Indiana Tribüne, Volume 4, Number 435, Indianapolis, Marion County, 27 August 1882 — Page 4

k&m . . -Ar ßmpfoSlen von Aerzten und edizinlsche AutorttZt.n des 3. Unb uölande, ctn unschStzbarrS Stärkung,, und BelebungZ. Skttel eeiAllgememkr Sckäche. erröser ieler. eZch'azenh.lt. ef$Str Srper.Constitutto. fcn bk, itxitn dem ei$li$en efict etgen. cyTtf st tt S ntrW4... ... ' "... ' ' , ,. - Mfv r W!i ertniila ItSn 4 o t . i - m - r . ii. itnvMVL uin irr. iiiFiiTir SüU'aHm und KränKkichen Startn, xotU)t durch Mattigkeit und Ungeduld, die Fge vsn rankheit leiden, der deren System, durch ekskiae Ukbkranstrtngung unterg,aben ist. ird der Gebrauch den nsrmalen iZuskand des Sr. xer und du B.uth der Jugend wieder geben. Anvaliden u. Rcconvakesce. ten u-i d ,n L i b t g M a l , E x t r a e t in treff. Kchcr . lfer d,S Leben ,u erhalten und den verlöre, vtn UvtUt roitder zurück ,u bnngen. Der Mal, Exiract xSt 7:rner in unübertresftiches Ersa,mlttel ÜfäTifäWJii&Z9 ,tt itaUt i Schwächliche Arauen, welche bei 'hrem Geschlecht eigenen Krankheiten lei den erden durch den Gebrauch dS extract dlei wd Lind?, wenn nicht Heilung erhalten. Er fcW der Lerdauunz. reinigt di Säfte, reizt den xxettt und bnngt neue Lebenskraft. Alterschwache und schwächliche sZns,nea im Allgemeinen, deren System künstlich tZrkungSrttttel verlangt, u. befcnderS folche.welche zur cchwindfucht hinneigen, sinden in dem Mal, ISxtract neuen Lebenssaft. Er ist ferner ein fxetift. chS i.tel Lei Hüne und Rervenanfallen, welch t elnem nlcdrigen lerad von Lebenskraft vorkam tn. Als ein Mittel um avgematf(t!u ein gefundes. kräftiges AuS'ehen turückzuz ,.. Lib,g Mal, S ? t r ac t fpornt dir Verdaue -oraane , neuer Thätigkeit und hilft ddu?ch ,ur rrbeitunq ftt-prvducirender Stoffe. Ergibt drr j.au die Rundung der Formen, dt käznne die eiitfchAundene Muskeln zurück. Was es ist. - LieöZg Malz Iktrsrt ist rziner Mal, Extct in concentrirter Zorm, vn cnzenehmem Gesmack und frei von l:ohl. Er kaun von dm fchmächsten Magen leicht rdaut werden und enthält n,chtZ alZ gesunde.nahr. hafte Stoffe. DaS ächte DrSparai führt alsEtiquette da Bildnis ?ron von Liebig'S und ein Facsimile letnerUnte fchrift sowie derzenigen der Herren, zeler & So.. Baltimore. Mo die alleinigen Agn tn für Amerika. Aer5ie0ig Wakz STtract ist in allen Apotheken Lr bt allen Händlern mit eduine:, zu haben; ein Flasche kostet fünfzig entS. ein Dutzend Flaschen fZnf Dollar. ES kann jedcch Vorkommen, daß ,n Apotheker Liedig Mal, Extract. aus diesem oder jenem Srude, nicht aus Laer sü!zn und den Kunden ein anderes Präoarat ufzufrrechen versucht. In diesem Falle möchte tr Jedem, welcher einen Mal, Extract von aner kanntem Werrh und sSer?r Wirkung an,nfchaffen Jnscht. rathen, darauf ,u bestehen. Liebig Mal, Extract und keinen Ändern ,u erhalten und ten potheker ,u bewegen diefen Mal, Extrakt von m EngroSHZndler, von welchtm r feine DrozukA kjtkht, kommen zu lassen. A. Vogeler & Co., Baltimore, Md. gegen: äffe Zirankhetten des 31tnocns, öcr Ccöcr unö öes llntcrsctücs, ialcsern f. auS erschleimun g, angehäuften Lruditätcn und Anuerklaulichkeit entstiNden sind und BlShung und VerlZopsung rer. l,ßkn. eaen kol ka'tige Leibschmenen. ach die ren abhängigen Beschrken teS HauztS und der Lruft. den Lchm'ndel. daZ drücken und die Düiier:,it des spfeS. Tunkelhir der Augen und De!leii??g der Brust, beschwerliches euS und Smhmk. Zukälle. welche besonders dem .yxochon. kZr'erllch sind. Segen: aNtLtidea des velbliHcnGeschlechteS. 0 jew : UblüiizkeU. SleichwSt, TchwermütK gkeit klgUchttt. Ubeltite, Ohnmacht, pf, ud liedrsmrttn. He?, Nopse. elbsacht. Gegen ranfheiten deö Z3Iut:s, der Nieren n. der Blase. Segen: agenleiden LMM?' SuÄS' s'1'1' WMl Scc5noJ ,m ?''u, z,r,llp,,n. Stmmtn in btt iHiittnKe ,,v i. i t. . .x, . rscheinunV. ''..7.7. I ,eut -'"qe ozirq S e ß c n : aMraMeilm. oSfÄV'S?' Zalflüsse. ?le-en. Mitesser, iua n, lrrlM c"!'.?' N'bfarde und andere SÄ&Ä der Trorfen Ä lasche ui ins afe mi IlIT,9- tntge siVÄss5s,Ä, "' ??!' ,,, i. rT,;..' 7UC Die ders WWei v.nd?JZ bei .ugen . oceur Co..

