Indiana Tribüne, Volume 4, Number 435, Indianapolis, Marion County, 27 August 1882 — Page 3
Segyptische Seyeimnisse. .Ihr kennt eS wohl, jenes Aegypten, jenes geheimnißvolleMizraim, jenes enge Nilthal, das wie ein Sarg aussieht im hohen Schilf greint das Krokodill oder das ausgesetzte Kind der Offenba rung.... Fclsentempel mit colossalen Pfeilern, woran heilige Thiersratzen leh nen, häßlich bunt bemalt.... An der Pforte nickt der hieroglyphenmützige JsiSmönch. In üppigen Villen halten die Mumien ihre Siesta und die goldene Larve schützt sie vor den Fliegenschwä, men, der Verwesung Wie stumme Gedanken stehen dort die schlanken Obeliöken; Überall Tod, Stein und GeHeimnisse. Und über dieses Land herrschte als Königin die schöne Cleopatra Wie witzig ist Gott ! So kennzeichnete einst Heinrich Heine das älteste Culturland der Welt, den großen Raritätenkasten unseres Planeten. Durch Jahrtausende war das Ügyp tische Leben von Geheimnissen durchweht, und geheimnißvoll ist das auch heute noch Alles : Land und Leute, Gräber und Frauenpaläste. Das größte Ge heimniß war bislang der Nil selber. Heute freilich besteht es nicht mehr. Man weiß, daß der himmelentlprossene Strom" seine Quelle in der Nähe des Aequators hat, wo er aus dem großen UkereveSee (Victoria Nyanza) ent springt, später in einen zweiten See (Mwutan oder Albert Nyanza) einströmt, um dann als unversälschter jRim nordwärts zwischen großartigen Wald-, Rohr und Wasserpflanzen Wildnissen abzuströmen. Sein bislang räthselhaftes Anschwel len ist längst gelöst, seitdem man weiß, daß die beiden Nebenströme des Nil, der .blaue Slrom und derAtbara, beide in Abessinien entspringend, die Niveau-Nn terschiede herbeisühren, während der ei gentliche Nil verhältnißmäßig wenig zu den regelmäßig wiederkehrenden Hoch fluthen beiträgt. Selbst .Vater Nil" hat seine Wundergeschichten. Als im ersten Jahre der Ankunft der Araber in Aegypten (unter Amr, dem Feldherrn des Khalifen Omar, im Jahre 638 nach Christi) der Nil nicht steigen wollte, toa ren die Aegypter bereits im Begriffe, ihrer alten Sitte gemäß eine reichae
schmückte Jungsrau (die .Nilbraut) zu opfern. DaS gab Amr, der die Menschenopfer kurz vorher abgeschasst hatte, nicht zu, fragte aber, als der Strom immer tiefer sank, den Chalisen um Rath. Nun schrieb Omar : .An den Nil Aegyptens, von Omar, dem Fürsten der Gläubigen. Bist du bisher nach deinem eigenen Wmen geströmt, so vertrockne Hat aber Gott, der Einzige, Allmächtige, dir zu stießen geboten, so bitten wir Gott, den Emzlgen, Allmächtigen, daß er du gebiete, wieder zu fließen!" Diese Schreiben ward in den Nil geworfen und gleich m der nächsten Nacht stieg der Strom um 16 Ellen. . . . Eine staatlicke Intervention in Sachen der Nilschwelle, die in unsere Zelt fällt, ist besonders cha rakteristisch, weil sie darthut, daß ihr Veranlasse? derGewistensfreiheit wesent lich näher stand, als die übrigen mosle mitischen Gebieter in Aegypten. Al nämlich im Jahre 182o der Nil nicht bis zur rechten Zeit steigen wollte, ordnete Mahomed Ali Gebete in allen Moscheen an und lud zugleich die übrigen Culte ein, Gott um die gemeinsame Wohlthat zu bitten Es wäre doch merkvur vlg soll tx gejagt yaven wenn keine dieser Religionen etwas taugen -sollten' Wer den Wunderschrein öffnen Will, den man Alt Aegypten nennt, geht iVs kairensische Antikenmuseum u Bulas. Der erste Schritt in den Antiken Tempel, wo in kühlen Räumen dieHerr lichkeiten mehrerer Jahrtausende cufgespeichert liegen, geschieht vom Garten l.S in eine kleine Vorhalle. Ein frischer Luftzug streicht über die grauen Granite und grünen Balsate, als wollte er den meist auf heißem Nilboden Entschlum merten Kühlung zuwehen. Seltsame Hieroglyphen Charaktere schauen von den Jnschriftentaseln auf den Besucher herab. Ein tzatorkopf blickt von seinem Ipseiler in das Halbdunkel, da zu ihm, der aus dem sonnigen Abydos stammt, in greisbarem Contraste fleht dann kommen wir zu den merkwürdigen Hyk sosstaiuen. Du Hyksos (Hirtenkönige") haben einige Jahrhunderte auswärts und abwäs vom Iah 2000 eine verhaßte -Fremdberrschaft über Aegypten aufrecht erhalten. Schon Jahrtausende lang hatte das ägyptische Pharaonenreich, äas Reich der Pyramidenkönige, bcftanden, als ein .Vu)lk unedler Race", von -Osten kommend, das Land übersiel, die Städte verbrannte, die