Indiana Tribüne, Volume 6, Number 10, Indianapolis, Marion County, 28 September 1882 — Page 2

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9:v "WY HHUll'V VtvW . SsNÄgsoszabi. , o r i:2(Z. DclciareSlr. s7 . z Escond-cIasA matter at he i c : . : . c- it Indianapolis, Indiana-l .)0.-.nemen!-Preise: tJgli-V Iu6QÖe 12 E!S. Per Woche. QazTizaicli 5 UtS. c:?tar.r. Bcf -u'uu 15 St?. perQoche. Daö Taqblstt erschein! leben Stahlt tag nm 4 Uhr. Die OsnntagSaui.b eischcit des borgen?. 7riliinoFii!)lisIn::n Company. Indianapolis, Ind., 23. September '62. Demorratisches Staats'- Sictei F2r Staats.SekretZr: WilliattN.Myer,bonNadison. Für StaatZ.AudUor: James H.Nice, don Flohd. . F2r StaatZ.Schahmeister: John I. C o o p e r, don Marion. . ZZür Staa!ZSchulsuxeritcndent: John W.Holc onlbe, von Portcr. Für ScnralAnn?alt: Iran eis T. H o r d, don Dartholomew. Für Clerk der SuxremeSottt: Simon P. S h e e r i n, don Caß. Für Richter der Suxree-Tourt: 1. Distrikt W. E. N i b l a ck, don Knor. 2. , -George V. Ho'wk, von Flohd. 8. Allezr Zoll a rö, von Allen. I!. Grichts.Vezirk. Für Richter: Alexander C. AhreS. Für CtaatS-Anroalt : Frank M. Wright. Für ZotiQTtt. 7. Distrikt. William E. English. Demckratlsche Sounty'Tlekct. Für Senator. Dr. W. B. Flctcher. Repräsentanten: Jesse Whitstt, John N. Wilson, E. B. Howlaud, William D. Ahnun John C. Feiriter. County: TommissZre : 1 . Distrikt Nichard Seynour. 2. . Henry Cimber. 8. . Joseph Lostin. Hier!: Robert L. MeOuat. Sheriff: Daniel A. Lemon. EchaZmeister: Eli Heineh. Auditor: Thomas H. Liheuberz. Recorder: Cornelius Kelleh. Coroner: Dr. C.N.Melcalf. ' Erimwal:Nichter: Pttrce ?.or!on. Suverisr-Court Richter. N. B. Taylor, John A. Holm an, Fredenck Heiner. Surveyor: D. B. Hosbrool. Die Gefahren de? Einwanderung. Es giebt wunderbarer Weise noch imwer Amerikaner und selbst englischame nkanische Zeitungen, welche in der EinWanderung eine Gefahr sür dcs Land erblicken, und zwar nicht bloß die Gefahr einer Uebersüllung des Arbeitsmarktcs mit Arbeitskräften, welche die hiesigen Arbeiter benachtheiligt, sondern auch eine Gefahr sür unsere freiheitlichen Jnstitu lionen, für die besten Eigenthümlichkeiten des amerikanischen L:bens. Ein Blick in die soeben von dem Census-Äureau vollständiger veröffentlichten Ergebnisse über das Verhältniß der eingewand'erten und der einheimischen Bevölkerung weist nach, wie unbegründet und unhaltbar derartige Befürchtungen sind. Am 30. Juni 1880 betrug bekanntlich die Zahl der Einwohner der Ver. Staa ten 50,155,783; von diesen waren 43, 475,840 innerhalb der Ver. Staaten und f,G79.043 im Auslande geboren. Fassen wir nun die Frage in's Auge, welcher Einfluß von diesen Ausländern zu erwarten ist, so können wir irgend welchen Einfluß bei denen nicht voraussetzen, welche im Kindes- oder in sehr jugendlichem Alter' in das Land gekom nun sind. Diese sind, wenn sie in das Alter eingetreten sind, welches sie zu irgend welchsrn Einflüsse befähigt, bereits ihrem ganzen Denken und Fühlen nach Amerikaner geworden ; sie sind dies selbst dann, wenn die häusliche Erziehunz ihnen die Sprache der Eltern gcwahn hat, denn die Schule, der Urngang mit den Altersgenossen, und unser ganzes öffentliches Leben, so wenig es zum Theil von der Jugend völlig begriffen werden wag, drängen ihnen andere Anschauim gen auf, als sie in ihren Geburts ländern empfangen haben würden. Die ganze große Theil des aus dem Auslande zuströmenden Elements gewinnt die Institutionen, unter deren Herrschast, die Anschauungen, unter deren Einflüsse er herangewachsen ist, lieb und ist sonach so weit entfernt, nach dieser Richtung hin dem neuen Vaterlande jemals gefährlich werden zu wollen, daß er sogar auf alles Ausländische mit der-' selben Ueverhedung herabvllckt, w:e der .Amerikaner, deffen Voreltern seit Gene rationen im Lande gelebt habe; Weit eher, als die Amerikaner Grund haben, zu fürchten, daß die Einwanderung ein fremdartiges Element im Lande groß ziehe, hätten die Ausländer, die hierher kommen, Grund, zu beklagen, daß 'ihre eigenen Kinder so schnell und in einem Grade sich amerikanisiren, daß sie es bei nahe den is?nen Eitern jutn Vorwürfe