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So halt' ich'S for alli Zukunft : Humoreske in Pfälzer Mundart von M. Barack, Neen, was Eem Alles bassire un wie Eem Alles mißdeut' werre kann, wammer an gar nix Bös's us der Herrgottswelt denkt, un was Eem so e GanS vun ere Dienschtmagd in . Schwulidäde bringe kann : des is gar nit zu sage. Ich kann doch wahrhaftig nix drfor, daß unser Bäcker Gärtner heeßt, un unser Gärtner Becker! DHSt der Bäcker Becker heeße un der Gärtner Gärtner, dann freilich könnte so Mißverständniß' nit bassire; aver wann der Becker e Gärtner is un der Gärtner e Bäcker, dann dhät's Noth, daß mar so ere Mahd, eh daß mar se fortschickt, immer erscht e groß! Redd' halte un begreiflich mache dhät, daß mar Kaffeedunkes beim Gärtner nn Bliune beim Becker hole mißt. Aber so e lang's Gebabbel mag ich nit, b'sunders nit mit de weibliche Dienstbote, dann wammer Wittmann is, muß mar sich in Acht nemme; Jesses, was werd Eem Alles noochg'sagt in dere Welt! Derntwege haw' ich, wie vor acht Dag der Herr Medizinalrath g'schdorwe is, '3 is Schad' for den Mann : ich hab' als alli Mittwoch mein Kechelbardie mit'm ge macht, er hat zwar schlecht gekechelt un in's Bolle mehr Budel g'schowe, als er am jingschde Dag verantworte kann, awer wammer'n so g'sehe Hot, hätt' keen Mensch an's Schderwe denke solle, am allerwenigschde sein aarmi jungi Fraa, wammer aach sächt, se hätt' nit ganz gud gelebt mit'm. Awer so geht's halt in der Welt : er Hot halt fort gemißt, aach noch grad ame Mittwoch, ja un do haw' ich also bei m'r gedenkt : Du rauscht doch der Fraa Medizinalräth'n dein Dheelnahm ausdricke un'n schöne Kranz schicke, wann's aach e paar Mark loscht', des is emol so der Brauch un nit zu ännere " Derntwege haw' ich mein Köchin reingerufe un hab' zu'r g'sagt, geh' Se doch emol naus zum Becker un kaas' Se'n schöne Kranz for finf Mark

un trag Se'n hin zur Fraa Medizinal-' i -? ? v i ! raion lavier un nqr se e umvet ment aus vun mir, un ich ließ' herzlich kuddolire !" Do d'mit gew' ich 'x e Jinfmarkschdickel un mein Bistddekaart, for um se an den Kranz zu binne, un mein Kathel sächt : ,'5i8 Recht, Herr Poßler, ich werr's b'sorge," un geht also. Non, des Dlng ls gud : so e Schdun der zwee möge driwer hingange sein un ich hab' schun gar nit mehr an die Fraa Medizinalräth'n un ihren Dodtekranz gedenkt, do us eenmol, wie ich grad nach'm Middagesse mein Schläsche mache will, schellt's drauße mörderlich an meiner Glasdhir, daß ich in alle Höh' fahr. Non haw' ich gedenkt, was is dann deö for e Manier, eso an anner Leit' ih rer Schell zu reiße, do soll doch gleich do schellt's schun Widder un noch ärger, als vorher. Potz Dunnerwedder," haw' ich do gedenkt, .des will ich jetz doch aach sehe, wer des is, dem's eso bresstrt un geh' halt voller Zorn 'nauS, for um selwer ufzumache un dem Betref sende ctnol gehörig mein Meenung zu sage. Wie ich awer die Dhir ufmach', schdeht d'r do e wundernettes Kammer kätzche un hot'n großmächtige Heffekranz mit Zucker un Rosine druf in de Händ', un am Arm Hot se e Kürbche henke g'hatt, ganz voll mit mirwe Bretzelcher un Bindcher. .Ei, schön'S Kind ljaw' ich do ganz freindlich zu'r g'sagt, was bringe Se m'r dann do fo? delikate Sächelcher? Ei, ich glaub' gar, deö is was for in de Kaffee zu dunke, kumme Se doch 'rein, wer Hot Jhne denn verrothe, daß heit mein Gebortsdag is ? Jesses, was'n schöner Kranz: der muß jo schmecke wie Lambrosia, wann er Eem vun so schöner Hand gereecht werd, gelle Se, lieb' Schatzekiyd V So haw' ich mein G'schbaß ritt dere nette kleene Krott' gemacht un hab' se d'rbci in ihr' schöne rothe Backe petze wolle, awer do is se ganz vornehm, wie die beleedigt Unschuld, Schritt zurickgedredde un Hot hochdeitsch zu m'r g'sagt : O bitte, Herr Poßler, lassen Sie das!" Non," ssg' ich do, nemme Se's nor nit iwel, schön's Kind, mar werd doch aach noch e Bissel Schbarafanze mache derfe!