Indiana Tribüne, Volume 6, Number 48, Indianapolis, Marion County, 5 November 1882 — Page 5
Der Nampf der Wissenschaften in der Neuzeit.
(AuZ einem ortrag dS Prof. F. W. v. R i e l.) Die Culturgeschichte steckt noch in den allerersten Anfängen ihrer Entwickelung, sie beschäftigt sich noch viel zu sehr mit dem Aeußerlichen vergangener Zeiten, anstatt sich der schwierigen Aufgabe zu widmenden Gesittungsfortschritt einer jeden Culturepoche klarzustellen. Wie sich in derEntwickelung der Weltgeschichte fast in jeder Epoche ein Staat als der maßgebende für alle übrigen darstellt, wie diese Rolle einst das römische Reich, Z Mittelalter Deutschland, später das Frankreich Ludwig XIV. gespielt habe, so zeigt sich ein ähnliches Verhältniß in der Geschichte der Wisienschasten. Jeder Zeitraum hat eine oder mehrere Wissen schasten, die im Vordergrunde des Jn tereffeS- stehen und besonders gepflegt werden, die nicht nur mit ihrer Methode einen zwingenden Einfluß auf andere Wissenschaften ausüben, sondern daS ganze gesellschaftliche und kulturelle Le ben durchbringen und durchsetzen. In der Jrühzeit der Renaissance, vom 14. bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts, hatte die Phnologie ou Führung über nommen. Die Erforschung des neu er schlossenen classischen Alterthums und seiner Schriftsteller war die höchste Aus gäbe, die .sich nicht nur Gelehrte, sondern auch Dichter uno Staatsmänner zu siel len vermochten. Petrarca legte viel we Niger Gewicht auf seine unsterblichen Sonette, als auf seine lateinischen Ar beiten, besonders auf fein Buch über die Strategie. Es galt damals vollkom men öas üwort, öas man emem neueren Philologen in den Mund gelegt hat : Eui tüchtiger Philolog muß emen Claf fiker richtig interpretiren, ein Heer gut commandiren und einen Staat tüchtig regieren können." Im 16. und 17. Jahrhundert trat an die Stelle der Phi lologie die Theologie. Staatsmänner und Fürsten schrieben damals theologi fche Streitschriften und jener Herzog von Württemberg, der ein so . bedeutender Kenner der Dogmatik war, bedauerte nur, daß seine Stellung ihm das Predi gen unmöglich machte. Von dem S9e ginn des 18. Jahrhunderts datut die Herrschaft der Philosophie, die etwa bis in die Mitte unseres Jahrhunderts ihre Geltung behauptete. . Am Ansang deö 18. Jahrhunderts steht Leibnitz, jener große philosophische Denker, der dem Auslande zuerst wieder Achtung beibrachte vor dem Geist der deutschen Nation, und als das philo sophische Jahrhundert" zur Rüste ging, entstand Jmmanuel Kant, der seinen mächtigen Einfluß aus alle Wissenfchaften geltend machte. Zwischen beiden liegt .jenes Jahrhundert, in welchem man einem Fürsten, wie Friedrich den Großen, keinen' schöneren Beinamen geben zu können glaubte, als den des philosophischen Königs", ein Beinamen, der heutzutage für einen Monarchen einen etwas zweideutigen Beigeschmack haben würde. Die Reden, welche Fichte schrieb, die deutsche Nation zur Selbst befreiung aufzustacheln, waren Philoso Phische Reden; wer heute solche Reden schreiben wollte, dürste seine Gründe nicht aus philosophischen Maximen her leiten, sondern er würde wahrscheinlich auf die Geschichte seine Schlußfolgerun gen gründen. In der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts, konnte man noch glauben, daß die Berufung Hegels nach Berlin einen Umschwung in 'den politischen Verhältnissen bewirken würde, und die spätere Uebersiedelung Schel ling's von München nach Berlin galt gleichfalls als ein politisches Ereigniß. Alles, was es damals an politischem Radikalismus gab, entflammte der phi losophischen Schule der JuugHegelia ner, deren Organ die .Halle'schen Jahr bücher" waren. Die verhältnißmäßig kleine Universität Jena konnte damals den Mittelpunkt des wissenschaftlichen Lebens bilden, weil dort alle Wissen schasten nach Kantischec Methodevorge tragen wurden. Hufeland, der'bedeu tende Arzt, war Kantianer. ' Die Ge schichtssorschung ebenso wie die Naturforschung, wurde damals philosophisch getrieben. Aus einer philosophischen Idee heraus wurde der Gang der Welt geschichte konstruirt und wenn sich die Thatsachen in das System deö deutschen Prosesiors nicht einfügen wollten und ihm geradezu widersprachen, so 'meinte der Herr Prosessor mit olympischer Ruhe: Desto schlimmer sür die That sachen !" Die Naturforschung war da mals Naturphilosophie, die in unserer Zeit, nicht mit Unrecht in den schlimmsten Mißkredit gekommen ist. - Und doch war das philosophische Jahrhundert eine große, eine mächtige Zeit,und unsere ganze klassischeNational literatur wurzelt in ihr mit ihrem tiefsten Wesen. -Bei Lessing und Herder über wiegt die spekulative Idee ja fast das poetische Können, und auch Schiller wäre nicht der große Dichter geworden, wenn er seine tiefsten Gedanken nicht fort und fort aus seinen selbstständigen philoso phischen Arbeiten geschöpft hätte. Selbst ein Goethe, der aller SystemPhilofo phie durchaus abhold war, konnte sich in feinen Werken nicht unbeeinflußt halten von dem philosophischen Fluidum, wel ches die ganze Zeit durchwogte, und in seinen späteren Werken, im zweitenTheil