Indiana Tribüne, Volume 6, Number 27, Indianapolis, Marion County, 15 October 1882 — Page 7

AisnmrÄ Lefieylt's. Humorttke von $( vlumreich.

Der bekannte RechtSanwalt Dr. Bau mann hatte seine Examina vortrefflich bestanden; er hatte sich in guter Gegend ein stattliches Bureau eingerichtet, hatte ÄctenschrÄnke, Schreibtische und sogar d$ lebendige Mobiliar solch eines Ad vokatenzlmmerS in diversen Exemplaren von Ccpisten beschafft, und doch fehlte zu seinem Glücke noch Mancherlei. Was halfen alle Actenfchränke der Welt, wenn h leer stehen? Und vaS können zehn tausend Abschreibe zur Besriedigung ihreS Herrn und Meisters beitragen, wenn sie nichts zu thun haben? Da mußte unbedingt Abhülfe geschaffen wer den. .Aber xoxtY so sragte der junge Mann seine Freunde. Heirathe ! antwortete man ihm. .Und dann Y .Dann wirst Du zunächst Geld haben, um es abwarten zu können, zweitens aber kommst Du in intimere Berührung mit so und so viel Personen, die Deinem Schwiegervater nahe genug stehe, um Dir seinetwegen einen Prozeß anzuver trauen. So lächerlich dieser Vorschlag dem Advokaten auch anfangs erschien, so oft tauchte er doch in den vielen Stunden stiller Beschaulichkeit, die ihm beschieden waren, bei ihm wieder aus. Und als er eines Tages mit dem Eifer des Unbeschäftigten die Jnseratentheile einer Zeitung studirte, lachte er plöjlich laut vor sich hin und zog mit einem .Mei netwegen " eine Corresvondenzkarte aus dem Block, der seinen modernen Mini stertisch zierte. .Meinetwegen", hatte er gesagt und in Versola de! damit an gedeuteten Gedankens beschrieb er die Vorderseite jener ßrte.- .Z). 3-2133. Expedition des Journal", yteß eS da in energischen Zügen. Und aus der Rück seite stand : .Ich bitte um Ihren wer then Besuch ! Rechtsanvalt De. Bau mann." Drei Tage später saß der Advokat wiederum gedankenvoll an sein Pulte, ojS er plötzlich durch ein Getäusch gestört wurde, das vom Qhr zum Herz, nirt) von da durch den ganzen rper fteümte, etwa wie ein heißer Trunl im Winter bis in dieFußspin hinein sühkbar wird. Da draußen im Vorzimmer hatte soeben eine sonore Stimme nach Herrn Rechts anwalt Baumann gefragt eine durch aus fremde, männliche Stimme: das war ein wirklicher, ein leibhaftiger Client. Unbegreiflich zwar, aber deshalb nicht minder wahr ! Was hätte unser Freund nicht darum gegeben, wenn in diesem Augenblick etwa sein Schneider, oder ein Bote von der Gasanstalt oder sonst irgend ein Mensch bei ihm im Zimmer gewesen Äre ! Dann hätteder Client draußen warten müssen, bis die eben stattfindende .Con ferein beendet wäre das hätte dem Manne, wer es auch sein mochte, ungleich mehr imponiren müssen, lS daß dieser Narr von .Bureauvorfteher" sehr schnell antwortet : .Bitte nur einzutre ten !. Wenn der Letztere wenigstens so gethan hätte, als ob mögücherweise Je mand bei dem Herrn Doctor sein könnte nein ! .Bitte nur einzutreten r Solch ein ungeschickter Mensch ! Alle diese - ärgerlichen Erwägungen hinderten den Doetor selbstverständlich nicht, sich würdig zum Empfange deS neuer? Kunden vorzubereiten. Ein mäch tigeS ActenfaScikel eS war das Brou illon der schriftlichen Prüfungsarbeit wurde vor die Nase genommen, und so sehr vertiefte sich der Doctor in ' den überaus verzwickten .Fall", daß er das zweimalige Klopfen seines Besuches überhörte. Erst auf ein drittes enerai schereS Pochen antwortete der Advokat mit einem kräftigen .Herein! Als sich die Flügelthür nahezu hinter dem Eingetretenen geschlossen hatte, machte Doctor Baumann in seinem Sessel eine Wendung halbrechts; m demset ben Augenblick aber schoß pfeilschnell in die Höhe, ließ dem ersten flüchtigen Blick über d Gestalt seines Clienten einen zweiten,' fast verstohlenen' folgen und knickte sodann, gleich einem Taschen mesier, nach vorn über zu einer außeror denttich devoten Verbeugung zusammen. Noch ein zweites, fast noch tieferes Com pliment und endlich der Anlauf zu einem dritten folgten, ehe sich Baumann so weit erholt hatte, daß er dem Herrn ei uen Stuhl anzubieten vermochte. Indessen wäre e5 ein Irrthum, diese ganz ungewöhnlich Betroffenheit deS Advokaten lediglich aus Rechnung der Genugthuung über d:e endlich beginnen de Praxis zu schreiben.' Dieses Gesü-.l hätte unser Freund zum Mindesten se'r.r geschickt zu cachiren verstanden, währen) i i. v!. rn.r er oes inoruas, oen iym oiz Person seines Clienten machte, absolut nicht Herr zu werden vermochte. Herr Doctor r- m - cw Vaumann jao narniia m leinemAroetts cabinet keinen Geringeren, als den höch sten Beamten des Landes. Diese, mäch tige, breitschultrige Gestalt mit, dem wohlentwiaelten scymeervaucy, grauen Brauen und dem weit über die Unter llpve herabhängenden, ein wenig ver wilderten Schnurrbart, de? euergische Ausdruck dieses durch tausend und aber tausend von Witzblättern :c. bekannt ge V rTt r , , . noioenen isenqts run otee ganz im posantgewaltige Erscheinung oeS all mächtigen Ministers, wie sie jedeS Lan oeZklno an drei Strichen, aus etnen Halbkreis gezeichnet, sofort erkennen münte, der Fürst Biömarck stand dem Nechtsanwalt gegenüber ! Er stand, ia gen wir, denn von der Einladung, Platz zu nehmen, hatte der eiserneKanzler noch leinen veoroutg gemaqr. Im langen schwarzen Rock, der in der Maaenaegend diverse ganz unerlaubte Falten schlug, mit unmoderner, breiter, schwarzerAtlascravatte, in derHand einen riesigen Calabreser, die andere gestützt aus einen derben, deutschen Krückstock, hinter sich den berühmten Reichshund, so stand der Fürst da und blickte aus den noch immer nicht ganz .gegenwärtigen Advokaten mit einer Hoheit hernieder, die sich nicht beschreiben läßt. ' Er schien . eine Anrede zu erwarten und da dieser unaeaukerte Wunsch durch eme bedenk liche Bewegung des maulkorblosen TyraS Nachdruck empstng, oeeute sich dn Doc . tor. neuerdings auf den zunächst stehen iin Sessel Anzuweisen, und bracht