- ' Ich bin keen schön's Kind" for Sie, mein Herr," sächt se jetz Widder ganz schnibblsch, un losj' aach keen Schbarafanze mit m'r mache !" Non, dann also nit," sag' ich do ganz kalt un vun owe runner, dann des dumm Zimberlichgedhu vun dem kleene Gänsche Hot mich geärgert un ich hab' gedenkt : die soll emol schbiere, mit wem se redd'!" Derntwege haw' ich mein Aarm iwer der Bruscht zammeg'schlage un hab' g'sagt: Also ohne ' Schbarafanze, Mamsell : waö wolle Se dann mit Ihrem alde Heffekranz do un Ihre albackene Bretz len ?" E Kumbelment run meiner gnäd'ge Fraa soll ich ausrichte," sächt se do, un do dhät' se Jhne Ihre Gebäcks Widder schicke, des wahrscheinlich an die falsch' Adress' abgeliefert worre sei, denn sie selwer dhät nit mit Jhne uf dem Fuß schdehn, daß Sie sich so'n unbassende Scherz mit'r erlaawe dirste, ihr zum Dod vun ihrem Mann zu gradulire un Kaffeedunkes zu schicke !" Was ist des V sag' ich do wie'aus de Wolke g'salle. Ich glaab', Jhne rab belt's Mamsell: was soll ich gedhan hawe? Ihnen Ihrer gnädige Fraa soll ich zum Dod vun ihrem Mann gradu lirt un des ald mirb' Zeig do g'schickt hawe ? Ei so was dhät m'r jo nit emol im Draam einfalle, dcs . muß'n Irr dhum sein, do weeß ich nix d'rvun !" So?" sacht jetz' des, krottich Kammerkätzche, so,'dö wisse Sie nix d'rvun? Wie kummt's dann awer, daß Jhne Ihr Bisiddekaart an den Heffekranz gebunne acwest lst. verr Pokler r Mein Bisiddekaart?" sag' ich do aanz dumm vor Erschdaune.. . Ja freilich." sächt se un. hebt m'r den Kranz unner die Ras', do hängt se.jo noch ! .Jesses. ja." saa' ich do, des ist mein Kaart! Ja was is dann des ? .Do,hat Eens Mißbrauch mtt gedriwe, un ..'n schlechte Witz gemacht: des is gar mt ' ' r r l ... u . : X I er er annerfllZI ciugiii : vagc vr Jhne Ihrer gnäd'ge Fraa, aber ich week io noch gar-nit: wer. is dann eegentlich Jhne Ihr . gnäd'ge Fraa?" , j So sag' ich, awer noch eh' m'r. dft

schnibbisch Krott antworte kann, kummt zum gröschte Unglick grad mein Kathel die Schdieg ruf, un wie se die sicht, kreischt se gleich : des is des Mädche, wo's gebracht Hot, ich Hab'S 'r so sei wer abgenumme; also" fahrt se mit eme ganz schböddische Knix fort werre Sie doch wohl selwer den schlechte Witz gemacht hawe, Herr Poßler, dann des iö doch wohl Jhne Ihr MSdche !" Jetz is m'r's awer doch zu bunt worre. Was?" kreisch' ich, mein Kathel hätt' des Zeig do gebrocht: deS is jo gar nit möglich? Gell' Se Kathel, Sie Hots nit hingedrage?" Awer denkt Eich mein Erschdaune, wie die dumme Gans sächt: Ei freilich, Herr Poßler," sächt se, Se hawe m'r doch selwer heit Morgen ufgedragen,zum Bäcker zu gehn un'n schöne Kranz zii kaase sor finf Mark non, der Hot grad keen so große fertig g'hatt, un do haw' ich halt een for drei Mark gekaast un noch sor zwee Mark anners Mirb's ge numme, dann ich hab gedenkt: Mirb's is Mirb's un Hab's hingedrage zur Fraa Medizinalräth'n un e Kumbelment ausgericht' un Se dhäte herzlich gradu lire loffe " Was ?" kreisch' ich do ganz schbrachlos vor Schrecke, zur Fraa Medizinal räthn un gradulirt Hot Se ? Jes ses, JesseS, ich hab doch g'sagt, Se sollt' zum Becker gehn un bei der Fraa Medizinalräth'n sage, ich ließe k u n d o lire " Ron, beim Bäcker bin ich jo gewest un gradulire odder kundulire : des werd uf Eens rauskumme, meen' ich halt!" . . So?" sag' ich, meent Se des? Jesses, wann nor so e dummi Person wie Sie nix meene dhät: zum Becker, haw' ich g'sagt, soll Se gehn, zum Gärtner Becker , un 'n Kranz 'n Dodtekranz kaase for de Herr Medizi nalrath, wo g'schdorwe is ! Wann ich hätt' hawe wolle, daß Se zum Bäcker laast, hätt' ich doch sage misse, Se soll zum Gärtner gehn !" Jasooo !" sächt doZdie eensältigePer son, ja. des hätte Se m'r halt deitlich sage solle : des haw' ich doch nit rieche könne, daß Se de Gärtner meene, wann Se Bäcker sage ! Hätte Se g'sagt, ich sollt 'n Dodtekranz beim Gärtner Be cker hole, dann wär' ich nit zum Bäcker

Gärtner geloffe un hätt 'n Heffekranz gekauft !" Jetz haw' ich awer doch 'n Zorn ge kricht, daß ich mich fascht nit mehr gekennt hab'. Ja nadierlich." kreisch' ich, S i e muß halt aljesort Necht hawe, trog Ihrer kolossale Dummheet O," fallt se mir do ganz schbitz m die Redd', .so g'scheidt wie cttner Leit' bin ich aach noch, un deS kann ich Jhne sage, Herr Poßler : 'S iS e Glick, daß Dumm sein nit weh' dhut, dann sunscht mißte manch! Leit' de ganze Dag kreische !" Do d'rmtt macht m'r Die frech Person n Knix un geht an m'r vorbei in ihr Kich. Ich awer hätt' se us die unver schämt' Bemerkung hin ich weeß zwar nit, us wen se mit gezieltchot