Indiana Tribüne, Volume 6, Number 14, Indianapolis, Marion County, 2 October 1882 — Page 2
Judiana HriAme. Zjüqt nud HonalaZsansgeLe. Oiücci DelawareStr.
K.Pral as second-cla matter at the rtoilice at Indianapolis, lndiauh. .bvnnementS-Preise : tftaliÄ Ausgabe 12 Ctt. per Woche. SonntagSanZgaie ....... 5 6t. derAumrner. eide zusammen .16 Cts. per Seche. ST T)a Taqdlatt erscheint jeden Nachmit. 'a ,.. 4 Uhr. Die Tonotagsaukgabe ,?icheint des MorgeS. TribirnePuMisliing Company. Indianapolis, Ind., 2 Oktober 1882. Demokratisches iaat$ - Xi&et. v Für taatt.Tt!rt.1r: : William NMherö.don Mdifon. SW ?la,tz.Audltor: James H. Nie e, van Flohd. Fiir St,tZ.Schaimifler: John I. C o o p e r, von Mario ü? StaatILchulsupkri?tkndnt: I o h U W. Hole ombe, von Folter, zzar 'sneral.nu,att:F r an ciö T Hord, donBartholsmev. Für Slerk der Suxrem. Court: S i m o u P. S h e e r i n, von Caß. - ... Für Richter der SuxremCourt: 1. Distri!t-W. E. N i b l a ck, von Knox. 2. , -G e ö rg e V. H o v k, von Flohd. 3. llenZollar, bor. Allen. k ' l Kerlcht5.v,;Irk. jf FSr Richter: Al.rrander C. AyreS. ffür Ctaat.nwall : Frank M. Wr'ght. I f t Für SongreS. ?. Diftrkkt. ?! - "Miam . Snglish. '' J Demckrätkschts Oountp.Iicftt. Für Senator. Dr. W. B. Fletcher Repräsentanten: mti Liesse WiUsit, Ia)nR.Wi!son,. E. B. Howlaud, William D. Bhaun John C. Ferriter. e. . fl Sounty-EommilsZke: 1. Distr kt Rrchard Seynour. ,2. i. -THenry Cimber. 'Joseph Lostin. ttlerl: , Robert L. McOuat. 4 .Sheriff: , , Daniel A. Lemon. ' f ' Schatzmeister: Sli Heinkh. Auditor: Thomaö H. Litzenberg. Recorder: i' CornettuS Kelle. j Eyroner: 'i r 5& . Dr. C. N. Metcalf. "" Erirnlnäl:Richter: Pieree Norton. EurriorSourt Richter. N. B. Taylor, j f,Jhn Ä. Holman, , v Frederick Heiner. Surveor: D. B. Hoibrook. Schön, senn wahr. Daß Paris nicht Frankreich und du Pariser zurchäüS nicht d e r Franzose ist,' dürfte trotz Victor Hugos überschseng liche Gedichten 5und d: Lärm der hauptstädtischen Politiker kaum noch be zueiselt werden. Am besten hat daS Gamdetta erfahren, der den französischen Geist nach dem der Pariser beurthellte.u. in Folge dessen schmählich zu Falle kam. Auch Herr Paul Deroulede, der bekannte Deutschenhasser, ist im Lande gründlich abgeblitzt, denn als er an alle Schulleh m Rundschreiben und Bündchen feiner kriegerischen Gedichte sandte und um Anwerbung von Mitgliedern für die Patriotenliga bat, erhielt er nicht eine einzige Antwort.' Dessenungeachtet er scheinen unS die nachfolgenden 'Behaup -tungen eines burgundischen Correspon denten der. Wiener , 91. Fr. Presse" et vaS zu Aewagt.' Man kann wohl in der Hauptstadt,. - geblendet durch die strotzende Wohlhabenheit, den entfalteten Glanz und die Pracht, hie und da oder gar fortwährend chauvinistisch ge stimmt sein sagt dieser Correspondent, .auf dem flachen Lande ist'S ganz anderS. Der Bürger sowohl als der Land mann wollen in keiner Weise von Krieg spreeherz .hören, .und sei eS mit welcher Mscht.immer. Man hat des Leides genug irnfoilit in der traurigen Zeit von 1870 bis 1871, um sich nicht abermals in ein Abenteuer zu werfen. Die ver bluffenden, von uns ganz und gar unerwarteten Siege Preußens im Jahre 1870 71 Ehrten uns nur zu deutlich, welche Richtung wir einzuschlagen haben. Das Solhatenleben und der Krieg sind nicht mehr wie ehedem der Beruf des französischen Volkes.. Nur mit Wehmuth und Kumtter sehen die Eltern ihre Söh ne, diese blühendste Arbeitskraft . des Landes, dem Hause entnehmen, und schweren Herzens ziehen die jungen Leute von bannen. Man will hierzulande und ich xtlt'mt iarnit ganz Frankreich nichts von Krieg wissen. Die französi sche Nation ist von einem - tiefen . Frie denSbedürfnlg 'durchdrungen, und die Pression für eine allgemeine, Entwaff nung würde sich schon längst offenbart haben, wärt; man vergewissert, daß Deutschland eine solche in seinen Landen ausrichtZz durchfre. . Eben dieses Ver traueki zu Preuen, beziehungsweise zu Deutschland mangelt bel unS vollends." ES czvohl richtig fein, daß auf den kriegerieu. Rausch der Katzenjammer aesolgt , st und dem. Lande seine Last zu schwer zu werden beginnt, aber schon der Umstand, daß man nicht entwaffnen will.
