Indiana Tribüne, Volume 6, Number 48, Indianapolis, Marion County, 5 November 1882 — Page 2
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Das Drcl-Königcn.Haus Skomän in jmei2ö!heilungen und vier Tändcn von e.u?t Paöque. (14. Fortsetzung.) Als der lehte genSthigte Bissen ver zehrt, das lekte Glas vom Allerbest.' niib die -mal war esunübertrossenerVierunddreißZger geleert, da konnte Daniel sich nicht mehr halten. Er sprang aus und eilte hinaus, sein glühendes Antlitz an der frischen Luft des Stromes zu fielen. Einc Weile blieben Huppertz und Frll Nettchen noch im Hause, heimlich und heimlich zusammen redend, dann folgte der Küfer dem jungen Manne, jetzt mit diesem den geplanten weitern Spaziergang anzutreten. Da erhob sia) die Stimme Daniels plötzlich wieder zu hellem Klänge. Nach, dem ich Ihnen alles erzählt habe, was Sie Über mich zu wissen wünschten, sagte er lebhaft, bitte ich nun auch meinem Verlangen nachzukommen und mir zu sa gen, wie mein Vater und meine Mutter hierher verschlagen wurden. Erzählen Sie mir von den Meinigen soweit Sie oies.können und dürfen.. Mit 'auffallendem Ernst und zögernd hatte er geendet und Hupvertz war stehen . geblieben, als ob er das Verlangen des jungen Mannes bei sich überlege. Aus ihrer lang andauernden Wanderung wa ren sie durch einen langen Eichenschlag in ein Seitenthal gelangt, das sich mehr und mehr Meiternd.'an seinem Ausgang ein'Städlchen mit hohem,. spitzem Kirchthurm und die jenseitiSen Höhen des Flusies sehen ließ. Beide standen just vor einer ziemlich langen, niedern Mau er, von rauhenSteinen errichtet, über die einzelnen Steinplatten in verschiedenen - Formendann schwarze und steinerne üeuze hervorsahen. Es mußte der Fried hl f des Ortes sein, dem sie sich näherten, A?Irauf :auch , ein eisernes, halboffenes Thor beutete das sieh in ihrer Nähe U fand. r, . , -a ; Treten. Sie mit mir hier ein, HerrDa nie!, sagte Huppertz, nach kleiner Pause Sinnens und mit weicher Stimme. Unser einziges Kind schläft hierund nie gehe ich an dem Thor vorüber, ohne einzutre ten, der Geschiedenen in Liebe zu gedenken. ' A;'ch Sie dürfen schon dem Grabe nahen, u.n der Todten einen mildenGruß
zu weiden, denn unser armes Röschen war lieb und brav und verdient ein treu es Andenken von allen guten Menschen, somit üiich von Ihnen, Herr Daniel. Auch könnte ;iij,bQrt am besten Ihre Frage be . antworten, denn auch von der Todten werde' ich dabei zu reden haben. Daniel fand sich von den schlichten Worten seltsam berührt und solgte schweigend dem Alten, der jetzt das Thorgitter pollends öffnete, um den jungen Mann an sich vorbei in die Begräbnisstätte ein treten zu lassen. Voll, mit einem tiesen schmerzlichen Blick schaute er ihn dabei an, still sich sagend: Nur eins habe ich gelobt, ihm zu ver schweigen, und werde mein Wort, so gut es gehen will, halten es muß ja sein! Doch aber anderes darf ich ihm sagen und er solles erfahren, es ist ja auch das ein zigenogliHMittel, ihn uns in etwas näh er 'zu llrmgen. . 'Dann schritt er, Daniel führend, durch die Reihen der Gräber der gegenüberliegenen Mauer zu. . 'Dvtt'erhob sich in freundlicher Umgebung ein einfacher Grabhügel mit einem jVreuz zu Häupten, beide, ganz mit' Epheu bederlk und umschlungen, dessen Grün , bald ticfdunkel, bald wieder in einem h'( lern Glänze schimmerte. In der Mauerstäche des Ausbaues befand sich eine ueiue Marmorplatte, die in Goldbuchsielen den Namen Röschen Urban, geb. . ftuypeitz und Tag und Jahr ihrer Ge--lurt und ihres Todes zeigte. Eine ein. fache Bank von Naturholz stand, unter erneut Der Bäume, auf diese deutete Hup pertz," den- jungen Mann einladend, sich dort niederzulassen. Beide setzten sich auf die Bank unter ' dem grünen Baume und noch immer lie vx sie ihre Blicke auf der freundlichen -Grabstätte ruhen, bis Huppertz endlich langsam mit einer ernsten Ruhe die traurige Geschichte seines Röschens zu erzäh len begann. Nun weiß ich auch, weshalb mein Va ter es vermied, von dem Orte hier zu re den weshalb er auch gestern mich mit Unmuth ziehen ließ. Hier mußte ich er sahren, was er mir gänzlich verschweigen wollte.' Und wenn ich Ihnen einen, Freundesrath geben soll, sagte Huppertz, der sich nun auch erhoben hatte und dem Erreg ten die Hand besänftigend auf die Schul ter legte,- so reden Sie d'.heim nicht von - dem, was Sie hier an diesem Grabe ge hört haben. Es ist besser so es ist so gar-eine Nothwendigkeit. Doch nun wol !en wir gehen, es wöre eine Sünde, mein ; armes Weib och länger vergebens war ten zu lassen. . ' Daniel folgte der Aufforderung nicht; ohne sich von der Stelle zu bewegen, wandte er sich wietcr im Huppertz mit den Worten: Eines haben Sie vergessen mir mitzu theilen. Von einem Sohne der Todten . sprachen Siewas ist denn aus ihm ge i. worde? ' ? ) - Für uns -ist er todt! entgegnete Hup u pertz tonlos und mit tiefer Bewegung. U Armer Mann! rief Daniel erschüttert, einen langen Blick aus den Alten wer send, der mit 'gesenktem Kopfe, nassen Augen vor ihm stand. Dann näherte er sich dem Grabe Röscheus und niederknie end sizate e?,dcn Blick auf Huppertz ge richtetin schlichter Weise: Für ihn,' der - sich an uns Allen so schwer versündigt hat, will ich beten, die Todte anflehen, - daß sie ihm vergeben und ihr reiner Geist mitutts allen sein möge. Amen! hauchte Huppertz vor sich hin. Nlnd wie der Sohn am Grabe der Mut . 'ter, so betete auch er inbrünstig zu dem Herrn der Welt, der ihm hier am Grabe seines &ince, in seinem Leid, dennoch eine solche reine Freude bescheert hatte. Als Daniel sich erhob, hielt der arme Huppertz sich nicht mehr. Die Arme brei tete er aus und umarmte Daniel, der ohne Zaudern und in herzlicher Liebe den . Kuß des alten Mannes erwiderte, zu dem er sich in einer so mächtigen, geheimniß -vollen Weise hingezogen sühlte. ' Dann verließen beide den stillen FriedHof und schlugen den nächsten Weg ein.
