Indiana Tribüne, Volume 6, Number 27, Indianapolis, Marion County, 15 October 1882 — Page 4

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VM Gegen 3flir?rtilmasttrtblftt ZlNrrgrtMttttlgnkllkN 0 et -Leber. Ki (C Leber, Ceöer; Lcber. Leber. zafl Du Zozisschmerzen ? ! Leidest Du an Anuerdaulichkeit? Hast Du UNreitte6 33sllt ? Gebrauch e Dr. Slugust König's Hamburger Tropstn. Ein bewahrtes Heilmittel. M 0 pfsch merzen von sicherer Wirkung. c y 1 11 M Verdaulichkeit unübertroffen. Gegen Mag enleiden von Tausenden empfohlen. Gegen BlntkrankyeNen von Aerzten verordnet. V A( . . . ftsrtfsf frmfitrnr rnhfftt fn stet 50 CtS. oder fünf Flaschen zwei II' "W" 1 . 1 Dollars, sind in allen deutschen AvotheZtn zu haben, oder werden der Venellun aen XVX betrage von $0.00, nach UMpjatiQ des Geldes, frei nach allen Tyei Un der Vereinigten Äaaten versandt. Man adressire : u. Bogelcr & Co., W I Baltimore, Md. I 1 Ein bekannnteS, vorzügliches gegen Nhk'umatisnms, Ziehen im SestlSl, Olikderritzen, AroflSenre, Sicht, K.tt.sch.tz. ArinzveS, Kuftenkeidin. V w M 1 sl 11 fl 111 11 II (I r 11 V, l II II U tU UllUf II ycmauBjunm f vx . r . Ll l(m sir czuetschnnge, Sruyngen, srlscke ZSsnien und Lnittwurdku, Zahnlchmerzen Lefchn,'ll,ne ZZrüste, ioxswey, lückkulGulerzen, AusgespruLgeoe Kände, SerenÜfcSmttzen, r A uiiutvty) tinb alle Schmerzen, welche ein äußerliche? Mittel benöthigen. Eine fttoi&e St. Jakobs Oel kostet Cts., (fünf Flaschen sü? $2.00, ist in ... ' . c jzvzi auiycic zu yaoen ooer Miro oei Bestellung von nicht veniger als $5.00 frei nach allen theilen der Ver. Staaten r...vi ' 'versandt. ' Man adressire : . Vogeler & Co., Baltimore, Md. Leiaige Niederlage für Amerika.

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Mittel

Goethe'S NaturansiJauung. f nem rortrage Ernst HKckel' aus Ux Natur sorschtloersammlung zu Eistnach.

Nachdem Prosessor Ernst Säckel eine "Schilderung deö LcbenS und Wirken Darwin's gegeben und aus die Lage der Dinge hingewiesen hatte, die der arohe Forscher bei seinem Austreten vsrsano, fuhr er fort : - Unsere Wissenschaft von der lebend! gen Natur, die wir mit einem Worte Biologie nennen, war für die Aufnahme der befruchtenden Ideen Darwin'S voll kommen vorbereitet, und hieraus erklärt sich zum großen Theil ihre außerordentliche Wirkung, während die ähnlichen Theorien seiner Vorgänger verfrüht wa ren und wirkungslos . verhallten. Die hohen Verdienste dieser Vorgänger bat Darwin selbst mit seinem edlen Gerech tigkeitZsinn jederzeit anerkannt. Es ge schieht daher durchaus nicht im Sinne des großen Meisters, wenn gegenwärtig einige übereifrige Jünger derselben (besonders in England) bestrebt sind, ihn als alleinigen Begründer der ganzen Entwicklungslehre zu seiern, als ob diese mit einem Male fertig auS seinem Denkerhaupte entsprungen sei, wie eine ge wappnete Minerva auS der Stirn des Jupiter. Wir glauben im Gegentheil ganz lm Sinne unseres verewigten Mei sterö und Freundes zu handeln, wenn wir hier auch seiner großen Vorgänger 9tauc9 semer großen Vorgänger ehrend gedenken. Der Glanz seines namens rann nur gewmneu, wenn wir wissen, daß er in den wichtigsten Grund sätzen seiner Naturanschauung Eins war Mlt einer auserwShlten Anzahl der größten Geister, welche die Kulturge schichte der Menschheit kennt. Die Kürze der Zeit gestattet uns nicht, die ganze Reihe derselben vergleichend zu betrachten. Wir wollen daher hier nur ans die allgemeine Naturanschauung von Goethe und Lamarck- einen Blick werfen, welche wir unter allen Vorgän aern für die Bedeutendsten kalten. 5tä hatte schon 1866 in meiner Generellen Morphologie" Goethe und Lamarck geradezu neben Darwin als Begründer der Weszenöentyeorle Bezeichnet uno zum Beweise dasür eine große Anzahl beson der merkwürdiger Stellen' auS ihren Schriften zusammengestellt.. UebrlgenS kommt es bei einem Genius, wie Goethe, viel weniger auf die Zahl der Stellen an, m denen er seine Ansicht von der Bildung und Umbildung organischer Naturen" kundgibt, als vielmehr auf den ganzen Geist seiner großartigen, durch und durch einheitlichen Naturanschau ung, und über diese kann netzt wohl für alle diejenigen, die überhaupt kennen und begreifen, kein Zweisel mehr sein. Zum Ueberfluß hat er in dem kostbaren Vermächtniß, das Gott und Welt" betitelt ist. unS eine Sammlung von Be kenntnissen hinterlassen, Die ebenso vol lendet schön in ihrer Form, als bedeutungövoll in ibrem Inhalt sind. Gleich das Vorwort zu diesen Be kenntnissen drückt die monistischen Grundgedanken von Goethe'S allgemtt' ner Naturanschauung, die untrennbare Einheit von Natur