Indiana Tribüne, Volume 6, Number 27, Indianapolis, Marion County, 15 October 1882 — Page 5
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Die elekttische Ausstellung in München. Von Julius Tttde.
Im Jahre 1838 machte . Jacobi die nichtige Entdeckung, daß der elektrische Strom im Stande ist, Metalle aus ih ren Lösungen abzuscheiden, und benutzte diese Eigenschaft desselben zur. Nachbil dung plastischer Gegenstände in Kupfer auf nassem Wege, indem er die leitend gemachten Formen der letzteren in eine Lösung von Kupfervitriol in Wasser brachte und in den galvanischen Strom kreis einschaltete. Die Erfindung der Galvanoplastik erregte ungeheures Auf sehen, da man in ihr ein Hilfsmittel für die Metallindustrie erkannte, das außer ordentliche Erleichterungen in der Her stellung der sublisten Kunstgegenstände versprach, denn das galvanisch niederge schlagene Kupfer gab die Details der Form mit einer Feinheit und Treue wie der, elche der Guß des geschmolzenen Metalles nicht erreichte. Von jener Zeit an erfreute sich die Galvanoplastik einer besonderen Pflege sowohl von Seite der Chemiker, als der Techniker, und ohne sie würden wir jetzt nicht in den Besitz der zahllosen Kunstge genstände gelangen können, welche eine blühende Industrie auf galvanoplsti schem Wege erzeugt. Auf der Ausstel lung sind galvanoplaftische Büsten und Reliefs aus älterer Zeit (1842) nur von Ferdinand v. Miller senior, dem Jnspek tor der königlichen Erzgießerei in Mün chen, ausgestellt worden, während die neuzeitliche Entwicklung der Galvano Plastik in eeicherer Auswahl vertreten ist. Wir nennen zuerst Otto Auflegers gal vanoplastisches Atelier in München, aus dem köstliche Nachbildungen von Kunst gegenständen hervorgegangen sind, wel ehe das an seltenen Schätzen reiche Na tionalmuseum im Original aufbewahrt. Die Becher. Kannen, Pokale, Schalen, an. denen die Kunst der alten Meister sich offenbart, werden durch die chemische Thätigkeit des elektrischen Stromes mit absoluter Treue vervielfältigt und dem Kunstfreunde zugänglich gemacht. Die Galvanoplastik gleicht in dieser Bezie hung der Photographie und den neueren Methoden des Druckes, velche die genaue Nachbildung von Handschr-'ften,' Bild werken und Erzeugnissen der Typographie ermöglichen, die nur . in wenigen Exemplaren oder oft nur Unica vorhan den sind. Je mehr aber wahre Kunst werke zum Gemeingute des Volkes wer den, um so mehr wird der Sinn für das Schöne geweckt und gebildet, und wer das Schone empsindei, durchlebt ein reicheres Leben, als Derjenige, dem Auge und Herz für die Gaben der Kunst ver schlössen sind. Die Elektrizität, welche Metalle zwingt, künstlerische Formen an zunehmen, ist daher als im Dienste der allgemeinen Bildung stehend auszusas sen. ie grundlegende Ausgabe oer ttunjt industrie ist Veredelung de! Materi als, dessen die sie sich bedient, und zwar zunächst durch die schöne Form, welche sie ihm verleiht,und weiter durch die Zuhül fenahme edleren Materials, das sie je nach Bedarf und Zweck angemessen ver wendet. Schon in den äliesten Zeiten verstand man minderwerthize Metalle mit den Edelmetallen Gold und Silber zu überziehen, die Galvanoplastik jedoch erleichtert die Vergoldung ur.d Versilbe rung in so außerordentlicher Weise, daß selbst die gewöhnlichsten Gebrauchsgegen stände eine Verfeinerung durch Ueberzie hen mit Edelmetall erhalten können, ohne daß ihr Preis unverhältnißmäßig gesteigert wird. Die württembergische Metallwaaren fabrik zu Geislingen füllt nicht nur ein prachtvolles Kabinet mit ihren Erzeug nissen, sondern bringt auch die Versilbe rung derMetallgegenstände zur Anschau ung, welche ihren Ruhm verbreiten. Wir sehen, wie die auS derGießerei und Pres ferei kommenden Teller, Schalen, Löffel, Siebe polirt und vorbereitet werden, um die Versilberung zu empfangen. Die Waaren, welche behufs der Sil berbestimrnung vor und nach der Versil berung genau gewogen werden, erhalten in den Silberbädern,zu deren Bereitung das giftige Cyankalium erforderlich ist, unterEinwirkung des galvanischenStro mes je nach der Zeitdauer beliebig starke Silberauflagen. Der erste zarte Silberanslug' wird zweckmäßig durch den Strom galvanischer Elemente her gestellt, während die Verstärkung des Niederschlage mittelst Dynamomaschi nen geschieht, fo daß die Versilberung durch die in chemische Thätigkeit umge wandelte Arbeit erfolgt,nachdem dieselbe als Zwischenglied dU Form der Bewe gung annahm, die wir Elektrizität nen nen. In der Fabrik zu Geislingen lic fern sechs durch Wasierkrast getriebene Dynamomaschinen die erforderliche Elek trizität; auf der Ausstellung besorgt da gegen eine Lokomobile die Versilberung und treibt gleichzeitig die Drehbänke und Hilfsmaschinen. Die versilberten Gegenstände erschei nen weißgrau, wenn sie auö dem Bade kommen, und bedürfen daher einer nach traglichen Politur durch Messingdraht bürsten. Soll jedoch das zarte Matt erzielt werden, welches seit einigen Iah ren durch die amerikanischen Silberwaa ren bekannt wurde, so werden die betref senden Objekte vor der Versilberung dem anogedlase ausgesetzt. In dem Sand gebläse treibt ein Luststrom seinen Sand gegen die Oberfläche der Metallaegen stände, und jedes Sandkörnchen macht eine winzizeVertiefung, so daß die glatte Fläche in eine ganz eigenthümlichen crr- r . .!s.r:i . v crs?.r r . : cijeuri iouo. ieie Wirkung oes Sandes wurde zuerst von einem Ameri kaner an matten Fensterscheiben beobach tet, die in der Nähe von Sandhügeln starkem Winde ausgesetzt waren. Der Amerlkaner erkannte sofort die praktische Bedeutung dieser Sandeinwirkung auf . i pi i c . y - was iino lon lruirie oic isanodla e Maschine, um Glas zu mattiren und die lästiae Aetzung desselben mit der unan genehmen Flußsäure (Fluorwasserstoff) u umgehen. Wie Anwendung oessand qebläscs auf Metalle ergab sich' dann später von selbst, und da dasselbe mit "ri''i rrz:.tL. ............!.-.. elqilgieii vjjeuc yciuut juyuiiycu stattet, welche die Handarbeit nur müh sam erreicht, ist seine Anwendung eine mannigfache und ausgedehnte.
