Indiana Tribüne, Volume 4, Number 422, Indianapolis, Marion County, 14 August 1882 — Page 2

( 19 e iüüi ud SouzitagsausgaSe. 'sicc: 62 S. Dslawarc Str. E tPTed as Bccor.sl-clasg matter at the Atofiice at Indianrpolis, Imliana.l Ädonnccn "Preise: Zl fifit SuJgab: 12 CtS. per Woche. Sc itcsJßC&f ß Cts. pcrNummer. x v znfcninrt 15 Ctt. perVoche. Da Teilst! erscheint jeden Nachmit. xac um 2 Uhr. Die SountcgSaugab, frf-jcinl des Morgens. Tribune Publishing Company. gr HisVoIiS, J:.d., 11. August 1882, Szltssmcr Widerspruch. ?Ucht nur philanthropische Schwär rwr, sondern auch höst nüchtern ange lecle, aber billig denkende Menschen haben oft genug die den Indianern gegenüber verfolgte Ausrottungspolitik verdammt, fes unterliegt keinem Zweifel, daß diese Mündel der Nation" in der schmählichsten Weise mißhandelt und zu Gewaltthaten gereizt werden, die man dann blutig an ihnen rächt. Fried liche Stämme, die zur Civilisation hin neigten und.mit Viehzucht und Ackerbau begannen, mußten die bescheidencnFrüchte ihres Fleißes immer und immer wieder im Stiche lassen, wenn der begehrliche weiße Mann auS irgend einem Grunde sein Auge auf ihr Land gerichtet hatte. Die Bundesregierung behandelte die Indianer gleichzeitig als selbstständige, vertragssähige Nationen und als un mündige, rechtlose Kinder. Genügte aber das Begriffsvermögen der 23 il den" nicht, um dieses seltsame Verhalt niß zu würdigen, so wurde ihnen das Verständniß dasür mittels Kugeln und Bajonetten beigebracht. Um so sonderbarer ist es, daß den ca-. naol)cyen znolanern, denen es bisher immer besser gegangen ist, als den unsrigen, von Seiten unserer Regierung eine wirklich menschliche und gcrechteBehandlung zu Theil werden soll. Etwa 2000 Crees und Assienaloines, durch die Besiedelung der Strecke längs der Canada Pacisicbahn aus ihrer Hcimath getrie den, sind nämlich über die Grenze ge gangen und haben sich bei Turtle Mountain, Dakota, niedergelassen. Nachdem sie schon wiederholt zu llnan nehmlichkeiten Veranlassung gegeben, besonders deshalb, weil sie an absoluten Freihandel glauben und keine Zölle be zahlen wollen, haben sie endlich den Wunsch ausgesprochen, wirkliche Grund eigenthümer zu werden. Sie sind größ tentheils Mischlinge, besitzen außer ihren Ponies auch Rindvieh, neigen unbedingt zur Civilisation und sind fest entschloß sen, Ackerbau zu treiben, wenn sie die nöthigen Gerathschasten und Unterricht erhalten können. Vater Malo, ein ka tholischer Missionar, der im Interesse dieser Indianer nach Washington gereist war, theilt dem Minister Teller mit, daß sie bereits 130 Häuser gebaut haben, von den Weißen aber mit Austreibung bedroht werden. Sie beanspruchen nur das Land, das sie bereits besetzt haben. Herr Teller, der doch sonst kein An Hänger der westlichen" Jndianerpolitik ist, und nur todte Nothhäute für gute hält, ist dessenungeachtet zu dem Ge ständnisse gezwungen, dadie Fordcrun gen dieser Unterthanen Ihrer britischen Majestät berechtigt sind. Sie dürfen je 160 Acker Landes unter denselben Be dingungen beanspruchen, wie die Ein wanderer, die direkt aus Deutschland, England oder Irland kommen. Das Land, das sie belegt" haben, darf man ihnen nicht fortnehmen, und die Regie rung wird sie in allen ihren Rechten schüyen. Ja, sie will noch ein Uebriges thun und ihnen hülfreich an die Hand gehen, damit sie sich zu Farmern aufschwingen können. Angesichts dessen dürsten wohl die diesseitigen Indianer zu der Frage berechtigt sein, warum man nicht auch ihnen dieselben Vortheile gewährt. Es ist sicherlich ein seltsamer Widerspruch, daß man die Urwohner" der Ver. Staaten als Wild ausrottet, ihre Haut genossen aus Canada aber als Bürger behandelt. Dadurch wird ' das Jndianerproblem noch verwickelter. Bei George Wancroft. George Vancroft, der Geschichtschrei ber und Staatsmann, dessen eigentlicher .Heimathsort Newpvrt in Rhode Island ist, hat die letzteren Jahre fast auZschließlich in der Bundeshauptstadt gewohnt. Er besitzt dort ein großes stattliches Wohnhaus, dessen elegante Zimmer. mit alterthümlichen Möbeln, Bücherschrän ken und Kunstwerken geschmückt sind. Unter den letzteren befindet sich ein Porttait des deutschen Kaisers, welches von dem greisen Monarchen selbst dem nur wenige Jahre jüngeren republikanischen Geschichtschreiber zum Geschenk gemacht .wurde, nachdem er von seinem Gesandtschaftsposten in Berlin nach den Ver. Staaten zurückgekehrt war. Im zweiten Stockwerk besindcn sich die Studirzim mer Bancroft's. Hier befindet sich auher einer vorzüglichen Bibliothek von 12,000 Bänden, die ringsum an den Wänden ausgepellt sind, eine Unmenge gedruckter Schriftstücke und verschiedenartigster Manuscripte, die aus den Tischen aufgehäuft sind und zum größten Theil das Material bilden, mit Hülfe dessen Bancrost seine Geschichte der Ver.Staa ten bearbeitet. Ein Privatsecretär und eine Anzahl Copisten sind in diesen Räumlichkeiten thätig. Bancrost selbst ist ein unermüdlicher Arbeiter, und es dürste wohl keinen anderen Menschen geben, durch dessen Hände mehr auf die Geschichte der Ver. Staaten bezügliches Material gegangen wäre, als durch die jenigen Bancroft's.

