Indiana Tribüne, Volume 4, Number 428, Indianapolis, Marion County, 20 August 1882 — Page 2
Hl,ir, 51r.VünmkN.Saus
U - ' ' V gwv-w - - - u . . Cfiaman in ,mi Abtheilung und vier Bänden von Vtnft !P4w. . ' . (A. Fortsetzung.) Vnnnven. Qerr Urian, auf den neu' t n Eigentümer des Klosterhofs, den ihr och dem Hupper? gvnnl ye? Die beiden Ban niesen an uno Franken und Frau Nettchen erholte sich überraschend schnell wieder. Zweites Kapitel, kurz aber inhatls HT3ZX Wesbalb Vater Huppertz das Wein ut Klosterhos für dreißigtausend Reichs. lhal:r kaufte. Text und Antwort : Um ?eine': lieben Röschen eine Aussteuer zu iertäaffen, würdig ihres hübschen Ange . .w lC-? aii1h....uo on n - Itchts uno lyii yuniijctjcns. 'angcjio sien, meinem Kinde gilt's, und Röschen verdient den allerbesten Trunk ! Sap zermost! Diesmal war es Röschen, das einen Schrei ausstieß, doch einen Jubelschrei, ütz hell die Stube durchhallre und sich hamonisch mit dem lustigen Klingen der Gläser einte. Dabei war das Mädchen sufgesprungen und aus den Vater zu, diesen in ihrer Herzensfreude umarmend und unter Freudenthränen küssend. Auch war eS diesmal Urban gewesen, der sein Glas. so kräftig wider das des Küfers hatte klingen lassen, daß es bald i;: Scherben auseinander gefahren wäre. tzz mt dies auch eine Nachricht, die ihn ganz ungewöhnlich' treffen mußte. Röschen, mit der er bisheran nur ihrer hübsehen Augen wegen und was sonst zierlich und schön an ihr war, gescherzt hatte, war mir einem Male ein reiches Mädchen eine sehr gute Partie geworden. Und tjefcei hatten die Aeuglein des Vaters ihn so schelmisch und herausfordernd an geblinzelt, mehr als genug, um den heißblutigen leichtlebigen Menschen in Aufregung zu versetzen und zum Nachdenken zu zwingen. Doch Hupperh ließ weder ihm noch seinen beiden Frauenzimmern Zeit, uiit ihren Gedanken ins Reine zu kommen uno sie in Worte zu übersetzen, denn nach dem er die Gläser wieder vollgeschenkt hatte, rief er plötzlich mit seiner dröhnen den Stimme:. Trittes Kapitel dem später noch ?ine g.z'e : Reihe folgen müssen, wenn uch w.rni' Geschichte für heute damit zu Ende Dafür aber em Yauptkapltel,das all?rseinste und den beiden Weidsen dort gewiß auch das allerliebste. Auf gepüßt. sappermost ! Zu bei Mitgift und dem Mädel gehört naturgemäß ein Mann, tclt zu dem Wein das Faß, und daß ein solcher mir unter solchen Umständen auch nicht fehlen wird, könnt ihr .euch wohl denken wenn ich ihn auch nicht nenne haha ! Errathen müßt ihr ihn und allzu viel Kopszerbrechens dürste euch dies nicht kosten. Angestoßen ! Daß einem jeden der rechte Gedanke im Hirn aufbuchte und meine Wahl sich als eine gu U bewähre ! . Angestoßen, in d'rei Teu sappermost ! schrie er 'plötzlich mit einer ttahrhast wüthigen Stimme aus, als er sah, daß die beiden Hauptpersonen, anstatt lustig mit ihm einzustimmen, wie berdonnert dasaßen. Angestoßen, es gilt dem Zukünftigen, dem Bräutigam meines Äöschens! . Doch nur Urban stieß mit dem schier öberlustigen 'Küfer an; Röschen war bei letzten Worten entlaufen, und Mutter ettchen mußte sich von den Geschichten 1Ca3 amha3 f a amaa!(am ftfft S , C UiCp yjiUlWICS U UUlCltlICU Uyitil, lUß it weder den Mund noch ein Glied zu .-rühren im Stande war. - Euer Röschen verdient den allerbesten Mann, Vater Huppertz, sie ist schön und gut und reich! Was kann das Herz Mehr : klangen ? Glücklich der, welcher fU sie" erringen wird, er ist zu beneiden ! Daß ; sein schönes, seltenes Glück hoch und 'erth halte, für das ganze Leben, fuhr er plötzlich begeistert, mit leuchtenden "Auarn fort, daß er eurem lieben, treuen ctir&: einen Himmel auf der Erde bereite, daraus trinke ich mein Hlas leer bis auf ie Neige. Ich wünzche es ich hoffe -es und es wird geschehen ! Amen ! murmelte der Küfer fast un hörbar vor sich hin, wahrend sein geröthe tes Gesicht sich in ernste Falten legte. Da meine Geschichte vorderhand au Ende ist, so wollen wir nun m aller Äuhe und Bequemlichkeit weiter trinken pnd plaudern, und Nettchcn wird uns irgend etwas zum Einbeißen zurecht ma chen, denn der Magen verlangt sein Recht vie die.Kehle. Oh, ich lasse euch sobald flicht fort, Herr Urban ! rief er, als er "sah, daß dieser eine bescheiden ablehnende Bewegung machte. Haben wir doch noch vier volle Flaschen zu leeren und wahrbasüg noch mehr miteinander zu reden. Ihr müßt mir vor allen Dingen guten Sfiatft nefirn Ilkier eine Sveculation. die ich gleichsam mit dem Klosterhof gekaust habe. Rebä. Vater öuvvertz! rief Urban eisrig. Ich kenne das Weingeschäft durch - und durch und siehe euch mit Leib und . Eeel zu Diensten. Weiß, weiß! entgegnete der andere schmunzelnd und mit einem verschmitzten Blick auf den jungen Mann, der sichtlich Feuer aefanacn hatte. Weil ihr ein so öortresslicher schlauer Wcinkausmann , eid, just deshalb wende ich mich an Euch. ' Daist eine Firma in London, die will zurrten ganzen Ertrag des Klosteryoses imVoraus aus eine game Reihe von Iah ren.abkaufen 'und ich soll den Preis be stimmen. Es kommt mir dies fastzu dumm von dem Englander vor. Und doch sind es sehr gescheite und vor vor allen Dmgen höchst ehrenhafte Leute, entaeqmte Urban rasch, die eine gleiche Ehrenhastigkcit bei euch voraussetzen .. .f .! !a t f rs aSmaPmiaaP Of js. feOCcl uuuf tcintaiiJiija iiitu. u) Zabe Kenntniß von dem Geschäft, es ist die Firma Elaersield and Scn. Richtig; so nannte Herr Winand sie, sagte derKüser,erstaunt den jungen Mann anblickend. Und was ratbet ihr mir? -Was würdet ihr an meiner Stelle wohl lhun? . . Zu.