Indiana Tribüne, Volume 4, Number 449, Indianapolis, Marion County, 10 September 1882 — Page 2
s ZLzazzt tu fxti Abtheilungen und vier TSndkn Grnft yaique. von (.Fortsetzung.) .x, "fcer Gedanke ist so übel nicht, Huppertz sinnend. Doch kann nur Ifcnrr !was daraus werden, wenn Herr sei. Embden ihn billigt. mbeiten ! brummte Textor. Snracrt sich gar nicht mehr um Der das 23erct?chüfk Doch laß es gut sein, 4&GiUiz, komme nur erst und beginne m&Scx Arbeit, das andere findet sich. (o rooüca wir es halten und eins dar i2.5ZiiNt!:n. sprach Huppertz und wollte den fe:: wiederum an die Lippen setzen, dock tr max leer: er hatte ihn mittlerweile W aus den letzten Tropfen auszetrunken. 2hob er sich und sagte: Sznrr. hinauf, Gevatter, dort giebt's tsssiz, And kann die Zeit vergeht, du 'xaat doch auch die Frauen begrünn, kleinen Enkel Johannes bewun äcss. einen Augenblick ! rief Textor Hsi5z, den andern wieder auf seinen Sitz drückend. Ich habe dir zweierlei zn csri und -erst das eine mir vom Herzen z?i?TLchcn. Auch das andere mußt du fteera, dann gehen wir. Ich bin nicht uZzzi hieiber gekommen. In unserer C&jaipage besand sich noch Jemand, der öü7 aind besonders deiner Tochter auch ginen Besuch machen möchte eine alle Bekannte ist's ! doch am Ende nicht gar ? 03 Huppertz mit einer Verwunderung, Üwr sfcn das Sprechen schwer zu machen f&nrn, iirade die ist es, die du meinst, entgegxfsT ri i iinit v At i f 1 X m. viiv. mittu ciyuuyuiuuiycu Wcheln. Meine Julia hat sich schon so Ias$t und wie sehr danach gesehnt, ifyzGttt liebe Jugendfreundin wiederzusich mit ihr aufzusprechen und zu rtz'iljncn wenn sie überhaupt je ernst Zt$: ntzwcit waren , daß wir endlich ifec Bitten nicht widerstehen konnten. ISSzdt wohl auf, Hanno, ich sage tvir", ci: ich ira? ebenso sehr mit der Fahrt -nxi dem Klosterhof einverstanden, wie ihr Hcrr van Embden, und so sind vzk. Öer.n scor einer Weile dort unten an 2nmen, um am Abend wieder heimzu fa. Ich sollte vorausgehen, um die 7ctmgen auf den wohl unerwarteten Bez.uQ vorzuoereuen, und in einer Stunde ixcZlt kueine Julia, in der festen HofscNOg, daß alles in Ordnung sein würde, ifcrrjam- nachkommen. Und da die Wndc wohl vorüber sein wird, mag sie ttJ schon aus dem Wege hierher sein. halb haben wir keine Zeit mehr zu TZLren, und so wollen wir denn auch Z&va wenn du sonst keine Einwendun31: zuachen hast. Glaubst du aber, Q. der Besuch meiner Tochter der deini angelegen käme, dann sage mir es frzi heraus. Ich gehe der Julia entgegen wir fahren still wieder heim. Bei Verabredung bleibt es aber auf czMe. - Hat der Winand in den Besuch gewilsprach Huppertz sinnend vor sich hin, fix srird's recht sein und wir dürfen uns iOM! kommen nicht entgegenstellen. Wer ttc:, $b es für mein armes Kind nicht wirkliche Freude sein wird, die nur -st Hiirftn ttvtr ßntrtvn (Aanlt.rnguui) iwitiiu tuiuit vumui, w iuui' 1?, voran, rnit ein paar Schritten sind xzz.'oUn und bei ihnen. In dem Schatten der Ahornbäume, vor :2csil weißgetünchien Hause, dort, wo die Uck Terrasse einen so überaus schönen "Anblick auf den Strom, i,eme Ufer und tik in der Ferne, das herrliche Land sch,2ftsbild malerisch abschließenden Berg :tztn bot saßen zwei Frauen. Die . ?:?Tr von ihnen strickte emsig und stumm . rt-r- iinrn .'vitrM V? Xrt.Jf rirtr S3 flfiirt ........ -""7 " - - ""3" ?2?zcnd und fragend der Jüngeren zuge "LkL Diese ruhte mehr als sie saß in nan großen, bequemen Sessel, und in ,Q??mSch2oße wiegte sich ein kleinesKind non nrii nirht Ptn'rn nnlben rtfirt. 11ill.ll k 1J1ILII 1UI1L llll'l 1 111. 4 V Vj v -vf-m-wmm w -w y &rN -weidcngeflochncs Wiegenbettchen zzIxxl dem Seel der Mutter stand. Es SW Jrau Nettchen mit ihrer TochterNös c2 Urban und dem Enlelkinde derAlten, JiiCT ikincn Johannes. . Wie hatte das blühende Röschen sich tzz ause des einen Jahres verändert ! Zhi jugendliche Körperfülle war versndcn und die frische Rosenblüthe :isr 3ißnßCls verwelkt. Doch nein, auf rrs Wangen ides bleichen Gesichtchens -aSLMsn ricchhraei Rosen, nur waren es .2 t'nm sonniqen Jugend, sondern -snie nur sür ein Grab zu erblühen , fn'.'.l. Auch oüs Äuge war eingesal , X und wurde von schärfen Falten um iTfflnt, sein lichtes Blau schien gedunkelt. us selbst der Glanz, den sein: Feuchte , cziJnlk, war kein.natürlicher. . Wo der . Vater nur so lange bleiben Er scheint. sich heute aar nicht um lls zu kümmern, bis zum Abend in seiner u&z bleiben ;u vollen. cStille, Kind, entaeanete Frau Nettchen sich erhebend. Jch chöre ihn kommen, doch r er nicht. allein. All ihr Heiligen! rief sz: plötzlich, ihrer Vorsicht für die Kranke 7xci?end und sich rasch wie zum' Schutze rcr dieselbe hinstellend. Er ist hier und 'Lstt u uns ? : Ä3er ist hier und bei dem Vater? fragte , 2T2Schen erregt. Äch, biruhige dich, mein Kind, entgeg . - csrir die alte Frau verwirrt und doch auch trotzig. Er soll dir nichts anhaben, ;ch nicht einmal dir nähern dürfen. O, 5chill ihn schon wieder heimschicken, hier .at kr nicht?, gar nichts zu holen. , AZschen wollte weiter fragen, doch - ycn hatte sie die Stimme des rasch Rä :ko:.:n:cndcn' erkannt, den Frau Rett i j o -. r x r .. :;ct t. . 