Kndicum Hrlvlms.

(Segen das Eisenbahn VZonopoz. In dem Processe der Firma John HeayZ, eines KohlcngcschästZ in Sa Iineville, ., gegen die Pennsylvania

Eisenbahn-ompagnie handelte es sich um den Anspruch der ersteren, einen Be t"ag an racht zuruckzuerlangcn, welche Klägerin im Vergleich mit anderen Frachtbeförderern zu viel gezahlt hat. Das BundeSkreisgcricht des nördlichen Distrikts von Ohio hat kürzlich seine in Bezug aus die Wlslercntial-RatenFrage höchst wichtige Entscheidung abgegeben. Dieselbe geht dahin, daß allerdings ein Unterschied zwischen den Frachtraten je nach den factischen Kosten derBeförderung erlaubt sei, daß aber die Quantität der von einem Spediteur während eineLJah reS verschifften Waaren eine Unterschei dung nicht rechtfertige. Diese Entschei dung ist durchaus gerecht. Die Bahnen haben als Uornrnon Uamers" ent schieden lein Recht, Frachtunterschiede zu machen, welche nicht durch thatsächliche Unterschiede in den Beförderungskosten gerechtsertigt sind, und je klarer dieser Grundsatz festgestellt roird, desto besser kür die Geschäftswelt. Sind Patente gegen Staatögesetze gefeit ? Schon häusig ist die Frage aufgewor fen worden, ob ein Staat einen Handel verbieten dürfe, zu dessen Beschützung sich der Bund durch Erhebung einer Ab gäbe ausdrücklich verpflichtet hat. Es erscheint zum Mindesten unbegreiflich. daß die Ver. Staaten, nachdem sie einen Erwerbszweig für gesetzlich erklärt und seinen Betrieb gegen Zahlung einer Steuer gestattet haben, gegen die Un terdrückung desselben durch einen Einzel staat gar nichts einwenden. DaS gleicht so ziemlich dem Versahren der weiland römischen Kaiser deutscherNation, welche die Juden gegen entsprechenden Entgelt zu beschützen versprachen, sie aber jeder zeit von den kleinen Fürsten ausplündern ließen. Noch sonderbarer erscheint die Sache im Licht der Ausfassung, welche dcrGou verncur und die gesetzgebende Körper schast des Staates New Pork von der Wirksamkeit des Bundesschutzes haben. Vor etwa zwei Jahren nämlich verbot die Legislatur die künstliche Färbung von Qleomargarin mit Buttersarbe, da mit nicht der genannte Artikel als echte Butter verkauft werden könne. Gouver neur Cornell belegte die Bill mit seinem Veto, weil sie einenFärbungsprozeß ver biete, dessen Anwendung dem Erfinder durch die Bundesregierung mittels Pa tentpapieren erlaubt worden sei. Diesen Einwand anerkannte die letzte Legislatur als berechtigt. Sie verbot abermals die Färbung von Qleomargarin, fügte aber hinzu, daß nichts in dieser Akte so aus gelegt werden soll, als ob sie irgend ein Recht verkürze oder abschaffe, welches aus Grund eines Congreßgesetzes oder Pa tentbrieseZ erlangt, -zugesichert oder ga rantirt worden ist." In Folge dieses Zusatzes ist natürlich das ganze Gesetz ein todter Buchstabe, denn jeder Fär bungsprozeß kann am Ende patentirt werden. Ebenso wenig würde ferner der Staat New Z)ork das Recht haben, z. B. denVerkauf der als Kinderpistole" bekannten Mordwaffe zu beschränken, denn auch diese? Spielzeug ist durch Pa tent geschützt. Alle polizeilichen Maß regeln zum Schutze der Bürger, und nur die Staats und Lokalbehörden können solche erlaffen, wären einem Patentinhaber gegenüber wirkungslos. Vielleicht könnte sogar der Gebrauch ei ner patentirten Schnell KöpsungSma fchine durch Staatsgesetz nicht deein trächtigt werden. Wäre diese Auffassung richtig, dann ließe sich allen Prohibitionsgesetzen sehr leicht der Stachel nehmen. Man brauchte nur Schnaps,Bier oderWein mittels pa tentirter Apparate herzustellen, in Paten tirte Fäffcr oder Flaschen zu süllen und die Gefäße mit patentirten Spunden oder Pfropfen