-.rclsen, zngrelseu ! - Aber mündlich müßte Alles abgemacht zrerden, brieflich wäre es halbe Arbeit, roer ohl kaum möglich. Das meinte Herr van Embden auch, , doch ich kann nicht fort und verstehe mich auch nicht aus einen solcken Handel. So uno: ).en leuverireler. " ,'. Äx&irh Mann dazu. " :niaen Ta... -Zcn unsere beiden Se
gelboote nach Rotterdam ab, die Gelegenheit könnte benutzt werden. Na, wollt ihr für mich nach London gehen, Herr Urban? Ich bin bereit, euch an dem Geschäft zu betheiligen ! Urban stieß einen hellen Freudenrus aus er hatte wohl die etwas räthsel hasten, auf alle Falle in diesem Augenblick sonderbaren Worte verstanden. In die dargebotene Rechte des Käsers schlug er ein und rief: Top, es sei ! Ich weiß, daß der Tex tor mich gern mit den Boten nach Rotterdam schicken möchte, doch hatte ich ganz und gar keine Lust zu dieser abermaligen Reise. Jetzt gehe ich mit Freuden, von Rotterdam nach London, und will das Geschäft für Euch abschließen, so gewissen hast und gut. als Als ob es für eure eigene Rechnung geschehe. So ist's recht, sappermost ! er gänzte der Küfer lachend und mit ver schmitztem Blinzeln seiner Aeuglein die Rede Urbans. Morgen Vormittag kommt ihr zu mir, dann besprechen wir alles weitere; ihr eßt bei mir zu Mittaa, Röschen soll uns mein Leibgericht bereiten : dicke Bohnen mit Schinken, Braten und Salat oh, das Mädel ist eine eben so famose Köchin wie sie hübsch ist, ihr werdet's er propen, Herr Urban. 5. Kapitel. U:bans ltfr ftcwcl unb deff, Folge. An diesem Abend hatte auch der Buch Halter Textor eine eigenthümliche Unterredung mit seiner Tochter Julia gehabt, welche ein ähnliches Ziel anstrebte wie die des gemüthlichen Küfers bei den Sein! gen. Doch wurden dort die VerHand lungen auf Umwegen und dabei so lustig als möglich geführt,so ging es hier äußerst ernst zu, und mit dürren Worten erklärte
Herr Textor feiner Tochter, was er von ihr verlange. Herr vanEmbden habe sich endlich auS gesprochen, dem Vater mit klaren Worten gesagt, was diesem im Grunde kein Geheimniß gewesen : daß er die Tochter liebe und zur Gattin haben wolle. Welch ein Glück, so rief Herr Textor schließlich, er heirathct mein Kind, das dadurch zur reichsten Frau der ganzen Stadt wird, und über Millionen können wir versügen! Denn Millionen hat er nur wußte er bis jetzt sie nicht zu benutzen, der Thor! er lebte so einfach, als hätte er noch wenigcr Gehalt als sein Buchhalter. O,hät te er dafür meine Wünsche gehabt ! Doch das soll nun anders werden, Equipagen, Pferde müssen mir wieder in den Stall, franzosische Köche in der Küche. Keine Galeere von Eomtoir mehr von Morgens bis Abends höchstens ein beseblendes Ueberwachen, dasür Freiheit und Wohl leben den ganzen Tag alle Tage ! die reichste glänzendste Tasel, blitzendes Silbergeschirr, die seltensten Wcine, die allerfeinsten Liqueure in geschliffenen Kry stallaläsern vornehme reiche Gäste mit gefüllten Börsen und Spiele ! Ah ! Nicht um Strüber und Groschen, nein,um Gold ! Alles, was ich bts letzt so glühend ersehnte und stets entbehren mußte, will ich genießen,das Theuerste und Beste, was nur für Geld zu haben ist, soll herbei ! Denn wofür hätten wir sonst die Millionen? Wofür hätte ich mein sauberes Kind dem häßlichen buckeligen Menschen gegeben? Em lautesschluchzenJuIias unterbrach hier die Rede des Vaters. Närrin : Anstatt nch zu freuen, dem Vater um den Hals zu fallen, ihm zu dänken für das was er su? ste gethan, sitzt das dumme Geschöpf da und heult mir die Ohren voll, verscheucht mir durch sein herzerbrechendes Schluchzen den Borgeschmack der Freude, welche, endlich endlich bei mir einkehren will. Was kannst du sür Gründe haben, die dich hindern. mit allen Fingern zuzugreifen, das Glück zu erfassen, das du eigentlich nicht einmal verdienst ? Er ist gar so häßlich, der arme Herr Winand, stotterte das eingeschüchterte Mädchen unter Thränen hervor. Ich kann ihn nicht helrathen es tt mir unmöglich! Und ist seme hohe Schulter denn die ist doch nur das einzig Häßliche an ihm die alleinige Ursache deines Wiverstreben, he ? Nr wißt es nur zu gut, Äater, was sonst mich noch quält, habt ja seine AnNäherung geduldet sie sogar ermuntert. Und nun soll ich sür immer