Indiana Tribüne, Volume 6, Number 27, Indianapolis, Marion County, 15 October 1882 — Page 2

K '.5.Drci:Königrn.HkMS

ff: -2: an in jn?ei Sötheilungen und vier Vändkn von Srn Pakque. (11. Fortsetzung.) Ich lebe hier, so hatte der Alte in einförmiger W'ise seine Mittheilungen begonnen, als Gast meines hohen Gön ners, des Gcoßherzogs Leopold des Zwei ten, den ich schon als Knabe im Geigen spiel unterrichten durste. Denn ich bin ein alter Musiker, Herr, ein Geigers der vor Zeiten mit seinem Instrument die ha:'? Welt durchzog, dessen Name heute fccti-:s3cn in den größten Städten, ich darf ei wohl sagen, mit Ruhm genannt rou Seit ich der Geige sür immer entsage, den Concertsälen den Rücken, and.c, wodurch jede Einnahmequelle für rnich versiegte, bot mein fürstlicher Gön ner mir ein Asyl in seinem Palast. Die ses Castno rotes er mir und meinem Knaben an und die Hofküche versorgte uns mit allem Nöthigen. Ich nahm die fürst liche Gabe unbedenklich an, denn ich fühlte mich in jener Zeit unfähig, für Daniel und mich zu sorgen, und heute betrachte ich' sie als eine durch lange .Dienstjbre wohlerworbene Pension. Und weshalb mußtet ihr eurem In strument und der Musik entsagen? konnte -Herr van Embden sich nicht enthalten zu fragen. Wer sagt, daß ich die Musik aufgege Tri.'J.rief der Alte mit blitzenden Augen. Wie eine Heilige berge ich die Muse mei ner Kunst tief in meiner Brust : der stille Cultus, den ich ihr weihe, ist es allein, der mein Leben nährt, mein Haupt auf recht erhält.. Nur kein tönendes . OPser bringe ich ihr.mehr dar. Ich kann nicht zneyr'hören was früher wonnige, himm Zische Lust mir war ; es bereitet mir plötz lich und heute noch eine entsetzliche, nicht zu ertragende Pein. Mit t'efer, grollender Stimme hatte er diese-Wol te gesprochen und erschrocken schaute Winand fragend auf den alten Geiger. Dieser hatte den finstern Blick pinprn fanft? jTinmnnht imh nfin eint j V fc k 1 j w mj w ww weitere Aufforderung abzuwarten, fuhr er ljastm und leise, doch mit einem heißen To::e fort : ' Ich will es euch sagen, Herr, was mir geschehen,' wak mich verurtheilte zu einem fvlchen Leben voller Widersprüche, zu meiner Einsamkeit und Verachtung des großen Hausens. Ich muß es euch sagen, htnrt dn4 endliche Reden ist eine Notb wendigt-t für mich geworden, ich fühle, daß ihr r.nch verstehen, mein Thun be -greifen und entschuldigen werdet. Hört .an! Ich hatte ein Weib, schön und be -rückend wie kein anderes, dabei eine Künstlerin, von der Muse des Gesanges geküßt und geweiht. Der Ton ihrer Stimme, tief aus dem Herzen kommend, -vereinte sich mit dem meiner Geige, als wären beide eins, als zöge ihre Seele durch meine Töne in mein Herz, mir Le ben verleihend und ein göttliches Glück. Wie ich sie liebte anfangs wußte ich es -nickt, später. ack. tu spät und zu mei--.ner Qual hab ich' erfahren und auch u meiner gerechten Strafe. Als leicht lediger Virtuose errang ich sie mir ohne sonderliche Anstrengung, wohl mehr durch mein Spiel als durch galantes Mühen. Den Saiten meiner Sei?: mußte wohl ein gleich. r Zauber innewohnen wie den Fibern ihrer Stimme.. Und als ich sie errungen, als ich sie als Weib für immer nnein eigen nannte, da da achtete ich .-ihres Besitzes, den ich wie mein Höchstes .hätte hüten sollen, kaum. Ich Thor gab ihn selbst der Versuchung preis in dem - Glauben, daß er mir unverloren sei für . olle Zeit, mir genchert in jeder Lage des Lebc'is daß Niemand seiner würdiger sei ich. O, der leichtfertigen Eitelkeit ! . w , . -vi v t träfe nayie nur zu caio yeraa,uno V'?? in dem Augenblick, wo ich mich am V, Ochsten schätzen dürfte, wo mein Lie 1 .cven die höchste Weihe empfing. -H.er'in Florenz war es, und wohl zwan 3'4 Jahre sind seitdem vergangen. Mein D:eib hatte mir ein Kind geschenkt, ein herrliches Mädchen, ihr ganzes Ebenbild, . und wieder glänzte sie in ihrer üppigen - Schöne, bereit zu neuen Triumphzügen : durch die Welt. Da nahte er der Ver '.führer, nur an Jahren jünger als ich, '.sonst ein erbärmliches hohles Nichts, dem 'ich nicht weiter Beachtung geschenkt als dem letzten meiner Umgebung. Er stahl mir sie und was gleich entsetzlich war, ihr Herz: eines Tages waren beide tzerjchn?i:nden. Und der Elende der Schurke, der meine Güte, mein Ver--trauen mißbraucht, der Bube, der mein Heiligstes, dessen eigentlichen Werth ich dann erst erkannte, mir geraubt, es war mein eigener Bruder! Ihr Bruder? Unmöglich! rief van Embden mit einem Aufschrei und zitternd vor Ausregung, denn mächtig mußten ge rade ihn solche Mittheilungen berühren. D:r andere hatte die Hände vor das Antlitz geschlagen und fuhr dann nach einer Pause wieder mit früherm -glühend, erregtem Tone fort: Ich wollte mein Instrument zur Hand nehmen, 'meinen Schmerz durch -tone zu lindern. Doch neues Entsetzen! Der erste Ton, den ich vernahm, sprach zu mir durch ihre Stimme. Unerträg liche Qualen folterten mich, nach einer Weile mußte ich die Geige hinlegen und seit jener Zeit habe ich sie nicht mehr be