Indiana Tribüne, Volume 4, Number 428, Indianapolis, Marion County, 20 August 1882 — Page 7
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Zleöer Mystifikationen. SxZsriZnkn von Ernst vckfteln.
Die My?!sikation verhält sich zur Neckerei, wie das Lustspiel zum Epi cramm, oder wie die Schlacht zum Vor postengesecht : sie seht vor Alle: ei nen umfangreicheren Apparat voraus, dann ader wohnt ihr ein spezifisches Ele rnent inne, das der Neckerei als solcher fehlt. Die Mystifikation aröeitet ver mittelst einer geheimen Intrigue; sie täuscht, sie erregt Irrthümer, und erst in Folge dieser Irrthum geräth das Ob jekt des Jtriguenspieles in jene komische Situation, die fast durchweg als das Hauptziel aller Neckerei zu bezeichnen ist. Auch die Mystifikation kann harmlos Sein : nur wird der Maßstab, den wir lin; anlegen, ein wie foll ich sagen ? rigoroserer sein, als bei der unmas kirten .GeradezuNeckerei, weil die Of fenheit in sonst gleichen Fällen unsere Sympathie immer entschiedener fesselt, als die Verschlagenheit. Der moderne Mensch hat ein moralisches Vorurtheil gegen die L i st, da er in gesellschaftlichen Verhältnissen lebt, in denen die List über wiegend aus unlautere, wo nicht ververfliche Ziele gerichtet ist. Das früheste Alterthum war in dieser Hinsicht naiver. Homer hat für seinen vielgewandten m m . . rr . . P du zeus. Der den Poiypyem in ,o cm stergiltiger, wenn auch nicht harmloser Weise mystifizirt, ganz dieselben Empsin düngen der Bewunderung und der rein menschlichen Theilnahme, wie für den Götterjüngling Achilles; ja man darf sagen, die Kunstgriffe, mit denen sich Odysseus immer und immer wieder aus seinen schwierigsten Situationen heraus rettet, sind mit besonderer Vorliebe be handelt. In späteren Jahrhunderten verlor der Hellene das urwüchsige Ver pandniß Zur diesen Charakter. In den uachhomerischen Dichtungen ist OdyffeuS nicht viel mehr, als der Jntriguant un serer Konversationsstücke, ein Mensch auf z-unttl' Basis, em gerievener schlau 'ops, l .lle Mittel recht sind, dasein le zum 3icie suyren. Unser modernes Gesuhl neigt also, wie gesagt, zu einer strengeren Beurthei lung auch der harmlosen Mystifikation, im Vergleich mit der harmlosen Neckerei. Die Mystifikation muß, um vor unseren Augen Gnade zu finden. Alles vermei den, waZ unedel, niedrig oder gehässig t . Pi n i . rti . , aussieht ; sie erkauft sich thr Privilegium, ii yciuuyiauiiicui oijii zu upciucu, nur durch den Verzicht aus alle gesähr u : t c .r rY. v:n ... i Wichen Werkzeuge wie sich auf den Programmen aller Maskenbälle das ste inde Verbot findet : DaS Tragen wirk ,lcher Waffen ist nicht gestattet. . . Die Frage, was nun harmlos sei und W f4 4 M (AT Jt tS AMf- I
ivu9 iiui, wiiu iiniuy m niu lujtnen Falle eine besondere Antwort erhei : schen. Im Allgemeinen darf man wohl diejenigen Mystifikationen als harmlos zeichnen, die einerseits nur durch die
i-enuxung einer ileinen yarailer I wäche des Mystisizirten, besonders der .UZeichtglSubigkeit und . der Eitelkeit, zu Stande kommen, anderseits den Betros l znen weder an seiner Ehre schädigen, V3$ ihm sonst ein empfindliches Weh be ?. rt w v xen ; njicwOQi aueroinas oas vet auen "Mystifikationen eintretende Mißvergnü gen des gekränkten Selbstgefühls nicht unterschätzt werden darf, tiefes Miß'vergnügen gehört ja aber mit zum Zweck V.. 1 . II X. ffY v ill ü ! ijuuji ohü) yui3iu& soll eine Lektion erhalten, er foll bestraft werden für zahlreiche Sünden, die ihm r t t rf- . T i . 4. s , Di3 oayin von oen Tonern oer cyaik ttt heimlich gebucht wurden. Eine der beliebtesten und verbrettetsten Arten der Mystifikation ist her ano nyme Brief, und seine Abart, der pscudonyme, und gerade hier wird der abscheulichste. Mißbrauch getrieben, der gestalt, daß wir jetzt mit demWorte .ano nymer Briej" gleich von vornherein den rrv : zz v-3 cn:.v i.ixi: cn - t. I Vegriss vrs leveriruilgrn, osyasien, 1 Verleumderischen, Unwürdigen und Ge meinen verbinden. An und für sich ist nicht abzusehen, warum die Anonymitat als solche etwas Verwerfliches sein sollte : nur der Mißbrauch ht uns gegen sie eingenommen. Wir stehen dem .ano nymen Brief" jetzt in ähnlicher Weise gegenüber, wie Schoppenhauer den An griffen der anonymen Kritik: die un Uebfamen und oft geradezu empörenden iriayrungen, oe wir gemacyt yaden, lassen uns verkennen, daß nicht sowohl m der Anonymität, als m dem, was hinter dem Deckmantel dicfer Anonymität ge ? v Volt .1? V. r r silier wiro, oas ungenlue uno moran cy rf rx.ji m i ierceimcye ueci. V.'yuupiuna ei 's berühmten deutschen Schriftstellers : ,nt anttanolgen ujuntu unieriazeioen .unler Anoerem aucy oaourcy von oe:-. anständigen, daß die ersteren anonymc liefe erhalten, während die letzteren sie ,;&a" r kYnrtS infatl. ........ .,. ---7 " " i w i 1 1 r ii iiiiiiLL l i in ti i i ii ir i i i i planen icn. tor woyl aue oenttn,die hi durchaus ehrenhasten Menschen zur V'isZuNg eines anonymen Briefes be l ... 