Indiana Tribüne, Volume 6, Number 6, Indianapolis, Marion County, 24 September 1882 — Page 4

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Achwachen und KrauKkilgen l:i.l.ttt. tlche Hx Mattigkeit und Ungeduld. le ?o!c von Arancit leiden, der deren System, tnrc', rl'upe Ueteianstr.ngung nteraraden ist, r?ud ter LelnauH d:n normalen Zustand bei Rit ttxi ud die Blüthe der Jugend wieder geben. Sttvakiden u. ZlcconvaKscent!nuisd'N Liebig N alt Ertraet in trefs. Ncher Hcl'kr bit Lbn z erhalten und den verirre en !pr:it wieder zuiück zu bringen. Der TZal, kllreet m ferner ein nüdertrefZIicheS ErsatmlUel für st sie Nahrttg. meun der Magen zu geschwächt ist, , solche bei sich zu bzhalten. AchwcichkZlsie Frauen, wckcge a?t tn th:em eschlechte eigenen rankheiten lei l erken durch den diebrauch des eriracteS bler Keule iinderuno, rrenn nic;tHilung erhalten. 6r ter Verdauung, reinigt die CSfte, teijt den i f ftiix und Irtngt neue Lebenskraft. Mcrschwache und srijinatfifirle (tffNCMiat Augerikinen, deren Syste känftllche .törlunzsVittel verlangt, u. bif -nder. solche.welch sH ;ur Schw'.t'dsumt hinneigen, sinden tn dem Mal, IrUact icen edeni!it. Gr ist ferner in s,e isi scki!i:!kl bei Kutten und NervenanfSllen, welche ii lir.im nietrigen c.rad von Lebenskraft voxUui xxtn. lh ein Mittel um avgemaitlit txtt in eesundes. kräftiges Aus eben i'.m.tfjb. Li, b , Kai, E k t r ac t fpornt iie eidauungSorgene zu neuei.Thüt.gkelt und h.lft dklurch ,'ur L.rardr.tunq fktt.producirender Etofle. tx (Ul der F.au die ttundung der Formen, dim !auni die enischsundinen Muskel zu'.ück. Mas es ist. ieöig Malz l;lttut ist reiner nolz Cjt att in csi.centrirter icrin, rcn angenekuiem e,f mack nd frei von l lkoZcl. Er kann rvn tem schwächsten Aaen leicht erbaut r?:den und enthalt nichts als xesnnde.nahr laste lc ;'. Dsö echte läpara führt aUCt.cuttte aö Uiirnij ?aron von L,ebig'S und ein Facsimile IcinerUpte. schr.fr scwir derzenigen der Herren 2. .kkelcr f: Co., Baltimore, Nd die allei..igen Ägen .tcn fr !!ekl!a. ?)ci eSleßifl Wakz ßtract ist i, ckk.. öxotheken t er bei allen HI nd lern rnit Z:ciü!..k l zu hlen; eine Flasche kostet fänfjig inls. rin TuZend Zlas-fen fünf Toller. SS kann .jkd!v' rer'om,en, daß eln Apotheker Siedig Diüli tjtrett, au dies in ode? jenem Grunde, nicht auf i.aser füi?tt u:,d den Kunden ein anderes Präoarat er.s)us,rcchn re:sucht. In diesem Falle möchte .:rLcdcm, welcher einen ?!al, Extrakt von aner knnic Lrth und siüer r Wirkung e, ,ns äffen l irntJt rathvn, daraus ,u bestehen, Liebig Slalj 'Itfixect und keinen arvd etn erhalten end den Z, ctheke! zu trmcgen di'fen Msli Ert'act von :em (t'kroz;äi,dlc, von welchem er seine Drozuen '4kjic:, koxr.cnu IfljsjH. LZ. Vo..cler & Co., Baltimore, Md. A1 " i-1 tit f-, fiit-.ittr'- 5'nf-rtrt14j" v - r. 7 ? wxY & litt Mi im 7 ' V r.i;: -',X, -fsi-. i. X.r!: ,' '! ' i '" -A ! "-v.. "..' S ' 3-'? - iMm 4 il r',?ZM i: f t ife;. l -t-r v . - ., ! . ' V.. A gtßtr: alle 3frtisis)f.csi ?ics 31tnQcns, (Vr Ccfirr tinö fcrs InlrrsstT), :nftfvii se au5 r I i nt -t n ciQt fit Jiri'ti o i c n und llnucrft-infusjsicft . Ntftaxdk!! s.nd und ?!S?!INZ n oi sun.'. vkl. :.'s,e. Segen kbl ki 'Ji.;t xU'iJiir-., a cT; 1t: rci okhZ:g!5" ä.'. schwer r .fcjjl. ur.i : tx LUiif:, den rtd'n-.ndel, dp ifiüin un'. die i-ficircü de Äo;:t5. 2)l"'k,lh i- ler Lugen ur.d -t.inW2 der tiMfi lf rj rlit'.t ins und !',:?;!.., ZuiZUe. wele befand r Um üv jrierich jint. 7 e g ' n : . .l'cLliden M tctlll ütndttU&tz. E e z e n : .rrdliliizsett. L.'.'czs c?:t iv:r'.ritt ffj.V. z. kiiz' :??)'tlt ret:t".l:r, .f5.:ul.a(tsi, t t :id.ri .r., ;c;is 'lll. e' i. lcgkn s.ran.I,i ilcn r?. VlutlL, fc-v Hiiun ::. tt? 5tcfc. 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ÄL war in1., einer taöun roo)U3 i i'Holstein. Di: S'che Thealerge fcuzchast hatte ',ich n: LoylgcZallen aus, gzlöst. Doch cü: uoch die Mitglieder abgereist waren, erklärte der Direktor, auf Theilung weiter spielen zu wollen, falls ir ihm den üblichen Directions theil zugcstehen wollten. Dies geschah auch. ES wurde, nun ein Comite ge wählt, bestehend aus drei Herren, welche die Rechte der übrigen Schauspieler zu wahren hatten. In der ersten Sitzung wu:dc ücschlolsen.D?. laus,aZsNovität, aufzuführen, die einzige Noiuödie, die uns heraus! clß?n" könne. Das Stück karn jr Ausführung. Aber leider kam das Pbllkuln nicht. Es kommt schon noch nach," sagte d:: Director. Aber es kam nicht r.ach. In d?r nächsten Sitzung sagte der Director: Mndcr, ic) hab: eine bril lante Idee. Wir reisen mit Dr. Klaus, d. h. wir geben überall einige Vorstel hingen; so lange das Stück zieht, blei den wir, sobald der Besuch des Theaters gering ist, reisen wir." Am anderen Tag reiste der Direktor nach der in der Lcähe liegenden