zu schließen. Kann schon der Handel mit einem nur einfach pa tentirten Artikel nicht beschränkt werden, so müßte doch eine durch so vielePatente geschützte Waare selbst dem heiligen Hannes von Kansas unantastbar vor kommen. Herr Cornell ist jedoch im Unrechte. Das Patent hat lediglich den Zweck, Erfinder gegen den Mltbewerb von Nachahmern zu schützen. Es verleiht ihnen das Vorrecht, eine gew iffe Zett hindurch den im Patentbrttfe beschriebe nen Artikel allein zu sabri ciren oder fabnaren zu lassen, sagt aber seines wegö, daß der Verkauf dieses Artikels auch dann nicht beschränkt werden darf. wenn das. Gemeinwohl eme solche Be schränkung erheischen sollte. Der Rc spect vor der Bundesautorität geht also m diesem Falle zu wett. . Hat sich dage gen die Bundesregierung Geld bezahlen laffen. um den Handel mit berauschen den Getränken zu erlauben, so ist sie un bedingt verpflichtet, denBesteuerten gegen die Willkür untergeordneter Regierungen zu schützen. ES wate interessant zu er fahren, ob der Gouverneur und die Le gislatur von New Bork diesen letzteren Satz unterschreiben wurden. Der britische Heerführer. Zum BekeblSbaber der äavvtiscken Expedition ist der durch seine zahlreichen velduge berühmt gewordene iJrlanoer, General Sir Garnet Wolsely ernannt worden. Dieser General, beiläufig ge sagt, der einzige britische Heerführer der tt i a rt vr . . exizen, weicyer sicy emen lasciiruy ver schafft bat. kömvfte mit Auszeichnung in vier Welttheilen, in Europa, Asien, Qft.:r. v. cvr . it.irjxcA w. iiuu unv aiiuiuu, lyuiiuuuuj urni ci in all den vielen kleinen Krieaen. welche Großbritanien zum Schutz seiner über V, : . rrv . oi....rt.. uic ganze tsioc uusgeoreiieicn o,llclclllu in den letzten Jahren führen mußte, der Befehlshaber. Wolsely steht im 50ten Jahre. ' Schon als junger Ossizier zeich netter sich im Kriege gegen Birma und dann besonders' -im Krimkriege aus.

Dann zog er mit Sir Collin Campbell

nach Indien und kämpfte dort mehrere Jahre lang in dem großen Kriege der mtt Niederwerfung Nena oahivs endiate. zog mit in den Krieg gegen die Chinesen 1800 und befehligte sieden Jahre später die Ervedition der canadl chen Regierung gegen die rebellischen Indianer am Rcdriver. Später kämpfte er im Aschantikriegc und in jüngster Zeit noch im Kampfe gegen die Zulus. Der Jahre, t . k. . s V I V .li n oenen er im tfruocr. in oer Uiicng ischen Heimath leben konnte, waren wenige, thatsächlich hat er mit nur kurzen Unterbrechungen beständig im Felde ge standen, und sich eben so sehr durch Feld Herrntalent, als durch persönlichen Muth ausgezeichnet. WaS die Zahl der Feld zöge, welche er mitgemacht hat, anbe trifft, so dürste kaum ein anderer leben der Heerführer sich darin mit ihm messen können. Selbst Moltke hat nicht so diele Feldzüge mitgemacht, als Wolsely. Ztr erste amerikanische Congreß. Wie scbr fick die leiten und mit ibnen die Menschen seit dem ersten Zusammen tritt des amerikanischen (continentalen) Congresses geändert haben, ersieht man unter Anderem auch daraus, wenn man die Congreßberichte unserer Zeit mit den Mittheilungen vergleicht, welche emAl terthumsforscher" über jenen Congreß und die Vergütung der damaligen' Con greßmitglieber für ihre legislatorische Tbätiakeit macht. Wir entnehmen den selben Folgendes : Der erste continen tale ilongreb trat am ib.