1 . v;. r. oi ten lonncn, roenn oicc aue in ndneten, staatlichen und gesellschaft Jkn Verhältnissen auch weit seltener ,em mögen, als etwa m Zelten der Gäh rung und der öffentlichen Unsicherheit. r rn . t . m ...f . v Ateymen wir z. -o. an, es ersaori zemano von dem Anschlage auf das Leben einer Os ..f5i:xi C ..... . V. f -perionien, oeren neiiung nun sem einziger Gedanke ist; die Umstände jedoch verbieten ihm kategorisch, als Warner aufzutreten, dafern er Nicht seine eigene 3tr0fltt vnJff Mi(t.H :rf w,,k" . a miuyiui wm. Sollte es da unanständig" sein, diese Warnung aus dem Wege einer anonv nen Zuschrift an ihre Adresse gelangen zu la en i "man neht, eine große An . , . rr -1! . n K zahl von Combinatisnen ist denkbar. wo die Warnung einerseits und die Ver schweigung des Namens anderseits ge .... flDfl ' rfi vntvn 4. t -1 Vachlein zum städtespiegelnden Strom, und so bleibt dem Worte anonym sür unser GesüHl etwas Odioses anhäs ten. Nicht alle anonymen Briefe gehören selbstverständlich ins Gebiet der Myitifi & . . -ti ?rjc:-.utt.:..t. kation. Es gibt ordinäre Schimpsbrise, deren Empfänger sich schwarz ärgern soll, Epist'ln, die nur mit injuriösen Re densarten gefüllt sind. Es gibt Droh briefe, worin uns bei nächster Gelegen . . . e-L . y. . cr r. -1 t j , jkil eine geovrige iaa)i viuyti in wssicht gestellt wird. ES gibt vkan a!briefe, die, ohne die Wahrheit zu ver
letzen, gewisse Thatsachen enthüllen, die geeignet sind, dn Frieden und daöGlück der Familien zu untergraben. Hierher gehören die liebenswürdigen Eröffnungen im Style der folgenden : Werthge schätzte, unglückliche Frau! ES thut mir leid,Jhnen mittheilen zu müssen, daß Ihr Herr Gemahl zweimal in der Woche ein Rendezvous mit der blonden Putzmache rin auS dem Schulischen Geschäft, Wilhelminenstraße No. 510, hat, einer Person, die es natürlich nur daraus ab legt, sich in seiner Gunst fest einzunisten und ihm möglich viel Geld abzuschwin' dein. Vielleicht auch hegt sie noch weiter gehende Pläne. Wollen Sie sich von der Wahrheit des Vorstehenden .überzeugen, fo brauchen Sie nur nächsten Mittwoch von sieben bis halb acht in der Müller' schen Konditorei zu warten, bis die Per son vorüberkommt, und ihr alsdann un vermerkt nachzugehen. An der Ecke der Luisenstraße und des Ulrichsteiner Fahr dammes treffen sie sich, nun, und das Weitere werden Sie ja dann selbst beob achten. Mit Hochachtung: Ein alter Freund." - . In der That, die Sache verhält sich so ; es liegt also keine Mystifikation vor ; dieselbe müßte denn darin bestehen daß der Brief mit den volltönenden Worten :
ein alter Freund" unterzeichnet ist, walz rend die Verfasserin irgend eine boshafte . V - . sogenannte .Freundin" oder am Ende auch nur eine müßige Jntriguantin ist, die ihre Freude daran findet, Zwietracht zu säen und ihren Mitmenschen wehe zu thun. Denn daß dieser Modus nicht der richtige Weg ist, das gestörte Gleichge wicht des Familienlebens wieder herzu stellen, weiß die anonyme Briesschreiberin am besten. Unter den wirklich mystisizirenden ano nymen Briefen spielt das. erheuchelte Billetdoux wohl die Hauptrolle. ' Han delt es sich dabei um einen Gecken, . der unausgesetzt von Triumphen träumt und sich um seiner blonden Bartkotelettes willen für unwiderstehlich hält, so sind wir am ersten geneigt,' die Mystifikation für harmlos zu halten und ihr Gelingen aufrichtig zu belachen. Hochverehrter, theurer Herr!" schreibt so ein Pseudv' Frauenzimmer gewöhnlich ein .guter r, - . . - . STI Velannier , oer oie vacye m emem-i schast mit zwei oder drei Anderen aus r ri . v CW..V. i heckt, denn wenn irgendwo, so gilt hier der alte Grundsatz : Getheilte Freude ist doppelte Freude : Hochverehrter, theu rer 5ierr ! Wenn icd Ihnen auszudrücken ' - . ' v. v ,.v . . vermochte, welche unendliche UeberwMl dung es mich gekostet hat, ehe ich mich entschloßdle folgenden Zellen anSle zu richten, o, dann würde mir wohl wer den, fre: und letcht um's Herz, frei und leicht in der zweiselumdämmerten Seele ! Ich kenne die Schranken, die Gesellschaft S' . .. E JC . ? f M uno Vllie uns Userlegen, iqj weiß, oaß ein junges Mädchen nur allzuleicht falsch beurtheilt wird, wenn es auch nur um Haaresbreite von den Pfaden der Kon venienz abweicht. Gleichwohl ich hab's gewagt! Möge kommen, was da wolle, ich konnte nicht anders. und nun folgt, unter mehrfacher Beru fung aus deutsche und ausländische Lite raturcitate, das verhüllte Geständniß, daß man den thmren Adolar liebe, o, so unaussprechlich nebe, wie nie em geist sprühender, herrlichzr zunger Mann von einem sterblichen Weide geliebt worden ; daß man sich der Hoffnung hingebe, auch ihm nicht völlig gleichgültig zu sein, ; da V ?? n f yi - ' r man,wenn aucy jearvereinzelie eweise für ein gewisses Wohlwollen habe 'u. f. w. Schließlich ersucht man den theuren ' " Herrn" unter wiederholten Betheuerun gen mädchenhafter Schüchternheit und willenloser Ohnmacht gegenüber den himmlischem Allgewalten der Liebe, er möae, falls er Nicht gesonnen m: jede Hoffnung im Keim zu erPicken, um die und die Stunde da und da erscheinen und fo em Aussprechen ber unbefchrelb lichen Gefühle ermöglichen, mit welchen . . 