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. . ,, je , ill . ' .vl'. V aß nicht auch diese be- , u.ij v.: v';r.ieriia rjururii. tjer i.ic u:;te!,i iinosfcfjr oder annähernd die ;ü:i:e de? G,C79J13 im SuSIand; Ge lcr:nrr.cus Personen weiblichen e ' . 0 . . ! chl?i;i3 i'.nd ucr. diesen verlieren viele, li sjn eiwachsen herüber kamen, durch Äirheirathung jede Zusammengehörigld: zl dem Gedurtslandc und deffen A.ischauungci. hinsichtlich dcS Restes der Einwandeinden, derer, die als mehr oder minder sklbsiständige Männer nach Amerika kon-.ine, drängt sich uns die Frage auf : Wcö läßt diese Männer die heimische Sll: verlassen und im fremden Lande sich' eine neue Heimath suchen ? Ist cö die Sehnsucht nach dem Lande der Frci.'n" ? Ist eZ daL Streben, in einem Lande zu wohnen, dessen politische Einrichtungen völlige, dessen industrielle und gesellschaftliche Verhältnisse immer noch ziemlich unbeschränkte Freiheit gewähren, Sie eigene Krast zu entfalten ? Ledkglich beinahe das letzter?, denn so poetisch eS klingen mag, so selten kommt eS vor, daß die republikanische Freiheit, die in unserem Lande herrscht, demselben die Einwanderer zuführt. Die Noth, die in ihrem GeburtSlande.herrschtdie Gewiß heit, hier nicht nur politisch und sccial gesegnetere, sondern namentlich auch ma terikll bessere Verhältnis vorzufinden, sind eS, welche die Millionen von EinWanderern uns zuführt. Und, wenn diese in der Mehrzahl hier gefunden ha ben, was sie suchten, wenn der beffere Lohn, den ihre Arbeit in beinahe je!)er Branche bringt, ihnen und ihren Famillen ein beffercs Dasein verschafft, und wenn sich ihnen beffere Aussichten für die Zukunft eröffnet haben, als das Geburtsland jemals verwirklichen konnte, dann kommt die Liebe und Anhänglichkeit an das neue Vaterland ganz von selber und statt die Einrichtungen deffelben zu bemäkeln oder zu bekämpfen, werden sie sogar für die Schattenseiten dtffclben ebenso blind, wie der eingeborcnste und eingefleischteste Amerikaner. Schon vor dem Jahre 1848 haben zahlreiche Ausländer Einfluß in den Ver. Staaten sich erworben; mag sich dieser in größeren oder engeren Kreisen geltend gemacht haben, wir kennen kein Beispiel, daß er nicht zum Segen des Landes yereicht hätte. Die durch die Ereigmffe des Jahres 1848 in. das Land geführte Einwanderung hat auf die Gestaltung der Verhältnisse in den Ver. Staaten mächtig eingewirkt, daß sie aber nicht nur die Stellung der Deutschen hier im Lande gehoben, ssndern daß sie dem ganzen Lande zum Vortheile gereicht hat,, wird heutzutage selbst von Amerikanern bereitwillig anerkannt. Rechnet man noch hinzu, daß die noch heute den bei Weitem größten Theil der Zmmlgratwn bildenden Em'.vanderer englischer Zunge sich selbstverständlich noch schneller amerikanisiren, als die ihnen der Zahl nach zunächst stehenden Deutschen und Skandinavier, so glauben wir die Befürchtung, die Einwanderung entkleide die Ver. Staaten eines wesentlichen Theiles ihrer besten Eigen thümlichkeiten, geradezu als kindisch be zeichnen zu muffen. Selbst die Bummler, die sich ja selbst verständlich auch unter den Einwanderern befinden, die ersahrungsmaßig in den großen Städten bleiben und hier ihr Leben nicht von ehrlicher Arbeit, sondern von Politik zu machen versuchen, gehen schnell in den eingeborenen Loaferö auf. Es gehört ebenfalls zu den berechtigten Eigenthümlichkeiten der Ver. Staaten, paß dieses Element in allen Campagnen eine gewiffe Bedeutung erhält, aber die anaewanderten Bummler können von dl6jer Eigenthümlichkeit nicht einmal einen Schnaps für sich prositiren, so lange sie sich nicht völlig verloasert" haben. lUc:: Uü 0;lfi)ti:3j ser Gl: vt:l)nwas r:. Völize Woche ist in den Ver. Staaten zum ersten Male der Versuch gemacht morden, einen Paffagierwaggon mittels electrischer Flammen zu erleuchten. Cö geschuh dieZ auf der Pennsylvania Eisenbahn und unter Leitung des Electrikers Dr. Dudlcy. Der Wagen war Dem Zuge angehängt, welcher Jersey City 3 Uhr40,Min. Nachm. verläßt und 5 Uhr 30 Min. in Philadelphia an. kommt. Sobald es dunkelte, wurde die Leitung geöffnet und die Brcrner strahl ten ein mi.des, constantes Licht von sol chcr Stärke au?, daß man an jede: Zt.'lle des Wagens selbst die kleinste Zchrift bcqaem lesen konnte. In dem Wagen befanden sich ausschließlich Männer, welä'c die Elcctricität zu ihrem specialstudium gemacht haben, höhere Mitglieder der Bahnvcrwaltung und mehrere Mitglieder der Presse. Der Versuch wurde allgemein als völlig ge lungen bezeichnet. Da es das erste in unserem Lande angestellte Erpcriment ist, so dürfte die kurze Beschreibung des Verfahrens von Jntereffe sein. Der Wagen war. ein gewöhnlicher Vaffagirwaggon, der sich nur durch die sleben elcctrischen Lampen von allen übrigen derartigen Wagen unterschied; jede der Lamp:n hatte zwei Brenner. Der clectrische Strom wu:de aus einem Reservoir abgeleitet, das 'außerhalb des Waggons Und zwar in der Mitte ustcrhalb, seines unteren Bodens angebracht war und unter dem Namen .Jaure'ö Electricitäts'Accumulator- bekannt ist. Die Verbindung zwischen diesem Appa rate und den Lampen war durch je zwei Drähte velmititlt, und die Leitung wurde durch einen Schlüssel geöffnet und resp, abgeschloffcn. Der Samuel Apparat war am Abend zuvor mit Eleetricität aus der dynamischen Maschine, welche solche liefert, gefüllt worden. Der ei gentliche Accumulator blsindet- sich in einen, .hölzernen, wasserdichten Kasten, drei Fuß lang und einen Fuß breit; in diesem Kasten liegt eine Anzahl Blei' Platten, an deren einem Ende sich der positive, an deren anderem sich der negativ: ol bcsindct. Die Platten sind von einer Flüssigkeit umgeben, die aus

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Mennig (Rc'.HUei) und angesZucrtem c ' t r w c 1 4 1 li t " In d'Pl'-itea bchnden sich Q':p nun gen vcn je 31C Zoll Durchmesser und an Seiden derselben haarsiebähnlich durchlöcherte, p'.Lparirte Pcrgamen! Matter ; die Platten sind ferner mit ein:m Wollstoffe umwickelt, so daß nr da eine Ende derselben frei bleibt, sind einander parallel angebracht und an dem freien Ende derselben befinden sich söge nannte E!ect:oden- oder Polenden der galvanischen 5?ette, die sich bei chemi schen Zerse.ungktt bildet. Die Electroden sind untereinander verbunden u. lau sen in eincrKugel cu:S Messing aus, durch welche die Füllung sowie die allmälige Entleerung deS ?Zcc::mu!atorS erfolgt. Sowie der elektrische Strom in !:en letz tercn geleitet wird, zersetzt sich die be schrikbenc Flüssigkeit und acht am pesi tiven Pole in üdersäuertes Bleioxyd und am negativen Pole in einen schwamm! gen, metallischen Zustand über, in wil chem sie den ihr aus der dynamischen Maschine zugeführten elektrischen Strom absorbirt, zurückhält und bei Einschal tung der Ableitungödrähte abgiebt. Der bei dem erwähnten Experiment gebrauchte Accumulator kann Elettricität, die ausreicht, einer Lampe für 300 Stunden den erforderlichen electrischcn Strom zuzuführen, ausnehmen und nach Belieben wieder abgeben. Die Kosten der Beleuchtung, des Wa gens stellten sich aus zwei Dritttheile der Kosten einer Beleuchtung mit Gas von nur annäherendem Effecte. Derartige Reservoirs können entweder unter jedem einzelnen Passagierwagcn angebracht, oder es können auch sämmtliche Wagen eines ZugeL don einem einzigen ccu mulator beleuchtet werden; die Kapaci tät des letzteren beliebig zu erhöhen, bietet keine technischen Schwierigkeiten. Die Elcctrtter, welche dem Versuche beiwohnten, bezeichneten das Experiment ils völlig gelungen und sind üderzeuzt. daß diese Beleuchtung der