Indiana Tribüne, Volume 4, Number 435, Indianapolis, Marion County, 27 August 1882 — Page 2

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Ins Dm-Königen-Haus

Äonan in zset Sld'.heilungen und vier VSnden Von Sk Pakque. . (4. Fortsetzung.) Bester wäre es, ou leotest nicht mehr, C v . I als nur deinem ayne : bester, du sühft nnr mir in dieGrube und schlössest die nr.incä Geschlechts das mit ittm iu& beladen ist, wie dieses frans, ia dem es geweilt. Mutter! schrie Winand nach diesen seltsamen Worten entsetzt auf. Auch sein Gcsichtcgann Blasse lu bedecken, und afttwAoä starrte er die Mutter eine aarne ZLeilc an. Dann fuhr er in banaer aufgung fort : Jeh verziehe deine räthZelhaftcn Worte nicht wie ich ahnliche toS) nie von dir gehört ! vmeg sur mm; gao es eine Zeit, wo !ch sie noch nicht gehört, sprach die Mutizt in früherer Weise, wo ich aufschrie Auch sur mm) gab es eine Zeit, gleich dir, als ste Mir kund geworden. Äür dich ist nun auch die Stunde aekomaicn. 'JJtcm eoen lana habe, ick athnttt. r ß I sie dir ersparen zu dürfen es soll nickt itin. Nun wirst du ibren Sinn erfanr? :zrtd zugleich, ob ich dein tbörickites Ver-

Langen billigen kann, ob du noch darauf strömte, dachte er den bösen Geist, derSlrst bestehen dürfen. Komm! darinnen gehaust, zu bannen. Berge- . . J-t. m ' . V t m mm

(lch mtt unaeabnter Kraft ans ikr Zaqe emporrichtend, trat sie auf ein MöSitn ?t ! ! r , I nno jujiui oann lanaiom aus einen der v ' i. In - ' . ' ' l tt, tu iit vuiiuc vöiihuiici cninauin. i Ausgänge des Zimmers zu. Winand folgte ihr nach kurzem stauuenden Zögern. . Durch ewige Räume ging's, die in gleicher Weise ausgestattet waren, wie öas Wohnzimmer. Sie waren in einem Zimmer angelangt, m welches das Licht des Tages 'in langen, schmalen Streifen durck die Läden mehrerer Fenster drangt Auf eines . r cy.n . r . . w 1 iieser Fenster schritt Frau Andrea zu, löste die Nieael, welche klirrend die Qede tc5 Gemachs durchtönten, und öffnete. die Leiden Fensterflügel. Er befand sich in einem großen, dreifenstrigeu . Gemach, das mit der seltsamen, fremdartigen Pracht eines vergangenen Jahrhunderts ausaestattet war. , Das Eigenthümlichste des Zimmers war, daß'kS sich darstellte, als ob es be- ' . .....

Woynl wc und der wirkliche Eigen- irnici jenes van mvoen, oeien.uv oietbümer e.' 'oeben erst verlassen bätte. se Räume nicht betrat, war dein Vater.

Zwei Sihc fanden sich einem der Tische nahe gerückt, aus dem eine große Bibel aufgeschlagen lag, jedoch so mit Staub bedeckt, daß ihre Schrift nicht zu entziffern War. Eine schwere Brille lag daneben z:nd auf einem, silbergetriebenen Teller Hand eine stark gebrauchte geschliffene Masche von weißem Glas mit silbernem f lappdcckel, .während zwei hohe zierliche elchgläser in der Nähe der Sitze sich bekanden. Auf einem dieser Stühle sah an eine halbfertige Stickerei, die Nadel tsxll einem langen bunten Seidenfaden fleckte noch indem Stoff und verschiedene Knäuel Woll- und Seidenfäden in allen Farben lagen daneben. Es war, als ob .? cn ? rn.r c . folaenden Auaenblick treten könnten, um sie aufs neue wieder auszunehmen. . . t s m I m n einer isettenwand vemno ncy em großes Bild in geschnitztem, reichvergol Sitem Rahmen. . Es war das lebensgroße Eonterfn ei mr ältern Dame in der reichen Tracht Her ersten Hälfte des siebenzehnten Jahr Hunderts mit weitem Spitzenkragen und königlichem Schmuck. ' Was ich dir mitzutheilen habe, mein Sobn. könnte nur hier aeschehen. und tot solls. du das Geheimniß unseres Hauses, :s in diesen öden Räumen vurzelt :ind zugleich unser Schicksal kennen U Von deinem Vater erluyr ich i. T.n die er leiocn stelle, als er sein E?ide herannahen sühlte und mit Mühe f:.s) Hieher hatte bringen lasten. , Ich erfuhr das Leiden der ersten Bewoh Verin dieser Räume den Fluch, den zre sterbenden Lippen über dieses Haus und über uns ausgesprochen hatte. Mem unieliaes Wlnen vonte ick mit m Mein Grab nehmen zu können es sollAlcht sein ! nun höre! Du zwingst mich zu reden. Wie dir, so erging es mir, als ich das Bild iiirn ersten mal gesehen. 5)tr Ällck vcrso! ite mich Tag und Nacht Jahre lang. Nun muit du ihn auch ertragen, , , - 1 ? l ...V... ! int irti nnii C3 nicai anoers ae ollt. "Merk auf ! und tief Athem ho Icnd'ihrer Stimme nach und nach mehr Leben einbauckeud. fuhr sie nach einer uzmtn Pllu e v" . u, jivtH'1 s.. nS i,rfsrtfTn .113 eine fnnrnl (sie rr.: m-..r . ?r.rf ' - ' ' . , j. .j - - ' 1 ' 11 ev, , i IV w (jrau; aus .lyrem ncill) vervannl, von ihrem Sohne verleugnet und verstoßen. ni.ix. vier ihre letzten Tage lebte. Königlicher Ärunk umgab sie, wie du es heute noch itfon fiinnft nnh dnrf war bittere Ar Wuth, Entbehrung-ein grausamer Hohn m . . i . t et V u diesem Prunk : grünen. )er Mann, dessen Obhut man sie übergeben, der ihr zum Wächter und Pfleger gesetzt worden, handelte unrecht schlecht und trügerisch an ihr. Unersättlicher Geiz herrschte sein Herz, daS gefühllos blieb bei dem Leid, das er bereitete, bei dem Verrath, den er übte. AuS Flandern ar er mit ihr gekommen als ihr Diener nd Herr, reich und unabhängig wollte er Verben gleichviel um welchen Preis, "Die Summen, welche man ihm zum Un terhalt der königlichen Verbannten übersandte unterschlug er und ließ es der 'Gefangenen am Nothwendigsten gebreKlcgebriefe wußte er zurückzubehalten und vernichtete sie. Dasür bereicherte n sich dieses HauS wurde sein Eigensinn. Mehrere Jahre dauer u vleses elende Leben für die hohe un. .LuatiiQt urau, da erbarmte der Tod, Mtleldlger als die Menschen als ihr Ägener Sohn, sich der Aermsten. Doch 5ls dem Sterbebette fluchte sie ihrem hettlosen Deiniger. Kein Glück sollte Wehr ln diezes unselige Haus, das ihr m o elender Kerker gewesen, einziehen, 10 lange er und die Seinigen es bewobnizn; kem Segen-nur ihr Fluch sollte aus Gelde ruyen. das er ihren letzten Lebensjahren geraubt. Dann starb sie, löst von allem Leid der Erde, von allen .fjt..- Ih m o y r . . . -v .auunge u; weaeivouen ebenö. Der unredliche grausame Wäch-