am liebschte am Schtawlddlch gepackt un zum Haus 'naus g'schmisse. Awer die Kathel kocht halt gar eso gud un lS aach e sauweri Person insoweit, so daß ich se nit geern verlöre hätt', dann mar kann halt nie wisse, was noochsolgt; zu dem haw' ich keen Schbekdakel mache wolle vor dere schnibbische Kammerkatz', dann vor so Persone muß mar sich m Acht nemme. Derntwege haw' ich bei m'r gedenkt: Waart' nor, Kathel, Dir mach' ich mein Schdandpunkt kloor, wammer alleen mitnanner sin : Dlr dhu ich sor's Knorre !" Drum haw rch's sor jetzt gud sein losse, hab' in de Sack ge langt un yav' oere ammerraZ e uns markschdickel gewe ich hab' grad keen kleener Geld a'hait un had' zu'r g'sagt : Frailain," haw' ich g'sagt, Se hawe letzt g'hort, was des sor e unglia lichS Mißverschdändniß gewest is mit dem albackene Kaffeedunkes do : Sin Se doch so gut un sage Se Jhne Ihrer gnädige Fraa, un ich könnt' nix d'rsor, daß mein Kathel so e Kuh wär', awer ich dhät' m'r noch vorbehalte, mich dernt wege persönlich bei'r zu entschuldige. Wolle Se so gud sein, Frailain, un des ausrichte ?" Jetz wie ich'r so als e Mann von sei ner Lebensart kumme bin, is die Kam merkatz' ganz freindlich und zudhunlich worre und Hot sich bedankt un g'sagt, ich sollt' nor ganz ruhig sein, sie wollt's ih rer Madamm schun sage, daß ich ganz unschuldig wär', un Hot een Knix um de annere d'rbci gemacht, korz, se is gewest wie 'n umgewandtcr Händsching : ich glaab', jetz hätt' ich se aach in de Backe petze dirse, awer ich hab'S nit gedhan, dann ich bin e Mann vun Grundsätz. Ungepetzt haw' ich se heem gehn losse un hab' mich mit'm innere Bewußtsein begnigt, daß ich's hätt' dhun könne, wann ich nor gewollt hätt'. Am annere Dag awer, Morgens in der Frih, bin ich selwer zum Becker gan gen un hab'n Kranz mache losse, wie ich'n hab hawe wolle : 'n schöne große Dodte kränz vun lauter Epheiblätter, Immer grin un weiße Rose, er Hot e Haide geld gelöscht', awe: ich hab's nit ang' schlage, dann ich hab' gedenkt: Aus dere Blamasch muscht Dich emol ganz notöel 'rausbeiße !" Zwee Schtund lang hab' ich drusj warte misse, wie er awer endlich fertig is, haw' ich'n vum Becker seim Lehrbu niwer trage losse zur Fraa Medizinalräth'n, und bin gleich selwer mitgange, sor um'r mein B'such zu mache un mich, wie ich'ö verschbroche g'hatt hab', persönlich wege dem geschd rige. Mißverschdändniß 'zu entschuldige. Bor de Glasdhir' haw'. ich de Lehrbu verabschied', un mein Kammerkätzche Hot m'r, wie ich schell', ; die Dhir usgemacht un de Kranz abgenumme ; wie tch awer mein Anliege vorbring' un srog', - ob ich nit der Fraa Medizinalräth'n mein Us waarduna mache könnt, oo-sacht gleich: Die gnädig'Fraa bedauert sehr, keen B'such annemme zu könne ; sie stylt sich zu arg angegnfse ! Do haw' ich' dann, nlx mache .könne, al4 mein Visiddekart' ,abeugewe ün dere kleene herzige Krott ufzudraae, schdatt meiner ' mein Entschuldgung bei ihrer gnäd'ge' Fraa 'vorzubringe. Dö d'rbi haw' tch'r nochemol 'n Dhaler m die Hand gedrickt un sehot.m'r's hoch un dheler verspreche. ,1 NLN, MeS, Mn'S Kind," haw"

ich do zu'r g'sagt, odder ders ich nit so sage?" Do Hot se ganz schelmisch gelacht un g'sagt: Warum dann nit E so 'ne liewenswirdige Herr erlaadt mer das schun !" Non," sag' ich, dann ders ich ver leicht heit aach so frei sein un e ganz kleen Bissel Jhne Ihr schön'S tloth's Bäckche petze ?" Non, 's kann'S jo jetz Niemcwd sehe," sächt se do ganz verschämt wenn's Jhne Bergniege macht " Voller Bläsir hew' ich do die Hand us un will grad neinpetze in das schön roth Borschdorfer'Aeppelche, do schdolbert EenS die Schdieg rus'. Wie der Blitz schlagt m'r do die nett' kleen Krott die Dhir vor der Nas' zu un ich hab' heem gehn könne. So is die G'schicht angange. ' Seit d'rher loß ich m'r's awer e Warnung sein for alli Zukunft, da ich mein Kathel, dere ich iwrigenS noch am gleiche Tag minSchdandpunkt gehörig kloor gemacht hab', nie mehr zum Bäcker schick', ohne d'rzu zu sage : awer nit zum Bäcker, wo mar Weck und Mirb's kaaft" un eweso sag' ich, wann se zum Gärtner gehn soll : awer nit zu dem, bei dem mar Blume kaaft," dann sunscht wär' die Gans im Schdand un brächt' m'r e Buggedd, for um's in de Kaffee zu dunke. So halt' ich's for alle Zukunft.