von ihm -lassen? Ich kann es mcht, es wäre mein Tod ich müßte verzweifeln und sterben. wi. w V C f Aus's neue vracy o:e 'Arme naa) vielen Worten in em heftiges schluchzen aus, die Hände schlug sie vor die Augen und . . i '. ...vi- f. V I convulttvi1.a,) wanoie 1.1a; uci iiujciiumiic Körper unter den ihn sotternoen Beeten und Herzschmerzen. Also der Urban steckt dir im Kopse ? Na, die Gedanken an den leichtsinnigen liderlichen Patron will ich dir rasch ver treiben. Du magst es denn wissen, er hält dich zum 9!arren wie die andern Mädchen, denen er zu Dutzenden den Hos gemacht. Während du Hier um ihn jam werft, in Deiner Dummheit ihm zuliebe dein Glück mit Füßen treten willst, sikt er bei der kleinen Huppertz, der yübjchen blonden Spitzbubin, und lacht und liebelt mit ihr nach Herzenslust. Das ist nicht wahr! fuhr Julia auf, dabei von ihrem Stuhl emporspringend und sich mit blitzenden Augen vor ihren Vater hinstellend". Oho ! rief dieser, vor der jugendlichstolzen Gestalt unwillkürlich einen Schritt zurückweichend und sein Kind mit sichtli chem Wohlgefallen betrachtend. Du glaubst es nicht und dennoch ist es wahr, will's dir zu beweisen suchen. Merk auf, du Thörin, und dann wirst du hosfentlich curirt sein. Heute Nachmittag warst Du mit Röschen imGarten unseres Hauses ; ihr zeigtet Euch öfters, um den Urban zu euch herauszulocken-so jung u. schon so raffinirt ! Ich sah alles, und ließ den Garten nicht aus den Augen. Der Urban kam, er plauderte mit dir,, dann, etwa nach einer halben Stunde, verließ ich mit dem Huppertz das Haus der Park war leer. Du warst bei meinem Anblick davon und nach öause gelaufen und der Urbon hatte sich in die Stube des Küfers salvirt, wo ich ihn mit diesen meinen Augen bei Röschen sitzen sah, mit der er lustig schäkerte. - ' Er mußte doch irgendwo sich'verbergen, sagte Julia zitternd, einen gewaltsamen Versuch machend, das Thun ihres Gelieb tcn zu rechtfertigen und zugleich ihre neue wehe Aufregung zu beschwichtigen.
Zugegeben meinetwegen! entgegnete der Vater mit spöttischem Ton. Doch höre nur weiter! Der Urban kam am heutigen Nachmittage nicht mehr insComtoir zurück. Er wird nach Hause gegangen sein, wars Julia hastig ein. Gefehlt! bei der hübschen Blondine ist er sitzen geblieben. Ich hatte viel im Comptoir zu thun und als ich dasselbe nach acht Uhr verließ, an der Stube des Küfers vorüberging, da sah ich ihn noch aus dem früheren Fleck nur glühten seine Augen ganz anders als am Nach mittage, doch nicht mehr alS die des Röschens. Jetzt ist es Zehn und ich wette, er sitzt noch dort und bei ihr. Die Schändlichen ! vermochte das ge folterte Mädchen nur zu stöhnen. Nun siehst du wohl ein, daß es thöricht dumm wäre, noch länger an den Liederjahn zu denken und seinetwegen dein Glück in den Wind zuschlagen. Warum habt chr denn geduldet, daß es so weit zwischen uns gekommen? rief jetzt Julia unter bitterm Weinen. Warum? Hahaha ! Damit der an dere eifersüchtig werde und endlich einmal mit der Sprache herausrücke. Das ist denn auch heute glücklich geschehen. Und nun genug ! Wie ich gesagt, so bleibt es. Morgen Vormittag kommt Herr Winand, um in aller Form um dich zu werben, du wirst ihn in deinem besten Staat empfangen und ihm das I a w o r t geben werde übrigens in der Nähe bleiben ! Jetzt ins Bett, zehn Uhr ist vorüber und Zeit zu schlafen. In fünf Minuten will ich kein Licht mehr in deiner Stube sehen. Gute Nacht! Julia blieb noch einige Augenblicke un beweglich sitzen, doch weinte sie nicht mehr, es war, als ob sie in ein tiefes Sinnen versunken sei. Dann aber nahm sie die Lampe und trat in das Nebengemach, das ihr Schlafzimmer bildete. Hier löschte sie nach einer Weile das Licht, um die Weisung des strengen Vaters nicht zu überschreiten. Doch kleidete sie sich nicht aus, sondern warf sich auf einen am Fen ster stehenden Stuhl, den frühern Gedanken ungestört nachzuhängen. Die Worte des Vaters waren Lügen,
mich zu berücken. Doch im Garten, in der Laube weilt er, wie er es gesagt wo er jetzt noch weilt und meiner harrt. Wie klangen seine Worte? Ich erwarte dich die ganze Nacht ! Kommst du nicht, so ist dies mir Beweis, daß dein Herz nur sein Spiel mit mir getrieben' daß du mich nie ge liebt hast ! Dort sitzt er, so flüsterte sie immer er regter, und wartet meiner nun wohl schon über eine Stunde ! Komme ich nicht, so ist's mit unserer Liebe zu End er hats gesagt an ihr verzweifelt er und an mir. Nach den Mittheilungen des Vaters von heute Abend muß ich ihn sprechen, noch diese Nacht morgen ist's zu spät, denn schon am Vormittag wird der andere kommen, und vorher darf ich das Haus nicht verlassen, der Vater wird mir nicht von der Seite gehen. Ich muß zu ihm ! Es ist der Einzige Ausweg, mich vor dem entsetzlichen Loos, das mir droht, zu retten, mit ihm zu fliehen, wenn es sein muß noch in dieser Nacht ! ' Ein kurzes