jraci Personen lyre Vecyasligung oes o11"1" IlUÜ ulC y111 ucn, uuu Lesens und Arbeitens just unterbrochen hier theilte er mir mit, was du soeben eröätten und im folaenden Auaenblick ein- fahren hast. Hier ersah ich, daß das

itx oer yoyril utuu yicp van Was im Lause der Jahrhunderte TrauEmbden, ' er lachte der Worte seines riges und Entsetzliches geschehen, ist, soOpferZ und blieb und seine Nach- viel ich es kenne und erschaue, auf natür-

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kommen bewohnen heute noch das unselige Haus. An ihm und ihnen ging der Fluch der Sterbenden in Erfüllung.

Der entc van Emboen wurde em rei cker, angesehener Kaufherr, doch das viele Geld, welches er gewann, brachte ihm kein Glück. Er starb eines unnatürlichen c , p . rw r . r Y. - .oves. as jqroere uruetpj, welkes du dort uver zenem cyranle iieu.t, er schlug ihn, es fiel von der Wand, als er vor den acönneten Schubladen saß und sein unrechtmänia erworbenes Gold zählte. Noch klebt sein Blut an dem Schaft des Kreuzes. Sein Sohn und Erbe, entsetzt über den Vorfall und wohlbekannt mit der Ursache, ließ die ganze Wohnung schließen und dachte so das Unheil zu bannen. Vergebens ! Es kam über ihn. schwerer noch als über den Vater. Er ließ sich m geheime Umtriebe gegen Kai ser und Reich ein, wurde gefangen, über führt und erschossen. Schwer mußte die Familie dies an Hab und Gut bünen ! Sein Nachkomme störte sich nicht an den Widerwillen des Vaters gegen diese Rau we. Er ließ sie nicht allein öffnen, son . . . . . m , i oern änderte Die kleinen iteniter in Die großen um, welche du jetzt siehst. Alle übriae lieft er unanaetastet. Durch die Taneshelle, welche nun voll in die Räume btn! Dort an dem Äicke an er. em schwergeprüfter Greis, an der Seite sei- .,? CTV.;t.: aA lianl Xia Ct)(s - it ? tuuv uuui my vivu uu - rv c . , ? 1 fi.ti geicyiagen, m oer er geilen, nocg ,ieyi der Weinkelch da, den seine Hand berühr te. Da wurde ihm die entsetzliche Nachricht, daß sein jüngster Sohn den älteren im Streite über ein üppiges, unwürdiges Weib erschlagen. Em Schlaganfall rührte ihn und todt sank er zu Boden kaum eine Woche später senkte man lern Weib neben ihn in die Erde em. Der Mörder floh und nie hat man mehr von ihm gehört. Dem Strafgericht des Herrn wird dir Küin nicht entgangen sein. Doch er hatte einen Sohn, und als dieser dem Vormund entwachsen, Herr des Hauses und des Geschäfts geworden. da ließ er die Wohnung, welche so Entsetzliches gesehen, abermals schließen, und bis heute ist es so geblieben. Soll ich dir weitere Unalücksaeschichten des Hausts und nnserer Familie erzählen ? Nur noch eine, die letzte, dürste genügen. Der rr . . fr c "....." C ? . Sechs Söhne gebar ich ihm. außer dir und eine Tochter. Die Revolution, der Krieg rafften die drei ältesten hinweg, als du, der Letztgeborene, noch ein Knabe warst. Die andern gingen in fernen Ländern unter, in fremder Erde, auf dem Meeresgrunde liegen sie gebettet. Keinem dursten wir in bet Heimath die Augen zudrücken, alle starben sie' eines gewaltsamen Todes. Ueber das Herzeleid, welches die Tochter deine Schwester, die du nie gekannt hast uns bereitet, laß mich schweigen. Es ist gesühnt auch sie ist todt. Diese harten Schläge 'warfen deinen Vater darnieder. Als er sein Ende herannahen fühlte, ließ er W! O I. V. fXf . crrausame Schicksal, welches mein Mut terherz getroffen, ein unabwendbares geWesen, und ich beugte mich mntt Macht. Hier gelobte ich denn auch dem sterbenden Gatten, ferneres Unheil von unserer amilie, diesem Hause abzuwenden. Wir mußten untergehen, der Name, mit einem ttluch bcla tet, munle tur immer verschwinden, aus diesen Räumen nicht allem nein, von der Erde! Als eme Fügung des Himmels, der die Sühne verlangte, der sie sogar in seiner Weishelt und Gnuoe herbeizuführen schien. betrachteten wir, daß der einzige Träg:r des Namens van Embden, der letzte Sproß unserer unseligen Familie, ein armer verlruppeiler jcnave war, woyi bestimmt, ein einsames Leben zn sühren, unbcweint, doch dafür auch ohne die Schmerzen kennen gelernt zu haben, die uns und unsere Vorsahren so grausam heimgesucht, in die Grube zu fahren. Ich gelobte deinem Vater, darüber zu wachen. und glaubte bis heute, auch dieses Ziel genchert und beruhigt sterben zu können. Deine Worte, dein Verlangen haben all meine orge, au mein vey erncueri, uno wieder ossnet sich vor meinem mnern ma oer woqnino, oem 01c amvnen der ungetilgten Schuld entsteigen, um auch das Herz meines einzigen und letzten Kindes zu peinigen, wie sie das unsere die Herzen unserer Borsahren gepeinigt haben. Und wäre selbst mein Ahnen ein ?rjr..- r. f.i. v!. or . f t . r jr. . irugcriaC5, 0 inupie oic xuaqi, roeicqe ic i .rt . .. . "..ti- . i ; n tt?irnisen. mir ein luninae. irauri '-""'" -"r-o"' . : es Schicksal entbullen. Nun welkt du I aIU. Sv .3 ifc Xt4it I W alles, was ich Dir zu sagen yave, mem armer lieber Sohn, nun rede ent scheide ! Unbeweglich, wie bisher smnend zu Boden schauend, blieb Winand vor der Mutter stehen, die mit einem Blick voll I i a(am VI I. i I V i fr Vi . M.itSAvlAK im "r,kti nuiw uu, mtucuy Uitv mit sichtlich wehem Bangen einer Antwort entgegenhalte. Eine ganze Weile blieb eö also, doch endlich hob Winand den Kovs und richtete das große Auge voll auf die Mutter. Obgleich sein Antlitzeine ungewöhnliche Blässe zeigte, so schien es doch innerlich ruhig zu sein, weit ruhiger als Frau Andrea wohl erwartet hatte. Dann sprach er langsam, wenn auch ehrfurchtsvoll, doch bestimmt : Ich muß und will deine Ansichten und Gesühle achten, theure Mutter, wenn ich auch mit ihnen nicht übereinstimmen kann. Was du mir mitgetheilt hast, war mir in seiner Hauptsache fremd geblieben wenn ich auch Kenntniß hatte über mancherlei traurige Vorfälle in unserer Jamilie. Doch nie hätte ich diese auf eine solche Ursache zurückgesuhrt, wie du si? mrr angegeben. Und jei)t, nachdem ich sie durch deine Worte kennen gelernt, vermag ich dies erst recht nicht. halt ein, du frevelst ! schrie Frau Andrea auf und einen Schritt von ihrem Sohne zurückweichend, diesen mit entsetzten Blicken anstarrend. Dock Winand lien fick dadurch nicht aus der Fassung brinaen, er fuhr sogar noch eindringlicher und sich immer mehr erwärmend in seiner Rede fort. Ich kann und will nicht glauben, daß . " - " die Sünden unserer Vorsahren uns uns zurücksallen daß ich dasür büßen soll !