und Hott in einer Form aus, die seinen Zweifel 1 .t.. UÖ"B iapi . .WaS war' ein Gott, der nur von außen stieße, Im Kreis das All am Finger laufen ließe, Ihm tfeat'ft die Welt im Innern zu be. wegen. Natur in Sich, Sich in Natur zu hegen, . m f t . & Ö dop was m Jym ieox uno wevr uno Ui, Nie Seine Kraft, nie Seinen Geist ver mißt! Nehmen wir dazu nun die wunder vollen folgenden Dichtungen, die Welt seele. Ein undAlles,Vermächtnlv,Para base, Epirrhema- u. s. w.; nhmen wir dazu sem ausgesprochenes Bekenntniß zur eyre spmoza-s, o rönnen wir u geno emen uezentilchen umerqieo an unserer heutigen durch Darwin neu begründeten monistischen Weltausfassung in der That nicht finden. Daß sich unser gßer Dlchtersurst demnach die Welt nur als emen emhett lichcn Entwicklungsprozeß im Sinne der hellenischen Naturphilosophie dachte, de weisen u. A. auch die Dialoge zwischen Thales und Anaragoras in der klarn schen Walpurgisnacht, besonders aber . " 5- L I jfc W oer viaqoxua, mn weichem er in oer Geologie an derTheorie emer allmaligen und ununtcrvroqenen nlwiamng un sereS Planeten und seiner Gebirge fest hielt. Bon Anfang an war er der ent schiedenste Gegner der Irrlehre von den wiederholten gewaltsamen Revolutionen unseres Erdballs, die im Ansänge unseres Jahrhunderts sich entwickelte und be sonders durch Cuvier zu allgemeiner Geltung gelangte. .DaS Gewaltsame, Sprunghafte in dieser Lehre sagte er, .ist mir in der Seele zuwider, denn eö ist nicht naturgemäß. Die Sache mag sein, wie sie will, so muß geschrieben stehen, daß ich diese Polterkammer der neuen Weltschöpsung verfluche ! Und eS wird gewiß ein geistreicher Mann aufstehen, der sich diesem allgemeinen verrückten ConsenS zu widersetzen den Muth hat !" Wie wenige Jahre verflossen, bis diese Zuversicht sich erfüllte. Denn schon 1830 erschien Darwin's ebenbürtiger Landsmann, der große Geologe Ch. yeu, uno gao uns leine onnnuillllsXttoxU. du heute allgemein angenomc,... Mn rtHmSfU t,S Lyell, und gab unS seine Continultats UlCitl Vvit wvk uuuiuiiii uiiv utiunterbrochenen Entwicklung de? Erde aus natürlichen Ursachen. Offenbart sich schon auf geologischem Gebiete Goethe als AnHanger einer mo nistischen Entwicklungsidee, so gilt das noch in weit höherem Maße auf dem biologischen Gebiete. Hier hat ci na ..' c . rrn -.i.t ti.r. rncj. menulll) in oer 'ioljiyvtvg!r icc onuz in das innere Werden und Entstehen der organischen Formen gethan. Unter den vielen Beiträgen, die Goethe zur Mor phologie geliefert hat, ist der werthvollste die 1790 erschienene .Metamorphose der Pflanzen. In diesem reisen Produkt I r; .!.!lt.:. t.ln:U.n CliiSian seiner virzuligc vti leitet er bekanntlich den ganzen formen rejchthum der Pflanzenwelt von einer I it-rr . c V. tzzi rr v: einzigen Ulf liunjc UV uuu iuüi uuc uic verschiedenen Organe derselben durch T ri. it t. : f v v oy c :r . manmgsaazr urnuuuang uuu auüu duna eines einzigen Grundorgans ent stehen, des Blattes. Damit geschah thatsächlich der erste Äersuq, die unend

licheVielheit der einzelnen vegetabilischen' Formen auf eine gemeinsame urfprüng liche Einheit genetisch zurückzuführen. Diese? aeheime Gesetz, dieses heilige Räthsel ist die gemeinsame Abstammung aller Pflanzen von jener Urpflanze, während ihre speziellen Unterschiede durch die verschiedenen Umstände ihrer Eriflenzbedingünaen. bewirkt werden. Wie sich auß zahlreichen Stellen seiner morphologischen istudien über Bildung und Umbildung der organischen Naturklar ergiedt, war jenes .Urbild" oder der .Typus" die innere ursprüngliche Gemeinschaft, welche allen organischen Formen zu Grunde liegt und die ursprüngliche BildnngSrichtung durch Vererbung fortpflanzt". Hingegen ist die unaufhaltsame fortschreitende Umbildung-, velche auS den nothwendigen Erzieh ungsverhältnisien zur Außenwelt entspringt, nichts anderes als die Anpassung an die äußeren Existenzbedingungen. Diese letztere ist die centrisugale BildungSkraft derZ.Metamorphose", jene erstere hingegen die centripetale BildungSkraft der Specisication". Die klare Erkenntniß dieser beiden entgegen wirkenden und im Gegengewicht biftndlichen Bildungötriebe schützt der Dichter hoch, daß er sie begeistert als den höch