11 . . W5-- ub iuiy-t iijfuit ijuuv. r32it einem überaus froh klingendenSeus X ,7? sagte sie, zugleich versuchend, die 'iuUer sanft zur Seite schiebend : " Äh ! Herr Teztor ist hier ? O, dann -rxihz ich auch sie bald wiedersehen noch rr.tr.sl wiederzehen, die Freundin meiner 'i", ".nnn:ir.f rrn . ,? int J2rttcr, v j w nw st ich bitte dich, daß ich ihn be .cüßen, damit er mein Kindchen schauen .'iZNU! - . - - 2och Frau Nettchen war schon erstaunt Leite getreten, und vor Röschen stand txz Textor, ihm zur Seite Vater Hupch. lückliche Mutter glückliche Großrn! Welch ein prächtiges, liebliches 1 .O Vntff 5ih thr irr'i!rpm CAliirt str IV , v.v y ' vmv. vtHit i
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beneiden, das mir armen Manne wohl niemals werden wird. Dafür kann man wohl ein wenig Unwohlsein hinneh men, das ganz gewiß mit der Zeit, Hof fentlich recht bald wieder vergehen wird, Hab' ich nicht Recht, junge Frau ? Röschen antwortete auf die scheinbar gut gemeinten Worte nur durch ein mattes Lächeln, doch Frau Nettchen nahm sie für volle Wahrheit und fragte hastig : Ihr habt wahrlich Recht, Herr Textor, und ich freue mich, daß ihr unser Röschen nicht so. Übel aussehend findet, es ist dies ein wahrer Trost für uns. Ich finde sie genau den Umständen angemessen, entgegnete Teztor mit be stimmtem Tone. Die eine erholt sich
rajch, die andere langsam. Meine gute Frau hat wohl ein ganzes Jahr und län ger, nachdem sie mir meine Julia ge schenkt, gekränkelt, dann aber wurde sie wieder gesund wie der Fisch im Wasser. Nun, das habt ihr ja alles selbst mt erlebt. Und auch, daß sie bald darauf nach dem Friedhos mußte, brummte Huppertz für sich mit abgewandtem Gesicht. Ich sagte mir das auch, antwortete Frau Nettchen zu gleicher Zeit eifrig dem Buchhalter, und nun, da ein anderer, ein Wildfremder, das heißt einer, der dich zum ersten Male so sieht, es ebenfalls faat, da will ich es auch glauben. Es kan ja garnicht anders fein, nicht wahr, mein liebes Röschen 5 Gewiy Mutter, entgegnete rne junge Frau unter einem abermaligen leichten Hüsteln. Ich werde schon wieder besser werden, dann wollen wir uns recht nse reS Kleinen freuen. Seid ihr allein gekommen, Herr Tez tor? Und wie geht es daheim eurer Tochter Julia der Frau van Embden, wollte ich sagen ? Sie ist recht wohl und glücklich, ent gegnete Textor salbungsvoll. Ach, und wie oft hat sie sich nach euch erkundigt sich nach ihrem Röschen gesehnt und be dauert, daß sich irgend ein Mißver standnlß zwischen ihr und euch erhoben. WirNick ? Ach. das freut mick. bauckte RöScken mit reckt irobem Ton. CPSs fl1l ? CYi.sI A.Vs!A a!Xi I I I ' I V I mehr, fuhr Teztor immer eifriger fort, Nachdem sie Rücksprache mit ihremManne Ullll 19 üimit AUilU CllUUUj mUll I genommen, ließ ne anspannen und mir fuhren hierher. Vor einer guten vsiunuc und all anaeiommen und im r i v . r.. ... 4 i. 1 gina voraus, um Plötzlich men Röschen einen so kauten StreiiDenruf aus. dan uvvertz und ttrau . . m '- ' " ' I Nettchen, sogar der Buchhalter erschrocken ztusammenfubren und letzterem das Wort im Munde stecken blieb. Die Kranke hatte Ziwei Frauen aeseben. eine bochae v r a . u 0 1 w . m . .7ö wacyiene iunae ame, oie in eateuuna von Frau Siebold sich lanasam der Gruppe unter den Ahornbäume nä hcrte. Erstere hatte sie auch sofort er annt. dann rief sie mit zitternder Stirn, me : )a l l ne :ww : 5km folaenden Augenblick laa die iunae 1 Dame, ihrer prächtigen Seidenrobe nicht I J LM JtLl. achtend, vor dem Sitz der Kranken, die sie Kind bettend, brach sie in ein heftiges ' . - . ' - 0 Schluchzen aus, das gewiß aus dem Her,en kam und kein aemacktes war. Hatte auch ein ganz anderes Gefühl, ' I eine schlimme Abuckt sie bierberaetrieben. der trauriae Anblick ihrer ehemaligen Ju er ? c -, . r . - I genosreunolN, oie iyr opser geworden, es nun erst recht werden sollte, batte eine plötzliche Wandlung in Julias Herzenhervorgebracht. Das Gute, welches da rinnen noch schlummerte, war gewaltsam ' I geweckt worden, und der Schmerz, den sie nun empfand, war tief und wahr, wie die ' ' Thränen, welche ihr '.'luge weinte. 