denn

auch endlich das erste Wort her vor. .Durchlaucht m stammelte Her? Doctor Baumann. .Entschuldigen Sie", erwiderte der Kanzler, .mein Name ist Dornenberg. Sie haben an mich geschrieben Der Doctor glaubte schon den ersten Theil der Rede mißverstanden zu haben. Der Nachsatz aber machte ihn völlig confuse. .Ich an Ew. Durchlaucht Y .Mein Name ist Dornenberg", wie derholt der vermeintliche Minister sehr ruhig und dabei zog er eine Correspon denzkarte hervor; auch die Worte: .Sie haben an mich geschrieben!" stieß er zum zweiten Male unter dem Barte hervor. Der Doctor glaubte nicht anders, als daß er plötzlich den Verstand verleren hätte. Auf das Inserat eineöHeirathS Vermittlers hin hatte er jene Karte ge schrieben, und nun stand Fürst Bismarck vor ihm, behauptete Dornenberg zu hei ßen und wollte ihm zu . einer vermögen den Frau verhelfen ! DaS war des Un verständlichen denn doch ein venig zu viel ! Wäre S eine minder markante Persönlichkeit gewesen,alS gerade die des Fürsten-Reichskanzlers! Aber Er ! der Unverkennbare ! Und lejitimirte ihn nicht auch der knurrende ReichSTyraS ? Und dennoch was blieb übrig, als aus den Scherz deS großen Staatöman nes einzugehen ! Und als der Doctor jetzt von Neuem einen Blick in seines tu lauchten GafteS Angesicht sandte, und einen zweiten längeren, als er an der unbekleideten Hand dS PfeudokanzlerS einen höchst ordinärenTalmi'Siegelring entdeckte, als ihm eme noch genauere Inspektion zeigte, daß der schwarze Rock schadig, das Oberhemd durchaus nicht zweiselSohne war, da begann eS in des Advokaten Hirn zu dämmern. Und in der That : Nichts als ein merkwürdiges Spiel der Natur hatte ihn geäfft Je genauer er hinsah, um so klarer wurde ih der Irrthum. Jetzt war auch die Aehnlichkeit des Herrn Dornenberg mit de Fürsten Bismarck bei weitem nicht mehr so flappant, att vorher. Die Züge zeigten bei st kongruentem Schnitte, doch nicht die gleiche MuSkelstiannung. Die Stirn besonders, diese Stirn war glatt, die Nasenflügel, daö tftan; und endlich daS Auge, sie hatten keinen Cha raeter : aus der nämlichen Form waren zwei Köpfe hervorgegangen. Der eine vollendet in seiner Art, der Fleisch und Blut gewordene Jntellect, krönte die Gestatt des genialen Einigers Deutsch landS ; der zweite, mißlungen, abgeplattet, ausdruckslos er saß' auf dem Numps eines Herrn Dsrnenberg ! Nahm der Letztere seine geistigen Kräfte zusam nun, so genügte das zur Noth, um sür einen Augenblick dieTäuschung zu unterflöhen. So läßt sich ja auch einem tob ten Haupte vermöge der Elektricität der Schein des Lebens geben. Die Conserenz mlt he-rrn Dornenberg währte nicht lange. Die Wünsche des Advocaten in Betreff seiner Berbeira hung waren schnell festgestellt, ei Re verö bezüglich der Provmon unterm net, und nachdem sich der HeirathSagent noch wegen veS mitgebrachten Hundes entschuldigt hatte die Hunüsperre verhindere, daß man solch' ein Thier allein aus die Straßen schicken könnte, und so habe man die Pflicht. eS, so oft an ausgeht, mitzunehmen erhob sich Bis marck, der Nachgemachte, und ging. El halbes Jahr ist seitdem vergan V- mm . ff "w -tf . ge. In ven Beryaitnmen ves Rechts anwalt Baumann ist aar Verschiedenes anders geworden. Die PrüsungSarbei ten braucht er nicht mehr zur Hand zu nehmen, w:nn eS klopst. Er hat schon Mancherlet zu thun bekommen. Da war eS ihm jüngst gelungen, einen Spitzbu ben. vor dem Zuchthause, zu bewahre. Jenen Bankerotteur, der schon mit nem Fuße m Plötzensee stand, hatte er z einem Ehrenmanne gemacht, und auch in der Hauptsch, im Aussteljen von Kostenrechnungen, begann der Doetor ganz erhebliche Fortschritte. zu machen Bezeichnen diese drei Punkte de Su ßerliche Veränderung semer Situation, so läßt sich der viel, wichtigere, innere Umschwung, d mit ihm vorgegangen war, nicht mit 10 lroaenen Baten regt striren! .Seien wir' kurz:. Der Doetoe war ganz ernstlich verlieb. ! Als er vor drei Monaten mit schwerem Hzw die Miethe heruntertrug zu seinem HauSwirth, dem Bäckermeister Krause, und sttt sein ein holdes Mägdelein ihm die Qrnttung, schrieb ; al er dann die schöne Bäckermaid öster und immer öster sah das ging so weit, daß er ansing, sich seine FrühftäckZsemmel selbst zu ho len ! als er dann mit Fräulein Krause mehr und mehr bekannt wurde, da ae schah es, daß der Mann des Rechtes fast nur noch von Dampsmilchbrode zu le ben schien, daß er immer nachdenklicher wurde und immer häuslicher, wenn ihm auch häusig die interessantesten .Fälle höchst langweilig vorkamen. Man kennt, so nehmen wir an, die Symptome des Verliebtseinö Nun, bei Herrn Doetor Baumann wären auch dem Laien keine Zveisel an dem Vor hondensein dieser Krankheit aufgestiegen. Er war verliebt bis über die beiden Oh ren. wie man so zu sagen pflegt. Um so e . r r iqmerziiyer ira? un ern reuno am Tage vor Beginn des neuen Quartals die Kündigung von Seiten des Herrn Krause. .Laut Z so und so unseres Vertrages,-, so schrieb der Bäckermeister, .steht mir daS Recht der Kündigung am ersten Juli d.' I. zu. Ich mache von diesem Rechte Gebrauch, und hat somit unsere contractliche Vereinbarung mit dem 1. Oktober dieses Jahres ihr Ende erreicht 1 Erstaunt, entrüstet und gleichzeitig aus brutale Weise m tntn schönsten Trau men gestört, begab sich Herr Dr. Bau mann augenblicklich zu seinem Wirthe, um wenigstens die Ursache zu dsem lakoniicken Verfahren kennen zu lernen. Herr Krause yar ein Mann, d:r nicht bmterm Aerae hielt. .Sie sind ein .pünktlicher, ein feiner Miethers sagte er. .Ich hätte auch nicht das Mindeste ge gen Sie einzuwenden .Aber meine Tochter .Ihr Yröulein Tochter iß es also, die ?aS gegen mich nnzuvenven hat ?" etwas gegen mich nnzuvenven hat .Im Gegenthett," hier nahm ye Doktor einen Anlauf, wie jpim tzpttin

