Indiana Tribüne, Volume 6, Number 13, Indianapolis, Marion County, 1 October 1882 — Page 4

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mtsSs NUGULtz rCT er i mmtwm fr Gegen AnrcgclmäßigKeitcn V w v Leber. Q rfT . . Leber. Leßer. Leber. Leber. gast Du Aopsschmerzen ? Leidest Du an Anuerdaulichöeit? gast Du unreme8 Rlut ? Gebrauche Dr. August König'S Hamburger Tropfen. Ein bewährtes Heilmittel. Gegen Kopffi Menen von sicherer Wirkung. Gegen Anuerdaulichkeit unübertroffen. Gegen Magenleiden von Tausenden empfohlen. Gegen ZZlutkrankheiten von Aerzten verordnet. Die Flasche Hamburger Tropsen so stet 50 CtS. oder fünf Flaschen zei Dollars, sind m allen deutschen Avothe ken zu haben, oder werden bei Bestellun gen im Betrage von $5.00, nach Empfang des Geldes, frei nach allen Thei len der Vereinigten Staaten versandt. Man adressire : A. Vogclcr & Co., Baltimore, Md. I T"!'i"V'-lf"'" ! V i. ,- - --- - - - iin fiilnTi n bekannnteS, vorzügliches Mittel ' gegen Rrieumalismus, Zlekßen i cSellcSt, Hliedn.Zllitzea, rollöeure, Hicht,Kkly.ß, Kkkuzwey, Kusienkeidk. randwunden perfiauchnnaen. Sleise Kak, Hnetschungen. Früyngen, frische 5nttn und KchnittwnudenA .Zahnschmeyen gksw'llkne Arüfie, Koxswey AückenscSmerzen, AnsgesIrungene Kändk cten&f&mttun, Hyrenwey, und alle Schmerzen, welche ein äußer lichcs Mittel benöthigen. Eine Flasche St. Jakobs Oel kostet 50 Cts., (fünf Flaschen für $2.00, ist in jeder Apotheke zu haben oder wird bei Bestellung von nicht weniger als $5.00 frei nach allen Theilen der Ver. Staaten versandt. Man adressire : A. LZogele? & Co., Baltimore, Md. eikinlge ?!idrUlze lix 8mcrl!a.

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!Dit tleetrische VeleuHtnng. Im Jahre 1813 ließ der berühmte Davy einen starken elektrischen Strom wie ihn 2000 Elemente erzeugen, durch zwei Drähte gehen, an deren Enden sich Kohlenstifte befanden. Näherte er diefe einander bis zur Berührung, dann wur den sie glühend, entfernte 'er sie wieder bis zu einer gewissen Grenze, so entstand der uns bekannte glänzende Lichtbogen, Bei der oben angegebenen Zahl von Elementen hatte derselbe eine Länge von 11 cm. Als später Davy die Kohlens

stifte in eine luftleer gepumpte Kapsel mtt starken Glaswänden emfügte, erhlelt er einen Lichtbogen von 18 cm. Lange, Davy nannte diese prächtige Erschei nung dem großen Italiener Volta zu Ehren den .Volta'schen Lichtbogen". Mlt Davy's Versuch begmnt eme neue Epoche im Beleuchtungswesen. Daß das electnsche Licht sich vermöge seiner großen Kraft besonders zur Er leuchtung von Fabriksälen, Leuchtthür s . . ev men UNO uoeryaupl ausgeoeymen nau- . lI men eigne, war selvslverslanollcy, uno viele Versuche wurden angestellt, um zu möglichst günstigen Resultaten zu gelangen. Der praktischen Durchführung stellten sich aber zuvörderst zwei Schwie riakeiten entgegen, die erst nach und nach überwunden werden konnten. Die Unterhaltung einer so großen Zahl galvanischer Elemente, wie die Er zeugung eines energischen Stromes erforderte, war schwierra und tostsmella, und die starke Entwickelung der Saure für den menschlichen Organismus schad

lich. Sodann wurden die Kohlenstlste I' Von emer guten Lampe wird verselbst im luftleeren Raume bald verzehr?, langt :

und der Lichtbogen erlosch. Zwei Pro- a) Beim ersten Durchgehen des elekbleme mußten also gelöst werden, wenn irischen Stromes müssen sich die Kohlen-

das elektrische Licht praktisch erwartet werden sollte. Erstens die Erzeugung ..fh.!rjC... bM .a(i I gUtUUIllUC( lillUll UVll tuptv WtUUl auf Möglichst leichte und billige Art und sodann die Conflruction einer Lampe, in der die Entfernung der Kohlenspitzen stets eine bestimmte sei und welche, wenn die Volta'schen Bogen erlöschen, wieder zur Berührung kämen. Die Wissenschaft sollte dem Techniker bald die nöthigen Methoden an dieHand geben. Laßt man durch emen Kupferdraht, der um emen Cylinder welchen

