Indiana Tribüne, Volume 4, Number 421, Indianapolis, Marion County, 13 August 1882 — Page 3
Der Trauermantel. tliiit au dem Leben eines SinjZhrig'Freiiligen. Von Oskar laubmann.
Wer da glaubt, daß in der Zeit des M. 71 (heißt. Modell vom Jahre 1871" und ist die offizielle Bezeichnung für das MauserGewehr) die Originale in der Armee ausgestorben sind, der irrt sich und zwar bedeutend. Die Verhältnisse der outen alten Zeit", von denen uns die MilitSrhumoresken älteren Datums melden, haben sich wohl geändert, und die Menschen, die in jenen Verhältnissen lebten, auch, aber ledere doch nicht so, daß nicht noch Spuren jener früheren Originalität zurückgeblieben wären. Die Armee umfaßt eben so viele Tausende von Menschen, daß man sich garnicht wundern darf, einen bestimmten Prozentsatz von Sonderlingen unter ihnen zu finden. Zu den originellsten Originalen gehörte aber wohl der Hauptmann Kirstner von der 9. Kompagnie des . 0. ten Füsilier-Regiments, ein Mann von eben soviel Hcrzensgüte als Klugheit und Bildung, der an einer Art von zoolo gischer Sammelmanie" litt. Infekten, Schmetterlinge, Fische, Vierfüßler ode: deren Theile, Vogel, kurz Alles, was da kreucht und fleucht", war den Sammlungen des Hauptmann Kirstner tribut pflichtiK; sämmtliche Zimmer seiner Junggesellenwohnung dienten Sammel zwecken und waren mit ausgestopften, getrockneten, präparirten, in Spiritus gesetzten Vertretern des Thierreichs ausmöblirt, und eine neue Acquisition für sein Museum galt dem Hauptmann mehr, als die Aussicht aus die Kandillen des Stabsoffiziers, denen Kirstner eigentlich längst hätte verfallen sein müj sen. Bei den Mannschaften des detachirten Bataillons, das die ganze, Garnison der 'Stadt L. bildete, hieß der Hauptmann der Spinnen-Fresser" und die 9. Kompagnie die Jnsektcn-Kompagnie". In der That machte es aber auch einen sehr komischen Eindruck, wenn bei Rendez vous des Bataillons die Mannschaften der drei anderen Kompagnien in male rischen Gruppen der Ruhe pflegten, die Mannschaften der 9. Kompagnie aber wie die Wahnsinnigen alle Steine um drehten und jeden Grasfleck absuchten, um für ihren Hauptmann seltene Thiere zu entdecken. Wer ihn nämlich mit zoo logischen Raritäten ersreute, der hatte bei ibvx auch einen Stein im Brette, und wenn Jemand von den Mannschaften während der dreijährigen Dienstzeit öfter beurlaubt werden wollte, dann mußte er schon vom ersten Urlaub etwas Zoologi sches, und wenn es blos een Wom" war, mitbringen. Die 9. Kompagnie übte Felddienst in der Näkze eines aroien' Forstes, den Hauptmann Kirstner nach beendeter Ue bung mit der ganzen. Kompagnie nach seltenen: Gcthier abzusuchen beschloß. Vorläufig, cs war Vormittags gegen zehn Uhr, lag die ganze Kompagnie in Vorpostenstellung ; auf dem rechten Flu gel war ein detachirter Unterosfizierpo sten vorgeschoben, und hinter einem klei nen Gebüsch stand der Einjährig-Frei willige Bcrger auf dem Ausguck nach dem iniaainären Feinde. Man kann nicht behaupten, daß Ber- I ger mit ganzer Seele bei der strategischen Uebung war, und wahrscheinlich war es ihm sehr gleichgültig, zu ersahren, wie sich etwa Moltke an seinerStelle benommen hätte ; seine Gedanken waren vielmehr noch weiter vorgeschoben" als er selber und weilten jenseits des Forstes in dem abseits vom Dorse auf einerHöhe gelegenen Pfarrhause. Ja, ja, des Pfarrers Tochter von Taubenheim zwar nicht, aber von Sreinhoff hatte es dem Einjährigen angethan, und wenn Bergcr daran dachte, daß er nach zurückgelegter Dienstzeit das kaufmännische Geschäft feines Vaters übernehmen solle, und wie prächtig sich die Pastors Gertrud als kleinehausfrau ausnehmen würde, dann überkam es ihn so heis und wiederum so wonnig, daß erst die Stimme desHauplmanns Kirstner ihn aus seinen süßen Träumereien ausschrecken konnte. Herrrr !" schrie Hauptmann Kirstner, wenn ich nicht irre, so scheint es mir, daß Sie schlafen, Herrrr ! Glauben Sie, die Gegend ist hier zum Duseln ? Felddienst üben sollen Sie hier! Herrrrrr! Warum melden Sie nicht, wenn ich an Sieheran komme? Wenn ich nicht irre, so scheint eS mir, daß ich zu Pferde hier deutlich genug sichtbar bin! Herrrrrr!" ' Das letzte Herrrr" bes Hauptmanns klang schon wie Trommelwirbel, und Berger stand so verzweifelt und nieder gedonnert da, daß es ganz zum Erbar men war. Ehe er sich aber noch in seiner Angst und Verzweiflung auf irgend eine Antwort besonnen, sah er den Gaul des Hauptmanns einige verzweifelte Kreuz und Querfprünge machen und denHaupt marm selbst mit der rechten Hand nach irgend einem Gegenstande in der Lust greis. Im nächsten Augenblicke sah Berge?, daß dieser Gegenstand ein dunk ler Schmetterling war, der dicht n sei nem Kopfe vorüber flog. Herrrr! Warum greifen Sie nicht zu! Stehen Sie nicht so dumm da! Laufen Sie ihm nach, es ist ein Trauer mantel, ich muß ihn haben auf jeden Fall; daß Sie mir ja nicht ohne den