Indiana Tribüne, Volume 4, Number 454, Indianapolis, Marion County, 15 September 1882 — Page 2

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Uimam Mönne. 2 FZllchö- uud Souiagsausgaö". Office: 62 S. DelawareStr sEntrred a3 econd-cl$s3 matter at the fostoffice at Indianapolis, Inuiana.I AdonnementZ-Preife: Lösche AuZgaie.. 12 CtS. per Woche. SonnwgSauSgabe ö Cts. PerNummer. Selbe zusammen 15 Ctt. Per Woche. W Da Tagblatt erscheint jeden Nachmit. ba um 4 Uhr. Die EountögSaußgabe erschttui deö Morgen?. Tribane Publishing Company. Indianapolis, Ind., 15. September '62. Demokratisches Staats - Tiefet. t F2r CtaatS.SekretSr: WilliamN.MYer,vonMadison. Für StaatS.Audttor: JameS H.Nice, don FIoHd. ?ür CtaatZ.Tchatzmeister: John I. C o o P e r, von Marion. Jür C!aa!SLchulsuxenr.ttndent: John S.Holcombe,don Porter. 2r Seneral'Anwalt: Iran cis T. H o r d, von Bartholomew. Für QUcl der Suxreme.Comt: Simon P. Sheerin, don Caß. Für Richter der Cuxreme-Court: 1 . Distrikt W. E. Nib l a ck, von Kaor. 2. George V. Ho'w k, von Floyd. 8. Allen Zollars, von Allen. lv.Gklcht.Ve;!tk. Für Richter: Alexander C. Ahreö. Für CtaatZ-Lnwatt : Frank M.Wr'kght. Für Congrcf. . Dlftrkkt. William E. English. Dkmokr-tlsche Sounty.Tick.t. Für Senator. Dr. W. B. Fletcher. Repräsentanten: JesseWhitsit, John R. Wilson, (?. B. Howlaud, William D. Dynum, John C. Ferriter. Cunty-Tommissire: 1. T istritt Richard Seyniur. 2. Henry Eimber. 3. Joseph Lostin. lerk: Robert L. Mcvuat. Sheriss: Daniel A. Lemon. Cchahmeifler: Eli Hcinch. Auditor: Thomaö H. Litzenbcrg. Recorder: Cornelius Kelley. Coroner: Dr. C.?Z. Metcalf. Crimwal:Nichter: Pierce Norton. Surelisr,Court Richter. Ti. B. Taylor, John A. Holman, Frederick Heiner. Surveyor: D. B. Hosbrook. Die Chinesen. Die nachstehenden Bemerkungen sind weit entfernt, ein Ausdruck unserer An sichten zu sein, .dieselben sind vielmehr einem Wellblatte, der London Times", entnommen und wir glaubten solche den Lesern nicht vorenthalten zu dürfen, weil sie einerseits die Stimmung characterisi ren, die zur Zeit in England gegen die Jrländer herrscht, und weil es unbe greislich erscheint, warum das Weltblatt nicht vor Allem der britischen Rgierug empfiehlt, die von ihr so hoch geschätzten Chinesen zur Massen Einwanderung nachCanada und den sonstigen englischen, Besitzungen zu veranlassen. Die mongolische Menschenrace", schreibt also die Times-, speciell die Chinesen, sind die größte Wohlthat sür die Länder an der Straße von Malacca und im östlichen Asien, und sie könnten dasselbe sein für Amerika. Der Chinese gleicht insofern dem Jrländer, den er in anderen Beziehungen übertrifft, als er nie in seiner Heimath, in dem Lande, da seiner Väter Wiege stand, sondern erst aus fremden Vodett verpflanzt, alle die vortrefflichen Eigenschasten entwickelt und zur Geltung bringt, die er besitzt. In den Ansiedlungen e-.richtet sich der wohlhabende Chinese feine geräumige und bequeme Wohnung ganz nach chlne slschem Muster, aber gleichzeitig so, doch das Innere allen Anforderungen euro päischer oder amerikanischer Cultur Rech nuna träa.t. SeinerFrugalität und Ein fachheit in der Lebensweise bleibt er treu, aber allen seinen Verpflichtungen kommt er mit arönter Gewllienhaftigkeit nach. Man hat den Chinesen den asiatischen Juden genannt, unv dieseBezeichnung ist in so fern richtig, als er sich durch die leiden guten Eigenschaften in einem Lande vorwärts bringt, das er arm und mittellos betreten hat. Aber der Chl nese ist vielseitiger als der Jude ; wäh rend er dieselbe Mäßigkeit, Anstelligkeit und geistige Begabung besitzt, übertrifft er ibn durch die Kraft semer Muskeln. Selbst die Niedrigste Arbeit Nicht scheu end, arbeitet er sich empor, und zwar mit einer Ausdauer und einem Geschick, das Erstaunen erregen muß. Man hat be kanntlich versucht, in China eine jüdische Kolonie zu gründen, aber mit befferem Erfolge würde man diesen Versuch in Aberoeen gemacht haben, denn der Jude kann mit den Chinesen Nicht concurriren. kann in China überhaupt nicht existiren. es sei denn in den Seeplätzen unter Eu ropäern und Amerikanern. Maq der Chinese in den Zinn'Vera