rührt. Ich treibe Musik nur im Geiste, nur durch Worte, im Gespräch mit mei nem Sohne Daniel ; um diesem zu ge statten, seinem Verlangen nach Musik zu -genügen, entfernte ich mich täglich meh rere Stunden von unserm Casino. Er spielt die Geige und das Clavier. doch habe ich ihn nie gehört, wie er sich auch nie meiner eigenen Instrumente bediente. Zum Glück für ihn und für mich, ist er der Malerei mehr zugethan als der Mu sik, und wird diese schöne Kunst ihn auch treuer durch's Leben begleiten als mich die der Töne, welche mir so unendliches Glück gebracht doch auch des Wehes mehr, als ich zu tragen vermochte. In einem dumpsen Grollen waren die die letzten Worte des Alten' untergegan gen und Herr van Embden, von dem Schicksal des Armen tief ergriffen, der da .ein gleiches Leid erduldet hatte wie er sclbst.vermochte nur noch einmal zu rufen: . Jhr Bruder ! Ihr eigener Bruder ver -rieth Sie ? " Er war mein Bruder und mir doch fremd, sagte der andere, gleichsam als Antwort sinnend vor sich hin. Er zählte

I kaum fünf Jahre, als ich, ein wilder, vier

zehnjähriger Knabe, mit der Geige meines Baters in die Welt binauslies. Nach langer Zeit sah ich ihn wteder, in London und nur auf Stunden, oann vor etwa zwanzig Jahren in seinem Helm bei den einigen lein Weib war todt. SU werden den Elenden wobl gekannt haltn. öerr van Embden. denn er war &aut mann. In Ihrem öame trat tt m dle eyre, wie er mit malme, von Zonen aus heirathete er, um dann heimlich die Heimath zu verlassen und hierher zu stie hen. Leonard Urban ! kreischte Winand auf, dabei wie von einem Blitz berührt von seinem Sitz emporschnellend. Leonard Urban ist sein Name, Peter Urban der meinige, doch nannte der Gei ger sich Orbani. Beide Namen sind für mich abgethan und nur Pietro heiße ich noch wie mein Knabe. . Herr des Himmels ! keuchte Winand erbleichend und sich an die Lehne seines Sitzes klammernd. Zener Entsetzliche, der solche Sündenschuld auf sein Gewis sen geladen, floh die Seinigen, seinen Knaben mit sich nehmend. Sprecht, um eures Leides willen ist der junge Mann, den ihr Daniel und euren Sohn nennt, nicht etwa das Kind des Unseligen? Redet! Ihr könnt nicht ermessen, was sür uns alle von eurer Antwort abhängt. Was denkt und sagt ihr da ? fuhr der Alte rauh auf. Daniel ist mein Sohn, von einem Kinde Leonards weiß ich nichts. Ihr spracht vorbin doch von einem Mädchen, das eure (Äattin euch vor Leo nards Ankunft geboren ? Das Mädchen starb der etwa zwei Jahre ältere Knabe blieb mir, etttgegnete Pietro in früherer Weise und mit abgewandten Antlitz. Daniel ist mem Sohn, von einem Kinde des Elenden weiß ich nichts gar nichts will nichts von ihm wissen ! Immer finsterer irnfc unwirscher hcrtte der Alte geredet und setzte jetzt noch tonlos hinzu : Er soll mir nicht auch noch das letzte und einzig rauben, was mir geblieben. Mit einem Seufzer der Erleickterung und den aus tiefem HerM kömmtflden leise gehauchten Worten : dem Himmel sei Dank ! sank H(zr van Emdben wieder in seinen Stuhl zurück und beideMännn verharrten nun eine Zeit lang in einem brütenden Schweigen, crls oh ihn Ge danken, geweckt durch das Mitgetheilte und Gehörte, sie weit ab in die Ferne und in die Vergangenheit führten. Nach emer langen Pause begann Herr Winand wieder leise und vorsichtig : Habt ihr niemals wieder etwas von der Treulosen und ihrem Verführer gehört? Niemals, entgegnete der andere ohne aufzublicken, und hoffe auch, daß es so bleiben wird bis an mein Ende. Habt ihr denn nie versucht, fuhr Herr van Embden in gleicher Weise fort, euren gerechten Gram, der aerae 6n diesem Orte und durch die Einsamkeit stets neue Nahrung erhalten mnßte, zu lindern, etwa durch einen Wechsel des Aufenthalts ? Ihr sprecht aus, was lange in meinem Herzen schlummerte, sagte der alte Geiger mit auffallend weichem Tone, dabei wie der voll zu Herrn van Embden aufblickend. Als wir uns das erste Mal sahen, als der Klang eurer Sprache an mein Ohr schlug und die Erinnerung an die langentbehrte Heimath wie durch einen j Zauber wieder lebendig in meiner Seele wurde, da wußte 'ich, wie und wo mir Linderung und Ruhe werden könnte. Die Heimath! lautet das erlösendeWort, sie allein würde mir einen Ersatz für das, was ich verlor, bieten können. Ich fühle es, die Rückkehr zu dem Orte, wo meine Wiege stand, wo ich meine Jugend verlebte, würde mein altes Herz gesunden lassen. Doch fuhr er wieder mit ge senkten Blicken und wehmüthigem Tone fort doch werde ich die Heimath wohl nimmer wiedersehen können. Hier muß ich ausharren und zu Grunde gehen. Weshalb glaubt ihr dies? fragte 2Bi nand mit Theilnahme. Warum eö euch verschweigen, entgegnete der Geiger mit emem leichten, fast sorglosen Achselzucken. Als ich des Gol des in Menge verdiente, achtete ich seiner nicht, mit vollen Händen was ich es weg, und waS ich dennoch erübrigt hatte, ver schwand mit ihr. Run, eS war ja auch ihr Eigenthum. Ich blieb ohne Mittel wie ich es heule noch bin und lebe von der Gnade meines