Indiana Tribüne, Volume 6, Number 20, Indianapolis, Marion County, 8 October 1882 — Page 7

s " - ?

- y1 V

V

T 1 S )' ) V J. 1. v V Ms i ).

Iie deutschen ZZursHensHafter

nddlefreihettttHe nnd nationale Dwe. gung in Deutschland von 1815 bis 184. von Carl OaNmduxz. 1830-1843. Die sranz!?!sche Julirevolutlon von 1820 fand in Deutschland zwar nur ein schvacheö Echo, aber ttob alledem ver setzte sie dem Mstternichlchen Unterdrü tongsfoslea einen harten Stoß. Kurhessen, Sachsen, Braunschweig, Hannover erhielten konstitutionelle Ver. fassungen Eine Schilderung der Zustande in diesen einzelnen deutschen Staaten zu geben, würde den Zweck dieser Darstellung überschreiten. In Kurhessen und Braunschweig waren sie am schlimmsten. Der Kursürst Wilhelm II. von Hessen und der Braunschweiger Herzog Karl erinnern an die schlimmsten 'türkischen Paschas. Wer sich über KurhessenS unsagbare Leiden in jener Zeit unterrichten will den verweise ich auf Walesrodes Aufsatz: Kurhessen unter dem Vater, dem Sohne und den Enkel- in seinen .Demokratischen Studien, bezüglich des Braunscheizer Karls, des in Genf gestorbenen DiamantenHerzogS, soll hier nur ein Faktum herausgehoben werden. Aus den Flammen des am 7. tp tember 1841 vom Braunschweiger Volk in Brand gesteckten herzoglichen Schlosse wurde ein Aktenstück gerettet, das von des Herzogs Hand geschrieben war, in welchem sich Strasmaximen befanden, die, wie GervinuS sagt, nur einer bübischen Phantasie entsprungen sein konnten. Hier einige Proben dieser Maximen : .Volizeiliche Aussicht; Chicanen; Ver ruf nicht inS Theater gehen dürfen ; Eiriquartirung; Anklage bei dem Ge richt durch einen StaatSanwalt; sich oestechen lassen; Mitwirkung durch einen Dritten ; Herausfordern lassen durch einen Dritten oder selbst durch Beleidigungen dazu reizen, so lange bis sie endlich erschossen ; Stellung unter Cu ratel; niemals Urlaub ertheilen; Einen rufen lasten ins Vorzimmer und dann sagen lassen, es roäre Irrthum :c. In Sachsen war eZ nicht die persönl! che Willkürherrschast des Regenten König Anton war persönlich ein wohl wollender Mann als vielmehr eine verrottete Beamten u. AdelSwirthschast, welche den Ausbruch von Unruhen her beisührte, an welchen sich in Leipzig be sonders die Studenten (Burschenickaf ter) betheiligten. Dieselben begannen mit Fenstereinwerfen in den Wohnungen . tr r s. . I mitzüeoiger Personen, emoiirung oer Bordelle in der Pleißengasse, mit Spott lieoern aus den Negierungsoevollmach tigten bei der Universität, Herrn von gnbe. (Hopv. hopp, Herr von Ende heißt der bucklichte Prasidente) sangen die Studenten und endigten, nachdem auch in Dresden Unruhen ähnlicher Na tur ausaebrochen, mit dir Einseduna des Prinzen Friedrich August als Mit regenten und der Verleihung einer Ver fassung. Auch in Hannover kam es zu Unruhen und zwar allein in Göttinaen und Osterode, wo ehemalige Burschenschafter, Advokaten und Prioatdocenten (Frey tag, König, Dr. von Neichcrplatt, Sie benpseiffer u. A.) die Führer der Volks beweauna waren, deren scklieklilbeZ Re. sultat eine neue Verfassung war. ob schon die Bewegung selbst ein' kläaliÄeZ Ende durch Polizei und Militär aefun den hatte. Unbedeutendere Unruhen, wle du in Mecklenburg, Altenburg, Gera, können r ? L Dir yier Uvergeyen, 0a Ne ohne folgen er c w c r rx.cif:x. rr . Oinocn uno öuijajcniaiuicge inroukungen bei denselben nicht unmittelbar Nchtbar wurden. Dagegen soll nicht unoemeril vieioen, oag oer aalusze ey'.K.. . cn.-.r. , v m Ci ?on ruB-erm linsiinioi oiitp L? UU UUSVkUUUUj UUi U4UUtUil( irulSZuV'r ' v r (n Charaktmsiren wir dlese Bewegungen k rs v al K a a IuMAM c i"::; n l1;' :!rl Sin S?-l !? "InRn IV t? t w oie luoenien vza u zwar an cen unruaen. , '. t. - . V er r ? tn hervorragend Welse. Unmittelbare Ursachen waren meistens S üöc juiwn. oureaulraii,cye Willkur Trager der Bewegung wäre-, Äkaten, Handwerksmeister, Bauer., ie uilanoe oaoet im Allgemeinen p lul, daß selbst kleine Krawalle größere und nachhaltige . Wirkungen erzeugten. In dem auf die Julirevolntion fol genden Jahrzehnte trat die burschen schastliche Agitation handelnd nur ein mal an die Oesfentlichkeit und zwar mit dem verwegenen Ueberfall aus die Frank surter Hauptsache am 3. April 1833. Der Frankfurter Putsch, welcher auf dem Frankfurter Burschenschaststag ;m Sep tember 1831 insofern vorbereitet wor den war, als auf demselben alle Theil nehmer zur aktiven Mitwirkung bei Volksausständen ' verpflichtet wurden. kostete zwar nur 9 Personen das Leben, aber für die Burschenschafter hatt? er die schwersten Folgen. Dle Centralkomis wuroe vom unveslag wleoer zur ueverwaqung oer politisch! Prozesse f j . m y cv- " - gesetzt und es iegamkvon Neuem die Demagogenhetze. Nicht etwa blos den beim Frankfurter Vutsck verbattetea ?Ä'd'rP'Z.ß Zeitlicher Gesinnung für verdächtig hielt, uvi mh 4wvni Uilü (Cl eg n nw ci3 iöuü verionen (meist ? .' V, r T rJ 1UÄnSt"' Fritz Reuter's .FestungStid-erzählt wie dabei verfahren wurde. Die schärfsten 1?.4,.:s. Hurn 3UrTin Ott. 4444Wvlil liutiiuvii WM. v m v . mmtt fxfr. t HlW0U. V uu. 'ä" 9 TodeSurtheile, von denen allerdings fv.. F.hch umgmnd.,i Aus n ImxiW NnwsuSungZ. in den Appellationsinstanzen aber nicht bestätigt. rr f t 1 in 1 n iriiii iiii u 11 l n äx. uliu. a.. & .....f..:,. .sff. u w Md ' -7 U I w I Indesten auch Frei preaungen ramen in einzelnen Staaten vor, und dann