ge, indessen der Bäcker treuherzig wie

derholte: Im Gegentheil. Das Mäd chen ist total in Sie verschossen Der Doktor flog dem Bäcker an den Hals, Dieser aber schüttelte den Advokaten von na cb und erklärte mit emer Energie, die bei seiner schwammigen Erscheinung verwundern durfte : .Daraus wird Nichts. Nichts wird d'raus. DaS sage ich Ihnen. Meine Tochter darf keinen Rechtsverdreher heirathen. Punktum, Und dabei blieb eS. Es hals Nichts, daß nun auch Zirau Krause sür den Dok tor Partei ergriff, vaß die-süße, kleine Rudolphine erklärte: .Den Doktor oder Keinen Der Meister blieb unerschüt. terlich. Dabei war er dem Advokaten nicht etwa persönlich gram; er vertraute ihm sogar seine Prozesse an; er pontt sirte mit ihm und bekannte sich bei sol chen Anlässen jedesmal als ein Constt vativer vom reinsten Wasser. Aber er wollte und konnte sich nicht mit dem Gedanken vertraut machen, daß ein Mit alied jenes Standes, vor dem er einen instinktiven Widerwillen empsand, m seine Familie eintreten sollte. So lagen die Dlnge, als emeS Tages Herr Dornenberg wieder sich bet dem Anwalt einsand. Er hatte eine feine Partie" für den Dtor. Dieser ließ ihn gar nicht zu Ende reden. Er be durste seiner nicht mehr, sagte er, und bedauere, ihn vergeblrch. bemüht zu ha ben. ! Dergleichen aber stand nicht in Pseudo BiSmarck'S Wörterbuch. Vergeblich i Das giedtS uicht, Herr Doctor. Sie müßten denn noch zwer Jah?e mit Ihrer Verhelrathung war 4. " ilil. .Wieso daS ?" .Weil Sie mir einen Revers untn zeichnet haben, in welchem &t nch zur ch Äabluna derDrovinon amb in demffalle verpflichten, daß Sie innerhalb der näch sten drei Jahre eine Ehe ohne meine Vermittlung eingingen. ES war so. Bei jener denkwürdigen ersten Begegnung bn beiden Manne? hatte der Eommisnonär den Advokaten düpirt. Während der Dottoi den Re verS fos, um keine Niederlage mit eige nen Augen feststellen zu könttkn, reckte sich DorTienberg wieder für einen Mo ment zur Hj5l seines großen Modells empor. Er spannte alle Nerven an und als der Doktor kopsschüttelnd über den Papierrand hinweg und in daö Gesicht v V V wieder Biömarck, der eiserne Kanzler, in m. - . 1 I semeS UeberwinderS blickte, da stand Person vor ihm. Wie ein Blitz durch zuckte ihn plötzlich ein Gedanke. .Sie sollen Ihre Provision haben rief er. .Heute noch. Ohne einen Pfm nig Abzug, wenn Sie mir einen kleinen D&st erweisen, HerrDornenberg. Wol len Sie f .Ich bin ganz zu Ihrer Verfügung Verlassen wir Herrn Doetor Bau mann sür eine Stunde und kehren wir dann in sein Bureau zurück. In dem Cttent?nsessel hat HerrKrause Platz genommen. Der RechtSanvalt Me ihn hinaus rufen lassen, um ihm in einer Prozeßangelegenhnt Bericht zu erstatten. DaS Keickästlick, war I.dint und nickt ohne Geschick lenkte der Anwalt da Ge sprSch zu der besondenn Liebhaber des N,rs ...r hhnfibtr l9lr Leute fühlen U nie wobler. als wenn sie Jemanden funden haben, der ihre Kannengichereien über sich ergehen läßt. Widersvruck können sie freilich nicht er. ' ' tragen. Solch einen Grad vonUeberein ft-mmung in den wichtigsten Fragen der socialen Bewegungen, wie heute ver Rechanwalt ihm gegenüber documen titte. hätte ibn fremdarria berühren müssen. Allein, auch da ist ein Cha -P .. . . . ' ZZ. . 1 . - ralterlflieon solcher Pyiltfler, oatz lynen NtchtS beareitttcker erscheint, als wenn ihnen ein Anderer bis m die entlegensten s. . . . . ' egenoen ryrer Bloofm'Cxcurslonen wilk Henfolge leistet. DeS Bäckers Vorschläge für die Nenaeftaltun des vraatöwesens Aufhebung der Ver m . lf . fassung, Einsührung einer zehnjährigen. aktiven Militärdimftzen, Zunftzwang, Mono-pole für alle Erzeugnisse der In duftne vt aüerniger ÄaSnahme von Vackwaaren, und waS dergleichen prSch tioer .Refoimpläne" mehr sind daS Alles entwickelte Mnfter Krause mit t ner Geläufigkeit, mit twtx Konsequenz, i,: in - fri .r. utx uciici iiiyx msuig griöicii wuu. Und als der immerfort bejahende, zu, sogar noch aneifernde KechtSanwalt dem Meister bis zu einem gewissen Culmrna tionöpunkte seeundirt hatte, stellte er ganz hrmloS die Frage ; .Und wer müßte an die Spie dieses Jdeal-Staateö stehen ? Außer dem Kai ser, selbstredend wer V . FS er sonst, als Fürst Bismarck ? .Ganz recht. DaS habe auch ich allen Grund, von ganzem Herzen zu wünschen." .Jeder hat dazu Gnrnd", meinte der Bäcker, denn der Fürst Bismarck " In diesemAugenblick hatte der Rechts anwalt, scheinbar unabsichtlich, dieGlocke, welche aus dem Pulte stand, berührt, und ihr leise erklingender Ton gab daS Zei ch?n zu einer wesentlichen Veränderung dieser Scene. Die Flügelthür wurde mit energischem Ruck geöffnet, und in der Lichtung er schien der eiserne Kanzler, in langem schwarzem Rock, den hiftorischenSchlapp. Hut aufgestülpt, gefolgt von dem getreuen TyraS Tableau. Hinter dem Mini fter wurden die Tbüren geschlossen, und nun entstand eine Pause, zu deren Ueber winduna eS für den NechtSanwalt so wohl wie sür Herrn Dornenberg den unsere Leser hoffentlich bereits erkannt haben wahrhaft heroischer Selbstbe herrschung bedürfte, um nicht loSzuplat