der nach der Höhe und dem Klosterhose zurückführte. Was hatte Frau Nettchen während die ser langen Zeit begonnen? Nachdem die beiden Männer von ihr gegangen, die Gestalt Daniels ihrem Auge entschwunden war, hatte sie sich auf ihren gewohnten. Sitz am Tisch und dem Bilde Röschens gegenüber niedergelassen. So fanden Huppertz und Daniel Frau Nettchen, als sie endlich fast frei scheiden der (sonne wieder in die Stube des Klo sterhofes traten. - Daniel war rasch auf das Bildchen zugetreten, das er behutsam von der Wand nahm und dem Fenster näher brachte, um es genauer ansehen zu können. Welch liebliches Antlitz! sagte Daniel sinnend vor sich hin. Dann vertiefte er T fl 5 V O w - c
lieg in oen vinoiia oer Zuge und c war, als ob er immer ernster werde und schär ser schaute. Sonderbar ! Wie der Anblick des Bildes mich seltsam ergreift, mein H?rz höher schlagen macht. 'Ist es mir doch, ölZ ob die Züge mir nicht fremd wären als ob ich dieses Lächeln, diese Wangengrübchen schon geschaut als ob dieser freundliche Blick schon aus mir geruht hätte! Sonderbar! Es muß so sein und dennoch dennoch entsinne ich mich nicht wo.' Unter der Stubenthürstand jetzt Frau Siebold, mit ernstem Blick auf die beiden alten Leute 7' schauend. Der Bann war gelöst, daZ Unheil noch im letzten Augen blick abgewandt worden. Frau Siebold mahnte zum, Ausbruche. Da nahm Daniel Abschied.' Frau Nett chen sprach kaum, die Gegenwart der blei chen Frau Siebold schloß ihr die Lippen und mit jedem Worte fürchtete sie sich zu verrathen. Nur schüchtern wagte sie von einem Wiederkommen- zu' reden,' was Daniel, ihr. lange die Hand drückend, mit herzlichen Worten versprach. Nun wandte er sich zum Gehen. Huppertz fleckte Da niel heimlich ein kleines Röllchen in Pa Pier gehüllt zu und flüsterte dabei: Nehmt, es ist ihr Bild! Haltet'S in Eh ren und wahret eS mir gut. .: .1 . Hierauf kehrte er sich um und ver schwand im Dunkel der Wohnung. Als Daniel mit Frau Siebold von dem Klosterhofe heimgekehrt, war seine erste Frage nach dem Vater gewesen und er hatte diesen krank und zu Bette liegend gesunden. Erschrocken und mit dem lau ten Ausruf: Bater, Vater! m welchem sich seine ganze Liebe zu dem alten Manne kundgegeben, war er aus -ihn zugestürzt und der Geiger hatte beim Klänge dieses Namens ihm das Antlitz zugewandt, die Hände entgegengestreckt und unter Thrä nen ihn angelächelt, so auffallend erregt und herzlich ihn begrüßt, als ob dies Wiedersehen nach kurzer Trennung einem Kinde gegolten, das der Vater bereits verloren geglaubt und nun wiedergefun den hatte. Die Krankheit schien ver schwunden zu sein, und bald saßen beide in einer Fensternische, uud Daniel mußte seine Erlebnisse erzählen. Du böser, lie ber Vater, hatte er gesagt, du hast Ge Heimnisse vor mir, die aus die Dauer mir doch nicht verborgen bleiben konnten. Aus dem Klosterhose bist du bekannt und warst schon einmal dort bei deinem Bruder, der mit den Seinigen dort' wohnte und deinen Familiennamen führte. Besser wäre es gewesen, du hättest mir dies al les selber mitgetheilt, als daß ich. es nun durch Fremde habe erfahren müssen. Weiter, weiter, mein lieber Sohn! hatte die Antwort des Alten gelautet, von dem dabei mit sichtlicher Freude der Name Sohn" betont und durch einen , langen Druck seinerHand bekräftigt worden war. Jetzt kann ich alles hören und nichts darfst du mir verschweigen. Und Daniel hatte ihm erzählt, was er am Grabe Röschens über Urban ersah ren, dann den Vater gefragt, weshalb er ihm dies verschwiegen, und nach .kurzer Pause Sinnens hatte der alte Geiger mit emem auffallenden Ernste geantwortet: Eine große, schwere Sünde hat mein unwürdiger Bruder an seinem Wohlthä ter, unserm edlen Haushern, begangen, die dieser wohl nie wird vergessen noch vergeben können. Und deshalb, mein Sohn, schwieg ich von allem dem, was du nun erfahren hast. Es ist vielleicht gut, daß es so gekommen ist, denn einmal mußte es dir doch kund werden, und ich kann nur dem Himmel danken, daß damit die Enthüllungen sür dich zu Ende gewe sen sind. Damit hatte die Unterredung ihr Ende gefunden und mit den verwirrenden Ee danken an ein neues Räthsel war Daniel an seine gewohnte tägliche Beschäftigung gegangen. Das Bild des todtem v!