gab es einen Triumph in weiten Volks kreisen und die Freigesprochenen wurden festlich eingeholt, durch Festbälle und BanketS gefeiert. Denn allmälig brach sich auch in den weiteren Volksschichten eine freisiynige Strömung Bahn. Die Parole .Zur Einheit durch die Freitjeit" war damals die allein giltige. Deshalb war auch die demokratische oder richtiger ausgedrückt republikanische Stimmung eine verhältnißmööig wsit verbreitete. Man glaubte nur unter dem Banner der Freiheit die deutsche Einheit erringen zu können. Eine Menge ehemaligerBurschenschafter waren während dem in einflußreiche öffentliche Stellungen eingetreten. Gab es auch damals, wie zu allen Zeiten, viele Ueber läufer unter ihnen, so blieb dennoch ein beträchtlicher Theil den jugendlichen burschenschastlichen Gelübden und Tra ditionen treu und so kam es, daß trotz aller Verfolgungen die freisinnigen und nationalen Ideen auch in den Beamten kreisen Verbreitung-fanden. Außer dem alltäglichen deutschen Bundestagselend, das zu schildern der

hier gegebene Raum nicht ausreichend, kamen indessen noch mehrere äußererdentliche Begebenheiten hinzu, diese Be sirebunge zu stärken. Da war zunächst der Verfassungsoruch des Königs Ernst August von Hannover. Der ehemalige Herzog von Cumberland, jetzt König von Hannover, in von arlstolrau qen Aorurtheuen erfüllter Lebeman, etklärte in einem Patent vom 5. Juli 1S37, daß er die Hannoversche Aerfasiung nicht anerkenne. Als Grund gab er an, daß er in dem StaatSgrund gesetz keme hinreichende Gewähr für daS Glück seiner Unterthanen finde. Den wahren Grund, seine Schulden im Be trag von' dntthalb Millionen Thaler, verschwieg er. Durch die Versasiung waren nämlich die yannoverschen Do mänen in StaatSeienthum verwandelt und dem König eme Civillisie auSge warfen morden. Sein Bestreben war nun, wieder in den Besitz der Domänen zu kommen, und. feine Schulden zu zah len. , Die schmachvollen Dinge, die die sen Versassungsbruch begleiteteu, sind bekannt. Ein höherer Beamter sagte : .3$ unterschreibe alles. Hunde sind wir ja doch." Aus dieser Stimmung heraus erklärt es sich, warum der Protest der Göttinger sieben Professoren: Dahl mann, Albrecht, I. Grimm, Gervinus, Ewald und Weber gegen den Verfas sungSbruch unter der Beamtenvelt, die sich feig unterworfen hatte, obwohl auch sie den VerfaffungSbruch mißbilligte, lebhaften Unwillen erregte. Die Göt tinaer UZrote ttoren vanen eoen reine Hunde sein vollen. Der König eutsejte die Sieben in despotischer Willkür ihrer n wr rr rv . . fc rft TI Prossenuren. zaioo rimm, vzwoinus und Dahlmann wurden außerdem des Landes verwiesen, vtuvenlen ocgieue ten sie bis nach Kassel, o die Professo ren im Römischen Kaiser abstiegen, frei lich nur um am folgenden Tage auch von dort aus dem ttursurslenlyum aus gewiesen zu werden, bis aus Grimm, den man als aebornen Hesien nicht auswei sen konnte. Der König setzte seinen Wlllen also durch, da auch der unoes taa sich schließlich aus seine Seite schlug aber in der öffentlichenMeinung empfing er dasür eine desto schwerere Niederlage, und der Bundestag mit ihm. Aus jener Zeit stammt übrigens auch das geflügel te Wort vom beschränkten Unterthanen verstand geäußert vom preußischen Mi nister v. Rochov gegen Jalob v. Riesen iK-v v - ri it i . : je ner Elhinan Ädresse an das Ministe in uriDina. ernt einen unictAciwrici ciUr , . . rium in Berlin, in welchem der Verfas sungSbruch in .Hannover scharf verur theils wurde. Ein weiteres Ereigniß, welches für die i u freiheitliche Bestrebungen und damit für I 1 . . . m . cn klNk Reform OC3 DCUttt)CN BUNveS Pro vaaanda machte, war der Kamps zwi scken dem UltramontaniSmuS und der I . Staatsaewalt in Preuken. I O Ursprung dchilben lag in d.m V..halt.n der kath. G.istlichk.lt Po en ro lk'l qermg uno rna;, e schließlich beide aus der Festung, 1 1 7 . . . zu noe aeiuyri war. .e,n aq Friedrich Wilhelm IV. beendigte ihn durch großes Entgegenkommen gegen rortm' ,7s v;. aöttäks. viu tu, vit. iniiiwiiikn 3 v v. m östliche Meinung verzieh dem niq dieses Entgegenkommen um der msastenden Amnestie vom 10. August 1341 willen, durch welche auch die, un 'lüchen OvZer der Demagogenvnf.)!. inrt tt'nn im aus den estunaskase. m jeficit Arndt in seine Prosessur : m6nn to0n bcr tt 1820 suSven dirt war, wieder eingesetzt, die beiden Gebrüder Grimm aÄ Berlm an die Universität berusen wurden. Bald freilich klangen Mißtöne in den Jubel, denn unter den in den preußischen Staatsdienst berufenen befand sich auch .der Hessen Fluch-, der kurhessische Staatsstreichsminister Hassenpflug. Auf ihn sang man in den Straßen Berlin's, daS Rheinlled parodirend : .Wir wollen ihn nicht haben Den Herrn von Haß und Fluch, Wenn auch die Schaar der Raben, Zum Adlernest ihn trug Die Bewegung wurde von nun an tu$4MV Vfc.v . schenkte sich nicht mehr aus die Studen JH. m.s.n,.. .;. y,n,ssz?;st hrit . it r, iinrr tcotr n c-...-. ,... xwtk I v: m?k?. MlTrtr Itrift iHrtHfrti Vw Attnn LtT. hi, stIt-n ffendalreüte. die Jaadae rechtigkeiten und andere Uebelftände, 7in der Verwaltung oder Gesetzgebung , " I ub1" , , . . - -.-fjt Die Strömuna wurde immer rascher. V Q-t.if.X.- irnrni rn..l" ö"üAryc?,Ut f rZ: Die orientalilcbe Fraae mit dem knegS gfi i'N'SUmmung ach. di. ,hn UZ. I urutt in ctt- yigcinucö " Sie sollen ihn. nicht haben Den freien deutschen Rhein, eine ümid vegraven, I Des letzten Mann's Gebein.