2Sarum blieb es nicht so. Weit bitterere Thrä nen, das Schlimmste hätte die Stolze sich dadurck crsvavcn können. Erariffen standen die andern da und ' ' keiner von ihnen waate ein Wort i re den. Da sprach Roschen, die still und vm gehindert ihre Thränen fließen liev, in dem sie den freien Arm um Julias Haupt leate : Ich wußte, Julia, dazz ich dich noch . . . . ...... . ..1 einmal seyen tn meinen Armen hatten würde. Wir hatten uns ja von Kind an 10 gern und mußten uns entzweien. Ach, V T. . s s ..i. I ihl' pü in i irn iiifri in 1 1 1: i k firtr Vrnr niri vlatiJh tiainP i" v u . wvu3.i, uiuium i3 Leid und Reue kündend, endete diese Worte, denen dann wieder das böse. leichte hüsteln folgte. Julia sprach noch immer nicht, doch hatte die 5)eftigkeit ihres Weinens sichbe reits gemildert, wie auch das btsiere Ge fühl schon wieder den Kampf mit seinen Gegnern beginnen mußte. Scham hielt geweihten Freundin. Nachdem das Hüsteln nachgelassen, begann Röschen von Neuem : Ich danke dir, Julia, daß du endlich gekommen bist, das arme Röschen in sei nem Glück und in seinem Leid zu sehen. Doch mein Glück ist tausendfach größer als das geringe Weh, welches mir wohl nur noch ut kurze Zeit bejchieden. Sieb dir meinen Knaben an. ?tuim wie er lächelt die Händchen nach deinen .? , es.. r.. . n i glanzeuven loaizen oaen ausjlrelll. So rede dock. 5ul a. bebe dein 5aut. laß mich dein Auge sehen, deine Stimme hören: Verzeihung. Röschen! O, sage, daß du rrntannV yaoe oir nicyis zu verzeiyen, enigegnete die Kranke, nur Dank bin ich dir schuldig, er tosljnir, oen ou gelyan i)u, maqi ja aues m leoer gur. wwm jetzt ruhig, soll das Wiedersehen mich mcht zu icyr angreifen, oenn ic? m no immer recht schwach und müde. Die Mutter hatte mittlerwelle geschästia einen Stuhl in die Nähe Röschens gerückt, und endlich saß denn auch Julia m .a. .A A 9 an deren Seite. Der Knabe, dem die kräftige Bewegung in den Armen der jungen Frau recht behaglich gewesen sein mocbte. laa im Schooß der Mutter und lächelte noch einmal so froh als vorhin die schöne neue Freundin mit den glänzenden Augen und Locken an und arbei tete dabei so acwaltia mit den Aermchen und Beinchen, daß die Großmutter sich in Mittel leaen munte. um ibn m berubiaen. Röschen drückte ihren Knaben an ihre Brust, küßte ihn, ohne dabei ihren Blick
nur mit einem Blick gestreift hatte, aus otnnen mit yutse der Frau vtedold einen vegannen lanae Unterredungen mit dem den Knieen, und ihr Haupt in denSchooß Tisch gedeckt und mit Wein und allerlei Chef des Hauses und dem Buchhalter Röschens, neben das zulammenfabrende Speisen bestellt. Dann wurde dieser Schwiegcrvatee, deren endliches Ergebniß
von Julia abzuwinden, und fragte dann leise mit freundlichem Ton in derStimme: Bist du glücklich, Julia Daß du es bist, entgegnete Julia rasch, sagt mir das liebliche Kind und der Kuß, den deine Mutterliebe ihm auf die Wange drückte, und ich, liebes Röschen, ich bin es auch nur nicht in dem schönen Sinne wie du. Ein Mutterglück ist mir nicht beschicken. Mein Winand ist, wie du wohl weißt, kein schöner Mann, plau derte sie jetzt in leichter Weise weiter, doch ist er seelengut ; er liebt mich unendlich, trägt mich aus den Händen alles, was du nur willst, und kein Wunsch, und wäre er, der kühnste, übermüthigste, bleibt unerfüllt. So hat er mir kürzlich und
gerade dies ermöglichte mir, dich, liebes Kind, wieder zu sehen eine glänzende Equipage geschenkt, einen prächtigen Lan dauer, in dem ich hierher zu dir gefahren bin. Ah, du hast eine Equipage? Und zwel herrliche Grauschimmel derzn. nebst dem nöthigen Kutscher in Livree freilich nur eine sehr einfache, ein Gold oördchen am Kragen und am Hut. Dennoch bin ich weit Glücklicher, ohne all die Herrlichkeiten, welch du mir da herzählst, zu besitzen, weil ich etwas viel Schöneres, Theureres mein eigen nenne, das dir Armen in deinem Reichthum fehlt: mein Kind. Julias dunkles Auge blrtzte auf, uun war der wahre Spiegel ihrer Seele, i Doch das Häßliche, was er zeigte, ver '. m - i' 1 schwand wieder, bevor Röschen es hüitte erschauen können, wenn ihre Blicke, von inniger Mutterliebe' und Glück verNärt, nicht unablässig auf ihrem Kleinen geruht haben würden. Rasch faßte die Stolze sich wieder und in ihrer früheren 23cic rief sie, dabei voll Enthusiasmus auf den Gedanken Röschens einaehend : Du hast Recht, theure, wiedergefundene Freundin, tausendmal Recht ! O, daß ich es eingestehen muß! Und gern gäbe ich all meine Schätze hin für solch einen klei nen herzigen Schatz, wie er dir am Her zen ruht. Doch ich muß mich füaen und mit den kalten Kleinoden ufrieden sein. die mein Geschick mir anädia uaemielen. ' Sß UVU I Coh(m Vi H . a Attf a. CD i . nV I uuvui ut UUUJ lUlUl nilt, unu I jetzt bestehe ich darauf, daß du ihn er. probst und mich daheim besuchst. Auch Winand verlangt es, und ich bitte dich darum. In memem Wagen hole ich dich - v . tn r 1 c 1 an nntm oer naajuen crae m ocincm herzigen Kinde und deiner