sten Gedanken" preist, zu dem die schaffende Natur sich ausschwang. Auf dem Gebiete der thierischen Morphologie war eS die vergleichende Osteologie, die Skeletlehre der Wirbelthiere, auf dem Goethe sich bewegte. Indem er hier die Einheit der Wirbelbildung in den verschiedenen Abtheilungen der Wirbelthiere nachwies, und indem er ferner in seiner berühmten Schädeltheorie die Zusammensetzung des Schädels aus einer Reihe von umgebildeten Wirbeln demonstrirte, gelangte er schon 1796 zu folgendem Ausspruche : Dies also hätten wir gewonnen, ungescheut behaupten zu dürfen, daß alle vollkommenen organischen Naturen, worunter wir Fische, Amphibien, Vögel, Säugethiere, und an der Spitze der letzteren den Menschen, sehen, alle nach ei nem Urbilde geformt seien, das nur in seinen sehr beständigen Theklen mehr oder weniger hin und her weicht, und sich noch täglich durch Fortpflanzung ausund umbildet." Einige unserer Gegner haben eingewendet, daß d'iese und ähnliche Stellen von Goethe keine .wisienschaftlichen Wahrheiten-, sondern poetischrhetorische Floskeln und Gleichnisse enthaltenden Typus sei nur ein ideales Urbild",keine reale Stammform. Uns will scheinen, daß dieser Einwand wenig Verständniß des größten deutschen Genius verräth. Wer die durchaus gegenständliche Denkweise Goethe's kennt, der wird mit uns nicht länger im Zweifel sein, daß es sich bei diesem Typus um eine ganz reale Abstammung der verwandten Organismen von einer gemeinsamen Stammform handelt. Daß der große Menschenkenner dabei auch den Menschen nicht aus der Entwickelungsreihe der übrigen Wirbelthiere ausschloß, zeigt be sonders klar seine Vergleichung des menschlichen Schädel mit demjenigen niederer Säugethiere. Er bezeichnet hier ausdrücklich mehrere Stellen am menschlichen Schädel als Reste des thierischen Schädels die sich, bei solcher gerinaen Organisation im stärkeren Maße beftnden und die sich bei dem Menschen trotz seiner Höhe noch nicht ganz verloren haben." Nicht weniger zeugt auch dasür die berühmte Entdeckung des Zwischenkiefers. Sehr merkwürdig ist ferner in dieser Hinsicht die Zustimmung, welche Goethe zu der bezüglichen Ansicht Kant's in seiner Kritik d:r Urtheilskraft ausspricht, einem Werke, deffen große Hauptgedanken seinem eignen bisherigen Schaffen, Thun und Denken ganz analog waren." Der große Philosoph hatte die Abstammung aller organischen Wesen von einer gemnschastllchen Urmutter (vom Menschen bis zum Polypen herunter) für eine Hypothese erklärt, welche allein in Uebereinstimmung sei mit dem Prinzip des Mechanismus der Natur, ohne daS es überhaupt keine Naturwiffenschast geben kann, er hatte aber diese DeScendenzHypothese zugleich ein gewagtes Aben teuer der Vernunft" genannt. Hierzu bemerkt nun Goethe: .Hatte ich doch. erst unbewußt und aus innerem Triebe, war es mir sogar geglückt, eine naturgemäße Darstellung aufzubauen, so konnte mich nunmehr Nichts weiter verhindern, das Abenteuer der Vernunft, wie es der Alte von Königsberg selbst nennt, muthig zu bestehen." . . Höchst bezeichnend endlich für das ganze außerordentliche Jntereffe, mit dem Goethe diese Umbildungstheorie bis zu seinem Lebensende verfolgte, ist seine bekannte Theilnahme an dem Streite zwischen Geoffroy St. Hilaire und Cu vier. Dieses EreignlN ist für mich von ganz urglaublichem Werth", ruft der 81jährige Greis mit jugendlichem Feuer, und ich juble mit Recht über den end lich erlebten Sieg einer Sache, der ich mein Leben gewidmet habe und die ganz vorzüglich auch die meinige ist." Die lebendige Darstellung dieses bedeutungsvollen Kampfes, die Goethe erst wenige Tage vor seinem Tode, im März 1833, vollendete, ist das letzte schriftliche Vermächtniß, das der größte Dichter und Denker der deutschen Nation hinterlassen hat, und auch von diesem großen Gei steskamps gilt sein letztes Wort : Mehr Licht !" Sehr zu bedauern ist, daß Goethe die höchst bedeutende. 1809 er chienene.Phi losophie Zoologique" von Lamarck ganz unbekannt blieb. Denn gerade in der Entwickelungslehre dieses ganz anders gefügten und streng systematisch verfaß ten Werkes würde er Vieles gefunden haben, was ihm fehlte. Vieles, das ihm die Ergänzung für seine eigenen unvoll ständigen Studien geliefert. ES ist eine wahrhast tragische Thatsache, daß. die .Philosophie Zoologique, eines der größten Erzeugniffe der großenLlteratur Periode im Ansänge unseres Jahrhun dertS von Anbeginn an nur eine geringe Beachtung ' fand und binnen wenigen Jahren ganz vergeffen wurde. Erst Darwin hat nach 50 Jahren den darin vergrabenen Schatz wieder gehoben, und es ist nur die Sühne für ein: große hl storische Ungerechtigkeit, wenn wir heute den großen Franzosen neben den grüße ren Briten und den größten Deutschen

stellen.. Jede der drei großen Kulturnationen von Mitteleuxova hat der Menschheit im Lause eine5 Jahrhunderts einen Geisteshelden ersten Ranges geschenkt, der den Grundgedanken der einheitlichen Weltentwicklung au? natürli chen Ursachen in seiner ganzen Bedeutung erfaßte. .'.