ös chens hatte er begonnen? an versteckter Stelle, hinter Möbelstücken und halb sertigen Gemälden, ' doch einem der Fenster nahe, stand eine Staffele'!, und l,ier saß er ! nun an jedem frühen Morgen, zu jeder Stunde des Tages, wo er sich allem und unbeobachtet wußte, denn Niemand, selbst Andrea nicht, sollte von dem Bilde etwas erfahren. . . .. Wieder sitzt Daniel am Nachmittage vor der versteckten Stasselei, aus der das Bild Röschens steht, von dessen berücken dem Anbi.ck er sich nicht trennen kann, zu seinen. Füßen liegt der große schwarze Hund, die treuen, klugen Augen auf ihn qerichtet, als ob er dem Sinnenden hätte sagen wollen: Genug geschaut! Berge dei. nen Schatz, denn die Stunde des Allein seins ist vorüber! Doch Daniel denkt nicht der Zeit, das Bild, welches ihn mit seinen Augen anschaut und, ihm zulächelt, hält seine Seele, sein ganzes Sein mächtig ge fangen. Ihm ist es kein fremdes Antlitz dies fühlt dies glaubt er zu wissen. Doch wann und wo hat das Urbild ihm näher gestanden, was ist es ihm gewesen? Da öffnete sich die Thür des Ateliers und Andrea wurde sichtbar, von einem frohen Knurren des sich emporrichtenden Hundes 'bewillkommnet. Daniel fand nur nach Zeit, den schweren Vorhang über das Bild zu breiten, dann trat er r. -. t..n.sri.leoyasi erroiyeno oinier vcn uuigciicmci Gemälden vor, Andrea zu begrüßen. . Diese blickte erstaunt zu ihm auf. Da niels Verwirrung war unverkennbar, und nicht gelang es ihm, im ersten Augenblick sie xn verbergen. Sich allein mit der Ge listen alaubend. umschlang er deren Taille, doch Andrea entzog sich schmollend ihm und verlangte mit neckischem Drohen zu wissen, was er Heimliches in der Ecke aetrieben. Äualeich schlüpfte sie an ihm vorüber und spähte recht neugierig hinter die Möbelstücke und Gemälde, wo ihr Auge denn auch nur zu vaio oic mu ei
nem grünen faltigen Vorhang bedeckte Staffele! entdeckte. Ai.drea hatte dieselbe wohl schon einige Mal bemerkt, doch nie beachtet, heute mußte sie durch das verwirrte Gebaren Daniels darauf aufmerksam geworden sein. Was birgt der Vorhang ? rief das Mädchen und antwortete auch sofort. Ein Gemälde, das ich nicht kenne und nun sehen will. Dabei wollte sie auf die Staffelei zu, dock) Daniel hielt sie mit bittendem Blick und Wort zurück. Zwischen den Liebenden entstand ein Streiten, das wohl unter heiterm -Necken geführt wurde, im Grunde doch recht ernst gemeint war. Denn je erregter die Neu gierde Andreas' sich gestaltete, je ängstlicher wurde Daniel. . ' ' ' In diesem Augenblicke stand Cäsar in der Nähe der Stasselei, und noch bevor Daniel eZ mit einem lauten Aufschrei hatte hindern können, fiel, die schwere grüne Hülle, von den Zähnen des Hundes gefaßt und gezerrt, zu Boden, und das Bild Röschens zeigte sich in voller
Beleuchtung den Blicken des erstaunten Mädchens. ' ; . ' : . : Also dies ist sein Geheimniß, das ich nicht erfahren durfte? Das. Bild eines jungen MädchenZ-das nur ein Portrait sein kann !. ? . . Still, Andrea, unterbrach" Daniel sie mit' sanftem Vorwurs. . Frcvle, nicht in Gedanken an ihr und an mir, deren Züge ; ich mit einer Liebe, die mir selbst einRäthsel dünken will, wiederzugeben versucht habe. . : O, du brauchst es mir nicht erst zu sa gen! klang es immer erregter als Antwort. Jchweiß eö-empsinde es,daß nur das Herz 'im' Stande ist, ein solches Bild - zu schaffen! Doch. ich will wissen, wer sie - ist! fuhr sie mit ! mädchenhaftem Trotz fort Du mußt mir sie nennen, die da zwischen uns getreten ist oder ich ver lasse das Atelier, kehre nie 'mehrzu dir zurück und klage . alles dem Vater vorerst meiner guten Siebold. "Wer 'ist sie n , , ' ' . NUN? . .. - : Nur,' einen Augenblick? zögerte. Dahiel, dann sagte er mit ernster Stimme: , Du willst es, und ich .sehe ein daß ' ich deinem Verlangen nachkommen muß, ob gleich eö mir im Augenblick schwer sällt und wehe thut... Es..istdas. Bild einer Todten. ' .v .iV, ";irr: : . Einer Todten? hauchte Andrea, erIchrocken und mit thränengefüllten Aagen ragend zu Daniel aufschauend. ' : Dieser hatte hinter dem fertigen Oel gemälde die kleine Farbenskizze Röschens hervorgehölt. Diese dem Mädchen rei chend, sagte er langsam: ES lst daS Bild Röschen UrbanS, der Tochter jener alten wackeren Leute vom Klosterhofe. Hier das kleine Portrait, das ich von dort mit nahm und mir als Vorlage zu meiner Arbeit diente. Du wirst es kennen, munt es bei den Huppertz gesehen haben. , Roschen Urban! sagte Andres gedan kenvoll, das kleini Bildniß nehmend und bald dieses bald das lebensgroßi Vor trait anschauend. '0 Wohl habe ich das' kleine Bild mehrfach auf dem Klosterhose gesehen, doch deine Arbeit konnte im er slen Augenblick mich nicht daran erinnern; denn dein Bild lebt! Der sprechende Ausdruck der Züge, der seelenvolle Blick, das herzgewinnende Lächeln! Hier, aus dem kleinen Bude lst das rncht einmal ange deutet, und nur du hast es hineingelegt! ' Ich sagte d:r ja, Andrea, sprach nun Daniel, sanft die Geliebte umschlingend, daß ich das Bild mit meinem Herzen gemalt.. Ich schaute die Todte mit meines Geistes Auge, empfand ihren $3lick, ihr Lächeln, und gab alles wieder, -wie mein Herz es fühlte. Die Lebende muß meinem Bilde ähnlich gewesen sein. " " ' ' ' Sonderbar! flüsterie Andrea, nur im Anschauen des Oelbildes , vertust, leise vor sich hin.' Je . mzhr ich hmblicke, je bekannter wollen d'e Züge mir erscheinen. Jetzt hab ich'! jauchzte" sie