Indiana Tribüne, Volume 4, Number 424, Indianapolis, Marion County, 16 August 1882 — Page 2
JL
MliUUCfMAU mam warumne. s"Wf s 99 'V v--r., sjjjä Sonntsg?ansga95. 5üT. Dclawarc Str. 'rereO uz second-class matter at the rV;3fo;Hce at Indianapolis, Indiana.1 Aoc.nnMNtZ-Prcise : .p'Ä uaflte 12 GtS. Per Woche. uduüüuatc 5 Ctö. verdamm. uuimea 15 Ctt. cr Äsche. ;3T Cu5 XoßMatt erscheint jeden Nachnit. f U7N ?J Uhr. ZU CsNaZsaukgabe .r;cici ic2 Borgens. Trftiino Publishing Company. 'nbunoiroltö, Ind.. IG. August 1832. aS verwüftLi) Lttcxsndria. Der Köln. Ztg. vom 27. Juli wirb non tw.it Corresvondentin, welche vor .''cm Bombardkknt Alerandriens nach ?ort Said entflohen vor, am 15. Juli jedoch mit vielen anderen Flüchtlingen nach der jetzigen Ruinenstadt Alexandria zurückkehrte. Folgendes geschrieben : Was man mir von der Verüstung erzählt, erschien mir so unglaublich, daß ich mit recht skeptischem Gemüth denFuß auf den Hafenquai setzte, begierig, aus der ausgebauschten Hülle der Berichte, welche ich von Personen, die ihre Habe verloren hatten, geben hören, den Kern der Wahrheit zu schälen. Nun denn,iH kann nur mit tiefbewegtem, empörtem Herren sagen, daß die thatsächlicheWirk lichkeit, welche ich mit eigenenAugen sah. alles hinter sich ließ, was ich mir hätte einbilden können; es schien mir eine furchtbare Vision, die schöne, wie aus Stein gemeißelte Stadt, welche ich vor acht Tagen verlassen, als Schutt und Trümmerhaufen wiederzufinden. Was noch steht, sind o Hohn des Geschicks ! die lehm und ziegelgeklebten Hütten des Araberviertels, dazu ein paärHäuser am Meer, welche die Kanonen der Fre galten bestreichen konnten; sonst liegt fast ganz Alexandnen m Ruinen. DerWeg vom Hafen zum Mchemet Ali-Vlatz, sonst in einer halben Stunde zu Fuß zurückzulegen, wurde zum Labyrinth, :n dem wir'Stnnden lang umherirrten; hier knisterte und lohte es still und un gelöscht, dort versperrten ungeheure Steinhaufen den Weg. Mauern wank ten und brachen ein, ungeplatzte Bomben forderten respectvolle Entfernung. Von Zeit zu Zeit, an einer bekannten Ecke, öffnete sich ein Ausblick auf ein unabseh bares Ruinenfeld, von taub undRauch umnebelt. Bald zeigten sich Vlutfpuren, dann wieder strömte das Wasser aus ge schmolzenen Lcitungsröhren in dieGasse, Moräste von Schutt bildend; pestilen Mischer Geruch von Thier- und Menschenleichen qualmte in der Lust, sürchterliche Ocde breitete sich über sonst be lebte Verkehrwege. Durch die Rainen irrten, gleich uns, abgerissene, jonnens verbrannte Europäer, den Ort suchend, wo sie noch vor kurzem gewohnt, oder schlüpften scheu braune Gestalten der Eingeborenen, einen weißen Lappen, als Parlamentärflagge in der Hand. Jetzt entsvinnt sich ein Kampf. Ein Äraher hat eine Dame beleidigt ; zwei Hand feste Europäer packen den Wüthenden, Schäumenden, schleppen ihn fort. Er wehrt sich, heult, denn das Kriegsgericht scherzt nicht. Wir sollen uns bald selbst davon überzeugen. Auf dem Mehemet Ali-Platze, gegenüber dem Dobsonschen Laden, wo am II. Juni zwei junge Engländer ermordet wurden, sind unter den durchschossenen Nil'Akazien 6 Grä der gegraben ; zwei empfingen ihren blutigen Inhalt gestern nach kurzem Pelotonseuer, vier gähnen noch eng und tief. Der Schrecken lähmt uns fast, als wir diese Sparen systematischer britischer Rache sahen. Admiral Seymour'sdrohendes Plakatin französischer und arabi scher Sprache überall angeschlagen und vertheilt, sindet seine Illustration. Der ganze herrliche Platz mit Ausnahme des Tribunals und weniger Bauten nach der Börse zu, ist eine wüste Ruinenstätte ge worden. Zackig und rauchend starren an allen vier Seiten die hohen Mauern auf uns nieder. Das französische und englische Eonsulat waren unter den er sten verbrannten Gebäuden; das Pfand Haus, die letzte Rettung so vieler Be raubte?, ist in Grund und Boden zerstört. Alle Tclegraphendrähte hängen in wirren Bündeln auf die Straßen nie der, Thüren geplünderter Läden klaffen und zeigen letzte Spuren des Inhalts. 