werke oder auf den Zuckerplantagen

arbeiten, maq er städtische Hantirungen treiben, Dienstbote sein oder es zum Ge. ZchZftImann gebracht haben, überall hat er (Erfolg, weil er tüchtig ist. - V

Laut deZ von der britischen N'gierung im vorigen Jahre aufgenommenen Cen suZ sind die Ansiedelungen an der Straße von Malacca und an der Suuda-Straße, einschließlich Singavore und Penang, von 123.3S4 Seelen oewohnt: von die sen sind 1656 Europäer und Amerikaner, 174,327 Chinesen, 238,066 Malaien und sonstige Asiaten, 316 Juden und Arme & rv w n:er uns t)V xuva taten Abkömm linge curoväischer Väter und bengalischer Mütter. Die Chinesen nehmen sowohl an sich. als im Verhältnisse zu den anderen Be rölkerungS'Elementen am schnellsten zu. Auch die Zahl der chinesischen Frauen ist in der Zunahme begriffen, denn während nach dem Census von 1871 107 grauen auf 1000 Männer kamen, gestal let sich das Verhältniß nach dem vor jährigen CensuS auf 127 zu 1000. Dies beweist, daß die Beschwerde, die man in Callfornlen aeen die Cymesen fuhrt. daß dieselben keine anständigen Frauen über den Pacisic herüberbringen, mit der Zeit von selbst haltlos wird. Im übri gen sollte man in Kalifornien bedenken, daß von dort schon seitJahren den weib lichen Chinesen die Einwanderung unter dem im Allgemeinen richtigen Vor wand verbot, daß sie keine.' anständigen Frauen sind. Sollten sich dereinst Jr länder in gleicher Anzahl ,n Causorrnen niederlassen, wie vor demAnti-Chineien Gesetze Chinesen, so wurden die Callsor nier schnell inne werden, daß sie einen schlechten Tausch gemacht habend 1 n . . v . . ? . r. V YUir wieoeryoien, oav wir nacy oem Artikel der Times eme Empfehlung der Chinesen-Einwanderung für Canada für felbstverständllch erachtet, eme solche aber mcht gefunden haben. Sie EdmundSBill. Die Mormonen haben in Utah seither , i rnn 9 i eine veoeuienoe caiorilar geyaor, vier bis fünf gegen einen Nichtmormonen. Laut dem CensuS betrug die Ge sammtbevölkerung des Territoriums im Jahre 1880 143,963, hierunter befanden sich 32,673 großjährige Männer. In Utah sind bekanntlich auch die Frauen stimmberechtigt und der N. I. Herald schätzt daher die Zahl der Stimmfähigen auf zwei Siebentel der Bevölkerung. Es würde das im Ganzen ungefähr 41, 0.0 Stimmen ergeben, von denen der tzer." den Nichtmormonen 7,000, die 7). Trib." 10,000 Stimmen ein räumt. Nimmt man den Durchschnitt aus beiden Schätzungen mit L.öOO Stimmen als der Wahrheit entsprechend an, so würden den Mormonen noch 32, 500 Stimmen verbleiben. ' Wie diele der letzteren nach der EdmundsBill nicht berechtigt sind, zu stimmen, ist schwer zu beurtheilen. Von Salt Lake City aus wird berichtet, daß von acht Mormonen höchstens einer in Polygamie lebe. Ist dies richtig und rechnet man aus teoen Polygamisten durchschnittlich 3 bisher stimmberechtigt gewesen; Frauen, so würden sich die mormonischen Stimmen um 8,125 vermindern, die Mormonen mithin 24,37ö2timmen behalten. Selbst wenn aber von den Mannern em Viertel und von ten Frauen drei Viertel in Polygamie lebten, würden die heiligen der letzten Tage" immer noch 16,25) Stimmen, somit fast doppelt so v,el als die Nichtmormonen haben. Die Regist . r rirbcamten weroen aver ncyer zayireiaze durch die Edmunds'Bill vom