1 . . 7 .' Die Pfeudo-Zame veryarrt atS des .theuren Herrn" ganz eraebene :c. :c. Adolar kommt natürlicb. Er bat de-n Kreis seiner weiblichen Bekanntschaften durchmustert und zwei oder drei Persön lichkeiten ins Auge gesaßt, die sich mög licherweise hinter dieser zärtlichen Brief sckreiberin verberaen könnten. . .Mit ie der Sekunde wächst seine Ueberzeugung, es sei die A. oder die B. Er kommt und nun hänat es von der größeren oder geringeren Elsindungsgabe der Mysti i kanten ab, wie die Mine zu explodiren . . Dies ist ein Beisviel der barm losen Arides anonymen BriesS. Leider I - . ' b ldet freilich auch sie d e Ausnahme, l ' . ' V 1 , . .7 wäbrcnd bei der Medrabl der attuna gleichzeitig Niedertracht und Feigheit dem Schreibenden die Feder führen. . ' Legitimirt durch Gewohnheit undSitte wird die barmlose MvMfikation am Taae des ersten Avril oder in südlickenStädten I r v. f.". V!. f Oi..i mmm .WMfmni inr r t Tiavn wm v w . uul jvUllHÜUt, Ui WH. lllWltll 3 II ii. I. anen und zovvereien eine Art von Sa turnaliensreiheit einsührt und von Jeder mann als erstes Gebot das Spaßverste . . M . i . hen" und .Nicht'übel-nehmen verlangt. In dem Festhalten der Nationen an sol chen Ausnahnsetermmen spiegelt sich em der Menschheit innewohnendes Bedürs nlß. Der Mensch will und muß einmal seinen .Ulk" haben und zwar auf Ko sten eines Mitmenschen, der ihm den Ge 1 .. . ' fallen erweist, recht gläubig und argloS zusein. Die Mystifikation kann zum geistrei chen Jntriguenspiel werden, wenn sie auf I r f 'i'i .!i . V t. . rs eaenieiilaikil oeruyi, uno oie raae nun die ist : Wer wird den Gegner am effektvollsten m die Falle locken? Aus einem solchen Wetteifer im Mystisiziren beruht der norvus einer nicht unerheb lZen Anzabl unserer modernen KomS ,mal der fran,Ssien. tht ab. sichtlich herbelgesührte Verwechselung I . ' ' . V a 1 . . min fcbxtX nh (Aeoensviel leiten Schritt Halten, so Haben wir aus dem Gebiete der Mystifikation etwas .'lehn liche, wie die pravencalifchen Ter onen auf dem Gebiete der Lyrik. Einen hübschen Fall gegenseitiger, höchst harmloser Mystifikation, erzählt man von dem französischen Poli?cipräsi denten Feydeau de Marville urd dem Prinzen von -Conti.' Bei Gelegenheit eines großen Ballfestes hatte dec Prinz, oer keme Gelegenheit vorübergehen ließ dem übrigens jovialen Polizeipräsiden ten Eins anzuhängen, die Maske in Er sahrung gebracht, in welcher Marville
austreten wurde. lZr engagirte daher ein Dutzend junges Damen von echt pa risischer Keckheit deS Äenehmens, mit dem Auftrage, den Polizeipräsidenten, deffen Verkleidung ihnen genau beschrieben wurde, sofort bei Beginn des Festes auf zusuchen und nach allen Richtungen zu kompromittiren. Der Streich gelang. Marville wußte sich vor den indiskreten Zudringlichkeiten der Mädchen, die ihn fortwährend bei Namen riefen und ihm die entsetzlichsten Dinge sagten, kaum noch zu retten, obgleich er Alles ausbot, um gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Selbst die glückliche Idee, die Rolle des Polizeipräsidenten mit einer leichten Nuance von Ungeschicklichkeit zu acceptiren, um dadurch den Mädchen vorzuspiegeln, sie befänden sich im Irr thum, schlug fehl. Nur EineS gelang ihm : er brachte in Erfahrung, daß es der Prinz von Conti war, dem er diesen Austritt verdankte. Alsbald faßte er den Entschluß, bei nächster Gelegenheit sich glänzend zu re vanchiren, eine Aufgabe, die um so schwieriger war, als er selbstredend die eximirte Stellung des Prinzen zu respek tiren hatte. Und die Gelegenheit kam. Eines Tages fuhr er, daß der Prinz für den folgenden Tag die Absicht hatte, in einem Landhause, etwa fünf Meilen von Paris entfernt, ein opulentes Diner zu veranstalten, und daß er seinen Wa gen auf zehn Uhr früh bestellt hatte, da er für die Fahrt höchstens drei und eine halbe Stunde rechnete. Man dinirte damals noch zwischen zwei und drei Uhr Nachmittags. - Kaum hatte'Marville dies in Ersah rung gebracht, als er sofort in alle Dör fer und Marktflecken, die an der Straße lagen, Eilboten entsandte, um die Mai reS und die sonstizen Behörden davon in