5?rr deutsche Walzer. Jas. P. Welsh in New York, der sich .Professor" der Tanzkunst nennt, hat in Gemeinschaft mit Jastor Wayland und anderen Geistlichen, ein Kreuzzügelchen gegen den Walzer unternommen. Er nennt den schönsten deutschen Tanz höchst unmoralisch und beschwört alle recht , schasfenen Väter, daß sie ihren Töchtern den Walzer streng verbieten. Der Pro fessor beweist in seinen Expectorationen, daß er von dem Wesen der Rundtänze nicht so viel versteht, wie ein Kauf rnannslehrling, der in Deutschland einen .'ersten Kursus bei einem leidlichen Tanz lehrer durchgemacht hat. So sagt er z. B., daß der Walzer früher ein anstän digerer Tanz gewesen sei, als jetzt. Das ist ein Unsinn. Früher konnte der Walzer in seiner müßigeren, dem Me nuettschritte ähnlicheren Bewegung eher einen sehnsüchtig-zärtlich-begehrlichen Charakter annehmen, hat sich aber, seit der WienerWalzer herrschend geworden, zu Frohsinn und Lustigkeit gesteigert; maa der Wiener Walzer selbst aus nahmsweise einmal in Ausgelassenheit: übergehen, unmoraiizcy wiro cr oepwegen nicht. - Ginge die Agitation gegen den Wal zer bloß von einem proiessor of Üic terpsiclierean art aus, so würden wir demselben empfehlen, dahin zu wir. ken, daß statt der hier üblichen die in Europa gebräuchliche Manier der Paare,
X
ich anzufassen, eingeführt werde, und tm
Uebrigen vermuthen, daß der ganze Schwindel auf Reclame hinausläuft; da aber mehrere geistliche Herren dahinter stecken, so muß man annehmen, daß der Walzer namentlich angefeindet wird, weil er ein deutscher Tanz ist. Nur zu viele Diener der Kirche stehen fest zu den Temperenz-Fanatikern, und diesen ist alles Deuifche ein Dorn im Auge, weil die Deutschen, mit wenigen bella genswerthen Ausnahmen, die ganze heuchlerische Abscheulichkeit deö Absti nenzunfugs durchschauen und bekämpfen. Diese Leute sind, wenn es ihnen sonst gerade in den Kram paßt, im Stande, zu erklären, der Cancan sei ein höchst moralischer, der Walzer aber ein urnnu ralischer Tanz. Leider hat der New Vor ker Tanzprofessor noch eine Bundesgenossin in der Gemahlin des Genera! Sherman, die den Walzer ebenfalls für einen unmoralischen Tanz erklärt. In Deutschland riskiren Großvater ' und Großmutter noch mitunter ihren Walzer, wie werden die sich wundern, wenn sie hören, daß in Amerika ein Professor, einige Geistliche und eine Frau Genera lin den Walzer für sündhaft erklären. SchrcikenSseene aus Alexandria. Der berühmte Asrikaretsende Profes sor G. Schweinsurth war während deö Bombardements in Alexandria geblie den, im festen Vertrauen darauf, daß die Engländer sehr bald landen und ArabiS Bande vertreiben würden. Aber die Engländer kamen nicht, wohl aber eine Bande arabischen PöbelS, welche ihn und einen deutschen Freund, zu morden trachteten. Wir greisen aus Schwein furth's ausführlicher Schilderung folgende heraus : .Wir sahen ein, daß unser Heil in der Flucht beruhen mußte. Unfer Haus lU det die Ecke von zwei Straßen, aus welche zwei Thuren führen. Auf der Hinter feite stößt es an einen großen Gemüse garten, der zur koptischen Kirche gehört. etwa zweihundert Schritt zwischen letzte rer und unserm Hause freilassend. Es handelte sich jetzt darum, die Kirche, wo Hunderte von Kopten in den Säulengängen versammelt waren, unbemerkt zu erreichen und sich daselbst zu verbergen. Zu dem Ende wurden, während die Diener unten vor dem Hausthor noch mit den Soldaten und dem Pöbel unter handelten, alle Thüren verriegelt und wir betraten auf der Hinterseite einen Balcon um uns von dort vermittelst zweier Leinwandstücke in den Garten hinabzulassen. Ich war bald auf dem Balcon deö ersten Stockwerks angelangt, aber mein Freund, der ein schlechter Turner ist, hatte Mühe, es mir gleich zu machen, und zögerte mit den Vordem tungen, da er das Zeug anders knoten wollte. Endlich befand auch er sich auf dem untern Balcon. In demselben Au genblicke aber hatte uns schon die nach eilende