Die Findigkeit des Amerikaners, der den durch Sand getrübten Fensterschei ben einen industriellen Nutzen abzusehen verstand, ist für die Nation jenseits des Waffers ungemein charakteristisch. Wir sind in Deutschland mit Sand-, Strand und Dünengedichten reichlich versehen: die lyrische Verarbeitung der Natur ist ja recht nett, aber der praktische Blick hat auch etwas für sich und ist im Kamps um's Dasein sogar zweckmäßiger als das Dichten. In dieser Beziehung tön nen wir nicht nur Viel von drüben ler nen, sondern wir sind sogar dazu ge zwungen, um in der Eoncurrenz einiger maßen gleisen Schritt zu halten. Den Edelmetallen Gold und Silber, welche in der Galvanoplastik eine große Rolle spielen Ehristosfler in Paris ver brauchte jon 1842 bis'l881 circa 3380 Centner Silber im Werthe von 35 Mil lionen Franken, um daffelbe galvanisch aus minderwerthiges Metall niederzu schlagen gesellt sich neuzeitlich das Nickelmetall hinzu, welches in dünnen Ueberzügen namentlich Eisen vor dem Rosten schützt und zur Vermittelung von Maschiventheilen, sowie von Gebrauchs gegenständen unentbehrlich geworden ist, weil es weder von der Lust, noch von Feuchtigkeit und schwachen Säuren an gegriffen wird. Die von L. E. Schwere und L. Scharnweber in Karlsruhe aus gestellten vernickelten gußeisernen Vasen, Kannen, Thürdrücker sind von großer Schönheit und wirkten in geeigneterUm gebung außerordentlich decorativ. Ganz reines Nickelmetall lieferten Barre und Selve in Altena, Westfalen. Daffelbe dient zur galvanischen Ver nickelung, während das von derselben Firma ausgestellte, auf electrolytischem Wege gewonneneKupfer zuLeitungsdräh ten'verarbeitet wird. Schon eine geringe Beimischung fremder Metalle bringtWi derstand in dem Körper hervor, und des halb sind auch die Straßenleitungen, durch welche Edison die Elektricität von der Centralstelle den Abonnenten zu führt, aus chemisch reinem, galvanisch niedergeschlagenem Kupfer hergestellt, wie sie bereits Anwendung bei der Versor gung des New Z)orker Viertels zwischen Wallstreet und Southstreet sinden, das in den Häusern und auf den Straßen gegen 28,000 Glühlampen consumirt. Da Siemens und Halske sich direkt an der Ausstellung .nicht bethelligten fehlen auch der elektrische Erzsortirer die ser Firma, sowie ihre Apparate zum Schmelzen von Platina und die Vor kehrungen, deren sich u. A. die norddeut scheRafsinerie in Hamburg zum Abschei den des Goldes, Silbers und des Kup fers bedient. Auch die auf elektrolyti schem Wege gewonnenen Anilinfarben, welche in Paris Aussehen machten, sind nicht vertreten. Dagegen hat das Ge neralcomite des Ilandwirthschaftl. Ver eins in Baiern ein Gewächshaus in dem Glaspalast ausgestellt, in welchem Vege tationsversuche bei elektrischem Lichte ge macht werden, um die von William Sie mens in London angestellten Beobach tungen über das Wachsthum der Pflan zen unter dem Einflüsse des Bogenlichtes auch hier anzustellen. Gleichzeitig mit den Pflanzen, wie z. B. Weinstöcke, Ge treibe und verschiedene Futter und Ziergewächse, werden dem Lichte der Kohlenspitzen Anilin und Malerfarben ausgesetzt, um zu erfahren, welche Ver änderungen dieselben eventuell erleiden. Da nur genaue Vergleiche Ausschluß über den Einfluß des elektrischen Lichtes auf Pflanzen und Farben geben, müssen wir auf die Berichte der Prüfungskom Mission über diesen hochinteressanten Gegenstand warten. Vorläufig macht mir der muffige Geruch in dem Ver suchsgewächöhause keinen günstigen Ein druck, und ciuch ' die Pflanzen scheinen sich, dem äußeren Anblicke nach zu ur theilen, nicht wohl zu befinden. Man hat, wie mir däucht, vergessen, den Pflanzen die nöthige frische Luft zuzu leiten, und deshalb sind sie gezwungen, ein kellerhaftes Dasein zu führen. LlraviSStsangennahme.