Und Herwegh sang : - Wo solch ein Feuer noch gedeiht Und solch einWein nochFlammen speu, Da lassen wir in Ewigkeit UnS nimmermehr vertreiben! Hurrah, Hurrah, der Rhein Und wärs nur um den Wein Der Rhein soll deutsch verbleiben. Die Verfassungsfrage in Preußen war durch das Patent vom 3. Februar 1847, welches den vereinigten Landtag der Monarchie (d. h. d ie vereinigten Pro vinziallandtage)- zum 11. April d. I. nach Berlin berief, in Fluß gekommen. In den Einzellandtagen in Baden, Bayern, Württemberg, Sachsen erhoben Männer wie Jtzstein, Hecker, Welcker, Bassermann, Gagern, Hergenhahn, RS mer. Schaffroth, Todt, Oberländer u. A. immer energischer ihre Stimmen ge gen die Metternich'sche Politik der Un terdrückung und die nationale Zerrissen heit. Die Polizei versuchte umsonst durch Censur und sonstige Maßregeln

dem entgegen zu treten. Die beiden badlichen Abgeordneten Jtzstem und Hecker wurden bei einem Besuch Berlins von dort ausgewiesen, aber der Erfolg war nur der, daß sich der Berliner Witz über Minutoli's, des Polizeipräsidenten Haupt ergoz. .Wo kommst Du her, Lude ?" ein Berliner den Andern. frug .Vom Schwimmen." Kannst Du denn schAimmn V .Nee, August. Aber wenn ick fage von Baden, dann weist mir Minutoli aus . In Bayern wurde das Ministerium Abel gestürzt, weil es seine Zustimmung zur Erhebung der Lola Montez in den Stand emer bayerischen ReichSgränn verweigert hatte. König Ludwig berief an Abel'S Stelle den StaatSrath Mau rer und theilte das Ereigniß seiner fchö nen Freundin mit den Worten mit : .Alle meine Minister habe ich ent lassen." Lola Montez wurde Gräsin Landsberg, aber nun begannen die Unruhen in München erst recht. In Os fenburg und yeppenheim traten füd deutsche Abgeordnete (Herbst 1847 zu Abgeordnetentagen zusammen, .in wel chen Aufhebung der BundeStagöbe schlösse von 1819, 1832 und 1834, Preß sreiheit, Schwurgerichte, Volköbewaff nung. Versammlungsrechte, Progressive steuer, Vereidigung des Militärs auf die Verfassung und ein deutsches Parla ment verlangt wurden. Mitten aber hinein in alle diese immer lauter werden den Forderungen klang von Norden daS schleswig'holstein'sche Trotzlied : SchleSwigHolstein, meerumschlungen, Deutscher Sitte hohe Wacht, Wahre treu, was du errungen. Bis ein schönerer Morgen tagt: : Schleswig-Holstein, stammverwandt. Wanke nicht, mein Vaterland ; . . . Und der schön're Morgen begann zu tagen auch für die durch' den offenen Brief Christian'S VIII. von Dänemark schwer bedrohten Schlesvig-Holsteiner, für welche Dahlman und Beseler so mannhaft in die Schranken traten 'mit dem Wort und der Feder Der Bundestag dagegen, treu seiner Tradition, wies die um Hilfe gegen die drohende dänische Vergewaltigung bittenden hol steinschen Stände unterm 17. Septem ber 1847 ab. Aber tes Bundestags Stunde sollte selbst bald schlagen. Schon bob der Hammer aus, der ihn znttümmern sollte. Roch im Herbst 1847 hatte Friedrich Wilhelm IV. vsn Preußen es für nne Utopie inrealisable erklärt, als der Prinz Albert, der Gemahl der englischen Konigin, ihn aufforderte, in Sachen der Bundeöresorm energisch vorzugehen. Er hielt eS für unmöglich, daß die deut fchen Bundesfürsten und freien Städte auf ein Titilchen ihrer Souverainetät zu Gunsten einer Centralgewalt, mochte sie beschaffen sein, wie sie wollte, ver zichten würden .... Wenige Monate später stellte der Abgeordnete Basse? mann in der badischen Kammer, unter stüjt von den Abgeordneten der Linken, am 6. Februar 1848 den Antrag auf Schassung einer deutschen VolkSvertre tung am Bunde. Der Eindruck des An tragS und der dabei gehaltenenReden wir ein überwältigender. Es sei mir ge stattet, eine persönliche Erinnerung hier einzuschieben. ES war in dem Cafe AnglaiS in der Tuchhalle am Ende der Hainstraße in Leipzig DaS kleine Cafe, daS da malS von einem Graubündener Namens Bonorand gehalten' wurde, der später 1849 in Folge der Mairevolution flüch. tig ward, war besonders in den spateren Nachmittagsstunden, wenn die Züge von Frankfurt a. M. die süddeutschen Blätter brachten, stark besucht. Da ka men emeS TageS die Mannheimer Zei tungen mit den Reden über den Basser mann'schen Antrag m der zweiten badi schen Kammer. Ein Student, ein Bur chenschaster, der so glücklich gewesen war, die Blätter dem Zeitungsträger zu entreißen, mußte aus den Tisch treten und vorlesen.... Stürmische Begeiste rungSausbrüche und dann vorwärts nach dem literarischen Museum m der PeterS straße! Hier trafen wir Arnold Rüge, Robert Blum, Kurana. ...um die stch eme dichte Corona gebildet hatte.... Diese leuchtenden Augen, diese jubeln den Ausrufe die da laut wurden.... Bemerkenswert!) aber war vor allem em prophetisches Wort Ruge'S, daß es in Europa nach Pulveroamps und Barn kaden rieche. ... Schon nach 14 Tagen verwandelte sich der Ruf .vivo 1a refonna", der in den Straßen von PanS laut wurde. in daS Donnerwetter ,a bas Louis Philippe, vive la republique ! und die Revolution trat ihren dröhnen den Rundgang durch Europa an : sechs Wochen später war der allmächtige Po li,eiminifter Europa'S, Metternich. flüch tig im Seebad Brighton, am 18. Mai wurde daS erste deutsche Parlament m der Paulskirche eröffnet und an die Stelle deö Bundestags war die deutsche Centralgewalt . getreten Eine neue Zeit war angebrochen: DaS GeburtS fahr der deutschen Freiheit und Einheit der Neugestaltung Europa'S. DaS Jahr 1840 ist von konservativen Fana tikern und ' unverständigen Federn das tolle Jahr genannt worden. Es sind