des .Faust und in den.Wanderjahren zeigt sich das klar und deutlich. In der Kunst herrscht: gleichfalls die Phi'osophie. Peter Cornelius, ebenso wie sein Schüler Kaulbach, malte die Philosophie der Geschickte, und dieCom Positionen eines Beethoven wirken heute deshalb so gewaltig und großartig auf uns, weil sie erfüllt sind von den philo sophischen Gedanken der Zeit ihrer Ent st eh un g. Diese Herrschaft der Philosophie ist heute vorüber, jetzt stehen Geschichte und Naturwissenschaften im Vordergrund. Dieser Umschwung hat sich, wie gesagt, etwa um die Mitte unseres Jahrhun derts vollzogen, aber angebahnt wurde er schon früher. Unmittelbar nach den Besreiungskriegen setzte sich Freiherr von Stein mit einer Anzahl jüngerer Ge lehrten in Verbindung und begann die Herausgabe der ".Monumenta Germa nica", ein Unternehmen, um defsentwil len schon Leibnitz sich vergeblich an Kai
ser und Reich gewandt hatte. Nach und nach verdrängte auf allen Gebieten die
hmorlsche Betrachtunaswetse die phllo sophische und die Geschichte selbst theilte sich, Demgemäß in eine große Anzahl Specialfächer, die alle ihre sorgfältige Pflege erfahren. Wir haben jetzt nicht nur allgemeine Geschichte, sondern auch eine Rechtsgeschichte, Handelsgeschichte zciind vor allem erne Kulturgeschichte, die freilich ihre größten Aufgaben noch vor sich hat. Unsere Maler, malen jetzt nicht mehr geschlchtsphuosophisch, fon dern historisch. Sie studiren genau die Trachten vergangener Zeiten, sie geben genau die Waffen, die Möbel, ja selbst den charakteristischen Schnitt der Köpfe jener Zeiten wieder. Daß dabei oft die Gedanken zu kurz kommen, ist freilich zu bedauern, wird aber vielleicht noch nach geholt werden. Unmittelbar nach dem Kriege von 1870J71 machte man sich da ran, das grdßartige Generalstabswerk abzufassen, daß die Ereignisse der jüng sten Vergangenheit in ausgezeichneter historisch.kritischer Methode beschrieb. Ein solches Vorgehen wäre früher un denkbar gewesen. Ja, wir sind heute schon so weit gekommen, daß wir auch die unmittelbarste Gegenwärt bereits als Geschichte behandeln, und der Dichter oder Maler, der heute ein Kunstwerk ge schaffen, übt sich vor dem Spiegel schon die. Positur ein, in der er einst in Erz gegoffen aus gramtnem Sockel stehen könnte. Sie vergessen dabei, daß die wahre Bedeutung eines großen Mannes sich erst in der Wirkung kundgibt, die er auf kommende Geschlechter ausübt, daß nur em Todter unsterblich werden kann. Am glänzendsten zeigt sich jener Um schwuna in dem Austreten der Ranke' schen Schule, die eine ganz neue Art der Darstellung und kritischen Durchsorschung der Geschichte ins Leben rief. Unsere jüngeren und jüngsten Historiker haben freilich die Specialisirung, zu der alle Geschichte fuhrt, schon zu sehr aus die Spitze getrieben. Sie haben über der absoluten Abgeschlossenheit, Mit der sie ihr kleines Gebiet beackern, zu reden und zu schreiben verlernt und der große literarische Zug, der unseren bedeutenden Historikern eigen ist, ging ihnen längst verloren. Noch auffallender hat sich der plötzliche Umschwung in der Entwickelung der Na turforschung geltend gemacht. Die ersten Begründer derselben, Männer wie Ko pernikus und Kepler, waren noch die Märtyrer ihres Forschungstriebes, heute dominirt die Naturwissenschaft und der Staat unterstutzt sie, wie er kann. Man hielt in Regierungskreisen die NaturWissenschaft für weit ungefährlicher, als die Philosophie. Napoleon I. wie Met ternich verfolgten die letztere lebhaft und begünstigten die erstere. Man glaubte von jenen harmlosen physikalischen und chemischen Spielereien keine Gefahr befürchten zu dürfen. Aber seitdem haben die Riesenforschritte, welche' die Natur forschung in den letzten 50 Jahren ge macht, eine vollständige Revolution un seres ganzen Denkens -hervorgerufen. Ihre Methode, die von der einzelnen erforschten Thatsuche, von dem Experi ment weiter schließt auf das allgemeine Gesetz, hat sich auch aus die übrigen Wissenschaften übertragen. Das Capi tal und die Industrie haben sich mit der Naturforschung verbunden und derStaat, der ja selbst der grönte Industrielle ist, pflegt sie, so viel er kann. Auf den Universitäten stehen die philosophischen Hörsäle leer, aber für neue Laoorato rien, für neue medicinische Anstalten und naturwissenschaftliche Lehrstühle ist im mer Geld im Ueberfluß vorhanden. Der Staat weiß sehr wohl, daß, wenn er die Heilkunde nicht unterstützt, er die Seu chen fördert, und an Seuchen sind auch schon Minister und Landtagsabgeordnete zu Grunde gegangen. Einen aupt antheil an dem raschen Emporblühen der Naturwissenschaften haben die beiden großen Geister, Goethe und Alexander von Humboldt gehabt, die . in ihren prächtigen Darstellungen die Zunge ge löst und ohne die alle späteren Forscher nicht zu so glanzenden Resultaten hätten gelangen können. Aber Geschichte wie Naturwissenschaft müßten doch wieder an die Philosophie anknüpfen, um ihre letz ten Llele zu erreichen. (Franks. Ztg.) Die Londoner Burglar Saison. von . chard.' London, im Oktober 1882. Wenn in London die fashionable Sai son zu Ende geht, das