Meute erkannt. Sie stand un ten in dem bpatt, der unser HauS von dem anstehenden trennte, und konnte also seitwärts zum Balcon empor schauen. Ha, da sind sie, riefen sie im Triumph. Drei Soldaten, die sie an führen, drängen nach dorn können aber nicht in den Garten, wo eine 8 Fuß hohe Mauer die beiden Häuser verbin det und vom Garten absperrt. Schießt auf sie, ruft jetzt die Meute, und im Augenblick legen Die drei Soldaten ihre Gewehre auf uns an, die wir frei aus dem Balcon dastehen, vor der verschlaf fenen Glas und Jalousieenthür der untern Wohnung. Ich trete vor und schreie: .Schießt zu, mir liegt nichts am Leben, ich fürchte nicht den Tod Wir drohen beide mit den Revolvern in der Hand und ich rufe : .Erst fallen von euch fünf, dann sterbe ich selbst." Nun rede ich laut und eindringlich, rufe ihre Ver nunst an, wir seien keine Engländer, Freunde des Sultans, Deutsche, 20 Jahre im Lande ! Wären wir gefährlich, hätten wir ein böfes Gewissen, nicht würden wir geblieben sein, da alle flo hen. Im Vertrauen auf den guten Cha rakter der Mohamedaner seien wir ge blieben, im Vertrauen aus die Prokla mation deö Khedivk, ArabiS, DerwifchS Raghebs, die unö alle zum Bleiben be stimmten, haben wir nicht fein wollen wie die anderen Furchtsamen, und jetzt soll unser Lohn der Tod sein ? Wir ge hen nicht hinunter um keinen Preis, wir l wollen nicht todtgeschlagei; werden, wie I h? CnnS rni (y4fTn flflftrtfitrn rirtTTf VtV IHIIVk Ut !. iWUtWIll IVVUI ihr fliehen ? rief die Meute. Wir flo hen nicht vor den Soldaten, sondern vor dem Pöbel da unten, demselben, der vor vier Wochen die Europäer aus denStra den hetzte wie wildes Vieh. .Christen Hund, Schweinehund" ertönte eö daraus aus dem Haufen, man wollte meine Stimme mit Schimpfworten ersticken. Ihr habt doch jenen Bomben der Eng länder den Weä gezeigt durch eure Signale, rief die Meute. Unsinn, Unsinn, ihr seid verrückt, erwiderte ich, hätten wir solchen Verrath üben wollen, wir würden uns doch nicht so offen und frei gezeigt haben, oben aus dem Hause. Geht in's Haus zurück, rufen jetzt zwei Pollzeijoldaten, welche die Rotte ver stärkten. Wir können nicht, es ist ver schlössen. Ihr müßt, wir kommen hin aus, ward uns zur Antwort. Um Zeit zu gewinnen, aroeiteten wir langsam an der Erbrechung der Thüren des 3jI cons und treten in die untere Wohnung em. Bald daraus vernehmen wir das ungestüme Poltern der in das Haus ge stürzten Meute an der Thür. Sie wi dersteht, trotz angewandter Eisenstangen. Wir treten wieder auf den Balcon, um - . . . - uns nach allen Selten hin frei zu galten und nicht ohne Zweck sterben zu muffen. Ein Theil unserer Verfolger zeigt sich jetzt auch auf der Terasse und bedroht uns uon oben. Wir schwingen den Re volver in der Hand, und augenblicklich verschwinden oben und unten alle Köpfe hinter den Mauerecken. Wieder schreit ich sie an: .Hinunter gehen wir nicht, nimmermehr, die Soldaten werden uns führen, und von hinten werdet ihr Hunde aus uns losschlagen mit euren Stöcken. Ein Polizeihs)lvtmann und ein wie ein
USSfMBM
Conslatskawasse gekleideter ?ptön von verdächtiger Miene wollen allein zu uns herein, sie bedrohten uns, aber sie zwin kerten dabei so eigenthümlich mit ihren Augen, als seien sie geldbedürstig. Mit Vorsicht öffnen wir innen die Thür und den Revolver, in der einen Hand, ein paar Goldstücke in der anderen Hand, führen wir die Verhandlung mit ihnen welter, ohne Zeugen. Glücklich dränaen wir sie wieder hinaus und nun verram meln wir zum Ueberflutz die Tbür. Dann ging es wieder hinaus auf den Balcon. Da lauert zwischen den zwei Häufern immer noch die blutdürstige Meute,' sie schreit wirr durcheinander. flucht und schimpft, wir sollen die Revol ver abliefern. Ich werfe den Ledergurt mit dem Futteral in den Garten. Ein Tnumphgeschrei von unten beweist mir sofort, wie wenig durch friedliches Nach geben gewonnen wäre. Die Revolver spielen abermals in unsereu Händen, und sofort verschwinden alle Köpfe. Jetzt