Schmetterling wieder kommen!" Diese legten Worte hörte Berger nur noch halb, denn er war sosort'wie ein Rasender demSchmetterling nachgestürzt, der seine Richtung auf den hohen Forst zu nahm. Befriedigt sah ihm Hauptmann Kirstner nach, als aber nach einer halben Stunde der in dem Walde verschmun dene Berber immer noch nicht zurückgekehrt war, wurde der Hauptmann unge duldig und präparirte eine gediegene Strafpredigt für den bummligen Ein jährigen". Als jedoch die Jelddienst Übung abgebrochen, der Wald abgesucht und Äergcr noch immer nicht zurückge kehrt war, wurde Hauptmann Kirstner wüthend. Vergeblich ließ er den Horni sien Neunte Kompagnie,' sammeln!" und Detachirte zurück" blasen, bis der arme Blechwter so roth im Gesichte aussah, wie ein ganz frisch gekochter Hum ! mer, es hals Alles nichts: Verger und , der Trauermantel blieben verschwunden. Das Gewehr über, mit Sektionen l'mkS schwenkt, ohne Tritt, marsch! Na,
den will ich mir aber langen !" Das wa ren die denkwürdigen Worte, mit denen Hauptmann Kirstner die Compagnie und
sich in Bewegung brachte. V ' Beroer befand sich nur im Felddienst kostüm. Müfee, Leibriemen mit einer Patrontasche, gerolltem Mantel mit da ran geschnalltem Kochgeschirr, das war " -i ' "Tl'l. außer oen oxii noiowenoigen uonajen Kleidungsstücken seine Ausrüstung. Die selb: war ihm bei der Verfolgung oes Schmetterlings nicht weiter ymoerticy. abcr das Gewehr mkommodirte ihn in wirklich unangenehmer Weise. Der Trauermantel schien eS außer dem darauf abgesehen zu haben, den ar men Beraer zur Verzweiflung und außer Athem zu' bringen. Neckisch gaukelte er vor dem schwitzenden Verfolger hin und her und setzte sich dann einladend auf einen Strauch oder einen . Ast nieder. Einen Auqenblick verpustete dannBerger, nahm dann seine schirmlose Feldmütze ab und schlich vorsichtig an den Gaukler der Lüste" heran. Kaum war er aber in semer Nähe, so ging der Trauermantel wieder auf und die wilde Jagd begann von Neuem. Plötzlich ein Sülag, ein Aufschrei Bergers und einen Augenblick lag er bewußtlos das Gewehr war ihm zwischen die Beine gerathen und er hatte einen schweren Fall gethan. . Mit f i r& . ? ..t. v - a Ti.njCi.a einer eile oes icopfes uno oes vejicjus war er heftig an eine Kiefer geschlagen und der stechende Schmerz brachte ihn erst einigermaßen zur Besinnung. Von dem unseligen Schmetterling war weit und breit nichts mehr zu sehen, als aber der Gefallene fein Gesicht be fühlte, bemerkte er, daß dasselbe bedenk lich anzuschwellen begann. Vergeblich sah er sich nach Wasser um, dieGeschwulst zu kühlen ; nach einigem Besinnen be schloß er, zu der Kompagnie zurückzukeh ren. Zwar war sein Herz böser Ahnun gen voll über den Empfang bei Haupt mann Kirstner, wenn er nun ohne den unseligen Trauermantel zurückkehrte, aber was nützte die Furcht? Berger schritt langsam fürbaß, denn eine bedeu tende Müdigkeit machte sich bemerkbar. Zu dieser gesellten sich Durstund Hunger und die Schmerzen an Kops und Gesicht, und so wurde die Stimmung des un glücklichen Schmetterlingsjagers mehr und mehr eine unbehagliche. Nach halb stündigem Marsch entdeckt er auch noch, daß er sich verlaufen und den Weg aus dem machtigen Forste nicht mehr heraussinde. Wahrscheinlich hätte ein Kriegsgericht den unseligen Berger zum Tode verurlheilt, wenn es die subordinations widrigen Gedanken gekannt hätte, die dieser in . dem Zustande allgemeinen Mißbehagens gegen Hauptman Kirstner hegte. ' . .. Nach halbstündigem weiteren Marsch war der Seelenzustand , Bergers .noch elender geworden als bisher, und wenn er scharse Patronen bei sich gehabt hatte, wäre vielleicht der Vedanke an Selbstmord in ihm ausgestiegen. Gott aber verläßt keinen braven Funuer, noch einige Minuten verzweifelten Stvlperns über Baumwurzeln und Berger trat aus eine Lichtung, und er hätte aufschreien mögen vor Entzücken : vor ihm lag da Pfarrhaus von Steinhosf mit der Kirche, dahinter das große Dorf. Einen furchtbaren, anektirten Schrei kensschrei stieß das, Dienstmädchen im Psarrhause aus, als sie den bestaubten. zerschundenen, angeschwollenen Soldaten erblickte, einen Schrei, der auch Fräulein Gertrud herbeirief. Auch diefe erschrak zwar ein wenig, aber dann faßte sie sich. reichte Berger die Hand, hu& ihn will kommen und bat ihn näher zu treten. Papa und Mama seien nach der Stadt gefahren, wurden aber wohl bald wieVerkommen. Zuerst wurde Wasser und Leinwand besorgt, um das geschundene Gesicht Berqers zu kühlen, dann lorgte die eifrig hin und her eilende Gertrud für Speise und Trank und bald befand sich Berger in einer Stimmung, die nahe an Seligk-it streiste. und alle seine Ge suhle hauchte er in den herrlichen Wor ten aus : Ach, Fräulein Gertrud ! Sie sind ja so gütig !" Gertrud erröthete heftig, und das machte den einjährigen Füsilier nur noch kühner. Er schilderte in glühenden Far den, was er im Walde gelitten, und