Eiscnbahnwazen allgemein eingeführt werden wird. Warnung. Eine Dame berührt in der New Bork Times" eine Angelegenheit, die üver all allseitige Beachtung verdient. Die selbe schreibt : Ich versüge über ein klei nes Vermögen, das völlig für meine Beoursnisse ausreicht; ich kenne natürlich Frauen und Mädchen, denen es unendlich schwer fällt, für sich und häusig auch für ihre Familien den Lebcnsuntrrhalt zu erringen. Schon vor längerer Zeit wurde mir von einer braven Frau mitgetheilt, daß sie von einer Schwindelsirma m Boston um $1 betrogen werden sei. Dle Frau hatte in der Zeitung ge lesen, daß jene Firma alleinstehenden Frauen oder Mädchen die Gelegenheit blcte, llch durch leichte und angenehme Arbeit guten Verdienst zu verschaffen. Die Arbeit könne im Hause gethan wer den, nähere Auskunst erfolge auf briefllche Ansrag-, welcher eme 3 Centsmarke beizulegen sei. Die Iran hatte gcschrie ben, hatte zur Antwort erhalten, sie müsse, um die Firma gegen Benachthei ligung sicher zu stellen, zunächst 51 einschicken und würde hierauf das erste Material erhalten, durch deffen Vcrarbeitung sie mit Leichtigkeit in 3 Tagen 55 verdienen könne. Daraufhin hatte sich die Frau einen Dollar abgespart, an die Firma eingeschickt und nie nieder etwas gehört. Hierdurch wandte ich meine Aufmerksamkeit derar tigen Annoncen zu und fand solche in den Zeitungen, die von angeblichen Fir mrn in New Zork, Boston, Fall River, Portland und anderen Städten her rühr ren. Ich schrieb an diese Firmen unter Beifügung der Marke für die Räckant wort und stets wurde mir mitgetheilt, daß ich zunächst einen Dollar cinzusenden habe und dann das Weitere ersahren würde. Ich habe die Dollars, in orei Fällen auch mehr eingeschickt und nie wieder etwas erfahren. Man sage nicht, daß dln Personen, die sich durch derartigen Schwindel täuschen lasten, nur ihr Recht geschieht, wenn sie getäuscht werden. Mangel an Lebenserfahrung und die Thatsache, daß gerade die, die sich in der elendestenLage befinden, am begierigsten, nach .dem scheinbar rettenden Strohhalme greisen, treiben jenen Betrügern täglich neue Opfer ins Garn. Schon daraus, daß jene Annoncen fort und fort erscheinen, muß Jeder erkennen, daß sich der schcuß liche Betrug bezahlt. Daß die armen Weiber nicht gerichtlich gegen jene Vampyre vorgehen kennen, leuchtet ein ; außerdcm benutzen die A.rbrecher die Vor stcht, stets zu schreiben, man solle der Ersparniß wegen das Geld nicht' in registrirten, sondern in' gewöhnlichen Briefen schicken, das Risiko trage die Firma. Ich habe, um zur. Enthüllung deZ Schwindels beizutragen, manche Stunde Arbeit und manchen Dollar geopfert und die Zeitungen würden sich ein Verdienst erwerben, wenn sie vor dem Schwindel warnen wollten Das Unternehmen der Dame verdient Dank und Anerkennung, aber dieselbe könnte sich ein weiteres Verdienst erwerben, wenn sie die Adreffen der wirklichen oder angeblichen Firmen veröffentlichen würde, von denen sie Briefe in. den Händen hat. Billig genug! Für M.4 tmt neue Näh-Mafchme mit vier Schubladen, (Slnxcr style) mit &Um Zube hör und auf d Jahre garantirt. Singer-Nadeln 6 für 5Cts. ' Oel zu 5CtZ. Wilcox Wbite PA-KLOR-OItGELIV roerdn gegen Ratenzahlungen zserksuft. Musikalien zu 5 CtS. per Erjmpl. 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rr nnn ir Cl)QUZX'&iUbX Zum Glück, nicht nur für England selbst, sondern sür die ganze civilisirte Wek, ist der Krieg inAegvpten so schnell beenZct worden,daß es nicht mehr nöthig ist, cuZ Indien kommende Schiffe ohne Quarantäne durch den Suezcanat passiren zu lasten. Aus militärischen Rücksichten trotzte die britische Regierung der Quarantäne,obvohl die an der südlichen Mündung des Canals aufgestellteJntcrnationale SanitätScommijston nicht weniger als vierzehn Mächte repräsentirt. Die Commission, die sich bisher ganf unerbittlich gezeigt und sich gerühmt hatte, daß sie in den Jahren 2873, 1877 und 1881 die