- ymai mo zu Dbiladelvbia zusammen. Die Gesammt zahl der Mitglieder belief sich auf 64. Aus der Kolonie eorgia erschien zu nächst ein einziger Vertreter, und zwar aus St. John's Parish. Später aber sandte diese Colonie eine vollzählige Delegation. Jede Colonie lezahlte die Gehälter und die Unkosten ihr'erDelega tion selbst. Die Congrcßmitglieder aus Nem amvsbire erbielten. abneseben von der Zurückerstattung der durch ihren Unterhalt verursachten Zkosten, eme Gul ner vro Taa. sowie Veraütuna der durch das Halten eines Bedienten und zweier n r L.V! l O n stll r. Pieroe oeoingirn iusguoen. caa ckusetts bezahlte seinen Conarekmitalie dern die Unkosten und $3 pro Tag; u. . A.. . & fc. sVfc & . J Rhode Island uno Ataryiano 40 schii linge pro Tag nebst Unkosten ; Virgi nien einen halben Johannes", etwa $4, pro Tag ; Nord'Carolina 50 Psd. St. pro Jahr, und Georgia 100 Pf. St. für jeden Monat, in welchem der Congreß in Sitzung war. Hinsichtlich der übrigen Colonie'n liegen keine besonderen iillyeiiungen vor. Aufdim Isthmus. Laut einer Corresvonden, aus ALvin wall an die N. Y. World" sind dort und in Panama dieGesundheitsverhält nisse wesentlich schlimmer, als man nach den wenigen Notnen der telearavbiscben Berichte annehmen sollte. Ende voriger cm X . in i rr. e o i ri.! nvvujz ii vcr v.(jqngenicu( oki uidzi ten am Canalbau. Louis Monte!, dem gelben Fieber erlegen. Die Compagnie hat in ihm ihren bedeutendsten Ingenieur verloren, der sich schon in Europa durch die Auskübruna aconartiaer Bauten be rühmt gemacht hat ; er ist seinem Vor ganger, dem EyesJngenleur Ettenne, in kurzer Zeit nachgefolgt und war der fünfte der an dem Canalbau beschäftig len overslen Beamten, die das unhett volle Klima zu Opsern gefordert hat. Der General-Secrctär Bionne und die Ober-Jngenieure Barbier und Blauchct slarven ebenfalls nach ganz kurzem Kranksein. Von den übrigen Beamten sind Dutzende, von den Arbeitern Hun derte die Beute des gelben, resp, eines fast ebenso bösartigen malarischen Fiebers geworden. An demselben Tage wie Monte! starb die Oberin des von der Compagnie in ASpinwall errichteten Hospitals, eine Dame, die sich die höchsten Verdienste um die Krankenpflege erworben hat, und der Tod des GeneralAgenten Guignard wurde stündlich erwartet. Die Zustände in Aspinwall spotten jeder Beschreibung und in Panama sieht es nicht viel deffer auS. Auch das dor tige Hospital ist überfüllt und auf einem der kürzlich von Rio de Janeiro landenden Dampfer waren sämmtliche Ossiziere, der Schiffsarzt und ein Theil der Mannschaft erkrankt. Von gelbem Fieber wird nicht gesprochen, die Krank heit wird allgemein Küstensiebcr" ge nannt. Auö einer Sommerfrische. Die wirklichen, echten, im Waffer le benden Haisische haben seither in den Seebädern noch nichts von sich höttn laffen. Dagegen werden auS verschiedenen Sommerfrischen romantische Näu bergeschichten berichtet, die an Fra Dia volo und Dick Turpin erinnern und im Osten seither unerhört waren. Die un glaublichste, aber völlig verbürgte dieser Begebenheiten, trug sich Ende voriger Woche in Bar Harbor, Hancock Co., Me., zu. Dieser reizende Sommer Aufenthalt wird im Juli und August von mehr als 5.000 Badegästen besucht. Der Grcen Mountain überragt den freundlich ge bauten Platz und von seinem Gipfel schweift das Auge auf der einen Seite über einen Süßwaffersee, während sich auf der anderen der unendliche Ocean -ausdehnt; Land und Seevögel kreuzen sich im Fluge und der Blick in das Land hinein zeigt prangende Fluren; mit rei zenden Villa'S und einzelnen Waldüre cken bedeckt. Eine vorzügliche Landstraße suvrt nach dem Gipfel und dieselbe wird täglich von Hunderten von Badegästen benutzt, die ,.ch in bequemen Omnibus, sen, auf Saumthieren oder zu Fuß 1a hin begeben. Wer aus diesem Wege an einen, am hellen lichten Tage auögesühr ten räuberischen Ueberfall hätte denken wollen, würde Zweifel an seiner Zurech nungssähigkeit erreicht haben.