Fräulein Luttpolde v. Secflaugean ihre Freundin Hildegard Stoovküvel. O du meine Seelenknospe! Sage' mir aufrichtig, bist Du des Grundes wissend, warum die Thorheit der Welt nur jenes Wetter für schön sin det, welches wirklich nicht häßlich ist ? O die Verblendeten ! Gewiß, ich will es nicht abstreiten, des Himmels Bläue ist süß und der Sonnenschein hat immerhin auch eine Art von Berechtigung. Siehst Du, meine Rose, wenn die Sonne nicht schiene, wozu dienten dann uusere Son nenschirme? Aber das ist auch Alles. Für Seelen, die den unseren gleichge stimmt sind, strahlt des Wetters Gunst nur dann, wenn es schlecht ist, Hundeschlecht! Kannst Du Dich des unsagbaren Rei zes erwehren, den der Regen austropst? Für mich ist er das Jdealnaß, das mir den Busen durchströmt. Schon der Kleidung wegen. O, wie ökonomisch ,st die Natur, wenn es regnet ! Ist es fcfiön ; dann mußt Du das gute tragen. welches Du Dir erst kürzlich machen lie ßest, und o wie bald ist es dann dahin ! Quillt aber beständig der liebe Regen, dann ziehst Du immer das alte an vom vorigen Jahre, indem eS nicht daraus ankommt. Auch daS Herz findet sich leichter zum Herzen. Du steigst in eine Droschke. Du fährst auf Besorgungen. Du hältst an. Du willst aussteigen. Da geht er vorüber, der herrliche Jüngling, der Dir schon so lange, aber, ach, fruchtlos ge fällt. Du willst die Thür aufmachen. Du kannst nicht. Du seufzest laut. Er hört es. Q, er sollte es hören ! Er sprmgt h'.nzu. Er öffnet den Wagen schlag. Du lächelst ihn an, theils lilien haft erröthend, theils rosig erblassend. rr ...im r.; e. w rs fc ii reiazi Jijir jtinc yano. Aiu iym Dein Herz. Der Bann ist gebrochen. Der Ansang hat begonnen. DaS Wei tere steht in des Schicksals 5) and. Oder Du trittst aus dem Hause. Es gießt. Er geht vorüber. Schnell stellst Du Deinen alten Regenschirm in die Ecke und thust, als hättest Du keinen. Du seufzest ein hörbares Ach Gott! Er trttt mit ebenso gez:emender, als durch und durch ritterlicher, selbstbewußter Be scheidenheit heran und schwört : Mein Schirm lst m Demem Dienst geweiht, Du Holde !" Ist das Alles möglich bei schönem Wetter? O nie ! Aber nicht genug damit. Du blst Besuche schuldig. Zur alten Generalin Wittwe hättest Du längst gehen müssen, nicht minder zur Geheimräthin. Welch' ern Graucl! Das öde Gemäuer! Nichts Männliches darin ! Selbst ihr Hund ist eine Hündin. Aber elterliche Rücksichten zwingen Dich. Welch' ein Gluck, daß Du ihr sagen kannst. Dem Herz habe Dich längst mit unwidersteh licher Gewalt hingezogen, aber wie hä! test Du bei solchem Wetter ausgehen können, da Du ohnehin schon an einem nicht los zu werdenden Katarrb littest ! O, sie muß Dich entschuldigen, wenn sie gleich nicht will. Aber wie? Du lächelst? In der Seele tiefstem Grunde schlummert Dir ein lo ser Hintergedanke? O, Schelm, ich verstehe Dich, ich durchschaue Dich ! Du meinst, die Medaille habe noch eine Vorderseite ? Nun ja denn ! Das Haus der alten Excellenz Du weißt, wen ich meine ist ein begehrenswerthes. $5 birgt neben zweiTöchtern dreiSöhne, einer immer , mehr Ossizier als der an dere. Wie gern eilen wir dorthin ! Wohl auch hauptsächlich der Töchter, unserer Freundinnen, wegen, aber der wahre Grund, wozu ihn verschweigen, wo er sich doch mit epaulettenartiger Sieghastigkeit Bahn brechen würde! DaS ewig Männliche ist es, was uns hinan zieht. Aber wehe. Du kommst hin. Du trittst ein. Du wirsst einen Blick aus die Kleiderriegel im Korridor, ach, so scharf Du auch hinsiehst, da hängt Nichts, was an eine Militärmütze ge. mahnt ! Das Wetter ist schön. Sie sind ausgegangen, fort, hinaus in das uns feindliche Leben ! Jetzt aber, wie anders, um wie vieles beseeligender! Es gießt draußen wie mit Mollen. Keinen Hund jagt man bei solchem Wetter hinaus. , Da machst Du Toilette und gehst hin. Du weißt, daß es sich selbst lohnt, eine Droschke zu nehmen. Du gehst hinauf. Du klin gelst.' Man öffnet. Welch ein sinnbe rückender Zauber empfängt Dich ! Da hängen der Mützen dreie! Sie sind zu Hause. Der Regen bält sie im strengen Gewahrsam. Sie können Dir : nicht entgehen. O Wonnetraum ! Sie lassen sich anfangs nicht sehen. Aber Du bist klug., Du weißt im lauschigen'Mädchen kreise geschickt eine militärische Frage an zuregen. Ihr disputirt, Ihr streitet, Ihr gerathet in Eiser, bis Eine aus springt und die Brüder holt. Sie kom men. Sie sind da. Du umstrickst sie mit Deiner Liebenswürdigkeit. Sie sind

Dir unrettbar verfallen O, ich preise den Regen. 1 Mbtt auch noch um anderer Gründe willen. Siehe, Du Gute, es hat ein trübes Schicksal über uns verhängt, im Sommer hier bleiben zu müssen, wo Alles sonst aus Berlin fortzieht, über das bergige Thal an das sandige Meer. ES ist bitter, zurückstehen zu müssen hin ter der kapitalbespickten BanquirStochter und der nicht zum Rechnen verpflichteten Gutsbesitzerin. Da erbarmt sich unser ein freundliches Geschick. Der Regen! Sie kommen wieder heim. Alle, die in der Badeferne geweilt haben. Sie fragen uns mitleidsbedürftig, ob eS uns auch so schlecht ergangen sei. Jetzt kommt unser Tag der Vergeltung. Mit kalter Verachtung, die ihnen tief in daS sonst so hochmüthige Herz schneiden muß, entgegnen wir ihnen : Wie, bei solchem Wetter hätten wir aS Berlin weggehen sollen? So thöricht sind wir denn doch nicht ! O, wie sie gedemüthigt sind, wenn sie das hören und zugestehen müssen, daß wir, ach, so recht haben ! Siehst Du, mein Augapfel, das ist der Triumph, der Deiner zarten Seele aus der Wolke hernieder strömt. Ist daS nicht ein Glück ? O daß es ewig so bliebe, ewig, wie die Bande der Liebe, die Dich ver binden mit Deiner treuzärtlichen Luitpolde. Berauschte Briefe auö Oayreuth.