Stimm recht ausgeschlossene Mormonen du'.ch schlüpfen lassen und es ist daher zu er warten, daß der mormonische Candidat für das Amt eines Congreßdelegaten bei de? im .November stattfindenden SSa&I mit großer Mehrheit ßegt. Landtöverraty. Am 23 Auaust wurde in München der Proceß gegzn Heinrich Reefer, alias Äaron Gralttet, und Baron mit xmiu mayr eröffnet. Ersterer ist ein gebore ner Holländer und naturalisirter Fran zose, der zur Führung dcS Adelstitels von semer Mutter her oerecuugi zu crn behauptet. Er will m der französischen Armee den Feldzug von 1S70 71 mit' gemacht, später bei den Carlisten mspa nien gedient und zuletzt an dem legitim! stischeu Blatte Univers gearbeitet haden. Baron Kreittmayr, em notorischer Dummkopf, ist aus Baiern gebürtig, in einer Jesuitenanstalt erzogen, und wäh rend des deutsch französischen Krieges iPttirhtAiHriti Atrntitn tnii Die Anklage behauptet, daß Reefer durch Vermittlung Kreittmayrs die Pläne der Festung Jngolztadt zu erlangen suchte und zu diesem Zwecke sowohl den Barsn als auch dessen Geliebte ausgefordert habe, ihn mit einem siar5 verschuldeten Stabbossicier bekannt zu machen. In wissen Auftrage Neeser ha oelte, ist niüt erwiesen. Die Annahme, daß er von Gambetta ausgeschickt wurde. konnte nicht ausrecht erhalten werden. Er selbst behauptet. ' daß ' Gambetta gar nicht kenne. Thatsache , ist. daß er zwei Briefe an die deutsche Botschaft schrieb, worin er sich erbot, die pon dem Chef des Kundschastsweiens im französischen Kriegsministerium ihm ertheilten pionaaenaustrage gegen eine aewiffe Geldsumme zu verrathen. Neeser ve hauptet, daß er den ehemaligen Sei geanten Valois und den Lieutenant c D. von Fleiichmann vlcht aufgefordert habe, ihm Festungs- und MobWrungS Pläne zu verschaffen, diese sich vielmehr selbst dazu erboten hatten. Krelttmayr will den A eeser nur tue einen Corrcspondenten gehalten haben, der Information wünschte. Derselbe habe ihm fünf Fragen ausgeschrieben, die er vorlas. Sie sind durchweg harmlos und beziehen sich z. B. auf die Stärke er Regimenter und Bataillone, mge, ie öffentlich bekannt sind. Seine Ge liebte dagegen sagt aus, daß Rceser sehr !viel von Festungkplänen mit Krultmayr r. . V. . ' rjL: rn . gesprochen uno t, ms eine yuv,qe cr fon, wlederyott aufgefordert habe, sich

u "tämitn SiQBSoKcietcxn. 5" schleichen, um ihn nachher mit 2eieax fc i?" ÄU?-r--?'c i r-.-i L Ds Urtheil it schon am 1 S pteml luv Ailh.Aidi V.. A l n

Hl UllVvUUJCll, UUiU UU3 ikUUU UJU nicht . übermittelt worden. Sobald die europäischen Zeitungen von obigem Datum eintreffen, werden wir es unseren Lesern mittheilen. Ykloslnke.t. Warum so viele Mädchen nicht hcira hen diese Frage bildete dicser Tage das ' Thema einer Vorlesung des Dr. Landis in New Z)ork. Die'Antwort : weil so viele Männer nicht heiratheu. legt nahe,' aber der Vortragende war so unaalant, die Schuld des Nichthei rathenS zum größeren Theite bei dem schönen Geschlechte zu suchen, sticht der Lieblosigkeit, nicht der geringer werden den herzenswärme der Männer haben es so viele brave Mädchen zuzuschreiben, wenn sie über Mangel an Begehr zu kla gen haben, sondern der geringen Sorg fält, die sie ihrem Körper widmen. Die Hälfte der Menschheit stirbt in der Kindheit, die andere Hälste führt zum groß ten Theile em verkümmertes Dasem, weil sie von Jugend aus ihren Begierden und Neigungen maßlos nachgegeben und eö daher zu völliger geistiger und leib licher Gesundheit nicht gebracht bat. Bringen wir eS dahin, in dieser Bezie hung vernünftiger zu leben, so wird die Zelt kommen, daß zeder Mann eine gute Frau und jede Frau einen uten Mann hat. Wir unterrichten unsere Kinder in Religion und Wisienschasten, über