Eisens gewickelt ist, emen galvanischen Im Dezember 1866 experlmentitte die bessere Ausbeutung der Kohle mitStrom gehen, dann erhält diese Combi Werner Siemens vor mehreren berliner ielst der Gasbereituna hinzu. Beim

nation die Fähigkeiten eines Magneten. !V ..aa.m ...V k! sit!.f I

iien löliü Uiigczvgcil, unu uu yuiuc miyiuc, vic icuic oiuyimuaucic ciu ycijjrocac geyl oer grvßie yeii vieles stellt sich von Nord nach Süd ein. Man hielt. Das neue Prinzip seiner Ma- werthvollen Products, wie bemerkt, vernennt ein solches Instrument einenElec- schine entwickelte er in einem Aufsatze: loren. Dafür wird die Luft von ienen

tromagneten. Nähert man dagegen ei- Ueber die Umwandlung' von Arbeits- halbgassörmigen Nebenprodukten genen starken Magneten einer solchen kraft in elektrischen Strom ohne An- schwängert, welche den Bewohnern Lon-

Kuvferspirale, dann entstehen in derfelben Ströme, und zwar jedesmal, indem man denMagneten nähert oder entfernt, solche, die in entgegengesetzter Richtung kreisen. Es ist die Erscheinung der Magnetoinduction. Perene zu Paris war es, der dttserfahrung ausnutzte und im Jahre 1832 die erste magneto-elecinsche Maschine erbaute. Sie war im Wesentlichen so! gender Einrichtung : Gegen zwei zuhuf' eisenform vereinigte Drahtspirale wird ein starker Magnet durch eine Kurbel mit großer Geschwindigkeit gedreht. Es entstanden dann Ströme von entgegen' gesetzter Richtung,die durch eine passende mechanische Vorrichtung, den sogenann ten Convertator oder Stromwender, gleichgerichtet wurden. Zuvörderst wurde dann die Maschine durch Pereire, Stöh rer und Andere dadurch verbessert, daß man statt der schweren Magnete die Spiralen sich drehen ließ. Die erste Magnetmaschine von großer Kapacität wurde von der Gesellschaft l'Alliance erbaut. Sie wurde auf vielen Leuchtthürmen aufgestellt, z. B. bei . n . v a f v v C" if ffl-!a m.t t.! nronimoi, jota, am uap 13119 -u oei Calais und an anderen Orten. Die größten dieser Maschinen geben bei volier Krastentsaltung ein Licht, das auf 50 Kilometer, also nahezu 7 deutsche Mei len, sichtbar ist. Durch unsern berührn ten Landsmann Werner Siemens wurde 1857 der Anker der Maschine die rotirende Drahtspirale nämlich in seiner Construktion sehr verbessert und vereinfacht. Eine Unannehmlichkeit bei allen bis her gebauten Maschinen lag in dem Umstände, daß die Magnete im Laufe der Zeit durch die Erschütterung und durch gegenseitige Influenz geschwächt wurden. Dem englischen Ingenieur Wilde ge leng eS, mit Anwendung deS Siemens'schen Ankers, dieSchwierigkeit theilweise zu überwinden. Die Wildc'sche Maschine besteht aus zwei übereinander gebauten Magnetmaschinen. In der oberen kleineren wird durch einen Siemens'schen Anker, der Zwischen den Polen einer arößtren Anzahl von Huseisenmagneter. rotirt, ein Strom erzeugt und dieser durch die Windungen.emeS großen Electromagneten gesendet, zwischen dessen Polen ebenfalls ein Siemens'scher Anker gedreht wird. Die Wirkungen dieser Maschine ist außerordentlich! Wir entnehmen dem Athenäum eine Schilderung der Versuche, die mit der Maschine am 2. März 1867 ausgeführt wurden : Jn der Maschine selbst lag schon etwas Achtunggebietendes, da die Electromagnete aus 4 Fuß hohen und 10 Zoll dicken, 14 Zentnern Kupserdraht enthaltcnden Schenkeln bestanden, zwischen denen eine Armatur (Siemens-Anker) lag, die durch die außerhalb des Gebäudes ausgestellte Dampfmaschine von 15 Pferdekräften mit einer Geschwindigkeit von 1500 Touren in der Minute umge dreht wurde. Um und um flogen die Cylinder, und jede Rotation sandte neue elektrische Ströme in dieElectromagnete, als plötzlich der freie aus der Maschine austretende Strom mit voller Kraft in eine am Ende des Versuchslokales aufgestellte elektrische Lampe geleitet wurde und sofort zwischen den singerdicken Kohlcni'täben ein ungemein intensives elektrisches Licht vor den Augen der Zuschauer ausflammte, das sie ebenso 'blendete, wie der Glanz der Mitta?isso7.ne, und. alle Ecken und Winkel dcs großen Saales mit einem Glanz: erleuchtete, der den Sonnenschein übertraf und gegen welchen die hellbrenrsnden Gasflammen in der Mitte des Zimmers braun erschienen. Ein in die Richtung des Lichtstrahles gehaltenes BrennglaS brannte Löcher in daö Pa-- . . a.-. .. . pikr, und wer die öarme mtt ausge-

streckter Hand aussing, konnte dieselbe in einer Entfernung von 150 Fuß noch deutlich wahrnehmen. Äann spannte man eine lange eiserne Drahtschlinge in die Lichtung ein; nach wenigen Minuten alühte der Draht, nahm eine mattrothe Farbe an, wurde weißglühend und siel in glühenden Stücken zu Boden. Ebenso wurde ein kurzes Stück Eisen von der Dicke eines kleinen Fingers geschmolzen und verbrannt; aber alle diese Versuche wurden überstrahlt von dem -Schmelzen, des schwerflüssigsten Metalls, eines Pla tinstabes von mehr als ein Viertelioll