nannte Gertrud seinen Rettungsengel. Ja, das that er. Gertrud wurde noch röther und noch verlegener, und in dieser Verlegenheit srug sie Berger, wie er denn eigentlich allein in den Wald gekommen sei. Sosort bemächtigte sich Bergers eine gewisse Gedrücktheit, er dachte an Hauptmann Kirstner und den ihm bevorstehen den Empfang. Schließlich aber jaßte er sich ein Herz und erzählte(ertrud Alles, die 'Geschichte von dem' Trauermantel und der Sammelwuth des Hauptmanns, und plötzlich sprang Gertrud auf und eilte hinaus. Ehe sich Berger noch ihr Verschwinden erklären konnte, kehrte sie bereits lächelnd zurück.' Hier habe ich etwas, was vielleicht den Zorn Ihres Herrn Hauptmanns be sänstigt. Ein seltener Käfer, den mir mein Vetter Max voriges Jahr schenkte !" In der Schachtel lag aus Watte ein Ungeheuer von einem Käser, halbWurm erschien's, halb Molch, halb Drache". Berger ar außer sich vor Entzücken, über, den Käser und die bevorstehende Versöhnung des Hauptmanns, aber noch mehr über die Liebenswürdigkeit des herrlichen Mädchens und die Theilnahme desiclben an seinem Geschick. Ehe er recht wußte was er that, hatte er die, beiden Hände der jungen Dame erfaßt und ein paar glühende Küsse dar auf gepreßt, und als Gertrud ihm ver wirrt, erschreckt, über und über roth die Hände entziehen wollte, küßte Berger dieselben noch feuriger und stammelte : Ach, Sie sind ja so gut!" Da kam plötzlich ganz unmotkvirt das Dienstmädchen herein und Berger und Gertrud fuhren auseinander. Bergerzog sich aus der Verlegenheit, indem er sich empfahl. Zum Abschiede reichte er Gertrud noch einmal die Hand, und als er die ihrige innig drückte, fühlte er einen leisen schüchternen Gegendruck. Auf dem Marsche nach der Garnison glich Berger ganz und gar einem Rasenden. Er sang und jubelte und tanzte sogar, als er sich im Walde allein glaubte, und das Herz wor ihm so voll Seligkeit wie ein Ei.
Herrrr V so begann die BegrüßungS rede Hauptmann KirstnerS, der jedoch innehielt, als er da zerschundene Ange sicht BergerS entdeckte. Stirnrunzelnd hörte er den Rapport des unglücklichen SchmetterlingsjägerS, Gewitterwolken lagerten auf seiner Stirn, als er erfuhr, daß der Trauermantel entwischt sei. Aber als er ersuhr, daß Berger einen seltenen
Käser" gesunden habe, entließ er den Elniahrigen rn Gnaden. Berger eilte nach Hause, um sich um zukleiden und der Ruhe zu pflegen, aber nach kürzester Zeit wurde er durch die KompagnieOrdonnanz gestört, die ihm befahl, sofort zum Feldwebel zu kommen. Aus Befehl des Herrn Hauptmann hat der Einjährig-Freiwillige Berger so sort einen fünftägigen Stubenarrest an zutreten!" Berger stand wie vom Donner ge rührt. Menschenkind !" jagte der Feldwebel, sind Sie ein unverschämter Herr ! Schenkt der Mensch dem Hauptmann einen Käser aus Chokolade." Chokolade," stammelte Berger, dann taumelte er halb bewußtlos in den Stuhenarrest, und vier Wochen später ver lobte er sich mit Gertrud aus dem Psarr Hause, denn die konnte doch nicht Nein" sagen, als er um ihre Hand bat, hatte sie doch mit dem Chokoladenkäser das ganze Unglück verschuldet. Das erste Rosenmädchen. Eme französische Legende aus dem V. Jahrhundert. Am 8. Juni im Jahre 467 trug sich in Salency, einer kleinen Stadt der Picardie, ein Ereigniß zu, welches an das Wunderbare grenzte. Seit undenkllchen Zeiten stand dort em Haus unbewohnt ; die ältesten Leute im Dorfe erin nerten sich nicht, t Die Thür, auch nur angelehnt oder einen Fensterladen offen gesehen zu haben, und an dem besagten. Tage sahen die Nachbarn beim Ausstehe nicht nur die Thür, sondern auch sämmtliche Fensterladen offen stehen, . und an den Fenstern erblickte man drei Köpse, der einer lungen, wunderbar schönen Frau, in deren Antlitz sich eine tiefe Trauer ausprägte, welche ihre blendende Schönheit etwas beeinträchtigte; sie trug ein ganz kleines Mädchen aus dem Arme, und neben ihr, das Gesicht lächelnd der Mutter zuwendend, stand ein schöner Knabe und schien eine Liebkosung, ein Lächeln erhäschen zu wollen. Wie, wänn und woher war diese Fa milie gekommen ? Wer hatte sie. in diese, seit einem Jahrhundert verlassene Wohnung eingeführt ? Wer hatte ihnen den Schlüssel dazu gegeben? Woher kam diese junge Mutter, wer war sie ? Das waren die Fragen ohne Ende, welche die Bewohner von Salency einander zurie fen, und aufweiche Keiner von ihnen aus guten Gründen eine Antwort zu ge ben wußte. Während der ersten Tage pflegten sich die Klatschbasen des Städtchens der jungen Frau in den Weg zu stellen und sie zu grüßen und anzusprechen; die Zu rückHaltung der schönen Fremden war aber so groß, daß man nach mehreren Wochen nur Folgendes, und dieses We nige nur durch den Knaben erfahren hatte. Wi-heißt Du?" hatte einederKlatsch. basen den Knaben gefragt, als sie, ihn einmal allein traf, als er vor dem Hause spielte.' Medardus", antwortete das Kind. Und Deine Mutter ?" Helvide, und