ihre Entwickelung und Bestimmung lernen sie nichts. Wir leben in einem Zeitalter schnell auseinander folgender Ersindun gen, wir sparen Arbeit und Zeit, aber wir verlernen mehr und mehr die Tugend der Selbstbeherrschung. Wird aus diese Weise die Neigung, zu heirathen,bel den Männern geringer, so bietet die weibliche Jugend alle? auf, dieselbe vollends zu ersticken. Die Mädchen sind schwächlich. kränklich, unentwickelt und wundern sich noch, wenn sie nicht begehrenswerth erscheinen; sie tragen echte oder falsche Juwelen, malen sich die Farben scheinbarer Gesundheit aus die Wangen und wissen durch Roßhaare und Fischbein der Natur, deren dürstige Ausstattung sie selber verschuldeten, nachzuhelfen. Sie vernachlässigten eine vernünftige Pflege oes Körpers von frühester Irgend an und bilden sich ein, ihre Mängel durch die Kunst ersetzen zu können. Sie sind nicht im Stande, hierdurch zu täuschen und bleiben ledig.' Ferner ist in unserer Zeit das Begehren der Mädchen namentlich darauf ge richtet, reiche Männer zu bekommen, und die Furcht, mit einem vermögenslosen, aber gesunden und erwerbösähigen Manne einen Haushalt zu begründen, ist wkederum eine Folge der Verachtung alle? physiologischen Gesetze. Betreffs körperlich?? Ausbildung 'könnte sich , das weiblicheGeschlecht an den sonst durchaus nicht empsehlenswerlhen Preiskämpfcrn ein Muster nehmen." Die Geographie von Amerika. Daß die Franzosen in der Unkenntniß ausländischer Verhältnisse geradezu Un glaubliches leisten und daß die Deutschen , w v ..-. er . . ' c m Allgemeinen Mir oer iseograpyie uno der Beschaffenheit des Lande in der neuen Welt auffallend wenig vertraut sind, ist bekannt. Bon einer gleichen Unkenntniß der Engländer berichtet die Chicago Tribune- em paar amu fante Proben. Die bekannte eng lische Schriftstellerin Georgiana Ful Uüon verlegt den Schauplatz emer ihrer Novellen an die Mundung des Jllmois. Sie schildert die unermeßlichen Urwäl der. die sich dort ausbreiten, das Krei schen der Papageien und den glänzenden Federschmuck der tropischen Vögel, welche jene' Wälder bewohnen. Ein Indianer ? , cnr".?r-- r r.."i . r.. yar ! einen weisen in seine ijuut ausge nommen und macht demselben am nach fleni Morgen den Vorschlag, vor dem Zrühstück eine Fahrt in dem Canoe nach den Fällen des Mmnehaha zu machen. Das Frühstück muß bei der Rückkehr von zenem Ausflüge kalt, der Appetit aber sehr gut gewesen sein, denn dle Fälle des Mnnehaha sind von der Mündung des Illinois in den Mi sissiöpi über 500 Meilen entfernt, w 5, Wer wer merunas - viaent auns m Chicago pertrat unter anderen Gesell schaften auch eine Lcbensversicherungs aesellschaft in England : zu den von ihm bei letzterer versicherten Personen gehörte em Farmer im Nordwesten von WlS consin. ' Im letzten Jahre des Rebellionskrie aeS wurde dem Otis von dem Directo rium der Gesellschaft mitge.heilt, daß Letzteres, da der versicherte Farmer in einem von Krieg überzogenen LarKe lebe, beschloffen habe, eine KriegsPrämie von demselben zu fordern, ynb zwar in einer Hohe, tue der gewöhnlich n Zersiche rungövrämie nahezu gleichkam. Her Otis setzte do Directorium aussührlich . v.. v . f. v . - f. t auselnanoer, oaß se? uiuq nur nocy au die Golf- und einige fudatlantische Staa ten beschränkt sei und daß zwischen den Kriegsschauplatze und Wisconsin stets mindestens 500 Meilen gelegen hätten DaS Directorium sah hieraus von de geforderten Kriegö-Prämie ab. VML Jtappaport, Ncchtsanlvalt und Notar . 03 Süd Delaware Str., INDIANAPOLIS, GODFRIED BLUM verfertiger von Nnmner, gisternen und Sinks 7 Oüd Delavare Straße.. lle Arbeiten werden gut ausgeführt. . Rexeratu

rrn wciocn ptir.pi oc)Orj)t.

fremden hetze ln'PsrlS.