das Leute gewesen, die an der Ober fläche kleben blieben, deren Sinne durch den Barrikadenbau, die Flintenschüsse, en Kanonendonner, die lärmenden AuS ötuche eines Volks, daS zum ersten Male seit Hghrhunderten frei von volizeilicher Uebertööchung war, betäubt wurde. Aber ver die Entwicklung der Dinge zu beobachten im Stande ist, der wird sich sagen, dsß ohne dle Ereignisse des Iah res 1848 die deutsche ReiöSeinbeit ie-

Unfalls noch eine Reihe von Jahrzehn tett hätte aus sich warten lassen. DaS hier näher zu begründen würde zu weit führen, obgleich die Beweisführung da für eine Nicht schwere ist. Hier sollte nur gezeigt werde, daß nicht blos einzelne hervorragende Staatsmänner durch ihre Arbeit das deutsche Reichgeschafft haben, daß an der Belebung undKrüsUgung der deutschen Staats und Reichsidee in jahrelangem, ruhmlosen Kampfe, der nur Gefängniß, Verbannung oder den Tod für die Kämpfer als Preis hatte, große Volkskreise, unter ihnen hervor ragend die deutschen Burschenschafter, Theil genommen und für sie gelitten haben. Sie thaten dies in Zeiten, in welchen die Führer und Lenker der deutschen Staaten an der nationalen Zukunft Deutschlands entweder verzweifelten oder Alles thaten, um eine nationale Zukunft unmöglich zu machen ! IienAmann Vr. 18. In New Jork ist eine Agentur ent standen, welche bekannt macht, daß sie stets Cavaliere auf Lager habe, die sich alleinstehenden Damen zur beschützenden Begleitung aus der Straße und in Ge sellschaft zur Verfügung stellt. Man kann diese Idee unbedingt eine sehr glückliche nennen, denn bei der Unsicher heit der Straßen nach Anbruch derDun kelheit in großen Städten, sowie bei den Vorurtheilen der Gesellschaft, welche jede alleinstehende Dame, sobald sie sich ös fentlich zeigt, übel beleumunden, sind einzelne Damen übel daran und des SchujeS wohl bedürftig. Allew ganz neu ist diese Idee nicht, und sie erinnert mich an folgende wahre Geschichte, welche sich Anfangs der sech ziger Jahre, als die Dienstmann-Jnsti-tute eben aufgekommen waren, in DreS den ereignet hat. Man betrachtete daals die Dienstmänner nicht blos als Handarbeiter, sondern als Commissto näre für jeden Zweck. Tjg erschien eines TageS es war in der Faschingszeit eine junge schöne Dame im Comptoir des JnstitutSdirek tor Eduard Grucke und fragte, ob das Institut einen Mann besäße, welcher ge eignet wäre, ihr als Begleiter zu einem Maskenball zu dienen. Dieser Austrag war zwar etwas un gewöhnlich, aber Hr. Grucke wußte Rath zu schaffen. Unter seinen Getreuen be fand sich Einer, der in früheren Zeiten glücklichere Tage gesehen hatte, und - in den Manieren der sogenannten vorneh men Welt gut bewandert war und die selben noch nicht ganz über Bord gewor sen hatte, obwohl er mit frohem Muthe die DienpmannSkarre zog. Seine Ge fährten nannten ihn den Franzosen", weil er der französischen Sprache mächtig war und häusig Brocken aus derselben anwandte. Wer hätte sich zu der ver langten Commission also besser eignen können, als