Tempel niederriß. Bei Tanis (auf dessen Stätte die Statuen gesunden, wurden) stand die Residenz der HyksoSkönige. Es heißt von der Jordan - Ebene, sie sei vor Sodoms Untergang eän Garten Gottes gew'esen oder .wie das Land Aegypten, venn man es bei Tacis betritt." Also gab es auch damals schon die erquickende Lebenslust, wie sie über der hartgebackenen unverfälschten Wüste oder über den blühenden Nepsfeldern weht, und dieses wunderbar heitere Lichr, das von Luft und Wasser und Palmwipfeln, wie es scheint, mit demselben Entzücken getrunken wird, wie von der Menschenseele. Aelter. als diese Standbilder ist. eine Statue dez Chesren, die man in Gizeh gesunden hat. Es ist eint sitzende Figur von ehrwürdigem Aussehen. Der Staub von Jahrtausenden ist aus den gemeißelten Zügen gewichen und das .Antlitz blickt wie ein visionäres Bild auS längst vergangenen Zeiten in unsere moderne Welt hinein. Merkwürdiger aber ist eine Holzstatue mit Agen auS Quarz. Sie führt den Namen.Scheich-el-Beled" (Dorfschulze) und wurde zu Sakhara gesunden. Sofort wird man inne, daß man sich hier in Gesellschaft ttt ältesten Denkmäler befindet, welche sie Menschengeschichte kennt. Ganz löblich stehen wir mitten im grauesten, von' Mythennebeln umwallten Alterthum. Die ersten Gestalten, die uns entgegentreten, sind Mena, Tela, Ueneheö und Bulau. Wir gedenken des GesejgeberS ttakruder II. Dynastie, der den ApiSwsn MemphiS zum Gotte erhebt, des TosortöroS, der fast 4000 Jahre vor unserer Zeitrechnung gelehrte Bücher über Heil-
unde u. dgl. schreibt.... dann erst
schweben die Schatten, der Pyramiden Erbauer herab, , die . eigentlichen Ausgangspunkte der egyptologischen Forchung. Dann überspringen wir em halbes Jahrtausc'id und stehen dewun dernd vor Pepi l. (3233 v. Chr.), der ein aroker JcncjKr war, Syrien uno Nubien unterwarf. Dann folgen langwierig Fehden und Wirren und die memphitische Herrschast erlischt. Andere Gestalte beleben die Dam meruna der Vorzeit. Es sind die Könige der thebaniscken Dynastien, deren glänzendste Repräsentanten gleichzeitig die glänzendsten der ganzen altegyptl chen Geschichte sind. 'Weghat nicht von dem . r tti . I meoaeraamacn marinen in. vernoinmen. wer nicht von Amenemhat III., der den im Alterthum so berühmten MörisSee als Ueberschwemmungs'Regulator anlegte ? Dann kommen die HylsoStönige und mit ihnen der unerträgliche fremde Druck. Aber, nach 150lährlaen Freiheitskämpsen gründet Ahmes I. wieder die alte nationale Unabhänaig. ke'lt und nun folat eine Reibe von Dv. nastien, deren Repräsentanten zu den alänttndsten Sternen, deö alteavvtischen Königshimmels gehören. Allen voran leuchtet die Gestalt Ramse'S II., des SesostriS der Griechen. Er hatte rühmvolle Voraänaer. wie Totmes III., den Bezwinger SrmenS. Aneenhorep II., ori ? o . I oen rooerer nmioeys, uno Aneenooreo w w w . M I III.. unter dem das Rei seme arökte Ausdehnung erreichte, die es überhaupt jemals einnahm. Dieser König ist jener Memnon" der Griechen, dessen Standbilder zu Theben zu tönen pflegten, roenn oic sonne empotjaeg. Viiicy oic- i v i . N' . w..v I ses Tönen war bislang em Geheimniß, bis el Svruna an einem der Standbuder mit Ziegelwerk ausgefüllt wurde, rr i t . v. O. i r t mmr uenn norie oas .onen aus. oas aioiei war aeion. 7 (, . ? , I Wtr schütteln den Staub der Gelebrsamkeit ab und treten in den vollen Lebensstrom der Geaenwart ein. Auch sie l voller Geheimnisse. Das Morgen licht liegt aus dem ungeheuren Häusergewlrre zwischen Nil und Mokattam. Die helle Masse mit ihrem sonndurchleuchteten Dampfe und dem nesdunklen Himmel darüber ist heute belebt durch die unzähligen Minarets, welche gleich blinkenden Nadeln allerorts ausragen. Dazwischen dehnen sich Gartenflächen mit erquickendem Grün, wölben sich prächtige Kuppeln, ragen herrliche Paläste. tnU zückend schöne Moscheen : Alles im fardigen Wechsel, bis weit hinab zum graugelben Mokattam.Gebirge, defs-n breite Terrassenfläche auf die Citadelle und oaS Häusermeer niederschattet.
Wer so Kairo mit emem Blicke um- nicht heim. Am Morgen dann fand heimfuhrt. Der Werth emes Madchens saßt, glaubt die Stadt im Zauberbann man aus dem Mokattam Hakim's weißen beläust sich gewöhnlich aus 1000 bis 10,liegen zu sehen. . Mächtige Zauberer Esel (dr Mond) und die Kleider des 000 Piaster (etwa 50 bis 500 Dollars).