Fürsten, der ich mich nicht zu schämen .habe, auf die ich ein Recht zu haben glaube, wie ich euch schon einmal sagte. Mir wird die weite Reise, ein dauernder Ausenthalt in der Heimath versagt bleiben, nur meinem Daniel kann und soll dieses Glück einstens zu Theil werden, wenn er ein tüchtiger Künstler geworden ist und ich für immer unter der Erde ruhe. Ihr irrt, in euren Voraussagungen, mein werthe? Herr. Nur von eurem Willen allem wird es abhängen, ob ihr die Heimath wiederseht oder nicht. Ich verstehe euch nicht ! ruf der Alte hastig und erstaunt zu' Winand auf blickend. Meinem Willen setzen sich für mich unübersteigliche Hindernisse entge gen. Ein Wort vermag sie zu heben und euch aufzuklären, fuhr Herr . van Embden lächelnd fort. Seid mein Gast für die Reise und sür den Aufenthalt daheim; ihr kennt mein Haus, es ist. groß genug, unZ alle zu beherbergen, denn ich bewohne es bis jetzt allein mit den Meinigen, die ihr um mlch gesehen, und mit meiner alten Mutter. Bleibt, so lange es euch gefällt, und treibt euch die Sehnsucht dennoch wieder fort nach dem schönen Italien, dann Nie, unterbrach der Geiger den Reden den mit einem jähen, fast wilden Aus schrei, nie kehrte ich hieher zurück, dürste ich in der Heimath weilen und vergeffen, Ruhe vor den Gedanken zu finden, die hier mich unablässig verfolgen müssen. So willigt ihr ein ? Euer Antrag, Herr, kommt mir so un erwartet, daß er mich blendet und ver wirrt. Erst seit einigen Tagen ist der Gedanke in mir ledendig geworden und doch habe ich mich schon daran gewöhnt, ihn als unmöglich zu betrachten, wenn dadurch auch die wehe Sehnsucht zu einer peinigenden werden mußte. Und nun soll er plötzlich sich dennoch verwirklichen? Gönnt mir Zeit, Herr, mich zu sassen, den Vorschlag zu überdenken mich zu fragen. ob rch rhn annehmen darf. Ihr dürft es dreist thun, redete Wi

nand auf den erregt Sinnenden ein Wir werden euer Schuldner sein, wenn ihr unsere Einsamkeit mit uns theilen wollt. Und Daniel? klang es hastig in die Rede. Der Sohn dar? natürlich den Vater nicht verlasen. ), er findet bei uns Ge keaenheit geug. seine schöne Kunst zu üven, denjt ynse.n gemeinsame Vater stadt ist reufi an Meisterwerken, die einen jungen Künstler zu begeifern vermögen. Doch ich werde ich dies neue Leben ertragen können ? sagte der Alte, besten Unruhe zu wachsen schien. Hier sand meine noch immer lebendige Begeisterung für meine Kunst die rechte Nahrung, mein Verlangen nach künstlicher Thätigkeit eine Befriedigung, wie sie mir besser und schö ner nicht werden konnte. Was wird dort mit mir geschehen ? Dort spricht die Kunst vielleicht wieder in Tönen zu euch, flüsterte Winand erregt dem seltsamen Manne zu. Denn knüpft sich ein böser Bann an eure Saiten, so muß er sich lösen, wenn, ihr den Ort ver laßt, wo er über euch gekommen. Ihr könntet recht haben, rief der Geiger, zugleich mit jugendlicher Lebendigkeit von seinem Sitz emporspringend. Da' nie! mag das entscheidende Wort sprechen, ich will glauben, daß ein höherer Wille, der Lenker unseres Schicksals es ihm ans die Zunge legt. Und hastig mit lauter Stimme Daniel, Daniel! rufend, näherte er sich dem Auf gang zu der Terrasse, dabei lebhaft die langen Arme bewegend, indeß . Winand dem Thun des plötzlich so beweglich ge wordenen alten Musikers mit stillzusrie denem Lächeln zuschaute. - , Wenige Augenblicke später stand Da nie! vor seinem Vater. Doch nicht allein war er gekommen, Andrea folgte ihm, und nun wurde auch Frau Siebold sicht bar. Das junge Mädchen schien noch ernster bewegt zu sein als der Maler, nur die bleiche Frau lächelte und ihr erster Blick beim Betreten der Terrasse galt Herrn van Embden, der ihm durch ein leichtes Neigen des Hauptes zu begegnen schien. Daniel, wtr sollen Florenz, Italien verlassen, sagte der Alte vor seinemSohne stehen bleibend mit gerathetem Antlitz, den Blick der großen Augen voll aus den jungen Mann gerichtet, um in das Land zu ziehen, das ich, du 'das wir alle unsere eigentliche Heimath nennen. In dem Hause des wackern Herrn van Embden, in seiner Familie sollen wir Aufnahme

finden, so lange es uns gefällt oder sie uns ertragen werden. Zwar strahlt tue Sonne dort nicht so golden und glühend wie hier, der Himmel hat nicht das entzückende Blau, doch lieblich sind die User des Stromes, blumrn seme Amen und schattig seine grünen Wälder, die in ihren Gründen Marchenaestalten bergen. Wie die Trümmer der zerbrochenen Burgen erzählen sie uns allerlei seltsame Geschichten, die jedes sinniges Menschenkind zum Dichter zu verwandeln vermögen, gleich wie hier der Anblick der Kunstwerke d:n Künstler schafft. Willst du mit mir zie hen in das Land, wo ich meine Jugend verlebte und ruhen mochte für immer? Bleich und keines Wortes mächtig stand Daniel vor seinem Vater. Da erklang als Antwort auf die erregte Rede des Alten das helle Jubeln einer Mädchen stimme. Auch Andrea war nach den ersten Worten Pietros merklich bleich ge worden, doch schon im folgenden Augen blick