Die elecirische LluAfteUung in Zlüw Se. Srn Jnliub Stlndt. . München, 16. Sept. .Fein unD lieblich" nennt der alte Sänger das friedliche Zusammenleben von Brüdern, fein und lieblich ist auch das Zuinmmenwirken zweier Schwestern, die ihr Wanderheim für etliche Wochen in dem Glaspalast zu München ausge schlagen haben, der beiden Schwestern Wiffenschast und Bedarf, oder wenn wir ihnen schöne antike Namen geben sollten: Theorie und Praxis. Diese beiden ha ben einen sesten und innigen Bund geschloffen, um das geheimnißvolle Kind Electricität heranzuziehen, daß es der Menschheit eine mächtige Dienerin und Gehülfin bei der großenArbeit werde, die wir Kultur nennen. Auch die Kunst ist hinzugetreten, damit die Electricität nicht, nur das Nützliche, ' sondern auch das Schöne zu fördern im Stande sei. Als Galvanl am 6. November 1780 die Entdeckung machte, daß abgehäutete Froschschenkel bei der Berührung mit Metallen in Zuckungen genethen, und dadurch aus die Naturkraft gelenkt wur de, welche nach ihm den Namen Galvaniömus erhielt, hatten weder er, noch seine Zeitgenossen eine .Ahnung von der Tragweite dieser Beobachtung, die Galvam als Mann der Wchenschast weiter verfolgte, wenn auch die Welt und selbst ein Theil seiner College das Tanzen assen der Froschschenkel für eine absurde Beschäftigung hielten, bei der nur Zeit vergeudet würde. Nach wenigen Jahren war man der rätselhaften Krast edoch bereits auf der Spur und die so genannte BerührungS-Electricität im Gegensatz zu der Reibungs - Electricität ? hatte gar bald eine Relhe von Ent deckungen zur Folge, die sich wie Blätter und Knospen an der üppig sprossenden Pflanze entwickelten, welche GaloaniS muS heißt, und als deren ttelm die Beobachtung der verspotteten tanzenden Froschschenkel anzusehen ist. Nunmehr haben sich viele der Knospen zu herrlichen Blüthen geöffnet manche harren noch auf ihre Zeit , und von diesen Sprossen und Erblühen giebt die elektrische Ausstellung ein beredtesZeugniß. . Der elektrische Strom beschäftigte die Gelehrten lange Jahre hindurch, ehe sie wüßten, waö er eigentlich sei. Man olgte seinen Wirkungen, maß und be rechnete seine Stärke, man fand, daß er Eisen magnetisch machen kann und cvnstruirte auf Grund dieser Eigenschaft den Telegraphen, man erfuhr, daß er Mealle aus ihren Lösungen Niederschlägt und wurde auf die Galvanoplastik ger " , 1 . i f. 1. uyrl, T?avy oracyie nrn yllse oes eiecrischen Stromes 1821 zuerst den son nenhellen Voltaischen Bogen zwischen zwei Kohlenspiken zum Vorschein, aber die Praxis konnte, mit Ausnahme des Telegraphen, von dem galvanlchen Strome nur. bedingten Gebrauch machen, desien Herstellungskosten sich meistens zu hoch im Verhältniß zu seinen praktischen Leistungen stellten. Allerdings war die yonnung nie ge schwunden, daß sich billigere Electric! ätsauellen finden lassen wurden, sobald erst die Natur des electrischen Stromes erkannt worden sei, und hierzu bedürfte es wieder streng wissenschaftlicher Arbeit, an der sich die Fachmänner aller Länder betyeiligten. Im Jahre 1842 wies der Hellbronner Arzt Julius Robert Mayer nach, daß Arbeit m Wärme verwandelt werden kann, und daß eine gewisse Menge von Arbett stets nur dieselbe Menge von Warme zu erzeugen vermag. Einige Jahre später entdeckte Helmholtz das Gesetz von der Erhaltung der Krast, daß nämlich keine Kraft verloren gehen kann, sondern stets, wenn auch in veränderter Form, erhalten bleibt. Darauf entdeckte Siemens das electro - dynamische Prin cip, welches besagt, daß mechanische Arbeit in Electricität und diese wieder in Arbeit verwandelt werden kann. Die Umwandlung eincr BewegxngS art in die andere hat zu den theoretischen Schlüssen geführt, daß Schall, Wärme, Licht, chemische Thätigkeit, Elektricität und Magnetismus nichts Ande res sind, als verschiedene Bewegungsformen ein und derselben Krast. Eine Form muß daher m die andere ubergesührt werden können, und da die Electricität auch eine dieser Arten der Bewegung ist. so muß sie auch tönen, wärmen, leuchten, chemisch zerlegen und arbeiten können, serner muß eine billige Arbeitsquelle auch einen billigen electri schen Strom erzeugen können, und dieser ist es, den sich die heutige Elektrotechnik zu Nutzen macht, und dem sie ihre großen Erfolge verdankt. Haben wir bis hier der Theorie das Wort gelaffen, so ist es nun unsere Ausgabe, der Praxis ihr Recht einzuräumen. Wir