weil man C) anged'.lH vor Preußen fürchtet, beweist zur Genüge, daß der Geist des Militarismus noch nicht ge siorben ist, sondern nur - schläft. Preu ßen, das muß sich jeder vernünftige Franzose sagen, hat in Frankreich nich!S mehr zu holen. Es muß feine Augen beständig auf den russischen Coloß ge richtet halten und würde sich freuen, wenn ihm von Westen her gar keine Ge fahr mehr drohte. Frankreich kann ent schieden viel eher mit der Abrüstung be ginnen, als Deutschland, und' wenn eS statt deffen immer neue Regimenter schafft, so ist seine Friedensliebe nicht aufrichtig. Sie ist nur eine Folge des SchwöchebewußtseinS. Ein großes ste hendeS Heer, mag es von einer Republik oder von einer Monarchie unterhalten werden, ist eine stetige Gefahr sür den Frieden ; . Trubel in Dakota.
Wie von Grund ForkS, D. T. berich tet wird, läßt die Bundesregierung zur Zeit daS ganze Land nördlich von Devil Lake in einer Breite von 40 Meilen und einer Länge von ungefähr 20 Meilen durch BundeS'Geometer vermessen, welche bei dieser Arbeit von einer Abtheis lung Truppen auS Fort Tötten unter Commando des Lieutenant Scott vor etwaigen Angriffen der Ansiedler auf dieser Landstrecke beschützt werden. Das Gerücht geht, die Bundesregierung be absichtige, die fragliche Landflrecke zu der militärischen Reservation des Fort Sot ten hinzuzuschlagen und zwar aüs fol gendem Grunde : Bei dem GenerallandBureau in Washington sind Beschwerden darüber eingelaufen, daß am nördlichen Ufer des Devils Lake die wenigen vorhandenen Waldbestände von Eindringlingen, die hierzu nicht das mindeste Recht hatten, abgeholzt und verkauft würden, sowie daß andere Ein dringlinge dort große. Strecken Landes in Besitz genommen hätten, welche diese Ländereien von gemietheten Ardeitern zum Theil bestellen ließen und hierdurch verbuchten, sich mit Umgehung der Bestimmungen des Heimstätte. Gesetzes ein Besttzrecht an jene Ländereien zu sichern. Speziell gegen den Lieutenant Creel war die Anklage erhoben worden, daß derselbe an diesem Landschwindel betheiligt sei und durch Arbeiter unter Aufsicht eines ehemaligen Viehhirten aus Montana ungefähr 4,000 Acker Landes theilweise urbar machen lasse, um solche hierdurch in seinen Besitz zu bringen. Der Gouverneur von Dakota war beaustragt worden, die Angelegenheit zu untersuchen, hatte bei einer von ihm unternommenen Reise jene Beschwerden zum Theil begründet gefunden und empfohlen, das fragliche Gebiet de: militärischen Reservation von Fort Totten einzuverleiben. Wäre das ganze Land in.detrügerischer Weise in Besitz genommen worden, so würde man ein derart! geS Verfahren nur billigen können, dem ist aber nicht so, sondern aus dem Lande leben gegen 1000 Ansiedler . mit ihren Familien, welche daS Land m Gemäßheit' des HeimstättegefetzeS wenigstens faktisch erworben haben, roenn auch viele derselben den formellen Vorschriften des Gesetzes seither nicht nachgekommen sind. Unmittelbar am Ufer des SeeS befinden sich sechs kleine Niederlaffungen mit HotelS, Postansialten und Hunderte von Farmen, auf denen von 40 bis 100Acker Landes urbar gemacht worden sind. Die Ansiedler in jenem Districte halten In-dignatlonS-Verfammlungen ab und ha ben ein Comite von fünf Farmern er nannt, welches mit dem Congreß-Dele gaten des TerritoriumS,HerrnPettigrew, der sich zur Zeit in St. Paul aushält, über die Schritte berathen soll, die der ihnen drohenden Gewaltthätigkeit gegen über einzuschlagen sind. Weibliche Advokaten. Fräulein Mary Hull in Connecticut hat sich dem Studium der