quten Mutter ab. Du darsst mir keinen Korb aeben, r. r - t rrr ; V or!i. mnl mir meine vno lnanos llre er süllen. Fester preßte Röschen ihr Kind an sich, als ob dies die einnae und beste Antwort auf diese Einladung gewesen wäre. Doch cJ. a w. f7Ni ' v. cv ; ' I sugir m, um vu zlunaen vrr ttreunvin zu besriedigen, mit wenigen Worten zu. jedoch allerlei Bedingungen, aufcS SBettCX und ihr Wohlbesinden betreffend, daran inupseno. enden chen sich regte, so hatte Frau Nettchen 1 während des Gesprächs der beiden Freun vor Röschen gestellt, und der freundlichen li"rt - t. c . . mniaoung oer guien airen rau zu emem Imbiß folgend, setzten sich alle nieder, Jezl erzaytte yuppertz snner aushorchen F. . . Jz ; m den Frau und Röschen, welchen autae meinten Vorschlag Gevatter Textor ihm .Xl V ... . !t -Hl . ' r . uuui unv wlc er lyn nicyi auelN oe reits angenommen habe, sondern soaar M -r . j . . . willens ti, am heutigen Adend mit den Freunden heimzufahren, um in etwa zwei Tagen wiederzukehren. Frau Nettchen versuchte anfänalich recht energisch gegen dieses Vorhaben an. I , f w . r . rrr. . . zurampsen, ooa) osazen vejchwlchllgtt oie Mutter mit wenigen sanften Worten. Es sei gut, daß der Vater wieder' einmal hinanskomme, meinte sie, und dann wären .rf w . . . rfsr Yr gut vewachl durch den alten oll yardt und den Sledolo. ünrn ciicnen halle ra cy einicre noly wendigen Wasche und Kleidungsstücke sür ihren Mann in eine Ledertasche ae packt, und nun nahm Huppertz für zwei Taae Abschied von ihr und seinem lieben armen inoe. I v'.v. 11. ayit!.-Im Txti.aönitca.Q&uU. JuNä war glücklich, ihr Gatte versagte ihr keinen Wunsch, also hatte sie der ehe- ' 1 w . ' ' I i t : rw v. - . n r & inaLincn itreunoin mir nouer iriin im 1 - t , r jMitrr flfislQT Minm.nur im het mnr dies Wabrkeit aewesen. Winand liebte seine june schöne Fran womöglich noch rnrnatt und auaz deiner als truher, war doch ihre ganze Schönheit nunmehr das Eigenthum des kleinen verkrüppelten Mannes mit dem warmen Herzen gewor den. .Er versagte.ihr all?rdingseinen gar zu sehr gegen seine eigenen Neigun gen nnd Annchten sich auslehnte. Doch war sie bei alledem glücklich? Diese Frage muß verneint werden. Ebensowenig wie ihrem Vater hatte die 5eiralb ibr das aeaeben. wonack beider Neigungen strebten. JuNa verzehrte sich heimlich in einem glühenden, aufreibenden Sehnen nach Liebe, wie sie und ihr c, v;fa .k.-.s.? u gban sie ihr gewährt und dabei noch ' . i . . Süßeres hatte ahnen lasien. In seiner nn.;?. ..1. t.;a tiLr das aeträumte Wohlleben und 'neben dieser getäuschten 5)offnuna durchglühte ihn bJ ! bitte (Befühl ba( er ein Menschenleben lan'g 'vergebens dafür gef0rat und gekämp t hatte. Doch gab er eine Sach! noch lange nicht verlorin ; er sollte erringen, was er als Lohn seiner Mühen, als Ziel seines Lebens sich vor gesetzt hatte, und zugleich sich rächen, grausam rächen für seine getäu chten Er Wartungen, wie sür die verlorene kostbare Zelt. Was lag ihm daran, wenn da durch 'das Glück eines Menschenlebens, sogar das semeS eigenen Kindes, vernich I ft.A rw m ret wurde 5 r wollte leben, aenlenen und viel Zeit, darum zu ringen, hatte er nicht mehr. So waren denn alle Einflüsterungen Textors, alle geheimen Rathschläge, die er seiner Tochter gab, in erster Linie daraus berechnet, seinen Zwecken zu dienen, und da sie auch denen Julias entsprachen. so säumte diese nicht, sie zur Ausführung zu brtnaen. TertorZ erstes Wer? aus diesem aebei men Wege war die gänzliche Umgestaltung des Hauswesens gewesen. Ein
wirklicher Koch nebst entsprechender Die nerschast hatten herbeigemußt. Julia hatte ihre Dienstboten, ihre Kammerjungfer und ihren Koch, doch der schlaue Rathgeber hatte nichts dadurch gewonnen. Er bekam sein Essen nach wie vor in seine Wohnung gebracht, denn wie Julia sich früher heimlich gesträubt, den buchhaltenden Vater an ihrem Tische Platz nehmen zu sehen, so sträubte sie sich jetzt erst recht dagegen, jetzt, wo die Küche derart bestellt war. daß sie der feinsten Gesellschaft der Stadt genügt haben würde. Tcxtor schluckte seinen Grimm hinunter, glaubte scheinbar, was Julia ihm als Grund anzugeben für gut fand : ernster Widerspruch ihres Gatten, und arbeitete dafür nach ein anderen Rlch tuna weiter. Nun kam bk Equipage mit Pferden und Kutscher an d Reihe. Hier zau derre Julia, der Gedanke erschien ihr all ZU kühn, doch der Vatn höhnte sie und ihre Zweifel, und s ging ans Werk. Auch hier gab der nur gu leicht sich besiegen lassende Winand nach, zum Staunen Julias, und deren Wünsche wurden er füllt. Nur bat er, dabei icht auf ihn als Veglettcr bei den Ausfahrten zu zäh ken, da es ihm widerstrebt, sich also den Leuten 1 zeigen. Darüber beruhigte Jutta sich nur zu rasch, im Herzen froh, daß es - akfo gekommen. Jetzt dachte