dieser. Dlt Borveryandlungen führten sonach zu einem befriedigendenResultat und am Ballabend erschien pünktlich, wiePhileas Fogg, der Ballherr. Dlenstmann No.18. per Equipage in feinster schwarzer Toi leite vor dem Hause seiner Austraggtbe nn. vsr nen ncy vom Wlemlmaoazen nach der guten Stube, vulgo Salon, geleiten und harrte seiner Schönen. Diese erschien in vollendetem Maöken koftüm eine reizende Griechin. Der Ritter blieb indeß von ihrer Schönheit unberührt, er verneigte sich nur rcspect voll und sah dann ruhig den -weiteren Befehlen entgegen. Die Dame musterte ihn Mit zufriedenen Blicken, er war von einem adeligen Cavalier der Hofchargen nicht zu unterscheiden. Dennoch fragte sie besorgt : .Haben Sie sich auch wohlAlleS über legt und sich meine Winke, die ich Ihnen über Ihr Verhalten gab, eingeprägt?"Um; Madame..Sie werden mich nicht blösstellen?" JJTon, Madame." sprechen Sie mit der Gesellschaft so wenig wie möglich und folgen Sie stets meinen Anordnungen Der Dlenstmann verneigte sich schwel gend,um nicht zu viel zu sprechen. Dann warf er seiner Dame den Mantel über. sie reichte ihm ihren Arm und das felt same Paar bestieg die Kutsche. , , : Die Gesellschaft, "welche sich in X'S Sälen zum Maskenball versammelte. war nur insofern eine auserlesene, als lediglich Angehörige der Geld und Ge burts'Aristokratie geladen waren und somit der aewöhnlicheBürgerstand streng ausgeschlossen blieb. Diese Absonde rung bürgte für einen äußerlich noblen n r, ' v. n - fc st. r 11. Anurlcy oes enes; oo ic uz nooic DenkungS und Handlungsweise der Theilnehmer überhaupt bürgt, muß stets dahingestellt bleiben. Die junge Wittwe, die wir bereits als Auftraggeberin des Dienstmannes kennen gelernt haben, that daher, nachdem sie die Einladung, welche ihr zu diesem Balle seitens der Veranstalter zugegangen war, angenom . en. et jc -' Ijc. er X...1. o men oaiic, neu eines mannuujcu vujugca zu versichern, theils der üblen Nachrede, theils sonstiger Eventualitäten wegen. AIS sie m den Saal trat, die üppige Griechin am Arme des ersten, stolz ein herschieitenden schwarzen Domino Dienstmann No. 13 : erregte oaS Paar allgemeine Aufmerksamkeit. Man er ging sich in Vermuthungen, man suchte . . r r . . . rn umer oem i.qwarzen vommo Varon:, Grafen, Banquiers :c. die schwere Menge, aber alle Anspielungen, der daS Paar umschwärmenden Masken waren erfolglos, das Räthsel blieb ungelöst Auch die junge Wittwe, welche in der Gesellschaft nicht unbekannt war, ver dankte eS dem schwarzen Domino, daß man sie nicht entdeckte, man vermuthete keinen Herrn an ihrer Seite. Sie konnte übrigens mit ihrem Begleiter feyr zu friedrn fein, es gab keinen aufmerksame ren Ritter auf dem ganzen Feste.

.Lassen Sie mich allem ! Er entweicht. Abe braucht nur nach ihm auszuschauen nd unmerklich mit dem Fächer zv-vinkekt. da lst er wie der an ihrer Seile. . ' .Der Mönch dort verfolgt tibfi- mx den Sie eifersüchtig ! ' .Oui, Madame !" Und pünktllH e sorgt er die Commission, indem er zofl