Für das verlorene Prestige", den Einfluß nach Außen, sucht sich ein Theil der 'Franzosen durch kindische Kundgebungen gegen die in Frankreich wohnenden Ausländer zu entschädigen. In Südfranlrcich ha! man die Italiener ge waltsam angegriffen, und noch heute be zeichnet die pariser Preffe fast täglich die romanischen Stammesbrüder als Bri ganten und Messerhelden. Seit der Besetzung des Suez-Canals durch die Engländer hat sich der Haß d?r Pariser auch oegen Letztere gekehrt, sodaß eine Gesellschaft englischer Herren und Da men, welche kürzlich in den als Tally'Ho bekannten großen. Fuhrwerken vor der Börse eintraf, um dieselbe zu besichtigen, vor dem Rufe Nieder mit England !" und dem wüsten Toben des Borsenpöbe'.s die Flucht ergreifen mußte. Am Schlimmsten aber fahren die Deutchen, die man, wie aus einigen von uns mitgetheilten Proben ersichtlich, Spione, Eindringlinge und Schürten nennt und n jeder denkbaren WelZe beschimpft. Namentlich hat der deutsche Turnverein von Paris unter der Wuth der Chauvi nisten schon öfters zu leiden gehabt. Schon vor längerer Zelt wurde ihm das Absingen deutscher Licder in seinem geschlossenen Locale polizeilich verboten, weil die Deutschcnhctzcr in den mschuldigen Kneipgesangcn Wuthaus brüche gegen die Franzosen erblickten. Dann hatte er sich fortwährend gegen die Anschuldigung zu vertheidigen, daß er ein Corps waffenfähiger Prussiens" im Herzen von Paris einerercire. Schließlich glaubte ein unter dem Na men .Patriot! aze laa oeueizenser Chauvinistenbund die Zeit gekommen, um den Deutschen das Fell zu gerben. Die Veranlassung dazu war recht lächerich. Da der Verem zwei scheidenden Mitgliedern ein. Abschiedssest geben wollte, sandte er Einladungskarten an die Turner umher. , Eine derselben war an einen Deutschen Namens Mcver adressirt, der mit einem französischen Meyer, der zugleichMitghcd der Patrloenllga ist, in demselben Hause wohnte. Durch Irrthum des Briefträgers ge angte die Karte an den französischen Meyer, der sie sofort dem Dichter Dcroulede, demPräsidenten der Liga, übergab. Letzterer iedete feinem Genossen vor. daß die Einladung an ihn selbst gerichtet war, um ihn zu verhöhnen, und entflammte durch diese Lüge dieSchwachköpfe zu rasender Wuth, fcs wurde bechlojsen, das Vercirslocal der Turner M. S f V t am ;;es!avenoe zu udcrsauen und die Insassen durchzubläu:n. Zusälllg bekam die Polizei von der Sache Wind und verbot den Turnern die Abhaltung ihres Festes. Alle Gegenvorstellungen nützten nichts, denn die Pouul stutzte sich daraus, daß die Deut schen keine Garantie für das gute Verhalten Dero ulede's geben können. Wohl wollten die Heißblütigsten unter den Turnern der Gewalt trotzen, aber der Vorstand rieth zu weiser Mäßigung, bestellte d s Fest ab und setzte es durch, daß am Abend deS 26. August kein ein ziger ..Prussien" in der Turnhalle war.' Als die Derouledc'sche Bande anruckte, fand sie das Local geschlossen, beruhigte sich aler nicht und drohte, daffelbe zu stürmen. Sie zog endlich ab, doch hielt der große Dichter noch an demselben Abende eine haßentbrannte Rede gegen die Deutschen. Die gambettistischePresse lobte am nächsten Tage seinen Patriotismus und forderte zum Theil sogar die Franzosen zur Austreibung der Deutschen auf. Es ist selbstverständlich, das; dieser Vorfall dem alten Haffe zwischen den beiden benachbarten Nationen neueNahrung gegeben hat. Ein Proccü mit Hindernissen. Ein Proceß in Cairo, Greene Co., N. N. ist dort immer eine Sensation. Zur . ;' e .ff n r Jei saiwcvl oassivu eine kocyu ;nzeres sante Rechtssache, zu deren Verhandlung die Leute täglich aus weiter Entfernung herbeieilen. Wilhelm Delämater hat seinen Vater .Eduard Delämater, den Besitzer einer Miniatuifarm, auf Her ausgäbe eines Wagens verklagt. Vor 17 Jahren batte sich Wilhelm als Tage löhner die Summe van öO erspart. diese feinem Vater zum Aufheben über geben, und ihm hierbei gestattet, solche so lange in seinem Nutzen zu verwenden, bis er,' her phn, dieselbe brauchen und zurückfordern würde. Delämater fen. kaufte von dem Gelde einen Farmer wagen. Jetzt