Stadt K., um da anzuzttgen. daß wir daS kleine freundliche Städtchen auf vierzehn Tage mit Dr. Klaus beglücken wollten. Statt wie virabredet am Abend zurück zu sein, kam er erst am anderen Morgen wieder, jedoch mit einem so freudestrah lenden Besicht, daß wir uns sehr dar über verwunderten. .Ich glaube, Director, Sie baden ei nen Mücen gefunden und wollen uns nit de: rückständigen Gage überraschen," sagte der Jntriguant mit seinem heiseren Organ. Fehlgeschossen ! rief der Director, aber ich habe etwas Besseres für Euch Schnell, schnell, heraus mit der gu ten Neuigkeit tönte c3 im Chor. Kinder, ein BSrengcschaft werden wir machen; schon sechzig Mark sind mir für ein Billet geboten .Sechzig Mark für ein Billet !" tönte es im Chor zurück. Unmöglich! Wer ist der Enthusiast V Unterbrecht mich nicht und ich will Eu6) Alles ganz genau - erzählen. Sitze ich also gemüthlich in der Mfchen Resiauration; kommt Herr.von GanSauge. Wie t: hört, das; wir wieder auf einige Zeit nach K. kommen wollen, ist er da von entzückt In dem schauderhaft langweiligen 5!kft sagt: ec mit seinem näselnden Ton, .doch endlich eine Abwechselung ! 23a werdet Ihr aufführen V .Dr. Klau? antwortete ich. Da springt er wie elcktrisirt auf und rust : Direktor, lieber Direktor, sechzig Mark bezahl: ich, wenn meine Fanny Dr. Klaus sehen kaun " Nun, wcöhclb sollte denn Fräulein Fanny Dr. tt!aus nicht sehen V toidiiic ich. .Ich will ihr den besten Platz i'.l der Sperrsireihe geben." Im (leiste berechnete ich schon die co ItzU Einnahme, die wir erzielen muß ten, wenn alle Cinwohncr solche Opfer sreudigkeit an den Tag legen würden. ftm hm, mein guter Direktor ent Segnete Herr v. Gnkauge, ein numerirter Plat?, hm, das wird nicht gehen Xatii dreht: cr an der Stelle, wo sonst ein Schuurrbart zu. wachsen pflegt. .Und warum denn nicht, wenn C8 unbescheiden ist zu fragen mic, ?anr!y ijt mein Pferd .Jhr Vserd Z':les ich entrüstet, .das kan.: loch das Theater nicht besuchen! dcö cMxtw Publikums wegen! ju;it(Vd5) wurmte c mich aber doch, die s?ch:ig Äkark verloren zu geben. Im Ce:;:c crwoz ich, wie eS anzufangen Wär:, dch Jänny die Vorstellung seyen kenne. Topp V sagte ich nach einigerPause. Ziamiy soll Dr. Klaus ftgen und 3 '.mir quö unmittelbarster Nähe. Die v:reh:!e-.l Mitglieder meiuer Truppe stad sämmtlich Künstler, außerordentliche Künstln, sagte ich, hört Ihr wohl die leinen Souffleur brauchen. .Fanny" lw?rd vor Beginn der Lorstellung unter i as .pk)0!um der Buhne befördert und loiv uirjscben von dem Publikum aus dkl.: SJ'Ijlcurkasten, dessen Ausschnitt erweitert wirb, gucken. ES hat dann die vorzügliche Darstellung aus erster Jsvund iinb gei:irt das Publikum nicht im irdcsittt l" .Bon sagte Herr v. GanSauge. Der Wirth, Herr M., wird c! Zeuge her li'.crch und die Sache abgemacht, l'ch dieser Erzählung sah stch derDi iccior glücklich lachend im Kreise seiner Getreuen um. Einigen macht, die Sache G? und ne freuten sich über die orr gu.cc Jdcc; der größere Theil aber war empört über die Zumuthung, für ein Pferd jiomodie zu spielen. Das wird ja eine reine Pferdekomö die werden rief wieder der Jntriguant mtt seinem heiseren Organ. .Weiß man nicht, was den sonderba r:n Mann und Gutsbesitzer veranlaßt. fein Pferd die Vorstellung besuchen zu lir. r frug unsere vlaut, an der daS v..i.e ihr kanonisches Alter war. !5iuder, ich weiß es nicht !" sagte der Dircl'.or. .daL ist aber auch ganz Neben schc. Hauptsache ist, daß der Mann zK:, bah ua mein Wort gegeben habe. Äkttl: doch, sechzig Mark bringt der kleine Winke! ; das HauS wird voll wer t:n, wir haben ja eine drillante Eiw nahm: !" Die .brillante Einnahme" wirkte. Die (Gemüthe: beruhigten sich allmälig und balo waren c;c Mitglieder so wett et nig, daß man so schnell als möglich nach SL übersiedelte. Der Tag der ersten Aoistelluna daselbst ist da. Nachmittag gegen drei Uhr sollte Fanny gebracht vttden. Es lst vier Uhr und noch nichts von ihr zu sehen. Wie athmeten die meisten der Schauspieler aus, denn sie me-.nten, Herr v. G. wurde Zemem Liev linge das Vergnügen versagen und lie der das ?Ieuaeld zahlen. Doch sie hat ten sich arg getäuscht, egen fünf Uhr wurde Fanny gebracht, schön geschmückt m:t Schlenen und Bändern. Die Mahne war in zi-rliche Zöpse geflochten und mit bunten seidenen Bändern durchzogen. Die nerren von der Theatergesell schast gingen grollend in den Garten des Lttstaurants und spulten sich ihren Aer . Qr durch ein paar Glas Bier hinunter;