letztes Zögern, ein scharfes Horchen nach allen Seiten, dann schlich Julia langsam leise auf die Thür ihrer Schlafstube zu, welche auf den schmalen Hausgang, zugleich Treppenflur, führte. Die Laube, von dichten Blätterranken umzogen, war bald erreicht, doch kein süße? Gruß daraus tönte ihr entgegen keine Antwort wurde ihr, als 'jetzt ihr Mund in athemloser Spannung den Namen Leonard!' flüsterte. In dem Dunkel der Laube blieb cS ruhig und still wie vorher sie war leer. Mit einem wehen Seufzer sank Julia aus die wohlbekannte Holzbank nieder. Ihr Herz preßte sich schmerzhast zusam men und ihren Augen fühlte sie Thränen entrinnen. Doch den Glauben an ihre Liebe verlor sie nicht und die Lippen murmelten vertrauend, wenn auch vor bitte rem Weh zusammenzuckend. Er wird kommen ich werde warten. Vergebens ! Leonard erschien nicht. Mitternacht hatte die nahe Thurmuhr ihr verkündet, dann die erste 'Stunde des neuen Tages. Ihre Aufregung war eine fieberhafte geworden und die crhitztePhantaste führte ihr in raschem Wechsel aller lei Bilder vor die Seele. Sie sah Urban an der Seite ihrer Freundin Rös chen, scherzend und lachend mit ihr, wie der Vater es ihr geschildert ; sie sah ihre Umarmungen, hörte ihre Küsse und fluch te der Falschen, die sie und ihre Freundschaft so hinterlistig verrathen hatte. Nun sah sie sich an der Seite Winands van Embden im reichsten, glänzendsten Braut kleide zur Kirche schreiten, durch die gafsende, staunende Menge des Volkes, unter der sich Röschen und Urban in ihrem be scheidenenAeußcrn befanden. Mit stolzer Verachtung schaute sie auf ihn nieder und bannte seinen spöttischen Blick, der ihrem armen, verlrlppttten Gatten gelten sollte. Dann sano sie sich wieder als Herrm in dem großen Dr'ci'Königen-Hause, in dem Urban und Röschen als ihre Diener herumhantirten, denen sie befehlen, an denen sie ihren Groll ihren Haß ungestraft auslasscn konnte, die jede Unbill, welche sie über die Verhaßten verhängte. geduldig und schweigend ertragen mußten.' Cy . . ... r f ... vjinc grimme reuoe, wie ue nie ucu erinnerte empfunden zu haben, erfüllte ihr Herz und . überwältigte für ' Augenblicke dasWeh,welches seine grausame Herrschast darinnen ausgebreitet hatte und ruckstchts los ausübte. Nun kommt er nicht mehr ! klang es aus den zusammengepreßtenLippenJulias hervor. Ich habe gewartet auf ihn bis zum Tagesgrauen wie er qelobt, es zu thun, und nicht gehalten. Die Folgen mag er tragen. AIS Vater Terror am Moraen aeaen sieben Uhr in die Wohnstube trat und einen scharspruicndcn Blick auf seineToch ter warf, die das einfache Frühstück aus dem Tische ordnete, bemerkte er zu seiner größten Freude, das Haltuna und Gebaren des Mädchens eine Resignation zur Schau trugen die deutlich sagte, daß sie . 1 u, r ' na) m iyr vsgiqai gefugt habe. Nun, wie ist's, bist du vernünftig ge worden? Er mag kommen, entgegnete Julia, ohne dabei eine Bewegung zu machen oder nacu oem arer ymzujqauen.
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Textor begab sich jetzt in das Privatzimmer des Herrn von Embden, den er bei seiner Toilette fand. Alles in bester, schönster Ordnung,mein iheurerHerrWinano. Julia ist vorderer tet und erwartet Sie. Bringen Sie nur getrost Ihr Sprüchlein an, und es wird Erhörung sinken. Der andere ist jetzt schon unschädlich geworden; gestern hat er bis in die Nacht bei der Hupprtz1chen gesessen und heute speist er bei ihnen zu Mittag auch bereitet er sich jetzt schon auf die Reise und seine GeschÜsie vor. Meinen Kopf zum Pfande : heute Mittag feiert er seine Verlobung mit dem Mädchen. Ich danke euch, Textor ! Doch geht voraus, ich muß mich erst sammeln. In wenigen Minuten folge ich. Geht, ich bitte Euch. Jetzt hielt sich der Buchhalter nicht mehr und in einer fieberhaften Hast verließ er das Cabinet. Als Textor in einer nicht gewöhnlichen Aufregung in die Wohnstube trat, konnte er einen Ruf freudiger Ueberraschung nicht unterdrücken. Julia hatte den Raum so bübsch und sauber hergerichtet, daß er trotz seiner etwas abgenutzten Ausstattung äußerst behaglich und einladend aussah. Das Mädchen selbst saß in einem einsachen, doch frischen Morgenkleide am Fen ster mit einer Handarbeit beschäftigt. So ist's rechi,meinKind! Dein weiblich Jnstinct hat dir besser gerathen wie dein Vater. Nun mache auch ferner deine Sache gut dort biegt er um die Ecke des Huppertzschen Hauses, in wenigen Minuten wird er hier sein. Ich gehe bleibe jedoch in der Nahe, dort in meinem Schlafzimmer, wo ich alles hören werde. Im rechten Augen blick bin ich wieder hier, um dich als die künstige reiche Frau van Embden zu begrüßen, in meine Arme zu schließen und euch beide zu segnen, wie es sich gehört. Glück auf, mein Kind, sei vorsichtig und klua! Sie arbeitete fort, als ob das Heil ihrer Seele von dem Thun der Hände ab hinge. Da klopfte es einige Mal leise, bcscheiden wider die Stubenthür; aus das za-