meine Schwester Aaa the," hatte das Kind in einem Athem hinzugefügt. Und woher seid Ihr gekommen ?" forschte die Alte weiter. Von zu Haus." ein : v - n- ' züie ycißi oenn aoer uuer zu yaus' r Bei dieser letzten Frage w.arf Medar dus den Kops zurück, richtete seinen Ällck fest aus die alte Dame und ant wartete: Frage ich Euch denn nach Eurem tarnen und woher Ihr kommt?" Ueber diese Entgegnung hochlichst er staunt, blieb die alte Schwätzerin einen Augenblick stumm, aber die Neugierde gewann valo wieder die Oberhand, und t begann von Neuem: Aber hier in der Stadt wein Jeder mann, daß ich Opportune heiße, srchna Jabre alt und unverheirathet bin, und ein Einkommen von hundert Dukaten be sitze." Nun, Jungfer Opportunes antwor tete der kleine Medardus, da wünsche fi sr L ' ly Aynen Glua oazu." Und ohne aus zuschauen und Icheinbar ohne die Ent täuschung der alten Jungser zu bemer ken, trat er in das HauS zurück. Eine so große Zurückhaltung bei einem so jungen Kinde setzte Alt und Jung in rT w. -i . . . raunen ; einige oer ecljlen hatten wohl den bedanken, die Mutter anzu sprechen ; indessen imponirte den Bewob ntrn des Städtchens nicht nur die kalte. würdevolle Haltung der jungen Frau, sondern es sprach bei der geringsten An rede ein so tiefer Schmerz aus ihren herrlichen blaueu Augen, daß selbst die alte Opportune den Muth nicht fand. dem Schmerz und der Wurde der Fremden zu trotzen. Man hoffte jedoch von ,ag zu Tag, dan sich em Gatte, em Diener, irgend Jemand einstellen werde, welcher endlich, wenigstens zum Theil, das Geheimniß lüften werde, das die Bewohner des einsamen Hauses umgab. Ein Jahr, zwei Jahre, zehn Jahre gin gen dahin; die junge Mutter begann das jugendliche Aussehen zu verlieren, in Folge denen sie sur die Schwester ihres Sohnes hätte gelten können. Der Sohn, welcher die Schule von Vermand (heute St. Quentm) besuchte und dor w rs. , r 5 , , grobe fton innne gemacht hatte, war zumManne gereist: was Agathe anlang' te.so versprach sie im Alter von zehnJah' ren dereinst ihrer Mutter an Schönhei nicht nachzustehen. Zu dieser Zeit begab sich Medardus an den Hof König Ehuderlch's des Er sten. Dieser nahm Medardus huldvoll auf, überhauste ihn mit Ehrenbrzeiaun gen aller Art und wünschte ihn dauernd an seinen Hof zu fesseln, aber derselbe Kummer, welcher die Schönheit seiner Mutter in ihrer Blüthe getrübt hatte. stimmte den Sohn zum Ernst und zur äSeymuth; der junge Mann seufzte nach einem friedlichen Leben. Er kannte nur
einen Wunsch, den, sich Gott weihen zu dürfen, nur Gott zu dienendem einzigen Herrn, welcher, wie er sagte, nicht täuscht. Ehe er jedoch diesen Akt höchster Ent sagung vollbrachte, wollte er seine Mut ter um ihren Rath bitten, und er kehrte daher noch einmal nach Valency zurück. Zu seinem großen Erstaunen fand er bei feiner Mutter im Hause ein junges Mädchen v"n unzefähr fünfzehn Jahren. Bei den ersten Fragen, welche 'er bezüglich ihrer Herkunft an sie richtete, erröthete das junge Mädchen, senkte die Augen u. brach in Thränen auS. Laß' sie, Bruder," sagte Agathe, Zoe ist ein armes Mädchen, das ich vor zwei Jahren halb erfroren und verhungert in dem Graben des großen Gehölzes an der Straße von Tournay gefunden und mit nach Haule genommen habe sie hilft uns das Hauswesen versorgen, sie ist unserer Mutter eine zweite Tochter und mir eine liebe Schwester. Entsinne Dich der Antwort, welche Du, wie Du mir selbst erzähltest, der alten Jungfrau Opportune auf die Fragen gegeben hast, und achte das Unglück und sein Geheim niß." ' O !" rief Medardus lachend, steht es fo, daß die kleinen Mädchen ihre gro ßen Brüder zurechtweisen ? Nun, Agathe' um Deines edlen Beweggrundes willen verzeihe ich Dir die wenig ehrerbietigen Bemerkungen: vergiß indessen nicht, daß ich damals nicht bei Jungfrau Oppor tune wohnte, als ich ihr die Antwort vr weigerte: wenn ich aber bei meiner Dcüt ter, in Deiner nächsten Umgebung eine Fremde sinde, so ist es mir,denke ich, wohl erlaubt, zu fragen, woher sie stammt und wer sie ist." Mein Bruder," entgegnete Agathe mit unendlichem Takt und Zartgefühl, unsere erste Pflicht ist, das Geheim niß des Gastes zu wahren, den uns Gott sendet, und Zoe ist unser Gast." Der Wille Gottes geschehe und der