lichc Ursachen zurückzuführen : den Sündern wurde ihr Lohn, die Falschen und Leichtfertigen bereiteten sich selbst ihren

Untergang andere erlagen ungluasfällen, die einen jeden zu jeder Zeit trefseil können. Hierin das Walten eines unerbittlichen Fatums zu schauen, ist thöricht, es als Gottes Strafgericht zu bezeichnen, sündig. Es hieße an der Gerechtigkeit des Höchsten zweifeln, den Allerbarmer lästern ! Gerade dies wäreFrevel und Sünde. Die Missethat der Väter sucht der Herr an den Kindern heim! fo sprach mit klanglosen Tönen die vor ihm stehende starre Gestalt. Nicht unser Erlöser sprach dies harte Wort ! entgegncte Winand rasch und mit einem heiligen Eifer. Und dann haben wir nicht alle nach unsern Kräften durch Gutthaten und Werke der Barmherzigseit eine That zu sühnen gesucht, die wir nicht verbrochen, von der die meisten der Unsern keine Kenntniß keine Ahnung hatten? Welche Summen gaben die van Embden im Lause der Zeiten nicht dasür hin ? Weit größere, als ihr Ahnherr sich auf sündigem Wege angeeignet. Wir und frei von jncr Schuld, ich weise t von mir ab und weiß, daß ich nicht darunter leiden werde. O, Mutter, zürne nur nicht ob folcher Worte ! rief er jetzt mit flehender Stimme, die Augen, welche sich mit Thränen füllten, zu der Frau gewandt, die noch immer hochaufaerichtet und unbeweglich, das wachsbleiche Antlitz abgekehrt, vor ihm stand. Ich kann nicht anders reden! Wie du deinem armen Sohn ein Herz gegeben, so reich an einer heiligen Liebe, daß es allwärts nur Glück verbreiten möchte, so wurde ihm auch trotz seiner verkrüppelten Gestalt ein klarer Gelst, Wahrheit non Trug zu unterscheiden, und ein fester Wille, das, was er als Recht erkannt, durchzuführen. Ich kann nicht anders denken, nicht anders handeln kann njcht mehr zurück , oder mein Weg führte mich in mein Grab. Nun rede du, entscheide und sprich ixls Urtheil deines Sohnes. Er hatte sich in seiner Aufregung der Mutter genähert, als ob erste umfaffen und dadurch die Unbewegliche wieder zum Leben bringen wollte. Doch kalt blieb die Mutter-und tonlos sagte sie : Dein Glaube ist nicht der meinige, ' zu deinem tiefen Leid wird's dir gereichen. Geschehen wird, was geschehen muß, am Ziel zu spät wirst d es ersahren. Ich will es getrost erwarten, Mutter, und nicht verzagen, doch auch nichts versäumen, um mein Glück zu festigen, es zu zwingen, endlich bei uns, in unserm Hause einzukehren. Nur wiederstrebe nicht länger ! w&mt du dein armes Kind je geliebt, so wende dich jetzt in seinem höchsten Leid nicht ab von ihm! Da hoben sich endlich die Arme der Mutter, und den'&$f Winands an ihre Brust preffend, ftüsterte sie ihm zu : Mein armer .armer Sohn ! Ach, wie traurig ist's, daß wir uns so gegenüber stehenlUnd wäre mein Glaube an das Schicksal nnseres Hauses Täuschung nur und Lüae, schaute ich dafür mit deinen