gende, kaum hörbare Herein" ! des Mädchens öffnete sich diese und Herr van Embden trat ein. Beide standen sich gegenüber. Julia hatte den Eintretenden erröthcnd Mit einem leichten Helgen des Hauptes gegrüßt, dann aber wirklich verwirrt und klopfendem Herzens wieder nieder aus ihre Arbeit geschaut, an der , sie rastlos weiter ichante. Da fühlte Julia plokilch,wle eme Hand die ihrige ergriff und trotz eines leichten Sträubens hielt, und wie eme Stimme, in der eine tiefe Bewegung mit Thränen, kämpfe, zu ihr sprach, anfangs Iei)e ;j' gernd und zitternd, dann immer warmer und fließender. Julia ! so klang es an ihr Ohr, ohne dazz das Auge wagte, zu dem Sprechenden aufzuschauen. Sie ahnen wissen, was mich zu Ihnen fuhrt, daß ich diesen kuhnen Schritt' gewagt habe, um mir in Ihnen das höchste Glück des Lebens zu errmgen., ch konnte mcht anders, denn was seit Jahren mem Herz erfüllte und bewegte, es war nicht mehr zn bewältigen. nicht mehr zu ertragen. Es mute endlich reden oder untergehen. O, hören Sie aeduldia an, was cö Ihnen zu sagen hat, bevor Sie sein Urtheil' fällen, wie es gelitten und gehofft, was es gewagt und alsDank gelobt. Wenden Sie Ihr Antlitz nicht von mir, lassen ie Ihre Thränen fließen ! ries er jetzt mit einer edcln Auswallung, als er sah, daß Thräncnper len die Wangen des .'cadchenZ rnederneselten. Ich kenne deren Quelle und achte sie. Nur gestattenSie mir zureden, meine kühnen Wünsche, meinen nun einmal gewagten Schritt zu rechtfertigen. Er schwieg tief ausathmend, wie von seiner Aufregung überwältigt, ohne jedoch ihre Hand fahren zu lasten. Dann begann er wieder ruhiger: Ich war ein unglmg, als Sie, noch ein Kind, in dem Hause und dem Garten meiner Mutter spielten. Was andere junge Leute in meinem Alter erfreute, was lch mir durch die Gute der Mutter im reichsten Maße hätte verschaffen können. es hatte keinen Werth für mich : ich sah nur Sie, meine kleine herzige Äulia, erfreute mich nur an ihr, ihrem fröhlichen Lachen und Plaudern. O, Sie müssen es wissen, können es nichtvergcffen haben, wie ich Stundenlang im Garten unter den Bäumen oder in unserer ehemaligen Kinderstube saß und mit einer stillen scligen Freude Ihren Spielen zuschaute, wie ich mich überglücklich fühlte, wenn es mir gelange Sie mit einemSpielzcug zu überraschen, und wie meine Augen sich mit Thränen füllten, wenn dem armen Winand dafür ein freundlicherBlick,ein Wort des Dankes wurden. Ich liebte die kleine Julia schon damals mehr, als mein Leben, uno dies Gefühl einer reinen heißen Liebe hat seit jener Zeit immer tiefere Wurzeln in meinem Herzen geschlagen es heute mit Gewalt -daraus reen zu wollen, hieße es töten: es müßte darän verbluten. Je größer und herrlicher Sie wurden, je mehr entflammte es mich, und als das Kind e junges Mädchen geworken, da wollte ich r&en, um mir diesen Schatz an Schönheit und Frohsinn als mein Eigen für das ganze Leben zu gewinnen. Ich wollte mußte es thun und fand dennoch den Muth nicht, da zu. So verging Jahr um Jahr, -ohne daß ich sprach,, nur zweifelte und zauderte. Was konnte ich auch der von Gott so sichtlich Bevorzugten bieten ? Si,, so schön wie kein zweites Menschenkind weit und breit, und ich ein armer verkrüppelter, einsilbiger, verschlossener Geselle. Mein Schweigen und Zagen rächte sich es ward meine Strafe. Ein anderer wollte mir zuvor kommen, den ersehnten Himmel mit kecker Hand sich rauben, um ihn viel leicht zu zerstören und dann achtlos dem Schmerz preiszugeben. D, was ich da gelitten, ich vermag es Jh. 'N nicht zu schildern ! Doch stachelte dies Weh mich auch wieder an zu handeln. Meiner unendlichen Liebe mir bewußt, meines heiligen Willens, das Wesen, welches ich so hoch über alles verehre, licoftid und anbetend glücklich zu macht, jedes Wort, jeden Blick der Liebe mit- dem reichsten Danke, mit meinem Herzblut, wenn es sein müßte, zu verdienen und zu vergelten, fand ich die Kraft, in die Schranken zu treten, um mein Himmelöglück zu erkämpsen, trotz meiner Mißgestalt, die ausge-
wogen werden muß durch eine solche Lie be ! Nun wissen Sie. Julia, mit weni
aen Worten alles, was in meinem Herzen vorgeht, was es ersehnt, hofft und errin gen will. Nun wählen Sie zwischen einer trügerischen Liebe in blendender Gestalt oder einer heiligen und ewigen, die der arme mißgestaltete Winand sie Ihnen bietet. Sprechen Sie sein Urtheil ! Sen . im' r- v oen Vie iyn eroarmungsios von ncy, in sein Elend zurück, oder erkennen Sie ihn um seines reines Herzens willen als ebenbürtig an und werden Sie sein Weib! Die Aufregung des Mannes war eine furchtbare ge.