Durchmesser und von 2 Fuß Länge." Neben diesen - glanzenden Resultaten zeigte die Wüde'sche Maschine auch bald bedeutende Mängel. Durch die außerordentlich schnelle Rotation der Cylinder erhitzen sich dieselben mit der Zeit und verlieren dadurch von ihrer wirkenden Kraft. Einen Strom neun bis zehn Stunden konstant zu erhalten, wie es z. B. für das Licht der Leuchtfeuer verlangt wird, war mit der Maschine nicht r zu erreiyen. (wi , . c rw . (wi r v 1 . 'm oer Attloe'scyen Maschine war m der Elektrotechnik eine Grenze erreicht, Zur Eröffnung der neuen Bahnen, auf denen die Gegenwart wandelt, bedürfte es neuer Prinzipien. Wenden wir uns zu den Lampen. Die ersten waren möglichst einfach tonstrmrt; sie bestanden aus zwei Kohlenstiften, die durch die menschliche Hand regulirt wurden. Die nächste Aufgabe der Mechanik war es also, automatische Apparate zu bauen zur Selbstregullrung der Kohlenstifte. spitzen berühren ; d) nachdem ne aluhend geworden, müssen sie sich bis zu tt.ritmmtA Sitntrak t.ft.&.XM I tlttll VlIUIUtitll, UUUllUU V( lilUlll Grenze von einander entfernen und endlich c) sollte der Strom plötzlich erlöschen, sofort wieder zur Berührung kommen. Dem genialen französischen Physiker Foucault gelang die Construkuon emer solchen Lampe. Dieses mechanische Kunstwerk war in seiner Anordnung grundlegend Zur die meisten spater entstandenen Construktionen. Gelehrten mit einer kleinen elektrischen (YY)fÄM V! 1 I Wendung permanenter Magnete", welcher bald darauf der Akademie überreicht wurde. Die iemens'iche Maschine bestand aus zwei flachen Eisenkernen, die mit isolirten Kupferdrähten umwunden waren. An dem enen Ende waren dieselben durch eme eiserne Platte zu emem Elektromagneten vereinigt. Vorn, wo em Theil der Eisenkerne sm blieb, war zwischen diesen em Siemens'scher Anker emgesuhrt, der durch eme Dampsmaschine in schnelle Rotation versetzt werden konnte. Die Enden der Drähte- des Sschen Ankers waren so geschaltet, daß sie mit ie einem Schenkel des Elektromagneten in Verbindung standen. Hatte man einmal den schwachen Strom eines galvanischen Elements (Dariell'sche Säule) durch den Electro - Magneten fließen lassen, so blieb in demselben dauernd ein Rest magnetischer Krast (removenter Magnetismus). Rotirte nun der Anker zwischen den Polenenden des schwachen Electromagneten, dann entstand bei jeder Umdrehung ein elektrischer Strom, der vermöge der oben angeführtenSchali . ' . V ... V i ... lung wauiz in ven ieciromagneien einfloß, denselben verstärkte und dann wieder aus den Anker mit um so größer rer Kraft einwirkte. So induciren sich Electromagneten und Anker gegenseitig, und der Strom wächst proportionell der Umdrehungsgeschwindigkeit des Ankers, Wo also immer nur Kraft ist. kann dieselbe unmittelbar in elektrische Ströme verwandelt werden. Hierauf beruht auch William Siemens' Vorschlag, die Krast des Niagarafalls in Elektricität zu verwandeln und die Energie spendenden Ströme in die Städte zur weiteren VerWendung zu senden. Mit der Entdeckung des dynamischen Princips" und der Erbauung der dy namischen Maschine" durch Siemens beginnt eine neue Epoche in der Anwendung der Elektricität und vorzüglich in der elektrischen Beleuchtung. EineReihe hervorragender Erfinder, unter denen neben Siemens besonders Gramme und Edison zu nennen sind, bedienten sich deS neuenPrincips bei ihren Constructionen. Es wi.rde zu weit führen, alle die verschiedenen Anwendungen schildern zu wollen, welche die genannten Techniker ihren Maschinen gaben. Besonders war es der Anker, alS der wichtigste Theil der Maschine, der Vielsache Aenderungen erlitt. Sie sind die Kraftquellen, welche die elektrischen Ströme liefern. Wenden wir uns nun wieder zu den Lichtregulatoren. Die Foucault'sche Lampe wurde schon genannt, die sich zur Beleuchtung großer Räume so außerordentlich eignet, Sollte aber das elektrische Licht wirklich praktische Verwerthung finden und z. B. in die Concurrenz mit dem Gaslicht eintreten, dann mußte es vor Allem möglich sein, den electrischen Lichtbogen zu theilen, daö heißt eine große Menge kleiner Lampen, unabhängig von einander in denselben Stromkreis einzufügen. Die Versuche wurden gemacht, aber das Resultat war möglichst ungünstig. Erlosch zusällig eine der Lampen, dann veesagten alle; und als man später eine Nebenleitung anbrachte, durch welche der Strom die Lampe umfließen konnte, wenn sie ihren Dienst kündigte, dann wurde die Leuchtkraft der übrigen Lampen unconstant und der Lichtbogen flackernd. Erst in neuester Zeit ist es dem OberIngenieur der Firma Siemens und Halske, v. Hefner.Alteneck, gelungen, eine Lampe zu conftruiren, die ohne jede Federwirkung einzig und allein durch den galvanischen Strom regulirt wird und die Theilung des electrischen Lichtes erlaubt. Der Erfolg der Lampe ist ein sehr guter gewesen, und bei genügender Kraft der Maschine können bis 20 Lampen in tinem Stromkreis eingeschaltet i 9 werden. Nie v. yeinercye isfe-