zen. ie lammerllHfle Gestalt : Dieses köstlichen TrifoliumS aber blieb doch der Bäcker. Mit offenem Mund, die Kniee schlotternd, die feisten Finger gespreizt an den Hosenbeinen heraufziehend, so stand der reiche Hausherr, ein. Bild des Erbarmens, dem Gewaltigen gegenüber, Endlich ergriff der Anwalt das Wort. . .Wenn eS gestattet ist so wandte er sich vorstellend an den Letztgekommenen : .Mein Hauswirth, Herr Krause Der Pseudekanzler maß den noch im mer fast Erstarrten von unten bis oben, dann steckte er die Hand mit dem Talmi Siegelring in den Busen und sprach : .Das ist der Bäckermeister, von dem S:e mir erzählten, daß er Ihnen seine Tochter nicht gehen will 1 . . . . r .

m. . .

Zu dienen. Weil ich Jurist bin.'

.Ich meine sagte Herr Dornenberg mit nachahmlicher Grandezza, .es gäbe verschiedene Juristen, die eS zu einer recht annehmbaren Lebensstellung gebracht vaven. Und dabei zuate ein neuer Blitzstrahl unter die buschigen Augen brauen auf den immer kleiner werdenden Bäckermeister herab. Herr Krause meinte, er stecke bereits einige Fuß tief in den getäfelten Parquetfuboöeki. . Kem Wort kam über seme Lippen. Der .Kanzler" aber benükte wie sein gigantischer Zwillingsbruder, den Mo ment. .Sie wollen, also wirklich nicht?fraate er den Bäcker und aab ihm mit diesem direkten Appell den Todesstoß. ie wollen nicht? Auch nicht wenn ich Ihnen erkläre, daß eö mein ausdrücklicher Wunsch ist?" Hier ermannte sich der Bäcker, machte eine der komischsten Verbeugungen, .die jemals vor einem ächten oder unöchten Minister geleistet sem mochten,, und stolperte zur Thur hinaus. Während der Advokat noch immer sich bezwingend, Herrn Dornenberg ttmge Banknoten aushändigte, eilte Herr Krause hinab in seinen Laden. Eine Minute spater erschien er wieder in dem Cabinet, hinter sich her Jiaulein Ru dolphme zerrend. Er mußte erst nach Athem rmgen. ehe er ein Wort herauszubringen vermochte. Dann aber sprudelte er, noch schnaufend. hervor: .Wollen Sie das Aufgebot be sorgm? .Noch heute !" rief der beglückte Ad vokat, während der Ta!miBlSmarck sich mit wohlwollendem 'Kopsnicken, dem Bäcker die Hand schüttelnd, stumm empsahl. Die Sache ist Geheimniß geblieben S um Ta ack der fiorfneit. die ceftrnt stattgefunden hat. Auch hier würde sie nicht verrathen worden sein, wenn der Erzähler nicht die Gewißheit hätte, daß Herr Krause unsere Geschichte einfach nicht glauben wird. Die umgekommenen Fompejaner. 9m Dr. tt vchscr. IL Die Erderschütterungen dauerten mit . m großer Hestigkelt fort. DaS Meer war 1I . Jb mm A a.M Amm L B. !l - TT jf F V P in Aufregung und trat weit zurück, sodaß viele Seethiere auf dem Trocknen liegen blieben. Hinter sich, also in der Rich tccng nach dem Vesuv, sahen die Flie hende eine furchtbare schwarze Wolke, welche von Feuerstrahlea zerrissen wurde und sich ihnen näherte. ES war eine Dampf undVschenwolke, die sich aus daS Meer rnedcrsenkte, bald das Vorgebirge Misenum bedcckte und sich wie einStrom auf der Erde vorwärts wälzte. Als sie ot Fliehenden erreichte, umhüllte sie die selben mit vollstandigerFipsterniß, .nicht wie in einer mondlosen oder bewölkten Nache, sonder'! wie wenn m geschlossenen Räumen das Licht ausgelöscht wird-. Zugleich stellte sich ein Aschenregen ein. be? nach einer kuen. einige Helligkeit bringenden l Pause so stark wurde, daß d Sitzenden sich ost erheben und die Asche von sich abschütteln mußten, um nicht i u . v.w. ji ... . v m:. o n. v &un t10 " 5an91, "nP Verzweiflung der Menge s ieg während dieser Zett aus ihren Gipfel. , .Man hörte das Jammern derWeiber, das Geschrei der Kinder, daö Rufen der Scanner; o einen riefen na venttern, andere nach Weibern und Kindern und suchten sie an der Stimme zu kennen : manche flehten aus Todesfurcht um den I rt. L tv ' r v . .o?. vwt eryooen ole yanoe zu oen poltern ; noch mehrere erklärten, gebe nirgends mchr Götter und diese Nacht sei 1er. .?' V Tm . c . 