waren es m der. That, die emst diese cv , o mvi . W - mm m. Lunoer getanen, ennocy l t ern aroer Tbeil des alten , Zaubers veril P ' siüchtigt und der moderne hält nur spür liche Nachlese unter der einstigen Herr lichkeit. Gleichwohl ist die vormalige Khallsenfladt die interessanteste des nä t i . vy - . yeren utteni. as lamvul an Gartengrün, Wellenspiel und Ausdeh s w m m nung (vel unvergleichlicher Mannigfal Ngkeit deS Architekturbildes) voraushat. macht die Weltstadt am Nil wett durch die Pracht ihrer Bauten, durch Licht und Wärme und nicht zuletzt durch den Reiz, der aus dlefem . uralten Culturboden weht.. .. Kauo ist nicht nur die Hauptstadt des nun sast bis zum Aequator reichenden neu-egyptischen Reiches, sie ist auch die Meiropoits des .dunklen Erd ä r m cyy r nr i . . lyeues . man iouie meinen, wer m Kairo gevlttek, mußte den ganzen ge t 99 m & waltigen Koloß von der Trummerstätte von arthago blö zum Eap der guten Hossnung, vom atlantischen Gestade bis zu den Felsküsten des rothen Meeres beherrschen. Dazu liegt aber die Weltstadt sur's örste zu excentrisch, fast an der Penpheue von Asnka ; zweitens beteht eine so große Mannigfaltigkeit hinnchtlich der Länder und Völker, des Klimas, der Raen, der Geschichte undCul tur, wie aus kemem der anderen vier Welttheile. Aber gerade diese Verschiedenheit prägt sich in Kairo selbst aus. theils m dem eden- und Ueberemander historischer Denkmäler, theils in den unvejchreiblich bunten und d:elsprachlgen Völkergemisch, das durch die Gassen fluytt und pulst, wie warmes Lebensblut durch Lie Arterien emes Oraanrsmus. Keine Stadt foz Welt kann sich in Bezug auf die Vlelartigkert derTrachl ten und Typen mit Kairo messen. Und diese Maen find. Dank der Erziehung 1 o . 1 i ! Onjt t . V jcne mutyigcn cxuotgrunotriä einer egyptischen Dynastie MehemekAli's die wenigst fanatlichen aus htm aann Gebiete des Islam. Nirgends wurden Xt ffs,??s)..:. k t-.nt j'in" niiuusvjiuutfiyiu u tuif zugänglich wie hier. Was das moderne Aegypten an Geynuiminii vivici, icyi in ucn 4uiujcn der Dynastie Mahomed Ali's begraben. !.t. V er . r ri Nur das Wenigste aus der achtzigjährigen ewailwirtyichatt t rn weitere imt georungen ooer uveryaupt belanm geworden. Mahomed Ali, der vlraVenwach:ersj0yn aus ttawala in 'caceoonien, iievte es, ich emen Landsmann Aleranders zu nennen. Das mag angehen, so weit Gewaltthätigkeiten in Betracht kommen, von denen, wie mau weih, der Sohn Philipp'S nichts weniger denn frei war. Mahomed Ali's arökte Kunst bestand im Niedersäbeln von Ma- - , W . C m C emren no eoumen viod arlmOlger mit dem Volke verfuhr sein Sohn, MAIAAmIaA CV 11.. V. . CV der röthhaarige Ibrahim, der Bezwinger oer ayaoi.len. Als emst Mahomed Ali mit seinen Generalen Krikgörath hielt und keine Wahl hinsichtlich des Obercommandanten für die nach Hocharabien abzusendende Armee treffen konnte, wollte erden Zufall entscheiden lasten. Ein Apfel ward in die Mitte eines großen Teppichs gelegt. Wer ihn aufheben würde, ohne den Teppich zu betreten, sollte General der Expedition werden. Die Heersührer mühten sich ab, indeß Ibrahim ihren Turnkünsten zusah. AlS alle Anprengungen vergeblich blieben, stand Ibrahim auf, rollte den Teppich einfach zusammen und ergriff den Apfel. Wie Ibrahim den Türken in Syrien und Kleinasien heimgeleuchtet, ist allgemein bekannt Aus anderem Holz war der dritte Beherrscher AegyptenS AbbaS Pascha, Mahomed AliS Enkel geschnitzt. Er war eh, gefährlicher Wüstlmg, voll
Mißtrauen und Gewaltthätigkeit. Das
Vergiften von Mameluken und Erträn ken von Frauen lm Nil war während seiner Regierung an der Tagesordnung. unter diesem Biedermanne batte man eine russische Einrichtung auch, für Aegypten adoptirt und sie hatte ihre wunderbaren Erfolge. Im Sudan, wo der blaue Nil ins ' Gebiet der egyptischen Herrschast einströmt, liegen in einem entsetzlichen Fieberlande, Die Minen von Fazogl, das .heiße Sibirien;" dorthin wurde AlleS : . Schuldige und : Unschuldige, Staatswürdenträger, Frauen, Mameluken, Kuppler ; und Millionäre verbannt, em Einziger von lynen yar je wieder Kairo gesehen. Abbas selber ,v-i. v..-x. cm...jt.f -w rc: crocnuuc ourai zricuucimoru. zui meluke soll dem modernen Pharao,wäh rend er schlief, den Dolch ui den Leib gerannt haben. Wenrgstexs fand man AbbaS mit der Mordwaffe m der Brust, auf einem Divan ausgestreckt, in seinem Lustschloffe unweit von Bentza-el-Asl. Auf Abbas folgte Said, der eine groe Vorliebe für gezogene Kanonen hatte. Als aeleaentlick in den Feldern, bei Alerandria die ersten Schießversuche an gestellt wurden und Jemand den Satrapen darauf aufmerksam machte, daß zahlreiche Arbeiter anwesend seien, meinte Said: man werde es i??m doch nicht verübeln, wenn.er Fellachen rnederschie ßen laßt. . . . - Dieser Said hat übrigens . tr . r rv - : rt . . r i r ein Jüoroiio n einem vjjerouwni m m . m m Vorbild in einem Gewaltmenschen, j le lbn nur die aavvti cke Erde auszu brüten vermag. ES ist dies jener fatimidische Khalif El Hakim, der sich in Kairo bei Lebzeiten als Gott verehren ließ. Ein schlimmerer Spaßmacher hüt cr:i ..rx r: I mogi laum je am gciaiici. vm mal verbot er alle Arbeit bei Tag, em andereömal alle Arbeit bei Nacht. . Auch gehörte es zu semen velievten Spaßen, l :c. . oen wn aeraoe oellieuenoen wiener vorn V 