nehme ich alle Kraft 7er Stimme zusammen und schreie hinüber zur kopti fchen önrche, wo die versammelten Chrl sten unserem verzweifelten Gebühren theilnahmlos und selbst starr vor Furcht zuschauen. Hört, hört ! rufe ich. Sie wollen weichen, sich in'3 Innere der Kirche zurückziehen. Ihr müßt bleiben, Christen, hört ! ruse ich. Hier sterben wir, aber ihr seid Zeugen unseres schmählichen Todes, ihr werdet es den Sultan, dem Khediven, den Consuln verkünden, daß wir hier umkamen durch Soldaten und Polizei, unschuldige Deut' sche. Freunde der Aegypter ! Ihr werdet eö allen verkünden, die es wiffen wollen. Diese Worte, die weit hinausschallten nach allen Häusern, verfehlten nicht ihre Wirkung. Die Meut? verzog sich und wir hörten sie mit den Polizisten und mit den Pseudokawassen zanken. Letztere wurden beschuldigt, daß sie sich von den Chnflenhunden hätten bestechen lasten. man wollte mit ihnen theilen, aber die ewaneien jagien t auseinanoer. Man rief uns noch zu : Ihr bleibt hier. l eht Nicht weg, steigt ihr in den Garten, r c rv vi v o ereilt euch unseyioar oer 2.00 : a? sagten sie, um die Meute des Pöbels zu beschwichtigen. So waren wir vorläu sig frei. Zwei Stunden hatten wir auf dem Balcon mit Worten und Geberden gegen die Mordbande gekämpft, die so vielen Europäern an jenem Tage ein Garaus gemacht hatte. Nie in meinem Leben hatte ich theatralischer, durch die Verzweiflung des Augenblicks dazu ver leitet, declamirt. Gewiß wqre es lächer lich erschienen im gewöhnlichen Leben, aber da war es bitterer Ernst und sicher am Platze. Wagner'ö Pars!fal Deutschlands berühmtester Musikkriti. ker, Cduard Haslick, ein Gegner Wag ners, aber kein ungerechter, schildert in der Wiener N. Fr. Presse das neueste, von Wagner als sein größtes Werk ausgegebene Opern Oratorium Parsifal folgendermaßen : Schon aus der Lectüre deö Textbuches wird jeder mit Wagner's genialer Thea terkunst vertraute Leser den Eindruck eines höchst effectvollen Bühnenstückes davontragen. Ein ungemein geschickt gegliedertes Drama mit völlig neuen. blendenden Situationen baut sich kühn vor uns auf. In formeller Beziehung besitzt eS glänzende Vorzüge und über trifft durch ubernchtlichen Aufbau, lnap pere Führung und wirksame Steigerung die Dichtung der Nibelungen Trilogie. Ueberdles bezeichnet eö einen erfreulichen Fortschritt (oder gesunden Rückschritt) in der Dictlon. Zwar sehlt eö dieser auch nicht an gequälten Wortbildungen und Sätzen, an absichtlicher Dunkelheit und bombastischem Ausputz, aber wenigstens sind wir daö kindische Gevlavver der Stabreime und Alliterationen los. Ge gen die sprachmorderi che Vlctlon des Siegfried bder .Trlstan gehalten, tst die Sprache Parsifal'ö einfach und na turllch soweit Richard Wagner heute überhaupt noch sähig ist, einfach und natürlich zu sprechen. An der E'zählung Wolfram's von Eschenbach hat er zwar einiges Wesentliche zum Nachtheil der dramatischen Motivlrung geändert, aber auch mit sehr praktischem Blick Alles ausgeschieden, was die Einheit seine Planes störte, z. B. die ganze Tafel runde des Königs Artus, dieses weltliche Gegenstück zu dem geistlichen Bunde der Gralsritter. Durch diese Ausschei dung alles Episodischen, nicht streng Nothwendigen gewann Wagner eine ruhige, stetig fortschreitende Handlung, die in drei wohl aufgebauten Acten gleich sam sechs malerische Tableaux hinstellt, je zwei in jedem Acte. Der geborene Theater Componist verräth sich in jeder Scene dieses Textbuches, so scharf und lebendig ist darin Alles angeschaut, vor ausgeschaut, genau wie es aus der Scene unfehlbar wirken muß. Und welcher Reichthum an glänzenden scenischen Bll dern, an neuen großen Effecten breitet sich im .Parsisal- aus ! Die Wandel Dekoration und die Abendmahlsfeier im ersten Acte, die lebenden Blumen, das Wunder der Lanze und das versinkende Zauberschloß im zweiten, endlich die Leichenfeier Titurel'S und die ganze Schlußscene, es sind lauter überraschend neue Beweise