Ein'Wagen mit drei Damen, zwel' Herren und dem Kutscher suhr dieser Tage Nachmittags 2j Uhr vom Eipsel des Berge herab, als plölich aus einem Gebüsch ein elegant gekleideter junger Mann auf die Straße sprang, den Pferden in die Zügel siel und dem Kutscher mit auf ihn gerichtetem Revolver zurief, abzusteigen und die Pferde zu halten. Hierauf ersuchte der Kerl die Paffagiere, ihm alle ihre Werthsachen auszuliesern, nahm solche einschließlich einer bedeuten den Geldsumme, die einer der Herren bei sich trug, an sich, bat um Entschuld! gung wegen der verursachten Störung, und befahl dem Kutscher wieder aufzu steigen und die Fahrt fortzusetzen. Wäh rend dies geschah, hielt der Räuber drn Revolver noch eine Zeit lang auf den Wagen gerichtet und verschwand dann im Gebüsch. Die Badegäste haben eine Belohnung von 55,000 aus die Ergreisung des Räu bers gesetzt und die jüngeren Vertreter des parken Geschlechts erscheinen nurnoch mit eleganten Revolvern in den zierlich gestickten Gürteln aus der Promenade. Alexandria und Yorklown. Da Arabi Pascha während des Bom bardements von Alexandria die weiße Fahne aufzog, um die Geschütze der Britten. zum Schweigen zu bringen und ungestört vom feindlichen Feuer sich zu rückziehen zu können, waren die Englän der, die Arabi Pascha durch das Aus ziehen der weißen Fahne hinter's Licht gesührt hatte, maßlos in der Verurthei lung des schlauen ägyptischen Heersüh recs. Nun fährt ein Londoner Blatt selbst dem englischen Admiral, der so viel über den Minbrauch der Friedensflagge durch Arabi Pascha geschimpft hat, über'S Maul und constatirt, daß Lord Corn wallis kurz vor der Uedergabe .Jork town's an George Washington einen

ähnlichen Schwindel, wie ihn Arabi Pascha vcrubt, versucht' hat. Jenes Londoner Blatt meint deßhalb, daß die Engländer kein Recht haben, Arabi Pascha, der doch in ihren Augen als halber Barbar gilt. Vorwürfe zu machen. Das Londoner Blatt, welches die Ge schichte vom beabsichtigten Mißbrauch der Friedensflagge durch Lord Corn wallis auffrischt, ist die St JameS Gazette.". Deutschlands größter Chirurg. Nach einem Leben voll großartiger wiffenschaftllcher und wundärztlicherVer dienste ist Ende vor. Mon. der Professor und Geh. Obermedicinalrath Bernhard von Langcnbeck m Berlin in den Ruhe stand getreten. Er wurde am 9. November 1810 in Hannover geboren, studirte in'GSttin gen, trieb daselbst vorzugsweise Anato mie undPhysiologle, wurde jedoch gleich zeitig von seinem Onkel, dem Proseffor Joh. Mart. Langenbeck, m die Chlrur gie eingeführt, promovirte 1835, erwarb sich bald daraus alö praktischer Wund arzt im Bremer Lande einen bedeutenden Ruf, ließ sich 1833 als Privatdozent für pathologische Anatomie in Göttmgen nieder und wurde 1839 zum aukeror deutlichen Proseffor daselbst ernannt. Im Jahre 1842 begab sich Langenbeck, nachdem er zuvor zum Proseffor der Chirurgie in Erlangen designlrt worden war, nach Kiel und kam von dort An fangs 1848 nach Berlin an Stelle des im November 1847 verflorbenenDleffen bach. ' Er trat die Berliner Profcffur jedoch erst im Oktober 1818 an, da er in dem inzwischen ausgedrochencn ersten ddni sehen Kriege als Generalstabsarzt des schleSwig-holsteinischen Heeres diente. wobei er Gelegenheit hatte, die Gelenks resektisnen in die Feldchirurgie einzu sühren. Auch in den Kriegen von 18, 1870 und 1871 war Langenbeck stets bei der Armee und sem Name ist Mit allen wich tigen Neuerungen auf. dem Gebiete des KnegSheuwesens der letzten zwei Jahr zehnte innig verbunden. Oo Zulande. Aus Nord Carolina wird schon wieder der Fund eines werthvollen Diamanten berichtet. JameS Pepper in Danburey holte auS einem Bachbette eine Fuhre Sand, sah etwas in der Sonne glitzern, hob es auf und erfuhr dieser Tage von Baltimore aus, wohin er den Stein zur Abschätzung geschickt hatte, daß ihm ein Juwelenhändler V7000 für denselben biete. DieNorthern Pacific R. R. hat im Monat Juli 43.278 Acker