Indiana Tribüne, Volume 6, Number 48, Indianapolis, Marion County, 5 November 1882 — Page 6
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MMgeKommenen Fom ' pejaner. VA zse. . Cdj-ettft. V. . . - Äit elsten Körper finden sich in den ÄnSaW der Häuser, an den Thüren Lkö in den Straßen, was sich dadurch klärt, daß viele sich anfangs in den Zimmern und Kellern verborgen !hielten - und sich erst zur Flucht entschlossen, als , 5 schon zu spät war. Die meisten such f, W natürlich die großen Hauptstraßen .-' auf, welche direkt nach den Stadtthoren V führten, und zwar scheinen vorzugsweise die südlichen Thore der Stadt, dasSta bianer- und das Nucerinerthor, das Ziel - der Fliehenden gewesen zu sein. So er - klärt eö sich, daß allein im südlichen . Dritttheil der Stabianerstraße binnen acht Jahren, von 1851 bis 1853, über fünfzig menschliche Körper gesunden wurden. Zu den interessanter unter den Skelettsunden, gehört der am 24. März 1852 gemachte eines Mannes, der in einem durch die Mauer eines SchlafzimmerS gebrochenen Loche steckte, und - zwar in der ganz ungewöhnlichen Höhe von 17 Palmi, d. h. 4$m. Möglicher. weise hat er in einem Zimmer des OberpockS so lange verweilt, bis die Treppe - verschüttet gewesen ist, fodaß er versu - chen mußte, sich durch die Mauer einen - Ausweg zu bahnen. Leider gibt der -Bericht nicht an, ob der Oberkörper sich auf der Außen oder auf der Innenseite -des Mauerlochs befand. Im letztern : Falle wäre die obige Erklärung ausge schlosien und man dürfte annehmen, daß der Körper gar nicht einem bei dem AuS iruch Umgekommenen, sondern einem - Schatzgräber späterer Zeit angehöre, der vtt feiner heimlichen That - durch 33 schüttung oder fönst einen Zufall den Tod gefunden habe. Die in der Stabianerstraße Um kommenen haben zum Theil deshalb den Tod. erlitten, weil sie zu spät an die Flucht gedacht haben, was dadurch klar bewiesen wird, daß die Knochenreste hau - fia in der bedeutenden Höhe, von 10 bis 16 Palmi, d. h. von über 2$ bis 41m über demBoden gefunden worden sind.) Interessant ist auch der Fundvon drei Skeletten am Eingange der sogenannten : Stabianer Bäder 20. Juli 1855. ES vurden bei ihnen em Paar goldener Ge hänge, zweiKupsermünzen, zwei thönerne - Lampen, ein Oelgesaß mit einem Henkel und ein zweihenkliger Krug gesunden. ' Der Goldschmuck beweist,daß wir Frauen vor uns haben oder wenigstens eineFrau darunter gewesen fern muß. Wir crien nen, welcher Geräthe sich die Damen beim Baden bedienten, und dürfen viel - leicht sogar schließen, daß die beiden Kupfermünzen zur Bezahlung des Bade . billets bestimmt gewesen waren, daS die Unglücklichen statt denen mit dem Leben bezahlten. Daß sie aus dem Baoe ia men, wird durch die genannten Geräthe 'zur Gewißheit gemacht, da die Frauen, v wenn sie aus dem eigenen Hause geflüch " let wären, sicher nicht grade die Thon '-lämpchen und Oelkrüge statt andern Habe mit sich genommen haben würden. Daß sie erst im Begriffe gewesen feien, daS Thermen-Etablisjement zu betreten, ' wird dadurch ausgeschlossen, daß sie ' - 80cm über den Boden lagen; denn un - UiSglich können sie die Absicht gehabt ha ben, dort einzutreten, nachdem schon die Katastrophe begonnen und der Boden sich mit Asche oder Lapilli bis zu 4j5rn Höhe bedeckt hatte. ES liesert also dieser Fund einen neuenBeweiS dasür,daß die Erup tion in der Badezeit, d. h. um Mittag, ; ingetreten ist,' und wir werden kaum fehlgehen, wenn wir annehmen, daß die betreffenden Personen, vielleicht zwei " Frauen rnit der Kammerzose, im Bade von der Katastrophe überrascht worden sind, sich naturlich nur die nöthigste Zeit zum-Ankleiden gegönnt., und. dann die 'Flucht ergriffen haben. Berechnen wir für die Dauer des eiligen Ankleidens dasselbe ging wegen der größeren Ein fachhei? der Garderobe damals .schneller ; als es heute gehen würde acht bis zehn "Minuten, so würde daraus folgen, daß, '. falls der Ausbruch gleich mit starkem BimSsteinregen begann, in jeder Minute flacht bis zehn Eentimeter AuSwurfsmaffe . niedergefallen ist. Wir haben, so die pompeianischenAuS - Trübungen durch den Zeitraum von mehr ; als einen Jahrhundert begleitet. Die - ÄuSgrabungsberichte, die aber jedenfalls . nicht ganz vollständig sind, geben die ' Zahl der bis 1860 entdeckten menschlichen Körper auf 283 an. Mit dem genann ten Jahre begann zugleich mit dem neuen ; staatlichen Leben Neapels und Unter ; italienS auch ein neuer Zeitraum der Al ' terthumsforschung und der pompejani ' schen Arbeiten, deren Ausschwung beson derS dem Eifer und Verständniß Giu ' seppe FiorelliS zu verdanken ist. Um sticht weitschweifig zu werden und weil daS Voranstibende zur Erklärung der . Art dc's Untergangs Pompejis und sei ner Bewohner ausreicht, verzichten wir auf eine Schilderung der emzelnenFunde - der letzten zwanzig Jahre.) Wie schon ) Natürlich aren die Flüchtigen noch nicht ge xtxttt, auch enn sie die Thore hinter