plötzlich auf. den strahlenden Blick Daniel zugelehrt. Es ist der Ausdruck deines Auges, dein Lächeln, es sinfr die Grübchen deinerWan gen, die ich in dem Bilde wiederfinde. Q, nun glaübe!ich' auch ; zu wissen weshalb du-mit einer solchen ungewöhnlichen Liebe an dem Bilde maltest du Schlimmer! dein eigenes Antlitz fesselt dich. Gestehe es nur! - Du irrst, . entgegnete Daniels mit mil dem Ernst. . Wohl hat äüch.mir eine solche Aehnlichkeit sich aufdrängen wollen, doch ich wehrte mich dagegen denn woher sollte sie kommen? Anderes, Ernsteres ses selt mich an das Bild. ' Du mußt es mir sagen, Daniel ich bitte dich,, mich gänzlich zu beruhigen! Dusollstalles erfahren,''? setze dich zu mir, sagte jetzt Daniel? das Mädchen an seine Seite auf einen Sitz niederziehend, von "dem' aus ihre Blicke völl 'auf das Bild ruhen konnten. Merk auf. in we nigen Worten, ist's gesagt! D' Tochiei der Huppertz trug bei Lebzeiten wcq cincj andern Namen als Röschen-. - Du hast ihn schon genanntes, war der ihres Gatten Urban. Nun, der Name Urban ist auch der meinige. ' . , Der deinige? schrie Andrea - auf. Du erschreckst mich, weiß dies auch r.;ci:i Vater? Dein Vater weiß es . ', r;:".; . : O sage mir . alles, suhr das Mädchen in ungewöhnlicher Auslegung sort. Du kannst nicht ahnen, wie sehr deine, unerwartete' Mittheilung' mich ergrch'en und' geängstigt hat: , . ". ; . - ' r 'Mein Vatet wandelte den Namen Ur ban in Urbani um legte , dann letzteren ab .und nannte sich. nurPiet'ro.' z Ihm lebte im Heimathlande' ein Bruder, s der, sührte den 'Familiennamen Urban'und war der Gatte Röschens. Ah! Und weiß auch dies mein Vater? rief Andrea noch dringender als vorher, die Hände geballt und sichtlich zitternd.. Auch ' das weiß' dein Vater! klang es gleich ruhig , wie - früher als Antwort der Erregten Iu. Der..meinige sagte es ihm. und noch mehr, als wir in Florenz uns gesunden. Dann zogen wir mit ihm hier her.-., t',' . . ?? Andrea athmete ties auf und die angst erfüllten Mienen , klärten sich wieder, -sie lächelte sogar. Da fragte Daniel, den die ungewöhnliche Ausrkgunz des Mäd chens hatte befremden müssen: Und weshalb zitterst du so bei dem Namen Urban in welcher Beziehung steht er zu deinem Vater? Schon zweimal an anderen Orten hörte, erlebte ich gleich Räthselhastes, doch durste und konnte ich nicht weiter forschen. Aber hier, dir ge genüber, steht mir wohl .in Recht zu sra-
gen zu, denn wie ich kein Geheimniß vor dir haben dars noch will, so muß auch dein Herz mir nichts zu verbergen suchen. Da schmiegte Andrea sich eng an den Geliebten an, die Arme um seinen Hals geschlungen, barg sie ihr enöthetes Ant litz an seiner Brust und sagte leise: Was zwischen meinem Vater und jenem Lconhard Urban vorgefallen ist ich weiß es nicht möchte es auch um alle Schätze der Erde nicht wissen. So viel habe ich r.'r aus einzelnen Worten ersah ren, daß er meinen,Vatcr schwer todtIich beleidigt hnben muß. Als Haupt gründ seiner Abneigung habe ich immer die er.tseßliche Schuld angenommen, die jener Urban gegen seine Frau, das arme Röschen vom Klosterhofe, und gegen de ren Eltern begangen hat. So weißt du also, was er'an der Ar men, deren Bild dort vor uns steht, ver brechen? Ich habe es zu meiner Qual von den alten, guten Leuten vernehmen müs sen. Er muß ein böser und gewaltthätiger Mensch noch Schlimmeres gewesen sein, sagte Andrea in früherer Weise, sich noch enger an Daniel schmiegend, als ob sie an
seiliem Herzen Schutz vor einer unbekann ten Gefahr hätte suchen wollen. - Nicht allein,, daß seine Herzlosigkeit den Tod des armen Röschens verschuldet haben soll, raubte er auch noch den Eltern das Einzige, was ihnen auf Erden Liebes und IHeures geblieben: das Kind ihrer todten Tochter, den kleinen Johannes. Was sagst du da ? schrie Daniel mit so lautem Ton auf, - daß Andrea jäh ihre Arme losließ und denGeliebten anstarrte. Nun erbleichte sie, denn Daniel war emporgefchnellt, fein Aussehen ein so erreg tes, beunruhigendes geworden, daß Andreüs plötzliche Ueberraschung in Schrek ken ' übergehen wollte. Der Leonhard Urban raubte das Kind, den Knaben der Todten dort, und dieser hieß Johannes ? So rief er noch, mit entsetzlichen .Bllkken Andrea anschauend, dann ihren Arm krairpshast fassend, und das Mädchen ' entgegnete hastig, als ob dies allein die Möglichkeit gewähre, sich aus einer gro e:i, drohenden Gefahr zu befreien: . ' ' Ich weiß es bestimmt. Schon als klei r"s Kind hörte ich davon, und wie oft hobe'jch ' darüber geweint, daß mich die gute .Siebold kaum zu beruhigen ver mochte; wie oft habe ich den armen klei nen Johannes beklagt, der.nur ein oder zwei Jahre älter als ich gewesen und von dem man nie n!e mehr etwas gehört hat, ebensowenig wie von seinem schrecklichen Vater! Jetzt ließ Daniel den Arm Andreas los und sank aus seinen Sitz zurück, 