte dich sonst in dem alten Neste verkniffen. Wache und erwarte mich in der Nacht, für das nothige Licht werde ich sorgen vielleicht .auch wohl hier meine alteLaterne wiedersindcn! Nur in der untern'Etage kannst du wohnen, cm schwacher Lichtschimmer soll mir sagen, wo du weilst,und ich klopse cn dein Fenster, daZ . dir als Thür dienen kann Dann folgst du mir zu dem Thurmpförtchen, das du schon geöffnet sinden, Wust. ?!ur aus zweierlei hab Acht: den knurrenden Hund dort in der Hofccke entferne' schließe ihn meinetwegen in dein Zimmer ein und dann bedeute den altenKnecht, daß du von hier aus einen späten heimlichen Besuch erhalten wirst.- Ueber Nacht dürfen wir den Alten schon in'sVertrauen ziehen, denn morgen muß doch alles an's Tageslicht kommen und gesagt werden. Hast du begriffen, bist du einverstanden? Daniel nickte wie geistesabwesend 'nur mit dem Kopfe. ' - 7jl - I So gehe, mein Sohn, fuhr Leonard mit väterlichem Tone sort, ruhe dich aus von dem Erlebten, das allerdings - etwas unerwartet für dich gekommen ist und dich härter getroffen haben' mag, als mir lieb sein konnte. Kräftige dich sür unsere nächtliche Fahrt in die gehcimnißvollen Räume des Trei-Königen-Hauses ud besonders wache ! -Leistest du meinem
Zeichen keine Folge, gehe ich allein voran,' und was dann geschehen wird, wirst du zu verantworten haben. Gehe ! DicNacht ist nahe, man wird dich sonst im Hause vermissen.' ' ; 4 " ' : Ohne ein Wort zu erwidern, seinen Vater nur anzusehen, erhob sich Daniel und bewegte sich wie ein Träumender auf den Ausgang der Stube zn. Von dc Gardinen des Fensters geborgen, spähte Leonard ihm nach. ?t'un sah er. wie Daniel einige Worte mit dem alten Willcm sprach und dann, von dem riesigenHunde schmeichelnd umsprungen, mit unsichern Schritten dem Hause zuwankte. ' Eine harte, böse Arbeit war es, sie ist mir sauer gcwordcn,mchr als ich gedacht ! murmelte Leonard, in die Stube zurückt?etend,die jetzt von der abcndlichenDänimerung ersüllt war. Er reckte und schüttcltc sich, als ob .er die Erinnerung an den selbst ihm peinlich . gewordenen Austritt von sich hätte abstreifen wollen, und fuhr dann . mit anderm, lustigem Toe fort : Das Schlimmste ist überstanden. und auch das, was noch geschehen muß wird vorübergehen, und getrost kann ich in meine hübsche Wcinkneipe'amUfcr zurückkehren, mein Glück auch im Spiel zu versuchen. Das wird mich am besten bis Mitternacht wachhalten. ' ' Ist's gethan, suche ich hier mein, altes Quartier. wieder, aus und schlasc bis zum Morgen, der mich zum Herrn des Jungen und des KlosterhofeS machen wird. j Dabei war er durch die stube, in den schmalcnFlu? getttten,sch!oi die Straßenthür aus und vcrlic daS: Haus,".: in. .der, Richtung nach demStrome die dämmernden Gaffen durchschreitend.'. ' .! . . ; : '. 1Drei:hnte5 5pite ie Rcht in Ut : erften tegk. :Z li Wie ein Trunkener war Daniel in seincr Wohnung - angelangt., Schon ., im Atelier traf er Frau Siebold., die .ihn, in peinvollcr Unruhe erwartet haben mußtc nun hastig ihm entgegeneilte ' und' sagte : Wo bleiben Sie. Daniel? "-Was ist vorgegangen, das Sie so lange, von dcn Ihrigen, die Sie . schmerzlich vermissen fern halten konnte ? .. . . ; ! Daniel antwortete nicht; dasür schien sein Zustand, der dem eincsJieberkrankcn ähnlich war, um so beredter'.; sprechen. Frau Siebold faßte ihn am Arm und zog hn fast gewaltsam durch das Atelier nach dem Wohnzimmer, in dem bereits eine Lampe brannte. Hier angelangt. warf sie einen Blick auf den jungen Wenn und schrie dann entsetzt auf : " , Herr des Himmels ! Was ist Ihnen geschehen? Bleich wie der Tod. sehen S aus, und Ihre Glieder zittern ! Nun löste eö sich wie eiserne Bande von dem - Herzen, des :,rmcn DaS