einige Damen .beschäftigten sich it Fanny. Gegen sechs Uhr wurde Fanny auf den für sie eingerichteten Platz un ter das Podium geführt. ; DaS Entree war von . ihrem li:oen'ürdigen Herrn entrichtet. . Das Theater füllte sich; in einigen Schauspielern regte sich da? Ehrgefühl des Künstlers jetzt von Neuem, und der Vertreter der Rolle des Dr. KlauS er klärte ganz energisch, nicht spielen zu wollen. .Spielt Ihr Euren ersten Akt sagte er zu D'nen, welche im Ansang zu thun hatten, .ich trete im zweiten Akt nicht früher auf, als bis das Pferd hinauöge führt ist." Verderben Sie uns doch den Spaß nicht!" bat die Vertreterin der Julie, .ich freue mich schon darauf, der Fanny erzählen zu können, wie unglücklich ich mich in meiner jungen Eh-e fühle; Sie, bester Herr Dr. Klaus, müssen ihr die Moral des Stückes so recht . in? Gesicht schleudern, damit sie sich prüft, et sie sich ewig bindet." .Ah, und wie sie sich ärgern soll," kicherte die naive Emma KlauS, .wenn mir Paul Gerstel von Liebe spricht, dann denkt sie doch ganz gewiß auch an ihre Liebe !" Aber eS half kein Zureden! Der Ver

treter der Rolle deS Dr. KlauS blieb bei seinen ästhetischen Anwandlungen ich glaube, er wollte vor Allem eine Erhö hung seines Honorarantheils für jenen Abend herausschlagen. Der Direktor raufte sich daS Haar, er beschwor,' er bat, er fluchte, AlleS verge benS. Da erschien als Hülfe in äußerster Noth Herr von GanSauge selbst hinter den Coulissen. Händeringend klagte ihm der Director sein Leid. Der Ver treter der Rolle deö D KlauS erklärte wegwerfend in fürchterlich schöner Pose, eö falle ihm nicht ein, seine Künstlerehre um der Marotte irgend eines philiströ sen NabobS willen mit Füßen zu treten. DaS Pferd müsse fort, oder erspiele nicht. .Meine Herrsch ten," sagte plötzlich Herr von GanSauge, .man hat mich mißverstanden. ES ist mir niemals ein gefallen, bedeutende Künstler, sie Sie sind (ein Murmeln der Befriedigung ließ die .Bande" hören), um einer Marotte willen tn ihrem künstlerischen Selbftbe wußtsein zu kränken, nichts lag mir ferner als Das. Es handelt sich um daS Glück zweier Menschen, und so pein lich eS mir ist, muß ich Sie zu Vertrau ten eines Geheimnisses machen. Ich habe zum Gutsnachbarn eine biederen, alten, aber sehr eigensinnigen Herrn. Wegen eines schmalen GrenzrainS kam eS zwi schen uns zu Streitkgkeiten, schließlich zu einem langwierigen Proceß, den ich lei der gewann. Ich sage leider, denn ich zog mir den unversöhnlichen Haß des alten Herrn zu, ein sehr trauriger Umstand, wenn Sie bedenken, daß zwischen der Tochter meines Gegners und mir ein inniges, wenn auch ge Heimes Liebeöverhaltniß bestand. Vor wenigen Wochen faßte ich trotz aller Be denken den Muth, bei meinem Todfeinde um die Hand seiner Tochter anzuhalten. Ich ließ .Fanny' satteln, ritt nach dem Nachoargute hinüber und traf meinen Spe-Schviegervater, höchst erstaunt, mich zu sehen. Ohne Weitere? brachte ich mein Anliegen an ; höhnisch wurde ich abgewiesen. Der alte Herr gerieth in hellen Zorn und schwur, eher sollte das Pferd, daS ich ritt eS war Fanny in die Komödie, als ich als Schwie aer ohn m fem aus kommen. Sie sön nen es sich nun denken, weshalb ichFanny den Genuß der Vorstellung ermöglichen wollte. An Ihnen, meine Herrschaften, liegt es, zwei Menschen glücklich zu ma chen ; gelingt mem Plan, dann soll es mir auch aus eine Sektbowle nicht an kommen." Die Wirkung dieser Rede war aera dezu zauberhast ! Wann' hätten je Schauspielerherzen widerstanden, wenn man sie aufforderte, zur Aereiniauna tleoenoer ycrzcn eilooroien zu irin. !-C-..V. A Ä-. ren k Wer College mit den astbetl chen Bedenken wischte sich eine Theaterthräne aus dem rechten Auge und erklärte sich zu .allen Schandthaten" bereit. In schönster Harmonie und froh er regier Stimmung stehen die Mitwirken den zum Spiel bereit auf der Bühne. Da oie Vorstellung säst eine halbe Stunde verspätet war, so wurde aus die Orchepermusik Verzicht geleistet und fröhlich begonnen, unter reichem Beifall des Publikums fiel der Vorhang nach Schluß des ersten Aktes. Fanny hatte sich musterhaft betragen. Jetzt gedachte auch daSOrchester feiner Pflicht. Ein munterer Marsch wurde gespielt.' Dabei ruhig zu verbleiben war aber mehr, als von einem einstigen Kavalleriepferde, wie Fanny eines war. billig verlangt werden konnte. Ein un heimliches unterirdisches Gepolter mischte sich in die Weisen. Alte militärische Diensterinnerungen mochten in seiner Pferdebrust erwachen; in rhythmischen HusschlSgen setzte sich munter das Ge trampel fort. Fragend und besorgt sa hen die Zuschauer einander an ob des unerklärlichen unheimlichen Geräusches. Plötzlich aber, als die Trompeten am lustigsten dreinschmetterten, wuchs der Lärm zum donnerartigen Getöse. In der Gegend deS Souffleurkastens hoben sich, von unsichtbarer Gewalt erfaßt,zwei Bretter zur Höhe. .Eine Explosion! eine Explosion! ertönte es im Publikum. Zwei Damen wurden ohnmächtig, andere stießen ein Angstgeschrei aus. Der Wirwarr ward allgemein. Da hob sich unerwartet der Vorhang und die Naive stand, der Walkyre mit ihrem Roß Grane gleich an der Seite deö mit Bändern und Schleifen festlich getchmuckten Pferdes auf der Buhne. Feierlichen Schrittes lenkte sie das Thier bis vor die Lampen und machte eme tiefe Verbeugung. .Ruhe ! Stille !" ertönte eS jetzt von allen Seiten. Die empörten Wogen deö UnmuthS glätteten sich wie auf eine Beschwörung. Und die Naive begann : DaS verehrte Publikum wird gütigst erlauben, wenn ich ihm den Ruhestörer vorstelle. . Fanny heißt die Schuldige. Schmählich hat sie unsere berechtigten Ervartungen aus ein anständigeöPferde Betragen getäuscht. Für unS bedar eS wohl kemer Entschuldigung, wenn ich