'die Hände vor das Antlitz geschlagen. Dabei murmelte er abgerissen, sür Andrea un verständlich: Und die alte Frau nannte mich Jo hannes! Die ungewöhnliche Herzlichkeit der alten Leute ihre sichtliche Verwirrung, ihr Shun, das mir jetzt nicht mehr räthselhaft vorkommen will und dann diese Aehnlichkeit! O du mein Gott, wer giebt mir Licht in diesem Dunkel meines Lebens ? Daniel rang lautlos mit seinen Gedanken, und wieder legten sich nach klei ner Pause zwei Mädchenarme sanft - um seinen Hals und eine Stimme so lieb und gut, so bittend und theilnahmvoll sprach zu ih:i.: Ich verstehe Nicht, was dich so bewegt und bedrückt, mein einzig Geliebtes. Oess ne mil dein Herz und Alles wird klar um uns und wieder gut werden. Denn wie wir beide,. durch Liebe für das Leben ver bunden, leine Geheimnisse' vor einander haben dürfen, so muß auch jedes Weh und Leid gemeinsam von un? getragen wer den. . Habe Vertrauen zu mir und mei ner Liebe und sprich. . '-. V O, du bist der Engel, den ich in diesem Augenblick des Zweifels und des Wehs vom Himmel erfleht, rief Daniel, hingerissen - von den liebevollen, tröstenden Worten Andreas, an ihrer Brust sein weinendes Auge bergend. Ich will zu dir reden von allem, was mich bewcgt;i es sind Gefühle, wie sie mächtiger, folternd' und beglückend in keines Kindes Hcrzeu erstehen können' Noch kannst du die Be deutung deiner Worte nicht ahnen: sie wollen von mir eine Frau für immer cnt fernen,, eine Sünderin, der ich nie nie mäls mit kindlicher Liebe höbe, gedenken können, um mir dafür eine Heilige als Mutter zu gcbn; doch rauben sie mir dadurch auch w'lder c-nen Vater, den ich liebe und achte uu c'nen Verworsenen an seine Stelle zu setzen. , . . Andrea schav." m.t ängstlichen Blicken auf Da".---,' ) r.a Worte gesprochen hatte deren Sw'. 'u zu fassen vermochte, die fc f 'i: '"ic Aeußerung einer ungewöhnlich ergin: Vhantasie. halten mußte. Doch wieder horchte sie auf, denn mit gesenr:'.:B:'ck, als ob er sich vor dem Lautwcrd'-n s'-i'i Worte scheute, sprach Daniel weiter: . , ' ; ," - Höte nun, dann urtheil? selbst, eni scheide! .Doch hilf mir auch zu klarem Denken zu einem Entschluß. Vor etwa zwanzig Jahren, zur seZben Zeit als nach deiner Aussage der . Knabe der todten Frau dort von dem eigenen Vater $t raubt wurde, kam ;ener Leonhard Urban mit einem Kinde nach Florenz zu seinem Bruder. Ich bin dieser Knabe und jene dort war meine Mutter ! Es ist nicht anders möglich. Allcö, was ich in diesen letzten Wochen erlebte, sagt es mir uud vor allem sagt es mir mein Herz. Nur sie, die mich umgeben, die es wissen müs sen nur sie wollenes leugnen. Weshalb? Ich weiß es nicht.. . Was auch daraus erstehen möge, du mußt hin zu ihnen, die Armen, Guten zu beruh:g?n, und heute noch. .Es ist deine erste, hcilige Pflicht. Du redest mir aus der Seele, Geliebte! ries Daniel mit einem frohen Aufathmen. Wohl sagte auch ich mir dies, und doch fehlte der Muth es laut werden zu laf sen. Ja, ich will hin, noch ist esZeit dazu Doch wie wird man hier über meine Ent sernung urtheilen? ' ; r Nur an die Deinigen darsst du denken; alles Andere wollen wir dem guten Ge nius . überlassen, der uns bis jetzt beschützte und auch ferner mit uns sein wird, denn unsere Liebe ist, wie unser Wollen, rein und heilig. Mein Vater ist gut, er liebt mich zu sehr, als daß er das Glück seines Kindes seinem Hasse opsern könnte. . . . . . , - ' Daran habe ich noch nicht zu denken gewagt, und nun, da du es ausgespro chen, will mein Muth wieder schwinden.
Ich ahne, daß ich ein großes Unrecht ge gen deinen lieben Vater zu begehen im Begriff bin. Ein noch größeres Unrechts wohl eine schwere Sünde würdest du an'den deini gen, den guten alten Leuten begehen, die so lange und schwer um dich gelitten haben, wanktest, zaudertest du nur noch c! nen Augenblick. Du hast Recht, mein guterEngel spricht aus dir! sagte Daniel mit einem heiligen Eiser, denn die Worte, die Energie Andreas hatten ihn beruhigt und ihm seine ganze Thatkraft zurückgegeben. Das Bild packe ich ein und nehme es mit, fuhr er fort, es dürfte überhaupt nicht hier bleiben. .Doch fehlt mir eine Hülfe, denn ungesehen, wie ich mich entfernen werde, muß ich auch wieder zurückkehren können. Der alte Willem! rief in diesem Au genblick Andrea mit freudigem Ton, denn sie hatte den Thorwächter auf dem Hofe bemerkt. Er wird uns beistehen. Ich ruse ihn herbei, denn schnell MUS es ge schehen, damit wir nicht überrascht wer den. - , . ':i . Schon war Daniel an der Arbeit. Mit fieberhafter Hast zog er an versteckter Stelle einen leichten,, flachen Holzkasten hervor und begann das 'Äild. Röschens einem schwarzpolirten Holzrahmen' den nur eine seine Goldlinie zierte, einzusü gen und dann das Gjrnze sicher in den Kasten zu befestigen. . Während dieser Zeit hatte Andrea den, Alten