ist Ende August oder zu Ansang September, zur Zett, wann etwa die Parlamentsserlen be qinnen,sangt die sogenannte burglary saison an. Ein englischer burglar nun ist nicht em gemeiner Nachtdleb, em or binärer Einbrecher, u,ie unser Wörter buch sagt, sondern er ist ein Verbrecher, der aus eine weit höhere Rangstufe An fpruch macht und es uns sehr Übel N'h men würde, wollen wir ihn mit dem Taschendieb, Bauernfänger, Schwindler u. dgl. mehr m denselben Korb werfen. Sein Geschäft verlangt natürlich Eigen schasten, die er mit jenen ordinären Liebhabern fremden Eigenthums gemein hat, aber außerdem legt es ihm Pflichten auf. die ihn vor diesen weit auszeichnen. Er ist ein Stratege, der seine Feldzüge mit ebenso viel Präzision anlegt, als Sir Garnet oder besser Lord Wolselen seine Einnahme von Telel-Khebir; er besitzt emen Grad mechanischer Geschick lichkeit, welche ihm auf einem ehrlichen Lebenspfade ein gutes Einkommen sichern würde ; er besitzt Muth und Unerschro ckenheit, welche dem ordinären Dieb fast immer abgehen, und oft ist er m Erne hung und Manieren ein Gentleman, mit dem man in guter Gesellschaft Nicht sel ten zusammentrifft. Wenn er uns beim Nachhausegehen vom Rout in gutem Pariser Accent au revoir bietet, kommt uns freilich nicht der Gedanke,' daß wir unsern sein behanolcyuyten IsenUernan das nächste Mal vielleicht in unserem eigenen Hause antreffen rmt emem vit volver in der Hand und unserem Chro nometei und der wohlgespickten Geld börse in der Tasche, falls er n-cht auch noch in das Juwelenkästchen der theuern Gattin einen kühnen Griff gethan hat. Heuer hat die burglary season in V r m - !..' 0N00N ,eyr iruy Begonnen, stmt
niglich warten die Herren, bis die Aben de lang werden, um ihre Operationen unter dem Deckmantel der Nacht ausführen zu können, ohne gestört zu-werden. " . ' - ' r.t
Atag nun oer Mrang ver scyiecyien ötu hren yunaer und Kühnheit gejqar t oder ibreVerachtuna des Genius Haus vater vermehrt haben, kurz, dieses Jahr hat der Monat August und besonders der September eine Erschrecken erregen de Thätigkeit dieser Aristokraten der Langfingerzunst an den Tag gelegt, oa& Einem fijr den kommenden Winter wirkich bange wird. Der englische pater 'amilias der besseren Stände und der Mittelklasse, der. im Herbst in seme Sommerfrische, ins Seebad oder aus Reisen sich - begiebt, macht seine häuslisw cft -! r v l lyen Arrangemenls in emer 2ve,,r, un zum Einbruch geradezu einladen. Ist' er reich, so läßt er einige Dienst. boten in seinem Hotel, welche natürlich ... sr'tr a ... il .f Q niazis uigeres zu roun yaorn, ui um dem feinen jungen Herrn um die Ecke ein zartes Liebesverhaltniß anzuknüpfen; und daS kosige Zusammensein endet selbstredend kurz vor der Zurückkunst der Herrschast mit dem totalen Verschwenden des Silbergeschirrs und sonstiger werthvoller, aber durchaus überflüssiger ö aenstände. Der Spießbürger ist jedoch pfiffiger oder .meint, er wär's; er traut i 1 riin & i ven cagoen mqi, gievk lynen emen Ferienmonat, schließt Vorder und Hm terthür sorgsältig ab, steckt den Schlüssel in die Tasche, und fort ist er, mit Kind und Kegel, um in Ramsgate für schwe res Geld miserables Logis und miserab lere-Kost zu erstehen. Freilich hat er dem Policeman, der die Runde macht, sein Haus speciell anemvfohlen, aber daS hindert nicht, daß er bei seiner Heimkehr den Weinkeller leer und die bestenMSbel und, was er an Werth zu Hause gelas s,n, verschwunden findet. Klagt er vor dem Polizeiaericht, so erhält er vom Vorsitzenden Magistrat den salbungS vollen Verweis : .Man habe kein Recht, die Diebe m Versuchung zu fuhren. DaS sind aber blos Pfuscher im edlen Handwerk, welche in unbewohnte Häuser w . emvrecyen ooer werlyvoue 3m mn vor bereitenden Liebeshändeln verschleudern. Der ausaelernte Meister reist denFeind und wir Alle, die etwas besitzen, das er nicht hat, sind seme Femde man mochte fast sagen mit offenem Bl str an Er operirt mit Vorliebe m Stadt- oder Landhäusern, die voll Gästen stecken. Wie ist das möglich? Sehr einfach. Wo viele Gäste sind, sind viele Schmuck sachen und Juwelen und ist viel Larm und Unordnung, und ein fremdes Gesicht erregt unter den vielen halbsremden Gesichtern keinen Verdacht. Er geht, als Arbeiter der Gaöfabrik oder alsWsffer inspektor gekleidet, selbstbewußt in das Haus. Die ganze Familie und alle Gäste sind beim Dmer. denn die sa hmnableAbendstunde wählt er mitVorliebe; und da so vielen Leuten ausgewartet werden muß, ist das ganze Hausgesinde vom Valet bis zum Gärtnerburschen entweder in der Küche oder im EßzlM mer. Das obere Stockwerk ist leer, alle Schlaf und Ankleldezimmer und Bou doirs sind offen, und da es nicht Sitte ist, wenigstens in der guten Gesellschaft, mit Juwelen beladen zu Tische zu gehen, so bat Mr. Buralar droben eine schöne Auswahl. Während drunten die seinen Herren und Damen über ihrer Turtle suppe weise Gesichter schneiden, füllt er j fr" - 5 . ! na) ooen mil lyrem lgenlyum oie um ten Taschen. Natürlich wird Mr. Burglar zuweilen erwischt, und das bekommt seinen Geg nern gar nicht immer wohl. Seit ein gewisser Mr. Veace den Revolver