Text bestimmt, die Frucht jemer Klug . . . . " yeü genießen und seine Tochter aus ihren Ausfahrten begleiten zu dürfen. Doch Julia lachte ihm ins Geficht und erachtete es nicht mal der Mühe werth, ihm einen Grund ihrer Weigerung anzuge den. 5cu war das Maß voll, und der so arg getäuschte und beleidigte Schwie gervater schwur, seinen eigenen Weg zu aeben, zum Schaden des eigenen Kindes. Zuerst sollte Herrn van Embden das Geschäft verleidet werden er mußte es dran geben, dann erst glaubte er wieder hoffen zn dürfen. Unft weiter sollten beide gestraft und sein Kind zugleich zu schweren Fehlern verleitet werden, die es vollständig in feine Hand geben mußten. Als dieser wahrhaft satanische Plan in all seinen Theilen festaestellt war, ama der . . ' 1 w 1 v w VHti inrtl K STt vawguuu uuu ui. Der Küftr, welcher als Nachfolger Huppertz' hantirte, war mit Absicht schlecht aewayu voroen. unanneymilch.el.en blieben nicht aus, und er wurde durch 1 .k.cjt, r?Mt ein iuu muutiuy uuiuuuuu u im. Rene, schwere Aergernisse bereitete dieser Herrn van wnbden, und Textor ersparte in. It. nr mtui. Ein dritter Küfer folgte dem zweiten. doch dieser richtete erst rechtes Unheil und dabn großen Schaden an, und als der Kaufherr ganz außer sich darüber gerieth, r.: (cxLn.. .j.r.f...j. mcln kr uujyuitci uujcuuuenu, daß es denn doch im Grunde ein Fehler getvesen , Den puppet j egzulQlcn, bet n mehr erletzt werden könne, oder man ylre vas XLNngesiuujl uoeryaupl hasten, und nach einiger Zelt fand Herr . - van mvocn ihn auch viscunrvar. eßl war, daß letzterer den Auftrag erhielt, mit k 'jti : cn ne .. oen mqi geringen norralyen zu räumen, selbst ohne Vortheil, wenn es sein müsse. 1 rf-- r r r c t w t m t sano ncy oenn enoncy oer ooen Paffend vorbereitet zu emem neuen, gleich wichtigen wie ernsten Schritte. Damit I sC I V f. t. ii. Cs. - 4.-. rniyi uicuiciuyix , jm yui vun Embden ein fast unnatürlich großes 1 . W W T 1 V . 1t? pser gevraqr, es ouie vergeoens ge wesen sein, denn Ei mußte wieder in die cahe. Mit dem Klosterhof und seinen Vewoh, nern war man während der ganzen Zeit I ! js. 1 CT . ..." r. L r r , , mrui in Veruyrung'geiommen, oocy hatte Textor heimlich Nachrichten eingezogen, und war ihm dabei der zweite Knecht des Hofes. Siebold, ein feiler Mensch, recht I r y r n , . veyuisiich geme en. ?cun wume er aueZ, und lm geeigneten Augenblick theilte er uua in emegunre; jojci c Mir, was er erfahren. Die Krankheit der armen jun aen Frau, die wohl unrettbar einem bal digen Tode verfallen war, schilderte er ihr mit lebhaften Farben, nicht etwa, um ihr I V!l V . . i . - uimo zu erweaen er ufcte, oan V..r! . . e r rtt - . w uua ganz anoere geyelme srunoe yalie, au( fcine" .cilVlu1?cjesn ""C.to?ber!! T lhr kräftige Mittel an die Hand 4t AJ&y ihr (vntAfln TittMlK Ua su ululü. iüllu l iuiuiiilii vi.ni ii i bei ' - . " ."" Herrn van Embden durchzusetzen. Er erzählte .ihr weiter, wie Urban längst alle Lust an seiner jungen. Frau verloren, und nachdem diese ihm ein Kind geschenkt, erst ... js.i .r t. . r. . v i r! js. . -AT "l S.' nnü mWV. lon muWl U".rfc.i m r' ."Ua 9ne d vä VI. Hl VUU AI, IUU UIUIUUIU VLUUliltll T - " " " fasiend, daß dieser so natürliche und un schuldig scheinende Schritt zum Ziel, nir ra.c:v: :t.o e?.. , r-t . -otnicuiguiiy lyciö cynens jugren wurde, beschloß sie sofort zu handeln. Am Abend san Julia bei ihremGatten, und den Arm um feinen Nacken geschlun gen, erzählte sie ihm gerührt von dem traurigen Schicksal der Jugendfreundin, die wohl bald sterben, ihr kleines Kind chen wle ihre armen Eltern für immer verlaffen müsse Sie wußte dies alles so .AroittHn hiiiiiTA.n hlMi M..4 I -l ' "T S i wehmütigen Sehnen von ihrer JugendKundschaft zu der Armen zu reden, daß munui Tl UUT ülC r ;r m l? cn ?ugen standen ohne langes Besinnen V, rifc -t o-,'." ftj dem . Heiden noch -.einmal um au seyen, Also geschah es, und wie der Besuch der Belden auf dem .Klosierhos und bei ihren Bewohnern abgelaufen, haben wir im voriaen Eavitel oeieben. Am borgen gegen fünf Uhr war Frau van Embden vor dem Drei-Konlgen Hause angelangt und hatte, von ihrer Kammeriungser empfangen, sich über die große Treppe nach ihrem Gemach bege ben, der Wagen fuhr durch andere Stra ßen, um seine beiden anderen Insassen vor der ehemaligen Küserwohnung abzusetzen und dann von dem müden Kutscher in die Remise geschasst zu werden. Nicht allzu froh hatte Herr van Emb den am Morgen sein Privatcabinet neben den iomploirraumen veireien und ansanglich vergebens nach seinem Buchhalter und Schwiegervater ausgeschaut, immer noch nicht einig mit sich, er von diesem
Bericht über die Fahrt verlangen oder warten sollte, bis Julia ihm solcheu geben würde.