herbeigewinkt, und als dieser ins Atelier getreten, eilte sie auf ihn zu, drückte ihm die Hand und sprach in fliegender Eile: , Ihr müßt ihm und mir hessen,,Wil lem, und nimmer, nimmer werden wir es Euch . vergessen. Daniel - muß, Heimlich fort heimlich hört Ihr!. Niemand darf es erfahren und in der folgenden? Nacht muß er in 'gleicher Weise' heimkehren. Wollt Ihr uns dazu beistehen? v. : . . Ich. will es, Fräulein, 'entgegnete der Alte niit leuchtenden Augenund treu will ich euch sein wie der Hund dort. Der alte Willem gelobt es euch ' ' Gut denn und .Dank.. euch! entgegnete das Mädchen freudig.liSo handelt wie Daniel.es euch heißen wird, ich muß' fort, jeden 'zürückzuhältin, 2 Ux-euch hier über raschen könnte. - Nun wandte sie sich zu Daniel und ohne die geringste'Scheivor. dem alten Manne umarmte sie ihn stür misch und raunte ibm zu: Ich gehe, leb wohl! Der Himmel sei mit dir! Und in deinem neuen Glück, vergiß meiner nicht) tch will gern dein Herz und deine Lie.be mit den Deinigen theilen. Nun lebe wohl! 7. i - - , -; y :' ;Nur durch einen Kuß vermochte Daniel diesen . Abschiedsg'ruß zu beantworten, dann war sie verschwunden. ' -" ' " " ' ' Nehmt, sagte er zn' Willem, aus den Kasten deutend,' und erwartet mich in eu rcr Stülpt. In wenigen Minuten bin ich bei euch. '
Ohne ein Wort zu erwidern, hob Wil' lem den Holzkasten aus,seine .Schulter und verließ das Atelier,' während Daniel vorsichtig, Herzklopsenden Herzens in sein Zimmer zurücktrat, um' sich zu der kurzen Fahrt fertig zu machen. , - . . . . . . ix. Vapttcl. Freude tage und wie fit eneu. Mitbeginnenem Tagesgrauen warDa niel am Orte seiner Bestimmung ange langt. Die Straßen des kleinen Städt chens .waren noch menschenleer und alle Fenster, geschlossen; nur mit Mühe gelang es, jemand auszutreiben, der ihm den Holzkästen mit dem Bilde bis zum Klosterhos trug. Rastlös fchritt Daniel dann weiter, und je näher der Stätte, wo er geboren, wo ..seineMutterden s ewigen Schlaf schlummerte und seine wackeren Großeltern weilten) je heftiger schlug' ihm das Herz in der Brust, je erregter wurde ihm sein Blick.'-' Es wollte ihm ein'nutes Zeichen dünken, daß auf diesem Wege die Soni:e, urplöhlich .aus Nebelwolken her vortretend, ihn mit ihren reinsten golde nen Strahlen grüßte, sie leuchleten ihm gleichsam m ein .neues Leben ein. ' Wäh-i ' l . . . ' m.rjt. n... i. reno oer -ouricne in, ozm jcaien Tocn Weg dahin, dann die Höhe hinanleuchie, pflückte Daniel emsig, was er" ün'.junge:: Blüthen, frischem, rankendem Blättergrüi am Wege fand, und langten dann bide beladen oben'.län! ' ! D'e; Bewohr ; d)s, Klosterhofes ruhten noch, .'.ur e Magd trat hinaus ins Freie. Mit ihr besprach sich Daniel flüsternd, und.vorsichtig .ließ die Magd'ihn in das Haus ein, wo - sie ihm die große Wohnstube össnete. ...Mit einer Freude im Herzen, wie er eine reinere, heiligere nie empfunden zu haben wähnte, und mit einem Eifer, der, anstatt 'aufzuregen, ihn nur beglückt qina Daniel ans Werk. Er, hatte indes sen volle Zeit, mit seinen Vorbereitungen fertig zu werden, denn. Huppertz und seine Alte schliefen noch'ruhig in der Neb.n kammer. Vorerst befestigte er daS kleine Bildchen Röschens wieöer,in seinen Rah men, der leer unter dem Spiegel hing dann öffnet? kr die Kiste nahm das Bild heraus und stellte s'soauf dem Tische auf, daß das frisches sonnendurchglänzte Morgenlicht es .'vortheilhaft beleuchtete und der Blick der aus -dem Nebenzimmer Eintretenden sofort darauf fallen mußte. Nun nahm er seine Ranken und Blüthen und begann einen buschigen Kranz zu winden; die Magd, welche mit einer neu gierigen Freude erkannte, daß s sich um ' ' , ' r v I eine a igeneyme uevcrraichung oer oeiven alten Leute handelte, schleppte un5ufge fordert ollerlei blühende Topsgewächse, endlich sogar mächtige Kübelpftanzen her bei, die Daniel freudig empfing und Pas send verwendete. ' Kranz, Blumen und Pflanzen faßten daSBild wie in ein frisch grünes, blüthengeschmücktes Blättergehege ein, aus dem Röschens ' liebliches Antlitz, diesmal wirklich wie lebend, hervorschaute. Nun nahm der junge Mann? ein Stück chen Carton und den.. Stift zur Hand, und in kräftigen Strichen, von allerlei Blumenschnörkeleicn nmrankt, schrieb er darauf: - - ' "- ' t; : , ' Diesen Gruß der todten Mutter, den hcrzliebcn Großeltern von ihrem kleinen , : , , Johan nes.- - Diesen Zettel -barg er.zwlschendas Blättergrün vor 'dem Bilde, dann flü sterte er leise vor. sich hin: . . Nun will ich sehen, was sie thun und sagen werden. Dürfen sie sich mir ge genüber nicht verrathen -ans wMem Grunde, bleibt mir unerfindlich so wer den sie sich doch keinen Zwang anlegen, wissen sie sich allein. Rasch verließ er dus Zimmer,' sich draußen in der Nähe eines Fensters bergend, durch das er alles hören und auch erspähen konnte, was in der Stube vorging.