Rechtswisienschast gewidmet, hatte die -Prüfung, welche der Zulassung zur advokatorischen Praxis vorauszugehen hat, mit Ehren bestanden und.um di:se Zulassung nachgesucht. Die Entscheidung über diese specielle Frage, sowie über die Frage der Zulässtgkeit von Personen weiblichen Geschlechts zur Advokatur überhaupt, war der Supreme Court des Staates übertragen worden und letztere hat zu Gunsten des Frl. Hall und der Frauen überhaupt entschieden. Der Vorsitzende Richter Park und der Nichter Carpenter finden im Gegensatze zu ihrem College Pardee, doß die Statuten des Staates keine Bestimmung enthalten, welche die Frauen von derRechtspraxis ausschließt. Die einschlagende Bestimmung lautet: .Die Superlor Court hat zur advoka torischen Praxis alle Personen zuzulas sen, welche ihre Befähigung zu solcher in der vorgeschriebenen Weise darge than haben.- Die Entscheidung führt dann folgendes weiter aus : Die Bestimmung der Statuten ist so klar, daß die Entscheidungen der Ge richtshöfe von MaffachuttS, Wisconsin undJllinois, welche sich fÄrAusschluß der Frauen von der Rechtspruxis auSgespro chen haben, unser Urtheil nicht beeinfluffen konnten. Außerdem mußten wir berücksichtigen, daß die Legislaturen verschiedener Staaten somobl als der Congreß in vielen Fällen durch ihre gesetz geberischen Erlaffe gezeigt haben, daß sie im Principe daS Weid als berechtigt ansehen, öffentliche Stellungen zu bellei den. In allen Theilen des Lande werden,, ohne daß sich jemals anmaßgebender Stelle ein? Stimme des WidersprucheS erhoben hätte, Frauen mit der Verwaltung vottPostämtern betraut. Der Congreß hat in Betreff der Anstellung' voi PensionS-Agenten ' den Präsidenten ermächtigt, diese' Beamten 'mit Zustimmung deS Senats zu ernennen, diese Ernennungen für eine Reihe von vier Jahren zu achen, die Besoldungen festzusetzen und die Höhe der von den Beamten zu bestellenden Cautionen zu bestimmen. Während der letzten Sitzung des Congresjeö wurde eine verheirathete
tfrau in Chicago zum dritten Male als Agentin sür den Stca:JllinoiS ernannt, und im Senate erhob sich nicht eine einzige Stimme gegen die Bestätigung. Auch die öffentliche Meinung ha! diese Anstellung und Bestätigung gebilligt, denn die Presse hat nichts gegen dieselbe zu sagen gehabt. Endlich ist es eine Forderung der Gerechtigkeit, jeder Person volle Gelegenheit zur Entfaltung ihrer besonderen Thätigkeit und Geschicklichkeit zu geben, und diese Gelegenheit darf nur in solchen einzelnen Fällen beschränkt werden, wo daS Gesetz dies ausdrücklich vorschreibt. Es liegt sonach nicht der mindeste Grund vor, der das Gericht veranlaffen könnte, von der wörtlichen Auslegung der ange führten Bestimmung der Statuten ab zugehen und es werden, so lange jene Vorschrift besteht, im Staate Connccticut Personen beider Geschlechter zur advocatorischen Praxis zuzulaffen sein, falls sie ihre Qualisication vorschristsmäßig erwiesen haben. Diese Entscheidung eines obersten Ge richtöhofeö ist für die Frauenrechtö.Jra ge im Allgemeinen von Bedeutung. Frauen haben zur Zeit inMiffouriund Connecticut das Recht, als Advocaten zu practiciren; laut eines vom Congreffe im Jahre 1879 passirten Gesetzes sind dieselben zur Praxis vor dem Oberbun desgerichte zugelassen, vorausgesetzt, daß sie vorher mindestens drei Jahre lang vor dem obersten Gerichtshofe eines Staates, Territoriums oder deöDistriktS Columbia practicirt haben. In Wyoming haben die Frauen bekanntlich daS volle Stimmrecht, in Colorado ein befchränktes Stimmrecht, in Massachusetts können sie.bei der Wahl von Schuldehörden und Schulbeamten stimmen, und dort, sowie in New York sind sie alsMitglieder von Behörden wählbar, denen