7 . . . I UZieroe iieiaen ,iu lauen uno iom oen r i r i ' w rr w w 11 w w Bauch aufzuschlitzen. Den Juden ließ Al Hakim schwere ferne Kugeln, den Christen große Me taukreuze an den als hängen, ms der Khalis dieser .arabische Caligula einmal auf emem nächtlichen Spazier gange m einem Äiertel Kairos eme Puppe ausaesteut fand, welche eme Schmähschrift aus Al Hakim's Schwestea in der Hand hielt, ließ er das betreffende Stadtviertel , stürmen und durch f eme Sklaven m Asche legen. Den ganzen Zorn dieses merkwürdigsten aller .Götter". die ie der ägyptische Himmel beherbergte, mußte nun freilich seine Schwesler über sich ergehen lassen. Dies aber sollte ihm verhängnißdoll werden, denn als derKhalif wieder einmal einen nächtlichen Spazierritt unternahm, kehrte er Khalisen. Bon ihm selber war keine Spur zu finden, und nun erklärten feme Anhänger, der GottMensch sei zum Himmel aufgefahren. In den Kleidern r c l j "--. aver sano man naqiragiicy z:ocyer von Dolchstichen, und es: ist kaum anzunehmen, daß Hakim's Seele mitsammt.dem Leibe durch jene Locher m die r.ber,rdlschen Regionen entwichen se,..,. Diesem Hakim sind einige Würdenträger Mahomed Ali's nachgerathen, wie bei svlelsweise der berüchtigte .Desterdar". Mahomed Alrs Schwiegersohn. Er ist jetzt noch volksthumlich durch die sinnreiche Art. wie feme Proben aavvtifcher Justiz motivirt und in Scene gesetzt wuroen. Yus emmai em luuauracio elnen nubischen Soldaten anklagte, er babe ibr ibre Milch ausgetrunken, ließ der Defterdar ienem den Lew ausschneiden, um nachzusehen, ob die Anklage auf Wahrheit beruhe Ein andererWurdenträger Mahomed AU der Polizeimeister Ali Bey, ließ lene Weber, die trotz des Verbotes, Webstühle zu halten (die Weberei wurde von Mahomed Ali Staatsmonopol erklart), solche oesanen. in ihre eigene Leinwand wickeln und, mit Qel und Theer getränkt, an emenBaumaft hängen und anzünden. Wir haben weiter oben über Said Pascha berichtet. Sein Nachfolger war Ismail, der vorletzte Khedive vonAegypten. Mit ihm findet das äaypti che Geheimnch sem Ende. Alle Welt kennt die Allotria und Gewaltthaten dieses Pharao m Glasehandzchuhen und Lackstiefletten. Was Ismail in der Zeit semer Herrschast verschwendet hat, wird wobl nie zmermäklq feitzuftellen sein, Auch er fühlte sich zu cüsarischen Thaten wie jener alm aufaeleat. So lieh er beispielsweise im Jahre 1860, üm die Zusahrt zu semem Feenschlosse I ri. v. cm .r in . . yrczireoauj ocr ytiiinci uiai zu ecmöglichen, eine BrÄke über den Strom scklaaen. wie eintt Caliaula übeV den Golf von Bajä. Die B:ucke war 400 I m jr.:ii. a tr. v .: ssuftiuz iujiy uuu iiui ui um tuijiycii Abend hergestellt worden. Während der vierundwanna Stunden, da sie I ri v f.A- r- jt !cre . . i r ianö, mufti auc Vcyisssaqri feiern. Unter Ismail mußte der Finanzminister ein erfindungsreicher Mann sein. Es bat dem Khedlven niemals an solchen Talenten aesedlt. Emmal wurden alle Geburts- und Todes älle besteuert ; ein andersmal den Ftllahwelbern aller Schmuck, selbst die einfachen Bronce ringe, die sie an den Ohren trugen, eon fiscirt. DaS ärgste Stück aber ist das sol gende:. AlS gelegentlich wieder große Ebbe in der vicekönialicken Kaffe war. gal. der Fmanzminister bekannt : JederI - j mann könne unenweldl ornsruckt abholen, wenn er zwei Piaster an einem I . tfs W 91 A. - angegeoenen jne entrichten wuroe. DaS arme Volk drängte in ungeheurer Zahl nach den betreffenden Bureaux, opferte seine letzten Sparpfennige, um hinterher das leere Nachsehen zu haben, ES wurde nämlich nicht ein einziger Scheffel Getreide vertheilt Die Aegypter aber sind ein geduldiges Volk, Als kurz hierauf Ismail's Lieblingstochter Zenab ihre Vermählung feierte, drängte eS in hellen Haufen herzu. Ueber zweimalhunderttaufend Menschen waren damals (eS war im Jahre 1674) auf den Beinen, um die ausgestellten Brautgeschenke, Diademe, Kronen, Gürtel, Armund Halsbänder, Spangen u. f. w., aanze Wagen voll, zu beschauen. Die Zufahrtsstraßen zum Palais wurden mit Rosenwasser besprengt, zur Beleuchtung nur Stearinkerzen benutzt, so daß die Kosten der letzteren allein eine halbe Million Francs betrug. Wer sich bei solchen Jubel am behag-
lichsten fühlte, das waren die abendländlichen Spekulanten. Daß von diesen bei jedem Lieserungövertrage an die Pauschalsummen eine Null nachträglich hinzugesetzt wurde, ist wohl kaum allgemein bekannt. Andererseits war von JSmail jederzeit die Concession zu irgend einem Unternehmen, und wäre eS das abenteuerlichte gewesen, spielend zu erlangen, wenn man das Bestechungsver fahren gründlich verstand. Hatte man es auf diesem Wege, wie beispielsweise ein bekannter Alexandriner Banquier, zu enormen Reichthümern gebracht, dann wurde Ismail auf eine Weise verhimmelt, daß diesem : selber um seine Gottähnlichkeit bange wurde. ' Solche in der Gunst des Kbedive satt und fettgewordene Biedemänner wollten einst ihrem Gönner ein Standbild aus Marmor setzen, da aber der Khedive selber in dieser Angelegenheit sich ablehnend verhielt, stellte man nur seine Büste in dem großen Saal der. Börse zu Alexandria aus. Kaum aber war die Zahlungösistirung der Bonds bekannt geworden, so waren jene Apologeten die ersten, welche sich anschickten, das Marmorbild von seinem Piedestal herabzureißen und in Stücke zu schlagen. S. L.