Augen in die Zukunft, so sehe ick dennochftzoiterte jetzt der Küser, und laßt uns nicht . . . . .' ' . .' ' ' . I . r r r r i . . l .

das Unglück nahen das dich Armen, nrit dem Herzen so reich an Liebe, so schwer und grausam treffen muß, als nur einen, der vor uns heimgegangen ist. Nur du willst es nicht sehen, trotz des hellen Geistes, besten du Dich rühmst. Doch das ist es ja gerade, was uns treffen muß, das unerbittliche Schicksal, dem wir verfallen sind. So mag es denn seinen Laus haben, ich kann es nicht ändern und muß mich ihm beugen. Do,ch beten will ich für dich, daß deine Kraft nicht erlahme, das Leid welches dir beschicken ist, zu ertragen. Wie du willst, so soll es werden. O, Dank, Tank, theure Mutter! hauchte Winand, unter Thränen die Mutter zitternd umfangend - und sein Haupt an ihrer Brust bergend. Auch Frau Andrea weinte und eine ganze Weile blieben Mutter und Sohn in derselben Stellung eng an einander geschmiegt. Endlich sagte sie : Was kann die Mutter für dich tfun, mein Sohn? Als ob diese gütigen Worte ihm seine volle Selbstbeherrschung zurückgegeben, richtete Winand aus den Armen der Mutter sich aus. Gestatte mir, Julia dir zuzusühren, so sagte er, um den Kuß, den Segen der Mutter von dir zu empsangen. Mem Segen kann nur m dem Wunsche bestehen, daß ich und alle, die vor uns hier gelebt, in einer grausamen Täuschung befangen gewesen. In diesem Sinne soll er dir, meinem theuren Kinde, werden. Sv entgegnete nach einer Pause lenken Ringens Frau Andrea. habe gethan, was ich deinem Vater gelobt, und will durch eiaefä Schuld drohendem Unheil nicht die Wege öffnen. Das Mädcken mag kommen nur laß mir wenige Stunden Zeit, mich zu sammeln, im Geiste mich deinem Vater gegenüber zu rechtfertigen. Uno nun geh mein Sohn, ich folge dir; hier haben wir nichts mehr zu thun. 7. 0tttl. Awei ttetlttmnu In der großen Stube des Küfermel sterS Huppertz ging es am Mittag des selben TaaeS hoch her. Habt ihr über unser gestriges Gerede nachgedacht, sagte Huppertz, als sie beim Braten und Salat angelangt waren, das Wlaudern und Lacken dlöklick unterbrechend, zu Urban. Wollt ihr die Fahrt nach London wirklich kür mich wachen ? Freilich ! entgegnen der junge Mann, von seinem Schälern mit NöSchen av lastend und sich voll Eifer dem Väter " c . rm . I r v zuwendend, ueoer s uveumeer xtt icy für euch, wenn ihr es wollt. Dann dürfte daöWiederkommen zu lange dauern, meinte der Küfer lachend, seinen bratenbetegten Teller hoch auf mit Salat sullend, und das hielt ich nicht aus, eben so wenig wie eine von meinen Weibs leuten. Wenn ich mir dies wirklich sagen dürste, wie glücklich würde es mich machen!flüsterte Urban Röschen mit einem versengenden Blick zu, dem Madchen zugleich die Hand se t und lange drückend. Röschen entzog ihm ihre Hand nicht und schaute dafür mit alübendem Anaesicht aus ihren Teller rneder. Da rief der Alte mit einem halb ernsten, halb lustigen Drohen : Sappermost, macht mir daZ Mädchen

nicht schamroth ! Solche Worte darf nur l V . ' t . cvri...