renciallampe" erfreut sich schon einer weiten Verbreitung. . In Berlin ist der Anhaltische Bahnhof seit geraumer Zeit mit ihnen erleuchtet, Durch den russischen Jngenieur'Ossizier Paul Jablochkoff wurde 1b7 ein neues Mittel geboten, das Anfangs ge eignet schien, die kostspieligen Lampen zu verdrängen, Die Jablochkoff'schen Kerzen" beste hen auL zwei KohlenStiften, die durch eine isolirende Gipsschicht getrennt, sind. Durch ein Graphitblättchen' sind die Kohlenenden mit einander verbunden.

Tritt der Strom in die Stifte ein, dann schmilzt ote ijolittnoe bchtcht und etc Kohlen brennen regelmäßig herunter. In einer Muchglasgloae eingefügt geben die Kerzen ein angenehmes Licht. Sie haben weite Verbreitung gesunden. AI lerdlngs ist auch hier der Uebelstand, daß alle Kerzen löschen, wenn die Leitung btt emer gestört ist. Es sollte endlich auch em Mittel ge sunden werden, kleinste Lichtstärken von v rv . ä r a ? cv i oer nieiiiar einer Peiroieunilampe c r r Ä m ooer emer cmsacyen assiamme auf elektrischem Wege zu erhalten, Edison, der große amerikanische Er finder zu Menlo - Park, gelangte nach vielen mühsamen Versuchen zurConstruction der Glühlicht Lampe. . In einer möglichst luttleer gepumpten Glasglocke , befindet sich em äußerst seiner Kohlenfaden, meistens von Hufeisenform, durch welchen der galvanische Strom geleitet wird. Der Faden wird weißglühend und verbreitet sodann ein mildeö,angenehmes Licht. Als nach dem WlenerTheaterbrande, die Aufgabe sich stellte, eine möglichst ungefährliche Beleuchtung zu schaffen, 4. C Tt . ? V wuroen o:e -Vöiuniirni-xainpcn in zor schlag gebracht. In vielen Theatern, . rf .. i im (SntiH "fnlr QrtSi tm g -V. lut uvy-,mni tt ri,utiVV(t Uk Opernhause zu Frankfurt a. M. u. s. w. sind sie eingeführt und haben sich gut bewährt. Franz Bendt. Die Zukunft des aseS und der Schissfahrt. Wir fügen aus der Rede von Siemens im britischen wissenschaftlichen Congreß noch etmge wichtige Mutheilungen über Verbrauch der rohen Steinkohle für . . . i c. i r . . r t. r dons und anderer großer Städte in Gestalt des Rauches so wohl bekannt sind. Professor Roberts hat berechnet, daß die in einem Wintertage über London hängende Rußdecke 50 Tonnen Kohlen gleichkommt und daß der Betrag von Kohlenoxyd, diesem giftigen Material, welches von der unvollkommenen Verbrennung der Kohle stammt, wenigstens fünfmal so grok ist. Amen zeigte, dan der von Kohlen- und Theerstoff geschwängerte Nebel viel zäher und unangenehmer in der Atmosphäre hafte und nachtheilig auf die Gesundheit einwirke. Seit der Ausstellung rauchverzehrender .Apparate im letzten Sommer sei die An sieht zur Geltung gekommen, daß der Rauch überhaupt eine Materialverschwendung repräsentire und deßhalb all mälig durch mechanische Vorkehrungen verbannt werden müsse. Dies werde durch die Gasbereitung erreicht. Ueberdies gewähre das Gas einen größeren Nutzeffect als Heizmaterial, denn ein Pfund Gas repräsentire bei der Verbrennung 22,000 Hitzeinheiten oder genau das Doppelte, was dieVerbrennung t..i!jf .f. r'. f i gewoynilqer noyie ilkserr. Siemens führte im Verfolge seiner Rede diesen Gedanken weiter auö : Im Verlaufe weniger Jahre werden wir in unseren Fabriken und an Bord unserer Schiffe Motoren finden, welche nicht mehr als ein Psund Kohle per effektive Pferdekraft und Stunde verbrauchen, weil dabei der Dampskessel mit seinen Gefahren durch die gefahrlose GaskraftMaschine ersetzt ist. Die Einführung dieser und der elektrodynamischen Maschine wird eine neue Aera des materiellen Fortschritts kennzeichnen, welcheder einstigen Einsührung der Dampsmaschine im Anfang unseres Jahrhunderts wenigstens gleichkommt. Sehen wir einmal nach der wahrscheinlichen Wirkung einer solchen Maschine auf den wichtigsten Erwerbszweig Englands, die 'Handelsflotte. Nach den Erhebungen des Handelsamtes und Schiffsregisters des Lloyd kann der Werth der britischen Handelsflotte auf 126 Millionen Pfund Sterling geschätzt werden, von welchem 90 Millionen Dampfschiffe revräsentiren mit einem Gehalte von mehr als 3 Millionen Tonnen und 36 Millionen Psund Sterling, Segelschiffe mit einem Gehalt von 3.688,000 Tonnen. Die Sicherheit dieser gewaltigen Schifffahrt, welche ungefähr fünf Siebentel der gefammten Ein- und Ausfuhr Großbritanniens und Irlands besorgt, d. h. für 500 Millionen Pfund Sterling Güter im Jahre besördert, ist eine Frage von hervorragendem Interesse. Den großartigen Fortschritten der Wissenschaft, den Erfindungen und der praktischen Erfahrung zum Trotze mußten wir noch im letzten Jahre constatircn, daß nicht weniger als 1007 britische Schiffe verloren gingen, von denen zwei Drittel, welche einen Werth von 10 Millionen Pfund Sterling repräsentire, am englischen User scheiterten, Von diesen Fahrzeugen waren 870 Segelschiffe und 137 Dampfer. Der Verlust der letzteren rührt in der Reg:l von Collisionen her. Da die Gesammtzahl der Segelschiffe 19,325 und der Dampfer ö,505 beträgt, so scheint der Dampser das sicherere Fahrzeug zu sein; im Verhältniß von 4'43 : 3'46. Der Dampfer nacht überdies durchschnittlich drei Reisen, während das Segelschiff eine ausführt, wodurch die Sicherheit des Dampfers!im. Vergleike zum Segelschiffe sür ane Reise im Verhältnisse von 13'29 : 3'46 erhöht wird. Vom commerciellen Standpunkte ist der Factor der Sicherheit zu Gunsten der Dampfschifffahrt zum großen Theile aufgewogen durch drn Werth des Dampfschiffes, welcher im Verhältnisse der Ladungsfähigkeit zum Segelschiffe wie 3:1 sich n . 4 w . t i . A - msieur. asurq wiro also als sicher