Da irrte sein suchender Blick wieder auf den Hof hinaus und nun erkannte er mit schwerem Seufzer den Buchhalter, der langsam und gravitätisch auf das HauS zuschritt. Doch was war das? Die Nöthe in Winands Gesicht machte einer fahlen Bläffe Platz und mit offenem Munde, wett ausgerlssenen Augen starrte er einen Mann in Arbcitstracht an, der, das Lederschurzfell des Küfers vorgebunden, eifrig an den Fäffern hantirte. Es warvuppertz, derKuser,derTchwiegervater des Mannes, den er am meisten haßte oder vielmehr fürchtete. Sein böses Ahnen begann m Erfül lung zu gehen, und tief erschüttert mußte r- rr i 1 .r er sicy an seinen veM leynen, unoelum mert um den Buchhalter, der jetzt das Comptoir betrat und unter den devotesten Begrüßungen feiner Untergebenen selbstbewußt seinem Platze zuschritt. Der Mann, den Winand fern glaubte. nimmer wieder zu sehen hoffte, weil er dann auch fürchten mußte, ihn, den er allein im Stande wähnte, sein mühsam aufgebautes Glück zu stören, abermals auf seinem Wege zu finden er war wieder da, eine Folge des gestrigen Schrittes, den er nie und nimmer hätte zugeben dürfen. Endlich suhlte n sich gefaßt und stark genug zu einer Unterredung mit Terror, und ein Wink rief diesen in das Cabinet des Principals. Wer schafft da draußen ? Wie kommt der hierher, ohne meine Erlaubniß ? Ein wahres Gluck, mein ueber Herr Schwiegersohn, ist unö widerfahren, entgegnete Textor aufgeräumt, sich nicht im mindesten um das drohende Gebühren, die ftrenae Redeweise Winands küm mernd. Kaum hatte ich unserm ehemaligen Küfer, dem wackern Huppertz, unsere Noth mit den Kellerarbeiten geklagt, als er sich sofort erbot und durch nichts wollte er sich abweisen lasten , uns für ein oder zwei Tage, und sei es nöthig, in der folgenden Woche noch einmal in gleicher ' Weise mit seiner Erfahrung beizustehen. Er könne dies auch ganz oyne Schaden für sich, ohne uns ein Opfer ju bringen, denn seine Kellerwirthschast sei schon längst in Ordnung und e gäbe so mit nichts Wesentliches bei ihm zu thun. Auch sein armeö Kind bedürfe nur der Pflege der Mutter, und sein Eidam bliebe wohl noch für Monzte weg, wie er schon seit Monaten draußen sei und kaum von sich hören laffe. ?n einem Athem hatte Textor seine leinftudirte Rede losgelassen und machte nun eine kleine Pause, mit zufrieden lächelnden Mienen, doch auch scharf durch die Brille auf seinen Qerrn schauend. Dieser saß da mit abgewandtem Gesicht und blieb stumm, doch athmete er fichtbar erleichtert auf. Da fuhr Textor in gleich leichter Weise fort : Da der wackere Mensch durchaus nicht von seinem Vorhaben abzubringen war, er sei Herrn van Embden viel zu viel Dank schuldig und ließe lieber aus, Hof, Weib und Kind im Stich, als ihn, mnen guten, braven Herrn, da da konnten wir denn nicht anders nnd nahmen ihn mit. In meiner Behausung hat er ein Stündchen geruht und dann sich an die Arbeit gemacht. Ah nun fleckt'S, c5 ist, als ob nn Keller unter den Fässern Wunder geschähen. Doch morgen Abend fährt er leider . wieder heim und dann habe ich wieder dls alte Leid auf dem Halse. Er wollte auch zu euch kommen, um euch zu begrüßen, doch die Arbeit ließ ihn nicht los. Später, später ! sagte Herr van Embden abwehrend, doch klang der Tonseiner Stimme bereits ganz anders als vorhin, freier und ruhiger. Textor hatte gesiegt, den ersten wichtigen Zug seines schlimmen Spiels gewon nen. Jetzt fuhr er zuthunncher fort : Doch ich erzähle meinem lieben Herrn Winand nur von dem Huppertz und habe doch so vielerlei u berichten : über das arme Röschen, die traurigen Familienverhältniffe Lant das für jetzt, Textor, sagte Wi nand freundlich abwehrend und bereits wieder mit seiner sanften Stimme. Ich will mir dies alles von meiner Fran er zählen lasten, dle es sicher übel nehmen würde, käme ein anderer ihr zuvor. Ist es geschehen, so komme ich zu Huppertz hinaus auf den Hof und rede mit ihm. Grünt ihn klnstweilen von mir und guten Morgen für jetzt, guten Morgen ueber Textor. Der Abend war endlich beranaekommen und nun saß Julia in einem reizenden Neglige neben Winand und erzählte von ihrer Ausfahrt nach dem Klosterhof und von ihrer armen Freundin. Und was sie berichtete, Nang so mitleidsvoll, so gerührt und aus tiefbetrübtem Herzen kommend, daß Wmands Herz bald gleichen Schmerz empsinden mußte und er fest und innig die Hand seiner theilnehmenden Gattin drückte. In der ehemaligen Wohnung des Kü fers saßen zur selben Zeit Huppertz und Textor vor einer mit Speisen und Welnen wohlbestellten Tafel, sie aßen mit großem Behagen und plauderten dabei recht angelegentlich. Das heißt, Vater Textor lenkte das Gesvrach und Huppertz, nichts Arges ahnend, folgte ihm, wie und wohin der andere es haben wollte. Nachdem das Kellerthema abgehandelt worden war und beide die Tage festgesetzt hatten, an denen Huppertz kommen und seine Arbeit bis zur gänzlichen Räumung des Weinlagers fortsetzen sollte, da lenkte Textor unmerklich das Gespräch auf des ehemaligen Küfers eigenes Geschäft und dann ans den Schwiegersohn Urban und wo dieser sich jetzt wohl herumtreibe. Huppertz' Züge versinsterten sich und brummend meinte er, daß ihm kein 2?ein mehr schmecken würde, mußten Klagen über den Leichtsinnigen -über die Lippen. Wo soll er anders sein, als in Städten, wo das lockerste Vergnügen zu finden ist? sagte .endlich, von Textor immer mehr, verführt, sich auszusprcchen. Zuletzt, vor etwa drei Wochen, schrieb er mir von Hamburg auS, wo er manches Faß Wein verkauft hatte, das ich ihm schicken sollte. Doch ich that's nicht. Geld habe ich während der ganzen Zeit seines Reisens nicht zu sehen bekommen, obgleich er hübsche Summen eincassirt doch auch wohl durchgebracht haben wird. Und dann hatte mein armes Röschen Sehnsucht nach ihm und ich wollte den