1 t m IW - oie ewige uno sur ne oic regie." - aig wieder beller wurde und dieSonne, bleich und trübe wie bei Finsternissen, zmnDor II .1 tU. k . t ! . A 1 schein kam, ttkb doch die Lust och von Rauch und Dnnfi erfüllt und alles zeigte ich doch von Asche bedeckt und einer Schneelandfchaft ähnlich. DliniuS konn te wagen, mit seiner Mutter ach Lrise num zurückzukehren, wo sie die nächste .Nscht dtt vom 25. auf den Ss. Au gun zwtfyen furcht unv yossnung zu vraqten. Vas roveven dauer noch l vii writ s oAtA(uhij av... sw? wva i" v vu mit ihremEnde genähert zu haben. An 27. konnte man in Stablae Nachfor schungen nach dem Leichnam de'S Natur forscherS anstellen, der, wie. schon gesagt. in unveränderlem Zustande am Ufer ge funden wurde. . Aus den Vorgängen m Staiiae und Misenum können wir aus das schließen,' was tn Pompeil vorgegangen ist. Auch dort am Nachmittage deS 24. August starke Erdstöße, welche dleGebäude tm ken machten, furchtbares unterirdisches Rollen und Dröhnen und ein Regen von Asche und glühenden Steinen. Dazu ein Ausbruch von mächtigen Dampswol. ken und von 5!ava auö den Spalten des nahenBerge. AnErdbeben zwar war man gewöhnt ; 16 Jahre vorher war am S. Februar ein solches von furchtbarer Hef tigkeit eingetreten, welches den größten Theil der Stadt verwüstet hatte. Aber den Berg hatte man niemals , an dieser verheerenden Thätigkeit theilnehmen je hen. Die Verzweiflung der unglückli. chen Einwohner muß eine entsetzliche ge Wesen sein. Wenn man in Misenum glaubte, daß der Untergang derWelt ge kommen sei, so hatte man in Pompeji noch mehr Ursache zu diesem Gedanken. Daß das Erdbeben auch Pompeu be troffen hat, wird durch umgeftürzteSäu len undPseiler und durch geborsteneMau ern, daß eö nur der Berschuttung gleich ! r . n w ir t. iw v

zeuig gewesen in, ourq anoere Anzelyen unzweifelhaft erwiesen. Im Juni 1767 entdeckte man nahe dem sogenannten Hause .der Vestalinnen" acht Skelette, die unter Mauerntrümmern begraben la gen. Im Mai 1818 fanden sich amJupitertempel zweiSkelette, wovon eins un ter einer umgestürzten Säule, und im März und April 1826 in der Sträda della Scuola dieReste von drei Personen, welche von einstürzendenMauern erschla gen waren. Dennoch gehören dieseFälle zu den Seltenheiten, und zwar aus einer doppelten Ursache : erstens hat das Erd beben Pompeji offenbar keine bedeutende Heftigkeit und' Dauer gehabt, wie es die größtentheils unvrsehrten Gebäu l de beweisen, zweitens hatten die meisten . ' ' . . . :

Einwohner Zeit zur Flucht auö denHau sern und der Stadt inö Freie. Wenn trotzdem viele umgekommen sind, so ge schah es, weil sie, in denHäusern sich ver steckt haltend, dort verschüttet oder in den Straßen durch die schwefeligen Dampfe und die Asche erstickt wurden. Bis jetzt sind die Ueberreste von unge sähr 450 Personen aufgefunden worden, und zwar in der Zeit vom Beginne der Ausgrabungen 1743 bis zumJahre 1826 die- Zahl von 160, 1827 bis 1845 die von 63. 1846 bis 1860 die von 60, 1861 bis 1872 die von 87 und 1873 bis 1881 noch etwa 100. Da das bis jetzt aus gegrabene Gebiet venig mehr als zwei Fünftel der Grundfläche der Stadt be trägt, so kann man annehmen, daß in nerhald der Mauern Pompejis an 1100 Menschen ihren Tod'gesunden haben eine Zahl, die eher als zu niedrig gelten darf da in den ersten Jahrzehnten der Arbeit die Nachsorschung nicht allzu ge nau war und die Aufzählung in denTa gebnchberichten nicht ganz vollständig sein wird. Ein Anzeichen dasür liegt in dem Umstände, daß nach diesen Berichten in dem Zeitraume von 1748 1860 kaum doppelt so vielSkelettfunde erwähnt sind, wie in denJahren 18711880, während die in dem erster Zeitraume durchforsch te Fläche daS Vierfache von dem des letz tern beträgt.