kehrte die Röthe ihrer Wangen, das Leuchten ihres Auges zurück und das ganze liebe Gesichtchen strahlte m emer reinen, hohen Freude. Zitternd in ihrer frohen Erregung stand sie da, als ob sie den Schluß der langen Frage des Alten nicht abwarten könne, doch nachdem dieser endlich erfolgt, hielt sich die Heitere und Glückliche nicht mehr. Mit einem lauten Ausjubeln flog sie ihrem Vater an den Hals, mit Küsten seine Wangen bedeckend und dabei m ausgelassener Fröhlichkeit rufend : Diese Freude, Vater ! Schöneres und Beffcrcs können wir aus Italien nicht mit heimbringen, als diese Mitbewohner un seres Haukes. Dank, tausend Dank drr dafür! O, Signor Pietro, fuhr sie zu diesem gewandt fort, Sie brauchen nicht zu fürchten, daß Herr Daniel Nein" sa gen wird, er hat mir schon vor emer Stunde sogar schon vor mehreren Tagen gestanden, daß er größte Sehnsucht hätte nach unserer Heimath, deren Schönheiten Sie viel viel zu gering geschildert haben. Ich werde sie ihm erschließen, denn daheim in unserer herrlichen Natur vermag ich den Führer zu machen, ebenso gut wie Herr Daniel hier in den Gallerieen, und werde somit auch meine Schuld abtragen können. Aber so reden, Sie doch, Herr Daniel, wandte sie sich jetzt fast schmol lend an den jungen Maler.Jhr Herr Va ter wartet noch immer auf Ihr Ja", das Ihnen doch schon so lange aus den Lip pe.i schwebt ! Ich folge euch, Vater, überall, und wenn ihr mich aus einem Paradiese in das unwirthlichste Land führtet, wäre euch damit ein Wunsch erfüllt. Als Antwort umarmte der Alte den Sohn, und indem er ihn auf die Stirn küßte, sein Auge feucht wurde, raunte er ihm, nur seinem Ohr hörbar, zu : Einem ungeahnten Glück gehst du allerdings entgegen, mein lieber Sohn, doch wird es dir erst werden wenn du mich verlierst. Fügt der Himmel es anders dann werde ich mich seinem Willen beu gen. Erstaunt schaute Daniel zu dem Vater auf, doch nur einen Augenblick lang, denn er war an derartige seltsame und räthsel haste Worte gewöhnt. Nun trat er auf Herrn van Embden zu, verbeugte ncy eyr erbietig vor demselben und sagte dann mit offenem Blick: Gestatten Sie mir, Ihnen meinen in nigsten Dank auözusprechen sür die hohe Freude, welche Sie meinem guten, lieben Vater bereiten. Seit dem Augenblick, wo ein günstiger Zufall uns mit Ihnen zusammensührte, der Vater in Ihnen Be wohner der Stätte erkannte, wo er gebo ren ward und seine Jugend verlebte, seit dieser Stunde spricht, er nur von einem Wiedersehen der Heimath als von seinem letzten höchsten Wunsch, deffen Erfüllung leider außer meiner Kraft gelegen haben würde, wenn der Sohn auch gern alles. sein Leben dafür eingesetzt hatte. Von dem Gefühl seiner kindlichen Liebe übermannt, ergriff er die Hand Wmands, um sie zu küffen, doch 'dieser entzog sie

ihm, und die Hand auf Daniels Schul ter ruhen lastend, antwortete er bewegt : Sie sind ein guter Sohn, wohl Ihnen und Ihrem Vater! . Doch reden Sie nicht von Dank, wir schulden solchen. In dem Sie mit uns in unsere Einsamkeit ziehen, bringen Sie ein Opfer, das wir durch ausrichtige Freundschaft zu vergelten suchen werden.

S. apitl 7) 3)3e deS vrei SlnHau, fei. fatzrt Hikeijr. Das alte Haus mit dem frommen stei nernen Bilde, über dem Thoreingange hatte seit zwanzig Jahren sein Aussehen nicht verändert. Die Bohlenläden der ersten Etage, sowohl nach der Straße als nach d'ern Hofe zu, d sich damals sür wenige Monate geöffnet hatten waren geschloffen geblieben und gaben dem mäch tigen Bauwerk sein düsteres und ge heimnißvolles Aussehen wieder zurück, das es vordem so lange Jahre zurSchan getragen hatte. Doch wie damals, ach tete man auch heute nicht darauf, obgleich die Bevölkening der Stadt sich im Laufe der Jahre bedeutend vermehrt hatte und das Leben in der sonst so ruhigen Straße ein regeres geworden war. Dafür wa ren im Innern des Hauses bedeutende Veränderungen vorgegangen. Weder Comptoir noch Küferei gab es mehr in seinem Bereiche ; keine Frachtwagen fuh ren mehr von der Hofseite ein und die Tpelcher und Magazme waren leer. Herr van Embden hatte nach dem Tode teiner Gattm und der Entfernuna seines geisteskranken Schwiegervaters das kaufmännische Geschäft gänzlich aufgegeben und seme Comptoir wie die meisten der andern Diener, die sich während jener schweren, sorgenvollen Zeit als unzuver lässig erwiesen, entlasten. Nur wenige waren ersetzt worden, und somit fand sich denn heute die nnte Etage so gut wie kaum bewohnt, Eden so wenig wurden der Seitenban, die Küferei und das früher von Huppertz, dann von dem Buch Halter Textor tnnegehsbre kleine - Wohn Haus benutzt. Nur ein damals neu ein getretener Knecht, n alttr Mann, Wellem genannt, bewohnte dort em Stubchen als Wachter des Hofes. Die übrigen Fenster und Thüren waren geschloffen nn,d das große Hofthor öffnete sich nur selten, etwa mnn der Kutscher die Equipage hinausführte, um vor dem Haupteingange ftiner Herrschaft zu harren. Verkehren nun auch weniger Menschen in dem Hause, so war es dafür nicht stiller