zemano zu iyr reoen, oer oncyien, versteht ihr, Urban, redliche Absichten hat. Wer faat euch, das meine Absichten nicht die allerredlichsten sind ? rief Urban m r v . . r rt r i w r I uoerra wl von Die er tq i oirecien Amr c ' i ' p i . r L I soroerung, oen itocj recr emporwerseno, dem die braunen Locken wild ihn umflattertcn, und mit blitzendenAugen Huppertz, dann Röschen anschauend. O, Röschen, holdes Mädchen, sprich nur ein Wort, das meine Kühnheit entschuldigt, mir gewahrt, warum ich dich aus den Knieen bitten möchte. Gesegnete Mahlzeit allerseits !ries plötzlich ein süßliche Stimme, die Antwort Röschens, die gewiß, wenn auch nur durch ein Wort erfolgt wäre, vollständig abschneidend und unmöglich machend. U?ban, der aus dem Puncte gewesen war. seiner Rede die That folgen zu lassen, sich vor Röschen aus die Kniee niederzuwerfen, schnellte statt dessen mit einem noch glücklich verschluckten Fluch empor. Per Herr Buchhalter! rief Frau Nettche? gleichzeitig sich von ihrem Sitz eryevtfio uno den genannten mn einem Kniz begrüßend, der nur ein wenig wankend ausstel. Nur Vater Huppertz sagte nichts und imcnite ruqrn tue ia er wieder voll. m . -r . , M c i War er doch aus das Erscheinen Textors vorbereitet und wohl auch das, was nun kommen mußte. Kommt eben recht, Gevatter Buchhalter, sagte nun der Küser, es handelt sich um eme wlchtrne Fraae, die ihr am besten beantworten könnt. Doch trinkt vorher ein paar Gläser, stoßt mit uns an, Ge vatZer, damn auch die rechte Erleuchtung kon.me. Der Elfer, mein Kometen- und Klo.lterwem, t an der Reche, und der wirkt Wunder. Trinkt frisch drauf los ohne zu fürchten, daß er euch einen Zopf anhänaen könnte, lang wie der Schweif, den er uns am Himmel gezeigt! Trtb Sti CWrrt Rifsftfirt!tir mtr I IS V4 3 WVU (JVitll V IUVV V V ß zum Wort kommen, schalt Frau Nettchen, die Redefluth ihres Mannes ungeduldig unterbrechend. Danke, danke schön allerseits! sprach endlich Herr Textor, der mittlerweile seine Begrüßungen durch Händedrucke, die er m-.t den Anwesenden, sogar mn Urban aeweiselt, fortgesetzt hatte. Doch laßt eure eigenen Angelegenheiten noch ein cm . :f. k" 1 ii3Cin;en ruyen, icu orlnge euq oasur eine throne grone Neuigkeit. Ah, ihr werc et staunen, die Augen ausreißen und gewlk auch mit mir daraus anstoßen ! Was ist's ? rief Frau Ncttchen, deren schöne Haube bereits ein wenig schief aus den Riesenlocken san, ebenso neugierig als lustig. Habtlihr etwa das große Loos in der neuen Lotterie gewonnen? Oder ist euch ein Weingut von unserm Kometenhlmmel aus die Glatze gefallen ? fragte Huppertz gleich lustig. Welt Be( als dies alles, meine theuren Fremde, ist uns widerfahren, entgegnete Buchhalter salbungsvoll und sich schembur nicht um die Wemlaune des Ehepaares kümmernd. m . . m w m so setzt den veder an, sappermoit, noch länger schmachten. Seht nur, wie mem Nettchen zappelt ! Eine reudenbotickatt brnwe ick euck. die euch all, o, ich wein es nur zu be- . M ' V 5 I ttlmmr, yocy veamaen wiro. uori nur : mt w C I Unser allervortrefflichster Chef und Paron, Herr Winand van mbden, hat sich heute Vormittag verlobt. Was aus van Embden wird, wieder ne aussrau erhalten. Heil ihnen! Diese unerwartete Nachricht wirkte ver schiedenartig. Frau Rettchen und Rös' chen saßen stumm vor Staunen da und schienen sie vorerst nicht recht begreifen zu " n V. Vii. 4 rönnen, iiroana aver yane icy eine Spannung bemächtigt, die ihm anfänglich das Blut aus den Wangen trleb.cur der Kuser lachte hellauf, cin Glas hob er empor und e3 Textor entgegehaltend, rief er in lustig-lärmender Weise, e c . f. 'ru ' 4 . t aus oe en Hm" eingeveno : Angestoßen und hoch! Dreimal hoch ! Doch unterbrach er sich plötzlich, um sofort mit seinem verschmitzten Lächeln äußerst ruhig weiter zu reden doch wer m die glückliche Braut wer der noch wett glücklichere Bater? Beide habt ihr vergessen uns zu nennen. )ocr soll Wer Buchhalter hatte sich lang emporgereckt und sein Glas gehoben. Allen Aerger über die vorlautenNeden des Küsers herunterwürgend, prach er nun, den uiiucui uiiuiuiciycuu, uiu yiuuuuj zwungener Bescheidenheit : v i t ?.xc.j Gern will ick mit euch anstoßen und danke euch im voraus sür eure Wünsche, die gewiß aus gutem Herzen kommen werden. Denn die alückliche Braut ist Julia Tertor, die Tochter eures alten ffreundes und Eolleaen. ... . Das war für die beiden Frauen und Urban eine Nachricht wie sie hätte kaum in SRfifcftrnfif rn-rf-n können Ns. chen und Frau Nettchen schrieen laut auf, das Mädchen noch heller als die Mutter, und Urban sank w e von e nem überwä - tigenden Schlag getroffen auf seinen Stuhl zurück, die Farbe wechselnd. Doch gleich darauf schaute er Röschen, dann Tertor mit einem scharfen Blick an. der da deutlich sagte, daß ,er den empfange nen Stich bereits überwunden und seme f vv. mvv ! ,4. . . , . m ' . ganze nt chlo enyett wieoerge unden babe. Nur Zuvverk war rubia aeblie. j . a " den, wenn auch nur für wenige Äugen blicke, denn die kleinen Augen blitzten schon wieder recht lustig auf, und oaS starre Staunen brechend, rief er mit einer übertriebenen Heiterkeit : tmfmZSLVÜ 82 iÄ sStSSÄ11?;? ä 1,X UmU lI UltlS tiuur ' Die Julia wird Frau van Embden ! hauchte Frau Nettchen nach, dann stieß sie mit den Männern an und stimmte mit ein in das Hoch, das Huppertz m über lt St t t mulylaer aune rmmeriorl uno immer lauter. ertönen ließ. . . Z .Auch Röschen hatte den Namen Julia? ! aemurmelt,. doch dann still vor sich hinge schaut. Nun holterte der Vater sie an: Kops in die höhe, Mädchen ! Ange oßen und getrunken aus , deine gute reundm und künftige Prinzipaun ! Gerade du darfst vonHerzen mit einstimmen, denn diefe unerwartete miraculöse. Verlobung mmmt mr und du. emen Stem vom Herzen, sie beantwortet in aller -