Furchtbare, was er erlebt, erfahren das er ge waltsam in sein: blutendes Innere hatte zurückdrängen müssen,, strebte, jetzt ebenso gewaltsam an'sLicht ; er mußte sich davon befreien und wußte zugleich, daß er es keiner treuern Seele anvertrauen , tonne, als der mütterlichen Freundin Andrea's, seiner eigenen Beschützerin, ' zu der es ihn mehr und mehr mit innigster Theilnahme hingezogen Sich keinen Zwan"g"anle gend, umwand er den Hals der bleichen Frau mit seinen Amen,, und das Antlitz auf ihre Schulter bettend, stöhnte er verzweiflungsvoll, mit Thränen kampsend : O, meine Freundin, meine Mutter,' ich bin namenlos unglücklich geworden ! Ein einziger Augenblick hat all mein Erden glück zerstört, mein Leben mir verhaßt zu einer Last gemacht, die ich nicht lange werde tragen können ! Er, der Unselige den ich verabscheuen muß und doch
nicht darf der Mann, den ich Vater nennen müßte , ist heimgekehrt ! Ich komme von ihm von einer entsetzlichen Unterredung mit ihm. ' Frau Siebold hatte bei dem Mutternamcn, dcn Daniel ihr auö vollem,reincm Herzen gegeben, ein Glück empfunden,das sie bis zuThränen rühren woLte. Zitternd preßten ihre Arme ' den Jammernden an daS lautschlagende Herz, .-doch zu Tode erschrocken, fuhr sie zusammen, alL jener die schwer wiegende Mittheilung ihr ge macht. In ersten Augenblick vermochte sie nichts anderes zu stammeln als: Er ist wieder da ? Nun stehe Gott uns bei ! Doch das Mitleid, ihre Liebe zu dem jungen Manne, zu Andrea,gaben ihr eine fast übermeuschliche Kraft, ihren eigenen Schrecken zn bannenMuth und Hoffilung un jeden Preis wiederzugewinnen und festzuhalten. Es gelang ihr,- ' und noch hatte Daniel sich zu keiner weitern Aeu ßcrung aufgerafft, , da sprach sie schon wieder in anfeuernder Weise : Und wenn er auch zurückgekehrt ist,was kann er im Grunde uns abhaben ? Sein Kommen hat er vorhcrgcscgt,' .und nachdem Herr Winand trotz alem seine Einwilligung zu eurer Verbindung gegeben,' nachdem er Leonard Urban's Sohn als den seinigen anerkannt, wird er nimmermehr zurücktreten, weil nun auch der Vater sich wieder gezeigt. Habe Muth,Daniel! sprach sie jetzt mit tiefsinnigem Ton. Wir brauchen den Entsetzlichen nicht zu fürchten, denn mit uns allen ist ein Starkerer und unsere Lbe die Liebe . sür das Leben, die Liebe bis über das Grab ! Daniel antwortete nur durch eine zitternde Bewegung, dnn loste er sich sanst aus den Armen, der Frau Siebold - und sagte endlich dumpf v5? sich hin, trotz der ermuthigenden, vertzeißenden Worte : , Ihr wißt nicht', alles sür mich gibt es keinen Glauben, keine Hoffnung mehr! Mein Glück ist ; dahin,' und Sünde ein Verbrechen wäre es, nur 'noch daran zu denken ! , , ,T. ....... Um des. Himmels willens ihr sprecht im Fieber ! rief Frau Siebold in größter Aufregung, von einem neuen Schrecken erfaßt. ' O,' redet deutlicher, - sagt - mir alles und ich werde einen Ausweg finden, ich will und ich kann es ! - Nur . redet, Daniel, redet ! - Ich fühle, daß meine Worte euch wie
die eines Wahnsinnigen klingen ' muffen, entgegnete Daniel . tonlos wie früher. Doch bin ich kein solche? und .miß nur zu gut, was ich sage nur aLegrisfen, zu Tode matt fühle ick) mich. , Ruhen möchte ich,um zu'vergeffcn wenn auch nur für kurze Stunden. ,- : . - I ; Dabei wankte er nach den: Sopha, aus dem er sich, das Antlitz in der Hand ge? borgen, schwer,' als ob alle Kraft von ihm gewichen wäre,' niederfallen ließ. ' ' ; Mit gerungenenHänden durcheiltcFrau Siebold das, Zimmer, vergebens nach eincm Ausweg aus dieser räthselhaften und deshalb um fo entsetzlichern Lage suchend'. Was. Dank! hatte sagen wollen, was ihm begegnet sein mußte, um ihm solcheWortc aus die Zunge zu legen, vermochte sie nicht zn ergründen.' Und