heitsverhältniß der Dampsschifffahrt zur Segelschisssahrt in runden Zahlen wie 4 : 3 ermittelt. Die' in solcher Gestalt festgestellten Vortheile der Dampfschifffahrt werden in Zukunft noch weite? erhöht durch den Gebrauch von weichem Stahl beim Schiffsbau, da dieses Material ein Ersparnis von 20 Percent im Gewichte des Schiffskörpers herbeiführt und dadurch in diesem Verhältniß die Tragfähigkeit erhöht. Der weiche Stahl vereinigt mit einer Stärke, welche die des Eisens um 30 Percent übertrifft, eine solche Zähigkeit, daß im Falle der Collision die Schiffswände häufig um mehrere Fuß einge drückt worden sind, ohne daß das Material die geringsten Sprünge gezeigt hat. Fügt man dem Gebrauche dieses vorzüglichen Materials die Vortheile hinzu, welche von einem doppelten Boden und von Unterabtheilungen im Schiffe herrühren, so reduciren sich die Gefahren eines Zusammenstoßes solcher Sch'.ffe fast auf Null. Der Raum zwischen den beiden Schiffsböden braucht nicht einmal verloren zu sein, da sie als geeignete Behälter für Wasserballast gebraucht werden können, wobei mächtige Pumpen zur Hand sein müssen, um das Schiff erforderlichenfalls zu erleichtern. Kommt nun zu diesen bereits eingeführ-