darin geworden, im Gegentheil, das sröh liche Lachen und Smgtti emer silberhellen Mädchenstimme durchtönte es fast zu allen Stunden, und dieses natürliche Zauber mittel verscheuchte die unheimlichen ei ster des Ortes vollständig. Vor An dreas unbefangenem heiterm Sinne ver mochten sie nicht Stand zu halten, und weder der düstere ' Corridor der ersten Etage noch der tiefschattige parkartige Garten erschienen emsam und aeheimrng voll, erklang die Stimme des Mädchens auf der Treppe oder in den oberen , Ränmen, die sie mit ihrem Vster und ihrer steten Begleiterin, Fau Siebold, bewohnte, oder wandelt? sie für Augenblicke träumend, dann wieder in kindlicher Lu-. stigkeit mit ihrem großen rabenschwarzen Neufundländer spielend, unter den dichten Laubkronen der Bäume dahin. Letzterer geHorte zu den neuen Bewohnern des Drei-Köaigen'Hauses. Ein Zufall hatte ihn dem Mädchen zugeführt, und dieses einen solchen Gefallen an dem. schonen großen Thier gesunden, daß Herr Winand ihn seinem Eigenthümer abkaufte und Andrea zum Geschenk machte. Nun wurde Cäsar, diesen stolzen Namen hatte die neue Herrin ihm gegeben, deren treue ster Freund. Die alte Dame lebte noch immer und ihr Aeußeres 'hatte sich im Laufe der Jahre nur wenig verändert. Heute eine Achtzigerin, trug sie ihre hohe Gestalt noch so gerade wie vor zwanzia Jahren, nur das Haar war schneeweiß geworden wie ihre Haube und das bagere Gesicht hatte ein pergamcntartlges. Aussehen erhalten. Dasür schien sie heute zufriedener zu sein als damals und früher, sie lächelte sogar vst und ihr -Sohn hörte nur freundliche, liebevolle Worte von ihr. Auch dieses seltene Wunder hatt An drea berbeiaeführt. ÄbreiuaendNche Schönheit, ihr. natürlicher heiterer Sinn, vor allen Dingen aber ihr reines, gutes lerz und Gemüth, die sich.rn all ihrem :hun und Reden kundgaben, so vie ihre innige Liebe zu dem Vater und derGroß-! mutter waren Die Zaubermlttel gewesen. mit denen sie alles, was sie umgab, das Haus und seine bisherigen Bewohner, vollständig umgewandelt hatte. Es war ein liebliches Bild, eine häuS liche Idylle, saß Andrea mit einer Arbeit beschäftigt zu Füßen dek alten Dame, die mit dem sast geisterhasten Blick ihrer gro ßen grauen Augen aus das Mädchen nie derschaute, indeß ein sichtlich zufriedenes Lächeln die starren, tiesgefurchten Züge belebte. Neben dem Mädchen lag Cäsar langgestreckt auf dem Boden, unbeweglich in seiner tiesschwarz glänzenden Haar maffe, einem riesigen Thiere gleich, das, gezähmt durch die Lieblichkeit eines Men schenkindes, den Kops'gehorsam an deffen Füße schmiegt. , . Und Frau Siebold? , .. .; Solchem Stillleben blieb sie fern ; sie fühlte, daß ihre Gegenwart das Glück der andern nur stören könne, und ein neues, schweres Opfer fügte sie dem bereits ge brachten hinzu Die Aermste, was hatte sie im Laufe der Jahre erduldet ! Den Mutternamen von ihrem . eigenen Kinde mußte sie entbehren ; andern' wurde er, wie andern die Liebe, welche 'des Kindes Herz erfüllte. Sie selbst war nur die soraende Freundin, , die hiesür Dank und Liebe empfing, wie das Kind," das Mäd chen sie ihr zu weihen vermochte. Wie ganz anders zeigte Andrea ihre Liebe' zu dem Manne, den sie' Vater nannte! Frau Siebold, die nur zu oft Zeuge die ser reinen beseligenden Herzensergüffe sein mußte, kehrte sich ab ' oder entfernte sich, um in der Stille in Thränen Linderung ihres entsetzlichen Wehes zu suchen. So lange Andrea noch ' ein hülfloses Wesen war.gehörte sie ihr, der wirklichen Mutter, an, dann aber wurde dies anders. ' Je mehr das Kind zur Erkenntniß gelangte, je mehr wandte sich dessen Herz denen zu, die es Vater und Großmutter nannte, und die treue Hüterin mußte sich mit ei nem geringen Theil der Liebe ihres Km des begnügen. Anfangs glaubte Frau Marie verzeifeln zu müssen und oftmals

wollte sie sich gezen den peinigenden, kaum zu ertragenden Seelenzw2ng trotzig auf lehnen, ihr, Kind zurückfordern, mit ihm fliehen, weit weit weg in eine Einsam keit, bis an's Ende der Welt. Doch was dann ? ' Was vermochte sie ihrem Kinde m bieten? Nichts ! Nur Elend und Noth. Und wäre dieses noch im Stande gewesen, sie als Mutter zu lieben, jetzt, wo es andere als die Seinigen zu lieben ge lernt ? Entsetzlicher Gedanke, auf den sich die Aermste keineAntwort zu geben wagte. Dann fügte sie sich in ihr Schicksal, blieb und duldete. Je größer und liebreicher Andrea wurde, je größer und weher wur de Frau Siebolds Schmerz. Doch sie unterlag nicht, denn sie erwarb dadurch das Glück ihres Kindes, diesem brachte sie ihre Schmerzen zum Opfer dar. Endlich war Andrea neunzehn Jahre alt geworden und dos junge Mädchen, nur in der Gesellschaft von ältern Frauen und ihres Vaters lebend, empfand plötz lich eine Leere in ihrem Innern, welche die bisherige Liebe nicht auszufüllen ver mochte. Nach und nach verstummte ihr Singen und Plaudern, ihre Wangen be gannen zu erbleichen und die Sorglosen bemerkten dies mit einem jähen Schrecken, der sich nur steigern konnte, nachdem ih