Land für zusammen $17,84.40 vorkaust. Derjunge Martin DaviS i San Francisco wurde vor einigen Tagen von einem ihm unbekannten In, sect in die linke Hand gestochen. Hand und Arm schwollen schnell an und die von einem Arzte angewendeten Mittel blieben ohne Wirkung.. Die Geschwulst erfaßte das Gesicht, afsicirte schließlich den ganzen iiorper und die zetzt zugezo genen Aerzte erklären, daß es jetzt zu spät sei, noch irgend etwas zu Davis' Rettung zu versuchen. Pennsylvanien hat 500 r e gistrirte Aerzte und 500 nicht registrirte Aerzte psuschen denselben, in's Amt. Aber auch unter den registrirten Docto ren haben ungesähr 700 Bogus und ungesühr ebenso viele gar keine Diplo me, weil sie schon vor 1871. dem Jahre seit welchem nicht registrirte Aerzte ei gentlich nicht practiciren dürsen, die Menschheit maltraitirten. Commodore Pearson, der Commandant deö Kriegsschiffs Wachu seit" berichtet von Fort Wrangell in Alaska an das Marineministerium, daß in ganz Alaska völlige Ruhe herrsche, daß die Gerüchte über drohende Jndia ner Ausstände ausschließlich von Ge schästsleuten in Sitka herrühren, welche von, der Anwesenheit eineö großen Kriegsschiffes in den Gewässern von

Alaska insofern Vortheil ziehen, als sie die Provisionen für Ossicier und Mann

chaft liefern, und daß es sich empfehle. den .Wachusett zurückzubeordern und ein kleineres Fahrzeug in der Nähe von Sitka zu statlornren. Californische Millionäre beabsichtigen die AuSführunz eines Rie fenprojects. zu welchem $25,(XW,(X1 er forderlich sind und 2.000,000 in San Francisco m wenigen Tagen gezeichnet wurden : dasselbe besteht darin, auöge dehnte Gebiete des Staates, einschließ lich San Francikco, auS dem Flusse Turlumn? mit Waffer zu versehen und zu diesem Zwecke von einem Hochgelege nen Punkte deffelben eine sich in zahl reiche Nebenleitungen verzweigende Was ferleltung zu bauen. Ein New Norker Reporter hat mit vieler Mühe den CheesequakeS Creek m New Jersey gesunden, für den vom Congreß $15,000 bewilligt wurden. Der Creer ist nicht breiter als eine schmale Straße und mündet nahe South Amboy in die PrinceS Bay Der Bach ist mcht Mffbar und hat seine wettere kommerzielle Bedeutung, aber einige Spekulanten haben das umllegendeLand fr &. in BaupiüKe auslegen lauen uno an New Yorker verkauft. Sie möchten nun einen tiefen und geraden Canal von dem Bach in die Bay führen, damit ein Excursions'Dampser direkt an der kunf tigen Villencolonie anlegen kann. Wenn die ersten $15,000 nicht hinreichen, wirb der Congreß so. sreundlich sein und auch im nächsten und dem nächstfolgenden Jahre, und so weiter, eine kleine Be willigung aussetzen, um einige Landspe kulanten zu bereichern. Die noch nicht unterge brachten russischen Flüchtlinge in New Nork v klangen jetzt von der israelitischen yilssgesellschast, daß die eingehenden Gelder zur Rückbeförderung der Leute nach Rußland verwendet werden. Es herrsche in Rußland jetzt Ruhe, sie könn ten dort Beschäftigung erhalten, was sie hier nicht im Stande seien. Man hätte ihnen hier Land versprochen, sie erhielten aber nicht nur kein Land, sondern nicht einmal Beschäftigung. Sie fertigten eine schrisliche Petition aus, die von Ziablreichen Unterschriften bedeckt wurde und an die Juden Amerika'S appellirt, dafür zu sorgen, daß die noch nicht un teraebrachten russischen Flüchtlinge nach Rußland zurückbefördert würden. In der Petition heißt es, daß die Kosten der Hilfsgesellschast per Kops 575 monatlich betragen, und daß sie vergangenen Mo nat $40,000 verausgabt habe. Furchtbarer Veroacyk gegen einen Vater. Im Oktober 1878 der schwand auS Chamberöburg, Penn., ein 16 Jahre zählender junger Mann, mit Namen Geo. Devlnnev. unv erst vor etwa zwei Wochen fanden Erdteeren sammle? die Leiche deS Unglücklichen in einem dichten Walde unfern fetner eller lichen Behausung. Zuerst wurde aus Angabe deS Vaters Devmney' alS des Mordes verdächtig ein gewiffer William