schönster Weise die Frage, über die wir . 'ii L.ii . . t

niaji recyi einig wciucn iuuiiich. Nun ist es an euch, Hanno ! rief Tex tor in kecker Lustigkeit. Als- ich kam. wäret ihr mit wichtigen Verhandlungen .rjcstn.i ... - TYa-i et oc cgayugi. yr roomci ic nur miliyei 5 9 1 ' ich uno lonni nun euren yicoerocin verzapfen oder soll ich euch sagen, was ihr auf dem Herzen hattet? Da dürste etwas Schönes herauskam men, eine Sorte, die nicht jedem von uns gleich aut munden würde ! Da will ich doch ueber selbst reden und euch sagen Daß ihr auch recht bald, vielleicht heute noch, eine Verlobung feiern werdet. He, lst's Nicht so ? Sappermost! fuhr Huppertz aus.' Wer hat euch überhaupt verrathen? Daß ihr schon so weit seid ? unterbrach Tertor mit seinem süßlichen, grinsenden Lächeln. Haha, da müßte ich ja weder Augen noch Brille haben ! Und wenn Röschen zehnmal Ja sagte. ich hab's noch nicht gesagt und ob ich's sobald, oder überhaupt sagen werde. das .weiß ich noch ganz und gar nicht !. Da sprang Urban aur. Mit flammendem Blick wandte er sich an Huppertz, und mit einer Keaheit, der nichts widerstehen zu können schien, rief er : " m m j zyr muni Ja lagen, wenn iyr ein Ehrenmann sein wollt, denn ich habe be reits euer Wort! Ein Hindernis, das meiner Liebe zu eurem Röschen im Wege stehen sollte, gibt es nicht mehr, es hat überhaupt niemals bestanden, dies hat euch dte soeben vernommene Verlobunas anzeige gelehrt. Hätte Mamsell Tertor ein wirkliches inniges Liebesverhältniß mit irgend jemand gehabt, so wurde sie nicht über Nacht sich einem andern haben verloben können. Scherzen und em we nig Courmachen ist noch lange keine Lie be, deren Ziel der Segen des Priesters bildet, eine Liebe, wie ich sie für euer Röschen empfinde und sonst für xu rrninh tinA mhfitntan firtT Nnn v V vy t MVV Vllt mich um ihre Fundin Julia bemühte, so geschah es nur, um meinem Röschen näher zu sein: alle schönen Worte, die ich an jene richtete, galten nur ihr. Nun habt ihr meine Beichte gehört, und wenn Röschen und ihre liebe, gute, vortreftlt che Mutter mir vergeben, was ich aus Liebe zu der Holden gesündigt, so dürst ihr nicht länger widerstreben und müßt orr l ? i . euer vorr einloten, oas iyr oereiis ver pfändet habt, oder ihr seid em Raben Vater, ein Mörder an dem Glück und der Ruhe eures einzigen Kindes ! Huppertz ergriff die Hand des jungen Mannes, die er schüttelte, mit ganzer Krast sesthielt, und sprach dann m aller trockenster Weise : Ich bin von deiner Erklärung befrle digt, mein Sohn, und nehme deine Wer bung an. Röschen, wandte er sich jetzt zu dem Madchen, willst du ihn ? Und ohne eine Antwort des gleich Urban doch freudig erstaunenden Mädchens abzu warten, riß sie mit der freien Hand fast gewaltsam von der Seite der Mutter empor, und beider Hände melnandersü gend und derb schüttelnd, fuhr er fort : I . m m . da habt ihr euch: lebt euch heute wie immerdar! Ich gebe euch meinen Segtn I ic ....... ni.n y. . -..r. c . i und den meines Rettchens obendrein, gebt ihr euch dafür den Berlobungskuß! Meine Kinder stöbnte Vtiau Nettcken unter Thränen, die Arme weit zum Em I M w - V . L psanae iyrer Eleven ausvreileno. )ocy die Gute mußte noch ein ganzes Weilchen daraus warten, denn Urban hatte gethan wie der Vater ihm gesagt. Kräftig umfaßte er das sanft sich sträubende Röschen und gab ihr als seiner Braut den ersten und zugleich den Verlobunaskuß, dem sofort noch eine ganze Anzahl nicht minder heißer Küsse folgte. Nun erst kam die Mutter an die I rv vr yttiDt. Dom aina zuatelQ auw oer uoet los, in den Röschen jetzt ungehindert mit I einstimmte. Fortsetzung folgt bei der Hochzelt ! schrie der Küfer, denn Hochzeit ist, sobald du von deiner englischen Reise heimkehrst. . . i f r v t r t. uno scyon morgen sou otc aouna tn Ordnung sein, damit du übermorgen ab segeln kannst und mir bei länaerm Hiersein keine Dummheiten gemacht, du Spitzbube ! Nur noch morgen soll er bleiben ? Daä kannst du nicht wollen, Vater, sagte Röschen bittend. Wir haben uns. erst gesprochen. Uud geküßt, haha ! Werdet Zeit genug haben, es zu wiederholen ! lachte der Küser. In längstens vierzehn Tagen ist er i . '.v ... v - v v . 1 .... . Ivieoer oa, uno oann zieyen wir alle yl naus auf den Klosterhof. Sappermost ! Das soll ein lustiges, wenn auch nur ein stillvergnügtes Leben in der grünen Wein Einsiedelei werden! Haha, hat der Bur che gedacht, ich wurde den Kloster hos gekaust haben oder auch nicht g'.eichviet ohne emen tüchtigen Äer lauser oam, oer seme veme oroenm I ' . P rw & . m g! 0l.c f" L ?n3CIl ff. Wie naiv ! Ich hatte sie doch Nicht allem trinken sollen ? Gefunden hatte !Z ?en Rechten soalech, doch nun habe lv" B". l ai9 mu seinen Reifen. Haha ! Urban machte bei dieser seltsamen Rede zwar einen Augenblick lang große Augen, doch lachte er bald wie die an dern. Die Wogen derLustigkeit gingen höher. I y r v . i ern - r - , , I iinn nirtnnirA n. (Hiv4n ni . v i ä Macht des Augenblicks und des köstlichen Elfers,der jetzt erft begann seine Wunder zu üben. DaS erste davon war, daß er Tertor völlig umwandelte. Der Lange wurde wirklich lustig, so, daß Huppertz eine allgemeine Brüderschaft vorschlug. diidrWAkMn. itmaratm und und rm folgenden Auaenblick laaen sich "u lU43 v" . StaiUU WaS weit escha nnm wlches slts ,schäst e,a, Urban sonst och i Lsndsn achte. Herr von Embden drana darauf, die Hochzeit so rasch und zugleich so einfach als möglich zu setern. Geaen ersteres hatteJulia anfänglich nichts einzuwenden. das andere erschien ihr aleichaultia. Später trat sie plötzlich mit der Ansicht bervor,daß es doch besser und geziemender sein durste, die Hochzeit mcht so zu über eilen ; auch wäre noch gar vieles zu besorgen, denn mit ihrer allzu einfachen Garderobe könne sie doch unmöglich m das große HauS und in die reiche Familie emuehrn.x Als Wmand ihr nun m se: 1 nem Eifer alle Magazine und arbeitenden