Lu! dem Berliner MI. . Beklagenswerther Redakteur! Weshalb ich Dich so nenne? Nun, Unglückselig:?, weil Du fern bist, wäb rend wir hier weihlicher Wunder hehrste Wonnen ohne Zahl genießen. Hier wird's Ereigniß, was bisher im Nebel der schwärzlichen Nacht neidvoll sich dem wissenwollenden Blicke entzog. Jetzt weiß ich Alles. Was war, was ist, waS sein wird, ist mir jetzt ebenso klar als der urweisen Wala Erda, dem ewigen Weibe, das aus nebliger Tief: zur Höh' taucht, um göttlicher Weisheit urewiges Wissen zu verkünden. Meines Herzens tiesinnerstes Mitleid sei Dir aufrichtig gezollt, Redakteur, daß es Dir nicht ver gönnt war, dem Zustande der Unwissen heit wohnlos hold bewußt zu entfliehen. Entschuldigen Sie übrigens, daß ich Sie dutze. Aber die Begeisterung ist so mächtig, daß ich der ganzen Welt den Bruderkuß aus der offenen Stirn bläu liches Aderngeäst drücken möchte.. Dazu aber kommt noch die Höhe des Wissens, auf die mich Parsifal, der reine Thor, gestellt hat, so daß ich mitleidsvoll und wahrhast überlegen von den leuchtenden Zinnen der Gralsburg auf der Unwis senden blöden Menge herabblicke. Und dieses Wissens Fülle ist über mich gekommen, trotzdem ich in meinem Ver ständniß des Werkes erst bis zum vier zehnten Takt deö Vorspiels gelangt bin. Aber was enthalten diese paar Takte Alles ! Ihre Größe auch nur annähernd in Worten zu beschreiben, wäre sriedlo ser Wahn. Nicht nur jedes Motiv muß bei Wagner eine eigene Bezeichnung ha ben, sondern jede einzelne Note verdient es. So kommt gleich zuerst in hellem Durklage ein C vor, das die Holzbläser ganz allein aushalten, piimi3lmi( be ginnend, langsam crescendirend bis zum mäßigen ioxte und dann im leichten llecres endo ausklingend und zu Des übergehend. Dasselbe 0 ertönt nachher, diesmal ganz allein und ohne Vermischung mit anderen Tönen, in düsterem Moll wieder, tief zum Herzen gehend und mächtige Rührung erweckend. Das soll dem Meister erst mal einer nachmachen. Ich würde das erstere daS wunderweckende Wonne0" und das zweite das ildwü.'hende WehmuthS C" nennen. WaS übrigens die Leitmo.tive betrifft, so bleibe ich sest dabei stehen, daß diese Eintheilung noch nicht genügt und jedes derselben noch in einzelne Seitnoten zerlegt werden muß. Zu den Leitmotiven kommen diesmal übrigens noch Läutmotive, indem im ersten Akte Glocken hinter der Szene ertönen. Wo die Glocken hängen, ist mir im Lause des Stückes nicht klar geworden, ich habe sie nur läuten hören. Bei der ersten Aufführung passirte mir übrigens Folgendes: Bereits um drei Uhr hatte ich meinen Platz im Theater eingenommen, um bei Zeiten in die rechte Stimmung zu kommen. Auch während der Zwischenakte hatte rch das Haus nicht verlassen, die grandiose Gewalt des Werkes hatte mich aus meinen Platz festgebannt, so daß ich mich nicht zu rühren vermochte. Allmälig schwand ich aus dieser Welt wühlender Wunder hin über in das Reich leuchtenden Lichtes. Mit einem Worte, ich war vor Wonne ganz entrückt. Plötzlich hörte ich neben mir eine Stimme. Bin ich in Walhall?" hauchte ich leise. Eine unverständliche Antwort erfolgte darauf. Bist Du es, Brünhild, herrlicheWal küre ? Hat Heervater Wotan Dir befoh len, mein Laos zu kiesen und mich zu führen nach Walhalls Göttersaale, um seimigen Melhes süßen Trank zu trinken im Verein mit den anderen Helden ?" Ein heftiges Rütteln an meinenSchul tern war jetzt die Antwort. Schnell flog ich empor. Ich war ganz allein im sin st ere n Theater und neben mir stand der weckende Wächter. Es war zwei Uhr Nachts. Ueber acht Stunden hatte also meine wonnevolle Verzückung gedauert, gewiß ein Beweis meiner hochgradigen Empfänglichkeit für deS Werkes Schön heit. Es schlägt drei Uhr. Ich eile in's Wonne Haus, denn selbstverständlich darf ich keine einzige Vorstellung versäu men. In ewiger Entrückung Ihr Wehwalt. ' Preußische und französische' Pa raden. Mag dem Laien und oberflächlichen Beschauer der Unterschied zwischen einer Parade preußischer Truppen und einer solchen französischer Heeresabtheitungen lediglich in der verschiedenen Nationalität und Uniformirung zu liegen scheinen, das Wesen der scheinbar gleichen Hand

lung ist ein von Grund auö ve.'schiede neö. Eine militärische Revue in Preußen entbehrt niemals eines tiefernstenHinter grundes, und der von so Vielen verspättete Parademarsch" gestattet sehr wohl, nicht allein die äußere militärische Er scheinung, das Aussehen der Truppe zu beurtheilen, sondern vielmehr die Dis ziplin, die Leistungsfähigkeit und das Maß der Energie, welches in der Truppe steckt. Wenn zur großen Frühjahr-Parade die Garden in Berlin zum Tempelhofer Felde, die Potsdams zu ihrem Lustgarten" marschiren, hat die Besichtigung der Kompagnien und Bataillone bereits dargethan, daß die fleißige mühsame Ausbildung im Winter alte Leute" und Rekruten" bereits zu einem Ganzen wie aus einem Guß zusammengeschweißt hat; die Parade schließt diese Periode ab und giebt den Maßstab zur Beurtheilung der in den größeren Verbänden allerWaffen gattungen erlangten Gleichmäßigkeit der Ausbildung. Wenn dann das letzte Fuder Heu rein, der Bauer endlich weiß, was sein," dann folgt im Herbst aber mals die große Herbst-Parade. Sie drückt dem nun vollendeten Jahreswerk, der kriegsmäßigen Ausbildung derTrup pen, den Stemvel und das Siegel auf. Noch einmal scha::t der Soldat muth und krastersüllt und gehoben seinem Kaiser in das Auge, und hoch lebe der Reservemann" s? zieht wieder ein Theil der Armee in die Heimath. In Frankreich legt man der Parade nicht die tiese Bedeutung bei, wie bei uns, und in der Erscheinung der Franzosen spricht sich bereits das weniger stramme Wesen, die französische unge bundene Leichtigkeit und die ungenirte