von Wagner's unerschöps licher Bühnenphantasie. In dieser fremdartig und rathselyaft flimmernden Handlung folgt Wnnder auf Wunder. Wer, naiv, genügsamen Sinnes, den Wagner'schen .Parsifal" als eine höhere ZauberOper austasten mag und kann. als ein freies Spiel einer im Wunder baren schwelgenden Phantasie, der hat ihm die beste Seite abgewonnen und sich den ungetrübtesten Genuß errettet. Er wird von diesem Festspielzauber nichts abzuwehren haben, als die falschen Prä tenstonen. Aber leider wird gerade aus die angeblich tiefe, sittliche Bedeutung, aus das Christlich Mystische in Wag ner'S Dichtuna daS arökte Gewickt ae legt." HaSlick giebt darauf eine. -.-V. , , e . cv.f. v c rinaeyenoe irrn ae VeiprecJuna oes TÄbuM mH fährt dann fort :
Die menschliche Natur in uns verliert schließlich jede Fühlung mit diesen in lauter heiligen Mirakeln kreisenden Be gebenheiten mit den abnormen Ueber und Unmenschen, die sich vor uns wie an einem göttlichen Marionettendraht bewegen. An welchem von ihnen kann man mit watmer, echt menschlicherTheil nähme hängen ? Lohengrin ist doch nur in der Schlußscene der übersinnliche Rit ter, der serqphischeSoldat, der blindlings seinemKriegöherrn, dem Gral, folgen und
I Elsa verlassen muß das Stück hindurch handelt un fühlt er menschlich, und die ihn umgeben gleichfalls. Im .Parsifal" hingegen ist der heilige Gral Alles, be deutet Alles, entscheidet Alles. Was ist uns der Gral? Eine legendenhafte Cu riosität, dem Bewußtsein des Volkes wie der Gebildeten ivildfremd, ein längst vergebenes Requisit phantastischen Aber glaubens. Die hysterische Exaltation, welche in Wagner's .Parsifal unabläs sig die heilige Schüssel und die heilige Lanze und das heilige Blut anschwärmt, sindet heute keinen Widerhall in deut sehen Geistern, deutschen Herzen, und wird ihn niemals finden. Das Mystische, ReligiöSSymbolische hat Wagner aus Eschenbach'ö Dichtung aufgefangen, im Vergrößerungsspiege! aufgefangen, hingegen gerade das echt Menschliche dieser lebensvollen, reichbe wegten Dichtung unterdrückt. Wie schön und rührend ist bei Wolfram Par sifars steter Gedanke an feine Frau! Diese treue Liebe und das unausgesetzte Streben nach häuslichem Familienglück vermag in ihm der Gral nicht zu unter drücken. Sobald Parsifal die früher versäumte mitleidige Frage an AmsortaS gethan und das Königreich angetreten hat, vereinigt cr sich mit seiner Frau, der holden Conduiramur, und feinen beiden Söhnen Lohengrin und Kardeiz. Von alledem keine Spur bei Wagner, besten christliches Ideal offenbar daö Cöllbat bedingt. ES wird uns als Wagner's größte That gepriesen, daß er den Gral, das höchste christlichreligiöse Ideal , verherrlicht habe. Aber wem unter uns ist denn der Gral ein religiö ses Ideal ? Wem ist er eS jemals ge wesen ? Das Christenhum unserer Zeit ist em ganz anderes, als das wunder süchtige der heiligen Gralsritter, und vielleicht sein schlechteres. Es ist über Shakespeare treffend gesagt worden. daß er nirgend religiös und doch über all religiös sei. Die christliche Ekstase im .Parsifal- bildet den geraden Ge gensatz zu Shakespeare's dichterischer Gesundheit und mahnt nicht selten an die gereimten Andachtskrämpfe der deut schen Pietisten. Die erste Aufführung des. Parsifal fand am 26. Juli statt. Der erste Akt dauerte von 4 bis 5.42 und machte wenig Eindruck. Der zweite Akt, eine Stunde dauernd, gesiel sehr. Um 9 Uhr begann der dritte Akt, ebenfalls von einstündiger Dauer. Haslick telegraphirt darüber : Der dritte Akt fällt stark gegen den zwei ten ab, der durch feine Lebendigkeit,Me lodik und durch die Handlung mehr an sprach.