Ein HochzettSfestder Halbbeduinen. Bon Dr. iefrUd Langer ... dem vrurzm in 2eg?rttN trmordetenSklehrten). Bei allen Völkern wird der Hochzeits tag als dashevorragendsteFest betrachtet; wenn auch ieme innere evemung uverall dieselbe ist, so wird doch bei den ver rjti.v mur : c i .r je ! .V ... ... lcgicocncn -oouciu iyui in utiiuututi Wei e Ausdruck gegeven; uno wayrttcy, es wurde m den anziehendsten. Abschnitten menschlicher Sittengeschicyle geyoren, I. . . . . r t . ff V ..v. . wenn man uiammenia ienv uno vn . . ' . m' w . gleichend das äußere dieses Festes bei je dem Volke betrachten wollte. Dazu möchte ich nun mem Scherstem beitragen, indem ich ein Hochzeitsfest der Beduinen in li tzsail tirn i-oroanianon zu , w . wi c c - W.X schildern versuche. ' Ist der Knabe zumJunglmg herange reist, und dies tritt im Orient sehr srüh em. so schreiten dieBerwandten zurWah einer Braut. Hat man sie getroffen, so wird er um seine Zustimmung gesragt. die zumeist auch erfolgt. )onn erst wiro der Vater des Madchens um die Em willigung gebeten und derKaufpreis festgesetzt. Wie um eine Waare w:d ge seilschi und gehandet oder, da tv Tauschhandel hier gebräuchlich ist, ein anderes Mädchen als Gegenpreis geboten, indem der Bruder der Braut die Schwester des Bräutigams als Ersah Ist man endlich handelseins geworden. so hat die Sache weiter leine chwlerlgkeit und geht den gewöhnlichen Gang. Zehn Männer aus der Bekanntschaft des nl . , . , r Jt ..'l ? Vraullgams vegeoen q .rnu einem Schreiber zum Vater und werben als Vertreter des Jünglings um sie; darauf wird schriftlich der Vertrag geschlossen. und die Verlobung ist vollendet. Doch hat der Vertrag keine Gültigkeit, wenn nicht der Bräutigam semem Schwieger vater emen Bedmnenmantel (Adaj6) als Geschenk überreicht. Die Hochzeit selbst findet gewöhnlich im Oktober statt, wenn alle tteld und Gartensruchte bereits im Hause ausae iveimeri iieacn, uno leoc. -acocu im Freien beendigt ist; doch hängt das vom Belieben des Bräutigams ab, der dem Schwiegervater bekannt macht, an wel chem Mittwoch 'oder Sonntag jeder andere Tag ist em Unglüastag er das Maochen Heimzusuhren gedenkt, und ihm die Hälste des bedungenen Kauspreises auszahlt, sür die andere Hälste kaust er Schmuck und Gewänder für seine Braut. Bei allen semitischen Stämmen, selbst in vonslamitlscherZeit, herrschte und be stand der Gebrauch, die Braut gleichsam zu kaufen. Der Kaufpreis wird tbeils an die Eltern sür Erziehung und Pflege gezahlt man nennt es symbolisch Milchgeld, theils an die Braut selbst durch Leistung an Schmuck, Gewändern und Verschreibung einer Geldsumme im Fall der Trennung oder des Wittwen standes. Die Zusage bildet auch eine ziemlich cmte Bürgschaft gegen muthwil llae Scheldunn, wett der Mann die Summe baar leisten mrnj. DaS Er wähnte macht es auch erklärlich, dak bei Semiten n,nr 'der Mann dem Mädchen den Ehnng rncht, gleichsam als Zeichen I l' n r.. . n Ji. . es auses, mtqi ao umgeieyrr. In der letzten Woche finden sich all abendlick dieuaendaenossen vor seinem Hause ein und führen um ein mäcktiaes I o...... - w a - . s... ev...i . ututi iixit -cuiij ujii xjuuiuiju lul Kreise aus ; dabei klatschen sie in dir Hände und stonen schrille Töne aus. wie I r' . . ctfjc. rt, r r . t nur eme araoitye neyie oervororm gen kann und die zunächst' dem Pfer demiehern zu vergleichen sind. JmKreise befindet sich em Mann, der ebenfalls KSndeklatschend und finaend unter aller lei wilden Bewegungen ihn zu durchbre chen sucht; manchmal sind es auch ein oder zwei Mädchen, die mit dem Braut schmucke und der Abaje geziert, dicht ver schleiert einen großen Krummsäbel schwingend, imKmie ihre fast körperver renkenden Bewegungen ausführen. Je wilder die Beweaunaen. desto stürmZser der Beifall der Burschen, desto kräftiger I . m - m - - - - ihrGesang. DieferTanz der halbnackten braunen Gestalten mit wild herabhän genden, langflatternden Haaren um daS grellleuchtende Feuer, während ringsum die tiefste Dunkelheit heerscht und von allen SettenSchüsse knallen, wirkt mäch tig auf die Phantasie des Zuschauers. Die Gespielinnen der Braut nähen das Hochzeitskleid, einen Kastan auS rother gelbgestreister Seide. Ist eö fer tig, so wird es auf ein Brett gelegt, wel cheö von einer der Frauen auf demKopf, im Gefolge der singenden und hüpfende? Schaar, die zu je drei oder vier den Wechselgesang anstimmt, durch dieStra ßen des Ortes der Braut getragen wird. Mitunter preisen auch die Frauen bei Feuer und Kaffee in Liedern die Helden thaten des Jünglings und die Schönheit uno Vorzüge ver Braut. . Endlich erscheint der Tag derSockttit. Wohnt die Braut in einem andern Orte. so reitet sie, Vormittags unverschleiert auf einem prächtig aufgezäumten Roste, vpn einem Dutzend .bewaffneter Männer
begleitet, in ihre neue Heimath. Schon vor dem Dorfe wird sie von den Freunden des Bräutigams erwartet? jeder
stürzt sich aus sie loS und sucht sie für sich zu erobern, damit sie bei ihm das Mittagmahl im Rechte der Gastfreundschaft emnehme. Freilich kommt es dabei manchmal: auch zu blutigen Händeln. ast die Braut aber aus demselbenOr te, so wird sie blos des Mittags von ihren Freundinnen insBad begleitet, dann mitneuen Kleidern undGold - Sllbergeschmeide geschmückt. So vorbereitet, wartet sie auf einem erhöhtenSitze,bis sie Abends zum Bräutigam abgeholt wird, Auch dieser legt sein schönstes Gewand an, besteigt ein stattlich aufgezäumtes Roß und reitet zur nächstenQuelle hinab.