Deine auch, kleine Schwester," erwiderte Medardus, indem er Agathe umarmte. Wenige Tage darauf reiste Medardus ab; er empsing die priesterlichen Weihen und widmete nch von dem Augenblicke an den fchwersten Arbeiten; er hörte nicht auf, das Land zu durchstreifen, um den Unglücklichen Trost und Hilfe und den damals noch zum großen Theil heidnichenBewohnern derDörser das Christen hum zu bringen. Jedesmal, wenn MedarduS nach Saency zurückkehrte, betrübte ihn die Sit enlostgkeit der Einwohner des Städt chens ; .die Jugend namentlich gab sich dem ausschweifendsten Leben hm. Me dardus, welcher wohl wußte, welchen Einflun die Frauen ausüben können, er sann ein recht einfaches Mittel,' um die Jugend zu Ehren zu bringen. Er rief die Anaesebensten aus der Geaend ausammen und schlug vor, jedes Jahr das Betragen der jungen Mädchen zuprüsen, ! und'die sittsamste.edelste der Jungfrauen ! zu krönen; die Krone sollte aus Nosen bestehen und eme Aussteuer sollte ihr beigesügt werden. Dieser Vorschlag wurde angenommen, dekretirt und unter Trompetenschall im Lande verkündet. Man kann sich denken, wie diese Nach richt die Gemüther in größte Ausregung versetzte; man sprach von nichtsAnderem, man dachte an Nichts Anderes, und bald fand eine vollständige Umkehr bei den jungen Mädchen statt. - Die tugenssamste, die veste, die wur digste, diejenige, welche ihren Pflichten am getreuesten nachkam, sollte gekrönt werden, und es fand em unbeschreiblicher, edler Wettstreit statt. Von dem Berichte der Freunde und Nachbarn sollte die Ernennung der Nosenjungsrau abhängen, und Jeder durfte frei erzählen, was er Gutes oder Böjes von den Jungfrauen Salencys wußte. Der Vorabend des großen Tages war herangekommen. Nach dör Messe ver sammelten sich die Geistlichkeit und die Notabel der Stadt auf dem Platze vor der Kirche, um hier die Berichte entgegenzunehmen. Eine neue Frage wurde aufgeworfen : Mußte die Nosenjungsrau aus Salency gebürtig sein oder nicht ? Ob tba geboren, ob sie nur da wohnt," entgegnete Medardus, welcher denVorsitz dei dieser Versammlung führ te, wenn sie Salency als , Heimath an genommen hat, so muß sie Salency zu seinen Kindern zählen." Hierauf trat ein Jeder hervor und trug vor, was er wußte; einstimmig wurden Zoe und Agathe als die würdig sten bezeichnet. Zoe hatte mit Lebens gefahr ein ertrinkendes Kind aus den Wellen errettet. Agathe hatte einen Winter dem Vergnügen des Tanzes ent sagt, um für eine arme gelähmte Frau zu spinnen. Und so wußte Jeder eine edle That, einen edlen Zug von den Jungfrauen zu berichten. Noch schwank te man zwischen den Beiden, als ein Mann mit strenger Miene vortrat und um das Wort bat. . Gester, in der Nacht," sagte er, kehrte ich von dem Schlöffe zurück, wo hin ich Holz getragen hatte; da sah ich als ich durch das Gehölz kam, eine j gendliche, leichte Gestalt vor mir hinei len. Geräuschlos folgte ich ihr. In der Nähe von dem Hause der Frau Me dardus blieb sie stehen und sah sich sorg fältig um, vermuthlich um sich zu ver sichern,daß sie von Niemand gesehen wer de ; dann ist sie, anstatt durch die Thür in das Haus einzutreten, durch die Hecke in den Garten geschlüpft auf die Gefahr hin, sich Gesicht und Hände an den Dor nen zu zerreißen. Ihre Züge vermoch te ich nicht zu erkennen, ober ihr Gesicht muß die Spuren der Dornen tragen, denn ich vernahm einen leisen Schrei u. trotz der Dunkelheit konnte ich sehen, wie sie mit- der Hand nach der Stirne griff." Bei demBerichte diesesMannes wandten sich Aller Augen auf die beidenJung frauen, welche tief erröthend, unbemeg lich neben Frau Medardus standen. Letz tere blickte wie die Anderen auf nie jun gen Mädchen, und gewahrte zu ihrem namenlosen Erstaunen eine Wunde auf AgathenS Stirn. Zoe muß gekrönt werden! Krönt Zoe !" riefen viele Stimmen durchein ander. Zoe gebührt die Ehre !" Nur schwer gelang es Medardus, die Ord nung wieder herzustellen; dann sich zu seiner Schwester wendend, deren Züge eher Verwirrung als Scham verriethen, sagte er in strengem Tone : . Woh kamt Ihr zu dieser Stunde V
,Gewiß von einim Orte, den zu nen
nen sie sich nicht zu scheuen braucht," sagte Frau Medardus, ihrer Tochter einen forschenden Blick zusendend. Aber Agathe antwortete weder der Mutter,, noch dem Bruder, und schon wurden wieder Stimmen laut, welche Zoe's Namen riefen, als Zoe ihren Platz verließ und mitten unter die Versamme! ten eilte. Höret mich!" rief sie. Tiefes Schweigen herrschte alsbald. und die junge Fremde hub an : . ,Da hier em ieder das Recht hat. zu sprechen, so bitte auch ich um das Wort." MedarduS senkte nur zustimmend das Haupt ; zu sprechen vermochte er nicht ; der Schmerz, der sein Herz erfüllte, war ein allzu bitterer. . Wie um bei ihr Muth zu schöpfen, warf Zoe einen Blick auf ihre junge Gefährtin und begann hierauf : ' m. m T ,An dem Hose hildenazs . icoien zwei Edelleute; der eine hatte ein schweres Verbrechen begangen, und um der Strafe zu entgehen, klagte er seinen Freund an. Dieser konnte sich nur rette'n, indem er seinerseits wieder, anklagte; da er aber weder Beweise für seine Un schuld, noch für die Schuld des Andern beibringen konnte, unterlag er.Er wurde hingerichtet und seineGüter vom Staate konsiszirt; seine Gattin und seine Kin der mußten hinwegziehen und anderswo unbekannt und unerkannt leben.Da aber Gott gerecht ist, beging der Edelmann noch ein Verbrechen, das er Niemand zu zuschreiben vermochte : er wurde nun ebenfalls hing:richtct, feine Güter wur den eingezogen, und feine Gattin starb vor Kummer. Es blieb eine