Wettere Schlüsse auf den vergang der Katastrophe und aus die Todeöart der Umgekommenen können wir nur aus der Lage und Beschaffenheit der aufgefunde nen Ueverreste ziehen. Abgesehen von den wenigen Fällen, in denen einstürzende Gebäudetheile dieTo deSursache waren, kann man den allge meinen Satz ausstellen : Die Pompeja ner sind durch dieAsche und vielleicht durch Äauch und Dämpfe wie Pliniuö erstickt worden. Erst durch Fiorelli ist daS ebenso ein fache wie geniale Mittel gesunden wor den, de Bilder der umgekommenenPomveianer in ungeahnter Naturtreue unS vor Augen zu führen und unverändert zu erhalten. - In dem kleinen Loealmuseum zu Pompen werden tn Glaskasten die vortresflich aelunaenenGipSaestalten von bis jetzt neun Personen ausbewahrt, de ren Körperformen und Bekleidungen fo wie Lage und Haltung, ja, selbst Züge und GestchtSauödruck noch wohl erkenn bar find. Man kann unschwer ans die Seelenzustände der Unglücklichen im Au genblicke des schrecklichen Unterganges schließen,' und man kann diese Gestalten nicht ohne Bewegung ansehen, welche ei nen achtzehn Jahrhunderte zurückliegen den Vorgang mit solcherGreisbarkett uuö wieder vor die Seele stellen. ' ES bedarf kaum der Erwähnung, daß weitaus die meisten menschlichen Körper wie alles übrige Organische, nur geringe und formlose Reste zurückgelassen haben. DieAuSgrabungsberichte reden durchweg nur von Skeletten oder Theilen dersel ben : Schädeln und einzelnen Gebemen. Leichen konnten sich um so weniger in vollkommenem Zustande erhalten, als dieBerschüttungsmaffe wesentlich aus den m t r cv n . ir n a loaern uno groVernVimsiielnazen oeireyr, welche dem nachtrSglichenEindringen von Wasser und Luft sehr wenig hinderlich waren. Nur in den Fällen, in welchen die Körper statt in die BimSsteine in die seine und weiche Aschenmaffe eingebettet wurden und die letztere M. Ruggiero nimmt an : durch einen gleichzeitigen Re gen schnell zur Verdichtung und Con sistenz gelangte, konnte noch nach der all mählichen Decomposition des Körpers in der Verschüttungsmaffe eine Hohlform zurückbleiben, welche dank der vollkom menen Anschmiegungöfähigkeit der Asche die Körpersormen und selbst die Linien derBeklelduna aus daö getreueste bewahrt hat. - Vor Fiorelli. wußte man, wenn man aus derartigeHöhlunaen stieß, nichts mit ihnen anzufangen. Man begnügte NQ, . vie elwa voryanoenen vlelenrene m r . c n und BesitzgegenstSnde, deren dieFliehen den meist bei sich getragen hatten, heraus zuholen, und vernichtete dabei die Form selbst. FiorelliS sinnreiches und von überraschendem Erfolg belohn teSVerfah ren besteht darin, dieZertrömmerung der Hohlform sorgfältig zu vermeiden, durch eine mäßige Qeffnung flüssigen 6ipS in die Höhlung einstießen und in derselben erhärten zu , lagen, . voraus ach Entfer nung der atte Zeuge der Katastrophe ge na in derHalrung seines letzten Lebens Moments als Gipsstgur de achtzehn hundertjährigen Grabe entsttigt. Nach dem Aussehen dieser Figuren z schließen, muß der Erstickungstod im all m C mT m W m m mT aememen. teoocv man vtt auen. em lanei ler und .schmerzloser gewesen sein. Den Eindruck des tiefsten Friedens : macht die Gestalt, eines 50 60jährigen Mannes, 4. p . r . . , Ar rm r oer cyiaseno vom ooe uoerracyr nor den ist. Den groben, aber schar? gezeich neten Zügen und der nur aus Gürtel undSchurz bestehenden Kleidung zufolge tnnn mnn ihn Iflr tinrn ?Ärtitfr nhr I Sklaven balten. der wokl eine Siesta htrlt. al di' Satastrakb' Antrat. Mit T - 1 7 - I " aefrümrnten Knieen. VaS linke Bei der. ' -'---i r " . .- - aufoe looen und die reckte siano unter die Wange. gelegt. ruht er aus der linkenSei. ' u " " 7 - - a - " " te. Seinen festen Schlaf bat weder das Erdbeben nock der Y.Srm der erlSreckten Bevölkeruna aestSrt. Ohne zum Be. wußtsein zu kommen, ist er hinüberge schlummert, und die wohlerhaltene Figur zeigt noch jetzt daS treueBild emeS fried lich Schlummernden. . . Bon den vier Personen, welche rück sin ihrnfrtiTn Rnh. tiife aleicksall angenommen werden, dab sie einen sehr plötzlichen Tod gehabt haben. Es sind : eine nicht mehr jugendliche schwangere Frau von ungewöhniich großer Statur, deren Gesicht halb von einen Tuche ver hüllt vnd durchaus nicht entstellt ist, und drei Männer welche sämmtlich nach dem Ausdruck M. Ruggieros .nicht die Er. schlasfung des Sterbens, sondern die be stimmte Haltung lebender Personen er. kennen lassen-. - Einer der Männer, der den ausgesprochensten NegertypuS zeigt, ist im Begriff gewesen, mittels einer Eisenstange,die man neben ihm, , gesunden hat, sich einen Weg, sei es durch eine Mauer, sei es durch die BimSsteinmasse zu bahnen. Von der Asche oder den Dämpfen überwältigt, ist er dabei rück wärtS niedergefallen und augenblicklich getödtet worden. Die Arme, in denen er das Werkzeug hielt, stod noch erhoben und gekrümmt. Drei Personen liegen auf dem Gesicht I und aben anickeinend einen it nant W wm -www j 9

so plötzlichenTod gehzbt. Von den bei den weiblichen hat die eine, die von schmächtiger Gestalt und wohl her be jährt ist, das Gesicht in die A:me gebor gen, als sie sah. daß sie dem dichten Aschenregen nicyt ehr entrinnen konnte; die andere, die in einer Gruppe mit ei nem Manne gefunden wurde, liegt mit dem Kopfe, über den sie zum Schutz das Gewand gezogen hatte, auf dem linken Arme und hat beide Hände wie im To deskampfe fest geschlossen. Sie hat sich mit demManne zusammen retten wollen. Beide sind nach entgegengesetzten Seiten niedergefallen, er aus die rechte Seite, sie vornüber; oberste sind noch im Abguß eng vereinigt. Nur ein einziger, ein Mann, ist von stürzendemGebälk nieder, geschlagen worden. An dem erhobenen Kopf und den gebogenenArmen undFin gern steht man, dafc er sich vergebens wie der zu erheben gesucht hat. Alle diese Personen außer der letztge nannten sind imFreien und oberhalb der Lapillr in derAschenschicht gesunden worden. Sie gehören also zu denjenigen, welche aus daö Ende deö Lapilll- oder Steinregens gewartet haben, um zu flie hen, aber dadurch einem um so sicherern Verderben anheimsielen. Nach den Be ob'achtungen, die man bei I:r Ausgrabung gemacht hat, scheint '., daß zuerst