ten Verbesserungen noch der neue Fortschritt, daß eine Maschine vom halben Gewicht der gegenwärtigen Dampsmaschinen ausreicht, welche nur die Hälfte des gegenwärtigen Brennmaterials braucht, so ergiebt sich. eine weitere Ersparniß von 30 Percent an Ladungsfähigkeit, welche dem Waarentransport zu Gute kommt. Moderne Sklaverei. Gerechtes Aufsehen erregte jungst ein Artikel des Ausland über die neue Form der Sklaverei, wie sie in Peru den Chinesen gegenüber gehandhabt wird. Heute dringt die Kunde von ebenso traurigen, ja noch schlimmeren Zuständen auf den Sandwich-Jnseln, dem Reiche des in letzterer Zeit viel genannten König? Kalakaua zu uns. Hier sind es Europäer, welche unter der Vorspiegelung guten Lohnes und kontraktlich geregelterArbeit verlockt werden, die Heimath zu verlssen, um sodann nicht nur wie Sklaven behandelt, sondern geradezu als solche verkaust zu werden. Die Mehrzahl dieser Unglücklichen stammt auö Skandina vien, besonders aus Norwegen, wo dieselben von dem Capitän Christoph L'Orange, einem notorischen Agenten sür die hawaische Emigration, angeworben wurden. Nicht weniger als 370 Personen verließen vor etwa achtzehn Monaten gleichzeitig ihre Heimath und wurden sämmtlich auf dem Schiffe Beta" nach den Sandwich-Jnseln einge schifft. L'Orange hatte dieselben zur Auswanderung verleitet, indem er ihnen kostensreieUebersahrt versprach und durch Contract dreijährige Arbeit gegen einen Monatslohn von neun Dollars und freie Wohnung und gute Beköstigung zusicherte. Als die nichtsahnendenLeute nach halbjähriger Reise im Hasen der Insel Maoui anlangten, wurden sie von dem Agenten L'Orange, welcher bereits über die ganze menschliche Ladung dis pornrt hatte, aus dem vchme noch m Empfang genommen und sodann Einer nach dem Andern in die Schiffskajüte gerufen, wo L'Orange 'und die Planta genbesitzer zugegen waren. Hier wurde über das Loos und die Zukunft der Ar men entschieden. Em Stück Äeua mit den Merkzeichen der betreffenden Plan tagenbesitzer wurde jedem Manne an die Brust gehestet, und als die ganze La dung auf diese Weise vertheilt und ge kennzeichnet war, wurdet die Leute an's Land getrieben. Die Erzählung glücklich Entkommener. Zwei Norweger, Namens Ratzhorn und Andersen, welche mit hundert Ande ren von demselben Schiffe . auf eine Plantage in der Nähe von Hilo gebracht wurden und denen es vor Kurzem ge lang, auf einem zum Theil mit Norme gern bemannten Fahrzeug nach San Francisco zu entfliehen, erzählten, daß die ihnen zum Wohnen angewiesenen Häuser stallartige Holzbaracken gewesen seien, welche nichts als eine Reihe von leeren Ständern enthielten; von Bett zeug oder Möbeln war hier keine Spur, obschon eö im Contract ausdrücklich hieß, daß für gute Kost und anständige Wohnung gesorgt werden wurde. Nach demselben Contrakt waren für den Mo nat 26 Arbeitstage zu je 10 Stunden und, wie bereits erwähnt, em monatll cher Lohn von neun Dollars festgesetzt. Gleich am nächsten Morgen um 6 Uhr wurden, so erzählt Ratzhorn, die Neuangekommenen von einem Ausseher auf das Arbeitsseld geführt, wo jeder Arbeiein bestimmtes Stück des Zuckerseldes zugetheilt erhielt, w?lcheö die Arbeit sür einen Tag ausmachen sollte. AlS die Sonne unterging, fand Ratzhorn, daß er, nachdem er aus allen Kräften sich angestrengt, nur die Hälfte der ihm ausgetragenen Arbeit vollbracht hatte, und als der Ausseher kam, um ihn inöNachtquartier zurückzutreiben, hielt ihm dieser vor, daß er nur die Hälfte der contractmäßigen Arbeit geleistet habe und daher selbstverständlich nur die Hälfte der Be zahlung bekommen werde. AlS die Leute in daS oben beschriebene Nachtquartier kamen, erhielten sie ein Essen, das aus einem Stück gesalzenen Fisches und einer eigenthümlichen, "poy" genannten Zuspeise bestand. So ging eö Tag für Tag. Frisches Fleisch erhielten sie ttur einmal wöchentlich. Gemüse niemals. Kartoffeln hatten Ratzborn ' und Andersen während ihres sechsmonatlichen Ausenthaltes daselbst nur viermal gegessen. Die Aufjeher wurden bald von Tag zu Tag strenger und anspruchsvoller; sie traktirten Diejenigen, welche mit ihrer Arbeit nicht rasch genug fertig wurden, mit den geballten Fäusten und Stiefelabsätzen. Je länger dann die Leute in den Plantagen waren, desto mehr verschlimmerte, sich ihre Lage. Nach Ablauf eines Monats erhielten Wenige mehr als fünf Dollars für ihre höchst mühsame Arbeit, obschon sie jeden Tag, mit Ausnahme des Sonntags, gearbeitet hatten und viele bis Mitternacht in der Plantage zurückbehalten wurden. Die schlechte

Nekandlun und htr Manoel an den für !