Ncbenraume dem emfig .Haunrendcn au.) schon gesagt, daß die leiben Alten ihre Lager statten verlasien, so dauerte , es doch noch eine ganze Weile, bis sie mit ihrem Ankleiden fertig waren und endlich in die Stube traten,. ahnungslos dessen, was ihrer hier harrte. Hupvertz war der erste, welcher in bet Seiten.lhür erschien. Seine kurzen, sehnigen Arm? reckend, gleichsam die ungeschwächte Kraft ihrer Muskeln zu erproben, sich mit derselben Bewegung das Hausmützchcn von der kahlen Glatze tief aus das eine Ohr niederschicbend, wollte er weitervorschreiten, als er plötz Iich mit einer zuwenden Bewegung, ander die ganze Gestalt theilnahm, innehielt. Die Arme mit den geballten Fäusten flo gen jäh weit auemander, als ob sie Je mand hätten erfassen, umarmen oder auch niederschlagen wollen, und der Mund blieb wie zu einem Aufschrei, der den Lippen sich nicht entrinnen wolle, geöffnet. Dafür starrte das weitaufgerissene Auge mit: einem : sprechenden Ausdruck von Furcht , und Freude -Zilf das Bild,, und nun begann auch diereite Brust des Kü sers sich immer mächtiger und hastiger zu heben. Ein Keuchen ward hörbar, und ncuh anstrengendem. Ringen zu Lauten, zueinzelnen Aufschreien, dann zu Wor ten wurde, und ohne daß die Blicke von dem Anblick Rlschens sich abwenden, die Glieder nur eine Bewegung zumachen vermochten, stieß der Alte endlich' wohl nicht mehr Herr seiner Sinne, in starken Tönen,'?' welche KdiV Scheiben erzittern machten, die aberiffenen kurzen Sätze hervor: - ' ' 1 1 3 0 '' '.' Mutter! Mutter, schnell herbei! Unser Röschen ist wieder da! Es lebt, eS lebt oder ich will . des Teus Sappermost, so. komm doch, damit ich in diesem feierlichen Augenblick uicht'zu fluchen brauche!.' Schon war Frau Nettchen an seiner Seite.. Ihr ganzes Gebaren drückte die größte Ängst um ihren Hanno aus, denn nur aus ihn hatte sie im - ersten Augenblick geachtet Jetzt sah sie das Bild..-Mit einem jähen Ausschrei zusammenfahrend, vermochte sie nur. den Namen Röschen leise und zitternd Zu stammeln doch eilte sie auch schon mit ' gefalteten Händen auf das Bild ihres Kindes zu. Als ob sie yor demselben hätteniederknieen wollen, legte sie die verschränkten Hände aus das.Blät tergrün, da stieß sie auf den Zettel.; Ihn nehmend, reichte sie.ihn hinter sich Hanno und sagte'dab'ei zitjernd zu diesem:' , Es steht etwas darauf ' geschrieben ' lies du ich vermags 'nicht... Meine Au gen sind zu naß, und' dann kann ich sie auch nicht von unserm guten Röschen ab wenden. - . . . . Er hat's gemacht und sür'. uns hierher gestellt.'. O, ich hab's wohl gewußt, sagte Huppech, der wieder zu sich-gekommen war '.'und '-nun ' die Schristzüge ' überflog. Und'was meinst du wohl Alte, waZ wei ter hier 5 zu lesen steht? schrie er plötzlich mit so lauten? jubelnden Tönen, aus, daß Frau Nettchen .mit einem Satz empor schnellte und aus. ihn zueilte. Höre nur, hier steht': 'on, ihrem; nämlich von un serem, kleinen Johannes! Freue dich,Zllte, singe jubele, tanze' und sptinge, wenn du es!kannst5,Er weiß alles und wir haben es ihm nicht verrathen. . Jetzt mag gesche hen,ioaS da willwie tS der Himmel beschloffen hat, wir können es nicht mehr ändern, und brauchen unser Glück nicht mehr so fest und eng zu. verbergen, daß es sich in sündiges Elend und Weh verkehrt. Doch wo ist er? Wo.ist unser. Hans? Er muß in ' der, Nähe sein, denn hergeflogen ist.unser Röschen nicht, obgleich eS.. schon längst Engelsflügel haben muß! ' ' ; C -Hie? hier ist er! rief Frau Nettchen, die umhergespäht und nun Daniel,' der sich in ' seinem Versteck nicht mehr hatte halten-können unter der Eingangsthür der-Stube erblickte.'. . :. ..' jUnter dem Aufschrei, der sich seinem glückerfüllten, vor Freude zitternden Her' zen entrang: Mein gutes, liebes Groß mütterlein!"..flog Daniel an den Hals, der 'alten . Frau, ' sie .umarmend, - küssend und -seine Thränen mit den ihrigen ver -:inend. Nun kam Huppertz an dieRe'ih'e, i der sich erst Augen und Wangen sorgfäl ig abgetrocknet und dann seinen Jun "gen", seinen Hans" mit einem derben Sappennost!- förmlich aus den Armen Nettchens geriffen hatte. , ', i Das Bild hat mir alles ' verrathen, es konnte nur meine Mutter sein, denn mit meinen ' Blicken,' mit meinem Lächeln grüßte es mich immer und immerfort. So' sagte Danm, mdem er vom l Großvater zu dem Großmütterchen zurückkehrte? um dann von jenem wieder erfaßt, ub festge halten zu werden. Ick) hätte die Unge wlßheit, die bangen Zweifel nicht länger mehr ertragen können, erzählte er weiter, da vernahm ich durch Andrea, was alle Welt wissen konnte, oan das ino oer. Todten dort, meiner lieben, schönen Mut ter, , eurer 'Obhut geraubt ' wurde von ihm,' der dann nach ' Florenz" u seinem Bruder floh, um von dort sich wiederum mit seinem Raube heimlich zu entfernen und mich, sein Hülfloses Kind, zurückzu lassen. Nun wurde mir alles klar und ich; zweifelte nicht mehr. , Eure Worte, die ihr, euch unbeachtet glaubend, so eben gesprochen, . bestätigen mir. alles. .'. So. nehmt mich denn wieder aus in cuerHaus und euer Herz und da die . Mutter? mir gestorben ist, so laßt mich' euer Kind fein, euch als Mutter und Vater grüßen, lie ben.und ehren... -t. ., -j ' - ' (Fortsetzung folgt.)" ' Auch e in Titel. In einem schleichen Blatte, dem .Niederschlesi schen Anzeiger" in Glogau, wird ein scherzhafter, für unsere gesellschaftlichen. Zustände charakteristischer Vorgang er zählt, der sich in einer dortigen Restau ration zugetragen hat. An einem Tische saßen eine Anzohl.von Herren in zwang loser Unterhaltung zusammen als ein anderer Herr herantrat, um einen Be kannten zu begrüßen, und nebln diesem Platz nehmend, sich den ihm unbekannten Herren' vorstellte.' . Die .Reihe kam hier bei an eiuen begüterten z Kaufmann und die Vorstellung 'spielte, sich in diesem Falle folgendermaßen ab : ' Gestatten Sie, ich bin der' Rittergutsbesitzer 'So und So, -.Lieutenant der ..Reserve". Und ich, antwortete der Angeredete, bin der Kausmann So und So, Ersatz, reservist erster Klasse ! , . i . . " i Wer in der Gegenwart recht schnell zu etwas gelangen will, der gehe aus den. nieen.
statte ein Geräusch :.