nur BimSsteine und Schlacken, darauf erst Asche und vielleicht zugleich seuch:e Niederschlage gefallen sind. Die Höhe der einzelnen Schichten ist an verschiede nen stellen nor veriwieoen. Wie un leiste Lage von Bimssteiven ist durch schnittlich 2 3m, die ganze Verschüt tungSmaffe 7 8m hoch. Die Lapilli wie die Asche sielen nach Vilnius in-bei jem Zustande nieder, doch nicht so heiß, daß sie einen Brand hätten verursachen können. Die Menge der inPompeji ge fundenen verkohlten Gegenstande,- na mentlich von Holzwerk, Früchten, Gebäck und Webstoffen, hat bei Unkundigen ost die Meinung erweckt, daß die Stadt zum Theil ourchBrand undHitze zerstört vor den sei. Durch dieUntersuchung ist dies längst widerlegt worden, und eö besteht kein Zweifel darüber, daß die Carbont sirung . erst nach dem Untergänge der Stadt auf nassem Wege und allmählich erfolgt ist. DieBimssteine und dieAsche konnten ihrer Natur nach und nachdem sie eineLustreise von etwa 10km gemacht hatten, keinen bedeutenden Hitzegrad be wahren. Lava ist erwiesenermaßen nicht nacy Pompes gelangt, und glühende vchlaaen, die sehr wohl imstande ge wesen snn würden, die Stadt in Brand zu stecken und bei spätern Ausbrüchen, z. . 1631, dieOrtschasten m derNahe ver brannt haben, stnd nur in geringerMenge Niedergefallen. Uederdies mußte dleMen ge der mit ihnen fallenden unverbrennli chen BimSsteine der Entwicklung eines Brandes hinderlich sein. Dennoch ist nicht daran zu zweifeln, daS partielle Brände stattgesunden haben. Am deutlichsten nno die Spuren derselben aus den de malten Zimmerwänden zu sehen, deren Okergeld stellenweise in Roth verwandelt ist offenbar insolge der Hitze,' welche -! - 5 V Ct V C rt eine in ucr yia?c mcocigcjaucnc giuocn de Schlacke ausströmte. Dagegen ha ben die bemalten Wände im ganzen be kanntlich ihre Farben in vollkommener Frische bewahrt, die zahlreichenMarmor gerüthe sind nicht calcinirt, Bleiröhren nicht geschmolzen, an den earbonlsirten Gegenständen zeigt sich keine Spur von Asche, und wo Holztheile mit Eisen oder Bronze verbunden waren, erscheinen sie nicht verkohlt lauterBeweise dafür, daß von einer Verbrennung Pompejis nicht die Rede ist. Auch an den Körpern der Umgekommenen ficht man keineSpur der Verbrennung. Dieselben sind durch die Lapilll und die Asche gewatet, ohne sich zu verbrennen, und die Haltung derKör per beweift, daß sie von der Hitze nichts gelitten haben. I er i c m t , zenn es ricyng m, oak ver m einem Zimmer am JsiStempel bei seinem Hüh nerfrühstück umgekommene Mann durch die einstürzende Zimmerdecke erschlag? worden ist, so wäre dies eine entscheiden de Bestätigung der nach Pliniuö' ErzSH lung auch ohnehin wahrscheinlichenThat sache, daß die Katastrophe in Pompi mit Erdstößen beaonne hat. Much maßlich sitrd eS diese Erdstöße gewesen. weiche die Mehrzahl der Einwohner zu lvrem Yen veranlagt haben, a:lS den Häusern und aS derStadt zu fläch' ten. Wäre anfangs nur der Bimsstein regen getreten, so würden m Gegen theil die meisten vorgezogen haben, sich vor demselben in den Häusern zu bergen. l lTfftftfa A m uun o vtcuen manme vl oas K?i2er pe, suchten, wie die zahlreiche Familie im .vaufe des DiomedeS , m den Kellern Zuflucht und kamen, in dem ihnen der I tt, m 'jc;ü c . jr usgang aogricynilren wuroe, ourcy Erstickung oder Hunger um, oder sie fan den, wenn sie sich zu spät zur Flucht, ent schlössen, m Afchenregen ihren Tod. AlöderKaiser v o n Oester I . M. v m. . - a UXQ iN Ge ell QaN deö ÜNigS Von I r . r." ' i m cn vor urzcm m icvcnvuran jagte, geschah eS einmal, so schreibt man cn..v .fci vt v:. an . uap,i, ua5 üu ociuin nitn w von Ü" aiÖ.Pcn. usogr,eu,qa l enr. sernten und tiefer in den Forst aeriethen. Die Jagd hatte die Monarchen ermüdet und sie suchten einen Ruheplatz. Bald hatten sie einen umgehauenen Baumstamm gesunden auf welchem schon ein alter deutscher Bauer saß, der die Ankommenden ihrer einfachen Tracht wegen sür gewöhnliche Jäger hielt und kaum beachtete. Der Kaiser und König setzten sich leicht grüßend neben den Landmann, der denn auch an der leutstllgen Weise der Jäger Gefallen fand und ein Gesprach mttLnen anknüpfte. Die An. sichten der Monarchen über Land, und Forstvirthschast schienen mit seinen etgenen Anschauungen zu Harmoniren, und als M der Bauer nach einer Weile er. hob, frug er die Jäger nach ihren Na. len. Der Kömg von Sachsen, welcher dem Landmanne zunächst gesessen, ent. Segnete : .Ich Un der König von Sach. stn und em Begleiter lst der Kaiser von Oesterreich l" Der Bauer löchelte spöttisch, dann nes er: .Und ich bm der Schah von Versien V Sprach'S, kehrte den beiden Monarchen den Rücken und ging seiner Wege, Examensrage. WaS nahm Napoleon ; Schüler (schweigen). Eramin.gtor : M nahn ein ttaur!ae5 I Ctno 1 . M T w

Die entöhrte Stopfnadel. Hin etirnnunglfcilb.