Kenntniß zu setzen, der Prinz von Conti t e i L. B weroe am soigenoen .age ourcyrommen und gewärtige eines gebührenden Empfangs. Ahnungslos stieg der Prinz in seine Kalesche. Schon im ersten Städtchen, l das Monseigneur in gestrecktem Galopp ' v p . , , r f i . zu durchfahren gedachte, sieht er die Straße durch einen Triumphbogen und . r. ? V !."-'V.l.CV eine groue Haar weiMi.e.oeier ung frauen, Municipalräthe in großer Gala und sonstige festlich geschmückte Persön lichkeiten gesperrt. Wie die Dinge lagen, konnte er nicht umhin, die sorgsältig aus gearbeitete Rede des Bürgermeisters mit anzuhören und auch kurz zu veantwor ten. Dasselbe Schauspiel wiederholte sich im zweiten und dritten Städtchen u. s. w., bis Monseigneur glücklich um sie oen uyr noenos am &zi icinec tyay aniangie, naiuriicu zu pai, um oem pro jektirten Diner noch irgend welchen Reiz abzugewinnen. Er ahnte alsbald, daß es Marville gewesen war, der sich in die fer Weise für den Streich aus dem Mas kenball revanchirt hatte. Aber der Prmz von Conti war in so hohem Maße em Mann der Etiquette, daß er die unaus hörllche Tortur der Ansprachen, Hoch rufe . :c. ertrug, ohne mtt den Mm vern zu zuaen, uno auly ipaieryin vou der Sache kein Aufhebens machte. Diese Mystifikation war um so genialer, als es fich um die Intrigue eines Unterthans . onr!i-s v v . a .tr.f..i Z . gegen em yjtiistiuo oes aoioiuien sconig thums handelte, und um so feiner, als sie sich in den Mantel der ehrerbietigen rnoigung cinguuic. Die feinste Form der Mystifikation übt aber der geistvolle Lustspleldichter, welcher mit so feiner Ironie die Schwä chen der Menschen geißelt, daß die mit tn.t f..i... rn. ..rjc lyncn Veyllsleien im Puvlllum yerriill) mitlachen ohne zu ahnen, daß im Grunde sie es sind, über welche gelacht wird. FtttterwoSen." . Wenn man die ersten Wochen nach der Hochzeit als Jlitterwochen bezeichnet, so denkt man bei diesem Ausdruck woyl zu nächst an einen gewissen Glanz, der diese Wochen umgiebt, weil das Wort Flitter das Schimmern und Glänzen leicht beweglicher Metallblättchen, dann auch das Blinken und Glitzern hin und herbe wegter, glänz-nd grüner oder thaubenetz ter Pflanzenblätter bezeichnet. ES würde sich also bet dem Worte Jlitterwochen" um etwas Nichtiges und Werthloses handeln, gewissermaßen um den Tand, mit dem man einmal spielt, um ihn dann verachtend wegzuwerfen. Allein das Zeitwort flittern" hat eine Weiterentwicklung seiner Bedeutung erfahren, in dem es zunächst für jenes heimliche, un terdrückte Lachen gebraucht wurde, wel' ches man auch mit kichern- bezeichnet und welches m der Tbat Aehnlichkeu mit der auf und abschwankenden Be wegung kleiner Goldstitter oder flittern der Blätter hat. Der gelehrte Grimm leitet die BenennungFlitterwochen" von derjenigen Bedeutung des Wortes flit tern ab, welche gleich ist mit riäers : kichern, also dieWoche der leichtenFreude und des Lachens. Bei Hanö Sachs und in verschiedenen alten Schauspielen hat flittern nebst der Bedeutung des heimli chen Lachens auch jene des SchmeichelnS und KofenS. Flitterwochen bedeuten also Lach- und Kosewochen, und hiermit sind nun andere Bezeichnungen, welche wir hierfür bet verschiedenen deutschen Stämmen nnden, sehr nahe verwandt. In der Schweiz spricht man von Trü telwochen, welcher Ausdruck zusammen hängt mit dem mittelhochdeutschen triuteu : (liebkosen, küssen) und unserem Trauter - Geliebter. In Bayern nn det man die Bezeichnung Kuderwoche", wo gekudert, d.h. geflittert, gekittert, gekichert wird. Anderwärts kennt man Zärtelwochen- (von zärteln : kosen, schmeicheln), Hängewochen oder einen Küßmonat. Schiller allem singt von einem Flitterjahr : O, meiner Liebe erstes Flitterjahr, Wie schnell, ach, wie so schnell bist Du entflogen!" In den Niederlanden bezeichnet man die Flitterwochen als Weißbrodwochen (vitrsdroodZ'wokcZQ), m Dänemark alsWeißbrodtageVoäodroäLäaLsri), in Schweden als. Liebkosungs oder Streichelmonat (8mekmanal), und in Frankreich und England als Honigmo nat (lahme de miel, englisch honey-
rnocrn). Mitunter schrumpft diese Zeit ganzen Untersuchung und Verhandlung zu einer einzigen Woche zusammen, diel gewesen, so sest und standhast habe ? . m . r v - f- It... . tt 1 r. . rt , ? ,
dann m vnglano eoensaus yonlgwocye lkonsv--oek),. in Schweden Liebko sungSwoche (smekrscka), in Polen,
Honigwoche (tydzien taiodotfT', tn FrankreichVergnügungswoche(ssruriS de plaisir) und in Portugal Wochen der Lustbarkeiten (semara dos prazeres) heißt. Der Jtalie.-.er drückt sich sehr weitläufig aus : 1a prima settirnana dopo le nozze (die erste Woche nach der Hochzeitsnacht).' Der Hollän der faßt die Situation gänzlich von der praktischen Seite aus, indem er sie mit dem Namen Ehewoche (huwelijksweek) belegt. Die Spanier geben den Flitterwochen keine längere Dauer als dem Hochzeitskuchen und nennen sie da nach ei pan de la boda" (das Brod der Hochzeit). Die Franzosen haben auch noch die Ausdrücke 1a belle sernaine" und les beaux jours du mariage", aber die Bezeichnung la lune de miel" ist am populärsten ge worden, nicht allein in Frankreich, fon dern auch die Engländer haben ihn an genommen und auch die Russen in ihrem miesiac iniodowy" (Honigmond). Aus allen vorstehend aufgeführten Be