als den unvermeidlichen Genossen des Brecheisens in seinen samosen Operationen mltge nommen hat, ist dieses Mordwerkzeug bei den Einbrechern Mode geworden. Dieser Mr. Peace hat in der That das Handwerk geradezu revolutionistrt. - Ja noch mehr, er hat es in eine edle Kunst, in eine Profession verwandelt, die den Kunstler eh.'t. Uns ist noch gar wohl erinnerlich, wie eine junge Dame, die einzige Tochter eines Birminghamer Millionärs, uns gestand, daß sie diesen Gentleman" wohl kenne. Sie war Pensionärin m emer seinen, Boardmg school in Wkston-Suver-Mare, und Mr. Peace kam gelegentlich als Profes sor, um den jungen Damen Vorlesun gen über Shakespeare zu geben. Auch war er Musiker und sang zuweilen im Kirchenchor. Das Alles , rettete ihn jedoch nicht vom Strange, den er tau sendmal verdient hatte. Denn in seiner Diebeslau,bahn oder besser Fahrbahn, weil er sich gemeiniglich eines Emspän ners bediente, um seinen 8ag fortzu schaffen gebrauchte er seinen Revolver in kritischen Augenblicken und , erschoß Polizeibeamte oder Hauseigenthümer, um seme Haut zu retten. Seme Laus bahn, m Millionen Zeitungen über das ganze Land verbreitet, ist seither .das Studium der edeln Zunft geworden,und verschiedene neulich ansgesuhrte Opera tionen lassen sich mit Sicherheit als Ko pien seiner Heldenthaten erkennen. Eine höchst unerfreuliche Folge ist die alarmirende Zunahme, der Feuerwaffen irr allen Häusern. Früher, wir sprechen von den Zeiten, die uns erinnerlich sind. hielt man jede Waffe außer dem Schur eisen sür überflüssiq. Denn . beim ge ringsten Lärm ergriff Mr. Burglar das Hasenpanier und kroch in aller Eile zum Loch wieder hinaus, durch das er einen Eingang in's HauS gesunden hatte. Waren die Leute nervös, so befestigten sie allabendlich Glocken und Schellen an Thüren und Fensterladen, und wer das Geld hatte, bestellte sich einen elektrischen Apparat. Auch Hunde stiegen imPreise im Herbst, doch ist. Phylax gememlglich zu gut gefuttert, um sich um das Heran nahen fremder Leute zu kümmern. Jetz legt der erschrockene pater familias semen Svarvsennig m Revolvern an mit nicht viel besserem Resultat, müssen wir leider zusugen ; denn vor emiaen Tagen bediente sich Mr. Burglar des Revolvers, den er ' auf dem Nachttisch seines Opfers fand, um seine Verfolger vom Lew zuhalten. Obendrein ist man sicher, m schlimme Geschichten zu kom men, wenn man mit dem Revolver selbst Dieben gegenüber zu freien Gebrauch macht. My house is my castle, sagt zwa daS englische Sprichwort, allein wenn
man einen Fremden ohne Federlesen nie derschießt, im eigenen HauS, blos weil er ein Dieb sein möchte, so kommt man
beim Richter sehr böse an. Ein englisches Witzblatt hat jüngst die Verlegenheit deS bestohlenen Hausvaters trefflich gekenn zeichnet. Ein verdächtiges Individuum st m sein Schlafzimmer gekommen, und er .greift zum Revolver. Allein da fällt hm plötzlich em, daß das Gesetz ihm bloß zu schießen erlaubt, wenn Mr. Burglar bewaffnet ist und droht; und wie soll er das herausfinden? Der Dieb weiß ganz genau, was mi Gehirn des Spießbürgers vorgeht, und hütet sich. em Mordwerkzeug zu früh zu zeigen. Droht der Bürger m Zipfelmütze und Nachthemd mit der Pistole, so droht der pfiffige Eindringling mit dem Polizei richte? ; und nach vielem Hin und Her Parlamentiren zieht der Dieb mit seinem Raub ab, während der verblüffte Be ftohlene zur Ehehälfte zurückkehrt. So im Witzblatt. Im wirklichen Leben jedoch stiegen die Kugeln wie's Donner weiter umher, und Die Londoner Polt zeiderichte sind Heuer eine weit interes saniere Lectüre als die Bulletins vom Kriegsschauplatz im Nillande. . . Die Bronze Qvodt in YrankreiHi Paris, im Oktober. Nicht das der Steinzeit folgende Zeit' alter ist mit dieser Epoche gemeint, son dern daS Zeitalter der Denkmäler, das vor etwa emem Jahre hier angebrochen ist. Frankreich nimmt nämlich gegen wartlg das Inventar semer großen Männer auf, und aller Orten werden sitzende, stehende und reitende Statuen errichtet. Die armen Minister sind es, die dabei am meisten zu bedauern sind. Sie ha ben Mühe, mit ihren Reden den Enthül lungen zu folgen, fast allsonntäglich feiert irgend ein Flecken ein Talent, das in ihm geboren worden, mit Bronze, Trikoloren und Marseillaise, und iedeS mal verlangt der lokale Ehrgeiz, daß kein Geringerer als em Minister die Festrede halte. Zum Glück haben wir mt emem Jahre vierzig Mmmer ge habt; eine Erschöpfung des Redestromes ist daher nicht zu befürchten. Bei Be ginn unserer Epoche war indeß ein Mi mster noch keineswegs die höchste. Stufe, zu welcher sich das Sehnen eines Denk mal Comites versteigen konnte. Da mals, da in der Vorstellung der Iran zosen über allen Sterblichen Gambetta thronte, damals riß man sich um Gam betta; Gambetta selber bekommen, war der Traum uder weißen Kravatte, wie eö etwa ihr Traum ist, die große Patti zubekommen. Den reichsten Zuwachs an Gefeierten liefert selbstverständlich die Zeit der gro ßen Revolution. In Paris, vor dem Jndustnepalast, erhebt sich die Statue des General Marceau. In Foix, im Süden, wird em Denkmal des Conven tions-MitgliedeS Lakanal enthüllt, wel