Knox verhaftet; dieser aber hat nunmehr Entbüllunaen gemacht, welche den eine nen Vater oeS ermordeten ZünalingS schwer verdächtigen. Er wurde deshalb bereits m Hast genommen. Marineminister Chandler wird m den nächsten Tag:n seme amt liche JnspectionStour durch die Schiff bauhöfe der Ver. Staaten auf dem Dampfer Tallapoosir antreten. Die fes Schiff wurde nur zu derartigen Zwecken gebaut, .hält 50 Tonnen und kostete in Folge Robeson'ö mustergülti gen Verwaltung die colossale Summe von $798,19 9. Der B u n d e S s e n a t hat vor seinem ach so späten Ende noch der Einsetzung eines SpecialcomiteS zuge stimmt, welches sich mit der Ermittelung der wahren Ursachen deS Verfalls unse rer Schlfffahrt beschäftigen und Vor schlüge zur Abhilft machen, soll. Der Hauptzweck deS . Comites dürfte sein, Material zu sammeln, durch dessen ge schickte Verwendung man Gründe zu ei ner ansehnlichen Subsidie . zusammen doctern kann. Die Presse hat ost genug dargetban, daß das Verbot, Schiffe da zu kaufen, wo an sie am billigsten er langen kann, sowie ünsinnigeBestimmun gen über Hafengebühren pp. die Haupt sächlichsten Grunde deS Verfalls sind. Durch Annahme der die Feststellung des TonnengehallS betr. Bill hat übrigens der Congreß aezeiat, daß ihm wenigstens einer jener Gründe deS Verfalls rechts wohl bekannt ist. , Eine Gesellschaft christlich Frauen in Ocean Grove, N. I., die für Einführung strengsterTemperenz gesetze agitirt, hielt vorige Woche indem romantisch gelegenen ASbury Park ein mehrtägiges Camp Meeting ab. Das auS Brettern hergestellte geräumige Ta bernakel war in jeder der vier täglichen Versammlungen überfüllt, und neun Zehntel der Anwesenden - bestanden auS Frauen. Ein in dem Tabernakel ange brachte? .Fragekasten wurde husig de nutzt. Gleich am ersten Tage würbe die Frage auS dem Kasten gezogen : .Cm psiehlt es sich für stillende Frauen,müßig Bier zu genießen ?" Als Antwort fand sich am nächsten Tage die Gegenfrage in dem Kasten bor: Von welcher Be schaffenheit ist die Milch derjenigenKühe, die mit den Msällen auS Branntweinbrennereien gefüttert werden?- Betäu bender Jubel erfüllte bei dem Vorlesen derGegenfrage daS Versammlungslokal; für den TemperenzFanatiömuS hat die Stimme der ärztlichen Wiffenschast so wenig Geltung, wie die Stimme der Vernunft im Allgemeinen. Phil. Räppaport, NcchtsaWalt und Notar, 02 Süd Delaware Str., INDIAtf IND.

vom Auslande. Friedrich Spielhagen, der berühmte Romanfchriststkller, ist im Verein mit den Herren Dr. Jak. Auer bach in Frankfurt, Rechtsanroalt Euen Auerbach in Berlin und Dr. Bettelheim in Wien damit beschäitigt, eine umf.s' sende Biographie Bcrthold Aucrbach's

auszuarbencn. In München haben die 35 im Privatbesik befindlichen Braun bierbrauireien vom 1. Juli 1881 bis 1. Juli 1882 im Ganzen 658,944 Hektoli ter, die G Wechbierdrauereicn 10,621 Hektoliter, die Hosbraucrei 27.210 Hektoliter und die Franzislaneibrauerei 1,023 Hektoliter Bier gebraut. Zusam men 697,798 Hektoliter. An den deutschen' Uni versitäten bestehen 11 katholische Studentenverbindungen und eine sreie Ver einigung in Straßburg. Die zahlreichst Verbindung ist die in Brerlau mit 78 Mitgliedern, deren Protektor der neue Fürstbischof von Breölau, Dr. Rob. ver zog. ist; die in München zählt 61 Mit glieder, inMunster 51, inJnnsbrucr und Würzburg je 49, in Tübingen 43, in Freiburg 33. in Bonn 33, in Marburg 28, in Berlin 16 und in Leipzig 13. Der soeben fertia aestellte Bericht des amerikanischen GeneralConiulateS in Berlin sür das am 1.' Auli endende zweite Vierteljahr 1882 weist erstaunliche Zunahme des Sports nach Amerika im Vergleich zu dem entsprechenden Zeitraume des Vorjahres auf. Der Bezirk Berlin yat allem tii dem 31. März d. I. Waaren im Werthe von 4,567,123 Mark exportirt, also um ?.704,9o3 Mark mehr als im zwenen Vierteljahre von 1881, und olle übrigen rr c ;r . lau uonuiiai5orzinc iveiien eine veiuuii nißmänig gleich