(WippchknZ Originalbkricht). Kairo, den 18. September 1882. Das waninSchlag ! DerBritischeLS. we desTageS breitete seineFlügel aus, und n einem bewunderunaswurdlaen Siegesfluge schritt er vom Lessepskanal nach Tel el Kebir, trieb hier den Feind zu Tausenden von Paaren, und eilte dann hieher, um die letzteOeluna in dasFeuer des Aufstandes zu gießen. Das letzte Bollwerk Arabl's lst nun ein Johnbull werk. Arabi'sheer ist hin, er selbst in das Wasser und Brod der Engländer gefal len. Der Telegraph hat Ihnen bereits das Wichtigste in Kürze gemeldet. Erst i.i. ev- : j. o rv c? m , iryi sinoe iaj zen, qnen oie heraus derErelgmsse mit der nöthigenHaarklein heit zu berichten. Es war am 13. Mlt dem erstenSchim mer des Hauspropheten hatte sich der Höchstkommandirende erhoben und der Armee den Befehl gegeben, dem Arabi emen (iood Bey zuzurufen. Die eng llschen Soldaten brannten vor Kampf begierde fast durch. Es war tiefes Schweigen anbefohlen, und lautlos mar fchirten die Colonnen davon : Wolseley setzte gewissermaßen dem Feinde dleFuk spitze deö Degens aus, die Brust. Die egyvtischeArmec schlief noch, sie sollte den Garaus nicht merken, der ihr gemacht wurde. Uar- lel el notre Kebir ! sagte Wolseley leise. Man hatte eine Nadel derKleopatra fallen hören können. So waren die Engländer bis auf 300 Meter an die feindlichen Schanden her angekommen. Nun schössen sie. Die , r n. ti r . . . f i. i tzgyplcr, ion i mqi eyr ge mnoi, waren vlökllch geweckt und antworteten tritt et nem barschen Geioehrfeuer. Der Sturm beaann. Ich mochte ihn als militärisch Windhose bezeichnen, so unwiderstehlich war er.' Dazwischen ertönte die schrille Melodie der Dudelbeutelpfeiser dertzoch länder. Von der anderen Seite stürm ten die Iren. Der Feind suchte das Weite und fand es auch, Telel Kebir war englisch. Nun wälzte sich die Armee nach Kai ro. Der Weg dahin ist 50 egyptische Meilen lang, wir ritten ihn in 30 Stun den a6 und hätten ihn, wenn unsere Pferde die Eisenbahn hätten benutzen können, m noch kürzerer Zelt zurückge legt.- Bald gähnten die englischen Ka
noniere auf die eingeschlossene Stadt und spieen Tod und Verderben auf ihre Mauern. Auch an Breschen ließen sie es nicht fehlen. Da sahen wir plötzlich einweißesHasenpanier von der Citadelle vehen.. Unser Feuer verlosch, und als bald erschien ein Pascha zu Pferde mit drei Roßschweifen, näherte sich dem Ge neral Wolseley und übergab demselben einen Papyrus, auf welchen Arabi mit zitternder Dinte etliche Hieroglyphen gezeichnet hatte, . die in der Uebersetzung lauteten : Da es Ihnen nicht möglich war, mich in der Mitte meiner Soldaten zu tödten, so bleibt Ihnen nichts übrig, als mein Fersengeld anzunehmen.Wol seien antwortete ihm, daß er bereit sei, ihn mit offenen Gefängnißthüren in Wolseleyshöhe zu empfangen, und ließ Queen Victoria schießen. Während sich dies im englischen Lager zutrug, spielten sich in der belagerten Stadt die aufregendsten Scenen ab. Als die Anhänger Arabis hörten, daß ihr Führer von zwei Dolchen, die er im Gürtel trug, den Kürzeren gezogen hatte und kühn seine Gänsehaut zu Markte trug, schwuren sie, ihm bis zum letzten Blutstropfen untreu zu sein. Freunde, welche gestern ihren Mund noch voll genommen hatten, nahmen ihn heute völ lig leer. Die Soldaten wollten einen letzten Versuch machen, die englische Ar mee zur Verfolgung ' zu zwingen, und verlangten stürmisch, mit dem Rücken vor den Feind geführt zu werden. Kei ner wollte den unglücklichen - Arabi auf der Flucht verlassen. Die englische Armee hielt, an den rei nen Thoren von weißgekleideten Favo ritinnen empfangen, ihren Einzug in Kairo. Damit hat der englischegyptische Mars sein Ende erreicht. Morgen schnüre ich mein Kameel und kehre in die Heimath zurv'?
Seit- und Streitfragen, Sin drohendes Schretkniß. Von Marie Landmann. Es wälzt sich heran drohend, unHeimlich ; fern und unbestimmt zuerst, aber immer näher kommend, immer wachsend, immer deutlichere, bestimmtere Formen annehmend ! Ein leiser, kaum ausge sprachen Argwohn zuerst, eine finster dräuende Gefahr nun, wie die Wolke,die als leiser Hauch kaum sichtbar am Ho rizonte ausdämmert, dann dichter und dichter sich zusammen ballt und endlich aus finsterm Schooße Verderben über uns herabjchüttet. Was es ist? Geht binaus. seht die Schausenüer an, xn de nen die Bestandtheile weiblicher Klei dung gelegt sind, und ihr werdet es sehen, das Schreckliche, Grauenerregende, die Krinoline ! Wir lebten still und harmlos!" Nachdem Herr Prosessor Bischer vor einigen Jahren die Donnerkeile sittlicher und ästhetischer Entrüstung aus uns herabgeschleudert hatte, war die Mode ein klein wenig in sich gegangen ein lem wenig nur.aber doch gerade genug. um bescheidene Gemüther zufrieden zu stellen. Die Tricotaillen und die Röcke, die zu eng sein mußten, wenn sie gut passen sollten, sind allmählig m den Hintergrund getreten, die Haarthürme