treten in den Glaöpalast, deffen Rückseite vom botanischen Garten um geben ist. Neben den Pflanzen, die lhre Ahnenreihe bis in jene Zeiten zurückführen, in denen die Er.de sich mit dem ersten Grun schmückte, stehen zwemndzwanzig dampsende, rauchende eiserne Ungeheuer, die mit den Gebeinen jene Pflanzenur ahnen, den Steinkohlen' gefuttert wer den. Es find dies die Lokomobilen, welche die Arbeit liesern, die von den Dynamomaschinen m Elektrizität umge wandelt wird: ein physikalisches Expe riment, deffen Größe Jeden mit bewun dernder Genugthuung erfülltder den Galvanmus noch am Volta'schen Be cher studirte und auch auf bessere Quel len der Electritttät hoffte. Leitungsdrahte führen die Electrizität den Bogenlampen zu, in denen dieselbe in Licht verwandelt wird. Das weiße Licht der Bogenlampen (System Brush, ausgestellt von Schuckert tn Nurn berg) beleuchtet den Springbrunnen und die Gartenanlaaen des mittleren Aus stellunn.sraumes, es sallt rechts auf den Eingang zum Theater und links auf di:

alte Waldkapelle, an welche die elektrisch beleuchtete Kunstausstellung stößt. , In der Kapelle brennt eine Wachskerze und neben ihr kniet eine Figur im Kardinal kostüm vordem Altar. Durch die Fen!ler aber drängt der künstliche Sonnenchein des. electrischen. BogenlichteS. Wollte der Künstler symbolisiren, als er daS Licht der Wachskerze einem so ungleichen Kampfe mit dem Lichte aussetzte, daS die Einheit der Naturkräfte verkündet, oder war eS ihm nur' um den Beleuchtungseffekt zu thun ? Einerlei jedoch waS er beabsichtigte, die Wirkung ist eine magische und giebt, da das Denken nicht verwehrt ist, dem Geist Anlaß zu allerlei Excurponen. An die Kunstausstellung schließen sich daS Eisenbahnwesen, wissenschaftliche Apparate, ein eleganter Saal, der Edison'S Spezialitäten aufnehmen wird, und die Telephonzimmer an. Ich hörte gestern mit einem der vorzüglichen Telephone von I. Berliner in Hannover einige Scenen aus Lortzings .Waffenschmied, der Zur königlichen Hoftheater gegeben wurde,, und hatte meine Freude an de: Stimme deö alten Kindermann, die, trotzdem sir durch den dünnen Draht siltrirt ward, dennoch schön klang, und ergötzte mich an dem Frauenchor, deffen Stimmen den im Opernhaus aufgestellten TranSmitter, die Drähte und das Telephon Passiren mußten. Da zwanzig Telephone gleichzeitig benutzt werden können und daS Publikum seiner Kritik unverhohlen Luft macht, so gestaltet sich die TelephonOper zu einem außerordentlichenAmüsement. Der Mann der Wissenschaft con statirt mit Zufriedenheit, daß die Umwandlung des Schalles in Electricität und umgekehrt, auch bei diesem inöGroße getriebenen Experiment die Einheit der Kräfte bestätigt. An dem Gewächshause vorbei, in dem der Einfluß des electrischen Lichtes auf Pflanzen geprüft wird, gelangen wir in daS Theater, daS nach EdifonS System erleuchtet wird. ES bildet dasselbe vor läusig den Glanzpunkt der Ausstellung. Die Ruh'e deö Lichtes und feine milde Farbe wirken ungemein wohlthuend und lassen die Kostüme sowohl wie die Gesichter viel frischer erscheinen, als Gaslicht. Dazu, kommt seine Gesahrlofigkeit und die kaum nennenSwerthe Er-

wärmung der Umgebung. Die auf der Bühne arrangirten Gruppirungen, obgleich jeder Allegorie baar, machten den denkbar besten Effekt. Eine Dreschmaschine, welche auf elec--irischem Wege von einer fünf Kilometer entfernten Wasserkraft der Jsar in Hirschau getrieben wird, sowie einPump-' werk, dessen Motor fünfzig Kilometer von München, in Mieöbach, steht, bilden die überraschendsten Illustrationen zu dem dynamo-electrischen Principe, nach welchem Arbeit m Electritttät und diese wieder in Arbeit verwandelt wird. Soviel vorläufig von dem, was die Praxis uns bei dem ersten Rundgange durch die noch keineswegs fertige Ausstellung erzählt. - Die Besprechung der interessantesten Details erfolgt, sobald wir sie eingehend studirt haben. Vergessen wollen wrr nicht die durch Edisonlampen erleuchtete Restauration und das altdeutsche Trinkstübchen. denn wrr sind in München, dessen Stoff unter den küb len Jncedescenz-Lampen noch einmal so gut mundet, als in qualmigen Kneipen. Die Zukunft der rde Von JuUus Stinde. In dem kief-ernsten Gedichte der nor dischen Edda, welches den Namen Vo' luspa trägt, fragt die singende Seherin, wenn sie die Anzeichen des nahenden CYY . 