Zeichnungen geht aber jedenfalls hervor. daß die Flitterwochen eine schöne und süße Zeit sind. Daß die Norweger stets I Kty 4 fiA cIa Caa .01 i maanarne fara fore" (die Flitterwo acui yuuni, meuu ic uyiu kjivxipchen gehen fort), ist leider unbestreitbar, aber daß das französische Sprichwort : Apres la lune de miel vient la lune rousse" das der Deutsche so übersetzt : Nach den Jlitterwochen kom men die Zitterwochen" wahr wird, hängt von jedem jungen Ehepaare ab, mögen die Engländer noch so bestimmt versichern : Bei einem neuverheirathe ten Paare ist der erste Monat Honig mond oder Schmitz-Schmatz, der zweite Hierhin und Dorthin, der dritte Pitsch Patsch, der vierte : der Teufel hole die, welche dich und mich zusammengebracht habend Ein unglaublich wildes, wüstes ' Cörpö müssen die Landsknechts gewesen sein, ' 1 . - 1 nach den ungewöhnlich harten Strafen vl urtheilen, die bei iedem Vergehen et gen sie in Anwendung gebracht wurden, ohne daß selbst dadurch die gewünschte Zucht undQrdnung erzielt worden wäre. So wurde am 3. Februar 1548 über ei nen Soldaten der kaiserlichen Besatzung zu Frankfurt am Main Kciegsrecht' ge halten, weil er durch Trunkenheit zu spät auf die Wache kommen, da eben die Wacht von einander gangen. Diesem j wurde zu Nachmittag um im Uhr vor dem Römer der Kopf abgeschlagen." Am 7. Februar desselben 5iabres wurde eben daselbst über einen Landsknecht Gericht , gehalten, der sich mit einem Kameraden , berauscht und dann trunkenen Muthes j mit einem Schreinermeister Stroheker ' am Saalhos, bei dem Beide im Ouar i v Ci i.ii- T! V. C! ! tier lagen, gerauft hatte. .Einer der bei den, von dem Schreiner denuncirten. Attentäter war glücklich entwischt, der anxt mußte durch die Spieß lauffen", x die Kameraden stellten iidd. mit Spießen bewaffnet, in zwei Reihen ein ger gegenüber auf, der Verurteilte mußte die Gasse zwischen diesen beiden Reihen passiren und wurde nicdergesto $en. Dieses Jagen durch die Spieße" mx vom 15. bis zu An ang des 17. .. . Jahrhunderts eine unter denLandsknech tcn aller Nationen übliche Strafe, die mit Abschaffung der Spieße eben auch verschwand. Wabr chemlich entstand daraus in der ftola das bekannte Spießruthen lausen", das der Schwe denkönig Gustav Adolf zuerst eingeführt haben soll. " . . . - .. i . Weit länger als das Jagen durch die Sviee bat fick die arausia martcrvolle Strafe des Svießens mittels einesPfahleS erhalten, der von unten durch den Leib und zur Schulter wieder herausge trieben wurde, so zwar,- daß in manchen Fällen, wenn die edelsten Theile gar nicht oder weniger verletzt waren, der Unglückliche mehrere Tage lang an dem ausgerichteten, in die Erde eingegrabenen Psosten unter den schrecklichsten Leiden lebte, eine Strase, die namentlich auch beim Militär nicht nur im 17., sondern noch im Anfange des 18. Jahrhunderts angewendet wurde.' Am 6. September 1632, während Gustav Adolf bei Nürnberg Wallenstein gegenüberstand, wurde ein schwedischer Dragoner-Korporal lebendig gespießt. Es hatten nämlich sechs Dragoner, un ter ihnen der gerichtete Korporal, den Plan gefaßt, zum Femde überzugehen; vorher aber hatten sie ihren Kapitän, ihren Lieutenant und ihren Wachtmeister ermordet und deren Bagage geplündert. Fünf der Uebelthäter waren entkommen, den Korporal hatte man gefangen. . Im Jahre 1704 war von einem Braunschweig-Büttelschen, in kaiserlichen Subsidien stehenden Regiment während des Feldzuges in Italien ein Soldat mehrmals desertirt, aber immer wieder erwischt worden. Er wurde dasür ge spießt und lebte am Psahl bis in den dritten Tag, an welchem der Beiam mernsverthe bat, man möchte ihmTabak zu rauchen geben, und nachdem ihm diese Bitte erfüllt worden, verlor er während des Rauchens bald die Besinnung und starb. Aber das Spießen war keineswegs eme ausschließlich militärische, nur gegen Soldaten verhängte Todesstrafe, denn es wurde auch in der bürgerlichenRechts pflege als Strafe für befonderö verab scheuungSwürdige oder wiederholt aus geübte schwere Berbrechen in Anwendung gebracht. So wurde im Jahre 1575 zu Sagan ein Verbrecher Namens Peter Wolsgang, von semen Complicen Puschpeter" ge nannt, der außer unzähligen Diebstäh len und Räubereien 30 Mordthaten auf dem Gewi en hatte, zur Stadt hinaus geschleift, ihm die recht? Hand abgehauen und mit glühenden Zangen gerissen und dann gesplep. Zu Breslau ist im November .des Jahres 1615 em Uebelthäter, welcher auf der Folter bekannte, neben vielen Diebstahlen und drei Brandstiftungen 96 Mordthaten verübt zu haben, aus der Stadt geschleift, mit glühenden Zangen gezwickt, gerädert und zuletzt gespießt worden. Von' ihm wird ausdrücklich bemerkt, daß, so verstockt er während der er vle enleZila) pemvoue Strafe erlra gen, die er von Anfang bis Ende ,'mi l unglauhlicherGeduld ausgestanden, ohne
baß Jemand einen Schmerzensschrei von ihm gehört. Die Besn.ung sei ihm nl$i einen Augenblick geschwunden und habe er 24$ all den gräßlichen Martern vor seinem Snde noch am Spieße ge redet.