von den Köpfen verschwunden. Wir fingen gerade an, uns emer gewissen Freiheit zu erfreuen, die uns ermöglichte, guten Geschmack, wofern wir ihn hatten. wenigstens zu zeigen und uns ziemlich so eng oder so weit, so bauschig oder so glatt, so einfach oder so auffallend an zuziehen, als wir vernünftigerweise ver langen konnten auch so bunt oder so dunkel, denn eine freudige Mannigfal tlgkelt von Farben begann unser Auge zu ergötzen. Unsere Despotin hatte die Zügel gerade ein wenig gelockert, und wir fingen an, von Freiheit und Men schenwurde im Gebiete der Mode zu träumen. Soll es wirklich nur ein Traum gewesen sem? Da hängen sie, die schrecklichen Käfige aus Reisen und Bändern, und beschwö ren entsetzliche Bilder vor meinem innern Auge herauf. Roch sind sie klein und eng um die Stoff m.asse zu stützen, sa gen vorsichtige Modistinnen. Rur Geduld! Sie werken größer werden. Sie werden sich schlangenartig'aus einander tl'.L ..V c r, . i. Hieven iino immer-meyr oie yorm eines Kegels, einer Glocke, vielleicht auch die eines Vierecks oder eines unförmlichen ovalen Ungethüms annehmen. DieS Alles ist schon dagewesen. ' Immer grö her wird der Umfang werden, in dessen Innerstem der größere Theil unseres theuren Ich tief verborgen steckt, und über den sich die kleme obere Hälfte wm zig erhebt, wie der Knopf auf einer But terglocke. Immer größer wird der lus tige. Zwischenraum zwischen uns selbst und unserer Umhüllung werden und immer größer die Stoffmasse, die über dieser ihre üppigen Falten ausbreitet. Täuschen wir uns nicht darüber ! Ist dir Knnollne erst wirklich da, w wird keine menschliche oder göttliche Macht im Stande sem, ihr unaufhaltsames, lawl nenartigeZ Anschwellen zu hindern. Wie wir alsdann einhergehen werden? Sollte emer unter Ihnen, meine Da men, diese Tracht heute noch gefallen ? Ich weiß es nicht, aber das weiß ich, daß mit der Knnoline selbst alles übrige Zu behör mit mathematischer Nothwendig keit zurückkehren muß: die Schleppe vor allen Dingen und der babylonische Thurmbau aus unseren Köpfen; denn über einem Relfrock kann man kein kur zes Kleid tragen, und gegen den unae heuerlichen Umfang unten muß nach oben hm m der Höhe -ein Gegengewicht ge schaffen werden. Wir werden also unsere Haare wieder m der bekannten, das Ge sicht entstellenden Art nach oben srisiren; wir werden unsere Schleppe durch Dick f " . r w r uiiu juuna zieyen, unsren Acllmeniqen damit den Straßenstaub in die Augen und Zungen zagen, uns selbst und An deren Fußangeln legen, und dasVergnü gen haben, alle 14 Tage neue Schnur um unsere ttleidersaume zu nähen 6 bis 7 Ellen weite Kleidersäume, Nicht zu ver gessen ! Farben und Formensinn wird über der Krinoline wieder zu Grunde gehen und wir werden alles das schön finden, sobald wir einmal den kleinen Finger dazu geboten haben. Das ist ja eben das Äeroerbllche, daß eme Unge statt, die wir fort und fort sehen, uns
allmälig' erträglich, dann schön und end lich nothwendig vorkommt.- Vor Kur zem fanden wir unsere Fntterale noch schön, und haben wir erst ein paar Jahre lang Krinolinen getragen, ' so werden wir, wie ehemals, eine Frauengestalt von gewöhnlichem Umfang absurd fin den und uns ohne den schrecklichen Käfig nicht anständig angezogen fühlen. Dann wird jene holde Aera wieder anbrechen, wo alle Räumlichkeiten vom Theater bis zum Sopha der Wohnstube, ja selbst die Droschken und die Schulbänke zu eng werden. Wir werden uns und unsere Nebenmenschen (im wörtlichsten Sinne) an den Krinolinenreifen drücken, stoßen und zu Falle bringen und bei jedem län geren Sitzen oder Fahren eine Art Tor tur ausstehen. Wir werden die' Män ner schimpfen lassen und uns nicht daran kehren. Wir werden ein langes Stu dium und viele Mühe aufwenden müs sen, um uns angemessen Hinzusejen und doch aus der Noth und Verlegenheit, solange wir sitzen, niemals herauskom men. Alle Grazie, mit der die Natur uns bedacht hat, wird unter unseren Hühnerkörden verschwinden, aber wir werden sie tragen und uns seh? schön darin finden. Erschrecken meine Leserinnen vor die sem Zukunftsbilde ? Fühlen sie etwas in sich von dem Stolze eines vernünfti gen, mit Geschmack und freiem Willen begabten Wesens? Dann an's Werk, ehe es zu spät ist, denn nur schnelleHülse kann uns retten ! Schon ' vor - einigen Jahren drohte, das Schreckniß in der Ferne und wurde wieder zurückgedrängt. Diesmal gilt es einen stärkeren Angriff abzuweisen. Wer dazu entschlossen ist, der werbe in seinem Kreise die Gldchge sinnten und gebe sich mit ihnen daSWort, was auch kommen möge, keine Krinoline anzuziehen. Vielleicht .gelingt es auf diese Weise, das Unheil noch. einmal ab zuwenden. Seit 20 Jahren hat der Geschmack aus allen Gebieten große Fortschritte gemacht, und wir sind stolz darauf. Soll dieselbe Geschmacklosig keit, die vor zwei Jahrzehnten bei uns herrschte, unö wieder in ihre Fesseln schlagen dürfen ?