Leonard zwingen, heimzukehren. Ich schrieb ihm rund heraus, daß ich nicht eher Wein versenden würde, bis wir zusammen abgerechnet hätten, und deshalb solle er unverzüglich nach Hause reisen, auch verlangten Frau und Kmd nach ihm. Doch bis heute ist keine Antwort eingegangen und wer weiß, wo er jeit steckt! Aus alle Fälle wird er mit den elncasfirten Geldern ein lustiges Leben führen, ob in Hamburg oder in einer anderen Vergnügungsstadt, wer kann es sagen ? Und wenn du ihm Wichtiges zu schre! ben hättest, zum Exempel über das Geschäft, welches ich dir hier vorschlug, wo hin würdest du deine Briefe adr?ssi:en ? An die frühere Stelle natürlich, dmn dort wird man viffen, wohin er sich gewandt hat wenn er überhaupt von Hamburg, das ein überaus lustiger Auf. enthalt srin soll, weggegangen ist. Doch, Gevatter, deine Rede in Ehren, von dem vorgeschlagenen Geschäft will ich nichts, oder doch nur erst dann etwas wiffen, wenn Herr von Embden damit einverstanden ist, wie auch, daß mein Schwiegersohn dabei betheiligt sein wird. Laß mich nur machen, Gevatter, entgegnete Textor beschwichtigend. Herr Winand hat sich gefreut, dich wieder hier zn sehen, und wird es dir morgen selber sagen, und gegen den Urban wird er ganz sicher auch nichts haben, wenn der sich nur um seine Arbeit kümmert, wofür ich, der Textor, schon sorgen werde. Bedenke weiter, wie angenehm es für dich und die Deinigen wäre, den Leonard hier und in der Nähe zu wissen, bis die Weinlese herankommt, wo er dann unbedingt zu euch hinaus muß. Je eher wir ihn seinem Hamburger Lotterlebe entreißen, je besser wird's für euch alle und besonders
! für ihn fein. Du wirst Recht haben, Textor, sagte Huppertz brummend und mit abgekehrtem Besicht. Doch streckte sich die Rechte unwillkürlich wieder nach dem früher so bestimmt weggeschobenen Glase aus - So gieb mir seine Hamburger Adresse, ich will ihm schreiben, nur muß dieser Schritt unter uns bleiben. Auch brauchst du nichts davon zu wissen, wenn du ihn hier sehen solltest. Kannst ihm sein Kommen als Heimweh anrechnen, das wird ihn freuen und dir geschmeidiger machen. Will es halten, wie du sagst, es flinct wirklich gut und klug, sprach Huppertz. indem er seine abgegriffene Brieftasche hervorlangte, darinnen blätterte und endlich einiae Zeilen auf ein Blättchez derselben schneb, das er dann abriß und Tertor reichte. Der Buchhalter hatte, was er wollte, und nun gähnte n ganz ungehindert und drängte zur Ruhe. 12. efi. us htm Qi&c der ttftm tas. Und Urban ? Seine junge Frau, das arme Röschen, war ihm längst gleichgültig geworden. noch bevor sie ihm ein Kindchen geschenkt und der Keim einer tödtlichen Krankheit sich bei ihr gezeigt. Wie hätte auch seine sinnliche, leidenschaftliche Natur Gefallen an der ruhigen, stillen Schönheit Röschens finden rönnen, die sich nur anzuschmiegen, nicht in Leidenschaft mit ihm zu vctteisern vermochte ! In allen größeren Städten des Landes hatte er sich herumgetrieben, wohl seinen Geschäften, doch huuptfSchlich dem Bergnügen nachgehend. In dem an üppigen Zerstreuungen so reichen Hamburg hielt eS ihn am längsten, dort weilte Urban noch immer, obgleich er längst keine Geschäfte mehr zu machen'hatte waren doch die zuletzt abgeschlossenen nicht einmal von seinem Schwiegervater ausgeführt worden. Ob die rauschenden Freuden ihn wirklich befriedigten ? Es mußte wohl nicht der Fall sein, denn inmitten der Genüsse, denen er sich hingab, tauchten immerfort die Bilder zweier Frauen vor seinem inneren Auge auf, schön und beg-hrens-werth wie keim anderen und ihm doch unerreichbar. Julia hieß die eine, Theresa die andere. Roch nie war solche üppige Jugendschöne seinen Blicken 'begegnet, wie er in Julia sie umarmt; noch nie hatte eine gleiche Flamme vereint mit der seinigen gelodert. Doch die andere dieBrambella, die Braut, war wohl schon längst die Gattin seines Bruders ! Der Gedanke an diese führte ihn vor ein Paradies, dessen Freuden ihm unfaßbar waren, daS eine neue Welt der Genüsse ihm erschließen mußte dessen Pforten sich ihm jedoch nie öffnen würden. So lag Urban an einem späten Vor mittag, nach einer durchschwärmten ?icht, kaum angekleidet, aus dem Sofa seines Gasthoszimmers, und diesmal hatten die berückenden Bilder ihre gesährliche Herr schaft so mächtig wie noch me aus ihn ausgeübt, denn nichts anderes vermochte er ihnen entgegenzusetzen, als Ekel über das, waS er wirklich genossen. Er fühlte, daß er diesem wilden, haltlosen -Leben ein rasches Ende machen müsse oder unter gehen wurde da brachte der Auswarter des Gasthofs ihm einen Brief mit dem Poststempel feiner Heimath, dessen Aus schrist ihm Zuge zeigten, die er wohl zu kennen glaubte, doch trotz scharfen Nach sinnenS nicht zuerkennen vermochte. Rasch erbrach, entfaltete er das Schreiben, und die Unterschrift, die er las : Lorenz Tex tor, schnellte ihn förmlich von seinem bequemen Sofa empor. Textor theilte ihm mit, daß sein Schwiegersohn, Herr van Embden, beschlossen, sein Geschäft in Weinen gänzlich aufzugeben, und ihm, dem Buchhalter, freie Hand gegeben, .dabei zu verfahrenwie es ihm gutdünke ; wie er Vater Huppertz gewonnen, ihm sür die Kellerarbeit behülflich zu sein, und dieser deshalb auch in jeder Woche für einige Tage nach dorten kommen werde; ferner, wie Textor jenem vorgeschlagen, den Rest der Weine am Orte für eigene Rechnung zu verkaufen, und Urban einlade, nun dieses Geschäft zu übernehmen und durchzufüh ren. Er biete ihm dazu ein Zimmer in semer Wohnung, der ehemaligen Kufere: des )rel-öionlgenVauies, an, wo er ungehindert und auch ungesehen von den übrigen Bewohnern, semen Obuegenhei ten nachgehen könne. Denn es sei just nicht nothwendig, unter den Augen dc'ö Herrn van, Embden zu Hantiren, aus dc licaten Gründen, die er wohl nicht nöthig habe, näher anzuführen, wenn es auch am Ende keine schlimmenFolgen haben könne. von ihm bemerkt zu werden. In der an genehmen Hoffnung, daß Urban sein An erbieten im beiderseitigen Interesse anneh