Im Wartesalon zweiter Klasse. Eine ergötzliche Scene spielte sich an einem der letzten Abende auf dem Bahn hose zu Spandau ab. Das Wartezim mer zweiter Klasse war von einem Ber liner Vereinter mit seinen Damen einen Ausflug gemacht hatte und den letzten Zug zur Rückkehr benutzen wollte, ange füllt und sämmtliche Stühle mit den er müdeten Touristen besetzt, als zwei an scheinend dem Kaufmannsstande ange hörende Herren, welche indessen nicht zu der Partie gehörten, den Saal betraten und nachdem ihre 'Bemühungen, noch ei nen Sitz zu erhalten, sich als vergeblich erwiesen, ihrem Unmuth darüber in lau ter und unangemessener WeiseLust mach ten. Ihre Expektorationen fanden ber den Anwesenden nur ein höhnendes Lä cheln, worüber die beiden Standesper r & Vaa v juilC ucuuujjyi ciuuiuu uiiuucu, uup sie sich beschwerdesührend an den Jnspek tor wendeten und von diesem verlangten, daß er konstatiren lasse, ob die Insassen des Wartesaals durch gelöste Billette zweiter Klasse zum Ausenthalt daselbst berechtigt seien. DiesemErsuchen mußte Folge gegeben werden und war das Re sultat der , Untersuchung, daß der ganze Verein nur mit Fuhrbilletten dritter Klasse verrsehen und deshalb auch aus den Wartesaal dritter Klasse angewiesen war. Man mußte der Aufforderung des In fpektors,' den Umzug in den weniger comfortabel eingerichteten Saal zu be werlstelligen, Folge geben ; doch gar viele wüthende Blicke und leife gemurmelten Verwünschungen regnete es auf die Stö rensriede, welche nun ihrerseits hohnlä chelnd sich aus den eroberten Sltzen vrm machten. Einer der Hinausgemaßregel a i a aVC4am Va li maV ten Herreu hatte indessen e VZahrneh mung gemacyl,oav vct ver oiucicunituuc die Urheber derselben übergangen seien, und stellte an den Inspektor die Bitte, daß das Versäumte nachzuholen. Das geschah; aber man denke sich den Spott und die Heiterkeit der Anwesenen,als die beiden arroganten Herren,.unter tödtli cher Verlegenheit und Worte der Ent schuldigung stammelnd ebenfalls Bil lette dritter Klasse znm Borschein brach ten. Der ZbschiedSvNef Die Handlung spielt in Kreisen einer Wiener Bankiersfamilie : Sehr er schreckt fuhr der alte Herr Bankier V, aus, als der Diener seines Sohnes auf r n . rv " ra v i l . C X. ihn. ängstlich flüsternd, zutrat : Ich bitte, erschrecken Euer Gnaden nicht, aber aber ich muß es sagen ; ich sterbe vor Angst. Der junge Herr hat soeben ei nen einen Brief an seine Geliebte durch seinen kleinen Mohren auf diePost geschickt." Der alte Herr, riß an der Klingel und rief dem eintretendenLakaien zu : Lausen Sie dem kleinen Mohren nach und bringen Sie mir denBrief, den er bei sich hat Er kommt zu spät," murmelte der Diener des jungen'Herrn; er ist schon seit zehn Minuten weg und das Mohrl hat schnelleFüß'. Uebrigens wem ich 1, was m dem Briefe steht,kuer m l n . . (wtrt'Aot''.t a iLnaoen, es ii em 'aoicgicosoriey. Nun, um so besser V "Ach nein ; der gnädige Herr Sohn hat sich nach Absen dung des Brieses in sein Zimmer zurück gezogen und sieben Kugeln m semen Re volver geladen. Ich furchte, wir kom men zu spät er hat g'rad ein Gebet verrichtet, wie ich hieher geeilt bin." Mit einem Satz war der alte Herr fort und aus dem Eorridor gesellten sich die Mutter, em Onkel, emeSchwagerm und drei Nichten zu ihnen. Sie trafen den jungen Mann blaß und über Sein oder Nichtsein- brütend, auf dem dunkel grauen Eanape. Mem Sohn', rief die Mutter. Was hast Du vor?" bebte der Vater. Drei Nichten fielen in Ohnmacht und nur die Neugierde erhält die Schwägerin aufrecht. Da stürzte der Lakai herein, blaß und athemlos ; er brachte den Brief. Der leichtsinnige. pflichtvergessene Mohr - halte aus dem Wege.emen Knickebem" genommen und sich verspätet. Wie zitterten die Hände des unglücklichen' Vaters, als er den Brief erbrochen hatte und las: Liebe Gustl ! Ich habe melnemAlten nur noch esckwind eine Scene vorzuspielen, aber . ' , v... je . . ri! 1. . in zwei lunoen IN ily oqiirnmi ozi Die und es wird hoffentlich an iseld nicht fehlen. Adieu. Dein Edwin." Ein eigenthümliches Attentat erzählt die Brünner Presse",das vor ei nigen Tagen einem jungen Beamten, im Brunner Augarten begegnete. Derfelbe promenirte dort, als ihm eine Dame entgegenkam, welche, den Schleier vor das Gesicht gezogen und m den Handen emen welken Baumzwelg haltend, um ängstlich forschend betrachtete. Dicht vor ihm angekommen, breitet sie plötzlich bei de Arme aus und, den Zweig von sich schleudernd, schlmgt sie die Arme um den jungen Mann und küßt ihn rasch auf beide Wangen. Darauf läßt sie eben so schnell den vor Ueberrafchung und frohem Erstaunen denn die Dame . prafentirte sich nach verschobenen Schleier als jung und hübsch ganz erstarrten Beamten los, und die Hände vor das Gesicht schlagend, stammelt sie unter Schluchzen: Denken Sie von mir, was Sie wollen, aber ich konnte mir nicht anders helfen." Damit will sie rafch entfliehen, aber der junge Mann hält sie fest, zieht ihr die Hände vom Gesicht, sieht ihr in die thrä nenüberströmten Augcn, und indem er sie zu beruhigen fucht, fragt er zugleich, durch welch' himmlischen Zufall er zu diesem Glück gekommen sei. Da zieht die er glühende junge Dame ein kleines Buch aus der Tasche, deutet mit einem Finger aus eine Stelle und der junge Mann liest : Buch der Sympathien." Un sehlbares Mittel gegen Sommersprossen. Gehe an einem Vormittag an einem Wasser entlang, trage dabei, ohne ein Wort zu sprecheu, einen welken . 'Zweig in den Händen, und den' ersten jungen Mann, der Dir entgegenkommt und des sen Aeußeres Dir wohlaesällt, küsse, den
Zweig hinter Dich wersend, auf beide Wangen." Der junge Mann sah o , : ' - . c ?-
staunt auf die hübsche Abergläubiae, der ihre Sommersprossen allerliebst zu Gesicht standen, und von ihrer aufrichtigen ' Scham und ibrer jetzt nach vollbrachter Heldenthat hervor brechenden mädchenhaften Angst ge rührt, bot er ihr seinen Arm und führte sie fort von dem Orte, wo sie ihre' Sommersprossen los werden wollte und er dafür seine Ruhe losgeworden war. Denn das wir es kurz sagen in den nächsten Tagen schon findet die Verlo bung des jungen Paares statt. Hossent lich wird die junge Dame ihre Sympathien für die Sympathie nicht in dse Ehe übertragen, sonst dürfte dem jungen Gatten der eigenthümliche Aberglaube der Gattin doch immerhin theuer zu stehen kommen.