Wie Herr Zlpser in DreSöen seinen Leipziger Freund überlistete. on ihm selber erzZhu. Meine Frau is doch niö etwa in der Nähe ? Na, da kann ich Ihnen ja ämal die famose Geschichte erzehl'n, awer nich wahr, Sie schwören, weeß Knebbgen, dad Sie se rnch weider er zehrn? N gut, also e Mann, e Wort! Sie wissen, daß de Leipziger und de Dräsner nich bestens uffänander zu chprechen nnd. Wir Wrasner beneiden Leidzig um sein'n großen Handel und de Universität, und de Leibuger wieder sind bickiert uff unsere Kunstschätze und unsere scheenere deitsche Ausschprache. Wenn Mich nu mtt' Leibzlger Fremd, der Ho telje Miller besucht, na härnse, da blatzen deGelster allemal uff Snander,un komme ich ämal nach Leibzig zu mein'mFreinde, da geht dordn der alte Schtreit los da driewer, wo's scheener und gemüthlicher, und der Bärger bsiiffiger wäre : inDrä se oder in Leibzig. Und da war nu' ooch mt Fremd Miller wieder ämal bei mir und schti chelde. Mer tränken aus mein'm Käller änne Flasche Rledeshenner, und da meente Miller : .Das wäre angemachdes Zeig! Nadiehrlich morde ich daruff sähre blsstg und da sagde Miller ganz laut : .I, Ihr Dräsner laßt Eich doch iewerall leimen, da ward's mxvxa Weine ooch nich andersch sem!" Donnerwädder, das ging mer doch an de Ambietzion! .Weeßte, Miller sclt ich, von a Leibzlger Gäseguchenmann wie Du, läßt sieh ä Dräsner schon lange ich anfiehren r Da lachde Miller heb nisch und meente: Das wäre ooch kee' Kunftschtick !" Und dadermit dhat er sich embsählen. Ae daar Monate schbeder, in der Vo' gelwiesenrsoche, als mei' Gardenrestau rant in der scheensten Bliethe schtand, da kam änne scheenen DagS zuletzt noch änne Gesellschaft von sechs Härren, die setzten sich an Sn' Gardentisch und beschtellden vier Ländenbässchtals und zwee Schnitzel mitSchbargelgemiese. Se mochden vielleicht änne Värtelschdun de fidel gegäss'n hawen, da häre ich bletzlich von Welten an Krakehl mit'm Käll ner. Ich loofe fix hm und frage, hef lichst. woriewer sich die Härrschasten zu beschwüren hadden. , Da hält mer Eener sein Däller hin und schbricht:- I mei ner Bortzion ist einWorm, ein sojenann terMählworm! Was ist mich das fier enne jottvolle Wirthschaft hier !" Und richdig, da schwimmt der Worm in der Soose. Ich sage : ; Entschuldigen Sie, das muß S Aerrthum " . Na, hörnse", schnautzde mich der Gast 's war offenbar ä Berliner an, das is 'n jottvoller Irrthum, Mehlmorm schtatt Ländenbässtäk Ich mache meine dies, sten Verbeigungen, näbme den Däller wäg, um änne andere Bortzion zu hol'n, da schreit ä Zweeder : Herrjott, in mei nem Jemicse is ooch ä Worin, bfui Dei bei!" Und da schreit ooch schon der Dridde, der Vierde und Finfte : Jeder hat, weeß Knebbgen, än Mehlworm uff sein'm Däller, un der Sechste, der de seine Bortzion schon verdilgt hadde, schbäktakelt am ärgsten. Härnse, da schwindelten mer doch de Sinne. Mei' ganzer Garden voll Manschen und sechs Bärliner mitMählwärmern in der Soose. Ei herrjeseö ! Na ich kriege be a , be die Schbrache wieder und sage : ' Meine Härren, wie das bassirt is, weeß ich zwar nich, awer ich wär'e gleich ämal in der Kiche S Wädder muchcn !" Ach was ! bringen Sie uns man anderes Essen,Sie Mählwormzichter !" schrie mer noch Ee. ner nach, und wie ä angeschossener Die ger schtärzte ich in die Kiche und der Källner schtärzte sich ooch mit. Da kam ich Sie awer scheene an mit meinen Mählwärmern. . Wie ich se mei ner Frau schtumm under de Nase hielt, da wurde se kreideweiß vor Wuth und setzte sich än Qogenblick schbrachlos uff'n Kichenstuhl. Hernachens aber sand se de Schbrache schleinigft wieder und in zwee Sekunden schleiderde se mer so vielGrob heeden in's Gesicht, daß ich ganz ver wärrt im Kobbe morde und der Källner Oacki. - '
Wie mer nn alle Beede unser ärch terliches Fält weghadden, da blieb uns weider nischt iewrig, als zu rederieren. Ich wollde noch was erwidern, awc im Kichendebardemang kommt blos m- m Frau zu Worde ; " niedergeschmäddert zog ich ab und der Källner. ooch. Draußen sah'n mer unS S Weilchen verdutzt an, wie gewehnlich nach so än' Fall, hernachenS ließ ich sechs neieBSf fchtSks und Schnitzel aus der Kiche hol' und bezahlde se brivatim ! Die sechs
Bärliner awer aßen ihren zweeten Gang mit S'wunderbaren Abbediet, und als se HernachenS beim Bezahlen die , zweede Bortzion geschänkt kriegden, da wordense noch ganz gemüthlich und machten schräckliche Witze. Beim Abschiede Sr gerten se mich wer wieder sähre, denn der Eene schrie ganz laut : Hadje, Herr Jayhos zum Mählworm !" Nadlerllch ' war ,ch fahr wiethend nn mei' Kichendebardemang, awer das half mer nischt, dänn meine Frau zog mer ä Geficht, alS ob ich die Mählwärmer mit gekocht HSdde.' Zwee Dage fchbeter fitze ich meh ae miethlich beim Friehschticke, da kommt meine Frau mit Sn Drmmphaeschrel zur Dhiere 'in. In Händen hat se en' Brief an mich, den se nadierlich geöffnet hadde das Recht hädde die Frau, sagt se und nu geht'S los. Was?! meine Kiche willste verdächdigen ? Na, warde, hier ha'm mer Dich ämal erwischt ! Du' saubere Fremd Miller in Leibzig deckt nu Eire Schandthat uff, hier lies ämal. alte? Dummnan ! Und ich läse : Jgtt wer Freind ! Die sechs Bärliner, meine Fremde von hier, lassen Dich scheenstens grießen und Dir zu Deiner Beruhigung mittheilen, daß se de Mählwärmer säl wer mitgebracht und in die Soose gelegt hädden, um aus die billige Weise zu än ner zweiten Bortzion zu kommen, wofier sie Dir ooch noch ihren tiesgefiehltesten Dank sagen lassen. Wenn Du Dich wieder äma! von bfissigen