die Aussicht über Wohlthätigkeits -:Anstalten übertragen ist. Unse,e GroKstSdte. . , - Herr Othenin d'Hauffonville war bekanntlich bei der Centennial - Feier in Jorktown einer der Repräsentanten der französischen Nation. Derselbe veröffentlicht zur Zeit die Eindrücke, welche er in den von ihm besuchten Theilen der Ver. Staaten empfangen hat, in der Revue des Deux Mondes. Von den amerikanischen Großstädten und speciell von New Vor! rühmt er,' daß sich in solchen das Laster und die Ausschweifung viel weniger in denStraßen breit machen, als in den französischen und englischen Großstädten. Jeder Reisende, der das Leben m London und Liverpool selbst nur . oberfläch lich kennen, gelernt hat, ..muß Herrn d'Hauffonvllle Recht geben, wenn derselbe behauptet, die Straßen in New Zjork. machten am Aber.d und zur Nachtzeit den genannten englischen Städten gegenüber einen entschieden ehrbaren Eindruck. In den letzteren drängt sich die. Prostitution in einer so , schamlosen Weise aus, wie sre ,n unseren Großslaoten unerhört ist. Abgesehen davon, daß diese Oeffentlichkeil des Lasters allen anständiaen Leuten zum Aergerniß gereicht, wird sie für Viele ein Anlaß zur Ver führung, die noch unverdorben genug sind, daß sie das Laster nicht suchen. Für den, der sinden will, bedarf eS freilich keines langen SuchenS, aber wenn auch zugegeben werden muß, daß der Cultus der Unsittlichkeit in unsernGroßstädten in nicht geringerem Maße getrieben wird, als in den europäischen, so ist doch in diesem Falle selbst der bloße Schein größerer Ehrbarkeit gewiffermaßen eine Tugend . . " - Uevermuly. Während der irische Pächter vor Erlassung des neuen Landgesetzes nur mit Hülse seiner Landsleute in, Amerika und Australien feine Rente zu erschwingen vermochte, errichteten die Lords in Jrland Herrenhäuser und Parkanlagen, die manchem Fürsten imponirt hätten. Waö sie domäin" nennen, ist 'mitunter ein erstaunlich großes Areal. Lord Watford beansprucht für sich 3000 Acres, err King Harman 2000 Acres. Auf einem anderen Sitze fährt man nach der Abbiegung von der Landstraße fünf Meilen weit auf .einem Privatwege, ehe man das HauS erreicht. Viele dieser .Mansions enthalten 40 bis 80 Zim mer, die in der luxuriösesten Weise ausgestattet sind. Aus den abgelegensten Landsitzen findet man zuweilen die kostbarsten Gemäldegallerien. . Leute, die das anständige Jahreseinkommen von. 550,000 haben, vaS )t aus oen Paa tern herausschinden, haben ein Garten und Parkareal, sür deffen Jnstandhal tung man in England dreimal so viel haben müßte. Es war daher kein Wunder, daß die Lords jammerten, das neue Landgesetz muffe sie ruiniren. ' Sie kamen jhat sächlich mit ihrem Vermögen nicht auö, und nun setzt die Landcommission in den meisten Fällen die Pacht auch noch um 10 bis 30 Procent herunter. Die Folge davon ist, daß die großartigen Herren Häuser nicht mehr angestrichen werden, die Gärten verwildern und - die Parks ver fallen. Vielleicht ist das noch nicht das Schlimmste, was die englischen Lords in Irland' zu erdulden haben werden. Billig genug! Für $24.40 - eine neue Nah-Maschmc mit vier Schubladen, (Singer tjic) mit allem ult hör und aus d Jahre garannrt. ' Singer-Nadeln G sür 5FtL. Oel zu 5Uts. Wileox Wbite PAHL0K-0 TL G IC L IV erden gegen Ratenzahlungen erkauft. Musikalien zu 5 Cts. per Exemplar. Horton SS Blake, Ro. 47 Nord Illinois Straz?
OpiUMhanvel.