daS Ltben allerwicktiasten Dingen riefen natürlich Krankheiten hervor. Viele von j 1 jw . . ri l. den Arbeitern hatten Kamille, uno oeren Frauen und Kinder wurden zuerst von der Krankbkit ergriffen. Wenn diese Leute daheimblieben, um ihre Kranken . ry c . , ...... t?, zu psiegen, wuroe iy.ieii mu ut die Tage der Lohn abgezogen, sonocrn auch die Kost vorentbalten. Da eS in der Plantage keinen Arzt gab, waren vie ttranken gezwungen eazs 'jjceucn weit nach der Stadt Hilo zu Fuß zu geben. wo der Ar,t wobnte. Dieser war jedoch mit dem Plantagenbesitzer in Compagnie, und die Patienten fanden deshalb vor seinen Augen wenig Gnade. Einmal munte Nakborn bei der Aussübrung eines Dammes mitarbeiten, wobei erden ganzen Tag bmdurch bls an den Hals im Wasser stehen mußte. Am nächsten Tage Oe:gerte er nü. diese Arbeit zu verrichten, indem er vornnh hn ?in si?ti hifi m sihn r p I vVMIIVb VMVfc V.W.. würde. Dies wurde als Widersetzlichseit ausgelegt und er durcu Abzug von drei Dollars bestraft. Einige Tage daraus konnteer das Bett Nicht verlassen, sondern siel wieder auf die Bretter zurück, aus denen dasselbe bestand. Der Aufseher kam herbei und befahl ihm. auszustehen und an die Arbeit zu gehen. Ratzborn protestirte und erklärte, daß er Fieber habe, worauf ihm der Aufseher entgegnete, daß er nach der Stadt gehen und den -Arzt aussuchen möge. Als Ratzborn entgegnete, daß er nicht Krast genug besitze, um den weiten, steinigen Weg zurückzulegen, wurde er mit Gewalt auö dem Hause geschleppt, vor einen Richter gesührt und von diesem zu vierzig Tagen Arrest im Gesängniß zu Hilo verurtheilt. Mädchenhandel. Außer den Weibern waren ungesöhr auch dreißig Kinder auf der Plantage, für welche auf keine Weise gesorgt wurde. Die Eltern arbeiteten den ganzen Tag über auf den Zuckerfeldern ; eine Schule gab es nicht, und so wuchsen die Kinder ganz wie die Wildin auf. Mit der Zeit begannen auch die Kleider, welche die Einwanderer mitgebracht hatten, zu Grunde zu gehen, und da der monatliche Lohn fast immer verkürzt wurde und kaum ausreichte, das Leben zu erhalten, waren die Leute nicht im Stande, sich neue Kleider anzuschaffen, und viele konnten nur mit Mühe ihre Nacktheit verbergen. Dabei würden die Ausfeher immer noch strenger und bestraften und mißhandelten die Arbeiter ohne BarmHerzigkeit, so daß diese alle Hoffnung auf eine Verbesserung ihrer Lage aufgeben mußten und dem Tiefsinn und der Verzveiflung verfielen. Aber die Aermsten wurden nicht nur wie Sclaven behandelt, sondern auch geradezu als solche ver kauft. Der Handel mit Menschen ist auf den Sandwich - Inseln in neuester Zeit ganz allgemein geworden, und es kommt täglich vor, daß die Arbeiter ihren Eigenthümer wechseln. Ein guter starker Mann wird gegenwärtig auf 200 Dollars geschäkt, und ein flinkes, hübsches Mädchen wird sür 300 Dollars verkaust. Ratzborn erzählte von einem solchen Handel unter besonderen Um ständen Folgendes: Vor L'Orange's letzter Abreise aus eine Sklavenjagd I hatte er ein hübsches norwegisches Mäd r t . . . ... cm . cyen uno emen mngen .'iann zu vergeben. Den letzteren konnte er leicht verkaufen, für daöMädchen jedoch verlangte er eine hohe Summe. Dasselbe hatte nämlich einen freien Mann zum Freier welcher sich alle Mühe gab, das Geld zusammenzusparen, um sie loszukaufen. L'Orange reiste ab, bevor der Freie die verlangte Summe zusammengebracht hatte, und verkaufte das Mädchen, statt von dem Preise einige Dollars nachzulassen, lieber an eine dritte Person aus Credit. Als nun der Freier das Geld beisammen hatte und voll freudiger Hoffnung nach L'Orangr's Etablissement eilte, um die Geliebte heimzusühren, mußte er erfahren, daß dieselbe be reits an einen Anderen verkaust sei. Der Mann begab sich nun zu dem neuen Eigenthömer. Hier wurde ihm jedoch eröffnet, daß das weibliche Fleisch im Preise gestiegen ser und. er daher eme größere Summe bieten müsse. Es dauerte mehrere Monate, bis derselbe den neuen Eigenthümer zufriedenstellen und endlich das Mädchen befreien und heirathen konnte. Einen schlimmeren Ausgang hatte der Handel mit einem anderen, ebenfalls norwegischen Mädchen an derselben Plantage. Ein benachbarter Pflanzer hatte auf das junge, hübsche Geschöpf seine Augen ge warfen. Da seine Bewerbungen auf das Hartnäckigste zurückgewiesen wur den, wendete sich derselbe an den ihm befreundeten Besitzer der Plantse und ersuchte ihn, ihm das Mädchen cuS Gefälligkeit zu verkaufen, wozu der Freund auch ohne Weiteres bereit war. Der genaue Kausschilling blieb natürlich un bekannt. Das unglückliche Mädchen wurde von ihren Landsleuten zum letzten Male gesehen, als es von dem Käufer, ihrem neuen Herrn, weinend fortgeführt ward. Der norwegische Konsul kümmerte sich Anfangs um gar nichts, ja er ließ sogar Diejenigen, welche es waglen, um seinen Beistand und Schutz zu bitten, in den Arrest sperren und fasten. Erst als die öffentliche Meinung für die Unglückliche Partei nahm, machte er seinen Einfluß geltend und unternahm eine Jnspectionsreise nach den Plantagen. Dieser saubere Consul soll ein Deutscher. Namens Glade, sein. . Die Studierstube. - Die Frau Kaminfegermeisterin Mozwadel sitzt am Fenster und stickt eine seidene Weste sür den Gemahl. Es klopft der Jörgadam von Zifleshausen, tritt herein und sagt : Ich wär' gern zu Ihrem Mann, ist er daheim ?" Madame Mozwadel : .Geh' Er nur hinüber, mein Gemahl ist in seinem Studierzimmer " Nach einer Weile kommt der Jörg adam wieder: .Nein, er ist nit d'rinn!" - Madame Mozwadel : Ei freilich, hat Er denn auch recht nachgesehen?" Jörgadam :.. Freilich, da guck' Sie selber, in seiner G'studierstub' ist er Nit' (Er geht hinaus und öffnet die Thüre zum Ofenloch.)

ffürst ViSmarck unv dre schöne,-Künste.