Cholera von Europa ferngehalten habe, gab diesmal nach,, und die Folge davon war, daß durch ein aus Bombay kommendes Pilgerschiff ein Chclerakranker in den Canal eingeschleppt werden konnte. Jetzt wird die Quarantäne wahrscheinlich wieder streng eingehalten vcrdes. Wie nothwendig dies ist, geht auS den Nachrichten hervor,, welche europäische Blätter über den Umfang der Cholera in Manila enthalten. Die Pest, die in den an den indischen Ocean angrenzen den Ländern in derselben Weise heimisch ist, wie das gelbe Fieber in Cuba und einem Theile von Mexico,wurde inFolge bedauerlicher Nachlässigkeit nach den Solo oder Sulu-Jnseln in dem gleichnamigen Archipelagus eingeschleppt. Es giebt etwa 120 dieser Inseln, und da sie in lebhaftem Handelsverkehr mit China und Japan stehen, so wurde die Krank heit durch chinesische Schiffe nach der weiter nördlich gelegenen Philippinengruppe, speciell nach Manila und Luzon getragen. Dort begann sie sofort schrecklich zu wüthen. In Manila allein, der Hauptstadt der Philippinen, starben durchschnittlich 250 Personen am Tage, und vom 14. bis zum 29. August wurden daselbst nicht weniger als 45G0 Menschen dahingerafft. Da die Jndier furchtbar abergläubisch sind und der Pest nicht den geringsten Widerstand leisten, so ist es schwierig, genaue Angaben über den Umsang derselben zu erhalten, doch wird die Zahl der Opfer aus den Phi lippinen allein auf 20,000 geschätzt, und auf den Sulu-Jnseln sind ebenfalls mehrere tausend der Cholera erlegen. Borr.eo ist bis jetzt verschont geblieben, aber nach Japan ist die Krankheit bereits verschleppt worden, und nach den letzten Postnachrichten sorderte sie inJokohama täglich 25 Opfer, sodaß alle religiösen Feste und Theatervorstellungen unterdrochcn wurden. Von den unsäglich schmutzigen mohammedanischen Pilgern, die . aus Mekka zurückkehren, wird sie nach der afrikanischen Küste des Mittelländischcn Meeres gebracht, doch hat namcntlich Spanien besonders strenge Maßregeln gegen ihre Verbreitung nach der europäischen Küste getroffen. . Nach den bis jetzt festgestellten Daten ist der Wiederausdruch der Cholera in Europa sür das Jahr 1883 als wahrscheinlich zu erachten, und ein Mitglied der König!. Akademie der Wlffcnfchasten von England will sogar wiffen, daß s dann den Höhepunkt ihres sicbenzehn jährigen Cyclus erreichen wird. Mag diese Furcht auch übertrieben, sein, so haben doch die Ver. Staaten begründete Veranlassung,n!cht nur an ihrer Ostküste umsassende Vorsichtsmaßregeln zu tref fen, sondern namentlich am Stillen Ocean die strengste Quarantäne einzu richten. Von China und Japan her droht uns größere Gefahr als von Eu ropa. Andere Zeiten, an? ere Lieder. Bei den deutschen Rcichktagswahlen darf jeder volljährige Mann mitstimmen, dem nicht wegen seiner Angehörigkeit zum Militörstande oder durch richterli ches Erkenntniß das Stimmrccht abgeht. ES besieht da dss allgemeine, direete und gleiche Wahlrecht, wie wir es in den Ver. Staaten haben, und der gemeine Mann" hat genau so viel zu sagen, als der Millionär. In Folge dcffen sind die halbamtlichen und amtlichen Blätter vor den ReichstagLwchlcn um das Wohl des .kleinen ManncS" so ungeheuer be sorgt, daß sie hart an den Socialismus streifen. Gegen daL Alles überwuchernde Großcapital, die Erniedrigung des Arbeiters zur Maschine . und ähnliche Ei gcnthümlichkeiten der modernen ProductionSvcrhältniffe wird)da ein Lärm geschlagen, wie in irgend einer socialisti sehen Versammlung, und die Vorschläge, die da gemacht werden, könnten einen Karl Marx bestechen. Das Capital wird förmlich in Grund und Boden verdämmt. Bei den Wahlen für den preußischen Landtag hat der .gemeine" Mann blut wenig zu sagen. Die in jedem Bezirk gezahlte Steuersumme wird in drei gleiche Theile eingetheilt, welche drei verschiedencn Wählerclaffen entsprechen. Zahlt also ein Mann so viel Steuern, wie 200, bezüglich 3000 andere Bürger, so kann