1 C Ti 1 t 1. ? ÄZe!lunlerganges,oerG0lttroam!N)Uung. geheimnißvoll verkündet : Wißt Jhr,waS daS bedeutet? Und so singt sie: Brüder befehden sich und fällen ein : ander. Geschwisterte sieht man' die Sippe brechen. Beilalter, Schwertalter, wo Schilde krachen. Windzeit, WolsSzeit, eh die Welt zerstürzt. Der Eine schont deö Andern nicht mehr. Der Seligen Saal besudelt dayBlut. Wer tzsonne vchem dunkelt in kommen den Sommern. Alle Wetter wüthen : wißt ihr, waö das bedeutet? Uralter Sang der Wala, propheti sches Lied, ahnte dein Dichter, daß einst in späteren Jahren die freie Naturfor schung für demen Inhalt wissenschaft liche Begründung am Himmel und auf der Erde finden würde ? Gewiß nicht. Und dennoch ist dieses Zusammentreffen kein wunderbareö,denn die nordische Mythologie ging aus der poetischen Austastung- der Naturerscheinungen hervor. . Wir dürfen voraussetzen, daß die Hy pothese von der Entstehung unseresPlanetensystemS in ihrer Allgemeinheit be kannt ist. Wie der Urnebel sich ballte. drehende Bewegung annahm sich ver dichtete, wie sich Ringe von dem Nebelkörper ablösten und zu Kugeln formten. die alSPlaneten alle nach einerRichtung, von West nach Ost, um den Centralkern, die Sonne, röhren, welche in ihrer Rotationsrichtung vollkommene Uebereinstimmung mit der Umlaussrichtung ihrer Kmder, der Planeten, zeigt, zu denen a auch unsere Erde gehört. So lautet in Kurzem die Ansicht, welche Laplace und Kant unabhängig von einander gewan nen. Von den anfangs flüssigen oder weichen Planeten lösten sich am Aequator, weil hier die RbtationSgeschwindigkeit die größte ist, ebenfalls Ringe ab, auS denen sich die Trabanten, die Monde des Jupiter, deS.Mars, der Ring des Saturn und unser Mond bildeten., - Die Spektralanalyse lehrt, daß die Stoffe, auS denen die leuchtenden Him melUörper bestehen, denen unseres Erd balleS gleich sind, und beweist die chemi scheZusammengehörigkeit der gesummten Sternenwelt. Und endlich gar lassen die Nebelflecke erkennen, daß noch jetzt im ungemeffenen Raume Borgänge stattfin den, wie jener Prozeß, dem unser Pla netensystem seine Entstehung verdankt. Halten wir nun zunächst fest, daß die Himmelskörper aus Urnebel entstanden, 1 rt r . w !Jt. 1. 4- .! l'.f. oer neu veroiyieie, uno oa? vei vielem

SerdichtungSprozeß allmälig Wärme in de Raum abgegedm wurde. Je größer der abgeschleuderte Theil, um so langsamer erkaltet cr, je kleiner, um so rascher muß sich der AbkühlungSprozeß vollziehet Die kleinen Himmelskörper zeigen dahr, was aus der Erde wird, die großen l'ehren, wie sie einst beschaffen war. Ein solcher .kleiner HimmelSkörver, in den wir wie in einen großen Spiegel schauen, auS dem die Zukunft uns anblicki, ist der Mo.'d. Vollständig erstarrt, scheint seine vulkanische Thätigkeit erloschen zu sein o'der sich nur schwach zu regen, wie die neu-een Beobachtungen des Mondkrater Hy,linus erkennen lassen. Es ist kein Zveiel, daß emst Waffer auf dem Monde vorhanden war, allein je tiefe? die Erstarr? der inneren Schichten hinabrückte, d'ang auch das Wasser, dem Gesetze dc? Schwere folgend, nach und verband sich mechanisch und chemisch mit den abkehlenden Gesteinen, wie da? chemisch gHu.ndene Waffer, wie wir z. B. am GivS st'hen, der in hundert GewichtStheilen fast einundzwanzig Theile Wasser enthält ifcid doch völlig trocken ist. Kühlt mlfcr e Erde immer mehr ab, so muß nach dem

selben Vorgange auch das Wasser adnehmen. In der That war die Menge des-WafferS auf der Erdoberfläche einst eine- bedeutendere, als gegeuwärtig. Auf den.höchsten Spitzen der Berge, wie in den Tiefen der ThcÄer sehen wir die Spuren desselben, sehen wir die Ueber reste von Wasserthseren', selbst im Jnneren der Kontinente, weit, von allen Meeresküsten entfernt. Uederall finden wir im Boden, zwischen den Gesteinsschichten unter unseren Füßen Waffer, welches einst, als die Temperatur der Erdoberflüche noch sehr hoch war,, als Dampf in der Atmosphäre vorhanden gewesen sein und später, nach der Verdichtung dieses Dampfes, als Meer die ganze Erdoberfläche bedeckt haben muß.. In dem Maße. als die heißflüssigen Massen der Erde' erstarrten, drang daö'Wasser in die Tiefe und findet fich nun' als Grundwasser allenthalben,' wo wir üef genug zu bohren vermögen. - Und so mu langsam eine' beständige Verminderung, des Meeres- stattfinden, bis alles Waffer von der Erde verschwunden sein wird, wie daS auf dem Monde schon heute der Fall ist:. Auf der Sonne