Hände der Stadt zur Verfügung stellte und sie dabei bat, selber die Zeit der Vermählung zu bestimmen, da erwiderte das Mädchen mit einem überaus ernsten Gesicht, daß wohl vier Wochen zu allem genügen würden und sie im Grunde ihre Hochzeit seiern könnten an demselben Tage, ja, zu derselben Stunde, wo ihre liebe Freundin Röschen sich verheiratete. Dann ginge es in einem hin, memtf sie mit einer nicht ganz natürlichen Lustigkeit, da beide Paare ja überhaupt in elner und derselben Kirche getraut werden mußten, und ihr wäre eiue Beruhigung, die al liebe Freundin zur selben Stunde glücklich und vermählt zu wissen, wie sie selbst eS dann sein würde. Herr Winand suchte vergebens nach dem wahren Grunde dieses mit aller Bestimmiheit vorgebrachten Wunsche oder wollte er ihn nicht sinden ? Auch im Huppertzschen HauS war man emsig mit den Vorbereitungen zur Hochzeit beschäftigt, doch ging es dabei viel bescheidener zu. Mit einer Gehülsin fertigte Röschen sich ihr Brautkleid selbst, das aus einfachen weißen Stoffen bestand, doch sicherlich beseelten sie remere Wünsche und Gedanken bei dieser für sie so wichtigen Arbeit, als eZ bei der nur befehlenden und stets schwerer zufriedenzustellenden ehemaligen Freundin der Fall war. Auch mit einer ganz andern, innigeren Sehnsucht blickte Röschen dem Tag entgegen, der sie sür immer mit dem Manne einigen sollte, dem sie ihr ganzes Herz, ihre volle Liebe rückhaltlos geweiht

hatte. Und Urban? Dieser hatte seine Geschäfte in Rotterdam überraschend schnell und glücklich zum Abschluß gebracht und keine Gelegenheit hierzu versäumt, denn es drängte ihn zur festgesetzten Zeit wieder daheim zu sein.. War die Liebe zu Röschen hier von die Ursache ? Da schöne jung Mädchen hatte allerdings einen Eindruck aus ihn gemächt, seine Sinne entflammt, doch sein Herz-war davon kaum berührt worden. Wie hätte es bei einem Menschen von der Art Urbans auch anders sein können ! Die stolze, feurige Julia hatte ihn lange zu sesteln vermocht, nun war ,hr das sanftere Röschen gefolgt. deren Lieben dem mngen Lebemanne fremd erscheinen wollte war er doch biöheran einen ganz andern Ausdruck dieses Gefühls gewohnt gewesen ! Dennoch übte dieses naive, unschuldige und frohe Sichhingeben unwillkürlich seinkn Zauber aus Leonard aus, und wohfye salllg gab er sich diesem im neuen Smnengenuß hin, endlich sogar versuchend. die Liebe des Mädchens in gleicher Weise zu erwiedern. In Rotterdam fand Urban einen Schnellsegler, der ihn, von aünstiaem Winde unterstützt, in kürzester Frist nach London führte, und auch hier erledigt er seine Geschäfte mit dem Hause Elaersild schnell und glücklich. Auf diese Weise und seine Reise zu Land beschleunigend, vermochte er noch einige Tage, fast eine Woche vor der festgesetzten Zeit daheim anzulangen. Doch der Zufall oder Urbans Schicksal hatten es anders beschlossen. Am Abend vor dem zur Abfahrt bestimmten Tage führte Urban der Weg zu seinem Gasthofe am DruryLane-Thea-ter vorüber, dessen Eingänge er hell erleuchtet und von Menfchenmaer umwogt fand. Seine Blicke werden sofort durch riesige, bunte Anschlagezettel gesegelt, aus denen m sußgroßen Buchstaben zwei Namen ihm entgegenlcuchte ten, die ihn an die Stelle bannten, verwirrten und ihm endlich einen lauten Ruf . 1 r r rr r . großer ueverracyung enmeu. halte auch volle Ursache dam, denn der eine Name war sein eigener und der Vorname der seines Bruders, des tollen Geigers. Nur war hier Peter in Pictro verwandelt und der Familienname trug ebenfalls eine italienische Endung und lautete .Urbans. Der zweite Name lautete Teresa Brambella und mußte der einer hochberühmten Sängerin sein, denn sämmtliche große Opernhäuser Italiens sowie' die italienische Oper zu Paris waren als die Statten angeführt, auf denen die Slgnora gesungen und geglänzt hatte. Beide, der Geiger und die Sängerin,' gaben hier ein Concert, und Urban, der seine Aufregung kaum noch' zu bezähmen vermochte, mußte sie hören sehen, um jeden Preis. Das Concert begann, und auf der Bühne erschien ein Mann von mittelgroßer, hagerer Gestalt mit einem Kopf von langen Haaren umwallt und mit scharfgeschnittenen, ausdrucksvollen Zügen, großen, doch sreundlich blickenden Augen. Es war der berühmte Geiger-Virtuose Pietro Urbani, und in dem brausenden Jubel, der ihn begrüßte, erstarb der laute Ausschrei Leonards, der auf den ersten Blick in Jenem den langvesmißten Bruder. wiedererkannt hatte. Was und wie er geigte, hörte Urban nicht, mit weit ausgerissenen Augen starrte er den Künstler an, der seine Blicke gleich denen eines an die größten Huldigungen gewöhnten Siegers froh und selbstbewußt durch da HauS schweifen ließ. Doch nun geschah etwas, daS Leonards Erregtheit bis zur Fiebergluth zu steigern drohte. (Fortsetzung folgt.) In der Mairi,. Ein franzv. stscheS Blatt gibt folgende Anekdote jttfii Besten : Ein Paar Neuzuvtrmählende, wahre Turteltauben, sitzen vor dem Herrn Maire, der mit seiner Schärpe umgürtet ist. Während der Verlegung desHeirathLcontrcmeS suchen sich inftinc tiv ihre Hände, und die Brautleute erfen sich schmachtende Blicke zu. Der Maire, ein alter Skeptiker, bttraLtet sie und murmelt für sich : Arme Kinder ! Wie schade, sie zu verheirathen ! Sie lieben sich so sehr !" Ein Hin dern iß. (Ein aus Besuch anwesender Her? hgt zweien Damen soeben etwas Erheitern des erzählt, worüber die ältere Dame herzlich lacht, während die jüngere den Mund eigenthümlich verzieht.) Ist das nicht eine köstliche Anekdote. . . .und Sie lachen nicht, mein Fräulein Unmöglich .... ich habe gesprungcne Lippen?