will Delämater jun. hei rathen, hat eine kleine Farm gepachtet, und, da er zu deren Bcwirthschaftung einen Wagen braucht, hat er seinen Ba ter auf Hrauszabe de-jenigen Waqen! verklagt, den sich dieser vor Kurzem an geschafft hat. Sein Advokat hat ihm nämlich gesegt: ...Der Wagen, den Ihr Vater kürzlich gekauft hat, ist an Stelle desjenigen Wagens getreten, den er vor 17 Jahren mit Ihren 560 gekauft hat und eine ßigenthumsklage ist daher um so melzr am Pltz?, &i es hei dem flten t. . r . . v . . ? v ' ' i mir oaarem ieioe wmolg ausneyl. Die Verhandlungen können wegen de Zudrangs von Neugierigen nicht in dem räumllckz beschränkten Bureau des länd lichen Friedensrichters abgehalten wer den und wurden daher in eine alte ver fallcne Kirche verleat. Der Sackre. die Akwälte und die Parteien haben Platz genommen und die Sitzung ist eröffnet. Da wankt ein aller Farmer herein. der ßlaubt, daß in der alten Kirche wiede? einmal EsttcZdienst gehalten werde. Er stellt x), den Hut vor der Stirn, in eine Ecke und beginnt, das Lied No 9990: We are going to the od', m singen, vmt wird ihm begreiflich gemacht, daß man hier nicht im Dienste des Allwissenden, son dem im Dienste d r blinden ThcmiS versammelt sei, ist mir ganz egal, antwortet per Alte, hier habe ich. in keiner Jugend gefungei und hier singe ich wieder." Schon will der Richter den HalbberguschtkN wegen conieiiipt of coiirt;" in eine Strafe pon FenZs verurtheilen, da zieht der alte Fqrmer

eine große Flasche AppleJack aus der Rocktasche und trinkt der ganzen crornl zu. Der Richter, die Advokaten, die Parteien trinken und dann da Audito rium, bis der letzte Tropfen geleert ist. Die Verhandlung nimmt ihren Fortgang und eben hat der erste Zeuge den ?tand betreten, da eröffnen die verfiedenen Hunde, welche der 'Verhandlung ebenfalls beiwohnten, eineSchlacht, daß Niemand sein eigenes Wort zu verstehen im Stande ist. - Auch dies Hin derniß ist überwunden, da wirft der Advocat des Klägers eine Zwischenfrage auf, behufs deren Entscheidung der Richter nach Hause gehen und in seiner juristischen Bibliothek nachschlagen muß. Kaum auf den Richterstuhl zurückgekehrt, will der Gestrenge sich seine Pseife an der Cigarre des Klägers anzünden,beugt sich zu weit über den' Gerichtstisch und

kollert mit diesem vor die Fuzze der Parteien. Er hat sich nicht ernstlich beschä' dlgt und nimmt nach' einer halben Stunde die Ve?handlnng wieder auf. So geht die Verhandlung unter unzäh ligen Zwischensällen in fünf Tagen zu Ende ; der Richter behält sich seine Entscheidung vor, muß aber, um diese zu Papier zu bringen, neues Schreibma terial kaufen ;' in Folge dessen müffen die bis dahin ausgelaufenen Gttichtskosten, welche 56 betragen, vor allen Dingen bezahlt m?rde, und gegenwär:iz ist der Richter ml der Erwägung der S' b'.schcfiiat. W r j I.M.. MfIHfci. D i e Schwalben auS dem ganzen Notden und Osten der Ver. ztaatei-. und Canada scheinen sich all jährlich in dem westlichen Theile von Rhode Island zu versammeln und von hier aus ihreWanderzüge nach dem Sü den anzutreten. Zu Millionen kommen sie dort zusammen, und an manchen Punkten fliegen sie so dickt, wie die Flocken in einem Schneesturme.' Im gegenwärtigen Spätsommer haben sich die Vorboten bereits eingestellt und dies wird als ein Zeichen zeitig beginnenden Winters gedeutet. Die Töchter von Farmern entlang der Linie der Nord Pacisic und der Manitoba Babn in Minnesota und Dakota haben seit einigen Jahren von dem Gesetze Gebrauch gemacht, welches ledigen Frauenspersonen, die über 21 Jahre alt sind, daffelbe Recht wie Man nern gewährt, Regierungsland unter der Barkaufs- und Waldcultur-Akte zu be anspruchen, und die meisten dieser unter nehmenden Mädchen haben Erfolg ge habt. Andere, die im Besitz von Geld waren, haben von den ElsendahnenLand gekauft und es cultivirt. Eine der schönsten Farmen in Barnes Co., Da!., gehört einer Frau und wird von ihr bewirthschaftet. S zieht auö derselben ein jährliches Einkommen von mehreren tausend Dollars, verbringt den Winter, die Farm unter Aufsicht emes Mannes lastend, im