Das Berl. Tagebl." erzählt: Im Laufe dieses Sommers sah Fürst Bis- ' . s rv marck u. A. auch den veruymlen 'caier Lenbach aus München, mit welchem er seit Jahren befreundet ist, als Gast in Varzm. Da fcai denn wohl häufig die Conversation auch äf das Thema der schönen Künste. Höchst originell war dabei, wieder Reichskanzler seine persönliche Stellung zu den schönen Künsten skizzirte. Wir sind in der Lage, einige authentische Mittheilungen darüber zu machen. Bei der langen Pfeife eines Abends war es, als das Gespräch mit dem Thema Musik" begann. Ganz unverhohlen gestand Fürst Bismarck ein, daß er, wie auch seine Kinder, durchaus unmusikalische sei. Er habe niemals, wie sich dessen jeder Gymnasiast aus guter Familie rühmen könne, Klavierspielen gelernt. Kurze Zeit habe er wohl Unterricht gehabt, aber nichts davon profitirt, da er kein Interesse dafür gehabt habe. Ihm seien beim Lesen der Noten stets die Thränen in die Augen getreten, und während er als neugebackener Quartaner vermöge seines guten Gedächtnisses das griechische Alphabet in einer halben Stunde capirt habe, sei eS ihm stets sehr saue? geworden,die schwärzcn Köpse mit den Strichen und Vorzei chen von einander zu unterscheiden. Kurzum, er habe kein musikalisches Gehör und auch keinen Sinn dasür. Am liebsten habe er stets eine gute italienische Drehorgel gehört; auch eine Handharmonika, wie sie die jungen Burschen Abends aus dem Lande spielen, klinge ihm sehr angenehm. Oper und Sing akademie seien ihm unbekannte AusentHaltsorte. Wenn er sie auch besuchen wollte, so habe er doch keine Zeit dazu. Sehr gern höre er noch daö der menschlichen Stimme im Klang crn meisten ähnliche Cello. Er habe einmal die Oper Troubadour" gehört; es sei ihm unbegreiflich, daß so ein junger Mann, wie der Maurico", ein Don Juan, ein Mädchenverführer sein könne; er sei überhaupt kein Freund der Tenoristen, wohl aber finde er an einer guten Posse und einem gesunden Kalauer Gefallen. Dieser Neigung entspreche es, daß er einmal Helmerding zum Diner eingeladen habe. Auch sein Sohn Bill sei ein großer Verehrer Helmcrding's. Musikalisch ist in der Familie des Reichökanzlers nur die Fürstin. Dieselbe besuchte u. A. im vorigen Jahre die NibelungenTetralogie im Victoriatheater und übersandte darauf dem Sänger Scaria eine Einladung zum Diner. Auf Lenbach'S Kunst übergehend, erklärte Bismarck freimüthig, daß er darin zu wenig geschult sei. Er ließt hch von semer Familie stets über die Nationalgallerie erzählen, betrachte auch jedes Bild aber nur in der Photographie; er habe keine Zeit und sei auch schon zu alt, um sein KunstVerständniß zu bilden." Cetewayo i England. Jüngst vor König Cetewayo Trat ein Häuflein guter Christen, Blasse Mienen, schwarze Röcke, Lauter Temperenzliguisten. Und der Führer sprach beweglich : Wirst du nun zur Heimath kehren. Wolle dort, 0 großer König, Doch dem Trunk, dem schlimmen, wehren ! Gut bekommt es deinem Volke, Führst du es zu einer straffern Lebensweise; drum verbiete Ganz den Branntwein deinen Kaffern. Die dem Alkohol entsagen, Sie nur führen ein gesundes Leben ; werde, großer König, D'rum ein Mitglied uns'reö Bundes!" Lächelnd auf die würd'gen Männer Sah des ZuluvolkeS Herrscher: Täglich offen muß ich'S sagen Täglich scheint die Welt mir närr'scher !. Eh' von Mäßigkeit ihr Andern Sprecht voll Salbung und Emphase, Zupst euch, hochverehrte Herren. An der eig'nen rothen Nase! Höchlich hab' ich mich verwundert Ich gesteh' es frei und offen Als ich sah, wie hier im alten, Lust'gen England wird ges unoen. England hat für alles Feuchte Ein ganz ausgesproch'neö k'aidlo: Land und Volk, sie passen trefflich Zu einander stet? im Nebcl. Doch in meiner fernen Heimath, In dem schönen Land der freien. Starken Kaffern, dort, ihr Herren, Gibt es keine Brennereien. Wollt ihr für das Volk der Zulu Wirklich nützlich euch verwenden. Sorget daß eure edlen Brüder Keinen Schnaps uns fürder senden! Oftmals ohne Furcht ihr wißt eS Nahm ich's auf mit euren Heeren ; Schwerer ist eö, gegen eure Branntwemhändler sich zu wehren ! Temperenzler bin ich selber" Er entließ mit einem milden Üx Kr Jl !"b klug und mächtig. Doch solider sind wir Wilden." (Kladderadatsch.) WM . Ein guter Rath. t Herr Bcron, darf ich Sie nicht um emen guten Rath bitten, Herr Baron V Warum nicht, wenn ich dienen kann! Drum ist die Postaussehersstelle vakant, Herr Baron. Bitte ich Sie nun, mir diese Stelle zu geben, so bekomme ich sie sicher nicht, weil der Herr Baron das Petiren nicht leiden können; bitte ich aber nicht darum, so bekomme ich sie zweimal nicht, eil der Herr Baron n'ch wissen, daß ich sie gerne hätte; und da möchte ich eben wissen, was ich hun Da wird daS beste fein. Du betrach. test Dich als zum Postausseher ernannt und giebst Mir gar kein gutes Wort!" Werd's so halten, Herr Baron und danke für den guten Rath !"