nen d leicht zu erschauende Ursache dieser Veränderung klar geworden. Frau An drea und Winand hatten lange Unterre düngen zusammen, doch schienen sie das rechte Mittel zur Beseitigung des dro henden Uebels nicht finden zu können, da sprach die stille Frau Siebold daö erlö ,-ende Wort. Führt sie hinaus in andere Luft, unter andere Menschen, dort wird sie genesen. So sagte sie m vertrauter Unterredung zu Herrn Winand und dieser athmete aus. Nach einer Rücksprache mit der Mutter ward eine größere Reise beschlossen ; über die Alpen sollte es gehen bis nach Rom und Neapel, und schon dieser Gedanke allein bewirkte Wunder ; Andrea wurde wieder das heitere, kbenSfrische Mädchen, das sie gewesen : es hoffte ! Nachdem das Mittel als zutteffend er, kannt, wurde nicht' langt in der Aussüh rung gebäumt, Herr van Embden Ueß eigens emen paffenden Reisewagen bauen und noch im Spätfröhling desjelbenJak res wurde die groe Reis, die drei oder gar vier Monate dauern sollte, angetre ten. . Frau Marie reiste mit, es war dies selbstverständlich, und auch ihr schien mit dieser Ausfahrt eine stille Zufriedenheit zu werden Rührend war der Abschied Andreas 'von veralte Großmutter, doch diese scheuchte sast unwirsch Sorgen und Thränen der Scheidenden forr nd meinte schließlich mit einem gutmölhigen Poltern, daß gerade ihr die Ruhe von einigen Monaten wohlthun würde, nach dem das allzu lustige Mädchen sie Jahre lang mit ihrem Singen und Plaudern in Athem gehalten hatte. Nachdem auch Cäsar als Abschied eine letzte Liebkosung erhalten hatte, trennte man sich allseitig in hoffnungsfroher Stimmung und die Thränen, die noch geweint wurden, flössen im Stillen und unbemerkt. . Sonderbar, erst auf der Rückreise in Florenz sollten sie Personen finden, die Winand und Frau Sieb.old in gleicher Weise gut gefielen. Ahnten die Reisen den m dem weißhaarigen Alten und sei nem Sohne Menschen, die in der Einsam keit ihr Lebensglück zu finden trachteten, wie dies auch bei ihnen der Fall war? Führte eine geheimnißvolle Sympathie das von Winand so schroff abgeleugnete Schicksal sie zusammen oder nur ein blin der Zufall? - Winand sagte sich letzteres; er sträubte sich mit der ganzen Kraft sei ües. Geistes gegen ein anderes Denken, selbst dann noch, als er in dem Alten den Bruder jenes Mannes erkennen mußte, welchem er das Unglück seines Lebens zu verdanken hatte. Diese ganze Kette von Vorfällen, so weit Winand sie auch zu rückverfolgen wollte entwickelte sich nach seiner Ansicht aus nutürlichen Ursachen, sreier Wille hatte sie herbeigeführt und nicht ein unbeugsames Fatum. . : Anders dachte Frau Andrea. Von jeder Hauptstation ihrer Reise hatte Winand, dann wieder Andrea mehr oder minder aussührliche ' Briefe in die Heinttith geschrieben und die alte Dame von ihrem Lehnsitz aus somit die Fahrt der Ihrigen verfolgen können. Schrt derteu die Briefe Andreas in enthusiasti scher Weise das schöne Land mit seinen Kunstschätzen, so handelten die Berichte Winands meistens nur von persönlichen Erlebnissen.' So ergänzte denn ein Schreiben stet? das andere und immer deutete ein Nicken des würdigen . Hauptes der 5)!atrone deren Zufriedenheit mit dem Inhalt und den Ihrigen an. Da lang ten, just als die Reise zu Ende gehen

wollte und man dahrim sich schon auf die Heimkehr freute, zwei Briefe zu gleicher Zeit an, ein Umstand, der Frau Andrea schon ein unruhiges, beängstigendesStau nen verursachte.-: Eine Weile zögerte sie, die Briefe zu offnen, und begann endlich mit dem Schreiben Andreas, das diesmal eine ganz, ungewöhnliche Länge hatte. Weiter heiterten sich die Mienen der Le fenden auf, denn aus den Zeilen lachte ihr die äanze unbefangene Fröhlichkeit des lieben Mädchens entgegen, doch bald lag sie aufmerksamer, und mit einer ernste Erregtheit. Andrea schilderte ihr - Zu sammentreffen mit dem alten ehemaligen Musiker Pietro und deffen Sohn Daniel, der ein tüchtiger ' Maler sei, und wie er ihr freundlicher Führer durch Florenz ge worden.' - Die Freude, der Schreiberin über ihre neue Bekanntschaft wurde eine begeisterte, als sie der Großmutter end lich mittheilte, wie der Vater eingewilligt habenden alten Herrn, der ein Deutscher, sogar ein engerer Landsmann sei, mit sammt seinem Sohn in die He'math mit zunehmen undBeiden Aufenthalt in ihrem Hause zu gewähren, so lange sie darin weilen wollten. Hierauf begann Andrea das neue Leben, welches nun in dem stil len DreiKönigen'Hause entstehen würde, mit den buntesten Farben auszumalen. Doch so verlockend die Schilderung auch war, Frau Andrea las sie nicht zu Ende. Die Blätter legte sie bei Seite und griffhastig,' mit zitternden Fingern nach dem Briefe ihres Sohnes, von ihm die Aufklärung über das 'Ereigniß erwartend, welches sie mit Schrecken erfüllen ryoll!e. Und sie fand, was sie suchte. , Winand erzählte ihr mit wenigen Worten, was sie am Schluß ihrer Reise gesunden, wie die seltsame ' Begegnung stattgefunden habe 1. . om.rr- , und wer oer ane iunier Pleiv eigen: lich sei.