en wür'Ze, erwarte er iyn )qon in oen allernächsten Tagen. ' Etwa also lautete der Brief, und die Vorauslekuna des Schreibers sollte keine
irrige gewesen sein. Noch an demselben, Tage kehrte Urvan pamvurg oen uucir und fuhr mit der Post feiner Hcimatd zu. In wenigen agen langic uu einer letzten Nachtfahrt in der Frühe dort an und begab sich ungesäumt nach dem Hause in der stillen Gasse, das cr als bic ehemalige Wohnung seines azwiegri' Vaters nur zu gut kannte, -r sani? Textor noch daheim und wurde von die sem, seinem früheren hämisch Widers sachcr, in einer so freudigen Wnse ausge-. nommen, daß dies Urban hätte aunalleÄ und stutzig machen müsin, wären dessc i ' . u .i v -rf -.. V2)eoanien nicgi einzig unv uucwi uuj, einen anderen Punkt gerichtet gewesen.. Textor machte ihn mit der Gelegenheit und den Gewohnheiten seineZ Hause? bekannt. Er zeigte ihm das sür ihn U stimmte Schlaf- und Arbeitszimmer, hün digte ihm einen Schlüsse! sür den neueröffneten Straßeneingang des HauseS ein und nannte ihm die Mittags- und Abendstunden, wo er ein Eouvert an Textors Tische sinden würde. Ueber das Geschäft selbst .ließe sich am besten Mittags oder Abends reden, denn Urban würde w?hl heute noch nicht mit der Arbeit beginnen, sondern sich seine Vaterstadt wieder einmal ansehen wollen. Also meinte mit vaterlichem Wohlwollen der neue räihselhaste Freund. Damit endete die erste Unterredung deren Fortsetzung am Abend schon eine ganz andere 'Wendung nehmen sollte. Ueber das Geschäft wurde nur das Noth wendigste gesprochen, Urban begriff nach halben Worten und bald war dies georl net , und abgethan. Ganz von selbst, doch von beiden heimlich und geschickt ge lenkt, war das Gespräch dann bei den häuslichen Verhältnisse Textors und Herrn van Embdens angelangt, und nun begatt der Buchhalter seine alten bekannten Klagelieder. Er vertraute den Freund und Genossen unter dem Siegel größter Verschwiegenheit mit gerührter Stimme, daß sein Kind sich unendlich unglücklich fühle, doch ihr häusliches Kreuz mit Geduld und Ergebung trage. Zugleich machte er ihn, wie unabsichtlich, mit den Gewohnheiten Julias, ihren taglichen Ausfahrten in der prächtigen Equipage bekannt, wohin diese gewöhnlich gerichtet seien, und wie sie, heimgekehrt, sich in ihr Gemach verschließe, ohne ihrem Wächter nur in den Weg zu treten. Deshalb benutze sie auch nie die schöne Treppe, wel che jener nur aus eifersüchtiger Sorge angelegt. Einsam und allein sei die Aermste fast immer, doch deshalb nicht unbewacht und schwer, sehr schwer zn sprechen, im Falle es Urban dränpen sollte, seine frühere Bekannte zu begrüßen. Einen derartigen Gedanken solle er ja aufgeben, oder es wäre ihrer aller Unglück. Urban dachte genau das Gegentheil, und Textor hatte sein Ziel erreicht. Seine Maschinerie war in Gang gesetzt, er durste sie jetzt getrost sich selbst überlassen :nd wußte genau, was sie hervorbringen würde. Auch Urban wußte bereits, was er zu thun habe, und schon am andern Tage gedachte er ohne langes Säumen damit zu beginnen. Zuerst will ich sie aus der Ferne sehen. sagte er sich, und erfahren, welchen Eindruck mein plötzliches Erscheinen auf sie hervorrufen wird, und ist er ein solcher, wie ich mir denke und wohl erwarten darf, dann werde ich sie auch sprechen und einer meiner Wünsche wird sich er füllen. Am andern frühen Morgen, noch U vor tertor lein Lager vertanen hatte. weder Küfer noch Knechte sich im Hofe zeigte, war Urban bereits bei der Arbeit. Er nahm die Kellerschlujjel, welche ln Textors Wohnung aufbewahrt wurden. und trat hinaus in den vof. Mit der Oertlichkeit durchaus bekannt, handelte er rasch und sicher, weil nach einem genau zurechtgelegten Plan. Ter große Weimeller des van Embden'schcn Handelshauses besand sich unter dem langgestreckten Seitenbau, der nun auch die Stallung und Remise enthielt. Er stand mit dem Keller des Haupthauses durch eine kleine verschlossene Gatterthür in Verbindung, die in die mächtige Dicke der Grundmauer gebrochen worden war. Der Eingang ' in dem großen Flur be hno aus einer Doppel-Fallthür . von schweren Bohlen. Da diese nicht leicht zu handhaben, somit für den täglichen Gebrauch nicht zu benutzen war, so hatte man eine zweite, kleinere Kellertreppe an gelegt. Dieselbe schloß sich an die Wen deltreppe, welche m.die oberen Etagen führte, und bildete gleichsam mit dieser ein Ganzes. Eme Thur schloß den Eingang, und da dieser ziemlich versteckt, gleichsam in der großen Haustreppe laa. nur von den Dienstboten, hauptsächlich vom ncyenperonai oenux: wurde, o fand man es nicht nöthig, ihn. zu verschließen. Ein Druck aus die Klinke des Schlosses, und die Thür öffnete sich so wohl' vom Hausflur als auch von der Kellerseite aus. Urban wußte dies alles wohl! und hatte darauf seinen Plan geoaui. Einige unbedeutende Gegenstände räumte cr vollends beiseite und erstieg die Trepre. Die obere Thür lag nur km Schlosse. Ein Druck, und qeräuschr. tr i. r" . fr w ... " ' 105 onneic z iug ; ein tochntt noch und sein Fuß berührte die erste Siuse der großen Wendeltreppe, die ins obere Stockwerk des Hauses hinaufführte. Sein Weg, sein Vorhaben war ge sichert, rasch 3 unbemerkt vermochte er ins Haus zu gelangen 'und wieder auf seinem geheimen Wege zu verschwinden. 5wn trat er kecken, sichern Muthes den Rückweg durch den -dunklen Kellerraum an, und wenige Augenblicke später hingen die Kellerschlüssel wieder an ihrem Platze in Textors Zimmers, ohne daß man ihre Entfernung bemerkt hatte, wie selbstzufrieden sich sagen mußte.' (Fortsetzung folgt.) Die passionirte Tänzerin. Hilda : .Hast Du schon viele Bälle mitgemacht Emma: .Zwei cuf dem Eassino, einen Offiziers- und einen Praltikanten-Ball, und denke Dir, liebe Hildä, aus all?n Nieren babe i& tan,t 1 ' -