Die Forderung der ösfentliäen Mei nung in Großbritannien, die Regierung solle die Production und Auösuhr des Opiumhandels in Ostindien verbieten und unterdrücken, tritt immer lauter u5d dringender hervor. In London hat sich ein AntiOpium-Club- gebildet, der zahlreiche Mitgliederzählt und in öffentlichen Versammlungen, in Broschüren und in Zeitungen gegen das Opium agitirt. Der Erzbischof von Canterdury gehört zu den leitenden Mitgliedern des Clubs und andere Geistliche und Laien von hohem Range nehmen dieselbe entschiedene Stellung gegen den Opium Handel, wie die Abolitionisten vor hundert Jahren gegen den Sclavenhandel. Die britische Regierung bezieht auS dem Opiumhandel und zwar theils durch die auf die Production und Ausfuhr deffel ben gelegten Steuern, theils , dadurch, daß sie seine Verarbeitung sür denMarkt monopolisirt hat, wie in Bengalen, sehr bedeutende Einkünfte. Aus der anderen Seite hat das jetzt bestehende System auch seine Vertheidiger, und diese mach ten namentlich in der letzten Sitzung des Parlaments, in welcher über' die Ange legenheit verhandelt wurde, ihre Stimmen geltend. Allseitig wird zugestau den, daß der gewohnheitsmäßige Genuß des Opiums seine Opfer physisch und moralisch ruinire. In England selbst ist das Opiumrauchensehr wenig ver breitet und nimmt dagegen der Gebrauch subcutaner, Einspritzungen von Morphin in derselben Weise übcrhand, wie in den Ver. Staaten. Auf diese Unsitte werde ein Verbot der Opiumproduction inOstindicn keinen Einfluß haben, denn Mor phium und Morphin wird die ärztliche Wiffenschaft nie entbehren können und eine durch das Verbot , der Opiumpro duction etwa herbeigeführte Preissteigerüng würde diejenigen nicht abhalten, die der gesährlichen Unsitte einmal, verfallen sind. Daß ferner die Unterdrükkung der Opiumproduction eine Abnahme des Opiumvcrbrauches in. China, zur Folge haben werde, könne nur von unklaren Philanthropen behauptet werden. Letzterer Einwurf wird' namentlich von den ProoinzialbelzSrden in Hindostangemacht.' : ' .'' : ' ' In China gehört der Consum des Opium in so hohem Grade zu den Le-bcnSgewohnheiten-der Bevölkerung, daß diese, sich untcr.allen Umstünden Opium verschaffen wird Im nördlich?, China wird bereits Opium erzeugt, aber nur von dem ärmsten , Theile der Bevökerung genoffen, da die Wohlhabenderen das ostindische Opium wegen seiner, grö ßeren Reinheit vorziehen. Persien eig net sich außerordentlich zur Erzeugung von Opium und würde deffen Hcrstellung sofort im Großen betreiben, wenn es an China einen Kunden erhielte. Die chinesische Regierung endlich erläßt von Zeit zu Zeit Edicte gegen die Einfüh rung von Opium, setzt solche aber nie in Krast, sondern gestattet- sogar die Her stellung der Drogue im eigenen Lande nnd belegt den, Artikel, dessen Einsuhr strict verboten ist, mit einem 'Einsuhrzoll. ' ' Der Ertrag der Opiumsteuer, beträgt durchschnittlich acht Millionen Psund Sterling im Jahre. Die Vernichtung dieses Industriezweiges würde nicht nur die Regierung zwingen, auf andere Ar tikel eine Steuer zu legen, sondern auch Millionen vernichten, die in dieser Jndustrie angelegt sind; Trotz aller dieser Gründe wird in England die Agitation gegen den Opi umHandel . täglich größer und mächtiger und die . Regierung wird sich schließlich gezwungen sehen, gegen. denselben in einer Weife vorzugehen, die ihr zu. ebenso hoher Ehre gereicht, wie, seiner. Zeit ihr Kampf gegen den Sklavenhandel. Als Curiosum erwähnen wir noch, daß in angeführter Sitzung' des Parlaments ein ; Redner die Aeußerung that, alle Schritte der Regierung gegen den Opiumconsum' würden ebenso rcsullatlos bleiben, wie-die in einzelnen Staaten der amerikanischen Unon erlaffenen Gesetze gegen den Gebrauch geistiger Ge tränke. Den mäßigen Gebrauch geistiger. Getränke, mit dem allermäßigsten Gebrauch von Opium auf eine -Stufe zu stellen, ist einfach absurd. . Das Dynamit. Der wirkliche geheime Oberpyrotech niler der irländischen Vollblut-Patrio-ten, der sogenannte Profeffor Mezzroff, hat wieder einmal eine Rede geredet, ?n welcher er