- Der diitte Akt bietet wohl ei nige stimmungsvolle Situationen, ist aber fo über alle Gebuhr ausgefponnen. oan die )eomo oes uvorers aus eine harte Probe gestellt wird. Im großen Ganzen trifft man auf diele Remmiscenzrn aus früheren Wer ke, die uns auf Schritt und Tritt ver folgen. Der erste und der dritte Act machen den Eindruck eines dramatischen Oratoriums, in welches der zweite Act, ein richtiger Opcrnact, etngeschoben ist. Die Zuhörer schienen am.Ende deö dnt ten Actes abgespannt und theilnahmslos. Kem Beifallszklchen gab sich kund. Wagner, welchen dies offenbar ver stimmte, erschien an der Logen brüstung und sprach, eö dürste hier ein Mißverständniß obwalten, das Publi kum richte sich wahrscheinlich noch nach seiner früheren Bitte, nicht durch Ap plaus die Illusion zu stören. Er wisse nicht, ob das Publikum mit ihm zusne den sei, er sei aber mit den Künstlern fehr zufrieden. Er klatsche deshalb den Künstlern Beisall. Tarauf brach eine sechs Minuten währende tumultuarische Ovation los. Oom Jnlanve. Die große Petr oleu mOuelle .Mystery- in der neuen pennsylvamschen Oelregion, die zwei Monate hindurch täglich einen Ertrag von 2,000 Barrels ergab, ist völlig erschöpft. Der Ertrag einer anderen dort kürzlich angebohrten Quelle, die anfänglich 1200 Barrels per Tag ergab, ist in Zeit von einer Woche auf 150 Barrels aelunken. DaS neue Oelgebiet, dessen Entdeckung so unge heures Aussehen erregte und den Oel preis von 65 aus 50 Cents herabgedrückt hatte, hat sich als von viel geringerem Umfange erwiesen und scheinQer Er schöpfuna nahe zu sein. Das. Städtchen Garsield, dessen wunderbar schnelle Aufwachsen wir semer Zeit schilderen. dürste ebenso rasch wieder veraebn. als es entstanden ist. Die Freude dt Preis ermäßigung war auch von kurer Dauer. Petroleum ist bereits wieder von 50 aus 59 Cents gestiegen; Spekulanten sind bemuht, die Vorrathe aufzukaufen, und gut unterrichtete Leute sprechen dieUeber zeugung aus, daß die alten Preise von 80 bis 90 Cents schon innerhalb weni gen Wochen wieder erreicht sein werden. Ä)er .Balt. orr. beat du Befürchtung, daß dieFlagge welche fort an vom Gaffel jedes Schiffes zu wehen hat, ans dem sich der Präsident befindet, von allen seefahrenden Nationen bald als ein Noth und Warnungssignal an gesehen werden wird. In der That ist jeder, der sich auf emem Robeson'fchen Kasten befindet, in einer gefährlichen Situation. Daö Streichh olz Mono pol hat sofort nach Vertagung des Con greffeö den Preis seiner Fabrikate be deutend (von 25 Cts. bis $1,50 pro GroS, je nach Qualität) erhöht. Diese Handlungsweife ,st charakteristisch. Die Gefahr einer Aushebung derStreichhon steuer, auf welcher das Monopol, wie wir seiner Zeit darlegten, so wesentlich
beruht, ist vorläufig abgewendet, und nun muß wieder gemacht werden, was gemacht werden kann. Eine CongreßSitzung ist immer eine theure Affaire für solche zerren, und die .Expenses" müsten jetzt um- so schneller herausgeschlagen werden, als die Pause bis zur nächsten Sitzung so sehr kurz ist. - Ist Heu ein Fabrikat? Früher wurde aus Heu ein Eingangs zoll von 20 Prozent erhoben. Vor ei nem Jahre aber wurde gerichtlich ent schieden, daß Heu nicht als ein "mannfactured article" zu betrachten sei und demgemäß nur 10 Prozent zu zahlen habe. Darüber beschweren sich nun aber die Senatoren von Maine. Sie beste hen im Interesse der Farmer ihresStaa teö darauf, daß der Zoll 20 Prozent be
tragen muffe (um daNeuBraunfchwe: ger Heu heraus zu halten), und wollen die Frage vor die Tarifkommisston brin gen. Wenn Heu ein Fabrikat ist, fo ist es wohl auch Welschkorn und Weizen, denn die brauchen ja auch die Sonne, um zu reifen. William Derbry, ein bra ver und anstelliger Junge in Lonarstn aus Long Island, nahm sich den von ihm verschuldeten Bruch einer Glastafel in dem Juwelengeschäfte, für da er als Laufbursche arbeitete, so zu Herzen, daß er fortlief, sich ein Ruderboot miethete und sich in solchem mitten auf dem Ka nale erschoß. Ein deutscher Fischer be merkte das im Wasser schaukelnde Boot und fand in solchem die Leiche deö Kna ben. - . ' DieMitalitder der deutsch lutherischen St. MichaelSKirche in Phi-' ladelphla veranstalten fett Jahren im Sommer ein Picrnc, während dessen es vergnügt zugeht,- Bier oder Wein ge trunken und nach . uerenSlust aetamt