ersichere,' daß wir ihr den Platz untern

Souffleurkasten nur um eines edlen Zwecke? zugestanden haben : um der Verewigung eines Liebespaares vu en ' mWt romantisch !" tönte hier eine Damenstimne hervor. Jawohl, höchst romantt ey, meine Damen," wiederholte die Naive. Hören Sie nur zu : ES lebt unter Ihnen ein Mann, Vater einer schönenTochter,aber, wie alle Tbeater-Väter, ein barter Ty rann, der grausam daS Glück zweier Herzen zerstört " .Halten St nn, mein Fräulem: rief hier eine Männerstimme und ein Herr n hohen Reltermefeln brach sich Bahn und schwang sich zur Bühne hinaus halten Sie ein der Tyrann tst ve Mt!" Em Freudenschrei von zwei verschte denen Stimmen bildete-da prompt sich einstellende Echo. Aus einer Selten oulme drang Herr von GanSauge mit einer Verlobten auf die Bühne. Vor Fanny, der Naiven und dem Tyrann niete daS Paar nieder und bat : .Vater, Ihren Segen !" Und der alte Herr fügte die Hände der Liebenden ineinander. Die Naive hob wie beseligt die Augen zum Him mel, Fanny trampelte freudig mit den Hufen. Eine Verlobung auf der Buhne!' önte es lustig und vielstimmig im Zu schauerraum. Ein Hoch dem Braut paar !" Das Orchester blies einen Tusch und das Publikum jauchzte vor Vergnügen. Was nun folgte, ist eigentlich über flüssig zu berichten. Nachdem Dr. KlauS unter heiterster Stimmung zu Ende ge spielt war, schritt das Bühnenpersonal in feierlichem Zuge zur Sektbowle, an der auch die Verlobten und ihr vchegter Tyrann Theil nahmen und der Jntri guant mtt seinem heiseren Organ den Toast auf der Liebenden Gluck auS brachte. Der Director erklärte, diese Pferdevorstellung sei der schönste Mo ment in seiner Theaterlausbahn. Unter zarter Andeutung der Umstän de brachte daS Wochenblättchen am nüch sten Taae dem Publikum die Aufkla rung des Zwischenfalles. Lange noch wurde tm Städtchen von Dr. KlauS, Fanny und von der Verlobung auf der Buhne gesprochen. . . r Die ZtaQtMU der Yen unter Verwandten. s20 der Wien, 35. Fr. Pr.) Seitdem der ärccke Buffon den Satz aufgestellt hat, daß der UrtypuS der Thiere und auch deS Menschen sich nur durch Kreuzung auS verschiedenen Kli maten stammender Racen rein erhalte. hat eS nicht anAnhängern dieserTheorie, namentlich unter den Aerzten, gefehlt, welche die Verschlechterung der Race, so dann Bildungsfehler, wie Taubstumm heit. Stottern, die Hasenscharte und den Wolfsrachen (angeborene Spaltungen der Lippen und des Gaumendaches), Idiotie, Scropheln und Tuberkulose den Ehen unter nahen Verwandten zu zuschreiben geneigt waren. Diese von Zeit zu Zelt von neuem ausgetauchte, vorgefaßte Ansicht erhielt sogar durch den statistischen Nachweis eine Stütze, daß nach den Matrikeln in Frankreich sich unter den Eonsesstonen bei Juden, welche bekanntlich oft Ver wandtschastöehen eingehen, Verhältniß mäßig sehr viele Taubstumme finden. wobei jedoch der Factor der Erdllchleit ganz übersehen wurde, welcher einerseits bestimmte Anlagen zu gewissen Krank heiten und Bildungsfehlern, andererseits Immunität und Schutz gegen andere Abnormitäten bedingt, und daß jene KrankheitSanlaaen durch die eigenthüm liche Lebens und Ernährungsweise, allerdings aber auch durch Vererbung fixirt werden. Nun läßt sich aber nicht leugnen, daß die Juden für gewiffe Krankheiten und Gebrechen, z. B. vtot tern. Taubstummheit, die Zuckerruhr.für die sogenannte .Retiniti pigmentosa eine Art von Netzhautlelden im Auge - eme besondere Anlage besitzen, wo hingegen die Cholera diesen Stamm, selbst m der armen Elaste und trotz Un reinlichkeit, weniger bedroht und manche andere Krankheiten bet ihnen viel selte ner vorkommen, als bei Nichtjuden. Die Frage über die Schädlichkeit der Ehen unter Verwandten und der In zucht bei den Hausthieren wurde als er ster Punkt der Verhandlungen des fach sischen Medicinal'Collegiums aufge nommen und die Sammlung statisti scher Daten beschlossen, und hat Herr Stieda, Statistiker für Elsaß'Lothrin gen, in neuester Zeit diese Frage mit Zahlen beleuchtet, aus welchen hervor gehen soll, daß zwar nicht im Eifaß, aber im übrigen Frankreich körperliche und geistige Gebrechen unter den auS VerwandtschastS Ehen abstammenden