Ebbe und Fluth.
Wie entstehet Ebbe, Fluth? Lange wollt' ich fragen ; Nun, das kann, als Durst'ger, gut Ich, mein Sohn, dir sagen. Der Wallsische große Schaar Frißt gleich Millionen HSringe mit Haut und Haar, Die im Wasser wohnen. Merk' ! Der Schluß ganz nahe liegt Nach gesalz'nen Lllqen, . So ein WallNjcy url aucy hb, Sucht sich zu erfrischen. Säuft und säuft dann wie ein Loch, Gierig mit Verlangen;. Und die Ebbe, siehst du doch, Hat schon angefangen. Bald wird unsrem Wallsisch schlecht. Denn, trotz gutem Magen, ffann oer, alte. Meereslneq: Wasser nicht vertragen. Fängt sein Hydro-Kater an, . Speit, gewiegt von Wogen, , - ; ; Er das ganze Wasser dann In gewalt'gem Bogen. ' Nun ist Fluth in einem Nu, ' ': ; ' :; Das ist meine Meinung ; . Jetzt, mein Sohn, begreisst auch du Die Naturerscheinung ... . . Liebes Zwist. . , .... i ; i ' k ? i K . - k. il - r.Du, Hannele JQaS Y .Geb' 1 - sei mir wieder guet! J'mag nita." .Warum denn nita?- .Weil i nita möge thue !" Warum magst denn Du nita mögehua?" Woil i' Di' immer: leides kann!" .Na' ischt'ö au' recht!,' :.:;;:iJ;:J!ir?' II. ' .Du, Hänsele!" .WaS?- .I' könnt' Dir do' wieder guet.sein m JSf mag nita. .Warum Uiin nita? .Woil i' nita möge thirn ! Warum magst denri ilrn möge thua V .Woil r Di'- nimmer leide . kann ! .Na' ischt's au'.iht!".', ' : III. : . .. ; -., .Du, Hänselei .Was?" .Wann D'. mir da', wieder g'rad a' bissele guet wärst!" .I' mag nita!" .Warum denn nita ?" Woil i' mit a bissele nit z'sriede sein möge thua !" .Warum magst denn mit an bissele, nit z'sriede möge sein thua?" Woil i' Di' vor lauter Liab sresse' kunnt'!" Na ischt'S au' rechts v : ; , ' Aus der Kinderlehre. :'. Pfarrer : Wie haben wir eS uns zu erklären, daß viele gottesfurchtige Men fch'ji, an denen der liebe Gott gewiß ein, Wohlgefallen 'hat dennoch ; zeilenweise hart von ihm heimgesucht werden.. : Laura : Nun, wie man so sagt : Was sich liebt, daS neckt sich. f Änsreiwillige Pletüis. l o si gleit. ' ' " : Äater ü.id Sohn sind im Begriffe, eine Partie sechsundsechzig zu machen. Beim Abheben,' um- festzustellen,' wer zu erst geben soll, hebt' der Vater, ein AS, auf dem Lande vielfach '" genannt, cbl worauf der Sohn sagt :".Die Sau giebt. .Vater, gieb Du,!" . . - ' ' ' ' ' Prote st. ' ' Äater : .Du Malefiztausbub'! : 'Hast mir schon wieder mein' Maßkrug zerbro chen !,.. Wart' ich krieg Dich, Du L- Du ßnnioT T1. 5 iUUltlli MJ UL ... - . ' Knabe (heulend): Das lass' i mir net g'sall'u, und das brauch i mir net g'fal len z'lassen; und wenn Du zehnmal mei Bater bist, so bin i deßveg'n doch kein Kämeel !" , 'Z'Rich'tSges fi'$i: ' i Lehrer 5' Warum' schreibst Du-Vater mit zwei t", Mutter wird mit .tt" geschrieben, y 1 Schüler : Mem Vater ist mir so viel werth, als meine Mutter.. i 'Gedan k en sp an c. , ; ' ' ' ;Viele besuchen die kirchlichen Trauun gen in der stillen Hoffnung. Jemand e? tinrnnl nnr - WTi ' 01: l rmu .vin . jagen zu hören. . . - ; : i ... -,. Dein Geheimniß, so lange du schweigst, ! ist dir ein Gefangener, - ' Sag' e heraus, so bist du ein G es an ! . Jener ihm. ;Perlen bedeuten Thränen, wenn der ßlPtttrtM R ntrf t frtiif. -nist . . . IUHlli VtU i ;0e ! onom isch. .Fritzchen : .Heut' ist auch mein Ge burtstaa. Herr Müller!" ' Emma : Meine? auch !" " ttarlchen : Memer auö !" . .Jda : Meiner auch! - - -Bertha : .Und der meiniae 'v :'Müller: Ei, Nachbarin, das' ist d in incliiourviges zusammentreffen !" .j :Nachbarin :. .Ja. wissen Sie, ir sei. ern den Geburtstag aller Kinder wsam. men, weit's billiger ist.? ' 1 Die Ext r'e m t der üh r e n ' s i ch. . Enthusiast : Ich sag' jh unsere Wesens iiR Cil?r SöttlicheS äö örin sei8t m benn ? Enthusiast: In ihrer Menschlichkeit Lgen unsere Armen. ' I - Nachhülse. s'iesieö Wehmeier, was schlugt Du denn Deine Frau so unbarm. herna?.. ... - - ! ft" . . S '. , . Zarum? Sie Innn R S-U Studenten, der da drüben vis-a-viZ ae wohnt hat, nicht aus den Kops schlagen drum will ich ihr a Bisse! nachhelfen. Unsere Kinder. V Ein Pfarrer ißt bei seinem Juqend freunde zu Mittag und entwickelt bei heiterem Gespräch eincn recht geseancien SM' ni b fe!S: ww,,H,aa, io eine nun. Neulich üastyu mir gesagt, es war' eine Ge. memheit, drei : gotitltts zu essen und dem Herrn Pfarrer bietste noch da vierte an. " -