Beweglichkeit aus. Auch be: der Parade zeigt die Truppe keineswegs eine besonders straffe Hslturg, und der feste preu ßische Massenschritt existirt nicht in glei chem Maße, wie be: uns. Die Parade in Frankreich ist eine Schaustellung und daher von wen geringerer Bedeutung, als bei uns. Paris feierte ein Volksfest, das große Nationalfest, mit Spiel und Tanz auf allen Straßen und Plätzen, da darf auch das militärische Gepränge nicht fehlen, welches der Eitelkeit des Volkes fchmeichelt und träumen läßt von Kampf, Sieg und von Gloire". ' Bei unseren Paraden pflegt sich auch ein Stück eigentlichen urwüchsigenVolkslebens um den Paradeplatz zu entfalten, aber es geschieht, weil eben Parade ist ; in Frankreich findet dasUmgekehrte statt: weil ein Volksfest gefeiert wird, muß auch Parade" sein. Auf die Truppen wird dabei keine Rücksicht genommen. Es ist gute militärische Sitte bei uns, nicht früher auf dem Platze der Uebung, der Vorstellung oder der Parade zu er scheinen, als bis dies dringend ersorder lich ist. Von der Geschicklichkeit der Kommandeure, von der Findigkeit der Truppe giebt es Zeugniß, wenn in denk bar kürzester Zeit eine schwierige Forma tion, eine complizirte Aufstellung zufam mengefügt werden kann. Am Tage der großen Parade in Frankreich rücken die Truppen, zum Theil allerdings ter großen Marschentsernungen wegen, schon Morgens zeitig aus, um erst Mittags sich in die Stellung zur Parade einzu rangiren. Bei uns sind auch einige Märsche gar lang, so srüh aber, wie dort in Frankreich, rückt man nicht aus. Während man bei uns eifrig bemüht ist, alle Truppen-Uebungen in diejenige Tageszeit zu legen, während welcher im Sommer die Gluthhltze der Sonne noch nicht ihren Höhepunkt erreicht hat, wird mitten im Juli eine Varade in Paris auf die zweite Stunde deZ Mittags ver legt. Doch genug der Betrachtungen über die Verschiedenheit des Volks-Eharakters und der militärischen Gebräuche hüben und drüben". Die diesjährige französische große Parade" wurde am 14. Juli aus den v.onamamvs bei Äaris ohnehnUen nh ! sollte um zwei Uhr Nachmittags statt , finden. General Gressier kommandirte die j " ' ot T r - j--7 selbe. Pünktlich um 2 Uhr war die Ausstellung beendet, und pünktlich er schien auch der Präsident Grevy, begrüßt . rj T rvi W P vom riegsmlNiuer, Genera: Viuol, lowie vom Kommandanten der Stadt Pa ris, General Lecointe, und den Kom mandirenden der Parade. Während der Präsident sich auf die für ihn vorbereitete Tribüne begab, erfolgte das Abreiten der Parade-Fronten durch den Kriegsminister General Billot. jedoch in einer Gangart des Pferdes, welche wir ,n solchen Fallen zu sehen nicht gewohnt sind, nämlich im Trabc. Trotz seiner hohen Jahre setzt .nser Kaiser, wenn er sich der Aufstellung einer Truppe nähert, stets sein Roß in den Galopp, die ausschließlich parademäßige Bewegung des Pserdes, und sällt dann in Schritt, um, nachdem Meldung und Rapport erstattet, so langsam wle mög lich die Front abzureiten, musternd und jedem einzelnen Manne ms Auge schau end. Nur selten geschieht das Abreiten der Front bei Paraden in. schnellerer Gangart, dann aber im Galopp, wie z. B. oei Manövern, um die Zelt abzukür zen. Verschiedene Umstände machten die diesjährige französische Truppenparade vemenenswerty. Zum ersten Male, seitdem Krieasmi nister Farre bei Durchführung seiner Reformpläne sie . abgeschafft, erschienen wieder Tambours bet den Truppen. Wer Gelegenheit gehabt bat, im Felde den Einfluß dzs Wirbelns der Trommel, des SchmetternS der Signalhörner und Trompeten auf die Stimmung des So! daten mitzuempfinden, der wird es als einen Mißgriff bezeichnen, die Trommel abzuschaffen. Ein Beispiel mag für viele sprechen : In der Schlacht bei Kolding (Biffart Die Kämpfe in Europa in den letzten zwölf Jahren" 1860) drangen die Dänen am Markte vor, und die Bemühungen des kühnen Hauptmanns v. Wrangel, die zurückweichenden Massen aufzuhal ten, waren vergeblich; um einen letzten Versuch zu machen, entreißt er einem ihm zufällig nahestehenden Tambour die Trommelschläger, schlägt Sturmmarsch und schreit Hurrah". Die zurückdrän