sich hztten. Im December 1SS0 und imJanuar und Fedruar 1S81 fanden sich in einem Grundstück außerhalb der Etadt nd zwar tn derRlchtung Ui Stabianerth'ttS, nicht niger als 38 Skelett mit einer großen Menge von Grfb und Kostbarkeiten. S!e befanden sich theil? in theilt nah bei einem H'vse, tn dem sie wahrschein lich auf der Flucht nzch dem Meereiftrande Schutz ,u suchen genöthlgt rourden. . ) Während wir die schreiben Anfang NZr, d. I. roird ein neuer interessanter Fund gemeldet. Leim -Wegräumen der Schutthaufen südlich vom .Decumanu Viinor sind die Neberreste einer Frau und eine indes in Itx Höhe von etwa vier Metern . iitt dem Ctraßenpflafter der Sasse zwischen der ' Zünften und sechsten Jnsula der achten Region ge fsnden worden. Tie Scxerform deZ KindeS. el . he etwa ehn Jahre alt gewesen ,u sein scheint und, dem Antlitz gegen die Frau gewandt, auf der linZin Ctiit lag. ist fcii auf die linse Seite des x Lxfek i der Asche Stammen gut erhalten geblie Itn, szd:ß sie durch SiViei-ngießen revroducirt er ben konnte. Dat Äink war nur mlt einer kurzen ct'UXtttn;. Tunlc ohn Aermel betteldet. Der . .reitLr war in dies:ite ingehüLt und gegen die . ?Zr? gedrückt, der ,re gegen den Mund erhoben. reniar ur denselben gegen fc:8 Eindringen der : erwirkenden Lsche zu schützen. Die Füße waren nackt; - die Leine snd gegn den Leib h:raufgezogen.Aeben ke Ckclett d?r F.-cu lagen zwei schön gearbeitete ' M itten AmbZnder f'wie zwei goldene Fingerringe mit geschnittenen Steinen. Die beträchtlich hohe Lzze lZöt stl-.kkcn. daß deide Personen vielleich ' Butter und ehtt - siy erst sehr s?!t ,ur Flucht nn der ?Z,chtunz nach dem 5ta',r nerthcre) entschlosie biven, aus der n: gieia, o o cicn anveren urq L:lenreLkn.L'.ze:oNAen sind. den
bemerkt, ist in diesem Zeitraum noch die Zahl von etwa 180 veitern Körpern zum tn AiiCXa!. . . V , cv
Wirtin gcionuncn uno von ioreul daS Verfahren erfunden und mit über rafchendem Erfolg angewandt worden, welches uns die Gestalten einer Anzahl BerschutteterMänner und Frauen in ! überraschender Naturtreue . vor Aug'n stellt. Wäre das Verfahren, das jetzt ein Ei des Eolumbus als so einfach und selbstverständlich erscheint, früher bekannt, gewesen, so würden wir jetzt eine siLltuche Galerie von antiken Flauren besitzen, die, von der Hand der Natur selber geschahen, eS an Naturwabrhelt mit den Statuen der größten Portraiti-1 sten aufnehmen könnten: und wenn die Leiche des alten PliniuS nicht Nachtrag Iich ausgesucht und fortgeschafft worden wäre, so dursten, unsere Naturforsaer noch heute hoffen, ihren großen College dereinst im Originalabguß vor sich zu sehen. Damit man sehe, daß auch andere lebende Geschöpfe, namentlich die Haus thiere, daS Schicksal der Menschen ge theilt haben, sei beispielsweise noch er Wähnt, daß in den zwölf Jahren von 1861 bis 1872 noch drei Skelette von Hunden, sieben von Pferden, elf von Hühnern, zwei von Schildkröten, eins von einem Spanferkel, außerdem Kno chen von vierzehn Schweinen, zehn Och sen und fünfzig anderen Thieren gefun den worden sind. - Nicht ohne Staunen und Mitleid kann man in dem .kleinen pompejanischen Museum den Gipsabguß eines Sundes betrachten.der im Vrotbv ron des .Hauses des Orpheus" an der Kette liegend hat umkommen müssen. In der allaemeinen Anast und Verwirruna. welche die Katastrophe hervorrief, hat Niemand daran gedacht, den treuen Wächter des Hauses von seiner Fessel zu ' ?. . . v loien. was arme gier in, o weil es feine Kette zuließ, auf die sich bäufenden Vlmsileinmajjen yinausgeniegen uns zu letzt, unvermögend sich loszureißen, jäm "r.V- ..f..n!. .' . c ... merllcy erttiat. trau .rrelslormig zu W M M . M . M sammengekrümmt liegt er halb auf der Seite, halb auf dem Rücken, den schlan ken. Kops mit der lechzend geöffneten Schnauze zwischen den kramvshckft ge krümmten Hinterbeinen verborgen ein packendes, höchst ausdrucksvolles Bild des TodeskamvseS. ErfQutternder m der Anblick der menschlichen Gestalten. Einen schnellen und schmerzlosen Tod, vielleicht gleich dem des PliniuS. scheinen außerdem schlafenden Manne nur die zwei rück lings niedergesallenen Personen, ein starker Mann und die schwangere Frau, gehabt zu haben; möglicherweise auch der negerähnliche Mann, der sich mit dem eisernen Werkzeug einen Weg bahnen wollte; denn er liegt mit gekrümmten Armen in einer angespannten Haltung da, welche beweist, daß er ganz plötzlich durch Dämpfe erstickt und wie vom Blitz aetroffen umaewnken sein mun. Nickt so vlöklick sind, wie schon oben bemerkt. die Personen gestorben, welche auf der r i c. p . trt .( . Vene ooer auf oem Vencyie liegen, ver von dem Deckenbalken niederaeschlaaene Mann hat sich vergebens durch Auf. stützen der Arme wieder. zu erheben ge sucht. Die Frau und das junge Mäd Sen. die nach vorn mederaefallen sind. haben das Gestcht in die Arme geborgen und das letztere hatte außerdem das Ge c .'. .... f . e c ...