befindet sich keinWas ser. wohl aber sind dort die Elemente desselben, der Wafferstoff und derSauerstoff, reichlich vorhanden. Die hohe Temperatur hindert die Vereinigung derselben zu Waffer. Auch sie, die Quelle des Lichtes und der Wärme, die nicht nur unserer Erde, sondern dem ganzen Planetensystem diese lebenspendenden Faktoren zusendet, ist im Erkalten begriffen. Täglich verliert sie eine große Menge von Wärme durch Ausstrahlung in den kalten Weltraum. In jedem Grashalme, den Licht und Wärme auf der Erde sprießen lassen, erstirbt ein Stück Sonnenleben, wenn auch nur ein' kaum berechenbar winziges. Erdenleben ist Sonnentod. Einst muß die Sonne . vollkommen 1, .( .v... .... v n x. ri .n I uuiiici uiiiucu uuu ivf uiu cuici iuii umziehen, wie dies aus der Erde und dnn Monde vor Millionen von Jahren bereits geschah. Durch das Fernrohr erblicken wir auf der Sonne dunkle Flecken von wechselnder Häufigkeit und Größe. Man ist berechtigt, mit dem Astronomen Secchi ' die Flecken für verdichtete Theile der, Sonnenmasse anzunehmen. Da aber die VerdichtundurchAbkühlung erfolgt, so geben uns die Sonnenflecke Kunde, daß die Svnne nicht unveränderlich ist, sondern ebensowohl den Gesetz? d'erAb kuhlung untermorsen ist, wie Mond und Erde. Das Erlöschen der Sonne kann jedoch nur allmählich- erfolgen. Deshalb ist der Untergang der Menschen, Thiere und Pflanzen auf der Erde nicht nothwendig mit dem Erkllren der Sonne verbunden. Alle Lebewesen sind im Stande, sich bis zu einem gewissen Grade neuen-Le-denöbedingungen anzupassen, wenn die Veränderung so langsam vor sich geht, daß die zur Umgestaltung des Organismus nöthige Zeit vorhanden ist. Denken wir uns die Erde kalt,, lichtarm und müde in der Vegetation wer den, so muß. auch allmählich die Cultur aufhören, welche sich in den jetzigen ge mäßigten . Breiten entfaltet: Spärlich bietet der Boden Nährpflanzen, und um das Wenige- wird der Mensch mit dem Menschen kämpfen. Dann ist dleWolsözeit da, von der die Wala singt, in der Emer des Andern nicht ichont, m der unerhörtes Unrecht geschieht und die sitt liche Verwüderung emrußt, welche die allgemeine Auflösung herbeisührt. Der Fzmbulwlnter kommt nach dem Liede der Wala. Da. stöbert Schnee von allen; Seiten, da ist. der Frost groß und sind' die Winde scharf und dieSonne hat ihre Krast verloren, ganz sa wie der Astronom an der Hand dr Naturgesetze verkürzet. Dann ist die Götterdämmerung da Ragnarök die Verfinsterung, der Zeit und der .Negin", d. i. der weltordnenden Gewalten. Der Götterdämmerung aber folgt der Weltbrand'. . Mit der Erkaltung der Ssnne treten Prozesse ein, die den plötzlichen Untergang aller Lebewesen herbeiführen. Vorhin mde erwähnt, daß jetzt auf der Sonne kern Waffer vorhanden ist. aber dereinst vxvlr es dort entstehen. Die erforderlichen Gase, Sauerstoff und Wafferstosf, fehlen der Sonne nicht. doch ist die Temperatur zu hoch, um eme Vereinigung derselben zu gestatten. Ist aber die Erkaltung der Sonnenoberfläche in späteren Zeiten weit genug vorgeschritten, dann wird und muß diese Vereinigung geschehen. Mischt der Chemiker Wafferstoff und Sauerstoff und entzündet dieselben, so verbrennt dieses Gemisch mit plötzlicher und bedeutender Wärmeentwicklung. Dieselbe Erscheinung mihte auch aus der schon erkalteten Sonne eintreten, in deren Atmosphäre sich die beiden Gase befinden. Der Ausbruch eines Vulkans, ein Blitz würde genügen, die brennbare Atmosphäre zu entzünden. ' Das Menschengeschlecht auf der Erde, welches sich zuvor durch Jahrtausende an eine niedere Temperatur und Dunkelheit

gewöhnt hatte, ist dann nicht mehr im Stande, das grelle Licht und die Hitze zu ertragen. Und so müßte dies plötzliche Aufleuchten der Sonne mit einem Schlage alles organische Leben vernichten. ES ist die Schilderung dieses Vorganges kein Hirngespinnst; er wurde schon wiederholt am Himmel bei anderen Sonnen beobachtet, und zwar sind gegenwärtig etwa zwanzig solcher Fällc bekannt. Tycho de Brahe sah, als er am 11. November 1572 Nachts auS seinem Laboratorium in die Wohnung zurückkehrte, einen hellglänzenden Stern an einem Punkte des Himmels, wo er nie zuvor einen solchen beobachtet hatte. Die Helligkeit desselben war so groß, daß der Stern selbst am Tage sichtbar war, und viele Menschen aus den Straßen stehen blieben, un das Wunder am Himmel zu betrachten. Siebzehn Monate war der Stern sichtbar und verschwand dann spurlos sür sreie Augen. Die letzte dieser Erscheinungen ereignete sich am 27. November 1876, vo Julius Schmidt, Direktor der Stern warte in Athen, plötzlich einen neuen Stern zweiter Größe erblickte, dessen Licht gleichfalls bald wieder bis zum döl-