Nachkommen nicht selten sind. Wie Be weiskraft dieser im Ganzen nur verein zelten Vorkommnisse muß jedoch nach dem Erscheinen einer so erschöpfenden Monographie, wie solche unlängst von dem belgischen gelehrten Thierzüchter La Perre geliefert wurde, sehr m Frage ge stellt werden. La Perre bekämpst die bisher versochtene Theorie und derust sich auf Darwin, welcher ausgerechnet hat,dav rn England sich uvter den Taub stummen nicht mehr als 2 Percent Sol cher finden, welche us Ehen zwischen Geschwisterkindern abstammen. Unter den Geisteskranken sind dort nur 3 Per cent derlei Ehen entsprossen. Diese Proportion entspricht aber nach Dar win'S Erhebungen so ziemlich genau je ner der VerwandtschastSehen zu den an deren, welche sich in England gleichfalls auf 2-3 Percent stellt ; in London selbst sinkt dieselbe blos aus 1 Percent, auf dem Lande beträgt solche 4j Percent. Dr. Mltchell hat unter 403 Taubstum men Schottlands nur ein einziges Jndi viduum angetroffen, welches seine Her kunst einer Ehe unter nahen Verwand ten verdankte. Eben in diesem negativen Sinne sie len die Antworten der Direktoren der TaubstummenJnstitute in Antwerpen, Lüttlch, Berlin. München. Lyon, Mai land, Paris, Rouen und Bordeaux aus. Nach Sichtung sämmtlicher diesen An stalten entnommenen Daten ergibt sich als Endresultat, daß unter 1822 Taub stummen blos 33 sich befanden,' welche

aus besagten Ehen stammten. Noch schlagender ist die Erzählung des Dr. A.

BourgolS, welcher, m emer Jnaugural Dissertation die Geschichte seiner eigenen Familie mittheilt, welche auS 416 Glie der besteht.die Nachkommen eines Paa res von leiblichen Cousins sind, und de ren Stammbaum bis 130 Jahre zurück reicht. Diese 416 entsprangen 91 fruchtba ren Ehen, unter welchen 68 unter BlutS verwandten geschlossen waren, und trotz dem wären sämmtliche Nachkommen von den wie Rilliet behauptet in Frankreich unter solchen Verhältnissen vorkommenden Krankheiten und Miß bildungen, wie Epilepsie, Idiotie, Abor tuS 3k. vollkommen frei. Mehrere unter ihnen erreichte ein Alter vnn 80 Iah ren nnd. darüber; die durchschnittliche Lebensdauer betrug 39 Jahre und ö Monate. Außer seiner Familie führt BourgotS noch 24 Andere an, welche gleichfalls auS solchen Ehen stammten. ohne mit derlei Gebrechen behastet gewe sen zu sein.. In dem Dorfe Batz in Frankreich, Loire Jnferieure, mit 3 bis 4000 Einwohnern, sind die Heirathen unter Blutsverwandten die Regel. Die Einwohner befassen sich mü Salzsiede rer. und die met ten unter iynen Uno ,m dritten bis fünften Grade mit einander verwandt, und obgleich diese Vermi fchung seit Jahrhunderten andauert, haben sich noch immer keine der beklag ten üblen Folgen oct tonen eingestellt: hievon haben sich die Tbeilnehmer des zu Nantes in Jahre 1875 tagenden CongreffeS der Association scientiiique gelegentlich eines nach Batz unter nommenen AuSflugeS persönlich über zeugt, und hat Broca über dieses Fac tum in den Cornptes rendus der Sitzungen ausführlich referirt. Eben dasselbe berichtet Ferner über die Ge meinde Pauliae, woselbst solche Ehen häusiger als in ganz Frankreich vorkom men und KriegSuntauglichkeit unter den jungen Leuten gleichwohl eine Selten htlt ist. In all diesen Füllen war weder eine Deterioration der Race noch Unfruchtbarkeit eingetreten, die Kinde? zahl war ebenso groß wie bei Ehen un ter ganz Fremden; in der Bourgoiö 'schen Familie waren jene Ehen, in wel chen sich Blonde oder Brünette unter einander verheirathet hatten, ebenso mit Kindern gesegnet, wie dort, vo sich Blonde mit Brünetten verehelichten. folglich ein Art Kreuzung zwischen ver schiedenen Typen platzgegriffen hat. Sebr aewicbtia ift nebn den Auösaaen der Vorstände von TaubstumaenAn palten die Stimme eines in Ohrenfache ausgezeichneten SpecialArzteS, Bonns fond, welcher in feinem Traite des rnaladies des oreilles sich dahin aus spricht, daß nach den von ihm seit Iah ren gesammelten Dokumenten die Taub ftummheit häufiger der den Abkömmlm gen von nicht Verwandten vorkomme, als im entgegengesetzten Falle. Eine be deutende deutsche Autorität in diesem Fache, Prosessor Gruber, ist zedoch, sich auf die Autorität deö DtrectorS der lS raelitischen Taubstummenanstalt inWien stutzend, geneigt, daS Gegentheil (nur beiJSraeliten ?) anzunehmen, und beruft sich auf einen Distrikt in Amerika, vo Verwandtfchaftöehen gedachte udle Fol aen haben sollen. Nach La Perre widerfprtcht die Sitte vtcler antiker Volker, welch: sogar m ihre Götterlehre Eingang gefunden hat. dem allgemeinen Vorurtheile, daß solche tncestuöse Verbindungen Physische Ge brechen zur Folge hätten, vielmehr sind solchen Ehen, soweit Berichte vorliegen, starke Nachkommen entsprossen. Daß Ehen btS zum dritten, fünften und selbst blS zum siebenten Grade von venGefetz