Osten und lehrt im Frühjahr zurück, um das Pflanzn und die Ernte arbeiten selbst zu leiten. ZuRed-Bank, N. J..hat sich eine Anzahl ikaufleute, Advokaten :c. dahin vereinigt, dem dortigen Registeralle Anzeigen und Abonnenten-Patro nage zu entziehen, weil daS Blatt neu lich in sofern die Wahrheit gefügt, als es im Hinblicke auf einige Sumpfsieberund Typhusfalle sirenge Sanitätsmaßnahmen (den Bau von Abzugskanälen :c.) empfohlen hatte. Als Grund für die Verfolgung geben die Verfchwörer an, daß die Mittheilung des Register" dem Orte der bekanntlich im Som mer stark besucht wird wesentlich geschadet habe. Fraglich ist' es, ob daS Vorgehen des Register", besten Eigenthumer die Boycott" wegen Ver schwörung verklagen will, Erfolg haben wird. Die wanderndeTarif'Com Mission hat jetzt den Plan aufgegeben, ihre Reise bis nach der Pacisicküste aus' zudehnen. Im Jahre 1856 hinterließ John M. Niles in Hartford, Conn., dieser seiner Vaterstadt ein Legat von $20,000 mit der Bestimmung, daß sol ches von dem Stadtrathe zir.Lbringend angelegt und daß, wenn es sich verdop pelt habe, die Zinsen zur Beschaffung von Feuerungsmaterial für arme Leute verwendet werden sollen. Das Capital ist letzt aui $40,335 angewachsen und in dem bevorstehenden Winter werden die Zinsen zum ersten Male stistungsgemüß verwendet werden. ' Die Geschichte von der Prä-sidenten-Jlagge erinnert an einen Vor gang aus dem Leben des Seehelden Faragut. Während GrqntS erster Ver wgltung erfreute sich der Vice-Admiral Porter hoher Gunst. Wahrscheinlich in der Erwartung, daß er der Nachsolger des Helden von Mobile und New Or lzans sein werde, ließ er für das Admiralschiss eine neue Flagge anfertigen. Als old Ironsides" dieselbe zum ersten Male an der Mastsp.itze seines Schisses ffatte.rn sah,d?ynertß er: WaL soll d'teser Fetzen da oben?" Äuf d'je"Ant? wort, die Flagge sei auf Anordnung des Vice-Admiral Porter aufgehißt worden, eommandirte Faraguf di? Flggge hergtz ünd hemerfty ; Die Sterne und Strei fen sind daS einzige Banner, das über einem Kriegsschiff der Ver. Staaten flattern soll, so lange ich Admiral hin." Ernte-Curiosa. In Little Oak, Fla., sind zur Zeit Eierpflanzen, ausgestellt, die n Psund. pro, Stück wiegen. Im lüdöstlichen Missouri sind Landstriche, die 15Q Acker umfassen und ausfchließlich mit Wassermelonen, bestellt' sind, keine Seltenheit. In Mendöla. Jll.. sfntkte m Farm von fünf Äckern i Öaiib an einem Tage 1.600. Quarj Brombeeren. TezaS wird in diesem Jahre . mindestens 50,000.M Bushel MaiS exportiren ktznnzn.während 5s im, vorsgey Jahre fojchen laufen muß te. -- George Cutting in Lunenburg, Pc., mähte dieses Iah? gf I AiZern onn?n. He. u zwei AZttJ zog William uthil! in Huntington, L. I., 150,009 Gurken. - L. W. Bough in

North Danville, Va., zog einen Krau:stock, der an einem Stengel 26 Häupter trug. W. W. Hackway in Browr.s ville. Neb., maß einen ., Maisstengel, der stch durch ungewöhnliche Höhe auszeich nete an verschiedenen Tagen, an einem Tage war derselbe 5, und an einem an dern 4 Zoll gewachsen. DoctorBkiß hat, nachdem er einen Washingtoner Advocaten mit Betreibung seiner auf $25.000 lauten den Ansprüche sür die Behandlung Gar sield's beauftragt hatte, eine .Reise nach Mexico angetreten. Er hätte lieber eine Reise nach Deutschland machen sollen, um dort von Männern, wie Es march, Langenbeck :c. zu lernen.wi? man Schußwunden behandelt. Sitting Bull war unter, den feindlichen Indianern der gefähr lichste und ausdauerndst?. Von den unterworfenen Jndiunern ist er der vernünftigste. Statt wie Rothwolke Kra kehl zumachen, widmeer sich mit seiner ganzen Thatkraft seinem neuen Leben als Ackerbauer in Dakota. Die vor einigenTagen bei Bloomington in Illinois entdeckte Gas quelle wird durch ein? Röhrenleitung mit der Stadt verbunden, woselbst das Gz zur Beleuchtung benutzt werden soll. In einer zweizölligen Röhre übt das Gas einen Druck von 83 Psund aus; es giebt eine h'lle Flamme, entwickelt eine starke Hitze und scheint fast ganz reines Wasserstoffgas zu sein. Fachmänner