Der muntere Quartaner Walther Besaß einst einen Federhalter; Derselbe war durchaus von Kork: Ein Onkel bracht' ihn aus NeV Jork. Zur selben Zeit stops't Jemand Anders (TN 1 CT lTt . P i l a ic üimrnpfe Ikivigen uarianoers , )a vrach mit einmal o Malheur ! Der Nadel ab ihr schwaches Oehr. Als dieses der Quartaner hörte. Hascht' er die Nadel, d!e entöhrte. uno ttav sie in des Halters Ritz': Hervor sah nur die scharf, Spitz'. Der Lehrer sitzt auf dem Katheder, uno von oen Schülern schaut ein Jeder M7s. v . . - ciinocr mu vsenuft Hinein in den Cornelius. Da nimmt der all'zeit muntre Walther i einen ilayibewehrten Halter Und sticht damit aus Langerweil Den Vordermann in's Hintertheil. Entsetzt sährt jener in die Höhe, Indeß verbeißt er noch sein Wehe; Der Lehrer schweigt, doch mit Verdrud Blickt er m den Cornelius. Das, wahrlich, ist nicht zu bezahlen !" Denkt Walther, und sticht abermalen. Und größer schon wird das Getös' Und auch der Lehrer wird jetzt bös'. ES ist ein Ort, ein dunkler, schwarzer Und einsamer, man r:ennt ihn Karzer: In diesen bringt den Walther schnell Der gute Gymnasialpedell. TyierschutzvereinSlieder. Maskenschwein, du holdeS, In deinem Leibe grollt eS Ach, beschwert dich dein Verdauen? Soll ich dir ein Süppchen brauen? Maskenschwein, du HoldeS, In deinem Leibe grollt es. Maskenschwein, du schlaue?. Frißt du etwas, so kau' es. Sonst bekommst du von den Bohiu Böse Indigestionen. Maskenschwein, du schlaues, Frißt du etwas, so kau' eö. Maskenschwein, du süßes. Siehst du das Lämmlein, grüß' eS. Sag' ins Ohr dem lieben Lämmchen, Wenn es folgt, bekommt'S ein Bemm chen. Maskenschwein, du süßes. Siehst du daS Lämmlein, grüß' es. Mikado. Militärisches. Beim Regiment sind die Reserven ein . gezogen, bezüglich deren man im Punkte des nächtlichen Urlaubs, bei sonst guter Führung, freigebiger zu sein pflegt, als gegen die jüngere Stammmannschast. Am Morgen liest der Bataillons.Com. mandeur auf dem Rapport, daß zwei Reservisten der 11. Compagnie ohne Urlaub spät in der Nocht in die Kaserne zurückgekehrt sind. Major (zum Hauptmann): Da hvben sich zwei Reserven Ihrer Compagnie die Nacht umhergetrieben und sind erst u 12$ Uhr nach Hause gekommen. Warum geben Sie den Leuten auch keinen Urlaub ? sie haben sich doch bisher gut ge sührt? Hauptmann : Entschuldigen de? Herr Major, ich habe grundsätzlich allen Re serven, di: um Urlaub gebeten, densel ben bewilligt; 7 Minn waren bis 11 Uhr beurlaubt. Davon haben dies beiden den Urlaub nun um 1 Stunden überschritten. Major : Ja, sehen Sie, Her? Haupt mann, denen hätten Sie eben keinen Urlaub geben sollen. tt c t V 44 il l t V 4 V t j U j) ( li V. .Kannst Du mir sagen, welcher unter Euch der Muthwilligste ist V .Wir wechseln ab, Herr Psar?er !" Richtig betont. Pauline : Du gehst schon, Arthur. blos weil es EffenSzeit ist ? Arthur: Freilich, mein Rind;- i5 kann mich an Dir nicht satt sehen ! Auch eine Erfrischung. .Lieber Freund, der Weg zu Dir her auf hat mich bei der Hitze stark echaussirt. sei doch so gut und sorge sür eine kleine Erfrischung r .Recht gern," erwidert der Geizhals und öffnet ds Fenster. Abschreckungs-Theorie. Fremder : .Also über diese Mauer m steigen, ist bei 50 Pfennig Strafe verbo. ten. Warum to omia f" - Flurschütz : .Ja, sonst steigt Keiner nüber.Unmöglich. Arzt : .Sie haben, entaeaen meiner Vorschrift, gestern wieder Bier getrun. ken. Ich merke es amlpulsschlage. Wie viel hadcn Sie getrunken ?" Patient .Ja, wann i' das wüßt', Herr Doktor l Meyer contra Mayer. TJ?ntipr beiizt hir itt m tristen Deroulede in Paris als Pruisten verhauene Herr; Meyer aber schreibt stü . v.. (m:t.i:A. c .lv ,v 'M wuhuj üuii llEn xnm cuiia un vuyticücc er Patrivtenliga. ES scheint demnach, da& die Mayer Deutsche, die Meyer aber Franzosen stnd. Eigentlich mute der Mever. mm hnn der anderen Seite verfim, Dann könnte mit Recht doch gesagt wer. den : .Haust du meinen Mayer. ?a hau' ich deinen Meyer.Arabi'Z Schicksal. Hinrichten sollt' man den .Rebell"? Das rathen wohl nur Thoren. . Er hat za ohnehin schon schnell enug den Kops verloren! . Verunglückt. Tochter deZ Hauses (beim Abend essen) : .Aber Herr Doktor, essen Sie doch! Sie haben a schon wieder den, leeren Teller vor ftch."