nachweist, daßDyn'Omit,richtig und energisch verwendender besteFreund, der größte Wohlthäter der Menschheit ist. In der großen Halle der Cooper Union lauschten ungefähr 200 Personen beider: Geschlechter n den .Worten . des Dynamit - Reformators. O'Donovan Roffa hatte natürlich mit 'seiner Hebenswürdigen Seldstgesälligkcit ' einen her vorragenden Platz eingenommen, und ihm, dem wackern , Revolutionär und Patrioten-, brachte Mezzroff das erste Hoch. Hierauf marschirte ein Trupp Soldaten wahrscheinlich Jrländcr vom öö.Regiment in dicHalle ; dieselben nahmen auf das leise ' gegebene Commando' eines Sergeanten .ihre Kopfbe deckung ab, ließen .sich auf den bereit stehenden Stühlen nieder, und zwei von ihneli, eine grüne resp, eine Ver.Staatea Flagge tragend, , stellten sich rechts und links neben dem Redner auf. Ein paar Stellen ans dem oratorischen Meisterwerke dcS'Dynamit'Fanstikers wollen wir den geehrten Lesern nicht vorenthalten: ' ': ' . ."' .Warum sollen wir das Tynamit einen Feind der Menschheir nennen, ist eS nicht vielmehr unser , bester Freund? Sehet auf mich und wartet auf mich, ich conflruire eine M ischine, so mörde risch, so furchtbar zerstörend, so 'vernichtend, daß sie Wunder verrichten wird. Die Wissenschaft gegen die sogenannte Civilisation sei unsere Losung. ' Wenn ein Räuber in mein Hu3 einbricht und vor mein Bett dringt, soll ich
ihn dann mit dem Stuhle, der mir zu Hand ist, niederschlagen, oder soll .ich ihm sagen, er möge warten, bis ich aufgestanden sei und mich angekleidet habe, um dann die Sache in Anstand mit mir auszukämpfen? Die Jrländcr wurden niedergetreten und vernichtet, um aus Irland einen Schießplatz und einen Jagdgrund für die englischen Krautjun ke? zu machen. Die Jrländer verhungern, aber die Königin Victoria stickt ein Taschentuch sür Frau Garfield und häuft Millionen aus Millionen, um solche ihrer scrophulösen Nachkommenschaft zu hinterlassen. Dynamit ist ein legitimes Mittel, und Irland hat die heiligePflicht, es zu gebrauchen. Gehen Diejenigen, die ausgerottet werden muffen, von der Erde in den Himmel ein, so ist es gut, wenn sie möglichst schnell dahin kommen, haben sie sich nach dem anderen Orte zu verfügen, so macht es keinen Unterschied, ob sie 60 oder 40 Meilen in der Stunde zurücklegen. Ihr könnt Tausende von Dollars aufdringen und den
.Inflexible- mit Geschossen überschütten, Ihr werdet ihm nichts anhaben; kauft lieber sür $25 Dynamit und wendet dasselbe nach meinen Vorschriften an und das Werkzeug der Tyrannei sinkt in less than no time auf den Grund Bei jeder Kraftstelle machte der Redner natürlich eine Pause und suhr nicht eher sort, bis ihm der erwartete Beifall gespendet worden. Vom Jnlandt. Der Ins p e c t o r d e r I r r e nanstalt in Brattleboro, Vt., sah dieser Tage einen Mann rasch an der Anstalt vorbeigehen, den er sür einen dort unter gebrachten Irren hielt. Er beauftragte mehrere Männer, dem Manne zu folgen udd ihn . zurückzubringen. Die Wärter wollten Aussehen aus der Straße vermeiden und. gingen daher dem vermeintlichen Flüchtlinge in ein Haus nach, in welches er eintrat. Hier fielen sie über ihn her unb seffelten ihn, und es gelang der Frau des Hauses erst nach langem Bemühen, die Wärter zu überzeugen, daß der Mann ihr Bruder sei, der vor einigen Tagen zu Besuch bei ihr eingetroffen war. ' ' ' : Ein Apfelbaum bei Minneapolis, Minn.hat in diesem Sommer zweimal geblüht und Früchte getragen; letztere hängen noch an dem Baume, und gleichzeitig h 't dieser zum dritten Male. zu blühen begonnen. Die Fischer in St. A u g u stme, Fla., saben kürzlich das Meer an der Küste meilenweit mit einer unge heurcn Anzahl Meerüschen rnulletB bedeckt, waren, aber wegen der großen Anzahl Haisische, die sich zwischen den selben befanden, nicht im Stande, auch nur einen Fisch zu fangen. Bei jedem derartigen Versuche würden sich die Hai fische auf die gefangenen Meeräschen gestürzt und die Netze zerrissen haben. Als kürzlich inN e London, Conn., ein ElShändler einen Block Eis zerschlug, fand er in der Mitte desselben einen leblosen Frosch. In' einen