roans uoer oen icopj gezogen, um ven viuipyu wmuc. uw Wlt nutselben gegen die fallenden Gegenstände rung der Aussindung Pompejis gehört r " i rr r x. r X.L ... ..Cx aOm aT a
zu fcyuxen. s.oeoars reiner narren Nbantafie. um bei der BetroStuna diefer Gestalten sich den ganzen schrecklichen Voraana ,u veraeaenwärt wen. Ale ckes Entseken munte die Einwobnersckast er fasten, als plötzlich die Mittagssonne sich f-i . i r . . er ... vernnsterie, azwarze caqr oie geuere n . . ir c ,i a . ji. r je m , . anoscyasl oeoeaie,- surazioares unier? irdisches Dröhnen sich vernehmen' ließ. die Erde zu wanken begann und auS dem Schloß deS benachbarten Berges die furchtbaren Ranch, Dampf und Aschen PT- . . t.Jt ? . ! mazzen oervororacyen, oic cinncn rocni gen Stunden eine blühende Landschaft in ein Todtenhemd einhüllten- und alles Lebende zu vernichten drohten. Zitternd verbarg sich alles m den Zimmern und den Kellern. . Ueberall Jammern, Rufe nach den Anverwandten und Flehen zu den Göttern um Rettung. Aber die Rettung kam nicht. Immer dichter wurde die Finsterniß, immer unerblttlicher siel der Aschenregen, untermischt mit glühenden Schlacken und schweren Stei nen, welche prasselnd und zertrümmernd f ! . v ? v n r . , n i aus oic acyer uns in vle yoze uurzien; immer heftiger wogte derBoden,fchwank . . ff i . . r . . ' c t Avi len oic ieoauoe, iraqien ole Alauern, fodaß auch im Innern der Häuser keine Sicherheit mehr war. Die Todeöaügst wuchs mit jeder Stunde. Hier verei nigte sie Herren und Diener, Freunde und Feinde an einem mehr Sicherheit versprechenden Zufluchtsort, der aber nur ein gemeinsames Grab wurde; dort zer riß sie die Bande der Verwandtschast und des HauseS. Die Diener verließen ihre . . .-.. r-- v i. . ui. . i yerren; oer zyausyerr oacyie nicyl meyr der Seinen; jeder suchte das eigene Le ben zu retten. Um nicht im Haufe be graben zu werden, eilte man ln's Freie, den Thoren zu. Wehklagend eilten der lassene Frauen und- Kinder durch die schon hoch mit Lapilli bedeckten Straßen, Sie verloren den Weg in der Flnstermß, die nur durch züngelnde Blitze und hier und da durch brennendes Dachgebälk erhellt wurde. Stürzende Schlacken, her abgeschlagene Dachziegel und Mauer trümmer trafen sie; die Asche belastete die faltigen Gewänder; die von Schreck und Entsetzen gelähmten Glieder versag ten den Dienst; die Füße versanken in der Asche, und verzweifelt sielen die Unglücklichen, daS Haupt verhüllend, m der, um sich nicht mehr zu erheben. Den Geretteten blieb mchtS udrlg als über dem Grabe der Vaterstadt, dr? auch daS Grab der ihrigen geworden war, zu weinen. Möglich, daß einige wenige der Leichname, deren Stätte man kannte, von pietätvoller Hand wieder ausgegra ben und in einem Grabmale beigesetzt wurden; denn die Stadt war nicht so tief begraben worden, daß nicht die obe r. . . "V. ren vloawertt meyrnoalger yauser uno die meisten Dächer hervorgeragt hätten. ' . .. . . i Was vollständige Fehlen der Dacher uns der obern Mauertheile und der unvoll- - ib. kommene Zustand, in welchem Pompes sich jetzt dem Auge darbietet, liefern den Beweis, daß ursprünglich die höchsten . J . ' m Theile der Gebäude noch auS der Asche bervorraaten und desbalb allmählich tx fallen und verschwinden konnten, wäh
rend alles, vag in der Asche, geborgen war, wohl erhalten blieb. . So,, konnten ? , r c rr r i i t. . -
oie Pauker von ven vseuucgmen wieoer erkannt und nack allem wertbvollen und brauchbaren Inhalt, der bei derFlucht zurückgelassen worden ' war, durchsucht werden.- Daß .dies .in ausgedehntem Maße geschehen sei, ist selbstverständlich denn wer mochte auf den wiederzuerlan genden Besitz verzichten? und ! wird durch die auffällig geringe Menge der m den Häusern gefundenen Werthsachen, kostbareren Geratye und Gesäße, sowie durch die zahlreichen durch die Wände gebrochenen Löcher -bewiesen. Selbst Wandgemälde sind schon im Alterthum herausgeschnitten, Marmorgeräthe fort geschleppt und sogar die Marmorbeklei dung von Wänden vielfach entserntwor den Danach vollzog die Natur .ihr . lang sämes Auflösungs und Einsargungswerk. Was von 'der Stadt, noch über den, Boden hervorragte und nicht als brauchbares Baumaterial 'von Men schenhändm fortgeschleppt wurde, , daS zerfiel . allmählich in Trümmer und Staub. Neue Lapllll und. Aschenregen lagerten sich .darüber. . Im Lause der Jahrhunderte verwandelten .sie stq in cultlvirbaren Boden. Der virt trieb feine Heerde über die öde Stätte und sah seine Thiere das Gras auS den Fügen alter Steinquadern rupfen, semen Hund '-. ..t.' -v - . n.' e .rr .j-.o wohl hier undVda ein '. rostzerfressenes Metallslück oder einen Knochen hervor scharren. Später bedeckten Ackerfelder, Wein und Obstgärten die Gegend, und immer mehr verschwanden die Spuren der alten Stadt. Jede Erinnerung, an sie ging verloren ; selbst ihr Name wurde vergessen, und nur in dem Namen La Civita, der an der unbewvhnten Stätte hasten blieb, erhielt sich die unbewußte it-t .n.r - :ri:. u-:-vcrttrierung ves cluitigr .kuztt wefenS. r - cn-i.t-r!jc ci v!. ra. tL: V.M , mmuim lttllbten uie uucltt i. Feldarbeiten zuweilen auf Gegenstände stoßen, . welche die Neu- und : Habgier reizten, und in.der That hat in. den Jahrhunderten vor der Wi'ederentdeckung Pomvens schon manche heimliche Nach graoung siattgesunoen, und mancyer Schatzgräber l durch emen engen Stol len mit der Schaufel und der Laterne bei Nacht in, die" buntgemalten Zimmer eingedrungen, ohne