Ihm folgen bis zum Thore des OrteS dem öder der Freiheit und laßt sich von singende Frauen mit einem Holzkreuze, ihm huldigen im Gewände deS HanZdas mit einem Theil der Prunkkleider wurftes.
und oeS Schmuckes ttmer Brau: umhüllt ist. Draußen vor dem Thore bilden sie Gruppen und erwarten, unter heiterem Gesang, dieRückkunst desBräutigamS. Dieser wascht sich indessen an der Quelle, reitet hierauf im Gallopp zu rück und fuhrt mit der Reitgerte einen rr. v. m i. - - VI. derben Hieb gegen die Brautpuppe, die ninnm ,n,liknsckwZnt. . Damit ist auck der Sockmtsakt vollendet. Unter Pulverknallen zieht der Bräutiaam in sein NauS. wäbrend die brauen die Braut bolen. die bock ,u Rosie. dicht verschleiert, unter Jubelklang in das Saus ibreö Gemabls einuebt. Bevor sie jedoch die Schwelle überschreitet, muß sie einer Oelzweig oberhalb der Thüre mit einem Hiebe durchhauen. ; Gelingt es ldr mckt. so wird dies als böse, Bor
bedeutung angesehen. BeimEintritt der Abrahams Tagen war Zufriedenheit einBraut in dasimmer stürmn etlickcBur- fach Ignoranz.
f,ti. mit lann Nutben bewaffnet, ibr nack. Ne trachten Braut und Bräutigam weidlich durchzuwalken. Hierauf rüstet sich Jedermann zum Festessen. Mächtiae Rretter mit allerleiScküsseln bedeckt werden der näcksten Madasi" lKarawanlerei) übersandt und den dortigen Armen und Reisenden vorgesetzt: dort hin begeben sich sämmtliche Gäste, in de renMitte der Bräutiaam. von allen Sei ten beglückwünscht und beschenkt. Blak nimmt. Nach diesem Festesten nimmt das neue Naar zusammen einen erböbten Sik ein. So sitzend, kein Wort sprechend, werden sie den ganzen Abend und selbst noch den nen von Bekannten besckenkt nd nftifiM (Wt am dritten Toae können sie, frei von allem Zwange, ihr mit begründet ; denn diese fehlen weder im Morgen- noch im Avenolano : ; Aphorismen eines Städters. Von Soytt BMingS (Henri 23. da). Ziererei. Ziererei ist, weiter nichts, als Unkennt niß dessen, was sich schickt. Ich habe Leute gekannt, die lieber starben und sich begraben ltten, als oaß ste iöuur lag fn Pri werben uickr anstellen tu n gen .männliche Kuh". Weny dai Herz ; itt Wtf ßtirslA- stuft!), dann kann man beinahe AlleS fagen. Dieselbe iunae Dame. wklSe sick vor w.nZn.n etnhrtn memerte. ühir ein Kar. ff.,spsd,i. Nknen. weil die Kartoffeln Augen hätten, ging bald daraus mit dem U ' - T " Kutscher ihrer Eltern durch. Ziererei u im Allaemunen eine Sonntagstuaend, und ich habe oft be merkt, daß diejenigen Individuen, welche beständig m Angst sind, es konnte ihnen etwas Unschickliches zustotzen, meisten theils darnach suchen. Ziererei wird ost mit Zartgefühl verwechselt ; aber der Unterfchied ist der : Der wirklich Zartfühlende fürchtet sich nicht, Dinge, die er überhaupt anfassen will, mit bloßen Händen anzufassen, während der Gezierte Alles mit Handschuhen anfassen möchte. Zartgefühl ist die Koketterie der Tugend Ziererei ist das Sprödethun der Heuchelei. DaL Schweigen. Das Schweigen ist ein tonloses Gerausch. Eines der schwierigsten Kunststücke, die der Mensch lernen kann, ist den Mund halten. Jeder will zuerst gehört werden, und das eben ist es, was dieWelt mit Unsinn füllt. Jeder will reden. Wenige wollen denken, und Keiner will zuhören. Die größten Redner unter dem Feixrvieh sind die Elster und das Perlhuhn, und beide sind nicht viel werth. Wenn .Jemand seiner Sache nicht ganz sicher ist, dann spielt er am besten eine leere Karte. ' Ich habe manchen Mann bei einer Streitfrage siegen sehen, der nur dann und wann mit dem Kopfe nickte und nichts weiter sagte als: E; ja, ei ja Es bedarf vieler Schläge, um einen Nagel einzuschlagen, aber ein einziger biegt ihn um. Das Schweigen macht niemalsSchnizzer und man schreibt ihm stets soviel gut, als ihm zukommt, und ost noch mehr. Wenn ich bemerke, daß mir Jemand aufmerksam zuhört, sage ich stets zu mir : .Paß auf. Junge der Kerl nimmt dir Maß!" , Schmlgsamkeit und Kürze sind zwei gute Karten, und nächst dem Garnichtösagen ist daSWenigsagen die Hauptsache beim Spiele. , Eins eht fest : Nur die großen Den ker sind im Stande, sich kurz zu fassen, und es sind bis jetzt nur venige Bücher erschienen, die nicht um zwei Drittel abgekürzt werden könnten ; ja viele davon könnte man bis aus daS Titelblatt zusammenstreichen, ohne daß eS ihnen etwas schadete. - ES ist schwer einen Menschen von gesundem Verstände zu finden, der auf irgend einen Fall zurückblicken uud vünfchen könnte, er hätte ein bischen mehr gesagt; aber eS ist leicht, eine, ganze Menge zn finden, die wünschen, daß sie weniger gesagt hätten. ' '. ; Die Mode. Die Mode ist eine GSttin. Sie gehört zum männlichen, weiblichen und sächlichen Geschlecht. . Sie regiert di Welt mittelst eine
eigenes Hauswesen, als Mann undFrau, raoe sur micy mi genug wäre, aues beginnen. Ein neues Familienleben mit Licht auf die Art abschließen und unzuallen seinenreuden und Soraen ist bier- frieden sein, denn ich weiß, wie schreöllch
Strohhalme? und macht Alle zu ihren Anbetern. : Sie schlägt den Armen ebcnso in ihre