wird. Nie ist auf dielen VicnicS der Anstand auch nur umHaäreö Breite überschritten worden. In diesem Som mer passtrte dem ArrangementSComite in voriger Woche daS Malheur, daß eS einen Park von zweifelhafter Reputation als Plcnlc'Platz auswählte. DaS aab den Temperenzlern in Philadelphia Ver anlassung, die Picrncs der Kirchenge mclnde zu verunglimpfen, well während derselben Bier getrunken und getanzt wurde. Wer ttirchenvorfland tritt dem in einer mannhaften,- von dem Pastor Sender - mituuterzeichneten Erklärung entgegen, in der eS unter anderem heißt: Derjenige, der geistige Getränke ge nießt, aber genau die Grenze kennt und einhält, bis zu welcher er zu gehen hat. fleht hoch über dem fanatischen oder heuchlerischen Abstinenzler. Uns Deut schen ist daS Bier von früher Jugend auf ein gewohntes Getränk und die Deutschen im Allgemeinen würdigen' sich . X " fc 9 e m r t. ourcy uoermanigen Vlergenun nur au F fl w ? - m Lern ,enen yerav. iven 0 - wirs ,m Tanzen nur der etwasUnmoralifcheS fin den können, der eS geflistentlich hinein legt." Wie drei MüuSlein ein Hühnerei eine Treppe herunter trans portirten, ohne es zu zerbrechen, ist dir neueste tzsaureGurlenzett-Ge chichle. die durch die Zeitungen geht. Die eine hielt das & mit den vier Fußen fest umklam mert, die beiden andcnn' rollten ihre Gesayrttn mtt dem Ei vor sich herind richteten eö fo ein, daß erstere, am Ende einer Stufe angelangt, ' immer mit dem Rücken auf die darunter befindliche Stufe zufallen kam und 'so das El vordem Zerbrechen bewahrte. Nachdem so Mäuse und Et aus dem dritten Stockwerk eines Hauses glücklich im Keller angekommen waren, rollten sie das letztere in einen heimlichen Schlupfwinkel, zernagten mit ihren spitzen Zähnen die Schale und !ie ßcn sich den Inhalt trefflich schmecken. Das nächste Mal wollen, die Mäuse das Ei erst noch ein wenig abkochen und dann mit Butter, Salz und Pfeffer ver zehren. Als dieser Tage der fron zösifche Dampfer .St Lavrent" : an fei nem Dock im Hafen von New Jork an gelangt war, erregte ein Passagier, der sich Dr. Chatumeau nannte, durch das .Gemachte" in der von ihm zur Schau getragenen Sorglosigkeit die besondere Aufmerksamkeit deö Zollinspektors Pull man. Dieser sah deshalb dasGepäck deö angeblichen Dr. etwas 'genauer durch, sand aber in den beiden Koffern desselben nichts steuerpflichtiges.' Auch die yandtafche des Passagiers barg nur unver sänglichen Inhalt, daö ' erfahrene Auae des Beamten sah aber sofort; daß zwischen dem innerlichen und äußerlichen Umfange der Tasche eine Differenz be stand. Nach langem Suchen wurde ein sogenannter .doppelter Boden" und in solchem eine Quantität Juwelen im Werthe von über 6,000-vorgefunden. Der Doctor war noch so dumm,' dem Beamten eine Partie .Eaaleö" in die Hand zu drücken und so blieben nicht nur die Juwelen in der Verwahrung deö Zollamtes, sondern .' Chatumeau 1 wurde auch wegen versuchter Beamten - Beste chung verhastet. Voreinigen Monat e n wurde, wie wir damals berichteten, der Mayor von PolkClty,.Ja., von einem Unbe kannten erschlagen. Bald daraus käm die Nachricht, daß der Verdacht aus einen gewissen Willis D'elalne gefallen fei und daß ein Volkshaufen' denselben auch durch Anwendung ' furchtbarer Martern zum Geftändniß gebracht habe. Delame ist seither bor. Gericht -gestellt, und, da sich sofort zeigte, daß er vollkommen un schuldig und nur durch die Tortur zu dem Geständnisse- gebracht worden ist, prompt freigesprochen worden. Er ver langt von seinen Angreifern und Pei nigern nun tzZ5.000 Schadenersatz, und wird denselben hoffentlich' auch erhallen. Phil. Kappaport, Ncchtsauwatt üild Notar, 62 Süd Delaware Str., INDIANAPOLIS, INI).
Qot NutlSIldk. Wie auö fctr vom fta ti flachen Bureau veröffentlichten !5?,oc gung der Bevölkerung im K5n-s.reich Bayern von 18761880 bezügl ch der Ein und Auswanderung hervorgeht, sind im Jahre 1876: 9715 Pe:senez ausgewandnt, 14,600 eingewankcrt. 1877 : 7756 Personen ausgewandert.