gebern verpönt wurden, hatte keinen an dern Zweck, als um unter den Familien gliedern das Gefühl der Keuschheit und gegenseitigen Achtung rem zu erhalten. Da die Meinung von der Entartung in Folge mangelnder Kreuzung häusig auch von Thierzüchtern adoptirt und Verbreiter wurde, so hat La Perre bei ihm bekannten Züchtern in dieser Ange legenheit angefragt und fett 20 Jahren an 20,000 HauSthieren selbst experimen tirt. Die Veranlassung hiezu war seine Verheirathung mit einer Cousine und die Furcht, daß seine Kinder etwa doch taubstumm oder sonst mit einem Uebel behaftet zurWelt kommen könnten ; seine Versuche erstreckten sich aus Tauben, Fasanen, Perlhühner u. s. w. durch Gene rationen, ohne daß Sterilität, Albiniö mus oder dergleichen mehr gefolgt wä ren, und ist die Fruchtbarkeit gleich ge blieben, wohingegen nach Kreuzung mit ausländischen Racen, z. B. der einhet mischen Hühner mit BenthamS, die Re sultate oft ungunstig waren, die Eier nicht ausgebrütet wurden oder die Keime sich nicht entwickelten. Bet manchen Vögeln, den Holz und Turteltauben, welche merkwürdigerweise was schon Aristoteles bekannt war nie mehr als zwei Eier ausbrüten, so auch bei den Rebhühnern, ist diePaarung der Geschwister ein natürliches Gesetz, und dennoch findet nicht nur keine Ent artung statt, sondern die Fortpflanzung ist an Qualität und Zahl der Nachkam men unverändert geblieben seit undenk lieben Zeiten, ja eS zeigt sich mitunter bei ausschließlicher Inzucht der Brief tauben, daß eme spontane Veredlung ihrer Intelligenz stattfindet. Daß die Haustaube auf emer fo ntesrtgen Stufe der Intelligenz steht, ist nicht ihrer Inzucht, sondern dem Schutze zuzuschreiben. welchen dieses Thier seit jeher in den Taubenschlägen genießt, wodurch ihr die Existenz leicht gemacht wurde und'der Sinn für das Fortkommen, Herbeischaf sung der Nahrung, den Nestbau nicht geweckt wurde. La Perre hat nach unzähligem! wie derholter Paarung zwischen den Jungen desselben Geflügelpaares oder auch der Mutter mit dem Sohne und vics versa gefunden, daß die Vorzüglichkeit und Schönheit der Nachkommen bei diesem Versahren nicht beeinträchtigt wird, vorausgesetzt, daß die auffallend mißgestalteten Exemplare von der Züch tung ausgeschlossen waren. Auch citirt derselbe mehrere Fälle von auf Inseln zurückgelassenen Rindern, Schweinen und Kaninchen in einem bis zwei Paaren, vo wenige Jahrzehnte hinreichten, eme enorme Nachkommen schast hervorzubringen. Andererseits verden Beispiele ange

führt, vo gerade die Kreuzung von

HauSthieren zur erfqieqierung oer Race geführt hat, venn keine richtige Auswahl derZuchtthiere getroffen wurde, und eben diese unzweckmäßige Kreuzung hat in den meisten Ländern deS Conti nentS vie.schon Hofacker vor mehr als ' O lr . I L einem halben Jayrynnoerk veoauerno nachgewiesen hat den Rückzug derPfer de,ucbt versöuldet. während in England die Zucht die edelsten Racen hervorge bracht hat. Sa Berre aelanat auf Grund fremder. und eigener Erfahrung zu dem Schluß fatze, daß Ehen unter Blutöverwanoren und Familienzucht bei Thieren an und für sich nie von üblen Folgen für die JL. J . . . v. . t. e r Nachkommen begleitet )mo, uno oap, wen eine aescblecbtlicbe Verbindung von zwei Geschöpfen, die unter einander blutSvervandt sind, stattfindet, von oe nen das Eine an einem Gebrechen leidet, dieses letztere auf die Nachkommen nur in dem Maße vererbt verde, vie unter Nichtverwandten, deren Eins mit einem erblichen Gebrechen behaftet ist. 15. ViaQtu CuUurfortsHrittt. Die Britiicbe Association iitr Förde rung der exacten Wissenschaften ist einer der wenigen Congrefse, welche, nach dem Vorbilde deS CongreffeS der deutschen Naturforscher gegründet, sich zu fort während steigendem Eknfluffe eytwtckelt haben. Von besonderem Interesse pflegen bei den jährlichen Zusammen künften die JnauguralReden der Prä stdenten zu sein, weil dieselben in der Regel die je in einem Jache während deS Jahres gemachtenFortschritte zusammen fassen. Diese Kundgebung bot bei der diesjährigen am 23. August, zu South ampton eröffneten Jahresversammlung besonders praktisches Interesse, weil Dr. Wilhelm Siemens, dem in London le denden Bruder von Werner Siemens, jene Ausgabe zugefallen war, welche er glänzend löste. Wir fühlen unS daher gedrungen, unseren Lesern eine kleine Blumenlese auS dem gehaltvollen Vor trage über die neuesten Fortschritte eini ger Gebiet der Technik vorzuführen. In Beziehung, auf die Elektrotechnik schlug Siemens vor, der bisherigen Anzahl berühmter Physiker, welche ihren Namen gleich Ohm oder Volta für elec irische Einheiten herleiten mußten, den Namen .Weber" beizugesellen, um die Einheit einer magnetischen Quantität damit zu bezeichnen, und den Namen .Watt", um die Einheit der Triebkraft zu