Schnadahüpfln

Da Geiz is a Lasta, Da Neid is net schön. Wannst d' Stockuhr net aufziagft Bleibt s' wahrscheinlich steh'n. Im Winta giebt's Kletz'n, Im Snmma giebt's Bim'Die allerschönst' Arbeit Is 's Privatistr'n. Es is schon mei Lebta So dumm auf da Welt, Dieselln, die stoareich san. Die ham'S mehra Geld. Zwoa dorati Weiba Die schwatz'n recht g'fcheidt. Hört koani die anda. Und do' hamm s' a Freud, A' ung'wichsta Sticsi Der kümmt ma grod vür, Wia d' Menschen, wann s' reich san Und hamm koa Manier. - In G r e i f s tv a l d sind kürzlich drei Studenten wegen Hetzen eines Hundes auf Menschen zu je 00 Mark Geldbuße verurtheilt worden. Bon einer gerichtlichen Bestrafung Derjenigen, die in Deutschland Men schen aus'Menschen hetzen, hat man bis her noch nichts gehört. Zum Parsifal-. Nachdem in Richard Wagners neuem Werke allgemein die Vermischung von Theater und Kirche aufgefallen ist, dürsteBayreuth wohl in Zukunft auf den Namen Oper Ammergau- Anspruch haben. Schlau. Bedienter: Warum geht denn die Gnädige Heuer m's Bad V Stubenmädchen : .O, nur danm sie 's nächste Jahr sagen kann, 's hätt' ihr diesmal so gut gethan !" Lebensblüthen. . Man braucht kein großer Denker zu sein, um groß zu denken. Wie du die gewöhnlichen Menschen und die edleren unterscheiden kannst? Gieb ihnen etwas zu denken. Es giebt so viel Talente und so wenig Genies, klagt man. Vielleicht fehlt es uns gerade an Talenten, das Genie zu entdecken. Du klagst, daß keiner deiner Wünsche in Erfüllung geht ; wie würdest du erst' klagen, wenn alle deine Wunsche in Er füllung gingen. Nachtscene ausLeipzig. Nachtschwärmer (zumWürstelhändler) He, Sie, heernse emal.sindJhreWärscht chen auch noch warm ? Würstelmann (freudig): Un wie! Ganz heeß sind se noch ! Nachtschwärmer: Ja, sähnse, heernse, das duht mer Sie aber sähre leid; da kann ich Sie keins esten ; mei Arzt had mer nämlich das heeße Esten verboten ! Kindlicher Wunsch. Ach, lieber Papa, wenn Du nur recht bald wieder das Lieber kriegen möchtest." .So? Warum denn ?" Nun, daß ich n?ch eine zweite Pillen schachte! bekäme." Abgefunden. Eines preußischen Oberamtsrichters Frau fühlte sich von der Frau eines Amtsrichters dadurch beleidigt, daß diese ihr nur mit den gleichen Rcspectsbezei gungen begegnete wie den Frauen der anderen Amtsrichter. Die Jrau Oberamtsrichter wußte es endlich durchzuse tzen, daß ihr Gatte an den Amtsrichter schriftlich die Bitte richtete, er möge seine Gemahlin bedeuten, doch der Gattin deZ vorgesetzten Herrn Oberamtsrichters die ihr als solche zukommende Achtung zu erweisen. Bald kam die kurze Antwort: Geehrter Herr Oberamtsrichter, auch ich stehe unter dem Pantoffel " Aus der Modenwelt. Der Modestosf, der unter dem Namen Krach" aufgekommen ist, wird sich be sonders durch seine Dauerhaftigkeit em pfehlen : Wenigstens kennen wir Leute, die cn einem Krach", der schon mehrere Jahre alt ist, noch heute zu tragen haben. Ein unvorsichtiger Junge. Du, Hans, heute Morgen ist bei' Nachbar .Müller ein kleiner Junge auf die Welt gekommen." Na, der wird sich auch noch schön darüber wundern, in waS für ein Hau er gerathen ist Unbewußte. Malice. Mamachen, was brät'st Du denn da?" Drei Kalbsherzen, mein Kind!" Ach, da solltest Du doch EinS der Susanna schenken!" -7 Warum ?" Ei, die sagte neulich leise zu Nach bars Helene, der reizende Lieutenant weißt Du, der blonde, der hätte daS ihre gestohlen !" Eine Ueberraschung. Die Kinder eines LndgutsbesitzerS wollen ihre Mama zum Geburtstage überraschen und bestellen deshalb in der nahegelegenen. Stadt beim Conditor eine .Torte, mdem sie heimlich demselben durch die Bötin einen Zettel schicken, auf welchem sie angeben, was auf die Torte geschrieben werden soll. Am Festtag Morgens kommt die er sehnte Torte endlich und wird, da eS höchste Zeit ist, ohne nähere Betrachtung überreicht. Die Mutter ist zuerst ge rührt ; wie sie aber die Aufschrift liest, lacht sie hell auf, denn der unglückselige Conditor hatte, den Zettel genau beach tend, aus die Torte gespritzt: Zum Geburtstag unserer lieben Mutter, Glück und Segen ! Für höchstens G Mark Die Brüd er.. " Von zwei sich sehr ähnlich sehenden Brüdern trifft ein Herr den Einen aus der Straße, hält ihn für den Andern und redet ihn an. Sosort erkennt er jedoch seinen Irrthum und entschuldigt sich : Verzeihen Sie, Sie sind wohl nicht Ihr Herr Bruder? , . . Nein, antwortet der Gefragle. aber ich bin der Bruder von meinen Bruder.