gende Masse stutzt; die Bravsten wieder holen den hurrah" Rus; mehrere Trommler geben das gehörte Signal wieder, die Weichenden wenden sich und dringen im entschlossenen Angriff bis auf den SüderMarkt vor. In diesem Augenblick erreichten die Ersten der rechts über die Wiesen kommenden Jäger die Kolding Brücke; sie waren gerettet. Dem kühnen Hauptmann von Wrangel wurde seit dieser Zeit der ehrenvolle Bei name Der Trommler von Kolding." Der zweite bemerkenswerthe Umstand in der Parade war die neue Unisorm der Ehasseurs d'Asrique, in welcher eine Eskadron derselben probeweise erschien. Schwarzer Helm, in einem Medusen Haupt endend, mit langem Haarschweif; himmelblaue Blouse mit MunitionSta schen, rothe weite Hosen in hohen, brau nen Stiefeln. Der Säbel am Sattel befestigt. Eine weitere Neuerung, welche Nach ahmung verdienen dürste, war die probeweise Ablegung der Kürasse seitens eines Regiments, des sechsten, der Kürassiere. Endlich war es bemerkenswerth, daß zum ersten Male ein aus Truppen Handwerkern gebildetes Bataillon in Parade erschien. Der Vorbeimarsch begann mit dem der Eleven der Schule von St. Eyr, welchen die GendarmeS mobiles und die Gardes de Paris folgten. Beim Parademarsch der Infanterie, der Nichts von preußischer Stramm heit" hat, fielen besonders die Jager so wohl durch das lebhaftere Marschtempo, als auch durch ihre militärisch anregende Erscheinung auf. Die Leistung der Artillerie unter Kom mando des General Xörevy, Bruder des Präsidenten, welche in Batterie-Front

im Trabe defilirte, entzog sich durch enorme Staubwolken jeglicher Beur theilung. Es ist genugsam bekannt, welcher Sympathien diese Waffe sich in Frankreich erfreut. Von der Kavallerie machten die Wra goner den vortheilhaftesten Eindruck, demnächst die Ehasseurs d'Afrique,welche gleich den Kürassieren, sich leb len Ap plauses des Publikums zu erfreuen hat ten. Die Parade dauerte etwa ein und eine halbe Stunde und zeigte die französischen Truppen m demselben Zustande, wie wir dieselben bisher zu beurtheilen gewöhnt gewesen sind. (Berliner Tagbl.) Schachspieler-Gewohnheiten. Ein Mitarbeiter der Sporting and Dram. News" schildert die Gewohnhei ten der bekanntesten Schachspieler in fol gender ergötzlicher Weise: Die Gewöhn heilen der Schachspieler sind mitunter sehr seltsam, aber nichts weniger als un interessant. Alexander MacDonnell pflegte so vollständig in das Spiel ver liest am Schachbrett zu sitzen, als ob sein ganzes Lebensglück von dem Resultate der Partie abhängen würde. Er richtete niemals ein Wort an seinen Gegner, noch weniger wagte er eine Kritik über dessen Spiel. Manchmal changirte er seine Beine von einer Sei)e auf die an dere, und bei dieser Gelegenheit mur melte er etwas in sich hinein, was unge fähr klang : Gefällt mir gar nicht sehr." Buckle, der berühmte Historiler und gleichzeitig einer der größten Schachspie ler Englands, benutzte stets den Mo ment, wo er seinen Sitz am Schachtische einnahm, um seinen Hut mit beiden Händen abzunehmen und ihn ute: den Tisch zu stellen. Man kann sich denken, daß dies nicht eben der angenehmste und wenn er spielte, immer ein eigenthümli ches Geräusch verursachte, welches die Mitte zwischen Brummen u.Pseisen hielt. Er pflegte überdies eine nicht ange brannte Cigarre im Munde zu halten und von Zeit zu Zeit ein Zündhölzchen anzuzünden, welches er dann etwa zwei Zoll weit von seiner Havana hielt, ohne diese je is Brand zu stecken. Er hatte auch offenbar gar n-cht die Absicht, dies zu thun, und war entschieden der ökonomischeste Raucher, der je existirte. Staunton war in seirem Betragen sehr ruhig ; er saß immer mit vor sich gesal teten Händ?n, die auf dem Tische ruh ten. Die Figuren handhabte er äußerst zierlich, machte nie eine Bemerkung wäh rend des Spieles und zeigte selbst bei der größten Langsamkeit des Gegners auch nicht die mindeste Ungeduld. Owen, ein Schüler Staunton's imitirte in seinem Spiele, sowohl wissenschaftlich als mechanisch, die Methode seines Mei sters. Boden hatte die Gewohnheit, während des Spiels mit sich selbst zu sprechen, und schloß gewöhnlich seinen unartikulir ten Monolog mit einem kurzen, heiteren Lachen. Seinen Hut behielt er stets aus dem Kopse, gleichviel wie heiß d'aö Wetter oder das Zimmer auch sein mochte. Burdcr pflegte, wenn er eine gute Position hatte, seine Hände inein andenusügen, sich aus selbe zu setzen und den Körper hin und herzuschwingen. Wenn er eine seiner schönen Opfer Combinationen machte, mit denen er häusig den Gegner zu Grunde richtete, öffnete er seine großen glänzenden Au gen weit und stierte derart aufs Schach brett, daß man erwartete, seine Augen werden aus den Höhlen treten. Ander sen stützte stets seine beiden Hände aus einen Eichenstock und erhob selten die Augen vom Brette, bevor der Sieg sür ihn entschieden war. Steinitz zeichnet sich, was mechanische Bewegung beim Spiel anbelangt, dadurch aus, daß erdie beiden ersten Reiben an seiner Seite des Brettes mit seinen Armen bedeckt, so daß der Gegner nicht sieht, ob Figuren auf demselben , stehen oder nicht. Auch überschattet er das Schlachtfeld mitsei nem Lockenhaar, so daß von Seite der Zuschauer seinem Spiele nur schwer zu folgen ist. In Stegreisspielen singt er, wenn das Ende naht, mit leiser Stimme einen Trauermarsch, welcher das Schick sal seines Opfers vorhersagt und dessen Unmuth vergrößert. Meyer: Nun, Jtzig, hast Du denn gar keinen Muth, das Geschäft zu un ternehmen V Jtzig: Muth haw' ich schon, aber de Coraschsehltmer!