oben war die ganze Familie beisammen, den letzten Abend mit Pietro zuzubringen, in traulichem Kreise den Abschied zu feiern, nur Daniel fehlte und jeden Augenblick konnte Andrea erscheinen. Und ' keinen Ausweg kei-. nen ! Es wer zum Verzweifeln ! ' Unb weinend wandte sich die arme Frau nochals in ihrer Herzensangst', an Daniel,, ihn um sein Vertrauen anstehend,, damit sie rathen, helfen ; könne. . Da sagte er endlich und mit festem Ton : . . , Ich kann und darf euch jetzt nicht sagen. was mir geschehen doch morgen, so früh als wir uns nur sehen können,, sollt' und müßt ihr alles erfahren ' Laßt 'mich jetzt allein und bittet Gott, daß er mir hilft, diese Nacht zu überstehen. Nur feht zu, wenn ihr mich Uebt, daß Niemand wer es auch sei, den Versuch macht, mir heute noch zu begegnend 'Gelobt mir dies und morgen soll alles klar werdcn.unser Lebenslos sich entscheiden. ' . .-3 Ich muß. wohl, gehorchen, entgegnete' Frau Siebold, sich in das Unvermeidliche fügend, denn ich sehe, daß ihr nicht reden dürft. Doch morgen bei dem erstenStrahl des Tages bin ich an deinem Lager, DaNiel, und dann werde ich erfahren, was dich fo bedrückt und auch helfen ! Darauf baue fost und lasse' trotz allem die Hoffnung nicht sinken. Vieles haben wir mit Gottes Hülse, und Kraft unseres rcinen Wolbens schon überstanden, und auch dieses unbekannte Schreckblld ' wird sich noch verscheuchen 1 lasten. Ich" fühle - es hier tief im Herzen. ' Und gilt es dafür einen neuen letzten Kampf ich . wage ihn' denn mit mir list die Nutterlicbc ! Bleibe getrost U..ruhig in deinenÄäumen, Niemand soll dich siör.en. Den Deinigen werde, ich den Schmerz üb;r die bevorstehende Trennung als Grund deines Fcrn bleibens angeben,' und sie werden ihn achten und mir alauben. ;j: ; - Leise neigte sie sich über denZusammen-' gesunkenen und mit ihren Lippen seine Stirn berührend, hauchte sie ihm noch unter Thräneck und mit einem rührenden Ausdruck inniger Liebe zu r 'S. Und nochmals Dank .dasür,.: daß dein Mund dein Herz mir : . dcn Namen Mutter gegeben, nach dera mne Seele solange lr?ge Jahre vngebens'gelechzt! . :' .. ; . .; ; ;; Dann enteilte sie den Zimmer hastig, als ob sie sich sürchte, in den Zögen Da: nielö eine Antwort aus ihre verrathen sehen Worte zu lesen. ''-. . . : , ,8wtu5ßjoIfit. .V sr au steh t. . i l - Mutter: .Emil kann sich über den Tod meines Mannes noch immer nicht tröstend . ... 7 Emil (zur Tante): .Ja, liebes Tant chen, weißt Du, so einen guten Papa de kommen wir so .leicht nicht wieder." H rr S t o'l z n d der Ese treibe?. ; j ; Herr Stolz wird von einem Esel, der ihn entgegenkommt und dem er abkcbtlich nicht auö dem Wege geht, zu Boden gevorsen und macht nun dem TreZber Vorwürfe, daß er ihn mit den Esel nicht auögeuichen sei. .Lieber Herr versetzt dieser, .was geschehen ist, thut mir leid, und lch bereue meine Nachlässigkeit; seien Sie uberzeuat. wenn Sie mre us, begegnen, weide ich schon ' von Weiten ium, in, riq au r
Ida, die Mauscrin, oser der Junker von Ncienyan. Az Um scNlschkN e.run:fl?tf . Ein Mädchen, das gerne leckt und schleckt Und immer denkt an's Naschen, Kommt aus dem Lasterweg direkt In fremder Leute Taschen. Der Pfad führt ohne Ausenthalt Der Hölle nah und näher; Das seht Jbr an der Jda bald. Die d'nin: nach Auchwald c?!" . , . stallt , . Kam vor den Amtsrorsteher. ' Das war der Herr von Rotenhan, Der sprach mit Zorneslachen : .Bringt mir die Jda mal heran, . Ich will sie artig machen ! Die Jda nachte ihren Knix. . Alö wäre nichts passiret, . . Da inkt der Rotenhan und st? : Ward sie placirt und hinterrücks : Ein Hieb ihr applicirct.' Schroachnervier Gemeindebot', Was schlägst Du fo gelinde V -Der1 Junker schrie's: Schock;ch?crknoth, - - Ein. solcher Hieb ist Sünde!" , " Und von der sreiherrlichen Hand Hört man die Peitsche sausen, ' Die Jda, die, den Schmerz empfand, ;0 Herr!' schrie sie, Herr Amts- .. . . . . vorstand, Ich wlll nie wieder mausc U .Allwcil hils: Dir: kein Schmerzgtstöhn, Das sünd'ge Fleisch , muk büßen. Trotz Ach und Weh mußt Du die Poen, 'Das Dutzend, voll genieben.' """ So muß man sprach der Rotenhan, .Als AmtZvorfleher schwitzen. Allkin ich hab's mit Fug.kelhan, -.'