Leibzigern an fiehren lassen willst, da sag's nur ! Dei' alter Freind Miller." Härnse, von dem Dage didelierte mich meine Frau blos noch alterMählworm" und mir blieb nischt iebrig, als Rache, fürchterliche Rache zu brieten. Und nachdem. ich drei Wochen, Dag und Nacht, driewer nachgedacht hadde, wie ich dem fchlächten Kärl, meinem Freind MLee, seine Schandthat mit den Mählwärmern heemzahlen könnte,da.hadd' ichs bletzlich. Eenes scheenen Morgens war ich uff der Reese nach Leibzig, nadierlich tzanz inkongnito ! Nach meinem Kriegsblane that ich mer in Leibzig zu allererscht Sn' Dienstmann suchen, und ich sand ooch zum Glicke gleich Sn' rächt indelligenten. Härnse sagt' ich zu ihm, nu bassense uff, ich hawe än' sehr wichdigen Ufftrag, ver schtehnse ?" Jawohl sagt derDienst. mann. Wissen Sie Miller'sch Hotäll zum weißen Schimmel V Jawohl." Na also, da gehnse hin, verschtan den V Jawohl, härnse !" Nu gut, und da beschteü'nse nu bei mein' Freind ä beimHotäheMiller, ä Dinner fier 20 Bärsonen a 3 Mark, verschteh'nse ?" Ja, fier 2 Mark Und um Zweee mißde das Mnner färdig sein, ham'se mich richdig verschtanden V Jawohl, ganz schee ne!" sagte der Dienstmann, nahm seine suszig Bsänge und trabte ab. Wie ich mer nu in's Feistgen lachte, na härnse, das könnense sich denken. Daß ich an dämsälwigen Dage mich bei Miller nicht sehen ließ, na, so gescheid war ich nadierlich. Am Dage druff awer trat ich ganz harmlos und als wänn gar nischt bas siert wäre, bei Millern ein. Miller schtutzde.NU wie geht'S denn?" fragt' ich, Du alter Schwede haft mer mit den Mählwärmern ä scheenen Schtreich geschbielt!" Da fährt mei' Miller zu mein'm greeßten Gaudium miethend usf und' schbricht : Das iö weider gar nischt, da bin ich gestern noch viel ärger ange schmiert worden. Schickt da Vormid dags so ä' Hallunke an' Dienstmann zu mir und beschtellt ä Dinnee fier 20 Bär sonen a 3 Mark. Ich lasse braden und kochen wie närr'sch und die Bande läßt mich im Schtich !" Ich hädde Sie vor Vergniegen blatzen können, sagde awer blos rächt mitleidig: Z, so 'was! Nee so önne Bosheet!- Da schbrang Miller uff und ging än'.Oogenblick 'nauS. Als er wieder. 'rein kam, sagt' er : Ich .lasse blos den Dienstmann ämal. holen; der soll Dir den Kärl sälwer beschreiwen, sonst, gloM Du's nich!" . Ich denke doch, mich soll der Schlag riehren. Mil ler awer schimdfde weiter:. Na Gnade Gott dem Hallunken,' wenn ich'n etwa ämal erwische ! Aerscht kriegt er Briegel, hernachenS , muß er bezahlen, und zum Schlüsse wird er ooch noch als Zächbräl? Ie arredhiert. : . Ei herrjess ! härnse, da schtreibten sich doch meine baär Haare rnd der Angst schweeß trat mer uff die Schtärne. Miller",, sagt' ich in meiner Angst, ich kann nicht länger warten, ich muß mit'm Züge fort Miller aber lachde ganz höhnisch und meente: Dei' Zug geht ja ärscht in drei Schtunden", und in dämsälwen Momang.trat ooch schon der färchderliche Dienstmann zur Dhiere 'rein.. Härnse, das Wiedersäh'n! Nee, so 'was is gar nich' zu beschreiwen. Ae Weilchen worde mer ganz schwarz vor'n Oogen, und ich saß hinderm Disch wie ä umgeknicktes Meibliemel, bis mich das schräckliche Hohngelächter von Millern wieder zu mir brachde. - Na ich abbelierdc schließlich an unsere alde Freindschast, und Miller, der noch färchderlich wiehdend war, ließ sich änd lich erweechen, schtille zu sein, wenn ich ä baar Flaschen Säkt zum Besten gä'm dhäte. . .. Mähr konnt' ich nich verlangen. Mer tranken Champagner, lachden schließlich alle Beede iewer die famose Geschichde und ließen sich bei der dritten Flasche, weeß Knebbgen, gcgenseidig Drüsen und Leibzig hochlä'm. Als ich fähre schbete Nachmittags die Zäche bezahlte, härnse, da kostete mich der Schbaß meine Frau härt's doch nich ! ? 30 Mark. Aber däsderwegen reeste ich doch in önner sehr gehowenen Schdimmung heem, denn bei Lichde besäh'n wor mer mei' Blan doch geglickt, und mei'. Freind Miller hadde sich von mir doch anfiehren lassend Und daß ersö sähre miethend
dariewer geväsen'war' däS freite mich nu in der innerschten Seele. Siehste, Fran sagde ich andern Dags zu meiner Ehehälsde, die Mähl wärmer sind gerächt Und nu' erzehlt' ich ihr die Geschichde, nadierlich blos den ärschten Theel. Awer den zweeden und dritten hädde se beinahe ooch ersah ren. ' Drei Dage nach der Leibziger Affäre schickte mer mei' Freind Miller ün' re commandierten Brief, den der Briefträ ger zum dausendften Glicke mir bärsön lich iewergab. Schtickchenweise hab' ich'n verbrannt, meine Härrer., awer was drinne' schtand, das kann ich Ihnen Wort für Wort middheilen. Mei' thei rer Freind schrieb mer : Liewer Freind Zibser l Gib mer doch ämal fchleinigst Nachricht, ob Du warklich sc dumm bist, zu glooben,daß ich dümmer wäre wieDu und fiele uff so änne blumbe Dinneebeschtellung ooch nur mit Sn' halven Bfund Fleesch 'rein. Nee, mei' Zibser chen, da mußde doch noch viel frieher uffschtehn, wänn Du Sn' Leibziger an sichren willst. Abrobo, Dir is der Schambanger doch nich' schlächt.bekom men? 'S war meine billigste Sorte, und ich bin sähre froh, daß ich'n so breiswär big los geworden bin. Laß' bald wie der so ün' gelungenen Witz von Schda bel!" , Ei herrjeses 1 Wenn das meine Frau gelesen hädde ! Mir wärds ganz brieh siedig heeß, wenn ich .mich blos in die Meglichkeet versetzen thue. Ach, und ich färchde, der schräckliche Mänsch kommt nächstens ämal her' und erzählt meiner Frau die ganze Geschichte in aller Ge miethlichkeet, härnse, mir schwant so was ! ' Plaudereien des alten Schlendrian.