Sklavenfeffeln, ' wie den Reichen. Sie kniet n den Heiligthümern, prunkt m den Hütten und lockt an den k?traenecken. . - .'. ! 4 ( : '' Sie versorgt den Fuß des ManncS Mit emem'zwiaenden vtitsel, würgt iyn mit einem steifen Kragen und färbt seinen Schnurrbart mit Nacht. Sie schleift die schwere Seide oeö WeibeS über schmutzige Gaffen, führt triefäugige Schooßhunde an der Schnur und verbannt hllstose ttmder m düstere Ammenstuben, in die Obhut treuloser Miethlinge. Sie fängt den kompleten Narren mit Z u fr ied e n he it. Zufriedenheit u. Glück sind einS, sagt man. Vas erklärt, warum io wenig Glück frei und herrenlos umherliegt. Zufriedenheit ist eme Art geistiger Faulheit. n 5 aver laoeln Adam und va,wett sie sich Nicht Mit dem Garten (?dcn beWir aber tadeln Adam und Eva.well gnügten, Hütten' sie eö aber gethan, dann wohnten sie noch heute dott als das mnge Menschenpaar. Wenn ein Mensch ganz zusrieden-ist. dann ist er entweder zu faul, um über yupt etwas zu wünschen, od'.r em zu od'.r ein großer Esel, um den Reiz freudigen Strebens zu empfinden. Zufriedenheit im heutigen Zeitalter heißt entweder Tod oder Versall; in Die Welt ist jetzt voll Wissen ; Künste. Wissenschaft und all de tausend Ziele des Geistes machen Ignoranz zur Auö nähme. Darum hat kem Mensch meh das Recht, zu mden zu em. Man zeige mir ein durch und durch zufriedenes Geschöpf, und man wird mir gleichzeitig ein unnützes zeigen. Was wir brauchen, nno Leute, die n t st) t zusrieoen Uno. kne mcvt zurneoen mit Ma a i. C sein können ; die des Morgens ausstehen, nicht blos damit ihr Bett gemacht werden kann, sondern um sich müde zu machen. Die Zufriedenheit wurde mit Adam geboren und starb, als Adam aushörte ein Engel zu sein und ein Mensch wurde. ?ick möchte so aern wie Einer, den Kopf voran, in ein Loch kriechen, das ge störend die Bestrebungen deS Lebens sind.- Aber das hie meine, paar Talente begraben und auf dem erloschenen Altar der Zufriedenheit dasjenige opfern was mir gegeben wutde, um Jeuer damit zu machen oder -wenigstens Qualm. Zufriedenheit und Vernunft können nicht zusammen wohnen. Wer sich aus dem Gewühl heraus in eine Seitengasse stiehlt und die süße Zufriedenheit wiederzukäuen vorgiebt, der hat genau so viel Wünsche, wie irgend Einer, genau so viel Fehler, und seine Tugenden sind nur zu oft nichts weiter, als ein Gemifch von Neid und Feigheit. Nein, Zufriedenheit ist den Menschen'lnoern niaji zur nanoigen rqernon bestimmt. Em Hund Mit einem Blech kessel am Schwänze, der einen Berg hinausrast, ist sür mich ein vernünstigerer I IH u 1k I jM AamA AatAMAMA V 1 J 1 4 A Anblick, als eine zufriedene, glückliche und schleimige Schnecke. Eine verunglückte Spekulation. W hat sein Fahrgeld in Cents bezahlt und nur vier in den Kasten gethan", rief der Kutscher eines PferdebahnwagenS in Detroit, wo man noch die Condukteur-lofen sogenannten .Bobtail'Cars hat, in den Wagen zurück, indem sein Gesicht mit den ausgesprochen celtischen Zügen sich an der Thür zeigte. Die Passagiere des Wagens, drei Männer und fünf Frauen, blieben so unbeweglich sitzen, als ob sie a&J Stein gemeißelt wären. .Wart Ihr es", fragte der Kutscher weiter, indem er mit dem ous dem zerristenen Handschuh hervorschauenden Finger aus eine dicke Frau zeigte, die in der Car faß. .Was fällt Euch ein", erwiderte die Dicke entrüstet, ich habe meinen Nickel bezahlt!" .Wart Ihr eS", fuhr der Rosselenker, unbekümmert um die Entrüstung- der Dicken, fort, indem er auf einen altenJr länder zeigte, der ganz danach aussah, als ob er sein Geld lieber in . .Whisky straight", als in Fahrten auf derPferdebahn anlegte. Der Kutscher ließ sich durch seinen zweimaligen Mißerfolg nicht abschrecken, sondern frug der Reihe nach heru.' und erhielt von jedem der Passagiere eine verneinende Antwort., . .Nun, eS f'tiL mich, daß es keiner von Ihnen ar, meine Damen und Herren suhr er dann fort, .denn der eine Cent ist ein $2Goldstück und die Compagnie prositirt $2.49 dabei." By .JebbeS," rief Pat voer Schreck aus, so geht mir'S aber bei all meinen Spekulationen, dasGoldstück gehört mir, gebt mir's zurück, hier. sind zwei Pennies "und er holte ein ZweicentS-Stück aus der Tasche. Der Kutscher nahm daS ihm dargereichte Geldstück, und gab einen Cent in Kasten. .So, jetzt habt Ihr EuerFahrgeld bezahlt, Pat bemerkte er, .das mit dem Goldstück war nur Spaß." Der Jrländer machte ein verdutztes Gesicht und die dicke Frau fing zu lachen an. I daß die .Car" beinahe vom Geleise gerathen wäre. Die übrigen Passagiere stimmten in ihre Heiterkeit ein. Vertreibung der Fliegen. Ein sehr probateSMittel kurBertreibung der lästigen Fliegen aus Zimmern u.s.v. ist das Aufstellen von kleinen flachen Gesäßen, die mit Lorbeeröl angefüllt sind. Man läßt dabei die Thür oder besser die Fenster ein wenig offen stehen und wird sehen, wie die Fliegen alsbald in'S Freie flüchten. Zur dauernden Fernhaltung der Fliegen empfiehlt es fich in derKüche, Speisekammer u.s.v. alles yolzwerk mit diesem Oel zu beftreichen, oder, wenn es vielleicht gerade angestrichen werden soll, etwas Lorbeeröl zwischen die Farbe zu mischen.