er für für sich allein die erste Cleffe bilden und seine Stimme ist genau so v:el werth, wie die. 200 Stimmen der zweiten und die 3000 der dritten Claffe, Folglich kommt bei diesen Wahlen das Volk gar nicht, der Groß-Grundbesitz aber und das Großcapital sehr stark in Betracht. Darnach richtet sich auch die königlich preußische Regierung. Die .Provinzialcorrespondenz", welche m Austragedes Ministeriums des Innern höhere politische Weisheit an die Landzeitungcn verzapst und den Ton zu dem Liede anschlägt, das die Regierung gesungen halcn will, veröffentlichte kürzlich einen Artikel, der genau das Gegenthkil von dem besagte, was dieselbe Zeitung vor den Rcichstagsmahlen ver focht. Darin hieß es, daß "der Staat sich aller Eingriffe in die Capitalbildung enthalten müffe, wenn er nicht die Barbarei befördern wolle. Wollte er durch progressive Einkommen-, Erbschaftsoder Börscnstcucrn seinen Bedarf vorwiegend dem Großcapitale entnehmen, so würde die Folge davon sein, daß das deutsche Volk zum Theil der Capitälbildung sich cnjwöhnte, um wrthschastlich

s riii i i i iwln n , ,

nd ebenso in allen anKerenBeUedunOen aus die Stufe der Barbaren zu sinken. Ein anderer Theil, welcher dem Trieb der Capitalanlage als dem Erbthcil einer langen Culturgewohnheit zn folgen fortsahren würde, dürste ' sich dazu den Boden des Auslandes aussuchen, ohne dadurch der zunehmenden heimathlichen Barbarei zu steuern." Und so geht cS fort im Tone der ausgesprochensten Manchesterschule, daß das schöne Gewand des StaatZsocialismuS in lauter Fetzen reißt. Es ist gewiß wahr, daß wir in den Ver. Staaten unter einem kläglichen Demagogenthum und der politischen Machtanmaßung der jeweilig herrschenden Partei zn leiden haben, wenn man aber sieht, wie die preußischdeutsche Regierung, die dergleichen doch wahrlick uicht nöthig hat, bald den Arbeitern, bald den Capitalssten schmeichelt, mißliebige Lehrer zur Strase rersetzt und alle ProvinzialOberpräsidenten beseitigt, die nicht sür sie wirken wollen, so söhnt man sich doch mit manchen hiesigen Mißständen wieder aus. Schlimmere Früchte hat auch das Beutesystem noch nicht getragen, und wir haben doch wenigstens den Trost, daß wir dle anmaßende Gesellschaft hinauswerfen können, wenn wlr wollen, während das deutsche Volk laut kaiser lichen Erlasses vom 4. Januar 1882 die Hoheitsrechte der Krone gar nicht antas ten darf. vonInlSnv?. Alexander A.Step henS SuBerte kürzlich in einer in Macon, Ga., gehaltenen Rede, er habe während der Revolution nie im entferntesten gegen Jcfferson Davis agitirt, aber er glaube noch heute, daß der Kamps der Südstaaten einen anderen AuSgang genommen haben würde, wenn Davis in Betreff einer Maßregel seinen Stephen's Rathschlägen gefolgt wäre. Vor der Vlokade der südlichen Häsen, habe er empfohlen, diejenigen 45.060 Ballen Baumwolle, die damals in den südlichen Staaten disponibel waren, den Pflan;e?n zu 9 Cents pro Psund abzukaufen und die Kaussummcn in 8procentigen LondS der Südstaatcn zu bezahlen; diese Baumwolle hätte damals noch nach Europa gebracht werden können, würde dort zu 50 Cents pro Pfund verkäuflich gewesen sein und die consördcrirte Regierung in den Besitz von disponibel iL00,000.000 gebracht haben ; aus diese Weise würde die conförderirte Regierung ihren finanziellen Verlegenheiten entgan gen sein und der Krieg hätte möglicher Weise einen anderen Äusgang gcnom wen. Davis habe sich später gegen sei nen Hausarzt, Dr. Craven, in demselben Sinne ausgesprochen. DergrößteKastanienbaum in Penr.sylvanien bcsindet sich in der Umgebung von Mannheim, Lancaster Co. und sieht an der Landstraße nach Sporting Hill. Er mißt einen Fuß über dem Boden 32 Fuß 0 Zoll; der Baum ist vor 45 Jahren gemcffen wor den und hatte damals einen Umfang von 21 Lß 4 Zoll. Herr Carte, der Barnum Englands, der Oscar Wilde auf seine ästhetische Tour dutcb die Ver. Staaten schickte, erklärt, sein Mann habe 