Tochter zurück; da diese .es nicht wagen durste, in einem Lande weiter zu leben, wo man ihres Vaters nur mit tiesstem Haß und Abscheu gedachte, entschloß sie sich, es zu verlassen. Sie machte sich auf den Weg, allein, .von allen Mitteln entblößt, sie hoffte aus Gott, aber wagte nicht, die Hülse der Menschen auzuflehen, aus Furcht, abgewiesen zu werden. Aber ach ! ihre Jugend, sie zählte erst dreizehn Jahre, und die Schwächen ihres Körpers trotzten ihrem Muthe. Eines Morgens vermochte sie nicht aus dem Graben aufzustehen, in welchem sie die Nacht verbracht hatte; sie war dem Tode nahe, das fülzlte sie wohl, und sie flehte Gott um Vergebung an, nicht für sich, daran dachte sie nicht,' aber für ihren Vater, besten Verbrechen sie bis ins Grab verfolgten, denn sie betrachtete den Graben als ihr Grab. . Indem sie so betete, fühlt sie, wie ihre Kräfte all v t. r r. . r: . t. 1 1 zi magiiaj jiromiuta , jic uuc jiay ju;u.i längere Zeit, ohne den Zeitraum näher ! bestimmen zu können, in dieser morali fchen und physischen Entkrästung besun den, der weder Leben noch Tod, weder Wachen nach Schlas ist: da dünkte cs ihr, als höben sie zwei Arme sanft em por, " als" benetze man ihre Schlafen, mit srischem Waffer ; dann floß tropfenweise eine kühlende Flüffigkeit durch ihre brennenden Lippen hindurch und schien bis an ihr yerz zu ormgen, es zu veicven und zu erwerben. Sie öffnete die Augen und erblickte ein.Kind, ein Mädchen von acht bis zehn Jahren. Werbist Du?" fragte das ind. Die Unbekannte nannte den Namen ihres Vaters. Ein Schrei Entsetzens entfuhr ihren Lippen bei Nennung dieses Namens. Unglückliche !" rief das Kind, Dein Vater hat den meinen getödtet," und bei diesen Worten wollte sie sich entfernen. Sie kehrte aber zurück. Es ist ja nicht Deine Schuld", sagte sie, versprich mir, nie diqen Namen zu nennen, den meine Mutter nicht hören kann, denn er lzt ihr Gatten, Heimath und Freunde geraubt.dann will ich Dich mit nach Haus nehmen, Du sollst meine Schwester sein. Du, deren Vater den meinen getödtet hat. Dieses Kind war Agath?, Mcsscigneurs, und ich, deren Vater den ibren getödlct hatte, ich wurde wie ein Kind im Hause aufgenommen. Nie bat mich Agathe' Mutter nach meiner 5)erkunst gefrag; sie achtete meinen Schmerz, mein schweigen. Es sind siebeu Jahre versioffen, seitdem- Agathe dieses Ge hcimnch in ihrem Herzen birgt. . . ." Dics Alles sagt aber nicht, weßhalb Agathe so spät in das mütterliche Haus zurrückkehrte?" rief die Stimme des Anklägers. Still, Zoe! Genug V rief Agathe. Aber diese lächelte der Freundin nur zu, und die Stimme erhebend, fuhr sie fort. Wie mein Vater ihren Vater ins Verderben gestürzt, gedachte auch ich die Tochter zu verderben. Gestern pflückten wir, Agathe und ich, Haselnüffe im Walde, als Stöynen und Seufzer an unfer Ohr drangen ; wir eilten nach der Gegend hm, woher . dies kam, und er blickten eine arme Frau am Boden. Sie war blind ; sie hatte sich einige kleine Münzen erbettelt, und ihr Führer, ein böser Knabe, hatte sie bestohlen und. war entflohen; sie wohnte eine Meile von uns, drüben über dem Walde. Unser erster Gedanke war, die Frau nach Haus zu geleiten .und dies meine Herren wird Agathas Tugend und mein Ver gehen in das wahre Licht stellen Die Nacht brach schon herein, ich überlegte mir, das es ganz finster sein würde.wenn wir zurückkehrten: man sagt immer. man sei im Walde des Nachts vor Wöl fen nicht sicher ; ich fürchtete mich und wollte auch Agathe meine Furcht mit theilen. Geh' nur," sagte Agathe, ich werde die Frau allein begleiten." Und wirst Du keine Angst haben ;"sragte ich. Soll ich an meine.Furcht denken, wenn es sich um eme gute That handelt ? Was aber wird Deine Mutter sagen. wenn ich ohne Dich heimkehre ?" entgea nete ich noch einmal, denn ich will mich nicht entschuldigln, der böse Gedanke hatte meine weele eingenommen, und ich suchte nur nach eme? Entschul digung für meine Feigheit. Meine Mutter wird schlasen," sagte Agathe, .laß die Thür nach dem Garten offen. ich will durch den Zaun kriechen. " Ja, meine Herren, ich that eS, ich lieft meine junge, großmüthige Freundin die Blinde allein heimgeleiten, allein durch den Wald zurückkehren, und sie, die mit hoch erhobener Stirn das mütterliche Haus betreten durfte, mußte sich wie eine Die bin einschleichkn, um nicht ihre gute
That, sondern mein Vergehen zu ver bergen. Hier, Ihr Herreu, Ihr Be wohner von Salency, die Ihr Alle ge rufen habt : Krönt Zoe !" hier ist die Jungfrau, die Ihr krönen sollt, denn sie besitzt wahre Tugend und Herzensgüte, höchsten Edelmuth und die wahrste, ech teste christliche Liebe." Ein Schrei der Bewunderung über tönte Zoe's letzte Worte, und Medardlks, der so unendlich gelitten hatte, als er seine Schwester beschuldigen hörte, em Pfand nun die reinste, höchste Wonne. Was die Richter anbelangt,so wußten sie nicht, was sie mehr bewundern sollten.