sprühend dem Verfolger in den Weg tritt und, den Arm seiner Dame fest an sich reffend, dies-lb, davon führt , pressend, dieselbe davon führt. Die Demaökirung erfolgt. .Frau X. ist über .ihren Ritter völlig beruhigt. Sie kann sich auch ohne MaSke mit ihm sehen lassen. ES folgen Erkennungsscenen, hei tereSGeplauder. Nr.18 postirt sich stumm neben seiner Dame, der zuerst gegebenen Anordnung gemäß. . - .Sie müssen heiter blicken und mit mir sprechen." ? Nr. 18 neigt sich mit liebenswürdigem Lächeln zu seiner Herrin und fragt, ob er die Ehre haben könne, sie zur Tafel füh ren zu dürfen. . , Die Einladung wird angenommen und der Dienstmann ist darüber entzückt. Eigentlich weniger der ihm zu Theil ge wordenen Gunst, als der bevorstehende Mahlzeit wegen. Denn mittels der bis zur Demaökirung üblichen . Federkiele stillt man kaum den Durst, viel weniger den Hunger. Aber auch bei der Tafel ist er ganz Gentleman. Er prüft den Wein mit Kennermiene und genießt ihn mit weiser Mäßigung. Er läßt manchen Gang an sich vorüberwandern, ohne eine Miene zu verziehen und weiß sich doch stillschwei gend satt zu essen. Man sucht ihn in Gespräche zu verwickeln, um aus seinen Worten zu schließen, weß Geistes Kind er fei. Aber er geräth nicht in's Plau dern, fondern antuortet nur mit kurzen, geistreichen oder. witzigen Bemerkungen, die das Interesse und das Ansehen, wel cheS er genießt, erhöhen. Dabei ist er stets jedes Winkes seiner Dame gewärtig und ein Blick derselben genügte ihm, ihren Willen zu errathen. .DaS muß ein Adliger fein." .Der ist gew'ch seh, reich .Vielleicht ein 0s' fizier", so gingen die Vermuthungen, denn No. 13 war von seiner Herrin ge wissermaßen in ein Jncognito gehüllt ; sie hatte ihn' ohne Namensnennung nur als Freund ihres Hauses vorgestellt, und da er sich in seinem Benehmen der Ge sellschaft gewachsen, ja' geistig überlegen zeigte, wozu übrigens gar nicht viel ge hörte, so mußte er, wie man annahm,. schon etwas ganz Besonderes sein. ! . Der eigentliche Ball begann und wie der bewährte sich No. 18. Er tanzte wie ein junger Gott und ließ sich nicht nur von seiner Herrin je nach Wunsch zum Tanze befehlen, fondern auch,wenn sie nicht mit ihm tanzen wollte, konnte sie bestimmen, ob und mit wem er sich un terdeß im Kreise zu drehen habe. So ganz glatt sollte aber die Sache doch nicht abgehen. Beim Cotillon var Frau Zk. von zwei Herren fast gleichzeitig engagirt worden, von einem Trou badour und einem Kreuzritter. Sie hatte den Sänger der Liebe bevsrzugt vor dem Ritter der Religion und letzte ren mit einer kurzen Bemerkung abge wiesen, obgleich ihm nach den Tanzre geln der Vorzug gebührte. Der Kreuz ritter, ohnedies etwas erhitzt vom Wein, war darüber zornig und verursachte eine heftige Scene. Die Griechin eilti zu ihrem Ballherrn, während der Gekränkte nachfolgte, eine Erklärung fordernd. Jetzt beschützen Sie mich !" bat sie ihn. Oin, Madame r war dle Antwort. Was wünschen Sie?" fragte dann der Dienstmann den Ritter. .Herr, wer sind Sie fragte Jener zornig zurück. .Der Beschützer jener Dame, welcher dieselbe gegen Ihre Zudringlichkeit ver heldigen rottor Sie wagen zu behaupten, ich sei zu dringlich?". .Ja." , .Sie sind, es!' bestätigte auch die Dame. .Das ist Lüge !" schrie jetzt der Zor nige laut. . .' - ' Frau erröthete vor Entrüstung, aber No. 18 blieb, wie bisher, ganz gleichgiltig und sagte kalt, als ob er es auswendig wüßte, wie be: solchen Gele genheiten die Redensarten aus einander zu folgen haben : .Sie sind em Unverschämter r Herr, Sie beleidigen mich! Wer sind SieZ-i :?'i : . . .Ein Mann vom Stande sagte der Mann vom Stande. ES war keine Un Wahrheit, denn No. 15 hatte ander Ecke der WilSdrusfer Straße seinen' festen Stand. .Sie werden sich mit .mir schlagen fuhr Jener fort. Der Geforderte warf einen Bus aus seine Herrin. In ihren Mienen las er den Wunsch, duForderung anzunehmen. Er erklärte sich gleichmüthlg dazu bereit. ' .Hier meine Karte, ich 'um Offizier vom Regiment Bitte um die Jh rige sagte der Kreuzritter, während sich em reis von Cavaiieren um die Strer tenden sammelte. ' - Der Dienstmann griff m die Tasche. Da hatte er freilich nur seine Garantie marken. Andere Karten besaß er nicht. Er erklärte also, er habe leider sem Kar tenporteseuille. nicht bei der Hand, fein Name sei .Frangois von der Eck . Niederländischer Adel fagte emer der Herren. Ja, niederländisch meluie der Dienstmann, indeß die Griechin ein Lä cheln nicht unterdrücken konnte. Gut, bestimmen Sie Zeit und rt , ries der rauflustige Kreuzritter. Das pflege ich aewöynlich den Leuten zu überlassen, die mich fordern Der 2.?-m r v ik 5u:eniimann ,aulr uurau urnuci iciuc Unwahrheit. ... .Sie pflegen oas fo ?" fragte em Freund des Ritters besorgt: Kommen denn bet Ihnen derartige Handel o oft vor? .Ja, ich thue gern einen Gang, und es findet sich dazu immer Velegenyeil, er widerte derDienftmann gemüthlich. Man sah sich im Kreise besorgt an. Auch der Kreuzritter kam wieder außer Faffung. .Sie werden morgen Ihren letzten Gang thun, denn ich werde Sie tödten rief er, doch sein Gegner lächelte ironisch: CT B iMi.ViH CZLl ntAt 4&t C Im. - .. . . 'i r v r . , jua uiiuiu gi( uiuji iuu. ?r lS vik m einer ,viqen e

stimmt!) eit, daß man um daS Leben deS Offiziers immer mehr besorgt wurde. .DaS ist ja ein wahrer Eisenfresser r hieß eS. .Der spricht von einem Duell, wie von einer Partie Schach !" Nachdem der Kreuzritter, freilia, 'iem lich kleinlaut. Zeit, Ort und als Weisen Pistolen bestimmt hatte, versicherte er, mit seinem Geschirr rechtzeitig zur Stelle