zu wissen und ohne sich darum zu kümmern, daß er sich in einer antiken Stadt besinde . Die' erste Kenntniß davon, daß man es mit aus gedehnten unterirdischen Baulichkeiten zu thun habe, lieferte, die .Unternehmung des Ingenieurs Dömenico Fontana, der 1592 bei Anlezvng des, Sarno-CanalS Pompeji quer durchschnitten hatte. Doch blieb diese eben so unbeachtet wie eine neue Entdeckung unterirdischer Gebäude im Jahre 1089. Selbst als man in Folge der intereffanten, seit 1738 in Herculaneum gemachten Entdeckungen auf die Vermuthung kam, daß auch in La Civita antike Gebäude zu finden sein möchten und deshalb '1748 auch hier I st. n.. t! f Jt . Ot . . - to. usijiuüujihwji yuuii dachte man noch nicht an Pompeji, son dern hielt acht Jahre lang die Ruinen für Reste von Stabiä. Erst 1756 kam man au) die ermuiyung, .oa& man Pompeji entdeckt ' haben -möchte, was durch Aufsindung einer Inschrift : mit dem Namen der .Pompejaner 1763 zur ti.w.!Z.'C.:iL...-V. k? V! IFZ X ! f X mu zu uuict uicsmuniji umuut. Wir haben ein Bild von feinem Unter gange, namentlich von dem Ende der umgekommenen ewoyner geoen woum und ' hoffen, im Vorstehenden unserer Aufgabe gerecht geworden zu fem. I . i - Fieise- Erlebnisse. von . Oflerloh. Ich befand mich. Dank derEiaenschaft. die man die'Höflichkeit der Könige nennt und die ich in hohem Maße besitze, eine Viertelstunde'vor Abgang des Zuges auf dem Bahnhofe und hatte trotz der großen Menge Nelselustiger em schönesEasenster in einem Coups für Nichtraucher erobert, Ich war vorläusiig noch alleiniger In fasse desselben und wunderte und freute mich im Stillen dieser erwünschten Ein samlett; doch man soll den schönstenTag nicht vor dem Abend loben, und das leerste Coupe nicht vor Abgang des Zu ges, denn fünf Minuten vor diesem I rr.t !X t . i i i . ... ' v gtuailen Jeiipunil nayie ncy mir oas Verhängniß inGest'alt'einer sechsköpfigen O C-l. cm. 1 1 ... amuie Bllier, Allliler, zwei Toyne und zweiTöchter. DieMama war, was Niemanden überraschen wird, längst über dasAlter, in dem mirDamen sympathisch sind, hinaus während die beiden Töchter, langbezöpst und kurzberockt, dasselbe noch lange mcht erreicht hatten. Der Zuwachs an Reisegesellschaft' war mir also leider ebenso uninteressant, als es mir inAnbe tracht der anscheinend großen Lebhaftig t.!i v .. '-. p ' . icil oer vier ' Vprvßiinge unangeneym wir. Zu meinemRrhme freilich muß ich gestehen,daß ich anfangs recht guteMiene zum bösen Spiel machte. Ich placute mit angeoornerGeschtckllchkeit ich schlle ße, daß sie angeboren war, da ich glück llcherweise in meinerEigenschaft alsJung ge elle vls jekt'noch leme Gelegenhett ae habt hatte, sie durch Uebung zu erwerben ein halbes Dutzend Reisetaschen, zwei Hutschachteln, fünf - in blaue, Perlenge stickte Riemen eingeschnallte Plaids, eine Puppe und zwei Botanisirtrommeln so meisterhaft, daß leider wirklich die ganze dazu gehörigeFamilie.noch Platz imCoups fand, reichte dann der dicken Mama meine ritterliche Rechte zur Erleichterung des Elnstelgens, während der Herr Ge mahl dieser schwierigen Prozedur durch ementok von hinten nachhals, und lehn te mich nach vollbrachtem Tagewerk in meine Ecke zurück, um hinter eintr einge kauften Zeitung meine unruhige Reise gesellschaft möglichst zu vergessen. Doch daS war leichter gedacht, wie ge than, denn meine tiefsinnigsten politischen Betrachtungen vurden unaushörlich durch daSGezönk der vierGefchwister un i.v.aA.m V! cwff- c-fi x . e " mvia, ur nspruq aus einen Eckplatz 'zu haben vermeinten und sich I c ' r '1 v. .. . ourq iniq m iyren rechten gemalerl sahen. Aus einstimmigen Beschluß der I C A. M mtn . orei alleren war oerJungste dazu auser sehn worden, sich mit. einem Mittelplatz zu begnügen; aber der, ein Aemer. dicker, I 55 M wvi rolyvaa.ger erl, stellte diesem, maiow tätSbeschluß ein s vernehmliches Veto in Gestalt meS lauten,jämmerlichenGeschrei
entgegen, so daß ich, um, Ruhe im Lande herzustellen, mitSelbstvexleugnung mei nen Platz dem gerrankten? Jungnng zur Verfügun'g.stellte, wofür mich äußer dem ' ert' r . i ' :. 7.- .7.5 eryeoenoen? Vewusiliein, eine , guie .oar i . i ' '' c t ' . r gethan zu haben, em dankbarer Blick ner Mutter belohnte.'.-, ' 7 j--Nach meiner unmaßgeblichen, Meinung !!! I I hätten die vier jugendlichenReifenden nun allenGrund gehabt, inZusriedenheit und stiller, Beschaulichkeit die Gegend an ih renAügen vorübergleiten zn lassen ; aber weit gefehlt! Da sie nun dank meiner äusopserndenFreündlichkeit Alle glückliche Inhaber emeS Eckplatzes, waren, stiegen ihnen der Gedanke auf, das es doch weit ergötzlicher sein müsse, an beidenFenstern zugleich .zusein pad zur Erweiterung ih .'...,'., r v Mi ' i Tt x. . . t rer geogropyi,qenicennlnii.i.e oie voruver eilenden. Theile'ihreS Vaterlandes von beiden. Seiten zu beträchten ; denn ob gleich mir' die. Gegend .