Hochsommerlich. Laßt, 0 laßt mich laufchen. Fern dem Streit der Welt, Wie die Sicheln rauschen Jetzt im Aehrenseld ! Gern von ernsten Dingen Wend' ich meinen Blick ; Wann die Sensen klingen Schweigt die Politik. Schaut, mit Aehrengolde Schmückt die Flur sich schon; Längst ist ja die holde . -- , Rosenzeit entfloh'n. Und die Zeit der Garben Kam heran mit Macht, Wo in matt'ren Farben Malv' und Aster lacht. Gruß dir, Zeit der Aernte ! Daß aufunfrer Erd' . Jeder Fürst doch lernte. Was der Bauer lehrt! Pflüge, sä' und jäte. Denke früh und spät : Was der Bauer säte. Das wird auch gemäht. Klar wird an den Früchten, Wie die Keime sind : Sturm nur kannst du züchten, ! So gesä't du Wind; Aus des Hasses Triebe ' Kann nur Haß gedeihn r Wer gesät hat Liebe, Heimst auch Liebe ein. Fort mit Gram und Grillen - ' In der Aerntezeit ! j Um des Friedens willen j Bleibt, ihr läst'gen, weit ! ! Sollt nicht Mahnung bringeld ' An des Volks Geschick ; ; ' Wann die Sensen klingen. Schweig' die Politik ! Und der Kriegslärm stören Soll mich nimmermehr ; ; Will nicht sehn noch hören - Von der Welt umher, r Auch nichts von dem bleichen . Schnitter, der 0 GrauS ! Jetzt in fernen Reichen Zog zur Aernte aus. Heil mir ! Rings erschaue Ich nur Lust und Glanz, Und auf Berg und Aue Geht's zum Aerntetanz. Froh vom Weingelände Blickt der Winzer Schaar : Heil'ger Urb an, sende Uns ein gutes Jahr! Darum laßt uns lauschen. Fern dem Streit der Welt, Wie die Sicheln rauschen Jetzt im Aehrenseld ! Gern von ernsten Dingen Wenden wir den Blick; Wann die Sensen klingen. Schweigt die Politik. m t m 1 Neue Sprüche. ; Von L a a r u S Koxxenhei. Jede Sucht Jn's Credit bucht. Geistesreife ist Charakterstärke. Wahr und verbannt Sind nah' verwandt. Wer mich zum Heucheln zwingt. Mich in die Knechtschaft bringt. Wahrer Milde Oberkleid Aehnelt oft Grausamkeit. Die Prachtsucht trägt gar oft ein Kleid Geliehen von der Bescheidenheit. Du wirst oft im Besitz vom Glücksschlüs et em. Jedoch zum Oeffnen viel zu klein. Unmenschen erzeugen Unworte. Unmann, Unweib, Unkind, Stets Unnaturen sind. Ich würde ja Eurer Meinung sein, "Brächte Geld dies oder Ehre" ein. Was ich nicht leicht begreisen kann, DaS seh' ich sür 'ne Thorheit an. Mein Feind ist schlechter als Dein Feind. Was heißt: bankerott? Ein Maorihäuptling aus Neuseeland war in die Stadt gekommen. Dort hatte man ihm die Bedeutung des Aus drucks fallirt" oder bankerott" erklärt. Er kehrte nun in sein Dors zurück und suchte den Stammesangehörigen das Gelernte klar zu machen.. Wenn Du einen Bankerott machen willst sagte er, so miethest Du Dir einen Laden; die Waaren erhältst Du, indem Du an große Kaufleute in fernen Städten fchreibst und um solche ersuchst ; nach ei nigen Monaten versprichst Du zu bezah len. Wenn Du genug Waaren erhal ten hast, verkaufst Du sie oder brinyst sie heimlich fort; dann gehst Du zum Rick ter und sagst : Ich bin bankerott ; hier sind fünf Pfund, das ist Alles, was ich habe." Der Richter behält vier Pfund und läßt den Bankerott bekannt machen; das eine Pfund - erhalten Diejenigen, welche Waaren geliefert haben, zurThei" lung. Nach einiger Zeit gehst Du in .. . -..I. . . r r, r-, " " eme anoere iaor uno gangst oas Gl as schäst von Neuem an." -
3 w t b t a-t ' Herr Vievenbrink (tot einVm Ochsen
in ein Gewölbe flüchtend): Enkchuldi gens, a wüthender OchS kommt ! . Sanfte Tode Sart. Ein Verbrecher war zum Toverurtheilt. Aus königlicher Gnade wurde es ihm jedoch freigestellt, die TodeSart selbst zu bestimmen. .Nun." sagte d?r Delinquent, wenn ich doch emmal sterben muß, dann wähle ich chronische Herz Verfettung !" Der angehende Mathem a t i k e r. Vater (zu seinem Sobne. mit dem er über Feld geht): Nun ftrin. könntest Du mir wohl sagen, wie man am leich 1 n C. s ' jenen oie Jayt oer sÄafe jener Heerde die sich dort umbertumm?lt trmkn t '" önnte? Fritz: Gewiß, Papa; ich zähle einfach die Beine und dividire durch vier. Aus der Schule. Professor: Was that Sannibal naü der Schlacht bei Canäa?" . : v. 1. Schüler: Er verfolate die ?Mlagenen Römer." Professor: Nicht richtig." 