ylu . . . . . t;?,? I ti&Uä ist die Hauptsache," bestätigte der ... r.; ienstrtt5NN? Wann engagnle er, oa soeben der Tanz oegann, icine name zu einer' Polkck .Mazurka, die sie ihm aus der T.inzkarti vorgemerkt hatte. . Erst denMoenstunden geleitete er seine Henin, die ssch außerordentlich gut amüsirt haue, nach dek.'Wagen und fuhr mitderselben ach Haufe. 3? de Salon erhielt Fr seinen Lohn f die gelel ny TOtfrMTrft KOljn des 4Vt VV-Vl.fc. V ' . hatte aber dafür tm iinawich Grundlage. Er bestand m ysrlen lern, welche gegen Marken dtf Instituts eingetauscht wurden. Schlieiq fugte dir Dame kwq em anständiges Trinkgeld und ein freundli cheö Lächeln hinzu, was der Diek7fimann dankbar annahm, indem er sich fr wit tere derartige Commissionen zur geneig ten Berücksichtigung empfahl. Er sing nach Hause, säuberte feinen BaLanzug, trug denselben zurück zu- Nedon mS Z5rackverleihMagazin und begann dann fein Tagewerk. Als die Stunde des Duells gekommen war, begater sich mit seinem Geschirr, der Dienstmannökarre: an das Eingangöthor des Großen Gar tenS, dem Orte des Rendezvous.. Ok er boshaft genug,. sich seinem Feinde in DienstmannSUnisvrm zu Präsentiren, oder ob er daraus rechnete, nlchr aner kannt zu werden und nur der Pünktlich keit wegen kam, oder endlich, ob er vor aussetzte, sem Gegner werde überhaupt nicht kommen, dies läßt sich nicht ergrün, den. Kurz: Franois von der Eck' war pünktlich zur Stelle. Aber sei Gegner, der Offizier erschien nicht. Der selbe hatte entweder den Ehrenhandel vergessen oder er fürchtete, dem Fremden gegenüber, der so gleichgültig von.Gän gen- sprach und so sicher war, nicht ge tödtet zu'verden, einen schlimmenStand zu haben. Er hätte ruhig kommen können, mei ne Gänge thun ihm nichts sagte der Dlenstmann philosophisch und fuhr sem ftt - t X-t Westyirr wreoer zurua. Im Sommer des Jahres, in welche diese Geschichte vorsiel, verschwand de, Franzose' aus den Reihen der rothen Dienftmänner. Gleichzeitig verließ Frau X. die Stadt. Man sagt, sie hätte ihn als Reisebegleiter und später sogar als legitimen Ehegemahl engagirt. Wenn sich dieses gut verbürgte Gerücht bestö tigt, ob er ihr dann immer noch so pünktlich Gehorsam leistet, wie damals auf dem Maskenbälle? Ver fchiedene Kenntnisse. rry . jt i . . ? c ' in eqies eruner mo erzaou oigen des : .Wie ick noch 'n janz kleenerJun ge war, da sagte ick 'mal zu meinen 01. len : Vater, sage ick, ich will rudern ler nen. 35 zur, agr er, lerne VU mal! rudern. Ick lernte also rudern. Nu' wie ick nu' konnte, da ruderte ich immer oben bei Stralau die Leute in einenKahn über die Spree. Eines TageS kommt och een janz feinerberr, der winkt mir un fragt : Junge, kannste rudern ? Jawohl, sage lck, lck kann rudern. Na, denn ru. dere mir 'mal 'rüier an det tenseitige Gestade. IS jut, sage ick; sejen Sie sich man rin in die Jondel, un denn ru derte ick also los. DerHen kuckt mir 'ne Weile an, un denn fragt er : Junge, kann pe lesen ? Nee, sage ick. Denn hastDu em Viertel DemeS Lebens umstonst ie lebt, sagt er. Et wird windig, sage ick un kucke in de Höhe. Drnn fragt er mir : Junge, kannste fchreiben ? Nee 1 Denn hast Du dieHälste Deines Lebens umftnft ,elebt, sagt er. Ick sage:. Et wird sehr windig. Nu' fragt er noch' mal: Junge, kannste rechnen! Neeee! sagte ick. Denn hast Du drei Viertel deines Lebens umsonst jeleht, sagte er ! Et wird ungeheuer windig, sage lck, und kucke wieder in deHShe. Uff eemal kippt die Jondel um, un wir liegen alle Beede int Waffer. Ick sage : Können Sie schwimmen ? Nee ! sagt er. Denn haben Sie Ihr janzeö Leben umsonst gelebt, sage ick. Adle ! Se haben ihn aber trotz, dem un dennoch unjeachtet noch lebendig rauSjeftscht." E,n yarter Wrnter- war von 1740 zu 1741, deffenStrenge sprich wörtlich geworden ist. Ganz Europa hatte darunter zu leiden und der Scha den, den die Kälte verursachte, war ganz ungeheuer. Eine schlensche Chronik er zählt, daß eS unmöglich war, dieZimmer zu erheizen, denn die Construcktion der Oefen erwies sich als ungenügend ; väh rend der Ofen glühte, bedeckten sich die Fensterscheiben mit dicken EiSrustm, die wochenlang Nicht abthauten. Wer dem schneidenden Winde nur tausend Schritte entgegenging, war an allen Gliedern er starrt und auf derHaut bildeten sichBla sen, welche nur durch anhaltendes Reiben mit Schnee zu beseitigen waren. Was' ser vom dritten Stockwerke herabgegos sen, langte als klingender Eiszapfen un ten an und dieTodtengräber mußten erst große Feuer anzünden ehe sie die meh rere Ellen tief gesroreneErde zu bearbei ten vermochten. AlleFlüffe und Teiche, wenn ste mcht sehr tief waren, bildeten btS auf den Grund eine einzige Eismasie und fast überall wurde der Flschbestand ver, nichtet. Schafe und Rinder erfroren in denStällen, daöWild lag massenhaft todt m den Wäldern und die Bogelvelt gmg fast ganz zu Grunde. In Schweden er lagen über 2000 Menschen derKälte und m Ungarn starben grgen Ls),000 Rmder. Erst im April trat milderes Wetter ein. aber es dauerte noch lange, ehe der Bo den soweit erweicht war, dav die Feldar beiten begonnen werden konnten. Mittel für Gehörleidende. .Meinem Jungen ist'5 so vorS Gehör gesallen, daß ich fürcht', er wird mir taub.' .Da rath' ich Jh. laV er ihm alle zwei Stunden mit en Waldhorn gehöng . rt. .. k c . . r. . 'rf . I . . . ' " ? rni um omien. oa ntro'fl ntnar vain rsttver ausgevn.