-vorden, sein ganzer Körper zitterte und vor den Füßen Julias brach er in die Kniee, ihre Hände, die er nun beide gefaßt hielt, krampfhaft pressend und i ' - r. m . r i . Mll yelpen A.yranen venexeno. Auch Julia fühlte sich ungewöhnlich erregt und ergriffen. So hatte Urban n zu ihr gesprochen und die Macht dieser reinen treuen Liebe wirkte zaubermächtig auf ihr Herz. Der kleine mißgestaltete Mann erschien ihr schön in diesem Äugenblick und vor ihm erblaßte das Bild Leo nards. Ihrer Aufregung gebietend, flüsterte sie mit zitternder Stimme : Beruhigen Sie sich, Herr Winand,und kommen Sie zu sich. Einer solchen Liebe bin ich nimmer werth, denn ich war bis jetzt ein gedankenlos dahinlebendes Mädchen das ohue Rath und Warnung viel leicht auf der glatten Bahn des Unheils weiter gewandelt wäre. O, wenn meine gute Mutter noch lebte ! rief sie, jetzt von diesem pKtzlich aufgetauchten Gedanken tief erschüttert, und die Hände vor. die Augen schlagend, erstarb jedes weitere Wort in einem heftigen Weinen. Da richtete Herr van Embden sich empor. Dieser Herzensschrei hatte mächtig auf ihn gewirkt. Er faßte die Weinende kühn in seine Arme,und sie an sich pressend, ries er ihr zu : Ja, du Holde,die Mutter fehlt Dir und Deinem lebensfrohen arglofen Herzen ! Doch von dieser Stunde an fehlt sie dir nicht mehr, denn -diemeinige sühre ich Dir zu. In ihre Arme, an ihr Herz kette ich Dich als ihre neugewonnene Tochter, als mein liebes, herrliches Weib. O, willige ein, Julia! Habe Mitleid Er barmen mit dem Manne, dem Du alles bist, der ohne Dich nicht mehr wird leben können. Rede! Um der Liebe willen, die Du zu deiner Mutter hegtest, die nur das Glück ihres Kindes wollen konnte rede ! Immer stürmischer hielt er sie gefaßt, durch den Ton seiner Stimme, durch seine Blicke gleichsam eine Antwort erzwingen wollend. Doch wenn auch letztere sich nicht trafen, da sie das Auge immer noch gesmkt hielt, so glaubte sie ihre' Macht dennoch zu empfinden und seinen Armen entwandt sie sich nicht. Sie duldete sein Umfassen, seinen heißen Athem, der in ihren Locken spielte, über ihreStirn dahin fuhr, doch zu reden war sie noch nicht im Stande. Endlich hatteJulia sich in etwas gefaßt und leise dabei tief erröthend hauchte sie van kmvven zu : Sie verlangen Liebe von mir und dadurch im Augenblick eine Unmöglichkeit ! Sie würden mir nicht glauben können, spräche ich anders ! Lassen Sie mir und meinem Herzen Zeit zu vergessen, uns in das neue Leben, welches Ihre Worte un? eröffnen, zu sinden ; ich verspreche Ihnen, daß wir es versuchen wollen. Nur unter dieser Bedingung wäre ich im Stande, aus Ihre Wünsche einzugehen und die Ihrige zu werden. Doch nun lassen Sie mich sür jetzt nur ! O, Dank, tausend Dank, für dies Ver sprechen, theure Julia, jauchzte van Emb' den auf, es gibt mir mehr, als ich zu Hofsen gewagt. In alles willige ich. und nicht erzwingen will ich mir Worte der Liebe auf den Knieen, Dich anbetend, will ich ibrer barren. dankbar für iede Hoffnung die mir werden wird, und bew ? . c gtuai vuru? iie. ten Augen entrannen, einen Kuß auf ihre weiße Stirn. Da hauchte das Mädchen, unter dieser Berührung zusammcnschaui t w J ' ' . erno, nocy einmal uije, oocy steyenver oenn vornm. . O, lacn Sie mich allem mit mir, ich vltte: Zu der Mutter eile ich ! rief Winand begeistert, und sich cmporraffend. Sie muß alles erfahren, und dann , führe ich Dich zu ihr, damit sie in meiner Braut, in ihrer Tochter den Engel segne, der mich ..C . - r O -f. . . - V.". .. ! v uu ucui iciucui cucr.swcijc giuaonngeno begleiten wird. Leb wohl! . Kapitel. Frcu ndkea und das edeim, niuSDriKönlen-Hse. Herr Winand van Embden hatte, noch immer nicht Herr seiner Aufregung, den Flur des Dret-Königen-Hauses von der Gartenseite her und in ungewöhnlicher Hast betreten. -.:.-..,;. Seme Mutter wollte er besuchen, die in dem alten Hause hier ein eigenthüm, liches abgesondertes Leben führte, sodaj sie den. meisten Hausbewohnern fast sremi geworden war. Wenige Augenblicke später öffnete sich eine Thür und eine ältere Frauensperson, in ihrem Aeußern mehr einer Vertrauten als einer Dienerin ähnlich, wurde sichbar. Ah, Herr Winand ! Die Frau Mutter ist in ihrer Stube und können Sie schon eintreten. Doch bitte, tasten Sie mich zuerst hineingehen und ihr sagen, daß Fje gekommen, die Frau Mutt möchte sonst erschrecken, weil es doch nicht der Tag ist. an dem der Herr Sohn uns zu besuche t egt. Nicht wahr, Herr Winand, rf? Geht, gutes Trudchen, und thut wie ihr gesagt, entgegnete Winand. Es ist mir sogar lieb, wenn meme Mutter aus mem Kommen zu so ungewöhnlicher Zelt vorbereitet wird. Die gute Alte ließ Herrn Winand siehen und verschwand hinter einer Thür. Erst nach einer Weile öffnete sich diese wieder und der Harrende betrat das Innere der Wohnung. Es war das einfach eingerichtete Speisezimmer. Eine Verbindungsthür paffirte er und stand nun vor seiner Mutter. Ich habe mit Dir zu reden, Mutter, Ernstes, Wichtiges. ' Weiß es, mein Sohn, unterbrach den Stockenden Frau Andrea mit einer fast kalten Ruhe, Trudchen hat mir dies bereits gesagt. Es muß auch wohl fo sein.