cher den allgemeinen BolkSunterncht be antragte. Für feine Nachkommen, die m ärmlichen Verhältnissen leben, wird in den Zeltungsblättern gesammelt, da Mlt sie die Reise nach Foix, wohm daS Ministerium sie eingeladen, bezahlen können. Besonderer Beliebtheit bei den Denkmalsetzern erfreut sich Camme Des moulins, den der ältere Dumas den Gaffeniungen der Revolution genannt hat, und den die Franzofen zu ihren größten Journalisten rechnen. Bekannt lich ist er von Robespiere hingerichtet worden, weil er diesen ebenso schonungs los angegriffen, wle alle anderen Macht Haber vor ihm. Im diesjährigen Sa lon" sah man drei oder vier Desmou lins'Entwürse ; auf dem einen war er als turnerischer Kaffeehaus'Redner dargestellt, der in der Hitze der Jmprovisa tion einen Seffel schwingt, -den er er griffen hat; auf einem andern war der Moment verewigt, in welchem er im Garten deö Palais Royal ein Blatt vom Baume gerissen hat und die begeisterte Menge auffordert, das grüne Zeichen zur Revolution auszupflanzen. Auch Dan ton'Entwürse ragten colossal aus der Statuenreihe hervor. Aber der riesen haste Mann mit dem rohen Gesicht und der Herrscherstirne war von den Bildern nicht zu überwältigen gewesen. Die stürmische Bewegung, die sie ihm zu ver leihen wünschten, schlug fehl, ebenso wie bei Desmoulms. Eme symbolische Warnung, den Revolutionsmännern seine Statuen zu setzen. Mit verwirren der Schnelle sind sie an der Menschheit vorübergezogen, und keiner von ihnen hat die Zeit gehabt, sich auszuleben. Immer m sieberhaster Bewegung, bieten sie gleichsam dem Bildner nicht einen Augenblick der Ruhe, in dem er sie fasten könnte. Erz und Stein sich zu schwerer Stoff für sie. Bester schon hat sich die Gestalt von Rouget de Lisle, dem Sän ger der Marseillaise, für den Meißel ge eignet. Der Enthüllung des Denkmals, die vor etwa drei Monaten stattfand, hat Freycinet beigewohnt. Robespierre ist vorläufig noch nicht an die Reihe gekom men; mit seinem Namen hat sich, mehr als mit dem des viel gewaltthätigeren und blutigeren Danton, zu sehr der Be griff der revolutionären Hinrichtungen verbunden, als daß man ihm schon jetzt vor dem Volke eine Apotheose bereiten könnte. Aber ausbleiben wird wohl auch diese nicht. Büsten von Robes pierre und Marat sind schon jetzt sehr häufig zu sehen. ; Einem anderen Revolutionär hat man vor Kurzem in Chinon in der Touraine ein Denkmal gesetzt. Es ist Rabelais, sür den die Franzosen einen Kultus ha ben, wie sür Niemanden, außer sür Moliere. Der große Komödiedichter und der große Satyriker gelten ihnen als die bedeutendsten literarischen Vertreter gal lischen Geistes. Ob Rabelais ,0 fleißig gelesen wie gelobt wird, ließe sich aller dings bezweifeln; jedenfalls wollen die meisten feiner Leute n.icht zugestehen, was unbefangene Gemüther offen be kennen ; daß er ein reines Vergnügen heutzutage nur mehr in geringen Dofen gewährt, daß seine cynische Komik nicht mehr nach unserem Geschmacke ist, daß wir seinen genialen Karrikaturen, wenn wir die Origmalien zu denselben nicht mühsam in uns hervorrufen, fremd ge genüberstehen. Wie wollen sie ihn nur neben den unsterblichen Cervantes fiel
len, welcher nicht die Sitten, sondern die Seelen ersaßt hat ! Ein großer Revolu tionär aber war er trotzdem oder viel
leicht eben deswegen. Die mittelalter liche Pedanterie und Beschränktheit hat er mit jener Waffe getödtet, die in Frankreich unfehlbar ist, mit der Waffe der Lächerlichkeit. Dreihundert Jahre später haben Voltaire und Beaumar chais das gleiche Gericht über die neuere Welt gehalten. Ein ganzes Heer von Statuen ist m Nischen an der Fagade des neuen Pari ser Stadthauses angebracht. In das selbe wurden zwar nur die Standbilder von geborenen Parisern zugelaffen, aber die Hauptstadt an der Seine ist. so reich an Genies und Talenten, daß das Ge bäude nun auch ohnehin mit Unsterb lichkeit geradezu bedeckt ist. Es ist zu bezweifeln, ob irgend eine andere Stadt der Welt, Athen etwa ausgenommen, eine derartige geistige Fruchtbarkeit aufzuweisen hat. In der Mitte der Faade vor Allem stehen im Erdgeschosse Lavoi n . om ? cn i 1q- i V ner, unoucre, oouaiic, jluiqvi, uic glänzendsten Berühmtheiten, welche Paris hervorgebracht hat. ' Dann wären aus der großen Masse der Gefeierten bervorzubeben: der Naturforscher Fou cault, die Schriftsteller oder Dichter Michelet, La Bruyere, Madame de Se vigne, Georges Sand, Beaumarchais, Beranaer, Perrault, Madame Stael, Alfred de Muffet, La Rochefoucauld, Bolleau, Samt Simon, Sende, Ar nauld, Malebranche, Eugene Sue :c. Den Stem oer weisen sollte man auch dem gegenwärtigen Gemeinderathe von Eaen in der Normandie verschreiben. Dieser Gememderath hat m semem re publikanischen Eifer beschaffen, die in den zwanziger Jahren errichtete Statue Ludwigs XI V., die sich auf dem Haupt blakt der Stadt erbebt, abmtraaen. un ter dem Vorwande, daß dieser König durch Aushebung des Ediktes von Nan tes zahlreiche Einwohner von Eaen zur Auswanderung gezwungen hat. Ge agt. gethan. Vor einigen Tagen wurde der bronzene Reiter unter dem Schutzeder Polizei demolirt, und die ewige Gerech tigkeit