ob das edle, großmüthige Schwelgen Agathens, oder die heldenmütbiaeWahr heitsliebe Zoe's. Jndeffen schwankten sie nicht länger, und Medardus, der Gründer des Rosenfestes, hatte die Freude, feiner Schwester als erste Ro scnjungsrau selbst die Krone auf das schöne Haupt setzen zu dürfen. Lange noch hat man in der Kirche zu Salency die Rosenkrone von Medardus' Schwe. ster, sowie das Bild ausbewahrt, welches ihre Krönung darstellte. Medardus tarb, 545, im achtundachtzigsten Lebens mhre. ' Seme sterblichen Ueberreste wurden auf Klotar's Befehl nach Sois sons gebracht ; und dort feiert man noch heute das Fest dieses Heiligen am achten Juni. Ein Muster-Coroner. Der alte Doktor Potts von Los Ange los war neulich aus emige age m an Francisco zum Besuche bei seinemJugend freunde Judge Van Snyder, der ihm unter anderen Sehenswürdigkeiten auch die Morgue zeigte. Dr. Potts nahm die Einrichtungen genau in Augenschein und konnte sie gar nicht genug loben, aber nach Verkästen desGebäudes konnte er sich doch nicht ent halten, dem Judge zu sagen, daß die Coroner in San Francisco ihr Geschäft nicht im Geringsten verstünden und von ihren College auf dem Lande noch gar viel lernen könnten. Sie verstehen lben nicht, einen Leichnam nach Gebühr zu verwerthen, sagte der alte Doktor. Da müsien sie zu uns kommen, um's zu ler nern ! Vor ein paar Monaten starb ein Chinese an zu vielem Opium. Es war weit draußen vor der Stadt, aber ich war schnell bei der Hand, hatte im Nu genug Zeugen um mich herum, und ehe es Abend war, reichte ich dem County meine Rechnung für 596.50 ein. In der ')!acht grub ich meinen Leichnam ans, brachte ihn in mein Laboratorium und balsamirZe ihn ein, um eine Leiche vor räthig zu haben, falls ich eine brauchte. Und richtig drei Tage darauf hatten die Indianer in ihrem Lager bei de? Stadt einen blutigen Kampf unter sich. und schnell schnitt ich dem todten Chinelen den Zopf ab, steckte ln in Indianer costüm und ließ ihn in ein Gehölz nahe beim Camp legen. Es verstand sich von lelber, daß die Leiche bald ven meinem Constabler gesunden wurde, und aß ich gerufen ward. Aber die Jury konnte sich nicht einigen, welchem Stamme der Todte angehörte, und deshalb berief ich eine zweite Jury das machte also bet pelte Gebühren für mich, uio ich konnte ven Reportern ein ausgezeichnetes Item liefern. Der Indianer wurde zwar brgraöen, aber ich hatte ihn promt bei der Hand, als nach wenigen Tagen einige Italiener durch Los Angelos kamen. Einer von ihnen wurde am nächsten, Moraen auf der Landstraße todt gefunden. Verdikt : Herzschlag. Es war derselbe todte Chinese, der kurz zuvor als todter Jndianer Dienste gethan hatte. Diesmal hatte er einen breitkrämpigen Schlapp Hut tief über die Stirn gezogen und die Taschen voll Maccaroni. Bis zetzt hatte dieser eine Todte, fuhr r. Potts fort.mir an $310 eingebracht D und ich dachte, es wäre gut, wenn ich jetzt einmal eine kleine Pause machte. Ich ließ eine Woche verstreichen und pack te dann' meinen einbalsamirten Chinesen in ein Faß, das ohne große Mühe in's Fracht'Depot gelangte, wo es,da es keine Adresse oder Markd hatte, von den Ei senbahnbeamten geöffnet wurde, die wis sen wollten, was es damit sür eine Be wandniß habe.. Natürlich wurde ich so gleich geholt und dieZeitungen berichteten von einem geheimnißvollen Morde !" Die Untersuchung dauerte zehn volle Tage, und das County hatte fürZeugen, Postmortem und andere Gebühren $135 zu zahlen. Ich habe den Chinesen nach dieser Zeit noch einmal benutzt. Ich steckte ihn in einen schwarzen Anzug, setzte ihm eine grüne Brille auf, in eine seiner Taschen steckte ich ein Fernrohr und einen Compaß und ein dickes Notiz buch mit allerlei Angaben über eine Bal lonfahrt. Das war dann ein verun glückter Luftschiffer. Er brachte mir zwar nur $83 ein, aber es war doch et was. Wenn der Leichnam - nur noch vorhält.bis ich wieder zurückkomme,schloß Dr. Potts, dann schicke ich zum Herbst meine Frau und Tochter nach Paris. Was das kostet, wird mir der todte Chi nese bis dahin eingebracht haben. Die Coroner in San Francisco verstehen ihr Geschäft nicht. Da müssen sie zu uns nach Los Angelos kommen. Unser Klima ist viel zu gesund, als daß man nicht Alles thun soll, um sich daZ Leben angenehm zu machen. Aber das könnte der Coroner nicht, wenn er nicht sein Geschäft verstände. Judge VanSnyder denkt jetzt darüber nach, ob er sich zum Herbste nicht um eine Coroner-Stelle in den Sierras bewerben soll. Zarte Anspielung. Pat, der irische Footman, hat ein Packet von seinem Herrn an einen Kunden über bracht. Nachdem es in Empfang ge nommen ist, sieht Pat ganz ruhig war tend da und kratzt sich hinter dem Ohr. Nun, was noch?" fragt endlich der Empfanger. Ja, Herr, wenn mich nun mein Herr fragt : Paddy, was hat Dir der neue Kunde für ein Trinkgeld gege ben? was wünschen Sie, daß ich ihm ant worte ?" Wer da glaubt er könne seine Mit menschen entbehren, der täuscht sich sehr; aber wer da glaubt, seine Mitmenschen könnten i h n nicht entbehren, der täuscht sich noch schwerer. Larochefou eauld.