.?! Die Jda, wett' ich, denkt daran - :; Absonderlich keim Sitzen! Und die oröl von der Ceschich! ? Ihr Kinder laßt das Mausen, ' S Und auch das Naschen tauget nicht, r; Der Herr Profoß steht draußen l .' Und solcher Herren giebt'S noch viel J?z freien Land der Deutschen, Die gern nach mecklenburg'schcn.Stil ' Ihr ritterliches Kraftgefühl ''lu -
-kethat'gen rat dcn Peitschen ! . -' v , . 9 mt '. . ' j Mutter : Was einst Du denn, mein Junge ? Der kleine August (schluchzend)': Ich kann dem Schaf die Beine nicht abbrechen. :'DiVbvshasteNi'chtc , Sophie (zu ihrer rnverheiratheten Tante) : .Nicht wahr, Tante, .sitzen" conjugirt man so : .Ich sitze, ich saß, ich bin sitzen geblieben .u)viS ..Noch nie dagewesen. h . , , , .Ich sage Ihnen nur. Her? Direktor, eine Tragödie, die so großartig mie die meine ging noch nie über Ihre Bühne ! '.Das wäre !" ' ' " .Denken Sie sich nur, im vierten Akte sterben bereits alle bündelnde Persönen !' " i -"' "": - ! .WaL bleibt denn aber de für den sünsten Akt übrig?" . . ' , l .Sehen Sie, das ist gerade das Interessante : j da' treten die j Geister der Verstorbenen cu.4" " ' 1 ' Auö der Schule. Lehrer (die Mönchsorden durchnehchend): Wer nennt mir außer den Vcnediltine'rorden noch einen adern? ! Schmer: Den Eotmonorden. " - - . ... ' V . Die Frcucnfrage. w...- j ' Fraulein : .. ... Sehen Sie, verehrtesteö Fräulein, das ist eS, was mir wollen! Nicht wahr, Sie wissen jetzt, was die Jrauensrage ist ? Dame : .Ich kenne nur eine einzige, und diese lautet : .Ist er schon verheirathet V , A ! l e e n a ch V 0 r s ch r i s t. : . .Was meinen Sie, Feldacbei, wir werden wohl noch'Re'gen bekommen! .Aus Parole ist nichts davon gesagt worden, Herr Hauptmann ! ' Der kleineOperngucker. .Gnüdiaes FrZulein. was scben Sie mich denn fartwährend an ? .3a wollte Sie ansehen, .vcrr Dro. feNor. aber icb brina' Sie ablalut ni&t in meinen Operngnöer hincl!" - - . ' - - " - ; v Bor Gericht. ' ' Vorsitzender : .Sie haben nun scbon seit 1 Jahren keine Wohnung wie kommt das V . ' . Landstreicher : ;Jch bäb' die aanie5Zeit nach einer gesucht, hab' aber bis heut noch nie ctwasPassendes gefunden !.' Kinder Erziehung. Mama:.. Aber Elsa, wer wird denn daö Püppchen jx er schlage, das ist gar nicht li'ebo-. 'Elsa: Ji:tf Das VSvvücn nuk geHaut werden: meinst Dn'denn. ich will mir auch r er, wie Du,.vom Papa vorwerfen lc' .n, daß ich eine Kinder . 's. I Hl - - verziehe : ' : . Bü ch e rm ee r. .Büchermker Wen daucht' daö Wor -nicbt out? - Doch ein Meer ein Meer hat Ebb' und - Jiuih ; Vüchermecr will nina Ebbe zeiaen. tt....Ki.r:x!av!.frr..n i .. unuuyuii ii uic vjiuiq 1X3 IkigeN. E. Q ermann. M itd er eigenen Q äffe geschlage. Pfarrer (an Samstag Abend zu der sehr spät auö den Klatschkränzchen heim kehrenden Gattin) : .War bleibst Du denn so sürchterliH lange aus, Frau V Psarrerin: .Ach, ich abe Dich bei der Vorbereitung zu Deiner Predigt nicht stören wollen. Psarrerin (sich eben zur obligatenGardinenpredigt zurecht setzend, zu dem an Sonntag ?.bend sehr spät aus dem Club heimkehrend? Gatten): .Warum bleibst Du denn ab,.r so sürchterlich lange aus, Mann?" - ' s : . . Pfarrer: .Ach weißt Du.liebeS Kind, ich habe. Dich eben bei der Vorbereitung zu Deiner Predigt auch niöl pörenwol len !" i