starke Zunahme auf. An der Spitze steht Erefeld mit einer Stei gerung von 3,060,219 M. 90 Pf., so dann solgt Bärmen mit 1,742.659 M. 80 Pf.; Leipzig schließt sich mit 1.092, 861 M. an ; Chcmnitz folgt mit einer Zunahme von 928.747 M. 20 Pf.; Qambura 007.428 M. 20 Pf.: Bremen 703.662 M 28 Pf.; Nürnberg 719.630 M. 10 Pf., und in entlprechenoer Ad flusung nehmen Sonnebcrg, Augsburg, Stuttgart, Dresden :c.' ihre Stellung ein. Die gesummte Zunahme des Ex Ports gegen das entsprechende Quartal deS Vorjahres beläust sich auf circa 16 Millionen Mark. Eine schnurrige Prinz i p i e n s r a g e. Vor der zweiten Kam mer deS ApellhoseS zu Brüssel ereignete sich vor Kurzem solgcnder Zwischcnsall. In dem Augenblicke, da ein junger Ad vokat zu plaidiren beginnt, bemerkt der Präsident, daß es ihm noch dem Her kommen nicht gestattet sei, an der Barre dcS GerichtShoses mi einem Schnurr bart zu erscheinen. Ich glaubte,- ent gegnete der Advokat, daß der meinige so mikroskopisch sei, doß er vomGerichts hose nicht bemerkt werden könnte Der Präsident erwidert : Das ist nicht eine Frage der Quantität, sondern eine Prin zipiensrage Der Advokat stellte tjierauf, um das Schicksal seines Clienten besorgt, einen BertagungSanlrag, um sich rasiren zu lassen und gehcaift (eu etat) vor Gericht erscheinen zu können. Der Präsident erklärte jedoch, daß sich seine Ermahnung nur aus die Zukunst beziehe. Bedenkt man, daß eigentlich sonst nur einem Zuchthausgefargenen der Schnurrbart disziplinarisch ko.'ifiS zirt werde, so kann die Gleichstellung der Advokaten in dieser Beziehung nicht allzu schmeichelhaft sein. . In Deutschland exi st irt denn auch jenes Privilegium sür Advokaten nicht, sondern nur für evan gelische Geistliche, während in Ungarn amtircnde evang'lische Geistliche den Schnurrbart für nicht hinderlich zu einem gottgesülligen Leben halten. Die deutsche Sp räch e im türkischen Mädchenpensionat. Am 16. Juli hat in Konstantinipel in dem von Sultan Abdul Hamid 1879 sür die Töckter türkischer Staatsbeamten ge gründeten Mädchenpensionat die übliche Jahresprüsung stattgefunden. Dersel ben wohnten zahlreiche distinguirte Per sbnlichkeiten bei. Da zu den Lehrgcgen ständen dieses Pensionats auch die deut sche Sprache gehört, so hatte Kaiser Wilhelm sür die besten Kennerinnen die ser Sprache süns mit Edelsteinen besetzte aoldene Bracelets als Prämien einge sendet und mit' der Verthcilung dersel ben seinen Vertreter bei der Psorte, Herrn v. Hirschscldt, betraut. Die erste dieser Prämien erhielt die Tochter Thali Paschas, Fatihat Hanum, die dabei fol gende Ansprache in deutscher Sprache an den Vertreter des Kaisers richtete: Ob gleich noch ein wenig schwach in' der deutschen Sprache, wage ich es dennoch, mit einigen Worten in derselben in mei nem Namen und in dem meiner Freun binnen unsere lebhafteste Erkenntlichkeit für die hohe Gunst auszusprechen, mit welcher Kaiser Wilhelm geruht hat, an uns zu denken. Sein kostbares Ge schenk wird uns nie verlassen, und ich erlaube mir mit einem lebhaften Gefühle der Freude aus der tiefsten Tiefe meines Herzens auszurufen: Es lebe Kaiser Wilhelm und sein erhabener Freund, der Sultan Abdul Hamid !' Eine unterirdische Ei senbahn in Paris. Da das Projekt zum Baue einer Hochbahn, wie sie von ver schiedenen Projektanten geplant worden war, an den geradezu enormen Einlö sungökoflen des nöthigen Terrains'schei tern dürfte, steht das Projekt der Herren Siben & Soulie für eine Untergrund bahn in Paris auf dem Punkte, auöge führt zu werden. Die genannten Herren wollen eine Central'Linie von St.Cloud bis zum Hauptbahnhof der Lyoner Ei senbahn errichten, von der sich ein gro per äußerer und ein kleiner innerer Gür telnebst angefügten Zweiglinien für alle in Paris einmündenden Eisenbahnen abzweigen sollen. Im Süden' würde dife Stadtbahn die ' wichtigsten Ge schüftsviertel durchziehen, dieBoulevardk an derPlace de l'Opera durchschneiden

b'