ist befriedigt. Der Genius der Lächerlichkeit gleichfalls. In Lyon war man schonender mit .dem alten Herrn vorgegangen. Dort ließ man ihn ste hen, aber auf dem Postamente ist nichts Anderes zu lesen als d8 Meisterwerk des Lvoner Bildhauers Lemot." Wer also den König nicht persönlich kennt, hat keine Ahnung, wen der antike Held auf seinem Roste vorpellt. Wofern es also eine Schande ist, ein Köniaömonu ment in der Stadt zu haben, so ist hier , c !... .. r je . ' oie sryanoe roenignens verrywirgen. Wenn die Leute einmal anfangen, ein ander sogar Statuen an den Kopf zu werfen, dann haben sie aewiß. keinen mehr.. Der New Yorker yrügel-yfahl. Fast alle , Besucher des Zuchthauses aus Blackwells Island .schreibt die .New York World" bleiben, wenn sie die Zellen und die Gefangenen in den selben gesehen, unwillkürlich vor einem dünnen eichenen Pfosten, höchstens einen Fuß im Durchmeffer, stehen, der zur Stutze des Daches dient. An diesen Pfahl wurde, bis zur Aushebung der Prügelstrafe in den Gefängnissen, also bis vor etwa zwanzig Jahren, zeoe kör perliche Züchtigung mit der neun schwänzigen Katze" vollzogen; der be treffende Pfosten hieb deshalb der Prü ael.Pfahl. Sein AeußereS sieht weich und glatt aus, er zeigt Eindrücke, welche noch von den Körpern der Männer her rühren, die einst an den Pfahl gebunden worden .Die Prügelstrafe war bereits abgeschafft, als ich hier eine Anstellung erhielt erklärte em Warter demBencht erstatter der .World", und fügte hinzu : .Alles, was ich also von der Sache wech habe ich von Hörensagen. Es wurden mir tolle Geschichten von Gefangenen erzahlt, welche die Schlage ruhig aus hielten und versicherten, daß sie sich durch Prügel memals zur 'Arbeit zwingen las
sen würden ; ich glaube dergleichen nicht. hat auf Wards Island eine Abtheilung Leute unter sich." ' Der Erwähnte wurde auf Wards Island aufgesucht; er saß in einer Bude und warf ab und zu seine Blicke auf eine Partie Sträflinge, welche vor dem neuen Flügel deö Irrenhauses Feuerleitern anfertigten. Als der Berichterstatter von ihm Aus kunft über den Prügel.Pfahl erbat, ant wartete er lächelnd : .Es wenden sich viele Leute an mich wegen Auskunft über das Zuchthaus, aber nur wenige Perso nen wiffen, daß in der Nähe van New Bork noch ein Marterinstrument wie ein Prügelpfahl existirt. In meinerJngend, so etwa vor 33 Jahren,hielt man indem Zuchthause die Prügelstrafe sür minde stens ebenso unentbehrlich, wi; Essen, Trinken und Bete. Jeder Wärter trug eine Peitsche bei sich, aber systematische Prügelstrafe konnte nur auf Änordnung des Oberaufsehers ' vollzogen werden. Man verfuhr dann wie folgt : Der Sträfling, welcher gezüchtigt werden sollte, wurde gebracht uud mit dem Rücken gegen den Pfahl gestellt. Dann befahl man ihm, die. Hände in die Höhe zu halten, und dieselben wurden in die Schlingen von zwei Stricken eingeschlossen, welche vom zweiten Stockwerke her unterhingen.' Der oben besindlicheAuf seher trat an die Stricke, zog die Arme des Gefangenen gerade in die Höhe und hielt den Strick über das Geländer der Etage,während zwei kleine eiserne Klam mern verhinderten, daß die Füße des Züchtlings vom Fußboden emporgezogen wurden ; in einer solchen Stellung er hielt der Arme die Schläge. Gewöhn lich gab es ein Dutzend Hiebe, ost aber auch mehr. Wenn der so Bestraste ent lassen wurde, so begab er sich gewöhnlich cm die Arbeit, es kamen aber auch Fälle vor, daß die Züchtigung wiederholt wer den mußte, ehe der Trotz des ManneS gebrochen war und der Gesungene lenk bar wurde. Da befand sich im Jahre 1857 ein be kannter Bank'RSuber, Johnny" Miller mit Namen, hier, mit dem Niemand etwas ansangen konnte. Er war schlau j und verschlagen und verstand es, bei der
ien rouroen, iaj gluuor uöiciun i",' aebauten scklanken Sckläa einsacke? wenn Sie aber Näheres l erfahren ffSinmn so wenden Sie sich an Herrn Mrnor, tt, ' w mrtwn;Sm8
Arbeit nach Gefallen eine Ohnmacht zu
heucheln. Eines Tages weigerte er sich, m Steinbruche zu arbeiten und wurde deshalb dem Zuchthaus'Verwalter vor geführt, der anordnete,, daß er 12 Hiebe erhalten sollte, wenn 'er nicht an das Werk gehen wollte. Miller erklärte dem Verwalter gegenüber, er würde lieber sterben, als wieder m der heißen Sonne an die Arbeit gehen. Er hielt,25 Hiebe aus, dann wurde er ohnmächtig. Die Hiebe hatten über ein Dutzend blutige Striemen aus seinem Rucken hinterlas en. Am anderen Tage gma er mden an die Arbeit und bald daraus gab man hm leichtere Beschäftigung. .Da ist gerade der rechte Mann, der Ihnen ge nau Auskunft über das Zuchthaus geben kann unterbrach sich der Warter, aus einen nahekommenden Sträfling zeigend. Der Gefangene hatte nämlich früher 30 Jahre in dem Zuchthaus gesessen und war kürM in, dasselbe zurückgebracht worden, um eine ihm wegen Dubstahl Versuchs zuerkannte sechsmonatliche Frei heitsstrafe zu verbüßen. .Was visten Sie über den PrügelPfahl und die Gefangenen, welche vor 30 Jahren hier waren,- redete der Re Porter den alten Verbrecher an. Der Gefangene sah den Wärter an und öfs nete erst den Mund, als jener ihm ae sagt hatte, daß er nach Belieben sprechen