benennen. Mit besonderer Vorliebe verbreitete sich Siemens über die Fort schritte des Telephons und der electri schen Transmission. Bezüglich deS er fteren muß erwähnt werden, daß bei dem Congresse der Britischen Association in Southampton das Telephon in sinn reicher Weise zur Förderung der See tionSarbeiten verwendet wurde. Die Sektionen sind nämlich so zahlreich, daß sie in verschiedenenLocalitäten der Stadt abgehalten werden müssen. Um nun die 1200 Mitglieder, . welche sich einge funden haben, leicht und rasch in Kennt niß davon zu setzen, zu welcher Stunde die verschiedenen Vortrüge beginnen, werden die Nachrichten telephonisch den Secretären der Sektionen mitgetheilt und von diesen sofort angeschlagen. Bezüglich des letzteren Gegenstandes erwähnte Siemens, daß man gegenwär tig bei der Umwandlung von Trieb kraft in elektrische Kraft zum Zwecke der Transmission nur einen Krastverlust von 10 Procent habe. Die Ruckwand lung deö elektrischen Stromes in Trieb kraft bringt einen weiteren Verlust von 19 Percent. Dazu kommen noch die Verluste, welche durch die Reibung in den Leitungsdrähten und durch Aus strahlung der Wärme verursacht werden. Der Gesammtverlust fei also jetzt noch 60 Percent. Der Verlust bei einer an dern Methode der Transmission, zum Beispiel mit comprimirter Luft oder hydraulischem Drucke, sei noch höher, und der Elektricität gebühre jedenfalls die Palme, ueil man bei der ihr die erste Triebkraftquelle für die elektrische Transmission entweder in Gestalt einer Wasserkraft anwenden könne oder einer mächtigen centralen Dampfmaschine, welche nur zwei Pfund Kohlen per Pfcr dekrast in der Stunde verbraucht, wäh rend kleine Maschinen, welche über einen weiten Bezirk zerstreut sind, fünf Pfund verbrauchen. Von besonderem Jntereffe waren die Mittheilungen über die ' Einwirkung deö elektrischen Lichtes auf die Vegetation. Bei Versuchen, welche mit Weizen, Ger ste, Hafer und anderen- Cerealun gemacht würben, indem man sie im Freien säete, war em wesentlicher Unterschied m dem Wachsthum derjenigen Pflanzen, welche unter den Einflüsse des electri schen Lichtes standen, und anderer wahr zunehmen. Von Ende Februar, vo ärmeres Wetter eintrat, entwickelten sich die Pflanzen, welche unter dem Ein flusse einer elektrischen Lampe von 4000 Kerzen Lichlstärke ungefähr 5 Millime ter über dem Boden sich befanden, mit außerordentlicher Schnelligkeit, so daß sie am Ende Mai mehr als 4 Fuß hoch und die Aehren in voller Blüthe stan den, während diejenigen, auf velche Nachts das elektrische Licht nicht wirkte, nur 2 Fuß hoch waren und noch keinen Ansatz einer Aehre hatten. Von einer elektrischen Eisenbahn,vel che im Norden von Irland in einer Länge von 19 Kilometern im Bau begriffen ist, erwähnte Siemens, daß bei derselben der Kraftüderschuß beim Abwärtöfahren in sekundären Batterien ausgespeichert verden soll, um denselben bei Steigun gen als Kraftzuschuß zu verwenden. SienenS ist der Ansicht, daß die Elec. tricitSt den Dampf beim Betrieb der aro ßen Eisenbahnen zwar nicht ersetzen kön ne, daß sie aber große Vorzüge vor an deren Triebkräften in Städten, Tunnrls und in allen Fällen habe, wo natürliche Kraftquellen, wie z. B. Wasserfälle,vor Handen seien. In der Frage deS Kampfes deS elec trifchen Lichtes gegen das GaS zeigt Siemens ntcht die geringste Beforgniß. Er ist det.Ansicht, daß es die ZukunstS aufaabe des GaseS ist, für die Heizung unserer Wohnungen und unserer Herde zu sorgen, an -Stelle der direkten Ver Wendung .deS' .BrennmatertalS,..-velche j einer Verwüstung desselben gleichkommt.

Bekanntlich kommen bei den Danpsma schinen gegenwärtig nur 10 Percent deS Stoffes der Kohle zum Nuh.Effect, 9 Zehntel verpuffen als Rauch m der Luft und verpesten überdies die Atmosphäre. Die Frage der Verbannung des Ran cheS wird daher eines Tages dadurch gelöst sein, daß sämmtliche Kohlen erst durch die GaSöfen ihren Weg nehmen, wodurch eine Menge kostbarer Neben Produkte gewonnen wird, welche sonst als Rauch verpuffen. Siemens schätzt die in den Gaswerken Großbritanniens verbrauchten Kohlen auf neun Millionen Tonnen, welche, zum Preise von 12 sk. die Tonne, 5,400,000 Pfd. St. kosten. Aus diesem Rohmateriale gewinnen die Gaswerke außer dem Gas Nebenpro ducte zu folgendemWerthbetrage: Färb fioffe für 3,?ö0.v00 Psd. St.. Sulfat von Ammoniak für 1.947,000 Pfd. St, Pech für 365,000 Psd. St.. Creosot für 208,000 Pfd. St., rohe Carbolsäure fr 100,000 Psd. St., 4,000.000 Tonnen CokeS (nach Verbrauch von 2,000.000 Tonnen beim Betriebe der Retorten), zu 12 sk. per Tonne, für 2,400,000 Pfd. St. Das gibt ein Total von 8.370,. 000 Pfd. St. des Werthes der Neben Produkte oder fast drei Millionen mehr als de? Werth der Kohle und ohne den Werth des Gases zu regnen. Ein Noman aus .