In femer slurmlschen Auswallung hatte Du die Wahrheit predigen, und wenn es er Julia noch einmal umfaßt und drückte auch Dein Herz zerreißen sollte ! Bester nun unter Dankesthränen, die seinen au einen auaenb!icklich;n arimmen. doch bei-
wärest sonst heute cjtoxb nicht gekommen. Rücke einen Stuhl zu mir Hera:, und ban
ne jede Scheu du sprichst ja zu Demer Mutter. Wie du,theure Mutter, in deinen Räu men, so lebe auch ich nun schon seit Iahren in meinen Zimmern und dem Eomp toir : allein und ohne ein Wesen, das mir näher treten darf. Mehr wie Du j .r... . je. v -r. v s r.ti . : ffr t enioeyre ,aj oaoei,?ennir ieoi im soi)n, der ja so gern täglich und stündlich Dir seine Liebe beweisen möchte wenn Du es dulden würdest. Dabei habe ich noch nicht die Hälfte eines Menschenalters erreicht und mein Herz sehnt sich so unendlich nach Mitgcfühl nach Liebe, Winand machte nach den letzten, mit einer voll dahinsirömenden Wärme ge sprochenen Worten eine Pause und hob . . . t . cm., n nun aucy erk oas Auge zu oer cuner empor. Deren Antlitz hatte jetzt eine erschreckende Bläffe angenommen und halb abgewandt, den Blick niedergeschlagen und die Hand abwehrend ausgestreckt, sagte sie hastig mit scharfklingendem Tone : Ich weiß genug -weiß, was Du sagen, von mir verlangen willst. Eine Frau willst Du in dies Haus einführen, als dein Weib als meine Tochter ! Unmög lich ! Und weshalb wäre dies unmöglich? Wie kannst Du dies harte Wort, welches das gcmze Leben?glück deinesKlndes verNichten will wie kannst Du es aussprechen, noch bevor Du mich gehört ? Noch bevor Du weißt, ob die Tochter, welche ich Dir zuzuführen gedenke, Deiner wurdig ist, ob sie dein Kind glücklich machen wird oder nicht? Mutter, das war hart ungerecht, und ich hoffe. Du nimmst das böse Wort zurück. Du hast recht, mein Schn, ich war zu rasch und dadurch scheinbar ungerecht, Rede, ich will dich hören bis ans Ende und dann antworten urtheilen, Dank, Mutter! ries Winand jetzt wieder mit dem warmen, herzlichen Ton in seiner Stimme. Ich will Dir alles sagen, und mit wenigen Worten wird es geschehen sein. Mein Herz, das an Liebe so überreich ist o, ich fühle es nur zu gut! liebt ein Mädchen seit Jahren und mit einer Gluth, 'die es ungestillt nicht länger wird ertragen können. Als Kind wuchs es an des Jünglings Seite auf, der nur für die Liebliche lebte der als Mann ohne sie nicht mehr leben kann, Heute habe ichihr mein Herz öffnen dürfen, und ihr Mund hat mir gestanden, dan sie die Meine werden will. Deine Einwilligung zu unserm Bunde, Deinen Segen begehre ich und daß Du mir gestattest sieDir zuzuführen,alsDeineTochter sie in Deine Arme, an Dein Herz legen zu dürfen. Thränen rannen die bleichen Wangen der Mutter nieder, und in einer Weise, als ob ihre Gedanken an ganz anderm Orte weilten, fragte sie : Wer ist da3 Mädchen ? Sie ist ebenso schön als aut, ebenso lebensfroh wie tüchtig als Verwalterin eines Hauswesens. Es ist Julia, die Tochter unseres langjährigen treuenBuch Halters Textor. Die Julia ? ! Armer armer Sohn ! So tönte es Winand mit zitternder Stimme entgegen. Dann aber gewann die starre Gestalt derMutter Leben, ihre Arme breitete sie aus, und'in überwallender Mutterliebe zog sie den Sohn an ihre Brust, und ihre Thränen mit den seinigen vereinend, küßte sie ihn auf die Stirn und hauchte ihm nochmals zu: Mein armer armer Sohn ! Nicht arm ! rief Winand, der vor der Mutter auf die Knie nicdergeglitten war, mit Dank erfülltem, beaeiiterten ftene. Nein, Mutter, überreich und glücklich wie kein anderer Sterblicher, denn die Herr liche hat mir gestattet, sie zu lieben ! Und liebt sie Dich wieder kann sie Dich wieder lieben ? sprach Frau Andrea u. ihreStimme begann einen immer herber Klana anunelimen. O. Du armer, tkölichter Mann, der troß seiner Reife noch I . ' , a ' . immer ein 5t mo o.evlleven in : ch mun senden Schmerz, als ein Leben voll un säglicher Qualen. Kann Schönheit die Mißgestalt lieben ? Niemals ! Dein . TV. 1 - . . Gold zieht sie an, deine Gestalt nimmer mehr ! Du vergißt mein Herz meine uncnd liche Liebe ! rief fast stöhnend ne unter brechend Winand. Genügen diese ihrer Schönheit, ihrer Jugend, ihrer Lebenslust ? entgegnete fast ebenso rasch und schneidend Zrau Audrea. Und hat sie nicht schon ihr I r-. f t-' r . t . . n jgerz ujre kieve verkenn ? sj, ia) sah vieles dort von den Fenstern meiner andern Stube aus ! Halt ein, Mutter ! rief Winand jetzt, mit einer fast drohenden Stimme. Sie war auf schiefer Bahn, und wäre ich nicht zu ihr getreten, hätte ich ihr die Gefahr nicht gezeigt, der sie unbewußt entgegen ging, ihr nicht offenbart, was ich für sie empfinde sie wäre der Versuchung und dem Versucher vielleicht unterlegen. Doch dies ist jetzt Nicht mehr zu befürchten. Er, der mir und ihr gefährlich werden konnte, bewirbt sich ernstlich umcin anderes Mädchen, und sie will mein werden sie wird mein ! O, Mutter, , sträube' Dich nicht länger ! Was Du mir sagtest, habe ich seit Jahren mir selbst gesagt, doch auch widerlegt: mein Herz voll wahrcr,heiliger Liebe muß meine körperliche Mißbildung aufwiegen. Gib nach, es muß sein! Ich kann und will nicht länger leben ohne sie." (Fortsetzung folgt.) Nicht satisfaktionösähig. Bauernbuben (den Sohn des neu geadelten' Commerzienrathes neckend) : .Jeee, schaut's dees Knoblauchwürstl da drob'n an!" Siegfried: Wartet, Ihr Lausbuben! Wär ich nur nicht von Adel, ich . wollt' Euch schon durchprügeln ! D i e Z u l a g e. Schullchrer : Herr Bürgermeister, ich komme, Ihnen für die Zulage von 20 Gulden jährlich herzlich zu danken. Bürgermeister: Was,zwanzig Gulden? Sie haben ja fünfzig Gulden Zulage erhalten! Ihre Wohnung im Schulaebäude haben wir bei dem enormen Zm5 statt dreißig Gulden auf fünfzig Gulden veranschlagt ; das Holz statt zehn Gul den bej jetzt doppeltenPreisen auf zwanzig Gulden und zwanzig Gulden, baar.' Hoffentlich werden Sie jetzt nicht mehr über Noth zu klagen haben.