äußerst eintönig . : i .' i . r t. je -t . r r. ? v o ooriam, genugle ne ooq oezazeloenenvinsprächen der lernbegierigen Jugend voll kämmen, und. immer , entdeckte das Eine oder daS Andere eine Sehenswürdigkeit-, an der. mein verwöhnteres, 'Auge ganz theilnahmlos, vorbeigeschweift war. Wenn ich "gegen den bewundernden Eifer der Kinder und gegen ihren liebe vollenMittheilungStrieb nichts einzuwen den hatte, mar-eS mir doch sehr unange Vrr. V-filL. X . t. t rw neym, oannacyzeoem vewunoernoenAus ruf eine wilde'Jägd von einem Fenster zum andern begann, die leider immer ih ren Weg über meine noch an den trauri gen Folgen zugendlicher Eitelkeit leiden denFüße nahm.''':'' Hansel, sieh dieWind mühle !" HoppS? ging's über mein Hüh nerauge. Ei'Franzel !" daS" schöne Schloß !" YoppS, wieder über meinHühnerauge. Da nun infolge der Schnell zuggeschwindigkeit,' mit der wir fuhren,der Gerufene gewöhnlich zu spät zur Be trachtunq des interessanten Gegenstandes kam, brach daS liebenswürdigeKind meist in einJammergeheul auS und eilte tröst' bedürstig zur Mama natürlich 'wieder über meinHühnerauge. Ich hatte meine Person bereits auf daS geringstmSgliche Mmtum von Platz rcduzirt, ohne daß es mir' gelungen wäre, meine armen' Füße den Mißhandtungen der. wißbegierigen' Jugend zu entziehen. ; - Sie entschuldigen wohl", sagte die dicke Mama freundlich M mir, .aber den Kindern macht das Reisen solche Freude, und es sind fo artige Kinder. Sehr netteKinder". erwiderte ich süß lächelnd ; meine Gutmüthigkeit erlaubte mir nicht, ihren Mutterstolz durch das Geständniß zu beleidigen daß mir solche Rangen noch nicht vorgekommen waren. So faß ich denn m mem Schicksal erge ben und man denkt : - .Wie Gott will : ich halte still ! Es war denn allmählich im Schneckenfchritt 'eine halbe Stunde verstrichen, während welcherFranzel sechs und Hanse! sieben Mal geweint hatten. während Salchen und Malchen sich be reitS geraumeZeit mit kreischender Stim me stritten, ob . die Gegend rechts oder links schöner sei, zu ' welchem wichtigen Streitpunkt sämmliche Anwesende mit Ausnahme des sanftentschlummertenPa pa's, ihre Meinungen auösprechen muß ten. Da fing das liebliche Hansel an, überHunger zu klagen, wobei ihm sämmt liche Geschnister mit seltener Einigkeit beistimmten. Welches Glück, daß sie so vorsichtig waren, emenEkkskb mitzuneh men, meinte zufriedenlächelnd dieMama, denn sonst hätte eS vor zwei Stunden Nichts für die verhungernden Engel ae geben ; aber man hatte ja gewußt, daß der Schnellzug nicht hielte, und so war man versorgt; man hatte- Semmel mit Wein und Hühnchen, bei dem Worte Hühnchen' erwachte der schlummernde Gatte, und Wülstchen und Apfelsinen, anschens runde blaue Augen ver klärten sich, also schnell ausgepackt ! Diese Aussicht hatte etwas unendlich Tröstliches sür mich, denn, dachte ich, wenn sie Alle essen, können sie doch nicyr immer yerumttettern, und wenn sie Wein trinken, wer weiß! viel leicht werden sie müde und schlasen ein ; ich war wirklich schon so m den anl,eneh men Gedanken an die schlafende Familie vertieft, daß ich anfangs gar nicht horte, wie man mich nach vergeblichenUmschauen erst leise, dann lauter, erst indirekt, dann direkt frug, wo ich denn nun eigentlich dcn .ersehnten Eßkorb hingethan hatte. Mein Gott ! ich hatte Alles mirGereichte nach bestem Wissen und Gewinen aufge hoben,konnte mich aber wirklich nicht ent sinnen, ein dem Gewünschten ; ähnliches Möbel in den Handen gehabt zu haben. Der Herr Papa ermunterte sich bei dieser traurigen Perspektive definitiv, und die Frau Mama warf mir Blicke zu, aus de eine fürchterliche Verdächtigung sprach,der sie schließlich nicht umhin konn te, Worte zu geben, indem sie scharf zu mir sagte: Mein Herr, wo haben Sie den Korb hingethan, Sie müssen" . Madame erwiederte ich, indem die die Röthe der Entrüstung meineWangen färbte, Madame, Sie denken wohl Was ich eigentlich voraussetzte, dß sie dächten, weiß ich nicht; sie konnte doch unmöglich annehmen, daß ich den Korb nebst Inhalt .heimtückischer Weise ver schlungen oder durch eine Zaubersormel verbannt hatte. Mem Herr, Sie ha ben, " mischte sich jetzt ruhiger, Zaber mit unangenehmer Betonung, der Fami lienvater ins Gespräch ; er wollte offen bar fortfahren : das uns bestimmte Hühnchen geraubt," doch ich'ließ ihn nicht zu Worte kommen. Meur Herr, ich habe nicht !" Mein Herr, Sie werden" DiesemYhaos unauögespro chener Beleidigungen machte die helle timme SalchenS em Ende, die, natur lich wieder über meinen locus minorig rssistsutias hinweg, zur Mutter fprin gend und einen schadensrohen Blick auf Schwester MalchenS schuldbewußteSAnt litz werfend, rief: Nun fage ich es doch! Malchen hat den Körb auf dem Bahnhof stehen lassen ! Allgemeine Verzweiflung folgte dieser Enthüllung. . Ich weiß nicht, wer tiefer niedergeschmettert war, der Vater, der im Geiste sein Hühnchen einem unbekannten Magen zur Beute gefallen erblickte, oder der unglückliche Hansel, der dem heran nahenden Hungertode thränenden AugeS entgegensah, oder der arme Sündenbock, dem wne Geschwister von Zeit eml ge Rippenstöße verabreichten. Aber ich wär gerechtfertigt. Wie Alles Schöne und Schlimme auf Erden sollte auch diese Eisenbahnfabrt ein Ende nehlNQ. Ich war glücklich, als
ich mich, inF.Ägekomme7verabschieden