glauben, da') aus der Quelle 100,000 Fuß Gas in 24 Stunden ausströmen, und wenn der Druck der gleiche bleibt, könne cm großer Theil der Stadt damit beleuchtet werden. Gasquellen sind in der Gegend von Bloomington keine Seltenheit und manche? Farmhaus Nlrd mit natürlichem GaS beleuchtet und geheizt. In Senator David Davs' Block in der Stadt strömt schon seit Jahren Gas auS einer Quelle, welches im Win ter zum Heizen gebraucht wird. JnTe'xas wurden während des mit dem 31. Auoust abgelaufenen Geschäftsjahres producu! : 878,854Ballen Baumwolle im Werthe von $80.094.678 ; 22.299,652 Pfund Schafwolle im Werthe von $5.128.919; 13.572.795 Pfund Häute im We:th don $1.628.735; 681.367 Stück Rindvieh im Werth von $16.654 070; 43,724 Pferde und Maulesel im Werth von N.093.100 ; Nutz, holz $7.644.329; Getreide und Heu $8," 497.62; Baumwollsamen, Baumwoll samenöl und Baumwollökuchen $2,485 740; Zucker und Melasse $725.694 ; verschiedene Producte $3 427.585 ; Gesammtwerth $97.380458. Während des Jahres wurden 1641 Meilen Eisenbadnen mit einem Kostenaufwande von $44.5,25 000 vo'ender. Texas hat jetzt 5908 Meilen Ei'enbahnen vollendet, die $UV('6 C00 foiict r. Während des 32liu& zju.ieif Die Etjcndayllcn $10 ..' I ß-L Uv'j. Dorn CXullattd Der Londoner Times zufolge sind die in englischen Kohlen gruben angestellten Ekperimenie, die Kohlen mit kaustischer Soda und hineingepreßtem Waffer zu sprengen, ganz außerordentlich erfolgreich gewesen. Es wird soviel mehr Kohle auf einmal mittels eines Bohrlochs loSgesprengt, daß die Kosten für die eisernen Cylinder, worin die , Soda ist, für den hydraulischen Apparat it. wohl dabei heraus kommen, und alle Explosionen fchählicher Gase scheinen dadurch verhütet zu werden. Wenn sick dies auf die Dauer bewährt wele große Wohlthat wird eS sein! Die holländische literarische Gesellschaft hat beschlossen, der Regierung des Transvaal eine vollflän dige Bücherei holländischer Werke zu schenken, damit die Boers ihre Muttersvrache nicht vergessen und mit der engtischen vertauschen, welche bereits in bedenklichem Grade vorherrscht. Die Deutschen sind es nicht allein, welche eine wahre Leidenschaft haben, ihre Muttersprache unter Ausländern, besonders unter Engländern, zu verlernen. Die Holländer im Caplande verrathen die' selbe Schwäche, und von den Plamschen in Belgien ist eS längst bekannt, daß sie aS Plattdeutsche in großen Kreisen mit der französischen Landessprache vertauscht haben. Und so ist es mit den deutschen Gemeinden in Oberitalien unh n Südtirol, welche ihr: Muttersprachh mit der italienischen Erlauscht haden,' mit vielen VssHsZern 'und Lothringern, we.lch; Svrache und Nationalität mit de? sranziZsischen gewechselt haben :.e. :c, . ' --- Wie der VoZs.Zts. auö. Petersburg gernelM t?Ud, geht das ein. stimmige Urtheil der Ziemden Ofsiciere über die jüngst in Nußland abgehaltenen großen Manöver dal,in : Die Mann.. schaft hat Ausdauer, ist aber nicht stramm gedrillt, daher ist die Marlödewegung ungleichmäßig, Pie Ofie,xe verstehen zu wenig yas Terrain" zur Deckung zu henützey.' D'ie'CavsLerie ist tofc des brillanten Pferdematerials - nicht genügend reitkundia, Das Jacit ist : Die größeren Manöver gingen ziemlich gut, die kleineren ungenügend. . Innerhalb der deutsch en Marii.e herrscht feit Monat; eine Thati5?it.wi tll'solchem UmZange kaum zu ttner früheren Zeit. Die Hälfte der Flotti ist in Vienft gestellt, ohne daß ein einziger Mann der Reserve berufen vorden ist.- 32 deutsche Kriegsschige stehm im Dienst, und zwar 4 Panzerfregatten, 1 Segelftegatte. IX Korvetten, wozu am. I. Oktober noch 2 Korvetten trete ; ferner 9 Kanonenboote, '4 AvIZas. 2 Briggs, sowie ein ArULerieschiff. Die Hälfte dieserchige vurde im Lause die. se? FrÜhjahrZ und Sommers euSge rWt. In der. Schnelligkeit der Inhienststeklung wird die deutsche Marine ydn keiner anderen Nation übertroffen. Bn lävzenbsten wurde dies , bewährt dmch die Thatsache, daß die Jndienft ßellun der Korvette Gneisenau an Freitag, 11. August, befohlen worden und am Sonntag bereits erfolgt war.

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