Das Sefpcnflersiylok. ' Bei And.rach am Ufer deS Rheins, Liegt eine Ruine zerfallen, Da spuken nächtlich von Zwölf bis Ein? Die Geister in öden Hallen. Der alte Raugraf Fritigern Schwebt durch das alte Gemäuer, Er denkt an Zeiten, ach ! so fern, ; An Faustrecht und Wegcsteuer. Gar gräulich klirret m?t der Kett' Herr Dagobert, der Rit-er. Er sitzt auf einem Fensterbrett Und kaut an einem Splitter;
Daneben Fräulein Kunigund', Im Gelsterbemde friert ne. Das Spuken scheint ihr ungesund. Das egligo gki.irt sie. Der' Thurmwart auf dem Maurrrand Lat sich vom Mond' bcschemen. Er baumelt im Walzertakt ceaen dw Wand Mit scinen knöchernen Beinen. Den Knappen Kuno sieht man. da2 Schloß Verlassend, das User erreichen. Dort löst er seine Knochen los Und läßt sieim Grase bleichen. So zeigt der Spuk sich jede ??acht - Schon manches liebe Jahrhundert, Daß Niemand noch d'raus ein Gedicht - gemacht, ; . Das hat mich ost schon acundcrt. ! HEine Dame sagte in einer Gcmälde'Gallerie zu einem Herrn, dessen Namen sie, als ihr vorgestellt wurde. nicht recht verstand : Welch' ein wuw derliches Bild ich glaube, das Absuo beste in der ganzen Ausstellung !" (H ist mein Bild, gnädige Frau; es thut mir leid, daß Sie es so streng beurtheilend Jn der That, warum haben Sie gerade dies gekaust?- .Gekauft? Nein, gemalt habe ich es !" O, ver zeihen Sie, wie konnte ich auch, -aber mein Urtheil dzrf Sie nicht turnmern, im lq piauoere nur o narv was alle Welt sagt." Herr 5. macht seinen Bc such bei einer befreundeten Familie. E? läßt den kleinen Karl, ein Bürschchen von zehn Jahren, auf seinem Knie tti ten : Hop, hop, Hop, Hop : UnteryaU ks dich junger Freund? Ja, freilich" sagte der Karl aber doch nicht so. wie aus einem wirklichen Esel !" ' W elchen Weg i ? g t d er Arm eines Setzers in einem Jahre zu ruck? Angenommen, em flinker Zer tungsseher hebt bei zehnstündiger Arbeitszeit unter Abrechnung des Ableaens und Corrigirens 12,000 Buchstaben ; das Jahr zu 300 Arbeitstagen gerechnet, ergiebt , 3,600,000 Buchstaben.' Die Entfernung vom Fach zum Win kelhalen und von diesem wieder zu Fach beträgt, durchschnittlich je einer Fuß, , also für jeden Griss zwei Frk macht 7,200,000 Fu A Da nun die geographische Meile zu Fuß ge.XmaI IMAWA Kl. 9 fcf .".J 720 Meilen, was ungesähr der Entfern nung von Lissabon bis an den Ural, der.Ostgienze Europa's an Asien, gleiche käme. Im Club. A. : Wenn ich meine Frau nur auf einige Stunden nach Alexa:'.dri:n schicken könnte!" VX MV . ICUJllll UMIU, U IVU&C UU tCl Kr,.
. züuium uuut juuue nuuj Alexandrien?" A. : Weil dort die englischen Kanonen binnen drei Stunden Alles zux Schweigen bringen." Der Willkommgruß. Ein Wittwer gewinnt sich die Hand seiner zweiten Gattin unter dem festen Versprechen, sein Söhnchen dürste niemals erfahren, daß sie nur die Stief mutter ist. Von der Hochzeitsreise heimkehrend, findet das Paar Alles, festlich bekränzt, und der klemeSohn überreicht der neuen Mama einen Blumenstrauß. Strahlend erfreut sich die Gefeierte der duftenden Gabe. Da ruft da3 Kind : Und weil Du meine Stiefmutter bist, hat der Gärtner mir auch rechir schöne Stiefmütterchen dazu gebunden !. Verwechselung. Mariechen hat von ihre? Tante cin kleines Corset zum Geschenk erhalten. Freudestrahlend kommt sie zu ihien Papa und ruft: Papa, Tante Emma hat mir ein al--lerliebstes Clofet geschenkt ! DerneueTanz. Mama : Kinder, was ist denn das für ein unartiges Springen? Ihr wollte! ja tanzen. Karl: Ja, Mama, Doctor's Adolf hat uns gesagt, das sei der Veitstanz. Verscheidenden Langen bett. Gewirkt hast Du mit Freudigkeit Dezennien segensreich; An Trefflichkeit und Schneidigkeit Kommt Keiner je Dir gleich. Bekanntmachung. .10 Mark Belohnung Demjenigen, der Denjenigen, der die Steine in die Havel zu werfen verbietende Tafel Zn die Hofcl geworfen hat, so anzeigt, daß er gerichtlich belangt werden kann. Die Polizei-Vervaltung. Der Streit. In einer Kneipstube bekommt ein Student mit einem anderen Gast Streit. Dieser Streit führt schließlich zu einer Forderung, die von den Studenten durch die kurze Erklärung : Ich heiße Fuchs" abgegeben wird. Darauf ervidert sein Gegner gelassen : .Sie heißen Fuchs. Merkwürdig! Daß Sie ein Viech sind, das habe ich längst bemerkt, aber für einen Fuchs hätte ich Sie doH nicht gehalten!" Nai v. Kind :ZMama, ich möchte gern in tlt Schule ! Mutter: Weshalb denn ? . Kind : Weil ich gern einmal erikn haben möchte !