530,000 gemacht" und dieses Betrag werde zwi schen ihm und Okcar getheilt. Der alte undbekannte Tra zöde James E. Murdcch hielt dieser Tage eine Vorlesung inLanesville.Maff. Der Eintritt war frei, und aus genann em Städtchen, sowie aus Gloucester', waren gegen 500 Fischer mit ihren Fa milien, lauter wettergebrüunte Gesichter lnd markige Gestalten, herbeigeströmt. Murdoch las Tenryson's .Enoch Ardon" und sagt, nie habe ein Auditorium irgend einer seirur Verlesungen mit solcher Ausmcrkscmkeit und Hingebung, so mit wahrer Andacht gelauscht, wie diese Fischer.' Der FarmerWatson in Marcy, Oneida Co.. N. I., erhielt aus sein Ersuchen vor 2 Jahren von Washington aus eine Quantität Karpfenbrut. .Von den kleinen Fischen kamen nur 8, unge fähr einen Zoll lang, völlig frisch an. Diese setzte Watson in seinen Teich aus, hat letzteren in - diesen Tag t abgelösten und hat C00 bis 800 Karpfen vorgefunden; einzelne derselben wiegen zwischen 5 und 6 Pfund. Die Fische sind von oen in Deutschland gezüchteten Karpfen, von denen sie entstammen, absolut nicht zu unterscheiden. ; : , ' In Nashville,' Tenn., h a t sich ein Verein zur Beförderung von Zwillings-Seburten gebildet, der jedem Mitglied?, das Vater von Zwillingen wird, $2,000 auszahlt. Etz. werden auch Auswärtige als Mitglieder aufgenommen. ' Bei Mineral Wells, Jack Co., Texas, sind - umfangreiche Kohlen iager entdeckt worden. Ein Fabrikant in Savan nah, Ga., halte seit Beendigung deö Krieges consöderirte Bond im Betrage von tz100,000 in seinem Geldschranke liegen; derselbe hat solche in voriger Woche an einen Bankier in Atlanta sür $650 verkaust. . Sein Glaube hat ihm geholscn. Der 13jährige Bob'Tawnay in Lethcl, N. C., war von Geburt an taub und somit taubstumm. In der Nähe des genannten Städtchens fand vorige Woche ein Camp Meeting statt, in welchem ein farbiger Geistlicher so laut sang und betete, daß seine Fröm migkcit seine Zuhörer, mit sich fortriß. Der Taubstumme vohute jeder dieser Vorstellungen bei und am letzten Tage that er seinen Mund auf und pries das Wunder, das der Herr an ihm gethan, n'cht nur in einer, sehr schönen Rede, sondern sang auch eine Hymne. Wir berichten das Wunder, um darauf vorzubereiten, daß wir in nächster Zeit einen neuen Schwindel mitzutheilen haben werden. ' ' - . Mehrere Bewohner von Jefferson Co.. Miff.. haben 5 Gallonen guten alten Whiskey sür den Vcrfaffer der besten Abhandlung über .Mäßig kett ausgefetzt. . . . .... . .

Hr. Reinhardt, der Bestker

von Reinhardt's Gasthaus am Batlcry Platze in New Z)ork, empfing neulich ein Schreiben, das wir als Curiosum wört lich mittheilen. Der Brief trug folgende Ausscherst : .Neinhardtß Hodel. An d-.utschcs Gasthaus No. 2 Greenwich Street und Batteri Platze New Jorle unmittelbar gegenüber dem Castle Garden und in der DawpsbootLandung erreicht man daL Hotel durch die, Pferde bahn." Der Inhalt lautet wörtlich solgendermaßen: Cvanville. Indem ich Neue Nachricht geben muß auf dle Sa-' chen, dieses in Amerika czsestirt von Deutschland Ort Nebringen Oberamt öerrenbcrg Königreich Würtrmberg, Mord ode? Hirnbrenner, wo die Leute am Körper anpacken und ausziegen und Toll machen wollen. Die in Evans", ville euch in der Lust herumliegen und die an den Persohnen, um in Americka Caput zu machen, es wird eine einge wandert sein NamenL Katharina Egclcr,' gebürtig auö Nebringen, Wohnhast ge. wesen in Herrenberg, die eS umtreibt mit dem Württcmbergischen FuchS von Nebringen, Weipert Sch'.'