darf. .Ist eS hier gegenwärtig ebenso er träglich als damals V fuhr der Berichterstatter fort sich zu erkundigen. Der Gefangene sah abermals nach dem Warter und antworrete dann : .Ziem lich so wie früher. .Sage die Wahrheit," rief' Herr Minor. .Nun. das Leben hier ist jetzt erträa lich er, aber es ist schwerer, wieder heraus zu kommen. Ich würde meine Aussicht, zu entweichen, sür emen Mundvoll Ta bak verkaufen. Vor Jahren war dieser Platz eine nette Sommerfrttche sur Cock neu Jack und Petsey, den Barbier, so wie sur mich selbst und alle die umpane in der sechsten Ward. Ich bin jetzt 55 Jahre alt und dies wird meine letzie StrasM sem. Wenn ich frei werde. beabsichtige ich, Zerry McAuley's Mis sion beumreten. Die einzigen Strafen, welche man gegenwärtig noch auf dem Island an wendet, sind (ebenso wie in den Zucht hausern des Westens, d. R.) dunkle Zel len und Fesseln.' Die dunkle Zelle ist etwa 6' Fuß lang und ebenso breit, hat einen SteinFußboden und ihre Höhe beträgt 7 Fuß. Zwei eiserne Thüren verschließen sie. Das Bett ist ein fuß breites Brett. Die innere Thür der Zelle ist nur dünn und hat zahlreiche Luftlöcher. Die äußere Thür mißt in der Dicke gegen 8 Zoll und in derselben befinden sich nur ein paar ganz kleine Oessnungen. Wenn beide Thuren ge schloffen sind, herrscht vollständige Fin sterniß in der Zelle. Der Gefangene erhält, ehe er eingeschlossen wird, sechs Unzen Brod und ein halbes Quart Wasser. Dann kommt in den nächsten 24 Stunden Niemand wieder zu ihm. Es befand sich emGesangener aus Black well Island (ein Neger), der innerhalb achtzehn Monaten vierundzwanng Ma in der dunklen Zelle gewesen war. Er erklärte, dieselbe müsse ein sehr gesunder Aufenthaltsort sem, da er, seit er tm Zuchthause, um 24 Psund an Gewich zugenommen habe. Dalekarlien. Wenn irgendwo germanische Kcas und Sittensreiheit unverfälscht sich er halten hat, so ist das in Dalekarien. Es ist ein eigenes Stückchen Erde, das sich! hoq oben im Norden an den beiden Dalelfen als der nordöstlichste Theil deö eigentlichen Schwedens hinzieht und den Namen Dalekarlien oder Dalerne führt. DaS Land wird von den Dalkarlar, zu deutsch Thalkerlen oder Thalmännern, bewohnt, die sich von den übrigen Schwe den durch Sitten, Sprache und Ge wohnheiten wesentlich unterscheiden. Sie bilden emen kraftvollen, großen, wohl Menschen, die sich durch Patriotismus, freien Sinn, Kühnheit, Tapferkeit und Festhalten an ihren angestammten Rech ten und Sitteneinfalt auszeichnen. Der Dalekarlier ist in seinem Wesen still, ernst, freundlich iinö sparsam. Die Männer tragen einen niedrigen runden Hut mit breitem Rand, weiße oder dun kelblaue Ueberröcke, blaue Strümpfe und Schuhe, im Winter Pelze. Beiden Geschlechtern istdas schöne, blonde Haar, das sie über die Schulter herabhängen eigen. Die Mädchen und Frauen er scheinen mit weißen, leinenen Jacken und Häubchen, weißen stehenden Halskragen, farbigen wollenen Schürzen und rolh wollenen Strümpfen bekleidet. Sie ent falten die echte, altnordische Gastfreund schaft, theilen gutherzig das Wenige, das sie besitzen, mit dem Fremden, ohne ihm durch neugieriges Fragen lästig zu fal len, und reden Jedermann, selbst den König, vertraulich mit Du an. Die Sittlichkeit eines Volkes kar.n keinen befferen und getreueren Wächter finden als sie ihn dort von alten Zeiten her ge funden hat, nämlich : die eigene sittliche Krast. Ihr etwas ernster, düsterer Charakter spricht sich auch in ihrer Poesie und in den Molltönen ihrer Gesänge aus. Dabei reden sie xtn eigenen, von dem heutigen. Schwedischen abwei chenden Dialekt. DaS alte Runen alphabet ist ihnen noch geläufig, und an einigen Orten gebrauchen ste auch noch den altnordischen Runenstab als Kalen der. Als ganz besondere Schönheiten, gel. ten die Mädchen der Psarrei Orsa, die in höchster Vollkommenheit jene eigenar tig sesiende'schwedische Gesichtsfarbe be sipn, die an Irische, Reinheit und Durchsichtigkeit in keinem anderen Lande ihns Gleichen findet.. Die zarte Rosen färbe ihrer Wangen vergleicht der Reisende Paul B. Du Chaillu in eben so komischer als bezeichnender Weise mit ei ner'.in Milch schwimmenden Apselblü the", da der dustige Rosenschimmer der Wangen als matter Anhauch leise und allmählich in das Weift der Haut übergeht. Denkt man sich hierzu die tiefblauen Augen, die weichen kirschrothen Lippen, die schönen, durch das Kaune
des Küda' (Fichtenharz) blendend vei erhaltenenZähne und daS blonde seiden weiche Haar, so ist ein Bild weiblicher. Schönheit da, wie man eS in solch Vollendung kaum in einem anderen Himmelsstriche antrifft. Selbst Freu, den gegenüber, sobald sie nur sonst eini-