Das .Berliner Tageblatt zählt: Im vergangenen Frühjahr chte in einem Hause der Kastanie Allee za Berli? eine junge Dame vc . nicht ge wöhnlicher Schönheit plötzlich den Ver such, ihrem blühenden Leben durch Ver gistung ein Ende zu bereiten. Ein jun geS Mädchen voll Anmuthreiz und I gendfrische, im Lenz deS Lebens und dennoch der jähe Entschluß, der düstere TodeSmuth .... eS konnte nicht fehlen, daß. die Hausgenossen den Spuren dieser Katastropfe nachgingen. Die Frage, vie die junge Dame in den Besitz des Giftes gelangt sein konnte, führte über dies zu genaueren Ermittelungen und so wurde hier schließlich ein interessanter Roman uö dem Leben entschleiert. Ein Mitglied der höchsten aristokrati schen Gesellschaft spielt in diesem Liebeö draa die Hauptrolle .... AuS einer pommerischen Kleinstadt war die junge Dame nach Berlin gekommen und hatte in einem Geschäfte eine annehmbare Stellung gefunden. Nach der redlichen Arbeit des Tages aber sehnte sich daS lebenslustige Mädchen nach einer harmlosen Erholung und si, ließ sie sich von einer Freundin leicht bewcgen, bisweilen ein geschlossene Tanz?rä7.zchen im PotS damer Viertel zu besuchen. daS nur der ehrbarsten bürgerlichen Gesellschaft zu gänglich schien. Hier wußte sich nun auch ein Cavalier Eingang zu verschaff sen, der sich der jungen Dame als ein Beamter des KriegsministeriumS unter einem anspruchslosen bürgerlichen Na men vorstellte. Schnell fand sich Herz zu Herz, die weltmännische Liebenswürdigkeit des CavalierS, de? eS an allerhand Aufmerk samkeiten nicht fehlen ließ, bestrickte daS unerfahrene Mädchen, und den Winter über besuchten die Liebenden gemeinsam das Tanzkränzchen, auf welchem sie für Bruder und Schwester galten. Aber schnell, wie ein Mädchenherz bethört ist, verglimmt auch die Lust deS CavalierS, dem es nur um eine lockere Augenblicks Werbung und keineswegs um eine dau ernde HerzenLfeffel zu thun ist. AIS der Winter verronnen war und die Tanz kränzchen aufhörten, ließ auch der ver meintliche Ministerial'Beamte kaum noch von sich hören, und in zweifelndem Hof fen und Harren verrannen der Bethör ten recht traurige Wochen. Da führte sie eines Tages ein GefchäftSweg in die Gegend deS KreuzbergS, es war tust an Tage einer großen FrühjahrSparade. Mitten in einer dichten Menschengrupp mußte sie Halt machen. Truppe an Truppe zog an thr vorüber. Da plötz lich tönt ein jäher Schrei von den Lip pen des Mädchens. Sie zeigt auf einen Offizier, der mit Bandelier und Schärpe vorrüberreitet. .Wer ist der Herr dort?" fragte sie den Nachbar. Die Antwort lautet: .Prinz X " Und ohnmäch tig tritt das Mädchen zusammen. Sie hatte den .Ministerial. Beamten" aus der Tanzgefellschaft erkannt.... Einige Tage daraus fand in dem Hause der KaflanienAllee derLZergistungö versuch mit Arsenik statt. Zum Glück trotzte die kräftige MSdchennatur der Wirkung des Giftes. ES gelang den Aerzten, sie dem Tode zu entreißen, und das elterliche HauS hat sich der Unglück lichen wieder ausgethan. Im Laufe der Ermittelungen war eö nothwendig, auch dem aristokratischen Verführer eine Mit theilung zugehen zu lassen. Mit ernster Miene ersuhr der Prinz den dramatischen Schluß, den die lachende Comödie deö Leichtsinns erfahren hatte, und er nimmt seitdem den besorgtesten Antheil an der Wiedergenesung der Verlassenen. Viel leicht, daß er mit schmerzlicher Reue da? übe? nachdenkt, welch' seltsame? Roman dichte? das Leben ist und wie eö oft an heitere Ansänge einen bitter ernsten Schluß fügt." JnBayreuth hat am 25 August die Trauung deö Fräulein Da niela von Bülow, der Stieftochter Rl chard Wagner'S, mit dem Grafen Gra vina stattgefunden. Die Dame ist be kanntlich vom höchsten musikalischenAdel. Franz Liszt ist ihr Großvater, HanS von. Bülow ihr leiblicher Papa und Richard Wagner ihr Stief und Ädsptivvater. Sonst und jetzt. .Ach seh'n Sie doch, Fra:i Ober Commissärin, da steigt Ihre alte Be kannte, die Frau Weiß ans, ?S eilt ihv sehr, zu Ihnen zu kommen !" .Ich bitte Sie um AlleS, thun wir als ob wir sie nicht sehen !" Aber Sie waren ja doch an Ihren Wohnort so freundlich mit ihr!" .Das war fönst, jetzt aber hat ja mein Mann den Orden !" Treu e b iö in den Tod. Der Herr. Johann, ich bin so du? stig, daß ich mich noch einmal zu Tobe trinken werde." - Der Bediente. Gnädiger Herr, cz lassen Sie mia) nitsterbeni"