Ritters pflegt sonst wohl in sö&tun zu bestehen ; hier war er weniger ü

reelles

Qltt Sänger und ein Held'. Schon wieder kränzt Paul Deroulode Sein Haar zu? Siegesfeier: . Er hat im muthigen Männerstreit Erschlagen Herrn Eugene Mayer. Ha, wie der Sieger der Rue Saint Mare . In hellem Zorn entbrannte. Als Mayers Laterne" ihn kurz und schlicht Einen Gaffenjungen nannse. . Den Königen gleich kann Monsieur Paul Die Wahrheit nicht vertragen. . Mit zweien Freunden zog er au5. Den Mayer zu erschlagen. Als Mayer im Theater saß. Erschienen die edeln Brüder; Mit Fäusten und mit Stöcken schlug Das Trio den Einen nieder.

Wlrtfcs feot.i. ffi rwi i I 7 ""e llll) xicslycr, oo zme .! Mußt' er zur Flucht sich wenden. i?., um uno einen Rockschoß ließ Er tn der Sieger Händen. Es eilt Herr Paul, dle Siegötrophä'n Zum Klublokal zu bringen. Höchst eigenmündig wird er dann Die Heldenthat besingen. Er trägt die Leier und das SSmttt. ' ß.t tämbh und dlAiit o;,w Zugleich ein Sänger und ein Held ffC. . . " s Tinoer man leiten vleder. Wie passen j. trefflich Kampf und Sang5 Er ficht feine Eontroverfen Mit dem Knittel aus und besingt siH Hm In den schönsten Knittelversen. Der tünfttge Herrfoer. Wer wird herrsche in Egypten, ttT li . t. . . k n n uctiu vct tieg orruoei 1(1 Wer auf diese atofo ffraae Doc schon heute Anhört müßt l Wird als Vice veiter henschen Der bisherige Despot Dem das Hest Arabi Pascha .' .... . leuqiings zu enirelken vrsyt i Herrscht vielleicht der abgesejte Ismail alsdann auf's Neu ? Herrscht der Türke? Herrscht der ArÄe? oer gar Arabi Bey ? EinS allein scheint gegenwärtig Unbedingt der Wahrheit nah : Schon in allernächsten Tagen Herrscht daselbst die Cholera! SächsischeLyrik. I Ihr schenen Schterne, nehmt'S nich' ibel seld yibscy gemlthllch, wenn zur Nacht In Barne ich aus meinem Stibel Wehmithig lächelnd eich betracht' ! Seid ja rnch' beese, liebe Schterne. o kell, wie mir, so mollig rund. Die ihr so lieblich scheint uff Bärne. Du großer Bär, du .kleener Hund iocy ens, lyr lleenen Ftterraochen, Merkt eich ämol hibsch ordentlich : So scheen wie uns're Bärnschen Mäd chen So himmlisa scheene seid ihr nich'. Mikado Streifschuß. ES war an einem Sommertag, Da hab' ich sie geseh'n, Sie stieg m'S Eifenbahncoupe, Ich blieb am Perron steh'n. Ihr Auge hat mich nur gestreift. Und doch ich sag' es frank ! Ich liege nun für alle Zeit An diesem Streifschuß krank. AuS der JnstructionSstunve. 1wterossi,ier: .Was tbut der Sol dat, wenr. er sitzt 1" Soldot: Er steht aus, wenn ein Vor gesetzter vorbeigeht." Gewissenhaft. .Wo gehst Du hin?" .Nach Posen." .Was machst Du da?" .Ich mu schwören .In was- for 'ne Sache V .Was mer wird vorkommen Bedingter Gebrauch. .Aber Kinder, was lauft ?ibr denn bei dem schönen Wetter mit dem Reaenscbir. umher?" Ja. wenn's rean't. kriea'n mertt.nl da nimmtn de Mutter selber." Egoistische Wohlthätigkeit. Bettler lbei einem Banauier bettelnd und auch 2 Vfenn?2e Almosen erbak. tend): .Gott ve'.gelt's Ihnen tausend mal, guter Herr Banquier : .Wa5 habe Se gesagt? Soll mer's Gott ver gelten tausendmal ? Werd' ich Jhneu schenken e' Mark !" Triftiger Grund. Fräulein Bertba ist bei eiser Zreun bin auf Besuch und befolgt nur ungern den Besehl ihrer Eltern, heimzukommen. Sie versäumt aber den Lug und tele graphirt deßhalb, sroh, einen Grnd für längeres Bleiben aefunden ?a baben. nach Haufe : .Weil Zug . versäumt. komme ich erst m acht Tagen. Bertha.- . Zwei gute Kalender. Buchbinder ,'einem Bauern Kalender verkaufend): .Also, guter Freund, hier xc.ri. rc..ju . v. . r k- . , urnn uuy cuicii . u ucui yuz Xiti cy. a... v ... : ...v. , uicyi ucuuuc, uuyccu ici UNverN M. schöneres Wetter." Derbe Zurechtweisung. .Aber. Jobann. habe & Dir nick! ; aufgetragen, mich zu holen, wenn mich k v r. . .. . rr . n emano i.preqen woue z .Ick bab' Euer Gnaden im ffnff,,. Haus und im Casino gesucht, ber Euer gnaden waren mcht dort ! .DaS ist nicht möalick. iö ar m jetzt im Castno ich sag's halt. Du bist ; sCC.T Ka f ! . T . m wfc M U ( 8 vpiciQcn , nicht findet . Schwäbisch. Jörael. .öorchcr Äetter. as sllet: Ihr denn aus Eure'Vueba mache ?" ZZriedr. .Hm, fchü wohl en Diplo nale, ver lann vuq lüaga wie gedruat

?

A , ; -r - - -; - .