Kübel Waffer gesetzt, erholte sich das Thier nach kurzer Zeit und war bald so munter, als ob nichts Ungewöhnliches mit ihm passirt wäre. Das Stuck EiS war im Februar d. I. gesögt und in das Eishaus gebracht worden. Die Ermordung des Polizisten Joseph Scott, der im Jahre 1878 erschossen in einer Straße don Sacramento, Cal., gefunden worden war, war seither trotz 'aller Nachforschungen der Polizei in tieseS Dunkel gehüllt. Jetzt bat der wegen anderer Verbrechen im Zuchthause zu San Quentln internirte Thomas Hamilton, von GewiffenSbissen getrieben, ein Bekenntniß abgelegt, daß er zusammen mit den in demselben Zuchthause . detinirtcn O'Brien nnd Anderson, sowie mit einem gewissen Eddie Edwards den Scott ermordet hat. Der Aufenthalt des. Edwards ist noch unbekannt. In dem Städtchen Hustisford, .Dodge Co., 2Bi8;, befinden sich 6 Käsefabriken, von denen in diesem Sommer jede für mehr als Z40.000 Milch verarbeitete. ' Fräulein Wood, ein b ekanntes amerikanisches Medium, hält sich zur Zeit in England auf, und erregt großes Aufsehen durch ihreJugend und wirkliche, aber durchaus nicht spiritualistische Schönheit. Sie citirt Geister, daß eö eine Art hat, aber neulich hatte sie nicht die nöthige Vorsicht beobachtet. Kürzlich wurde derGeist der .Indianerin Pacht- cltirt und wie ein Nebelbild er schien ein anmuthiges, hellbraunes Kind, das indianische Kleider, aber durchaus nicht zu viel trug. Die Anwesenden staunten in tiefer Andacht, als ' plötzlich ein hartgesottener Zweifler an dem hohen Mysterium den Strahl auö einer Taschenlaterne aus den Geist fallen ließ und dieser sich als Fräulein Wood entpuppte, die aber in der That reizend aussah.''', D i e A m a na ' Ger m a n So-riety-in Iowa Co., Ja., besitzt 30,000 Acker Land. Aus einem. Theile deffelben wurde in diesem Jahre Gerste gezogen, welche in den der Gesellschaft gehörigen Brauereien zur Herstellung von Bier verwendet wird. Von letzterem wird kein Tropfen an Nichtmitalieder abge-geben,-und VäöBier braucht daher weder versteuert zu werden, noch unterliegt die Fabrikation ' deffelben irgend welche Verboten. ; Die Mitglieder d Gesellschast trinken billiges und gutes Bier. Der Wassermelone n-K ö n ig Doniphan in Boom Co., Mo., hat in diesem Sommer genau 10.000 Früchte zu Markte gebracht. Ein Farmer bei Belle Plaine, Kö., hat, von einem mit Waffermelonen bepflanzten Grundstück, daS nicht 'ganz einen halben Acker hält, für mehr als Z100 Wassermelonen verkauft.. - AlS Ja y G ould dem Chef der .N. Y. Times anderthalb Million Dollars dafür bot, daß er ihm die Gerechtsame der TimeS' resp. daS Blatt selbst abtrete, sagte ihm dieser in'L Geficht, eö gebe nicht Geld genug in New York, die .Times- zu kaufen.
Vor unaesähr 6 Äconaten
erfand ein Cavallerist der Garnison in WallaWalla einen Karabiner, dsr von hinten geladen wird. Der Kriegsmir.ister ernannte eine Commission von Osfizieren zur Prüfung der Erfindung und . " . , . . . . - , v f v deren Bericht laviere ,o grindig, oaoas Gewehr in der Armee cinaefuhrt und dem Erfinder ein Preis von tz0.000sür seme Erfindung bezahlt werben oü. D er zweite Jahresbericht der kalifornischen Weinbau-Commissärr. weist noch, daß innerhalb der letzten zwei Jahre 40,000 Acker Land mit Reben bepflanzt worden sind. Diese Ländercicn werden in vier Jahren einen. Werth von S10.000.000 reprasentiren, wozu noch Gebäude, Maschinen und Gerathe im Werthe von 5,000.000 kommen. Californien hat im vorigenJahre 2,845,365 Gallonen Wem und 209,677 Gallonen Brandy exportirt. Während des Ende vorlg er Woche wüthenden Negensturmes wurde in der Nahe von Heathville,' Northumberland lio., Va., die Frau des Müllers Busch sami.! ihren 5 Kindern von dem Wasser fortgeriffen; alle 6 Personen ertranken. Hr. Busch besitzt eine Mühle, und sein Wohnhaus lag tn kurzer Ent sernung von derselben durch einenDamm geschützt. Dieser brach, und das ganze Haus wurde mit furchtbarer Schnelllgkeit fortgeriffen, während Hr. Busch von der Mühle auS das furchtbare Schauspiel unthätig mit ansehen mußte. Später fand man die Leichen von drei Kindern. Von