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konnte und machte auch, durchaus semen Verfuch,,mich wieder so hülfreich, wie das erfteMalzu bezeigen, wer weiß, für wel chen abhanden gekommenen Plaid oder Regenschirm sie mich diesmal verantwort lich gemacht hätten. - Selber hungrig ge worden, nahm, ich im Bahnhosrestaurant Platz und beobachtete nun das Nach stehend Reserirte hinter einem Glase Pfchorr-Bräu hervor. r 1 i! v. rjc v. . vseorannle,lnoer zazeuen oas euer. Auch' Papa und Mama waren gewitzigt. und als, sie sich xvx Bahnhofsrestaurant mit dem angenehmen Bewußtsein" einer halben Stunde Ausenthalt. Niederließen, wurden, ehe das Hungergeschrei der Ju genoBeachtung fand, sammtllcheTaschen, Plaids und , Hutschachteln in Bezug aus ihr Vorhandensein geprüft, was bei der großen Menge, .sowohl von Gepäck, als ' von ' Gkpäcktragenden, eine geraumeZeit inAnsprüch nahm.-' Immer 'l ' ' ' jr. "' r l p? i. . v . oin. roar nom yiniangiim Jen für oizm kSstij'ung : vorhanden, und Herr Rosen bäum ließ sich sofort die Speisekarte ge ben',' "die er auch zn Nutz und Frommen felnerAngehörlgen vorlas : KaldSdra ten, Rinderbraten, Schnitzel, Eier,Schm ken rc. ; nun was wollt Ihr Kinder ?" Ein vierstimmiges Geschrei ließ sich ver nehmen, aus dem es unmöglich war, ein deutliches Wort zu unterscheiden, außer .etwaJung Hansels weinerlichenResrain : Ich habe solchen Hunger." WennJhr solchen Lärm macht, Kinder sagte die Mama sich langsam und gravitätisch auf emen vtudl niederla nend. kann mn kein Wort-verstehen ;'! sprecht eirrS nach dem Andern ; also, Salchen?" Kalbsbraten. Mit Klrschcompot," fagte gesittet und mit dem Stolze der Erpge borenen Fräulein SalchenS Nein," schrie. Molchen- dazwischen. Rinderbraten", während Hansel sortge setzt fem sanftes Weinen ertönen ließ. : Wenn Ihr Alle durcheinander schreit. kommen wir nichtz'um Entschluß., ES ist amBesten.wir essen'Alle - dasselbe, sechs Portionen Kalbsbraten." Nein," schrie Malchen abermals mit gellenderStimme, den kann ich , nicht -essen." Ich esse Schnitzel so gern" erlaubte sich Franzel bescheiden zu bemerken.' 'Nein, nur nicht ' j .. i . r im . . ri . - ' p jr . VqniSei, proiejnric energicy Vaicyen. Ich werde Euch nicht weiter fragen," sagte Herr Rosenbaum ärgerlich, son dern bestelle, was ich für gut finde." Ach, fei doch nicht so hart," meinte mir fans ter Entschiedenheit Frau Rosenbaum, man muß den Kindern nicht die ganze Reise verderben; sie haben sich so. gefreut; laß sie selbst aussuchen." Herr .Rosen bäum war in Anbetracht seines eigenen Hungers nicht recht damit einverstanden, fügte sich aber doch dem höheren Willen und reicht stumm Solchen die Speise karte hin, die sich mit dem Eiser einer in die Geheimnisse der Schrift erst Neuein geweihten dem Studium derselben hm gab, während um sie her die Stürme der Meinungsverschiedenheiten' forttobten. Die Zeit verrann,' und noch immer hatte sich die junge Dame nicht entschieden. Herr Rosenbaum rutschte ungeduldig auf seinemStuhl hin und her und wurde nur durch ein bezeichnendes Kopfnicken seiner besseren Hälfte ven einem weiteren Zor nesauöbruche abgehalten. Endlich dauerte es auch dieser' zu lange. Nun, Kind, hast Du Dich noch mcht entschieden?" Ach, Mama," memte die eifrige Leserin, die die Karte hin und her gewendet hatte, ich kenne die Spei sen alle Nicht, aber wenn Du - erlaubst. nehme ich Cha - te -. au la Rose, das schmeckt gewiß gut. SiehstDu,Rosalie," brauste jetzt-in gerechtem Zorne Herr Rosenbaum aus, was .dabei 'heraus kommt, wenn man den Kindern immer denWillen läßt ; studirtdaS dummeDing dieWeinkarte und wir sehen zu und huns gern." Solchen war tief gekränkt über das ihre Autorität als Aelteste zu tief herabwür digende dumme Ding" und das Blut schoß ihr in dieWangen, während sie nur mühsam dieThränen unterdrückte. Ich werde jetzt für AlleSchnitzel bestellen, das geht em schnellsten und wir haben ohne hin nicht vielZeit mehr !f Ach, Papa," jammerte Malchen, Alles, nur keine Schnitzel."- So nehmen wir Rinder braten.". Den haben wir aber immer zu Hause," warf Franzel ein. Abermals folgte eine längere Unterredung, an de ren Schluß endlich . der Kellner gerufen wurde, bei demHerr Rosenbaum alsEnd resultat der Debatte : ein Schnitzel, zwei Rinderbraten und zweiBeessteakS bestell te,nebst unterschiedlichenCompots, macht 1, 2, 3, 4, 6, Portionen, waren wir denn nicht sechs V . Jawohl waren wir, dann bemerkten die Eltern, daß während der langen Berathung Hansel verschwunden war. . Hansel ! Hansel !". Er hörte nicht. Wo mochte der kleineKerl sich herumtrei ben. Was konnte ihm nicht AlleS pas sirt sein? Frau Rosinbaum sah ihn im Geiste schon unter den Rädern der Loko notive, oder im Viehwagen auf demWe ge zurück nach der Heimath, und bestellte in ihrer Verzweiflung beim Kellner AlleS wieder ab. Wer konnte essen, wenn Han sel verschwunden war ? Wo sollte man aber den unglücklichen Flüchtling zuerst suchen ? Frau Rosenbaum irrte aus dem Perron umher, und sah forschend unter alle Eisenbahnwagen, während Salchen, Malchen undFranzel prüfende Blicke un ter alle Tische im Wartesalon warfen, so daß der unbetheiligte Zuschauer anneh men mußte, daß ein Hündchen verloren gegangen sei. AberAlles war erfolglos! Salchen, welche kürzlich eine interessante Geschichte über em von Zigeunern ent führtes Kind gelesen hatte, kam aus die schreckliche Idee, das ihr Brüderchen am Ende entführt worden sei und lebte sich bereits mit angenehmen Grausen in den Gedanken ein, den Verlorenen in einigen 10 oder 20 Jahren als Seiltänzer wie derzusinden. ES war ja ein so hübsches Kind meinte schaudernd die Mutter. Herr Rosenbaum indessen, dem es be kannt war, daß in unsererZeit ein Man gel an kleinen Kindern nicht bemerk lich ist, über diesen Punkt ziemlich be ruhigt. Man suchte veiter. - Endlich 1 Da fand man ihn ! JmNebenzimmer am Büffet, lauend, m der emen Hand ein Stück Schaumtorte, in der anderen eine Lachssemmel, von denen er abwechselnd. und wie es schien, mit dem bestenAppetite, abbiß. Neben ihm lagen die Trümmer eines Glastellers, den er beim Herunter
reißen .erbrochen datte'Der'. Böse, er