.ligen Verschwinden abnahm. ES ist allen zwanzig Fällen, die wir fctV heute kennen, eigen, daß der Glanz plölich erscheint und dann langsam verswindet. Wir haben also in der That hier einen chemischen Prozeß vo? u.nS, durch welchen auf längst erkosche'ien Sonnen eine furchtbare momentane Entwicklung von Licht und so mit sicherlich auch von Wärme eintritt, und wir .können überzeugt sein, wenn jene ftemde Sonne, welche am 27. No. vember 18i'6 so plötzlich aufflammte, gleichfalls ihr Planeten hat, wie unsere Sonnrund t'iese Planeten von Organismen bewohnt waren, dann gingen an diesem Tage fe.rn, fern von unö Millionen von Lebewesen i wenigen Stunden plötzlich zu Grundr. WaS aber wivd onS der Wärme, welche in den Weltemrtium von den abkühlenden Gestirnen: strahlt ? Nach Falb'S Ansicht heizt sie den Weltäther dessen Atome in zunehmende .Bewegung gerathen und einen sich steirndm Druck auf die Himmelskörper ausüben. Die Folge davzn wird die AnnSheiung dieser-sein, bis ganze Sonne systeme in einander stürzen. ES wird dnher einst das Milchstraßen - Ring - System, welches sich heute noch um cinv Achse dreht, nicht nur mehr und mehr seine RotationöGeschwindigkeit verlieren sondern eS müssen die zwanzig Millionen Sonnen, aus denen es besteht, sich mehr und mehr dem Mittelpunkte nähern und endlich in einander stürzen. AuS zwanzig Millionen Sonnen wird eim: einzige Riesensonne werden. Denken wir uns, daß: der ganze Weltenstoff wieder in eine, einzige Masse vereinigt wäre, so müßten sich auch alle Krüste wieder aussinden und zsar, da alle BeNiegung umgemrndett. wurde, in Form von Wärme. Sofort nach dem Zusammenstürze der letzten Snne würde die Wärmesumme hinreichen, die ganze Masse wieder in Dampf zu verwandeln. Damit wäre der Urnebel wieder her gestellt, und- die Weltenbildung kann auss Neue begint.en. Auch diesen Vorgang schaut ahnungö vull die nordische, eigentlich unsere deutsche Mythologie, denn es heißt in. dir jüngeren Edoa: .Und das n?jrb dich wunderbar dünken, daß die Sonne eine Tochfr geboren haben wird. Nicht min der schön als sie selber: Die wird nun die Bahn der Mutter wandeln." Die Wala aberPngt von der neuen Erde:Da sieht, sie austauchen zum.: andern Male Die Erd' aus dem Wasser und wieder grünen. Die Fluthemsallen, der Acr fliegt: d'täber. Der auf dem Felsennach Fischen weidet. So klingen Sage und Forschunozusammen und-sind beide einig über die Zukunft der Erde, daß sie einst.öergihen muß mit Allem, wag auf ihr lebt, daß aus der untergegangenen einst. aber wie der eine neue Welt mit lachendem. Leben entstehen wird. Di-e-Patriotenliga vertheilt in den Straßen von Paris die neuste Karte von Deutschland im Jahre 182. Ein rother Streifen, der von Dünkirchm über Sedan, Verdun,Nancy, Besanson nach Lyon läust, bezeichnet das Gebiet, auf welches. Deutschland Anspruch, macht. W i können der Liga die tröstliche Versicherung gebendaß das Deut- -sche Neich sich mit diesem Lndererwerb begnügen, und auf jede Kriegsentschädigung. Verzicht leisten wird, unter der einzigen Bedingung, daß. für die betreffen-, den Milliarden in Frankreich Irren. Häuser, erbaut werd.. Die Franzosen beklaget sich darüber, daß PariZ, mit deutschem Bier überschwemmt wird. Diese Überschwemmung wart ahn offenbar nicht möglich, wenn sie das deutsche Vitt nicht so gern tränken. Merkwürdig, da unter den. beide Völkern die gegenseitige Zuneigung si$ auf das Geträak des andern beschränkt Denn der bekannte Goethe'sche VevS könnte eben so gut lauten : Der Franzmann zwar mag keinenDeut schen leiden. Doch seine Biere trinkt er gern. Unerlaub te Kornblumen. In Leitmeritz in Böhmen sind 2LGymnasiasten der oberen Klassen wegen Tragens von Kornblumen relegirt worden. Wir machen die Herren Ezechen darauf aufmerksam, daß an sehr vielen Orten in Böhmen auch die Erde, ehe die Felder gemäht wurden, sich erlaubt hat, Kornblumen zu tragen. Mögen die Herren Ezechen im nächsten Sommer ein wach famesAuge darauf haben und die deutsch nesinnic Blume überall, vo sie sich zeigt, zusammen mit der Saat, die sie unerlaubter Weise bei sich duldet, im ersten Ausblühen vernichten