Kinder, ich nehme schon wieder das Wort. Das ist bei mir nicht, wie bei Tisch, oder im Parlament, wo Einer ruft: Der alte Schlendrian hat das Wort!" Ich nehme das Wort, wo ich es finde. Wir alten Leute plaudern gern. Und daß ich alt bin, Kinder, das wißt Ihr. Und wie alt bin ich ! Wenn Methusalem heute noch lebte, so würde ich zu ihm sagen : Schweig, du Kiekin diebibel, wenn ältere Leute reden ! Aber '1 alt ich immer bin, ich leide nicht an Alterschwäche. Ich l'in die ewige Jugend. Manchmal ist mir, als würde ich alle Menschen überleben. Wie traurig ist das : Ja, wenn ich stürbe : Wie viel Unglück segnete mit mir das Zeitliche, wie viel Thränen und Jammer gingen mit mir aus der Welt ! Seht, Kinder, als das Ningtheater niederbrannte, was habe ich Euch da ge sagt? Ich sagte, im ersten Schreckwürde man mich von den Bühnen verbannen. Nicht ? Und sind seitdem keine Theater abgebrannt? Natürlich, denn meineVer bannung dauerte nicht lange. Da habt Jhr's. Man legte Treppen an. Schließlich wird das Theater aus einer einzigen großen Treppe bestehen, wie Helgoland. Das Publikum sijjt auf dem Geländer, und auf deu Stufen wird gespielt. Was wird's helfen ? Aehnlich war's mit den Ausstellungsgebäuden. Und noch ähn licher mit den Eisenbahnen. Nach einem großen Eisenbahnunglück, ich weiß nicht nach welchem, wurden die faulenSchwel len zum Scheiterhaufen zusammengetra aen, denn ich sollte verbrannt werden. Ich ! Den alten Schlendrian verbren nen! Ich munte lachen. Man wußte nicht, daß ich und der bekannte Phönix em und derselbe Vogel sind. Früher war ich der alte Privatschlen drian, jetzt bin ich der verstaatlichte, das ist der ganze Unterschied. Als em Eisenbahnunglück, ich weiß llliyl mryr wunn, yerelngeorJqen war, da warf man mich von den Lokomotiven hinunter und aus den Wärterhäuschen hinaus. Da vertrieb man mich von der jci . c : c jt . . Seite des armen, ermüdeten Weichen ftellerö. Da vermuthete man mich in denSchwellen und ersetzte sie durch neue. Da memte man, ich steckte m denBrem fen, in der Fahrgeschwindigkeit, im star ken Gesälle, im Signal. Das war ein Revidiren und Repariren und Neulacki ren ! Man hatte eine Lehre empfangen. Und wohin schrieb man sie ? Nun,dttLocomotwe bat emenSchorn stein, wie das Theater. Kurze Zett gmg's. Der alte Schiendrian war ' auf andere Fahrgelegenheit angewiesen. Ich bekam kein Billet. Man schalt mich vom Schalter fort. Man. pfiff von der Locomotive auf mich. An den Weichen war man hart gegen mich. Nun, ich griff zum Wanderftab. Ich habe ja gesunde Beine wie das Un gluck, von dem Schiller sagt, es schreite schnell. Aber eines Tages ! Ich sage nicht : eines schönen Tages, denn das war ein häßlicher Tag, da ich wieder Paffagier der Eisenbahn wurde. Blinder Passagier war ich wahrlich nicht. Aber alle anderen Paffagiere, Kinder,, waren blind. Sie sahen mich nicht, mich, den alten Schlendrian nicht. Die Armen, Unglücklichen ! Sie konnten sich nicht denken, daß man mir wieder Thür und Thor geöffnet hatte, und wer ihnen ge sagt hätte, dort, in der Ecke sitzt der alte Schlendrian, dort, in dem Wärterhäus chen ist dem alten Schlendrian ein Eck chen eingeräumt worden, dem, der dies gesagt hätte, würde man nicht geglaubt haben, als sei er ein Osficiosus. Und doch war es Wahrheit. Da saß der alte Schlendrian Als Paffagier der Eisenbahn, Und wenn der Zug nun nicht entgleiste. Und Mancher ganz behaglich reiste. So pries man des Geschickes Huld Der aute alte Schlendrian, Der hatte wahrlich keine Schuld. , Ja, Kinder, Ihr wißt gar nicht, wie viel ' Eisenbahnglück paffirt. Täglich Passiren Eisenbahnglücke. Aber man telegraphirt nicht: .Der Zug ist eben nicht entgleist . Glücklich angekommen. Kein Waggon zertrümmert. Alle Passagiere am Leben.- Die . Welt meint also, ich sei nicht mehr da, beim letzten Unglück sei ich getödtet. Welch ein Irrthum ! Der alte Schlendrian, und todt ! Und da geht eines Tages ein Schrei des Entsetzens durch das Land. Im letzten Haus des letzten Dorses hallt e: wieder. Das Blatt mit der Hiobsde pesche liegt zerknittert in der aeballten Faust der Wüthenden. In unzähligen Familien herrschen Jammer und Elend.
Auö Flüchen und Seufzern hört man die Worte: Der alte Schlendrian.' Ja, wenn man einen todtsagt .' Der lebt immer länger, als man dachte. Man wird eine Untersuchung einlel ten. Es wird eine Gerichtsverhandlung geben. Irgend etwas oder irgend wer wird bestraft werden. Aber den eigentlick Sckuldiaen wird man nicht treffen.