einer Menagerie un ter Waffer melden die ,N. B- TagesNachrichten" Folgendes: .Die Menagerie in unserem (New Vker) Central Park befindet sich - bekanntlich in einer Art Thal ; dasselbe diente während des letzten Regensturmes als Sammelplatz des Wassers von allen umliegenden hö heren Partieen, so daß die Stelle zu einem veritablen See wurde. In den Men ageriegebäuden stand das Wasser zwei Fuß hoch, und die armen Thiere, welche in den unteren Käfigen eingespart sind, saßen bis an die Hälse im Wasser. Die Löwen, Panther, Tiger, Jaguare Leoparden Hyänen u. s. w. geberdeten sich wie rasend und vollführten einen Höllenlärm. Im Giraffenhaus standen die Giraffen bis an die Knie im Waff:r, und man fürchtete eine Zeit, lang, daß das Gebäude weggespült würde. In einigen von den Menagericgebäuden stand das- Wasser 5j 6 Fub hoch. Die Bären, Büffel und Seehunde mußten die ganze Nacht hin durch im Wasser stehen oder schwimmen, und ein junger Seehund ermattete und starb. Zwei Falken wurden von dem furchtbaren Regen erschlagen, und im Teiche stieg das Wasser bis zum Nest deö schwarzen Schwanes, und dasselbe wurde von den Fluthen fortgespült.' Dom Cutlanp. Das Telephon hat, in ei nigen englischen Krankenhäusern eine unerwartete Verwendung gesunden. Den mit ansteckenden Krankheiten Behasteten war es bisher unmöglich, ihre Angehörigen zu empfangen und sich mit ihnen zu unterhalten. Ersterer Uebelstand ist allerdings nicht aehoben, wohl aber letzterer und zwar Dank dem Fernsprecher. Von den Krankensälen führen Telephonleitungen nach dem Besuchszimmer des Krankenhauses oder selt st ernem cntsernten Gebäude und die Besucher können sich ohne die geringste Gcsahr mit ihren kranken Angehörigen unterhalten. Der russische Minister deö Innern hat behufs Erleichterung einer regelmäßigen Controle über den Einzelverkauf von Büchern, Broschüren und ' periodischen Zeitschriften auf den Straßen, öffentlichen Plätzen. Vauxhalls u. f. w. die Anordnung erlassen, daß den bctrcffindin Unter nehmcrn dcs StraßenVerkaufs nur dann das Recht zu diesem verluhcn werdcn soll, wenn sie genau die Bücher ic. angeben, mit welchen sie han deln wollen. Bcadsitigt der Händler ein ncueü Buch oder Blatt, welches in dem ursprünglichen Veizcichnisse nicht enthalten ist, zum Verkauf zu bringen,! hat er dazu die Erlaubnis von der be treffenden Behörde einzuholen. Für die russische Presse beginnt eine traurige Zeit ; sie ist fortan dem Belieben einer PreLcommission ausaclicscrt. welche aus drei rcactionären Ministern und dem Ober - Prokurator oeö Heiligen Synod zusammengesetzt ist und nickt blos mebr zeitweiliae. sondern j sofortige dauernde Susp.'ndirung über erne Zeltung verdangen kann. Bisher hatte der Minister des Innern nur die Befugniß, eine Zeitung nach der dritten Verwarnung auf drei. Monate zu suSPendiren; das war ein paradiesischer Zustand angesichts desjenigen, welcher von jetzt ab eintritt,, denn soweit geht die Besugniß der neuen Prcßcommisston, den Redacteuren einer suspendirten Zei. tung sür immer das Recht zur Herausgäbe eineö Blattes abzusprechen. Herr Pobedonoözew führt in dieser Commission daS große Wort; damit ist Alles gesagt. DeS einzigen ControlmittelS über die Mißbräuch: und Gewaltthätigleiten, welche Rußlands Unglück sind, will man sich begeben, indem man der Presse den Mund stopft. ' ES ist sehr traurig, daß man in St. Petersburg von solchen Maßregeln das Heil derZukunft erhofft. Unter den Län d e r n, die den Werth der geistigen Entw icklung voll erkannt haben und dieselbe nach Kräften fördern, steht Schweden in der ersten Reihe. Dieser sür arm gehaltene Staat, zahlt jährlich sür sein VolkLschulwesen lli Millionen Mark, bildet seine Lehrer und Lehrerinnen in zmöif Seminaren (deren nördlichstes in Haparanda) und dreuehn Kleinscminaren für die Lehrkräsle der Unterstufe der Volksschule, die,von den beiden folgenden Stufen getrennt, diesen dje Möllchkcit gewährt, ein höheres Ziel zu erreichen. Das höhere Schulwesen zeigt Lehranstalten, Schulhauser und ein organisch gcglie derlkö eyrperjonal, wie ein geschulter