Nachdem Frau N.:drea besten wahnn Namen .Peter Ui'an" gelc' - sank ihr die Hand mit den Brief in i. : Schoß zurück und das ?!uge niedergeschlagen, verharrte ste eine lange Weile unbewcglich in brütendem Sinnen. Endlich mur melte sie, ohne das Haupt und den Blick zu beben, langsam und leise vor sich hin : Unser Schicksal muß sich erfüllen. Schon glaubte ich es rcrsöhnt, Fluch in Glück verkehrt, da klopft es wieder an die Pforte dieses unseligen Hauses und ich darf den Eingang nicht wehren. Gesche hen muß ich lasten, dulden mit denen, die ich noch lieben darf, was es über sie rmd mich verhängt, er Wille des Allmäch' tigen mag sich erfüllen. Die Heimreise 1er Jtalienfahrer war eine überaus an-zenehme und heitere. Daniel, der Flore: kaum verlosten hatte, grüßte begeistert olleö Schöne, was seinen Augen sich bot und das er längst demRuse nach kannte. Wie Zauberbilder zogen die maleri schen User mit ihrcn rebenbekränzten Hö hen, ihren altertümlichen Städtchen und gebrochenen Burgen an ihnen vorüber. Daniel staunte die wechselnden Land schastsbilder an,' ste schienen den an südliche Naturschönheiten gewohnten jungen Mann ernst, ja, feierlich zu stimmen, und mit einer stummen Bewunderung blickte er zu ihnen auf, den Stift unthätig in der Hand, indeß Andrea ihm Berge und Burgen nannte, ihre Sagen und Mär chen dem mit Ohr und Herz Lauschenden erzählte. Da ries das junge Mädchen plötzlich mit anderm, fröhlichem Ton als bisher : Der Klosterhof ! und deutete dabei auf das langgestreckte weiße Gebäude mit seinem seltsamen Thurme aus der grünen Rebenhöhe. Alle schauten hin, und auch Pietro mußte den Ort wiedererkannt haben, denn sein Blick hing mit einem ernsten, fast sin stem Ausdruck an dem Bauwerk, das hell leuchtend, wie vor Jahren, durch die mächtigen Baumkronen seiner Terrasse hervorschaute. Daniel, durch die allge meine und ungewöhnliche Aufmerksamkeit neugierig gemacht, sandte seine Blicke nach Ausklärung verlangend in die Runde,doch nur Andrea erwiderte sie verheißend und

raunte . ihm im nächsten Augenblick mit pi r n emer slmen izreuoe zu : Dort wohnen uns liebe, gute Freunde, wohl die einzigen, aus alle Fälle aber d treuesten, werche wir besitzen. Ihnen und ihrem schönen Aufenthalt wird unsere erste Ausfahrt gelten, nicht wahr, Väterchen ? Herr Winand nickte mit freundlichem Lächeln Bejahung, und doppelt neugierig blickte Daniel nach der Höhe, an der sein Auge sinnend hasten blieb, bis bei einer Wendung des Stromes das weiße Haus mit seinem Rebenhügel hinter andern Hö hen verschwand. Gegen Abend lanate da Swift? an dem Heimathsorte an, und bald darauf zog Herr von Embden mit den Seinigen und seinen beiden Galten m das Drei-Könt gen'Haus ein. Mit einem Jubelruf und helle Thränen in den Auzen, von dem lautbellenden Hunde umsprungen, flog Andrea in die Arme der Großmutter, welche den Ankommenden bis an dieStufe der Treppe entgegengetreten war. Auch die alte Frau weinte, als sie das WtU Mädchen an sich preßte und der Heimge kehrten den Willkommkuß aab, dann um faßte ihr anderer Arm den Sohn, auch ihn mit mütterlicher Liebe grüßend. Nachdem sie ihm tief und ' lange in das Auge geschaut, richtete sie den Blick ernst und prüfend aus die Fremden, die beide, sichtlich ergriffen von dem Austritt, abseits standen und d hohe Gestalt der Greisin mit einem ehrfurchtsvollen Staunen be trachteten. Endlich streckte sie auch ihnen die Hnd entgegen, und als Daniel diese ergriff und unwillkürlich an seine Lippen führte, sprachFrau Andrea mit feierlichern rr . ci i. 1 ' rnn zu oeioen : Ein höherer Wrlle hat euch in dieses aus geführt. Ich beuge mich ihm in )emuth und heiße euch als Gäste will kommen. Möge der Friede mit uns allen seiu. 4. 05 rl. -7! rde, Ht Vg, . Pietro und Daniel hatten Ftch wsch m das Stilllebe des DreiMniae'n Hauses eingewöhnt und He van Cmb den m zuvorkommedHr Weise alles ge than, ihnen den Aufenthalt so b,eukrd angenehm als möglich zu rmkchen. D ganze untere Hälfte des ErdseschosteS. früher von dem Comptoir eigenomme und von Winand bewohnt, war ihnen zugewiesen worden, und es hatte ein jeder von ihnen mehrere hübsch lmsgeftattete Räume zur Versögung, indeß daS schönste Zimmer als gemeinsamer Wohnraum diente. Das Comptoir mit seinen gro ßen hellen, nach Norden liegenden Fenstern war rasch zu einem Atelier umgewandelt und bildete nun ein solches, wie Daniel es sich nicht schöner und passender hätte wünschen können. Auch fehlte ein' Piano nicht, und der junge Maler ver mochte die Staffel mit dem Jnstrnmek zu vertauschen, wenn ihn die Luft dau anwandeln, sollte. Hier hatte er ein gro ßes Gemälde begonnen, das Amphitho ter des BoboliGartens mit seiner höfi schen Gesellschaft aus der Zeit der Re naiffance darstellend ; hier zeichnete und malte er mit Andrea und musicirte auch mit ihr. (Fortsejutig folgt.) Sie Oorsichtige. knbachtsch Mei Gör gl im Werth ShauS, . WaS der st nor denkt. Er hat mer vom MaoSkru'. Die Nag ganz eing'schentt. Und hat von an Spiezwcck Mer'S Knöpfla hingeschoben. An sol che Dickthoner, Den konn mer nit loben. Weer könnt mit dem hau se Da ging Alles z'Grund, Mei Lieb hob i 'n auskündt Von sellera Stund. - Joh. Frank. Der Gast zur Unzeit. .Schmuel! ich sog Der,De ißt er ze viel, De kommst erst um Eins und frißt doch vor Zwölfe wär' mer lieber, De kämst um Zwölfe un fräßt vor Einö