hatte den -bessern Theil erwählf.und ge- . . mm n jw n - ' - w tf ' V 1T m . dacht : Jpufiüir jeiouv . AlleVqeilworie derUebrigen wurden für ihn ausgewogen durch die zärtliche .FreudeVder.Mutter, .. r- . :L tT' ! L' ais i ne ilzrcn. Voyn mc-. ,u., uuci iniin dem Viehwagen'sondern wohlbehalten, lebendig und gesättigt. wiederfand. Und nun sollten auch die Andern der längster sehnten Nährung theilhaftig werden, nun sollten sie entschädigt werden sür Hunger und Anast. . Da : Einsteigen nachW." rief es laut. es klingelte, es pstst und fort sauste der ! unbarmherzige Zug, nachdem er zu den ubrigenPästagieren die. immer noch hun gernde Familie aufgenommen hatte. Ich aber hatte sorgfältig mit dem .'Einsteigen gewartet ; ich wollte nicht noch einmal die Gefahren ihrer Gesellschaft, durchmachen. Auch.sie waren durchSchaden klug ge worden, und als sie. nach einer Stunde Fahrenö: in W. angelangt waien, war das Erste, wag. Papa Rosenbaum, unbe' kümmert um dasVor oder Nichtoorhan densein, der Reisetaschen und ungeachtet Malchens Protest, that daß er sechs Schnitze! bestellte. . Es , war. ihre , letzte Station, da konnten sie in Ruhe essen, denn sie hatten nur noch zweiStunden in der Post , zu fahren und die würde im Nothsall schon warten. ' Richtig, da ka men auch die Schnitzel. Lieblich dampfte der Wohlgeruch ihnen entgegen und be reitS hatten die ersten Bissen des ersehn ten Manna ihre Lippen berührt, als ein Reisegefährte,' , der daS letzte Stück des Weges mit ihnen zurückzulegen das Un glück gehabt hatte, ihnen den Rath er theilte,. Plätze in der Post' zu belegen, da großer Andrang fei.' Sollten oder sollten sie nicht dem Rathe folgen? Aber immerhin, Plätze mußten . sie doch haben, und sie Konnten ja gleich wieder zum wür zigen. Mittagsmahle zurückkehren. Schnell, Kinder, nehmt Jedes seine Pa ckete,Hansel bleibt zurck.besetzt denTisch, der ist doch zu nichtöAnderem zu gebrau chen." ; .E? war auch nicht böse darüber, der guteHansel, sondern ließ sich trotz sei nes Goressens In F. seine Portion recht vergnüglich schmecken. ' Als er aber fertig war damit und satt, sehr satt und sich noch keineSpur zurückkehrenderSeinigen zeig te, wurde es ihm bang ums Herz. Wie, wenn sie fortgefahren wären und die Schnitzel und ihn vergessen hätten, ganz allein zurückgelassen in der fremdenStadt? Gewiß, sie hatten ihn vergessen ! Und es wird ihm Angst, und er läuft fort, sie zu suchen. Das dem kleinenKerlNichts passirt denke ich und folge ihm. . . . Als nach fünf Minuten die Familie Rosenbaum ohne ihr ' Gepäck, aber mit Hansel und ihrem Hunger, in denWarte saal zurückkehrte, sand sie .die Schnitzel verschwunden ; die Stätte wo sie gewe sen, wüst und leer,, und mit unbewußter Grauscmkeit'wischte der Kellner die letz ten Spuren der nicht genossenen Mahl zeit von dem verwaisten Tische ab. Herbftlied. - on KatlLchiser. Schon rüstet sich zur Reise Der Wandervögel Flug;Nach Suden ziehet leise Vorüber Zug um Zug. Die Blätter fallen, welk vom Baum. Ade, Du schöner Frühlingstraum! Schon rüstet sich zur Reise Der Wandervögel Flug. Was einst Dein Herz empfunden In semer Malenzeit. Ist Dir wohl manche Stunden Noch Quell der Seligkeit. Doch zieht von dannen jedes Glück, Und nimmer bringt ein Herbst zurück, . Was einst Dein herz empsunden Jy seiner Maienzeit. Itt Trauer hüllt und Beben Sich nun der Erde Pracht; So manches junge Leben Muß sterben über Nacht. Der Sonnenstrahl scheint matt und mud' Auf Blumen, die verdorrt, verblüht. In Trauer hüllt und Beben Sich nun der Erde Pracht. O glücklich, wer ein Eden In seiner Brust bewahrt Zum Trost in Sturm und Fehden Auf dieser Pilgerfahrt. Ihm lacht der Lenz in'S Hcrz hinein Bei Sonnengluth und Winterwein. O glüÄich, wer ein Eden In seiner Brust bewahrt! - m Die Freuden eines Redak tebrö. Ein baierisches Blatt schreib!: Kein Geschäft bringt so viel Unannehm lichkeiten mit sich und unterliegt so der Kritik, als die Herausgabe eines Blat tes, das jeder zu kritisiren sich sür besä higt hält, mag er e? verstehen oder nicht. Enthält die Zeitung zu viel Politik, so ist daS Publikum unzufrieden; wenn zu wenig, da will man sie nicht ansehen. Ist die Schrift groß, fo ist nicht Inhalt ge nug für das bezahlte Geld da; ist sie klein, so kann man sie nicht lesen, ohne daß einem die Augen übergehen. Ist das Format klein, so hat man nichts in der Hand, nicht einmal etwas einwickeln kann man. und das Vischen Inhalt ist wirklich nicht das dafür ausgelegte Geld werth. Ist das Format groß, so ist eS eine große Kuhhaut, zu der man meh rere Tage braucht, um sie durchzulesen. Veröffentlichen wir Telegramme,'so sa gen die Leute, wir brächten lauter Lü gen; lassen wir sie weg, so heißt es, wir unterdrückten die Wahrheit auS Partei gründen. Erlauben wir uns einmal el nen Scherz, so sind wir sade Flachköpfe; machen wir keinen, so sind wir verknö cherte . Dickschädel. Bringen wir Ori ginalartikel, so werden wir verdammt, weil wir nicht fleißig sammeln, sammeln wir fleißig, so heißt es, das haben wir schon Alles gelesen. Loben wi? Jemand, so sind wir parteiisch; thun wir eS nicht, so sind wir es auch. ' Haie wir einen Artikel, der den Frauen g:llt, so sagen die Männer, eS sei ein Gewäsch; besrie digen wir aber die Wünsche der Frauen nicht, so eignet sich das Blalt nicht sür das Haus Nun, das Bild ist ein we nig Grau in Grau gemalt. Ein gehängter Schurke wenn das Hängen bei unZ nochSitte wäre würde der Familie, der er angehört, mehr Ehre . . V i ' ' macyen, a:s zeyn oarm levence.