Tie drei Mädchen.
Drei Mädchen gingen, bold geschmüZ: X w Spazieren auf der Straßen, Ein jeder Jüngling, der sie blickt. Verliebt sich ohne Maßen. Die Erste tragt Gcndarmenblau Und Ziegelroth die Zweite, Die Dritte, die tragt ganz genau Resedagrüne Seide. Die Blaue, die beißt Am?lie, Die Rothe Euphrosine, Den schönen Namen Leoni Hat die Resedagrüne. Ihr Haar ist kraus, ihr Herz ist frei,. ie Hute sind entzückend. Und Taillen haben alle Drei, Die sind nun ganz berückend. Sie bleiben vor den Läden steh'n. Allwo die neu'ücn Moden. Costüme werden dort geseh'n, D'rauf kann man dichten Oden. ' Sie unterhalten sich charmant Von Blonden, Schleifen und Kragen Und sind mit Allem wohlbekannt, Was in Paris wird getragen. Gar eifrig schwatzen sie sodann Von der neuesten Operette, Und daß verrückt macht jeden Mann Die himmlische Soubrette. Doch als jmm Markte kamen sie, Allwo, Gemüse und Butter, Da hielt die blaue Amelie Spinat sür Ziegensutter. 'Die Ziegelrothe dachte laut. Man nennt das Zeug ja Zwiebel,. Ich glaub es ist ein Suppenkraut Und schmeckt auch gar nicht übel." .JÄ glaube auch, daß ich jüngst fand Solch' Kraut in der Terrine, Doch ist das wenig intercstant' IHM sprach Leorne, die Grüne ; Denn geht's bei uns zu dem Diner, Mach' ich nur Toilette, Salat und Braten und Ec!ce, Das macht die brave Jette." Allzu loyal. Bei einer Ausstellung landwirthschaft licher Maschinen werden zur Feier der Anwesenheit des regierenden Landesfürsten sämmtliche Maschinen in Betrieb gesetzt. Als der Fürst sich einer dcrsel ben nähert, bleibt diese plötzlich stehen und ist trotz aller Mühe nicht mehr in Gang zu bringen. Diese Maschine, wendet der Fürst sich an den Eisinder, ist sehr schön ; sie hat nur den einen Fehler, daß sie nicht geht." Oh,' daL ist wohl nur Schüchternheit vor (zutt Durchlaucht." Mißverstanden. Lehrer (liest) : Mathias Corvinu war über den Abgang der Feigen dcrmaßen erzürnt, daß er den vor ihm ant Tische stehenden Teller mit den Zähne. in Stücke zerbiß." Der unausmerksame Moritz : Hent Lehre.", hat der die Feigen so gern gegcssen ? ' Franz Hofsmanns Wohl selten ist ein Mann wie Du gewesen, Dem solchen Schcidegruß die Nachwelt. bot. Auf tausend Kindcraugcn ist's zu lesen t Franz Hoffmann, unser trauter Freund ist todt ! Ich suche ein Weib für's Leben!" lautete die Uebcrschrist eines H:ira!hs gesuches. Inserent, wurde am ander. Morgen schon srüh herauszeklingelt. Der mächtige, ihm eingehändigte Brief enthielt die inhaltschweren Worte : rv p r nehmen (sie meine: Lieferung frei ins Haus. Emballage nicht berechnet. August Schulze." k . ? . . . cf V ei rn u r 3 1. Bauer : Ist der Herr Doktor Haus? Dienstmädchen : Bedaure ! Bauer : Kann ich dann nicht vielleicht kirn l?.?sll?n nhpr Yitn Pfriiinctn i " " I --7 O W sprechen kriegen ? Triftiger Grund. Gutsherr (zu seinem Knecht): Eure Frau klagt, daß Ihr der Flasche so start zusprecht; könnt Ihr das denn nicht un terlasscn? Knecht: vit, Herr iras, oas Kling' ich nicht fertig. Gutsherr : Warum denn nicht ? ' Knecht : Na wissend, Herr Graf, ich bin halt ein Flaschenkind ! Ein guter Jäger ! Förster : Sepp, heut' kommt der Gutsherr aus die Jagd." Sepp : Ahz, werd' gleich die Hund' einsperren." Förlier : Und's Kalb auch. Die Kuh kannst am End' heraußcn lassen." Sepp : I' mein halt. ."Förster: Ne n fnerr' V hci nitrfi ein besser ist fir... - - , " " ' I" I ser!" Jeder von seinem Stand punlt. Braut eines berüchtigten Wucherer? zu einer Freundin : Hat mein Bräutigam nicht ein herrliches Auge?' Seirc Blick ist so frei, so kühn, ich möchte sagen wie der des Adlers ! Schuldner des Wucherers zu eine Freunde : Betrachte Dir nur einmal diesen Mann ! Schon in seinem.Auge, kannst Du seinen Charakter lesen. Sem Nlis ist nnrtit ttii hrr mh3 9?..tc.f .
m "'j nuuyim ten!" Aus e i n e r O p e r n R e c e n s i o Großes Lob verdient der Dirigent Herr Meier, denn er schlug mit seinem Tactstock so kräftig umher, daß man meinen konnte, er hätte feine Frau, c?: statt der Partitur, vor si(j;T art ü f se. Du glaubst, mein Fren:.daß d:: Bescheiden bist. Indem du selber sagst, was dir gcbrcche. Doch merkt man gleich, was deine Ab sicht ist. Daß man darauf dir möglichst wide?' spreche!