XU Trcödener Poste

Die Poffe, die man aufgeführt, ci Ä4. s tfrtt!.Qie$(hrtt iyUl 11 U u.: 'V"M w-7 Hier nicht besonders reüjsirt : r '. . f. -1 ... CI?eiTÄ le uvi zu wuiitj Die Grund.Zdee ist zu ergraut. Der Stoff zu abgegriffen Und wär die Claque nickt so laut. Man hätte stark gepsisten. Ein Wenig am Fiasko Schuld Ist auch des Stücks Besetze?: So Mancher zeigte sich am Pzlt Zu schwach für erste Hetzer. Was Liebermann als Hauptaktenr, Was Förster vorgetragen. Das kennt man längst von Br,umboch her. Vom Bock und Vuggenhagen. Auch der Magyar, der aufgetaucht Als nationaler Retter, Ist schon in Posten stark verbraucht Und Wellhoff macht's viel netter. Denn das wird selbst den Lindesten Nicht in Erstaunen setzen : Es muß ein Gast zum Mindesten Doch dialektsrei Hetzen ! , Ein Mißgriff war der Direktion Dieö Gastspiel von Jstoczy. Auch Pinkert erntete nur Hohn Als Dresdener geniu3 loci. Trotz alldem gab's als Ohrenschmaus Manch drolligen Appendix Doch wer hielt den Vergleich wohl auS Mit dem urkomischen Bendix? rr r hj.. . . . üjtt cuijiyc rvuer ar ucgi gui Mit seinen heitern Thesen, Und so ist'S schließlich coute que coute Ein Lach-Erfolg gewesen. (Ulk.) Recht merkwürdig sind die Toilettengewohnheiten der Damen von Wadai, wie sie der italienische For scher Matteucci auf seiner jüngsten Reise "aeross the dark continenü" beob achtete. Die Frauen umhüllen sich mit großen Stücken Zeug, die sie am Boden nachschleifen lasten; ihre Haare tragen sie in natürlicher Länge oder mit schwar zer Schafwolle verlängert, theils in ganz kleinen Zöpfchen geflochten und dicht am Schädel anliegend, theils herunterhän gend und so stark mit Butter und Röthel eingeschmiert, daß die Frisur einen wirk lich erschreckenden Eindruck macht. Im rechten Nasenflügel tragen sie ein großes Stück Koralle, das sie ganz entstellt; Hals und Hüften schmücken sie mitGlaS perlen verschiedener Art; sie sind heiter, anmuthig und flatterhaft. Auch die Männer von Wadai haben eine merk würdige Verschönerungsgewohnheit. In der Gegend des Genicks sieben sie siü vermittelst Schröpfung zwei Beulen auf. aus denen ste dann eme Menge vertlka ler Schnitte anbringen. Das muk in der That reizend aussehen und wundern ourste man i nicht, wenn Akatteuecr weiter erzählte, dak auf diese Sckön heitsbeulen am liebsten zarter Damen munv ven yegatten zu kuffen pflegt, Bei eii,er kürzlich in Va ris stattgehabten Auktion werthvoller Pseroe wurde es dem Deutschland tz tretenden GeneralLandstallmeister Gras Lehndorff durch die anwesenden Franzo ten unmöglich gemacht, trotz hoher Ge böte auch nur ein Pferd zu erstehen. Mit diesem Bravoulstückcben kaben die Pariser Chauvinisten nicht nur den trafen lehndorff, sondern auch sich selbst überboten. Aus der Gesicbts.N eurss. an welcher der Kanzler leidet, had ein Stolper Journalist, dem der Artt des Fürsten das Faktum mitgetheilt hatte. eine GelichtsNoje gemacht, und ver schiedene Blätter haben sich beeilt die betreffende Notiz abzudrucken. Was kommt davon, wenn em Zei tungsschreiber wider alles Serkommen einmal gerade das, was Neu ist, sich entgehen läßt. Nachdem der Kriea mit Arabi aufgehört hat, tritt nunmehr an die Engländer die Frage heran, was sie mit Arabi anfangen sollen. Aus der Instruktiv ns stunde. Ein Corpora! wendet sick. naöde er den Rekruten erklärt, was fi ans hm Posten beim Anblicke einer Respektsper lon zu eyun yaven. an seine Zuhörer : Nun machen wir das Gelernte vraktis durch. Aufgepaßt ! Rekrut Huber! Ich bin jetzt der kaiserliche Wagens Gravi tätisch trabt der Corvoral fwlir heran und vorbei. Huber rührt sich mqi. Donnerwetter r schnit ersterer, sich unaeduldia nochmals in den setzend: Ich bin der kaiserliche Wagen !" nergcoens. yuvr bleibt in stoischer Ruhe unbeweglich. Wüthesd brüllt der Corvoral ,um drittenmal? in Trabe heranpustend : Rekrut Huber : c v. .:r.?x w 7 4 t 0 via u laijcniajc agen ! ! !" Warum machst du SakermkntL.ss' Honneurs noch immer nicht ? ! Huber si4i,,,sX. cm.; o- " 5 '7"' ,."z;...v. ycii Niemand d.nnnen ,st.Die Probe. Scharfrichter (zum Delinquenten) : Feuchtfröhlicher Rath.' Und zeigt dir das Glück ein scheel' Ge sicht, Was nützt das Grämen und Aerqern ? Sel klug und laß' dir das Leben nicht So leicht vergrünebergern ! Edvin Borlann. Merk's. Bon übertriebener Aengstlichkeit für die Kmder wird man am besten hm eine kräftige Doctorrechnung kurirt. Rcche. .Warum S'fi n gar so nieder. geschlagen? Fe: 2 Ö8 T ' lich fehlt mir was. I .g' Dir Ä ich bin jetzt zuAll .d'i1; an der Menf- ,it furchtb räch und etwas thun, das öundert-n 1 Menschen das Leben kostet-ich de Medizin studircn. Cr