11.730 einacwandert. 1878: im Personen ausgewandert, 1051 eilige wandert. 1879 : 8366 Personen aus gewandert, 10,879 eingewandert, Jahre 1880: 18,127 Personen ausge wandert, lo,011 eingewandert. Wie aus Ungarn bekichtet wird, haben die bisherigen Erh bungen in der TiszaEözlarer Affaire ilo tut kein Resultat eegebcn. Es ist richt einmal konstatirt, daß Esther Soly nvssy ermordet wurde, geschweige denn, das; die Mörder eruirt wären. Wäre nicht . der Jncidel.zsall mit dem Leichei fund aufgetaucht, so wäre d'.e Un!erfu yung längst abgeschlossen. S t r a u ß's ch e W a l z e r ernste Musik. Stört Musik die Sonntags feier ? Diese Frage wude dieser Tage von dem Schöffengerichte in Wiesbaden entschieden. Der Concertmeister der städtischen Kurkapelle war angeklagt, während des Morgenconzerts in den Kurzlagen den ersten Psingstfeiertag dadurch entheiligt zu haben, daß er Mu sikriecen .nicht ernsten" Charakters zur Aufführung brachte. Es waren dies .Frauenherz", Polka Mazurka von Strauß, .Potpourri" von Wagner und .Eriiinerung an Breslau" von Sonnenfeld. Der Beklagte berief sich darauf, daß es unmöglich angehe, ein ganzes Conzertprogramm aus Chorälen zufam menzustellen, und der Kapellmeister des KutorchesterS betonte, Zweck der Mor genconzerte fei, Stimmung, nicht Ver stimmung zu machen.' Beides war aber gar nicht nothwendig, denn daö Gericht gab ein freisprechendes Erkenntniß, was noch erfreulicher wäre, wenn die Be gründung nicht den genannten Musik stücken ihren heiteren Charakter abgespro chen hätte. , : ZurCharakteristik des LandesvcrrätherS Meiling wird Folgen des über denselben mitgetheilt: .Der Verurtheilte lebte mit seiner Frau in schlechten Verhäliniffen.- Er war ein ganz roher Patron, d einmal dieHaus dewohnerschast in hohem Grade dadurch gegen stch aufbrachte, daß er einen jun gen Hund langsam zu Tode marterte, weil dieser ihm die Stube verunreinigt hatte." Stundenlang konnte man das aellende Wehgeschrei deö armen Thieres boren. Als Meiling am 12. Juli aus dem GeneralstabSkebäude, wo ihm das Urtheil deö Kriegsgerichtes- verkündet worden war, (bekanntlich wurde er zu 6 Jahren Zuchthaus und Ehrverlust auf gleiche' Dauer verurtheilt), wieder abge führt wurde, lauerte ihm seine Frau mit seiner Tochter, einem Kinde von ca.- drei Jahren, auf, um ihn noch einmal zu fehen. .Ach, da bist Du ja, meine ein zige Tochter !" rief derGesangene gerührt aus. .Papa, komm' mit! lallte die Kleine. .Ich ginge gerne mit Dir mit," entgegnete er, .aber das kann nicht sein!" Und zu seiner Frau gewendet fügte er hinzu : .Es ist gelinde r lDämit endete die Unterredung, denn die Bewachung zwang Meiling, in eine bercitflehende Drofchke zu steigen. In Betreff deS Ju daslohnes befragt, den er für seinen' Verrath erhalten,gab er nicht sehr glaub würdiger Weise an, er habe daS Geld in -'die Ofenröhre, gesteckt, wo dasselbe .von den Frauensleuten" verbrannt wor den sei. Seine Frau t.-at zwar .dieser Behauptung entgegen, aber sein Dienst mädchen bekannte sich dazu, die Papiere verbrannt zu haben. Sechs Jahre Ge duld und dann sindet ich auch vielleicht das verbrannt: Geld wieder, .Es ist gelinde !" Aus allen Theilen der Provinz Brandenburg drängen sich die betrübendsten Nachrichten über die schwe ren Verwüstungen, welche die Unwetter der letzten Julitage angerichtet haben. Der Hagel hat fast den größten Theil der Ernte in den Feldmarken Schwanebeck. Vormerk Benitzow, Neukammer, bis in das Luch hinein und aus der entge gengesrtzten Seite von Nauen die Früchte der Felder jenseits der Wernitzer Mühle bis zum Wustermarler Bahnhose ver nichtet. Der größte Theil der herrli chen Ernte ist total verhagelt. In der Gegend von Oranienburg stnd die Dör ser Gemendors, Friedrichsthal und Um gegend arg mitgenommen worden. In ersterem'Örte hat der Blitz dreimal eingeschlagen und zweimal gezündet ; eine Scheuer und eine Roggenmandel gingen in Flammen aus. In Friedrichsthal wurden durch einen Blitzstrahl zweiStälle in Asche gelegt. Auch in Bernau wur den zwei Scheunen durch einen Blitz strahl ein Raub der Flammen. Eben so schlug in Alt.Ruppln der Blitz zwei Mal ein, da erste Mal in die Kirche, daS zweite VZal in ein Stallgebäude. Aehnliche Nachrichten kommen aus den verschiedenen Gegenden der Provinz; an vielen Stellen steht der Ländbewohner trostlos an den Trümmern seiner habe, an dem Grabe seiner Hoffnungen. Ueber dieChristenmorde in Taniah berichtet ein Augenzeuge vom 23.- Juli auö Alexandrien: 85 Euro päer und Eingeborene, Christen und Juden, wurden gefoltert und buchstäblich in Stücke gerissen, die Frauen vorher geschändet. Soldaten und Pöbel be theiligter.' sich an den Gräuelthaten, welche an Rassinirtheit die bulgarischen Atrocitäten öbeitrafen. Zwei Deutsche in Tulkh, welche der StätionsVorsteher bis zum Abgange es Zuges unter sei nen Schutz genommen, wurden beim Einsteigen ergriffen und ihnen die Kehle durchschnitten. Andere Christen wurden auf das Geleise gelegt und von der Lo komotlve Übersahren. Die Frage derKrönung wird, wie auö Rußland verlautet, zur Zeit wieder seh? lebhast erwogen, ohne
s
0 '