Daö Gespensttrschloß. Bei Anderach am User des Rheins, Liegt eine Ruine zerfallen. Da spuken nächtlich von Zwölf bis Ems Die Geister in öden Hallen. Der alte Raugraf Fritigem Schwebt durch das alte Gemäuer, Er denkt an Zeiten, ach! so fern. An Faustrecht und Wegesteuer. Gar gräulich klirret mit der Kett' Herr Dagobert, der Ritter. Er sitzt auf einem Fensterbrett Und kaut an einem Splitter; Daneben Fräulein Kunigund', Im Geisterhemde friert sie, DaS Spuken scheint ihr ungesund. Das Neglige genirt.sie. Der Thurmwart auf dem Mauerrand Läßt sich vom Mond' bescheinen, , Er baumelt im Walzertakt gegen die
Wand Mit seinen knöchernen Beinen. Den Knappen Kuno sieht man, das Schloß Verlassend, das Ufer erreichen. Dort löst er seine Knochen los Und läßt sie im Grase bleichen. So zeigt der Spuk sich jede Nacht Schon manches liede Jahrhundert, Daß Niemand noch d'rauZ ein Gedicht geyiacht. Das hat mich ost schon gewundert. H. Spiritistisches. Einem ,f !?Vl7t fiiiif (ZftTYfyy rtn lilLllUyiilVJU4tl tlllltll Will VtVlvll dent ausJndicn : Die Spiritisten haben, da sie aus der westlichen Hälfte des Glo bus nichts ausrichten können, ihre Aufmerksamkeit der östlichen zugewendet und versuchen es nun, die Hindus in ihre Reihen hinüberzulockcn. Allein dieHindus sind durch den Einfluß der Engländer klug und scharssichtig geworden und lasten 'sich auch kein X sür ein U vormachen. In einer vor einigen Wochen in Kalkutta abgehaltenen Sitzung" brachte ein Bengale den Vorsitzenden der Spiritisten in nicht geringeVerlegenheit.. Im Laufe der Vorstellung war er nämlich von einem Individuum, das aus der andern Welt stammen und seinen vermt fv m m i m . storvenen Äater reprajentlren sollte, an die Nase getupst worden. Nein", sagte derBengale sofort, das kann nicht sein ! Mein Vater hat sich zeitlebens nicht ge waschen, und die Hano des Geistes roch nach Seife !" Der galantPfälzer. Mann (zu seiner Ehefrau) : Was fchielfchte denn alsfort do nüwer uff de Senftöpche zu? Nu, ich weeß scho,Du ischt'n halt gar so gern. (Heimlich) Hör' 'mal ! do hüwe in Bayre loscht der Senf in keen Wärtshaus was, das heeßt,wenn mer sich was dazu aus der Küche gewe txc Oa.. c rt.rr i iupi. v.uuv "Vc vcuiiciui; Kellnerin: Was schaffn's ! Mann : Bring Se doher zwee Paar Wärscht. Kellnerin (durch's Küchenfenster rusend) : Zwoa Paar G'selchti, warmi, auf's Teller ! Frau: Awer lieber Man.i, was machschtDu denn ! so unncr der Zeit und e solchi Ausgab! Mann : Wäschde, Dir zu lieb thu ich Alles ! Jetzt mach' nur kee Umständ mt und laß Dirs schmecken ; Du ischt den Senf und ich eß die Wärscht. Seltsamer Trost. Ach' Gott,Herr Doktor ! Der Schritt in die Ewigkeit ist eben gar ein schwerer Schritt!" Glauben Sie das ja nicht, mein lie-' beö Kind ! Zuletzt gelingt cs Jedem, selbst dem Ungeschicktesten!" EineLektion. . Ein Schusterjunge hat in einer kalten Winternacht bei starkem Glatteis noch einen Weg für seinen Meister zu machen. Auf seinem Wege kommt er auch an einer Apotheke vorüber, deren Inhaber nicht vorschriftsmäßig Sand oder Asche gestreut hat. Er klingelt den Apotheker aus seiner süßen Ruhe und ruft ihm, nachdem dieser unter Schin-pfen und Fluchen geöffnet hat, freundlich zu : Sie, Männeken, wenn Se wieder e Mal nich streikn wollen, dann setzens Se wenigstens en Besen vor de Thier, daß mer sich de Knochen zusammen kehren kann, wenn mer ausrutscht." Aus d er Schule. In. der Naturgeschichte ist den Kin. dern gesagt worden, daß man die Affen eintheilt in Affen der neuen und Affen der alten Welt. Lehrer (in der nächsten Stunde wiederholend): Wie theilt man die Affen ein? Keiner weiß es? Na, kleiner Molk, sag's Du ! Molk: In Affen des Alterthums, in 'T C n s C a mm en ces Mlilnailers uno Atten der neuzelr. Pensionisten-Jreuden. Müller : Leni, paff' Sie auf ! Ich hab' heute Früh eine Stund' lang meine Pfeife suchen müffen. Dabei ist mir die Zeit so angenehm vergangen, daß ich beschloffen hab', mir dieses Vergnügen öf ters zu machen. Sie wird deshalb fortan jeden Tag, bevor ich aufsteh', meine Pfeife sorgfältig verstecken. Aber das sag' ich Ihr, wenn Sie's nicht ordentlich versteckt, dann jag' ich Sie aus dem Dienst und such' mir eine Gefcheidtere' . ll. Franzi (auf dem Markt): Was machen S' denn mit der Pfeifen da Leni: Ja se'hn S', Frau Nachbarin, das Verstecken ist mir zuwider word'n und d'rum nehm' ich die Pfeifen jekt immer mit.... Ich möcht' nur seh'n, wo er jetzt wieder umananderschlieft!" Bei der Aufstellu n g z u r Parade. ' Sergeant: Brandl, zieh'n S' halt in drei Teufels Namen Ihr Sturmband bester an .l Brandl : Dann kann ich nimmer schnaufen, Herr Sergeant!" .Sergeant: Braucht's net jetzt wird überhaupt net g'fchnauft !" (VI . "