.ldhcib,, die den Teusels Zug führen, um Americka in Abgrund zu setzen. Die kein Jahr eingewandert ist, die führen es rein im lebendigen Körper und mit dem sprechen um den Persohnen die Stimme zu nehmen und mit Pulpser spritzen wie Petro leum und stöhle. ' Viele' Grüße an G'ottlieb Egeker. Stcinmcz." Darunter steht noch : .Postur schwarz, mittleter Größe, dieße eingewanderte. DtV ßeS ich wahrgenommen hab im Blatt und gelesen, daß dieses in Neuork um-! aebe. Ibr durft diese Sacke fcrnbaft dem Königreich melden in Württcm-' berg. Ans dem Dock de? West-' Washington Market in New ?1ork wird augenblicklich ein großes EishauL gebaut, ln dem d:e neuesten Verbesterungen und Erfindungen angebracht sind. SS ist 80 Fuß lang, 20 Fuß breit und gehört einer Gesellschaft von Fleischern in Chicago, die geschlachtetes Fleisch nach New Dork trankportircn werden. Wenn das Project ron E:solg begleitet ist, können die Besitzer' der Nw Jorker und Brcoklyner Slachthäufer cinricil ken, denn daS Chicagoer Fleisch kann billiger verkauft werden, als das don geschlachtete. In N ew York hat U-ch der unter dem Namen Thu Thirtcen Club bekannte Verein, welcher den in öezuz auf die Zahl Dreizehn und dru Sre:tog herrschenden Aberglauben bc 'ämpsen will, in der Supreme Cour: '.nko:poriren lassen. Eine der Hazpr scstimmungen in der Constitution des Club lautet dahin, daß bei Jttsamm .ungen und Festlichkeiten des Vereins immer dreizehn Mitglieder oder Güsie an einem Tische sitzen wüsten. Oom auflistn? e. -JnConstanlinopelisteln höchst seltener Gast au8 dem Kaukasus eingetroffen. Es ist dies der tscherkessische Häuptling Hod Bey, der 120 Jahre zählt, von denen er 105 Jahre im türki schen Kriegsdienste zugebracht hat. Er hat somit unter acht Sultanen gedient und zwar: AbdulHamid I., Selim Mu stapha, Mahmud, Abdul Medschid, Abdul Aziz, Murad und AbdulHamid II. Seinen eigenen Angaben nach hat er in 65Feldschlachten mitgekämpft und wurde in 23 derselben verwundet. Hod Bey ist übrigens noch ziemlich rüstig und bei gutem Appetit. Das deutsche kronprinzliche Paar wird im nächsten Januar sein stlbernes Hochzeitssest begehen. Im Hin blick darauf hat der deutsche Kriegerbund einen Ausruf lasten, um aus Anlaß dieses Freudenfestes eine Stiftung Zn's Leben zu rufen,welche zur Errichtung ei nes Waisenhauses bezw. WaisensondS für elternlose Kinder ehemaliger deutscher Soldaten dienen soll. Für die Wittwen existirt bereits eine Stiftung, dagegen fehlt eine solche für die Waisen. Am 27. August tagte aus Schloß Wyden be! Zürich wieder einmal der sozialistische Weltkongreß, bezw. fand eine Gedächtnißseier des CongreffeS von 1880 statt. Zu demselben, der im Ganzen von etwa 120 Theilnehmern besucht war, hatten sich die meisten deutschen sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten eingesunden. Als Hauptredner fun girten die Abgg. Grillenberger (Nürnverg) und v. Volmar, welche über die Ziele des SozialismuS und dle Aufgaden der deutscheni7ozialdemokrat:e sprachen. Grillenberger's Rede soll sieb durch Klarheit und Mäßigung ausgezeichnet haben. Unter dem musikalischen Nachlasse des kürzlich in Frankfurt a. M. verstorbenen Tondichters Joachim Raff befindet sich auch ein veltliches Oratorium : .Dornröschen", Text von Wilhelm Genast, zwei Symphonieen : .Im Herbst" und .Im Winter", sowie zwei Overn, zu denen Raff selbst dle Texte geschrieben hat, deren Namen aber noch unbekannt stnd. ' Wie man auö P et er L bürg berichtet, soll der Ecneralgouverneur von Moskau, Fürst Dolgorukov, die entschiedene Erklärung abgegeben haben, daß seines Erachtens die Krönung zur Zeit nicht ohne Gefahr stattsinden könne. Bebt: Und größer als die Zahl der linden und Taubstummen, selbst zusammengenommen, ist die Anzahl der Geisteskranken, welche unter der ortLanwesenden Bevölkerung deS preußischen Staates bei der letzten Volkszählung ermittelt worden ist. Da nach fanden sich am 1. December 1880 vor: 06,345 Geisteskranke, und zwar. 34,309 männliche und 32,030 weibliche ; dagegen am 1. December 1871 ; 55,043 Geisteskranke, und zwar 28.002 männ liche und 27,041 weibliche. Die durch die Volkszählung festgestellte Zahl der Geisteskranken hat also seit 1871 einen Zuwachs von 20 Proz. erfahren, ioähiend die Bevölkerung überhaupt nur um , 10 Proz. größer geworden ist. Zur Judenfrage wird auö Odesia . gemeldet, daß die Rückkehr