2. Schüler : Er behauvtete die ein. genommenen Stellungen.Mr: Auch falsch! Schämt Euch, Ihr Tausendsappermenter, daß es Kemer weiß. Na. der Dritt, n der Bank soll's 'mal sagen!- . ' . '. ö. Schüler (eme ckücktertt - weiß es nicht!" ' . Professor : .Brav, mein Sabn. htr hat gründlich studirt! Man weißes ! j l . n w . .T niiyi, was yannivai nach oer Schlacht vei anaa lyar. S.treng befolgt. Frau : Aber Müller, schon wieder be. trunken ! Ich glaubte. Du seiest in der Knche gewesen. ffftttssot.. cy:tlX ertr . xjn.iiu, uuet uer Pfarrer. sagte am Schluß seiner Predigt: Haltet Einkehr ! Die Retourbillets. ' Der Stoppelbauer aus Querne fubr iüna in 9WsMhmrt f?nt. r.t-..-. A Ol' Vltli. Ul(i.(4l Hälf,e mit der Eisenbahn zum Pferde - markt nach Dingsheim. Da er von Statur ein wenig dumm war, suchte seine Frau, gegen die in Betreff des Mund Werks alle Redner des Alterthums und der Neuzeit nicht aufgekommen wären, allezeit dem Alten ihre Uebermacht zu beweisen. Heute setzte das Fahrbillet sie in Wuth, wie selten etwas zuvor. Aus jeder Station strömten neugierige Menschen zusammen, um zu hören, wie bei dem Weibe ein Schimpfwort das an dere verschlang. So'n Verschwender! So'n Thunichtgut ! nimmt kein Retour billet; bringt Frau und Kind an -den Bettelstab!- Der Alte verkroch sich ruhig in seine Ecke, schwieg und ließ die Alte donnern. Um sich jedoch sür die guten Lehren erkenntlich zu zeigen, sonimmt der Bauer am Abend die schmerz lich vermißten Retourbillets. Verdop pelte Raserei von Seiten der Gattin. Retourbillets! Wozu? Du Ochse! Du Esel!" Da schleicht der Stovvel bauer nochmals zum Schalter. Sei ruhig !" sagt er später im Coupe, als der Zug schon im Fahren ist, wenn die Retourbillets denn für die Rückfahrt nichts taugen, so heb' ich sie auf für ein andermal. Hier hab' ich noch einfache dazu genommen." Nun war's, wie man zu sagen pflegt, alle! Die Frnih' von Titulaturen und Redensarten von jeder Specle, die sich über den Sünder ergoß, erwies sich als eben so phänomenal wie die Hiebe mit dem Besenstiel, die es da heim unter vier Augen setzte. Ganz ge knickt und mürbe sagte der Stoppel bauer : Dir kann's aber doch auch Kei ner recht machen! Gedankenfp ane. Damenclubs sind meistens Orte, wo die Elstern den Dohlen erzählen,, wie schwarz die Raben sind. Was hilft mir Euer Lob am End' ' Wenn ich nicht seh', daß Ihr auch tadeln könnt! Es gibt Krankheiten, die mit dem, Arz'.e kokettiren. Die Gesinnung wird durch den'Äech sel schmutzig. f Der Ehrgeiz frhlt sich getadelt, wenn' er nicht gelobt vkd. , Die Geistesa.muth ist selten' ver schämt. .'" Der zerstreute Commerzien. ratb. Der Herr Commerzienrath ist auf Be. such beim Herrn Baron. Man unter nimmt einen Jagdausflug.- Der Förster ist angewiesen, den Herrn Commer -zienrath auf einen besonders gutenStand zu führen. Der Förster stellt den Herrn Commerzienrath an und sagt dann: Hier ist der Wechsel, Herr Commer zienrath." ... . Commerzienrath (zerstreut) : Geben Se her'das Papierchen !" Die Tochter Dagobext Wahnfriedö.. :u'; Lehrerin: Nun, liebe Nussica, nenne mir mal einige berühmte Frauen ! Nusstca : Louise von Boß, ..Meta Physik, Alma Mater, Anna Dyomene, 6CLVGf Sophy Stick, Sara Gossa und die Clara von Abraham a Sancta. Robert von Mayer unedle beidenKnaben. Robert von Mayer, der Urheber der mechanischen Wärmetheorie,spazie'rte einst m semer Vaterstadt Heilbronn langsam Straße hmab. Da begegneten ihn zwei Knaben, und der eine, der 'ihn kannte, zog den Hut vor ihm ab.,. "7"'" la3tc andere, ;waö ist denn das sur Einer V - ": ,v .Schäm' Dich,daßDu dasnirrklßt, oas ist ja der Robert Mayer-Z-ii.i Der Robert Mayer ? Was i7 denn. tn?f 9 " , 1 ntt ; ..... Ei. das ist der, vclcherdic r ar: ersten hat!" -'-y Ein guter Kerl.!' ": Mein Herr, Sie sind virkli5) sk vorkommend! Sie blätte:.: ' : ...,,' zu sruy um. . . " i l. Paroon, mem uraulem, c i.) I f in mm,r.':f r,i rutsif " ! " ' Noten gar nicht."