Nun. Gott bebüte Euch, Kinder, und vergeßt den alten Schlendrian nicht .' (Wespen.) Chemisches. Wie wichtig büff h,n yl4 in nr!jndlicke Kenntnitt der Chemie ist! Ich weroe oa ncun zu einem dritthalbjährigen Knaben gj; rufen, der eine Goldmünze (20-Mark.' ft,'in rfAIitffr batte. Guter Rath U a ' p L ' . r.jL theuer, denn durch Instrument ist dis Münze nicht mehr zu erreichen und v; der Klnnkeit des KindeS ein Abgang derselben auf natürlichem Wegr mchij zu erwarten. Glücklicher ienc- yacz? ich mich stets für Chemie interessirt unv rasch entschlossen, verschreibe ich ein TofiS Scheldewasser. Der rsolg wüt eclatant. Naü achtzehn Stunden toaz ich im Besitz von 2,000 Pfennigstücken Das Scheidewaffer hatte sich mit den Goldmünze zu Scheidemünze derbur den, während das gebildete Goldwa ser natürlich noch leichter als die Pfe nigstücke aus dem Körper auSgeschtedeÄ wurde. ' Höchst e Z e r-st r e u t h e i t. Gast (zu einem Bekannten) : Seher? Sie, die Kellnerin hier ist so zerstreut. daß Einer, der Scbweinsknöckerln w'üL immer Kalbshaxen anschaffen muß." Gegenseitig. A : (im Wirthshaus zu semem Tisch Nachbar) : Ich möchte gerne rauchen, wie sind denn hier die Cigarren?" B: Wenn man dazu Bier trmkt. dann gehen sie an !" A: .Und das Bier?" B : Nun, man muß dazu rauchen -dann macht es sich schon!" '. DarbyS MOsM Kid. Ein HauSwirthfchast8Sesensiad itr BU((miiH(H nKX'UIIHQdKUUQj Citaen CAarlAA nd tqphSlegiebnv vqii)TC, c?ci chelfiuh, Salsge iaja?urc, voacn, Wlattn n U auUtdtnltnStxfint deitk. LZer HtmlI letient, sollte 5 icklich gebrauch. fite piebet ist damit ftslxUt worden, achv VA sazwarze vexoxtepn ,,gxsx , Fitbernoe vno rranre Person erquickt und Wundliegen vk.-bütet durch Baren mit tZau byS Flmd. Unreine Lft unbd, luh gemacht v. gereinigt. Eezen schlimme Hals tvtt sickkN HeUmntkl. nftekksftsff jn stört. Vea erfrorene Aütze. Jroftbenlen, Hä, orrhoikxn. aufge rikbcne Haut . KhematimuA ge dkUt. Weicher, weltzerelnt durch dendrauch des luid" erlangt. SchiffSNeb verhütet. Zum Steinigen des Athems nd SS . der versöhne ijl 8 uvSbertrksslich. Katarrh gelwtert und gehkilt. Lose gkheUt. Brandwunden auf der Stelle gelindert. Narbe verhMet. öinhr kurirt. Wunden rasch gebeÄ. Ich habe da5 .Fluid ahrend unserer jetztaen Echarlaiksieber Heimw tf 11113 nltt entschiedenem Kutzen anaewendet. LZ ist für da? Krankenzimmer unerläßlich. Wm. F. Eantferd. Esrie, Lila. SksrKut kurirt. &u Mittel ?kze ible ri'cye orer P standen z.ne, Etiche X. Pocken V Vckem Narben verHüter. - MitzUed mein amilie bekam die Pockn. ch wendete da ,FloU an z der Patient verfiel nickt in Fieberhitze, be Kielt kein Pockennarben, konnte nach eti?a drei Wocheu wieder vmher achen, rnd die Lnkere im Hause dliebkn r. schont. I. LZ. Parkia son, Mladelrbia. Tit Llerite bitt ae krauche Dardyt Fluid mit grchem Lrfelze bei Tiphthrie. .StollenVerk, Ereensbcro, IlW Flechte auögetrrcknet. ö holer rerhtitet. eschwüre gereinizt' nnd geheilt. LnTodessällen feCU der Leichnam damit de handelt erden; I r?d teden iderlich cruch verhüte. -Der anAqeltichnet Ur,t Tr. I. Narto Sims, Nv Fort, saat , Jch tia überzeugt, daß Prof. DardvS Prcxbv lzctie Llud ein wertb voll,! DkSluftciruvzt mUtelist. Ccharlachsiebrr gehellt. erbttt UniverKtät. Nasbvlllk. TtttN. Ich bescheinige die böcbst rortrefflche Sigenchafte . Ps. Drby rxb,lante Fluid. insicirunzS und Re:nizungsmiltel ist kS fewrhl theoretisch ie traktisch vorzüglicher .lZ andere htm Unntt Mittel. N. T. Lnpto. der Lhemte. rhk rn- faltn nviodle tosn 1 Leu. Wkxzudk? ö. EtkLbcuS, Eecrgia: m Kk. ChaS. F. Deem. tzremtlinaS.Sirche, N. 71. 1 cf. ke Lonte, CcUrnbia, UniversQKtSxrvf., J . . . cm M.U s. a. t 1 Rev. . y. ne, v'rn. luifrvnmwrrniuij - . ' Re. Seo. F. Viene. Visckk, M. Vi.ii4.. ' T?kMA hwendig ideHhlt. Lvllkomm uvschätld. Zn innerlichem oder fcifett lichea Othanch sürMusche und Lieh. Da .Flnid" tst gründlich erxbt vrea nnd haben Btweise vollauf, daß alle taS Irxtitt c hier ton ihm bkheurtkt clrt. rellßttzma ZlnSkunfi lasse man 54 bei seinem pochekn eln Ezemxl der Broschüre geben oder wer.d pch dekhalch nNeStzenthSme?, I. H. Zeill . ' , LakrieirenieSH, . P!.iladlxh,a. LTKKLALH.LAAH M irnö Zuverlässig.' Db. Saxfokd's Ixveh LntigouatoeS 5ist das HLuriiaLömuiel kei Kraukhcuen der.,!. BLeier, dts NageuS u. der Ewgeeide ii enthält nur Vflsnzmsteffe. vj I U? ?ES schwächt m22tt.-ES I fl I 2T1 5 .1 . 1. 1 W ..v . C'i ftü,U$UiiV UUW M zjrtgnÄ. ßr Versucht li 1 S's " r 1 V v 101 ) iv s ' , A 5 v ? ii VJ m r. v . V v- .vvr vO v - .(" . cvv rr.v- . AVCAVVta 5 I! ip$f x C 1 H(s v ä 5V . ) V" fr . v" si" 2 sVv' . T"' M Ä SA ' TW . V 1 tfsvs - t m9V wtV'" . SSrenb ncir als fürfKÄvl Afrtirigis Srtn cit in$ersc'! ILVfeitccm Erfolge aebrsLchi cw., Gin u&. 100 Selten, ird aratis rerscndt., S.T.W.SANFORD,M.D.,?S.0K!'Ä,j. S Jeder netikkek ird dessen guten Rllf beüisen. V HAHH
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