Neueste Oegevenheit.
Verharrt in edlem Manncstrotz, ihr Schwaden ! Ihr Baie?n, zeigt euch att ! ein fest Ge schlecht! Laßt euer Väter Thron.' nicht untergra . .ben, " Nicht beugen laßt das lle gute Recht ! Der Drauer naht.-Schon xudt mt . seinem starkenGeschütz und Heerbann: Stephan schrecklich her. Aus! haltet .treu andünsten Stempel .' marken Der PostVerwaltung. Frisch zu Schutz . ... und Wehr! ., . .. , . - . Wir halfen bau'n an Dttitschcr Einheit - . , : Tempel! Wir überbrückten.' freudig einst - den . Main.' Wir opfern Alles gern, jedoch den Stem , ' pel ' Der Postrerwaltung geben wir nicht drein. Wer den von uns verlangen will.den weisen ' Zurück wir mit geharnischtem Protest : Das Wappen auf dem eignen Stempel eisen Ist unsrer Sonderfreiheit letzter Rest, Der einsägen Macht und Größe letztes ..: - :, . . Zeichen, ' Der einigen Fürstenhoheit letztesSym ' , bol. Aus allen Briefen prang' in unsren Rei :.. ' ' chen . Das Wappenschild als heiligc Idol. Wer uns dies rauben will an untt . i.r. . . Ehre . Will der uns gehn und sinnt uns bittreS . ' . Weh. Und wenn er mächtiger noch als Stephan : wäre r. Wir sprächen selbst zu Bismarck: . .. .Ajiagel' .. ... . i . - . Im Kreis von Männern, die gen Stutt .C ; . gart kamen. Sprach also jüngst ein Herr von Würd' s ; und Amt. ,.' Minister Mittnacht sagte Ja und Amen Zu. diesem Wort, dem Schwarzcnberg entflammt. ' HerrStephan hört erstaunt die schwäb . sche Kunde, Doch bald erhellt ein Lächeln sein Ge . - .sicht, Er grüßt die Freunde seiner Tafelrunü'!, Erhebt das volle Römerglas und spricht: So währ als heut Tampsrosse schnau bend sausen. Wo einst die Postkalesche mühsam schlich Der Zeitgeist fährt dahin mit Sturmes brausen. Und bricht gewaltsam neue Bahnen sich. Der Schlagbaum Wald, der unsern Weg einst hemmte, Kr warf ihn nieder. Fr'i ist heut die Bahn. Der Fluß, der einst sich uns entgegen . stemmte. Er ist heut unsrem Willen Unterthan. Und Süd und Nord sind heut durch feste Bande Zu einem ein'gen großen Reich ge schweißt; Denn mächtig weht in unsrem Vater lande Und webt und -schafft der neuen Zeiten c ' Geist. ... . Und wenn die Brüder auch im Süd und ' r . Norden : . , Getrennt noch eine letzte Schranke hält So wahr als jetzt in Deutschland Tag geworden Es kommt der Tag, da auch die letzte - fallt! Dem Tag, an dem des Reiches Marken glänzen Allüberall, von Sonderstempeln frei. Ihm will ich dieses Römerglaö lreden . zcn. Du Tag der sroh'sten Reichkpost komm herbei! (Kladderadatsch.) Den Streit über bis Frage Herrscht Noth oder herrscht keine Noth auf Island- bringt dcr dänische lanvvlrthlchastllche Konsulent sur Js land, S.' Svemsson, m einem Artikel mit obiger - Ueberschrift im .Daabladt" zu Ende. Derselbe giebt endlich auf tLrund amtlicher Quellen d:e cntsckei dende traurige Ausklärung, daß dS hohläugige Gespenst Hungersnoth" auf der Nordlandsinsel zwar jetzt noch nicht eingekehrt sei, aber sür den Winter und das Frühjahr Mit allen semen Schrecken zu erwarten ti. Die jetzigen Zustände datiren bereits vom Sommer 1881. wel cher kalt war und Mißwachs an Gras zur Folge hatte. Auch der diesjährige Frühling bracht zu Ostern entsetzliche Sturme mit Schnee, starkem tirolt und Flugsand über die Insel und die an dauernde Kälte machte den GraswuchS . unmöglich. DaS für d,e Menschen be stimmte Getreide verwandte man nun als Viebfutter und als daS iii Ende war, starben an vielen Stellen Pserde, Kphe und Schafe mastenhaft." Der Gesammtverlust für die ganze Insel dürfte ca. 2,000,000 Kr. betragen. Wie reichlich also auch schon .die freiwilligen Beiträge (aus Dänemark circa ' 90,000 Kr., aus England etwa 0,000 Kr.) ein gegangen, so steht diese Summe doch noch in keinem Verhältniß ;u dem Ver. lup. Die Zeitungen melden, Fürst Nikita von Montenegro habe sich kürzlich ein Ohrenleiden zugezogen und aus den Rath der Aerzte seinen Besuch m russischen Kaiserhose abkürzen müs en. Soll das dielleickit Nmlckf.Zs.,, dafür sein, daß er bezüglich gewisser jüun,oje oergevens um Gehör gebete.: Köchin und V iehmagd. I. Kellner, sagen Sie der Köchin, da? sei wieder eine Sauce wie Spülwasser! II. (Hinter der Scene.) Köchin (zur Viehmagd): Marie, Du hast's wahrhaftig besser als ich ; Deine Säue schimpfen doch nit.
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