germaen Mit denselben bekannt gewor den sind, legen diese Schönen eine Art von Vertraulichkeit zu Tage. Nicht sel. 1 f ' v . . n . . en vielen t nümllch dem Gaue, rsruir ie ihm begegnen, ein Stückchen KndiZ. ' 1. . . m rr jt uaer, oas sie stets in der Tasche oei ji? ragen, an. oder nöibkaen ibn. wenig. stens einmal davon abzubeißen; ebenso. 1 . tx r m m - iv!i es yaung vor, Satz sie aus 19111.1 Münde ein Stück von dem Harz, an welchem sie kauen, nehmen und es dem , o. . '5 ' - . 7 .. . ' X. lemoen relcyen, damit er oas üinc; thue. Eine Zurückweisung dieses freund lichen, ländlich.sittlichen Entgegenkammenö würde man als die größte'Beleidi. uung anscgcn. , . Wie hrislenmädchen eesÄlaÄtkt werden. Der in Bukarest erscheinende .Apraturol" schreibt: Der Jude Ratinekk, der hier ein Nähgeschäst hat, gab auc) einem 11jährigen Ehristenmädchen Nrbeit, das er aber, weil es unregelmäßig erschien, vor Wochen entließ. Nun lamen zwei Damen zu der Frau Ratinetzki und erkundiaten sick. ob da MZdSen in iftm fr Ä f AnAn.(Tt . . f ... CY..C uiltylicui iCCC(l. iU die bejahende Antwort fragten die elegamen )amen werter, warum sie den unschuldigen Kinde Blut genommen, und zeigten zwei Wunden am Körper desMädchenö. Wenn sie nicht reumüthig' Alles gestehe, werde es ihr schlecht erge Yen. vtun kam auch die Tante deS an geblichenOpfers und jammerte, daß man dem Kinde Blut genommen. Nach einer Stunde hielt vor dem Hause ein Wagen. aus welchem vier Polinsten Meaen. Aus he Aufforderug, zur Polizei zu folgen, siel die arme Frau Natinetzki in Ohnmacht. Als sie wieder zu sich kam, sagte . ihr der Commissär, sie möge Alles reu müthig bekennen. Es werde ihr in die ? n 1 . iem aue mazis gelyehen, während' sie sonst sich und ihre Glaubensgenossen großen Gefahren aussete. denn der (XU vilist, der im Wagen sitze, gehöre zur. Cm . ' V m ' . engr, 01z in einer ceoengae eine furchtbare Niedermetzelung von Juden arrangiren wolle. Die Frau folgte und wurde von. den Polizeidirector und de wtaatSanwalt verhört. Sie erzählte die Geschichte,, worauf die Tante auS dem Saale geschickt wurde.. DerStaat? . anvalt redete nun dem Mädchen sanst zu, die Wahrheit zu sagen; dieses p,ab ausweichende Antworten und schließlich ergab sich, daß da? Ganze erdichtet war. ' Die Jüdin wurde entlasten,, während das Mädchcn und die Tante zurüQe halten wurden. e r 1 a I i s 0 1 n i a Demo krat" sagt, daß in diesem Staate trotz der ungeheuren Weintrauben undWein. ernte wenig Wein getrunkc.i, und wenig Trauben gegesten werden. DaS scheint daher zu kommen, daß die Bauern ihre besten Produkte in die Stadt oder m'S Ausland zu verkaufen pflegen, um viel Baargeld zu erzielen. In den Städten CalifornienS wird der Wein im Gast Hofe unentgeltlich wie das- Waffe? den Gästen vorgesetzt und natürlich euch fleißig genossen. AusUngarn. Das ist das Land, das wir als Trinker schätzten. Wenn wir am Ausbruch unö ergötzten. Doch jetzt, durchtobt von wilden Räu berhorden, . Ist es des Einbruchs Land geworden. Ofgrn SW le.'OerSopfkU!. bUUseASvpfs,?. chr-lN, 2liü he, 3XfttCtt Unreinheit eSI IuüI ccjfitto; lieber. TUri. ?MZZundall..rcheU.' tun to c 1 Sitm ouö Niere verursachten Lei;.! Symptome einer erkrankte Leker. ekln Lem : CSmen in in .tlic irnreffa tratet dem Cchllttnllattk und ukd tra ctt Üt&t&sa . tUrnr erechselt; Igemeiue? xpetttvnlvS ; cj ebnltch Verftorstheit, ,nweil, bwechsel, mX Okfeuleibizkkit: in Lexf roa Echmer, teUftizi, j obkt kettichUtq wtzwt , ttnaaennit traft crel; tutccUtn ein ian, irtaesu upt tut) ra 0 end al QtK&t ten Rötie ttcrfcare. e ist ti Cch!utsucht ehalt ttlrt; dn Vatteut Cgi Kie, tvVI.J cmUu ift urnU OA'tt Vm .SSittafett und Schwer; ist, en!,: lltt itn Ixn MlKUI UUU t.U.lHU,.( Üll v.v HUB end Gefühl in den äßen, ,ueU eine stechende Emxftndnvg; tie Leientgetfl teterzeschlazen, ui enrgitt man urerzeogl i, rek,ve'ku,ß heilsam wäre, so kann man stch szum Kajn 'raffen, 7, ' - r, i.:f :!.( rn : 1 VTT ja, man inipaci jetem vtai;ilUt heh vcr.i tcr , rbigen eymxtcme kezlttttn die Lraukheu: tta ti sind &&3e rerZkkomnie, indes kuigkdnen! Vorhanden waren; doch fai tie Unterloch, aä dem Tode eine deträchlliche Etiruuz d Lei H, Lksiesen. i Saß Eintel seUte on üe yersone, und All. geScht weiden, sobniH 0 j ine der obige Sym zeigt. t Oer aus eise ist der in es,' vegend wohnt, und durch ßclfcnlliei teiui ! k ein DostS, nm ti Leb in esunde? ?biti' Kit iti daUen, cCc Vlalaxie, zUig, n'illEr.Ü Wirre, UebelKit, Vieto-akschisgknhkU n.J. Z. eii enden. DaS Mittel ich wie ein C'Ia 04a fjM.f tigrn. ist aber Ulu berauschendes Qtlthnt: J Wenn man etwa schwer SerbandiSeZ ee7l esse hat, ctet KaehtS nicht schlafen ttvn, wlnW an eine TosiZ und die Erleichterung wird e:tre!eu Sowohl Jelt wle Toktorrechnunße werbe! spart, wenn an den Kegulator UetZ . varrathla im Hause halt ! . . Den gleichriel welbez Leide PS einSelt, t dnrchau sichere, obfitt)tftibe, Säst verbei! sernde rnd NarkcndeAMei uird nie n?kä! angebracht sein. DeS Mittel ist ngesAk?l,k beeinträchtigt weder die &ef4Aftfhatlsk elt och das Vergnügen. " j SA ist re! vegetablttsK WA hat He ganje Lrsft und rkszmkkit ro', ElLmer i derLhinm ebne irgend eine der städlzhe Ea". KkuJgeu dersellnl. " -4 HKtttel ,u versuchen, ra cl fco ia scia tilt daZ Bttaaa Linder, rersazt. 3 , U U . 5 ? " V. NwueeZ. inn. SJfd5!;?A!i thiich. . Regulator i, einer i'rariZ tia ich rsn seiner Lz. S"Ä ,ii;rt" 'M - i"u:t sca wiNZNleu vittt ' 7 den echten, der siet, die llWtf !?urke d die Xixniztttzi I. ß. ctelli & Co. euf dem UnUIast 3tiJs?tiU cagyn t i V 4
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